Wolfsspitz (Keeshond)

Anhänglicher, agiler und aufmerksamer Begleiter mit wenig Jagdtrieb

Wunderschöner Wolfsspitz mit wachem Blick
Wunderschöner Wolfsspitz mit wachem Blick
Wolfsspitze sind sehr ursprünglich und haben aufgrund ihres wunderschönen, dichten silbergrauen Haarkleids mit dem dunklen Fang eine gewisse Ähnlichkeit mit Wölfen. Obgleich sie nur mittelgroß sind, wirken sie aufgrund ihres Selbstbewusstseins und ihrer wunderschönen Haarpracht sehr viel eindrucksvoller. Wolfsspitze sind sehr wachsam und können eigenwillig sein, doch lassen sie sich aufgrund ihrer Anhänglichkeit und Klugheit recht gut lenken und erziehen. Obgleich sie sehr aktiv, sportlich und robust sind, strahlen sie gleichzeitig Gelassenheit aus. Wolfsspitze gehen eine sehr enge Beziehung mit ihren Menschen ein und sehen alle Lebewesen des Haushaltes als ihr Team an. Wer einen Wolfsspitz versteht und artgerecht behandelt hat einen fantastischen Begleiter und Familienhund in allen Lebenslagen.

Steckbrief Wolfsspitz (Keeshond)

Größe
43,0 - 55,0 cm
Gewicht
16,0 - 25,0 kg
Lebenserwartung
12 - 15 Jahre
Verwendung
Begleit- und Familienhund
Herkunft
Deutschland
Fell
Schönes, mittellanges Haarkleid mit dichter Unterwolle
Wesen
Wachsam, gelehrig, anhänglich, klug, kaum Jagdtrieb

Top Facts

  • Sehr wachsam und aufmerksam = kann zum Kläffer mutieren, wenn er nicht gut erzogen wird
  • Sehr menschenbezogen = Alleinsein muss geübt werden, guter Familienhund
  • Möchte gefallen, intelligent = lässt sich mit Konsequenz und Geduld gut erziehen
  • Langes, dichtes Haarkleid benötigt regelmäßige Pflege
  • Sportlich, robust und gesund = Liebt Natur und mag Hundesport, kein Marathonläufer
  • Sehr geringer Jagdinstinkt bei artgerechter Beschäftigung

Charakter

Wachsam, gelehrig, eigenwillig und liebt seine Menschen

Laut internationalem Rassestandard werden dem Wolfsspitz folgende Eigenschaften zugeschrieben: "Der Deutsche Wolfsspitz/Keeshond ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein natürliches Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Begleit- und Familienhund und zum Wächter für Haus und Hof. Er ist weder ängstlich noch aggressiv."

Lenkbare Alarmanlage

Wolfsspitze sind von Natur aus sehr wachsam und kündigen Fremde gern laut an. Ihre Stimme ist dabei erstaunlich kräftig und tief. Gern bewachen sie auch Hab und Gut ihrer Menschen und sie können dabei sehr territorial sein und leicht bellen, wenn sie etwas als bedrohlich einschätzen. Manche Spitze verteidigen gern Dinge als ihre Ressource. Hier muss der Hundehalter konsequent entgegenwirken. Die meisten Wolfsspitze ignorieren Fremde, doch manche können Fremden gegenüber aggressiv werden. Deshalb ist eine konsequente und dabei freundliche Erziehung sowie eine frühe Sozialisierung an Menschen und Umwelt bei Wolfsspitzen so wichtig.

Wolfsspitz ganz in seinem Element - hinreißend!
Spitz pass auf: Wachsamer Wolfsspitz

Der Wolfsspitz ist ein sehr intelligenter Hund, der sich eng an seine Menschen bindet und ihnen gefallen möchte. Da er eine hohe Aufmerksamkeit hat, lässt er sich leicht motivieren und es lässt sich gut mit ihm arbeiten. Nur wenn sie nicht konsequent erzogen und beschäftigt werden, können sie zum nervigen Kläffer werden. Mit Strenge und Zwang wird man beim Wolfsspitz allerdings zu keinem guten Ergebnis kommen. 

