Gesundheit

Darf mein Hund Birnen fressen?

Die süß-saftigen Birnen (botanischer Name: Pyrus communis) sind bei uns fast das ganze Jahr über sehr beliebt. Mit ca. 60 kcal/100g kann man sie noch kalorienarm nennen. Birnen sind aromatisch und gelten als sehr gesundes Alltagsobst für Menschen. Aber darf ich auch meinem Hund Birne füttern?

Ja oder Nein?

Dürfen Hunde Birnen fressen oder sind sie gar schädlich?

Ja, Hunde dürfen Birnen fressen. Sie sind als Obst für Hunde sogar sehr geeignet und gesund. Viele Hunde lieben Birnen und naschen sehr gern von den süß-saftigen Früchten.

Was ist an Birnen so gesund für Hunde und worauf solltet ihr bei der Fütterung achten?

Vorteile

5 sehr gute Gründe, warum Birnen gesund für deinen Hund sind

 

  1. Birnen sind sehr gut verträglich

    Birnen sind besonders leicht verdaulich und sehr magenfreundlich.

  2. Birnen stärken die Zellen und das Immunsystem

    Frische Birnen enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe, die Flavonoide enthalten. Diese haben eine antioxidative Wirkung und stärken das Immunsystem. Zink und Vitamin C unterstützen ebenfalls das Immunsystem und können das Fell verbessern.

  3. Birnen sind gut für Knochen und Muskeln

    Birnen enthalten Calcium, Phosphor und Magnesium, wenn auch nicht in großen Mengen. Diese drei Mineralstoffe sind wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne. Insbesondere Magnesium spielt eine große Rolle für gesunde und entspannte Muskelfunktionen. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist in Birnen nicht ganz optimal, denn es ist im Verhältnis zu wenig Calcium enthalten, was aber bei dem geringen Obst-Anteil im Futter nicht ins Gewicht fällt (Verhältnis von ca. 0,8:1 statt 1,3:1). Auch ist in Birnen etwas Vitamin C enthalten, das ebenfalls Knochen und Bindegewebe unterstützt.

  4. Birnen sind gut für die Nerven und die Energie

    Birnen enthalten viele B-Vitamine, wenn auch in moderaten Mengen. B-Vitamine unterstützen die Verwertung von Energie aus den Nährstoffen und sind wichtig für das Zellwachstum und für die Blutbildung.

  5. Gut für Herz, Kreislauf und Hirn

    Birnen sind reich an Kalium und dieses Mengenelement reguliert den Wassergehalt der Zellen und ist für Stoffwechselprozesse in den Zellen von Herz und Nerven wichtig. Obendrein können die in Birnen enthaltenen Ballaststoffe den Cholesterinspiegel niedrig halten, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Ein hoher Gehalt an Kiesel- und Phosphorsäure unterstützt das Gehirn und die Nerven.

Nachteile

Die folgenden drei Nachteile bringen Birnen, wenn sie in zu großen Mengen verfüttert werden

  1.  Vorsicht bei ganzen Birnen

    Viele Hunde lieben Birnen und sammeln sie gern im Garten auf. Das ist häufig auch unproblematisch, sofern Hunde nicht schlingen. Doch gierige oder verspielte Hunde können Birnen auch im Ganzen verschlucken, was zu Atemproblemen oder Blockaden führen kann. Deshalb und weil sie zerkleinert besser verwertet werden können, solltet ihr immer nur kleine Stücke der Birne füttern oder sie gleich pürieren.

  2. Birnen enthalten nicht wenig Zucker

    Mit ca. 12 g/100g Fruchtzucker sind Birnen zwar nicht die Zucker-Bomben unter den Früchten, doch ist es gesünder für eure Hunde, wenn ihr ihnen auch Birnen nur in Maßen füttert. Alle Obstsorten sollte nicht mehr als 5-10% der Nahrung ausmachen.

  3. Birnenkerne – nur in Maßen

    Birnenkerne enthalten Amygdalin, das im Körper zur giftigen Blausäure umgewandelt wird. Es handelt sich zwar um sehr geringe Mengen, so dass bei einer maßvollen Fütterung mit Birnen keine Vergiftung entstehen wird. Aber bei sehr kleinen Hunden vertut man sich schnell mit den Mengen. Dann lieber keine Kerne füttern.

Fütterung

Wie könnt ihr Birnen am besten an euren Hund verfüttern und worauf solltet ihr dabei achten?

Am besten ohne Kerne? Was ist dran am Mythos der giftigen Birnenkerne?

