Hunderassen: So vielseitig wie ihre Fähigkeiten & Aufgaben

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Menschen haben bereits in vorgeschichtlicher Zeit den Nutzen der Vorfahren unserer Haushunde für ihr Überleben erkannt. Hunde waren einfach bei den für Menschen überlebenswichtigen Aufgaben wie Jagen, Hüten und Bewachen wesentlich besser als sie selbst. Da die wilden Vorfahren unserer Hunde begannen, mit dem Menschen für Futter zu kooperieren, kamen sich Hund und Mensch näher. Im Laufe der Zeit wurden Hunde für den Menschen zu unersetzlichen Helfern bei den unterschiedlichsten Aufgaben.

Hunderasse

Labradoodle

Der Labradoodle ist eine nicht anerkannte Hunderasse, die aus einer absichtlichen Verpaarung von Labrador Retriever und Pudel entstanden ist. Der Labradoodle bringt sehr viele positive, aber natürlich auch einige fordernde Eigenschaften vom Labrador und vom Pudel mit. So paart sich im besten Fall das freundliche, fast immer gutgelaunte und arbeitswillige Wesen des Labrador, mit der Intelligenz, Verspieltheit und der Sportlichkeit des Pudels. Viele Labradoodle erfreuen ihre Halter und manche Allergiker, da sie nicht haaren.

Klein aber oho: Kleine Hunderassen im Porträt

In unseren Porträts der kleinen Hunderassen möchten wir dir die nötigen Informationen für ein harmonisches Zusammenleben mit der Hunderasse geben. Welche Bedürfnisse hat der Hund und vor allem: passen diese Bedürfnisse zu deinem Leben? Dabei gibt es bei den Kleinen große Unterschiede. Dackel und Jack Russell Terrier sind Jagdhunde, während Mops und Bolonka schon immer Schoßhunde waren. Erstaunlich sportlich zeigen sich der Yorki und der Havaneser. Aber seht selbst.

Jagdhunde: Hunderassen, die bei der Jagd helfen

In unseren Porträts der Jagdhunde möchten wir dir die nötigen Informationen für ein harmonisches Zusammenleben mit der Hunderasse geben. Welche Bedürfnisse hat der Hund und vor allem: passen diese Bedürfnisse zu deinem Leben? Dabei gibt es bei den Jägern starke Unterschiede. Bei manchen ist der Jagdtrieb sehr stark ausgeprägt, sie sind schnell und benötigen viel Auslauf. Andere apportieren und schwimmen lieber.

Große Hunderassen

In unseren Porträts der großen Hunderassen möchten wir dir die nötigen Informationen für ein harmonisches Zusammenleben mit der Hunderasse geben. Welche Bedürfnisse hat der Hund und vor allem: passen diese Bedürfnisse zu deinem Leben? Unter den großen Hunderassen gibt es die wachsamen und starken Hunde, die verantwortungsvolle und erfahrene Halter benötigen oder auch die lauffreudigen Dalmatiner, Siberian Huskys und Pudel.

Aussehen Nebensache: Fähigkeiten & Umfeld zählten

Der Wolf - Vorfahre unserer Haushunde
Der Wolf - Vorfahre unserer Haushunde

Über Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende, wurden Hunde nach ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten immer wieder vom Menschen selektiert. Logisch: Hütet ein Hund besonders gut die Schafe, möchten andere Welpen von diesem fantastischen Hund haben.

Dabei kam es die längste Zeit fast gar nicht auf das Aussehen, sondern rein auf die Fähigkeiten zur Bewältigung ihrer Aufgabe an. Zusätzlich gab es in unterschiedlichen Regionen der Welt auch andere Lebensbedingungen und Anforderungen an die Hunde.

So wurden im hohen Norden Hunde mit dichtem Fell und starker Kraft und Ausdauer zum Ziehen von Schlitten benötigt. Zur Jagd auf Hasen benötigte man dagegen schnelle und schlanke Sprinter wie die heutigen Greyhounds. Schwere und große Rassen wie Rottweiler und Mastiffs gaben wunderbare Wachhunde und Beschützer ab. Für die Jagd auf Tiere, die ihren Bau unter der Erde haben wie z.B. Fuchs, Dachs oder Marder benötigte man Hunde, die in diesen Bau auch passen und dabei angriffslustig sind, wie z.B. der heutige Dackel (Dachshund). Mit der Zeit änderten sich die Anforderungen an die Hunde und die Hunderassen spezialisierten sich immer mehr. Die Selektion geschah über Jahrhunderte, ohne dass es eine Hundezucht im heutigen Sinn überhaupt gab.

