Zwergspitz in Aktion

Zwergspitz (Pomeranian)

Kleine Hunde mit niedlichem Fuchsgesicht und dichtem Fell

Zwergspitze (Pomeranians) sind sehr kleine Hunde mit einem auffallend dichten und langen Fell. Ihr geradezu lachendes kleines Fuchsgesicht und die lebhafte Persönlichkeit machen sie zu eine der beliebtesten Toy-Rassen weltweit. Schon im 18. Jahrhundert waren Poms in England bei britischen Royals sehr beliebt und wurden dort immer kleiner gezüchtet. Sie gelten als die idealen Begleiter, die immer bei ihren Menschen bleiben möchten und dabei verspielt, gelehrig und sehr aktiv sind. Leider bleiben sie auch nicht gern allein. Zwergspitze können sehr wachsam sein und melden Fremde und Ungewöhnliches gern lauthals. Da immer kleinere Zuchten schwere gesundheitliche Probleme bekommen, ist es empfehlenswert, auf möglichst große und gesunde Elterntiere zu achten oder am besten gleich den gesünderen und nur wenig größeren Kleinspitz zu wählen.

Top Facts

  • Pomeranian = Der kleine Hund mit dem niedlichem Fuchsgesicht
  • Süßes Fellknäuel = Haart sehr stark, benötigt Fellpflege
  • Hohes Energie-Level = benötigt mehr Auslauf als man denkt
  • Lebhaft , schlau und gelehrig = Trainiere mit mir!
  • Sehr anhänglich und wachsam = Bleibt ungern allein, bellt gern
  • Verzwergung und Überzüchtung führen zu vielen Krankheiten

Steckbrief Zwergspitz (Pomeranian)

Größe
18,0 - 24,0 cm
Gewicht
2,0 - 3,0 kg
Lebenserwartung
11 - 12 Jahre
Verwendung
Begleit- und Familienhund
Herkunft
Deutschland
Fell
Sehr dichtes, langes und glattes Haarkleid
Wesen
verspielt, agil, wachsam, anhänglich

Charakter

Intelligent, agil, selbstbewusst und wachsam

Im Zuchtstandard findet man folgende Charakter-Eigenschaften beim Zwergspitz: "ufmerksam, neugierig, lebhaft und sehr anhänglich. Sie sind fröhlich und  leicht zu erziehen. Misstrauen gegenüber Fremden und fehlender Jagdtrieb machen den kleinen Pomeranian zum perfekten Begleit- und Haushund. Gleichzeitig sollen sie robust, langlebig und unempfindlich gegen Wetter sein."

Schauen wir uns doch einmal näher an, was es bedeutet, mit so einer kleinen Persönlichkeit zusammen zu leben.

Klarer Fall von Selbstüberschätzung: Sie fühlen sich wie die Großen

Die kleinen Spitze fühlen sich wie die großen Spitze und neigen zu Selbstüberschätzung. Deshalb ist bei anderen Hunden immer ein Auge auf den Kleinen zu werfen, denn entsprechend mutig verhalten sie sich gegenüber großen Hunden. Doch sind die Federgewichte nicht robust genug, mit großen Hunden zu spielen. Der American Kennel Club rät auch dazu, immer in der Nähe des Poms zu bleiben, da ihn Greifvögel auch mit Beute verwechseln könnten.

Alarmanlagen in Taschenhundformat

Zwergspitze sind sehr wachsam und können für ihre Größe erstaunlich laut werden. Daher sind sie Alarmanlagen in Taschenhundformat. Doch sind sie kleine kernige Wachhunde oder nervige Kläffer?

Fast alle Zwergspitze verfügen über einen starken Wachtrieb, der sich durch für die Größe doch erstaunlich lautes Bellen zeigen kann. Spitze haben gern alles im Blick und geben Bescheid, sobald sich ein Fremder nähert. Auch Geräusche in der Umgebung werden manchmal hingebungsvoll gemeldet. Hier sind sie sehr sensibel und haben eine geringe Reizschwelle, regen sich aber auch schnell wieder ab. Häufig sind die Lieblingsplätze der Zwergspitze die, von denen aus sie das Geschehen und das Kommen und Gehen sehr gut beobachten können. Dann sind sie auch die ersten, die Fremde melden.