Stur oder selbständig?

Der Wolfsspitz entscheidet gern selbst und ist sehr selbstbewusst. Zwang und fehlendes Vertrauen können ihn sehr schwierig machen. Mit Geduld und Toleranz, Liebe und Konsequenz wird auch der Wolfsspitz zum tollen Begleiter.

Gute Familienhunde

Die Anhänglichkeit und Menschenbezogenheit liegen dem Wolfsspitz im Blut, waren seine Vorfahren doch über Jahrhunderte die ersten Haushunde. Gut erzogen wird der Wolfsspitz daher keine unerwünschten Eigenschaften zeigen. Wolfsspitze sind sehr ruhig und freundlich in ihrer Familie und daher als Familienhunde sehr gut geeignet.

Bühnenreif: Gelehrig, intelligent und möchten gefallen

Wolfsspitze können sehr gelehrig Kunststücke lernen und freuen sich über die Aufmerksamkeit bei Aufführungen. Viele von ihnen spielen ein Leben lang sehr gern und können mit ihren Menschen sehr viel Spaß haben.

 

Intelligenz

Wolfsspitze sind sehr intelligent und können beispielsweise leicht Kunststücke erlernen, wenn ihr sie ihnen freundlich beibringt. 

Aufmerksamkeit

Der Wolfsspitz ist sehr aufmerksam und beobachtet ständig seine Umgebung und freut sich über gemeinsame Aktivitäten mit seinen Menschen. Er liebt erhöhte Plätze, von denen aus er die Lage beobachten kann. 

Energie

Wolfsspitze bewegen sich gern in der Natur und lieben Spaziergänge. Da sie kaum über einen Jagdtrieb verfügen, könnt ihr sie getrost ohne Leine laufen lassen. Sie sind robust und sportlich und erstaunlich agil und wendig. Die ausgeglichenen Wolfsspitze lieben Bewegung, sind aber keine Marathonläufer, die täglich eine starke Auslastung benötigen. 

Zeitaufwand

Tägliche Spaziergänge, tägliches Bürsten und möglichst viel Zeit mit dem Wolfsspitz verbringen erfordert schon täglich viel Zeit, die ihr gern mit eurem Wolfsspitz verbringen solltet. 

Training

Wolfsspitze sind sportlich und ausdauernd, lernen sehr schnell und möchten ihren Menschen gefallen. Deshalb ist es wichtig, sie sowohl körperlich als auch geistig auszulasten.

Sie sind sehr gute Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen oder auch auf kleineren Fahrradtouren. Auch zum Joggen sind sie geeignet, doch Marathonläufer sind sie wie gesagt nicht.  

Die schlauen und wachsamen Wolfsspitze sollten früh gut sozialisiert werden und ein liebevoll-konsequentes Training sollte ebenfalls mit dem Welpen begonnen werden. 

Die folgenden Hundesportarten sind für sie gut geeignet: 

Wohnungstauglichkeit

Wolfsspitze können auch in der Wohnung gehalten werden, sofern sie körperlich und geistig ausgelastet sind und nicht täglich viele Treppen steigen müssen. Viele Treppen sind auf der einen Seite nicht gut für die Gelenke und auf der anderen Seite möchtet ihr einen Hund mit 16-25Kg im Alter oder bei Krankheit nicht die Treppen tragen. Deshalb sollte eine Wohnung ebenerdig liegen oder mit einem Fahrstuhl erreichbar sein.

Da Wolfsspitze sehr wachsam sind, eignet sich ein Einfamilienhaus meist besser für sie als ein Mehrfamilienhaus mit vielen Geräuschen. Ob der Wolfsspitz bei fremden Geräuschen ständig anschlägt, ist jedoch nur von euch und eurer Erziehung und Bindung zu dem Hund abhängig. 

Treue & Ergebenheit

Wolfsspitze sind sehr anhänglich. 

Jagdtrieb

Die meisten Wolfsspitze besitzen von Natur aus so gut wie keinen Jagdtrieb, wenn sie die Nähe zu ihren Menschen haben können. Das bedeutet allerdings nicht, dass manche von ihnen nicht gerne mal Jagd auf Mäuse oder Ratten machen. Haustiere können sie dagegen sehr gut von wilden Tieren unterscheiden. 