Es gibt große Hunde, winzige Hunde, schnelle Hunde, entspannte Hunde, kuschelige Hunde, selbständige Hunde, weiße Hunde, schwarze Hunde, ausdauernde Hunde, wärmeliebende Hunde, Familienhunde, verspielte Hunde…. Ihr versteht, was ich meine. Bei den weltweit über 350 offiziell anerkannten Hunderassen verlieren selbst Experten schnell die Übersicht. Hinzu kommen hunderte weiterer nicht offiziell anerkannter Hunderassen.

Und selbstverständlich gibt es unendlich viele ganz individuelle "Mischlinge", die wiederum unterschiedliche Hunderassen in sich vereinen.

Es werden absichtlich Hunderassen miteinander verpaart, um gewünschte Eigenschaften zweier Rassen zu erhalten. Hier kommen die sogenannten Hybrid- oder Designer-Hunde ins Spiel, die in letzter Zeit zu einem starken Trend werden.

Was macht eine Hunderasse genau aus?

Ein wesentliches Merkmal einer Hunderasse ist, dass die Elterntiere einer Rasse immer Nachfahren mit denselben äußerlichen und charakterlichen Merkmalen zeugen werden, die sie selbst besitzen. Diese Eigenschaften werden im Zuchtstandard der jeweils für die Hunderasse zuständigen Zuchtverbände festgehalten.

Die weltübergreifende Organisation der Hundezucht ist die "Fédération Cynologique Internationale", kurz: FCI genannt. Sie besteht aus drei Sektionen: 1. Europa, 2. Amerika & Karibik und Asien, 3. Afrika & Ozeanien und umfasst rund 99 Länder. Offiziell sind von der FCI über 350 Hunderassen anerkannt und es werden immer mehr.

Aber natürlich gibt es neben den offiziell in der FCI vertretenen Zuchtverbänden auch weitere Hundezucht-Organisationen und weitere Hunderassen, die in der FCI derzeit nicht anerkannt wurden.

Für Deutschland ist der VDH der nationale Zuchtverband innerhalb der FCI. Der Verband für das Deutsche Hundewesen, kurz: VDH genannt, ist der deutsche Hundezuchtverband mit über 140 einzelnen Rassezuchtvereinen.

Die Aufgaben der Hunde als wertvolle Helfer der Menschen verändern sich mit den Menschen

Der Mensch hat im Laufe der Jahrtausende den Hund für sehr unterschiedliche Aufgaben zunächst selektiert und später planmäßig gezüchtet. Zu diesen Aufgaben zählen z.B.:

  • Hunde als Jagdhelfer, die auf sehr unterschiedliche Wildarten und Jagdarbeiten spezialisiert sind wie z.B.: Aufstöbern, Treiben, Hetzen, Reißen, Apportieren
  • Hüten und Treiben von Vieh
  • Transportmittel des Nordens: Schlittenziehen
  • Frühzeitlicher Lieferwagen: Ziehen von Milch- und Marktwagen
  • Türsteher und Bodyguard: Bewacher von Haus und Hof, Menschen und Vieh
  • Einsatz als Kampf- und Kriegshunde
  • Unterhalter und "Seelentröster": Schoßhündchen
  • Prestige-Objekte bei Hofe
  • Rettungshunde

Heutzutage werden Hunde immer mehr vom Arbeitstier zu Helfern, Lebensgefährten, Freunden, Familienmitgliedern, Spielgefährten aber leider auch zu Mode-Accessoires.

Hund und Mensch haben trotz großer Unterschiede sehr viel gemeinsam. So können beide lebenslang Spaß am Spiel und am Lernen haben. Sie haben die Fähigkeit zu einer ausgefeilten Kommunikation, sie besitzen Empathie und sind beide erstaunlich leistungs- und anpassungsfähig.