Das Bewachen kann soweit gehen, dass der Kleine auch gern mal Gegenstände bewacht. Manche Ressourcen werden dann eisern verteidigt – mit Pech auch gegen seine Menschen.

Lieben ihre Menschen und sind gute Familienhunde, aber…

Die meisten Zwergspitze lieben es, den ganzen Tag bei ihren Menschen zu sein. Nach dem Spaziergang auf dem Sofa kuscheln mit Körperkontakt ist das Größte. Manche springen auch gern mit ins Bett, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Sie kuscheln für ihr Leben gern und sind dabei sehr gutmütig und treu. Doch sie sind keine Handtaschen-Hunde, die den ganzen Tag umhergetragen werden wollen.

Stressig wird es für die Kleinen, wenn sie allein bleiben sollen. Das funktioniert bei den meisten, wenn überhaupt, nur mit sehr langsam aufgebautem Training.

Ihre Familie und auch die Kinder werden heiß und innig geliebt. Doch die kleinen Hunde sind kein Spielzeug für Kinder. Die Kinder sollten nicht zu klein sein und den Umgang mit Hunden gelernt haben. Fremde Kinder, die zu Besuch kommen, können den Kleinen stressen, denn er ist von Natur aus sehr misstrauisch gegenüber Fremden.

Erstaunlich sportliche und vielseitige kleine Hunde

Zwergspitze sind ausgesprochen aktive, verspielte und intelligente kleine Hunde, die fast immer in Bewegung sind und eine spannende Beschäftigung haben wollen. Aufgrund ihrer Persönlichkeit benötigen sie eine konsequente Erziehung, um nicht zur bellenden Nervensäge zu mutieren. Auch wenn sie unter den kleinen Hunderassen noch zu den Kleinen gehören, so sind Poms doch "ganze" Hunde und sollten entsprechend artgerecht (und nicht als Spielzeug oder Trend-Accessoire) erzogen und beschäftigt werden.

Kleine Clowns und verspielte Artisten

Zwergspitze bzw. Pomeranians sind intelligent, gelehrig, sportlich und fast immer zu einem Spiel aufgelegt. Die meisten bleiben ihr Leben lang verspielt und freuen sich, wenn du mit ihnen spielst.

Sie lernen sehr gern kleine Tricks und Kunststücke. Auch Agility für kleine Hunde und DogDancing kann mit ihnen sehr viel Spaß bringen. Da sie keinen Jagdtrieb haben, sind häufig auch Nasenarbeit für sie keine gute Aufgabe. Manche apportieren gern, andere stellen sich da aber ganz stur. In jedem Fall ist der Zwerg leicht zum Training zu motivieren. 

Lesetipp für alle, die sich für Spitze und ihre Haltung interessieren: Spitze sind spitze (Kynos-Verlag) * - mit sehr vielen Infos zu Haltung, Erziehung, Wesen, Ernährung und Geschichte der Spitze.

Intelligenz

Zwergspitze und Pomeranians sind intelligent und sehr aufgeweckt.

Aufmerksamkeit

Pomeranians bzw. Zwergspitze sind sehr gelehrig und aufmerksam. Allerdings sind sie auch sehr selbständig und selbstbewusst, was manche dann als stur bewerten.

Energie

Auch wenn sie sehr klein sind: Poms haben einen starken Bewegungsdrang und ein sehr hohes Energie-Level. Sie sind keine Couch-Potatoes und möchten auch nicht den ständig auf dem Arm oder in der Tasche getragen werden. Sie kommen selten von allein zur Ruhe. Dies müssen sie durch ihren Halter erst lernen.

Zeitaufwand

Zwergspitze sind sehr anhänglich, verspielt und lebensfroh. Sie begleiten ihren Besitzer ausgesprochen gern und sind lebhaft. Da sie auch selbständig, wachsam und intelligent sind, bedeutet dies, dass sie eine Aufgabe benötigen und sehr konsequent und liebevoll erzogen werden sollten. Hundesportarten gibt es mehr als gedacht, die dem Zwerg sehr gut liegen. Man muss zwar nicht stundenlange tägliche Spaziergänge mit dem Zwergspitz unternehmen, aber er wandert durchaus gern und will beschäftigt sein. Sein langes Fell ist pflegeintensiver als bei anderen Hunderassen.