In den 1930 bis 1960er Jahren wurde die Zucht von Wolfsspitzen sogar vom Deutschen Jagdschutzverband gefördert, da sie so wenig jagen. Sie wurden für die Landbevölkerung beispielsweise als Ersatz für wildernde und erschossene Hunde vergeben, um das Wildern von Bauernhunden zukünftig zu unterbinden. Und auch die Bauern waren von dem wachsamen Hund begeistert, den sie ohne Kette laufen lassen konnten. Allerdings mussten sie sich mit dem Hund auch beschäftigen, damit er sich nicht vollkommen vernachlässigt und gelangweilt doch eine jagdliche Tätigkeit such. 

Mit den meisten Wolfsspitzen könnt ihr also problemlos ohne Leine durch die Wälder spazieren. Doch natürlich kann es auch Ausnahmen geben. 

Alleinsein

Da Wolfsspitze sehr anhänglich und menschenbezogen sind, bleiben sie ungern allein. Die sonst so ausgeglichen wirkenden Wölfe werden oft unruhig, wenn sie ihre Menschen nicht mehr in der Nähe haben. Deshalb sollte das Alleinsein mit ihnen besonders intensiv und gleichzeitig langsam und behutsam aufgebaut werden.

Kein Hund sollte länger als 4 Stunden am Stück allein bleiben müssen. 

Bellen

Ist ein Wolfsspitz ein Kläffer? Alles eine Frage der Erziehung!

Allen Spitzen wurde lange Zeit nachgesagt, dass sie viel Bellen und "Mistbeller" wären. Dies ist auf die hohe Wachsamkeit der früheren Hof- und Fuhrwerkspitze zurück zu führen, die gehalten wurden, um Hab und Gut zu bewachen. Sie sollten Laut geben, wenn sich Fremde näherten. Und die Stimme eines Wolfsspitzes ist überraschend laut und tief. 

Doch ist dies eine Frage der Erziehung und auch der Beschäftigung mit dem Wolfsspitz. Da Wolfsspitze intelligent sind und ihren Menschen gefallen möchten, bellen sie gut erzogen nicht mehr als andere Hunde. Wenn ihr die Wachsamkeit nicht fördert und wünscht und euren Wolfsspitz körperlich und geistig auslastet, wird er definitiv nicht zum Kläffer werden. 

Wachsamkeit

Wolfsspitze sind wie alle Spitze ausgesprochen wachsam und dies liegt ihnen im Blut. 

Beschützer

Ein Wolfsspitz ist zwar nur mittelgroß, doch aufgrund seiner Wachsamkeit und seines wolfsähnlichen Aussehens kann er durchaus ein guter Beschützer sein. Doch er ist natürlich kein Schutzhund im eigentlichen Sinne. 

Verträglich mit Hunden

Die meisten Wolfsspitze verstehen sich sehr gut mit anderen Hunden. Sie neigen nicht zu Raufereien und sind auch keine Angsthasen. Selbstbewusst, ruhig und freundlich treten sie anderen Hunden gegenüber, sofern sie gut sozialisiert wurden. 

Verträglich mit Tieren

Wolfsspitze können andere Tiere im Haushalt sehr gut akzeptieren. Da sie über einen geringen Jagdtrieb verfügen, sehen sie andere Tierarten wie beispielsweise Katzen meistens nicht als Beute an. Grundvoraussetzung dafür ist eine frühe Sozialisierung und Gewöhnung an andere Tiere im Haus. Denn Mäuse oder Ratten werden von manchem Wolfsspitz, der die Gelegenheit dazu hat, gern gejagt. 

Kinderfreundlich

Wolfsspitze sind sehr loyal und freundlich gegenüber ihrer Familie und sind sehr geduldig mit Kindern. Eine Grundvoraussetzung ist, dass die Kinder einen artgerechten Umgang mit Hunden gelernt haben. 

Kleine Kinder sollten grundsätzlich nicht mit Hunden allein gelassen werden. 