Die Kerne von Birnen enthalten Amygdalin, das im Körper zur giftigen Blausäure umgewandelt wird. Deshalb gilt eigentlich die Regel, keine Kerne von Birnen zu verfüttern.  Doch ist der Gehalt an Amygdalin in Birnenkernen mit ca. 1,3 mg auf 100 Gramm sehr gering. Ihr müsstet eurem Hund schon extrem viele Birnenkerne füttern, bevor er sich vergiftet. Da die Kerne auch reich an Ballaststoffen und Antioxidantien sind, ist es ratsam, sie zu verfüttern, sofern ihr bei geringen Mengen bleibt.  

Birnen mit Schale verfüttern

Da direkt in der Schale und unter der Schale gesunde Nährstoffe und Ballaststoffe sind, ist es gesund, die Schale bei Birnen ebenfalls zu verfüttern. Doch enthält die Schale bei Nicht-Bio-Birnen leider auch die meisten Schadstoffe. Deshalb lieber Bio-Obst verwenden oder zumindest die Schale vorher sehr gut abwaschen.

Füttert am besten Birnen aus biologisch-organischem Anbau

 Diese enthalten keine Schadstoffe aus Pestiziden und Dünger und unterstützen eine gesunde Natur. Biologisch erzeugte Birnen aus der Region haben meist den höchsten Gehalt an wertvollen Nährstoffen.

Wie viele Birnen darf mein Hund fressen? Wie bei allen Obstsorten gilt: weniger ist mehr – aber was bedeutet das konkret?

Die tägliche Menge an frischem Obst, die gesund für einen Hund ist, hängt von der Größe und dem Gewicht deines Hundes ab. Obst sollte beim BARFEN nicht mehr als 5-10% der Tages-Ration ausmachen. Die Tagesportion eines Hundes beträgt in etwa 3% des Körpergewichts. Es reichen also 15-30g Birne an einem Tag bei einem Hund von 10kg.

Zu Beginn am besten vorsichtig ausprobieren

Birnen werden von den meisten Hunden ausgesprochen gut vertragen. Ist dein Hund empfindlich, solltest du am besten vor dem Füttern deinen Tierarzt fragen, ob du Birnen an deinen Hund verfüttern darfst. Er kennt deinen Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast allen Nahrungsmitteln besteht auch bei Birnen die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Füttere Birnen am Anfang daher nur in sehr kleiner Menge, um die Reaktion deines Hundes zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich Birnen nicht weiter geben und sofort deinen Tierarzt kontaktieren.

Fruchtige Fakten zur Birne

Wann haben Birnen eigentlich Saison und wusstet ihr, woher der Spruch "etwas in der Birne haben" kommt?

Birnen haben im Herbst Saison

In Deutschland gibt es Birnen das gesamte Jahr über zu kaufen. Die Hauptsaison für Birnen ist in Deutschland aber von August bis November. Dann erhaltet ihr lokale und frische Birnen. Viele Birnen, die es bei uns auf dem Markt gibt, stammen übrigens aus Italien.

Birnen sind nur kurze Zeit haltbar

Birnen werden unreif gepflückt und reifen später noch nach. Reife Birnen halten bei Raumtemperatur nur wenige Tage. Im Kühlschrank halten sie bis zu 1-2 Wochen, sofern sie keine Stellen haben. Leider sind Birnen recht druckempfindlich und fangen dann schnell an zu faulen, wenn sie eine Stelle haben.  

Viele Sprüche mit der Birne ;0)

Birne galt schon immer umgangssprachlich als Kopf. So wurde die Kopfform des ehemaligen deutschen Kanzlers Helmut Kohl stets als "Birne" karikiert. Im Volksmund gilt: "Der/die hat was in der Birne" und jeder weiß, dass damit gemeint ist, dass jemand besonders intelligent ist. Und oft liegt dahinter etwas Wahrheit. Birnen enthalten z.B. viel Kiesel- und Phosphorsäure, die als Gehirn- und Nervennahrung gelten. "Du hast wohl eine weiche Birne" vergleicht den Kopf dann mit der fauligen Frucht.

 

Fazit zur Fütterung von Birnen an Hunde

Frische Birnen sind ein sehr geeignetes Futtermittel für Hunde und sie können gut den Obst-Anteil von BARF-Rationen ergänzen oder als Leckerli gegeben werden. Nur wie bei allen für Hunde essbaren Obstsorten gilt: Bitte in Maßen füttern und nie mehr als 10% der Tagesration an Obst verfüttern. 

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: DeutschlandGreat BritainUnited StatesPolska
Copyright © 2021 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum - Datenschutz