Training

Zwergspitze (Pomeranians) lernen schnell und möchten mit dem Menschen gemeinsam etwas unternehmen. Sie sind trotz gelegentlichen Eigenwillen sehr gut trainierbar. Auch Pomeranian müssen von klein auf an konsequent und liebevoll erzogen werden, um angenehme Begleiter mit guten Manieren zu werden, die nicht alles ankläffen und auch mal artig allein zuhause bleiben. 

Sie sollten als Hunde ernst genommen werden und haben für ihre Größe einen starken Bewegungsdrang, den ihr mit Spaziergängen und Wanderungen oder auch mit Hundesport befriedigen könnt.

Folgende Hundesportarten bringen Zwergspitzen (Pomeranians) Spaß und fördern ihre körperliche und gleichzeitig ihre mentale Auslastung:

  • Trick-Dogging
  • Dogdancing
  • Agility für kleine Hunde
  • Rallye Obedience
  • Obedience
  • Therapiehunde

Wohnungstauglichkeit

Aufgrund ihrer geringen Größe sind Zwergspitze (Pomeranians) sehr gut für ein Leben in der Wohnung geeignet. Es ist auch kein Problem, wenn sich die Wohnung nicht im Erdgeschoss befindet und kein Fahrstuhl zu ihr hinführt, da ihr die Zwerge gut tragen könnt. Dies ist auch als Welpe und Junghund, bei Krankheiten oder im Alter immer möglich.

Allerdings gibt es drei Punkte, die in einer Wohnung problematisch werden könnten:

  1. Manche Poms werden nicht schnell stubenrein und ein langer Weg zum nächsten Gassiplatz erschwert euch das Training für die Stubenreinheit noch. Denn da müsst ihr schnell sein.
  2. Zwergspitze bellen gern und viel - sei es aus Wachsamkeit oder aus Freude. Das kann bei den Nachbarn durchaus zu Problemen führen.
  3. Pomeranians bleiben nicht gern allein, was sie für ihre Größe recht lautstark kundtun können. Deshalb ist eine konsequente und liebevolle Erziehung ein absolutes Muss, denn ihr möchtet ja keinen dauerkläffenden Nachbarschreck als Familienmitglied.


Treue & Ergebenheit

Zwergspitze sind von je her Begleiter der Menschen und ihrem Besitzer sehr treu und ergeben. Sie möchten ihre Menschen überall hin begleiten.

Jagdtrieb

Jagdtrieb ist bei Zwergspitzen im Grunde nicht vorhanden. Natürlich kann es immer Ausnahmen geben, die gern an Mäuselöchern lauern oder hinter ihnen herlaufen, aber das sollte kaum Probleme bereiten.

Alleinsein

Zwergspitze bzw. Pomeranians sind sehr auf ihre Menschen bezogen und möchten am liebsten immer und überall dabei sein. Da sie auch recht eigenwillig sein können und ungern allein bleiben, sollte dies sehr konsequent und mit langsamen Steigerungen von Anfang an trainiert werden.

Bellen

Pomeranians und Zwergspitze sind durchaus wachsam und bellen bei vielen Gelegenheiten sehr gern. Sei es aus Wachsamkeit, aus Freude oder um die Aufmerksamkeit seiner Menschen zu erlangen. Wenn kleine Hunde wie Poms oder Zwergspitze auf dem Arm getragen werden, fühlen sie sich noch größer als sie nach ihrer Meinung ohnehin schon sind und bellen besonders gern drauf los.

Wachsamkeit

Poms sind sehr wachsam und wurden früher auch als Wachhunde verwendet.

Beschützer

Aufgrund ihres geringen Formates eignen sie sich nicht als Beschützer für ihre Besitzer.

Verträglich mit Hunden

Zwergspitze können sich gut mit Artgenossen vertragen, sofern sie von klein auf an gut sozialisiert werden. Viele von ihnen zeigen gar kein gesteigertes Interesse an anderen Hunden. Aber eben nicht alle. 

Die Kleinen überschätzen sich jedoch selbst maßlos und treten großen Hunden gegenüber selbstbewusst gegenüber. Das kann schon mal daneben gehen. Ihr solltet die kleinen Pomeranians vor ungestümen und schlecht sozialisierten Hunden schützen, die größer als sie selbst sind. Dies bedeutet nicht, dass ihr sie auf den Arm nehmen sollt, denn das wäre für die Hunde das falsche Signal, das zu Problemen in der Zukunft führen kann. Besser ist es, die anderen Hunde mit dem Körper abzublocken und deinem Hund Schutz z.B. zwischen den Beinen zu geben.