Verträglich mit Fremden

Wolfsspitze sind sehr wachsam und können daher Fremden gegenüber sehr reserviert sein. Dies ist häufig eine Frage der Sozialisierung und Erziehung. Wenn der Wolfsspitz kein Grundstück zu bewachen hat und häufig fremden Menschen begegnet, so kann er ihnen durchaus auch sehr freundlich gegenüber treten. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Robuste und gesunde Wolfsspitze

Wolfsspitze sind sehr robust und haben wenig Veranlagungen für Krankheiten und werden zwischen 12 bis 15 Jahr alt. Doch da die Zuchtbasis relativ klein ist, gibt es auch ein paar Krankheiten, auf die ihr beim Kauf eines Wolfsspitzes achten solltet.

Zwei Prachtexemplare: Wolfsspitz-Pärchen
Eigentlich nicht ganz sein Element: Wolfsspitz am Strand
Wolfsspitz mit ausgeprägter Mähne

Robustheit

Wolfsspitze sind sehr robuste Hunde, die sehr ausdauernd sein können und denen schlechtes Wetter nichts anhaben kann. 

Krankheiten

Grundsätzlich solltet ihr auch beim Wolfsspitz, wie bei allen anderen Hunderassen auf gesunde Gelenke achten. Seriöse Züchter werden die Elterntiere auf die folgenden Gelenkserkrankungen getestet haben: 

Ebenso testen seriöse Züchter zuvor auf die folgenden Augenerkrankungen: 

Weitere Erkrankungen, die bei Wolfsspitzen zwar selten, aber etwas häufiger als bei anderen Hunderassen vorkommen können: 

  • Diabetes mellitus
  • Epilepsie
  • Hormonell bedingte Dermatitis
  • Erblich bedingte Herzerkrankungen wie Persistierender Ductus Arteriosus (PDA) 

Wo kaufe ich am besten einen gesunden Wolfsspitz?

Wolfsspitze sind zwar nicht vom Aussterben bedroht wie die Groß- und Mittelspitze, doch sie sind auch nicht sehr häufig anzutreffen. Der VDH führt eine Liste von kontrollierten Züchtern, die Welpen zur Verfügung haben: VDH-Züchterliste von Wolfsspitzen mit Welpen

Einem Kauf aus dem Internet von Welpen oder Hunden ist eher abzuraten, sofern sie sich nicht als Züchter ausweisen können, die dem VDH angehören. Hunde, die im Internet angeboten werden, können leider von Welpenhändlern oder von unseriösen Hobby-Züchtern stammen, die unerfahrene Käufer leicht täuschen können. 

Alternativ könnt ihr auch einmal bei der Spitz-Nothilfe reinschauen. Hier werden Wolfsspitze oder auch Spitzmischlinge vermittelt, die ein neues Zuhause suchen. 

Verträgt Hitze

Warme Temperaturen kann der Wolfsspitz ebenso wenig gut vertragen wie die meisten anderen Hunderassen. Das dichte Haarkleid sollte bei höheren Temperaturen niemals geschoren werden, da ihr damit mehr Schaden als Nutzen anrichtet. 

Wenn ihr das Haarkleid gut pflegt und regelmäßig totes Haar auskämmt und die Unterwolle luftig haltet, kommt der Wolfsspitz mit hohen Temperaturen gut zurecht. Natürlich solltet ihr ihn aber schonen und am besten morgens oder abends mit ihm herausgehen und nicht gar mittags zu Höchstleistungen antreiben. 

Verträgt Kälte

Aufgrund ihrer dichten Unterwolle können Wolfsspitze Kälte sehr gut vertragen und sind sehr unempfindlich gegenüber Regen, Nässe, Schnee und Kälte. Ein Wolfsspitz blüht bei Schnee und Kälte durchaus auf und freut sich über Spaziergänge. 

Pflege

Das schöne Haarkleid ist trotz seiner Fülle nicht so pflegeintensiv wie es aussieht. Das üppige Haarkleid benötigt aber definitiv Pflege, da es sonst verklettet und die Haut nicht mehr genug Belüftung bekommt. Es reicht in der meisten Zeit, den Wolfsspitz einmal wöchentlich sehr gründlich durchzubürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann dies jedoch etwas häufiger in der Woche notwendig werden.