Die meisten Hunde sind heutzutage Familienmitglieder und Begleithunde, manche haben noch ursprüngliche Aufgaben oder gehen einem passenden Hundesport nach. Doch Hunde haben starke Fähigkeiten, die auch auf neuen Gebieten dem Menschen helfen:

  • Diabetikerwarnhund
  • Hunde im Einsatz der Krebsfrüherkennung
  • Blindenführhunde
  • Begleiter von Autisten
  • Therapiehunde
  • Corona-Warnhunde
  • Drogenspürhunde

Welche unterschiedlichen Gruppen von Hunderassen gibt es?

Auf Basis ihrer ursprünglichen Aufgaben sind viele unterschiedliche Hunderassen entstanden und so werden diese in entsprechende Gruppen unterteilt. Die Hunderassen werden in der FCI in die folgenden 10 Gruppen mit jeweiligen Unter-Sektionen je nach Aufgabe und auch nach Abstammung bzw. Verwandtschaft unterteilt:

  1. HÜTEHUNDE UND TREIBHUNDE (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)

    Hütehund-Rassen sind für das Hüten oder Treiben von Vieh wie Schafen, Rindern oder auch Schweinen gezüchtet worden. Sie sind intelligente und ausdauernde Hunde, die auch selbständig Entscheidungen treffen können müssen.
    Zu den Hütehunden gehören z.B. Deutsche Schäferhunde, Belgische Schäferhunde, Border Collies und Australian Shepherds, aber auch ausgefallenere Hunderassen wie der Kuvasz und der Mudi. Zu den Treibhunden gehören Hunderassen wie Bouviers, Australian Kelpies und Australian Cattle Dogs.

  2. PINSCHER, SCHNAUZER UND MOLOSSER, SCHWEIZER SENNENHUNDE


    Pinscher und Schnauzer gibt es in unterschiedlichen Größen, zu ihnen gehören beispielsweise die beeindruckenden Dobermänner und Riesenschnauzer. Diese wurden als Arbeitshunde und als "Bodyguards" und "Türsteher" gezüchtet. Aber auch die kleinen Zwergschnauzer und Zwergpinscher gehören zu dieser Sektion.

    Die Gruppe der Molosser unterteilt sich in Berghunde und in doggenartige Hunde wie die Deutsche Dogge, der Rottweiler, der Deutsche Boxer, die französische Bordeauxdogge oder die Englische Bulldoggen und Bullmastiffs, um die bekannteren zu nennen.

    Zu den Berghunden gehören Hunderassen wie der Hovawart, der Leonberger, der Neufundländer oder auch der Bernhardiner. Eine letzte Gruppe bilden die Schweizer Sennenhunde, deren bekanntester Vertreter der Berner Sennenhund ist.

  3. TERRIER


    Das Wort Terrier stammt von dem lateinischen Wort "terra", das Erde bedeutet ab. Die Aufgabe der Terrier war und ist es bis heute, ihre Beute unter der Erde im Bau zu verfolgen und aus dem Bau zu treiben. Terrier sind selbstbewusst und temperamentvoll und das müssen sie auch sein, wenn sie wehrhafte Tiere wie Füchse und Dachse angreifen und aus ihrem Bau treiben sollen. Ihre Eigenständigkeit und ihr Ehrgeiz bei der Jagd werden oft als Sturheit im Alltag interpretiert. Die meisten Terrier-Arten stammen aus Großbritannien.

    Terrier gibt es in fast allen Größen und Formen: Die großen Airedale Terrier, mittelgroße Fox Terrier, starke Bullterrier wie der Staffordshire Bullterrier, drahtige Jack Russell Terrier oder kleine West Highland Terrier und winzige Yorkshire Terrier.

  4. DACHSHUNDE


    In dieser Gruppe befinden sich alle Varianten des deutschen Dackel (Dachshund) bzw. des Teckels, wie er in der Jagdsprache genannt wird.
    Der Dackel ist der kleinste und mutigste der deutschen Jagdhunde. Er ist ursprünglich - wie die Terrier - zur Jagd im Bau unter der Erde gezüchtet worden. Daher auch die charakteristisch kurzbeinige und lange Körperform. Bekannt ist der Dackel für seine Selbständigkeit und seinen Eigensinn. Dieser mutige Eigensinn, erscheint vielen im Alltag als verhaltensoriginell.
    Dackel sind zäh und auf Spaziergängen erstaunlich ausdauernd. Doch aufgrund ihrer kurzen Beine und ihres langen Rückgrats sind ihnen doch Grenzen gesetzt: Joggen, am Rad laufen, große Sprünge und Treppensteigen sind nicht für sie gemacht.
    Die Dackelzüchtungen unterscheiden jagdlich geführte Arbeitslinien sowie Begleit- und Familienhunde. Außerdem gibt es Dackel in drei unterschiedlichen Größen und hier jeweils in drei Haarvarianten.