Sehr wichtig ist es für deinen Pomeranian, die Gelegenheit zu bekommen, mit anderen Hunden seiner eigenen Gewichtsklasse spielen zu können.  

Verträglich mit Tieren

Der Zwergspitz hat so gut wie keinen Jagdtrieb, war er doch lange Zeit schon Begleithund, der keinerlei jagdlichen Aufgaben hatte.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er nicht auch Interesse an Mäusen oder ähnlichen kleinen Nagern zeigen kann. Und das muss nicht immer gut für die kleineren tierischen Familienmitglieder ausgehen. Deshalb ist hier Vorsicht geboten.

Bei Katzen ist es eher der Pomeranian, der vor der Katze geschützt werden sollte. Ist die Katze aber gut sozialisiert und der Zwergspitz früh an Katzen gewöhnt, sollte es keine Probleme geben.

Kinderfreundlich

Zwergspitze (Pomeranians) sind sehr verspielt und lieben es, immer wieder neue Tricks und Spiele beigebracht zu bekommen. Aufgrund ihres freundlichen und verspielten Wesens passen sie sehr gut auch zu Kindern.

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße können sie Kleinkinder nicht umrennen. Allerdings solltet ihr darauf achten, dass die Kinder artgerecht mit dem kleinen Hund umgehen. Dafür ist es besser, wenn die Kinder schon etwas größer sind.

Der Zwergspitz ist nämlich kein Spielzeug und sollte nicht die ganze Zeit herumgetragen werden und auch mal seine Ruhe bekommen. Beim Spiel mit zu kleinen Kindern kann der kleine Hund unbeabsichtigt verletzt werden. Sofern eure Kinder liebevoll und konsequent mit den Poms umgehen, werden sie sich sehr gut vertragen.

Fazit: Der Zwergspitz (Pomeranian) ist mit Kindern verträglich, sofern diese nicht zu jung sind. 

Kinder sollten nie mit Hunden allein gelassen werden, das gilt auch für den kleinen Zwergspitz.

Verträglich mit Fremden

Die kleinen Zwergspitze sind ausgesprochen wachsam. Fremde werden daher oft lautstark angekündigt und das war auch ihr Job. Die Reizschwelle ist hier ausgesprochen niedrig und die kleinen sind sehr aufmerksam. Ihnen entgeht nichts. Fremden gegenüber können Zwergspitze (Pomeranians) zurückhaltend bis misstrauisch gegenüber reagieren. Meist dauert es etwas, bis sie auftauen.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Vorsicht vor Überzüchtung, die zu Leid und Qual führen kann

Auch wenn Spitze an sich eine recht robuste und gesunde Rasse sind, so haben Zwergspitze aufgrund ihrer großen Beliebtheit leider immer häufiger mit gesundheitlichen Problemen aufgrund von Überzüchtung zu kämpfen.

Die Beliebtheit der Poms ruft leider auch immer häufiger sehr unseriöse Welpenhändler auf den Plan, die jeder Hundeliebhaber unbedingt meiden sollte.

Deshalb ist es bei einem Pomeranian besonders wichtig, bei dem Züchter genau hinzusehen und die Zuchtstätte persönlich aufzusuchen. Bei den Pomeranians führen Kleinzüchtung, Züchtung auf Kurzköpfigkeit und ein übertrieben dichtes Haarkleid leider immer häufiger zu unnötigen Gesundheitsproblemen. Dabei könnt ihr die ganz leicht umgehen. 

Wo kann ich gesunde Zwergspitz-Welpen kaufen?

Die offiziellen Zuchtverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten Listen von Züchtern an, die ihre Zucht- und Gesundheitsauflagen erfüllen müssen. 