Es ist sinnvoll, die Krallen regelmäßig einzukürzen und die Haare unter und an den Pfoten zu kürzen, damit sich Dreck hier nicht verfangen kann. 

Regelmäßig sollten auch die Augen und Ohren kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. 

Baden

Wolfsspitze müssen nicht regelmäßig gebadet werden. Fällig wird ein Bad, wenn sich der Wolfsspitz in etwas übel riechendem gewälzt haben sollte. Dann solltet ihr ihn mit einem mildem und rückfettenden Hundeshampoo waschen (bitte keine Shampoos für den menschlichen Bedarf verwenden, da sie Haut und Haar von Hunden austrocknen). Auch wenn das Haarkleid einmal verfilzt oder nicht mehr luftig ist, könnt ihr den Wolfsspitz baden. 

Ihr könnt ihn danach an der Luft trocknen lassen oder einen Fön verwenden. Das Haarkleid sollte beim Fönen nicht gebürstet werden. Mit dem Fön sollte das Unterfell aufgestellt werden, damit die Haut gut durchlüftet werden kann. 

Kämmen & Bürsten

Das Haarkleid des Wolfsspitzes sollte am besten einmal wöchentlich sehr gründlich durchgearbeitet werden. Damit wird nicht nur die Haut massiert und besser durchblutet, sondern das Fett der Haut gelangt ist das Fell und pflegt es.

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, das Haarkleid etwas häufiger zu bürsten, damit nicht überall Haarbüschel umherfliegen und ihr dem Wolfsspitz beim Haarwechsel helft. Praktisch ist allerdings, dass relativ viele der toten Haare im Fell verbleiben und kaum herumfliegen, sofern ihr sie rechtzeitig entfernt. Es ist wichtig, dass ihr totes Haar ausgebürstet, damit es nicht verfilzt oder zu wenig Luft an die Haut lässt. 

Zur Fellpflege eignen sich ein grobzinkiger Metallkamm, um erst einmal zu Beginn durch das Fell zu gehen. Eine Zupfbürste, eine Drahtbürste und eine Bürste aus Naturborsten sind ebenfalls sehr hilfreich. Insbesondere während des Fellwechsels können ein Unterwollrechen oder auch ein Striegel helfen, totes Unterfell auszubürsten. Mit einer Slicker-Bürste oder mit einer Drahtbürste könnt ihr danach das Deckhaar durcharbeiten und am Ende mit einer Naturborste den letzten Schliff geben. 

Züchter empfehlen, bis auf die Haut zu bürsten, damit diese gut durchlüftet wird. Ebenso empfehlen sie das Haarkleid zum Bürsten etwas mit Wasser und Fellpflege anzufeuchten (Sprühflasche), damit es nicht bricht. 

Haaren

Wolfsspitze haben ein mittellanges und sehr dichtes Haarkleid. Insbesondere während des Fellwechsels haaren sie sehr stark, doch kann dies durch regelmäßiges Bürsten in dieser Zeit gut eingedämmt werden. 

Schneiden & Trimmen

Das prächtige Haarkleid der Wolfsspitze darf nicht gekürzt oder geschnitten werden. Lediglich unter und an den Pfoten ist es sinnvoll, das Haar etwas einzukürzen. 

Wenn ihr das Haarkleid des Wolfsspitzes scheren würdet, so kann es sein, dass es nicht mehr nachwächst, der Hund unter Sonnenbränden leidet, die Unterwolle schneller als das Deckhaar wächst und es auf der einen Seite nicht mehr schön aussieht und auf der anderen Seite ständig verfilzt und gebürstet werden muss.

Lediglich bei sehr alten Hunden oder bei kastrierten Hunden, die kein schönes Fell mehr haben oder die Haare nicht mehr gut verlieren, kann ausnahmsweise eine Schur sinnvoll werden. 

Für Allergiker geeignet

Der Wolfsspitz unterliegt dem saisonalen Haarwechsel und haart zuweilen sehr stark. Er gehört nicht zu den Hunderassen, die für Allergiker besser geeignet sind. 