  5. SPITZE UND HUNDE VOM URTYP


    Zu dieser Gruppe gehören insbesondere nordische Hunderassen. Schlittenhunde wie der Sibirischer Husky und der Alaskan Malamute, sind vielen bekannt.
    Unter den nordischen Jagdhunden sind die Spitze bei uns noch am bekanntesten, die Elchhunde dagegen schon weniger. Spitze kommen nicht nur im Norden vor. Europäische Spitze gibt es in unterschiedlichen Größen auch in Deutschland und Italien. Zu den asiatischen Spitzen zählen z.B. Chow Chow, Eurasier oder auch der Akita Inu.
    Noch seltener sind bei uns die nordischen Wachhunde wie Norwegischer Buhund und Finnischer Lapphund.
    Zum Urtyp gehören dagegen völlig andere Hunderassen wie Podencos, Nackthunde oder auch Pharaonenhunde.

  6. LAUFHUNDE, SCHWEISSHUNDE UND VERWANDTE RASSEN


    Zu den Laufhunden gehören eine ganze Reihe von Jagdhunden in unterschiedlichen Größen, die sehr ausdauernd die Fährten von Wild verfolgen. Hierzu zählen sehr viele Bracken-Arten aus aller Welt. Schweißhunde sind ebenfalls Jagdhunde, die die Blutfährte von verletztem Großwild, wie Elchen, Rehen oder Wildschweinen verfolgen.
    Mit den Lauf- und Schweißhunden verwandte Hunderassen sind der aus Kroatien stammende Dalmatiner und der südafrikanische Rhodesian Ridgeback.

  7. VORSTEHHUNDE


    Vorstehhunde kommen als Jagdhunde am häufigsten vor. Für sie ist eine Eigenschaft besonders charakteristisch: Das sogenannte Vorstehen, bei dem der Hund nach Aufnahme der Witterung von Wild stehen bleibt und das Wild dem Jäger anzeigt, in dem er eine Vorderpfote anhebt.
    Aus Deutschland zählen hierzu z.B. Deutsch Kurzhaar, aber auch der Weimaraner und der Pudelpointer, sowie der Kleine Münsterländer und der Große Münsterländer. Viele europäische Länder haben ihre eigenen Rassen, besonders bekannt sind bei uns die englischen Pointer und Setter.

  8. APPORTIERHUNDE, STÖBERHUNDE, WASSERHUNDE


    Apportieren bedeutet im Englischen "to retrieve". Deshalb gehören in die Gruppe der Apportierhunde die in Deutschland sehr beliebten Hunderassen Labrador Retriever und der Golden Retriever. Ihre Aufgabe ist das Bringen von geschossenem Nieder- und Federwild zu dem Jäger.
    Stöberhunde sind Jagdhunde, die das Niederwild für den Jäger im Unterholz suchen und hochjagen. Hierzu gehören viele Spaniel-Rassen wie der Cocker Spaniel und auch der Deutsche Wachtelhund.
    Wasserhunde arbeiten wiederum mit Fischern und Jägern gemeinsam im Wasser und apportieren z.B. Fisch oder Wild aus dem Wasser. Auch hierzu zählen Spaniel-Rassen und z.B. der bekannte Portugiesischer Wasserhund der Obamas.

  9. GESELLSCHAFTS- UND BEGLEITHUNDE


    Die Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde ist riesig und unterteilt sich in 11 weitere Sektionen.
    Zu ihnen gehören viele kleine Rassen und auch Toy-Hunde. So z.B. Malteser und Havaneser, Pekingesen, Mops und Chihuahua. Ebenso auch der Cavalier King Charles Spaniel, Französische Bulldoggen und Pudel.