Anerkannte Pomeranian-Züchter in Deutschland

In Deutschland ist der Verein für Deutsche Spitze e.V. der offizielle Zuchtverband für Pomeranians im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.). Sowohl der VDH als auch der Verein für Deutsche Spitze e.V. führen Listen ihrer Pomeranian-Züchter: 

Anerkannte Pomeranian-Züchter in der Schweiz

Anerkannte Pomeranian-Züchter in Österreich

Leider bieten selbst zertifizierte Züchter manchmal Qualzuchten an. Sie züchten aufgrund der Nachfrage auf klein, extrem niedlich und langhaarig. Deshalb achtet auf die Größe der Elterntiere. Diese sollten beide mindestens ein Gewicht von 2 Kg, besser aber noch von 2,5 Kg haben und möglichst über 22cm groß sein.

Lese-Tipp: Augen auf beim Hundekauf: Tipps für den Hundekauf ohne böses Erwachen. Kauft niemals einen Hund direkt über das Internet oder über die sozialen Medien, ohne die Elterntiere und ihre Gesundheitszeugnisse zu sehen. Schaut euch an, wie groß die Elterntiere sind und welche Gesundheitstests und Gentests mit ihnen gemacht wurden. Keine? Dann Finger weg!

Kleinspitze sind gesünder

Da Kleinspitze nicht viel größer als Zwergspitze sind, dabei aber wesentlich gesünder und robuster sind, ist es im Grunde die beste Entscheidung, sich einen Kleinspitz aus einer seriösen und gesunden Zucht als zukünftiges Familienmitglied auszusuchen und keinen kleinen und anfälligen Zwergspitz.

Leid für Likes: Unter 2-2,5 Kg ist ungesund

Euer Zwergspitz sollte ausgewachsen möglichst nicht unter 22cm und unter 2,5kg liegen – darunter beginnen für die kleinen Hunde Krankheit und Leid, aufgrund von Zwergzüchtung. Nach Zuchtstandard sollte er keine Verzwergungsmerkmale zeigen, das ist aber leider häufig trotzdem der Fall. 

Doch die Nachfrage nach immer "niedlicheren" und immer kleineren Zwergspitzen wird sowohl von gewissenlosen Vermehrern als auch teilweise von Züchtern immer mehr bedient. Und das auf Kosten der Gesundheit der Hunde. Die Verzwergung bringt nicht nur immer kleinere Hunde mit einem immer längeren und dichteren Haarkleid, sondern auch solche, die dem niedlichen Kindchenschema immer mehr entsprechen: der Kopf wird runder, die Augen werden größer und die Schnauze wird immer kürzer, das Fell wird dichter und flauschiger.

Die Folgen von  Zwerg-Zuchten für den Pomeranian

Je kleiner die Hunde sind, desto häufiger leiden sie unter gesundheitlichen Problemen auf ganzer Linie. Nicht nur, dass die kleinsten häufig die schwächsten Hunde sind, auch wird der Genpool immer kleiner, so dass mit Gendefekten zu rechnen ist. Generell kämpfen sie mit folgenden Erkrankungen und Problemen:

  • Oftmals funktionieren die Organe und insbesondere der Magen-/Darmtrakt nicht mehr ordentlich, denn er ist im Verhältnis stark verkürzt.
  • Das Nervensystem erkrankt und es kommt zu einem Dauerzittern.
  • Die Augäpfel treten hervor und verletzen sich leicht. Wenn es ganz extrem ist, können sie sogar aus dem Kopf fallen.
  • Auch der Knochenaufbau funktioniert nicht sauber, es entstehen Gelenksprobleme und Schmerzen.
  • Die Zähne passen nicht mehr in das kleine Maul und es kommt zu starken Fehlstellungen.
  • Eine zu starke Kurzköpfigkeit wie beim Mops führt zu schweren Atemproblemen, die weitere Krankheiten nach sich ziehen. Dabei haben Spitze eigentlich gar keine kurze Schnauze.
  • In Verbindung mit noch mehr Fell, sind Poms schnell anfällig für einen Hitzschlag und leiden bereits bei normalen sommerlichen Temperaturen. Es wäre so, als würde man euch im Sommer in einen Ski-Anzug stecken und dabei die Nase zu halten und eine Maske aufsetzen. Keine schöne Vorstellung.

Dies sind nur einige Beispiele und alles sehr traurige Merkmale von Qualzuchten. Fazit: sucht euch einen guten Züchter, der auf Gesundheit Wert legt und nicht nur auf klein und niedlich züchtet, um viel Geld zu verdienen. 