Wenn ihr euch trotz Hundeallergie für Hunde interessiert, gibt es Hunderassen und Tipps zum Zusammenleben mit Hund, die euch helfen können. Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Sabbern

Wolfsspitze haben eine spitze Schnauze und neigen nicht zum Sabbern. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Wolfsspitze sind ständig hungrig und neigen zu Übergewicht

Beim Wolfsspitz solltet ihr unbedingt darauf achten, sie nicht zu überfüttern, denn er ist im Grunde immer hungrig. 

Wie bei allen Hunden bekommt auch dem Wolfsspitz eine abwechslungsreiche und artgerechte Kost am besten. Sie sollte zu einem Großteil Fleisch enthalten. Da Wolfsspitze so hungrig sind, ist Trockenfutter eher nicht geeignet, da es im Verhältnis wenig Volumen hat und schnell verputzt ist. BARF bekommt den meisten Wolfsspitzen sehr gut.

Im Falle einer vorliegenden Epilepsie kann eine Ernährungsumstellung auf eine ketogene Diät ohne Kohlenhydrate und mit hochwertigen Fetten sehr hilfreich sein.

Verfressenheit

Fast alle Wolfsspitze haben das Problem, dass sie nie satt sind und am liebsten ständig Fressen würden. Daher gilt ihre Aufmerksamkeit auch gern der Küche und allen Nahrungsmitteln. Wahrscheinlich lag die Witwe Bolte von Wilhelm Busch gar nicht so verkehrt, als sie ihren Spitz verdächtigte, dass er die gebratenen Hähnchen geklaut haben sollte, auch wenn in diesem Fall Max und Moritz Schuld waren. 

Leider sieht man beim Wolfsspitz durch das dichte und abstehende Fell nicht sofort, ob er das richtige Gewicht hat. Deshalb solltet ihr unbedingt darauf achten und ihn am besten regelmäßig wiegen, um schnell bei einer Gewichtszunahme gegensteuern zu können. Denn Übergewicht ist schädlich für die Gesundheit. 

Aussehen

Dichtes wolfsähnliches Haarkleid, buschige Rute über dem Rücken

Der Wolfsspitz ist mit einer Höhe von 43-55cm und einem Gewicht von ca. 16-25Kg ein mittelgroßer Hund und der größte der Deutschen Spitze. Er besitzt wie alle Spitze ein sehr prächtiges und dichtes, mittellanges Haarkleid. Der Wolfsspitz kommt nur in einer graugewolkten Farbe vor, wie hm ein wolfsähnliches Aussehen gibt. Eine sehr stark behaarte Rute wird anmutig über dem Rücken getragen. 

Das Gesicht sieht mit seiner spitzen Schnauze, den wachen dunklen Augen und den kleinen Stehohren sehr fuchsähnlich aus. Der Körperbau des Wolfsspitzes ist fast quadratisch, da er ebenso hoch wie lang ist. 

Älterer Wolfsspitz

Augenfarbe

Der Wolfsspitz hat dunkle Augen und schwarz pigmentierte Augenlider.

Fell

Das Haarkleid der Wolfsspitze ist ein doppeltes Haarkleid mit einem abstehenden, festen und langen Deckhaar und einer dichten, watteartigen Unterwolle. Lediglich der Kopf, die Ohren und die Vorderseite der Beine sind kurz behaart, der Rest ist mit langen Haaren ausgestattet. Insbesondere der Hals und die Schultern tragen eine dichte Mähne. 

Farbe

Den Wolfsspitz (Keeshond) gibt es ausschließlich graugewolkt: Sein Mittellanges Deckhaar ist Silbergrau mit schwarzen Haarspitzen. Um das Maul und um die Ohren ist das Haarkleid dabei dunkler. Um die Augen hat es eine typische Zeichnung mit einer schwarzen Linie, die schräg vom äußeren Augenwinkel zum unteren Ohrenansatz verläuft mit ausdrucksstarken Augenbrauen. 