  10. WINDHUNDE


    Windhunde sind die schlanken Sprinter unter den Jägern, die gesundes Wild auf Sicht jagen und dabei Geschwindigkeiten von über 40 km/h erreichen können. Hierzu zählen Afghanen, Saluki, Greyhounds, Whippets, das Italienische Windspiel und der Sloughi, um die bekannteren Hunderassen der Windhunde zu nennen. Noch weniger bekannt aber im Kommen sind die Silken Windsprite. Sie alle sind auf Schnelligkeit, aber nicht auf Ausdauer gezüchtet und haben häufig einen starken Jagdtrieb.

Was sagt mir die Hunderasse über den Hund und was nicht?

Die Hunderasse kann dir in jedem Fall sehr aufschlussreiche und sehr wahrscheinliche Hinweise auf die Bedürfnisse, die Charaktereigenschaften und natürlich auf das Aussehen (Größe, Gewicht, Farbe etc.) des Hundes geben. Daran kannst du relativ gut erkennen, ob die Hunderasse zu dir und deinem Leben passt. Es gibt so unterschiedliche Hunde wie die winzigen Chihuahuas bis hin zu riesigen Doggen. Doch allein vom Aussehen lässt sich nicht sagen, ob der Hund zu dir passt. Oft ist es die Geschichte der Hunderasse und ihre ursprüngliche Aufgabe, die mehr Aufschluss gibt:

  • Wird der Hund einen starken Jagdtrieb haben?
  • Benötigt der Hund viel Auslauf?
  • Neigt die Hunderasse zum Bellen?
  • Ist der Schutztrieb ausgeprägt?
  • Kann er auch mal für ein paar Stunden allein bleiben?
  • Wie hoch wird der Pflegeaufwand des Fells sein?
  • Ist der leicht zu erziehen?
  • Auf welche Krankheiten sollte ich bei dieser Hunderasse achten?

Jeder Hund ist ein Individuum und von seiner Umwelt beeinflusst

Aber natürlich ist jeder Hund ein Individuum und nicht jede Eigenschaft oder Wesensart ist vorhersehbar. Hunde werden von ihren Erfahrungen und ihrer Umwelt insbesondere in den ersten Lebenswochen und Monaten sehr stark geprägt. Das bedeutet, dass der Züchter eine sehr große Verantwortung trägt und die Welpen an viele Umweltreize früh gewöhnen sollte. Ist die Mutterhündin erfahren und sehr eindeutig in ihrer Sprache? Dann werden die Welpen bereits gelernt haben, dass sie nicht alles dürfen und wissen, was Konsequenz bedeuten kann. 

Studien haben beispielsweise gezeigt, dass Welpen, die zu früh von der Mutterhündin getrennt werden, wesentlich unausgeglichener sind. Oder dass Hündinnen, die nur Brüder hatten, mehr Testosteron besitzen und daher auch oft "männlicher" reagieren. Auch die Zuchtlinien haben einen Einfluss auf das spätere Wesen: Arbeitslinien sind meist wesentlich agiler als reine Showlinien, aber auch das lässt sich nicht einfach pauschalisieren.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass Hunde einer Rasse ausgesprochen unterschiedlich im Wesen sein können. Der Rauhaardackel Maxi meiner Mutter war ein fröhlicher und aufgeweckter Kerl, der leider eine sehr geringe Beißschwelle besaß, was ich auch zu spüren bekommen habe. Überhaupt haben mich bisher nur Dackel gebissen. Ihr zweiter Dackel Artus war dagegen eine Seele von Hund, der alle Menschen liebte und sehr verschmust war. Beide kamen übrigens aus dem Tierheim. 

Während Spike, mein Rottweiler-Schäferhund-Mix so gar nicht wachsam war und beim Türklingeln freudig wedelnd zur Haustür lief, war meine Dobermann-Rottweiler-Hündin Esta ausgesprochen territorial und wachsam. Und meine beiden Labradoodle-Mädchen sind in ihrem Wesen ebenfalls ausgesprochen unterschiedlich: Lotte war eine Musterschülerin und auf jeden Menschen und Hund gut zu sprechen, während Lilly den Spitznamen "Rabautzky" hat und temperamentvoll-territorial ist. Lilly war allerdings auch die einzige Hündin im Wurf und der erste Wurf ihrer Mutter. 