Größen- und Gewichtstandards variieren länderspezifisch in der offiziellen Zucht:

  • In den USA liegt der Standard nur noch zwischen 1,3-3,1 kg und die Größe ist nicht definiert, liegt aber häufig bei 15-18cm, was aus gesundheitlicher Sicht absolut unverantwortlich ist.
  • In England liegt das Standard-Gewicht für Rüden zwischen 1,8-2 Kg und bei Hündinnen zwischen 2-2,5 Kg und die Größe ist nicht definiert. 
  • In der FCI und im VDH (Deutschland) liegt die Größe zwischen 18-24 cm und das Gewicht ist nicht definiert.

Robustheit

Zwergspitze sind für ihre Größe erstaunlich robust, sofern sie nicht zu klein, zu kurzköpfig oder mit zu dichtem Haarkleid gezüchtet wurden.

Krankheiten

Krankheiten, die häufiger bei Zwergspitzen auftreten

Diese Krankheiten treten bei Zwergspitzen häufiger als bei anderen Hunden auf. Seriöse Züchter lassen ihre Zwergspitze auf die folgenden Krankheiten testen und zeigen euch die Gesundheitszeugnisse gern:  

  • Kniescheibenverrenkung (Patella Luxation)
  • Herzschwächen und Herzerkrankungen
  • Augenerkrankungen: 
  • Degenerative Myelopathie (Degeneration der Nerven, die zu Lähmungen im Alter führen können)
  • Maligne Hyperthermie (Fehlfunktion der Muskeln nach Gabe von Narkosen)
  • Hyperurikosurie (HUU) und Uratsteine (genetisch bedingte Veränderung im Purinstoffwechsel)
  • Vitamin D abhängige Rachitis (genetischer Defekt der Vitamin-D-Aufnahme führt zu Störung der Aufnahme von Kalzium, was im Wachstum zu Fehlbildungen führen kann)
  • Gallenblasenmukozelen (kann bei älteren Zwergspitzen zu einer Entzündung und zum Reißen der Gallenblase führen) 

Krankheiten bei zu kleinen Zwergspitzen: 

 

Brachyzepahlie (Kurzköpfigkeit)

Je kleiner die Hunde gezüchtet werden, desto runder werden ihre Köpfe und desto kürzer werden ihre Schnauzen. Dies führt zu mehreren Krankheitsbildern: 

Verzwergung (Qualzucht)

Neben dem verkürztem Kopf kommen diverse Krankheitssymptome der Nerven, Knochen, des Verdauungstrakts und aller Organe bei zu kleinen Zwergspitzen hinzu. Oft können sie Temperaturen nicht ausgleichen und unterzuckern gefährlich schnell. 

Weitere Erkrankungen, die bei Zwergspitzen etwas häufiger als bei anderen Hunderassen vorkommen: 

  • Hypothyreose (Schilddrüsen-Unterfunktion)
  • Tracheal-Kollaps (Luftröhren-Kollaps)
  • Epilepsie
  • Alopecia X ("Black Skin Disease": Haarausfall aufgrund von hormonellen Problemen)

Verträgt Hitze

Zwergspitze (Pomeranians) vertragen Hitze sehr schlecht und können sehr schnell einen Hitzschlag erleiden. Deshalb solltet ihr sie niemals großer Hitze aussetzen und insbesondere bei hohen Temperaturen keine sportlichen Leistungen von ihnen erwarten.

 

Verträgt Kälte

Zwergspitze (Pomeranians) können Kälte sehr gut vertragen, sollten ihr aber aufgrund ihrer geringen Körpergröße nicht zu lange ausgesetzt sein, wenn sie sich nicht bewegen. Denn die kleinen Tiere können dann schnell auskühlen.

Pflege

Die Pflege des Zwergspitzes (Pomeranians) bezieht sich insbesondere auf das lange dichte Fell, das sehr schnell verfilzen kann und oft gebürstet und bei Bedarf auch in Form geschnitten werden muss.

Es empfiehlt sich, regelmäßig (alle 8-12 Wochen) einen professionellen Hundefriseur aufzusuchen. Ohren, Augen und Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Poms sind auch für Zahnstein und schlechte Zähne anfällig und diese sollten ebenfalls kontrolliert und gepflegt werden.