Die Mähne ist heller, die Beine sind silbergrau ohne schwarze Abzeichen, die Rutenspitze ist schwarz, die Unterseite der Rute und auch die hinteren Oberschenkel sind dagegen hellsilbergrau. 

Geschichte und Herkunft

Torfhunde der Steinzeit, Mistbeller des Mittelalters und niederländischen Revolutionsführern

FCI Norm

Nummer: 0

Herkunft

Deutschland

Geschichte

Ist der Torfhund Vorfahre des Wolfspitzes?

Der Zoologe K.L. Rütimeyer fand Ende des 19.Jahrhunderts in der heutigen Schweiz Überreste von Pfahlbauten der Jungsteinzeit (4.000-1.900 v. Chr. - eine Zeit, in der die Menschen vom Jäger und Sammler zu Hirten und Bauern wurden) und unter diesen fand er Knochen von Hunden, die Torfhunde genannt wurden. Diese Torfhunde könnten dem heutigen Mittelspitz in Größe und Form ähnlich gesehen haben, doch bei weiteren Forschungen stellte sich heraus, dass es auch viele unterschiedliche Hundearten zu dieser Zeit gegeben haben muss. Der Torfhund der Jungsteinzeit wird zwar gern als Vorfahr der heutigen Spitze genannt, doch wissenschaftlich belegen lässt sich dies nicht.

Ungeklärt ist auch, ob die Spitze von den nordischen Hunderassen abstammen und danach erst nach Mitteleuropa und Deutschland kamen oder ob es vielleicht andersherum gewesen sein könnte. Während die nordischen Spitze schon immer als Jagdhunde eingesetzt wurden, waren die mitteleuropäischen Spitze nie zur Jagd eingesetzt worden, sondern wurden als Wachhunde gehalten. 

Älteste Haushunde Europas bereits in der Antike

Als gesichert gilt, dass die Vorfahren der Spitze zu den ältesten Haushunden gehören, die in ganz Europa von Menschen gehalten wurden. Bereits im antiken Griechenland und im Römischen Reich gibt es Abbildungen, die Hunde zeigen, die dem Spitz sehr ähnlich sehen. Sie alle haben mit dem Spitz beispielsweise die kleinen Stehohren, die Form, die Haarlänge und die keck über dem Rücken getragene Kringelrute gemeinsam. 

Spitz pass auf: Mistbeller des Mittelalters

Im Mittelalter waren spitzähnliche Hunde insbesondere als Wachhunde der Bauern bekannt und als "Mistbeller" verschrien. Dabei taten sie nur ihren Job und warnten vor Fremden. Fast jeder Hof in Deutschland, ja sogar in Europa hatte einen Spitz als Alarmanlage. Auch in den Weinbergen war er ebenfalls ein beliebter Wächter. 

Fuhrmannshund des Nordens

Im 19.Jahrhundert war der Spitz nicht nur auf den Bauernhöfen als sehr zuverlässiger Wachhund anzutreffen, sondern auch auf den Kutschen und Fuhrwerken. Er war der Fuhrmannsspitz des Nordens und bewachte die zu transportierenden Güter zuverlässig und laut kläffend, bis die Eisenbahn diese Fuhrwerke ablöste. Auch soll er Mäuse und Ratten in den Ställen gefangen haben.

Spitz oder Schäferhund?

Der Unterschied zwischen Schäferhunden und Spitzen wurde in früheren Zeiten nicht so genau genommen und insofern spricht man auch von Hütespitzen, die wahrscheinlich eher Vorfahren der heutigen Schäferhunden zuzuordnen sind. Bevor der Verein für Deutsche Spitze gegründet wurde, wurden Spitze gemeinsam mit Schäferhunden in einem Verein betreut. 

Pommernspitz

Seitdem 18.Jahrhundert waren Spitze - insbesondere kleine weiße Spitze - in Pommern beliebt. Von hier eroberten sie andere Ländern wie beispielsweise England und auch Amerika. 

Wolfsspitz oder Keeshond?

Wo genau der Name Spitz herstammt, ist nicht geklärt. Eine wahrscheinliche Erklärung liefern die spitzen Ohren und Die spitze Schnauze als Namensgeber.