Warum es keine gute Idee ist, einen Hund nach dem Aussehen auszuwählen

Leider werden Hunde heute zu oft nach ihrem Aussehen ausgewählt. Ihre Fähigkeiten werden dabei häufig unterschätzt, missverstanden oder sind sogar unerwünscht. Ihre Bedürfnisse werden ignoriert und ihr Verhalten wird falsch verstanden. Früher war es aber genau andersherum bei den meisten Hunderassen: sie wurden nach ihren Fähigkeiten und nicht nach ihrem Aussehen selektiert.

Ein einfaches Beispiel: Kaufe ich mir einen Weimaraner, weil ich ihn so elegant und schön finde und ihn gern in der Stadt spazieren führe, so werde ich dem ursprünglichen Jagdhund einfach nicht gerecht und es kommt zu Komplikationen in der Haltung. Dies ist dem Hund gegenüber aber zutiefst ungerecht und hat nichts mit einer verantwortungsvollen Hundehaltung zu tun. Wenn ich gern lange Strecken mit meinem Hund joggen möchte, sind weder Dackel noch Podenco eine gute Wahl.

Am besten frage ich mich, welche Eigenschaften eines Hundes ich suche und welche zu mir passen.

Übrigens gilt dies auch für einen Mischling: Häufig lässt sich zumindest ansatzweise sagen, welche Rassen in ihm stecken. Man weiß zwar nicht, welche Eigenschaften sich dann primär herausbilden, hat aber die Chance, sich eine Vorstellung davon zu machen.

Trends bei Hunderassen

Schon im letzten Jahrhundert haben Filme und Serien über Hunde wie "Lassie" oder "101 Dalmatiner" die Nachfrage nach den einzelnen Hunderassen in kurzer Zeit rasant steigen lassen. Heute sind es meist die Social-Media-Kanäle der Stars mit Hunden, die Nachfragen zu einzelnen Rassen steigen lassen. Den Hunderassen damals wie heute tut dies nicht gut. Denn ist die Nachfrage größer als die Anzahl der Welpen der seriösen Züchter, werden leider viele unseriöse "Hunde-Vermehrer" auf den Plan gerufen.

Züchtungen und Käufe rein auf Aussehen und Niedlichkeit sind für die Gesundheit und auch für eine artgerechte Haltung der Hunderassen fast immer eine Herausforderung. Der Trend zu winzigen "Handtaschenhunde" wie Tea Cups oder Imperials, die häufig mehr Accessoire als Familienmitglied sind, liegt leider im Trend. Leid für Likes: Winzige Teacup-Hunde: Sehr oft sind Krankheiten und Leid damit verbunden.

Ähnlich ist es mit den ach so niedlichen kurzköpfigen Hunderassen, die leider fast zu Karrikaturen ihrer selbst gezüchtet wurden. Und auch diese Art der Übertreibung ist mit vielen gesundheitlichen Nachteilen verbunden. Denn die kurzköpfigen Hunde können oft nicht gut atmen und leiden. Man spricht heutzutage von dem Brachyzephalischen Atemnotsyndrom (BAS)

Hypoallergene Hunderassen, die keine Allergien bei Menschen auslösen sollen, liegen ebenfalls im Trend. Doch gibt es überhaupt Hunderassen für Allergiker und kann ich mit Allergie einen Hund halten? Die Fragen beantworten wir euch in dem folgenden Artikel. Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Augen auf beim Hundekauf

Deshalb heißt es heutzutage ganz besonders: Augen auf beim Hundekauf. Und lasst euch nicht von niedlichen Welpen oder tollen Versprechen zu einem Kauf überreden. Hier haben wir unsere Tipps für den Hundekauf ohne böses Erwachen

Diese Hunderassen sind besonders häufig von Qualzucht betroffen. Und leider ist Qualzucht auch bei Rassehunden häufig. Da fragt man sich wirklich: Qualzucht bei Hunden - wie ist das möglich?

Bevor ihr euch einen Hund zulegt, solltet ihr grundsätzlich einige Überlegungen anstellen. Denn der Hund ist ein neues Familienmitglied, für das ihr sein Leben lang die Verantwortung übernehmt. Deshalb sind ein paar Gedanken vor der Hundehaltung: Passt ein Hund zu mir? sehr sinnvoll. Danach stellt sich die Frage: Welcher Hund passt zu mir?

 

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