Der Name "Spitz" taucht jedenfalls bereits gegen Ende des Mittelalters auf. Nämlich in einer Hausordnung des Eberhard zu Sayn (1425-1495), der Graf von Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen gewesen ist. Allerdings wurde "Spitzhund" damals wohl als Schimpfwort verwendet und der von den Hunden begeisterte Graf verbot seinen Untertanen, sich gegenseitig mit "Spitzhund" zu beschimpfen.

Den Zusatz "Wolf" erhielt der Wolfsspitz ganz offensichtlich von seiner graugewölkten Farbe, die der Fellfarbe des Wolfes ähnelt.

Keeshond: Wolfsspitz gegen Mops

In den Niederlanden hatte der Wolfsspitz einen anderen Namen erhalten. Ein berühmter Wolfsspitz-Halter war der niederländische Politiker Cornelis de Gijselaar (1751-1815), auch Gyzelar geschrieben, der die niederländische Volkspartei und eine Revolution gegen die königstreuen Oranier anführte. Cornelis de Gijselaar wurde auch "Kees" genannt und hatte einen Wolfsspitz als treuen Begleiter. Da war es naheliegend, dass dieser Hund der "Hund von Kees", also "Keeshond" genannt wurde. Während die Patrioten den Keeshond als Maskottchen hatten, trugen die Oranier einen orangefarbenen Mops als Symbol. 

Nach England kamen die Wolfsspitze im frühen 20.Jahrhundert und auch hier wurden sie Keeshond genannt, wie auch in den USA und in Skandinavien. 

1997 wurden die Zuchtstandards der Spitze in der Form angepasst, dass der niederländische Keeshond aufgrund seiner starken Ähnlichkeit keine eigenständige Rasse wurde. Das tut dem Genpool der Wolfsspitze sicherlich gut, denn weltweit werden Hunde aus beispielsweise Nordamerika, Dänemark, den Niederlanden und Deutschland und der Schweiz eingekreuzt und der Genpool damit vergrößert. 

Während der Weltkriege sanken die Zahlen, doch nach dem zweiten Weltkrieg stiegen insbesondere die Zahlen der Wolfsspitze wieder gut an. Die Population ist zwar beim Wolfsspitz nicht riesig, aber nicht so gefährdet, wie beispielsweise beim Groß- und Mittelspitz. 

Meilensteine in der Zucht des Wolfspitzes (Keeshond)

  • 1899 Gründung des Vereins für Deutsche Spitze in Elberfeld (insgesamt existierten mehrere Vereine)
  • 1900 erste Rassekennzeichen festgelegt
  • 1910 Vereinigung der beiden größten Klubs zum "Klub für Deutsche Spitze"
  • 1930 wurde der erste Keeshond in den USA im American Kennel Club registriert
  • 1935 wurde der erste "Keeshound Club of America" gegründet
  • 1997 Anpassung des Zuchtstandards, der niederländische Keeshond wurde aufgrund seiner starken Ähnlichkeit keine eigenständige Rasse. 

Wolfsspitz (Keeshond) im Überblick

Auflagen

Es gibt keine rassespezifischen Auflagen zur Haltung von Wolfsspitzen in Deurschland, Österreich oder der Schweiz. 

Gib uns Pfoten:

Schreibe uns:

Fünf Deutsche Spitze und der Eurasier

Deutscher Großspitz

Anhänglicher und wachsamer Begleit- und Familienhund mit wenig Jagdtrieb

Deutscher Kleinspitz

Gesunder, anhänglicher und aufmerksamer kleiner Begleit- und Familienhund

Deutscher Mittelspitz

Sehr anhänglicher, agiler und wachsamer kleiner Begleiter

Eurasier

Selbstbewusster, gelassener und sportlicher Begleiter und Familienhund

Wolfsspitz (Keeshond)

Anhänglicher, agiler und aufmerksamer Begleiter mit wenig Jagdtrieb

Zwergspitz (Pomeranian)

Kleine Hunde mit niedlichem Fuchsgesicht und dichtem Fell

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: DeutschlandGreat BritainUnited StatesPolska
Copyright © 2023 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Über uns - Impressum - Datenschutz