Baden

Wie bei allen Hunden gehört Baden eigentlich eher im Notfall zu den Pflegeprozeduren des Pomeranians, aber aufgrund des langen Fells kann es einfach sinnvoll sein, dies regelmäßig auch zu tun, insbesondere, wenn es zu stinken beginnt.

Kämmen & Bürsten

Zwergspitze (Pomeranians) sollten am besten täglich gekämmt oder mit einer Softbürste gebürstet werden, da ihr dichtes langes Fell schnell verfilzt und dann meist nur noch abgeschnitten werden kann. Die Unterwolle sollte ebenfalls sehr regelmäßig gut ausgebürstet werden, damit alte und abgestorbene Haare entfernt werden. Danach kann der Zwergspitz mit einer Schere in Form geschnitten werden, aber er darf niemals geschoren oder getrimmt werden.

Haaren

Zwergspitze (Pomeranians) haben langes Haar und eine dichte Unterwolle. Sie neigen sehr stark zum Haaren.

Schneiden & Trimmen

Alle 8-12 Wochen kann es sinnvoll sein, mit dem Zwergspitz (Pomeranian) zum Hundefriseur zu gehen, um ihn komplett kämmen, bürsten und in Form schneiden zu lassen.

Das Scheren eines Zwergspitzes (Pomeranians) ist absolut nicht nötig, sondern schädlich! Hier erklärt eine Pomeranian-Züchterin aus meiner Sicht sehr gut, warum es so schädlich sein kann, einen Zwergspitz zu scheren

Für Allergiker geeignet

Zwergspitze haben ein sehr dichtes Haar, das dem Fellwechsel unterliegt. Deshalb sind sie keine Hunderasse, die für Allergiker besonders geeignet wäre. 

Wenn ihr euch trotz Hundeallergie für einen Hund interessiert, empfehlen wir dir diesen Artikel: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.

Sabbern

Aufgrund ihrer relativ langen Schnauze neigen Zwergspitze nicht zum Sabbern. Wird der Kopf allerdings zu kurz gezüchtet, kann ein Sabbern möglich sein.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Ausgewogen und natürlich ernähren - auf die Zähne achten

Die Ernährung des Zwergspitzes (Pomeranian) hat, wie bei allen Lebewesen, einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. Deshalb solltet ihr auf eine ausgewogene und natürliche Ernährung achten, die individuell auf das Alter, Gesundheit und Auslastung eures Poms ausgerichtet ist.

Zwergspitze neigen leider zu Zahnstein und frühem Zahnverlust. Dies lässt sich durch entsprechende Behandlung und auch Ernährung mindestens herauszögern. Bei Zahnstein empfiehlt es sich, euren Hund auf Knochen und z.B. Möhren kauen zu lassen, damit der Zahnstein sich möglichst schnell abreibt. 

Zwergspitze (Pomeranians) können sehr verfressen sein und zu Übergewicht neigen. Ihr solltet darauf achten, diesen kleinen Hund nicht zu überfüttern, denn er benötigt aufgrund seines geringen Gewichts einfach nur sehr kleine Portionen. Ihr solltet verantwortungsvoll darauf achten, dass der Hund ein gesundes Gewicht behält und dabei alle wichtigen Nährstoffe in optimaler Menge und Art zu sich nimmt. Deshalb sollten die Futtermenge und das Futter unbedingt an die Größe und an den Bewegungsgrad des Hundes angepasst werden.

Es gibt zwei Erkrankungen, die beim Zwergspitz vorkommen können und eine Änderung der Ernährung erfordern:

  • Sollte der Zwergspitz unter einer Hyperurikosurie leiden, ist eine Anpassung der Ernährung notwendig. Die Nahrung darf dann nur noch wenig Purine enthalten, was mit einer Spezialdiät aber sehr gut möglich ist. Auf Innereien sollte verzichtet werden und Fleisch zugunsten von Kohlenhydraten etwas eingeschränkt werden. Wichtig ist auch, dass der Hund möglichst viel trinkt. Am besten wendet ihr euch hierzu an einen Ernährungsberater und stellt die Nahrung eures Kleinspitzes selbst her. 
  • Bei einer Vitamin-D-abhängigen Rachitis wiederum ist es sinnvoll, dass dem Zwergspitz Vitamin D zusätzlich gegeben wird.

Verfressenheit

Auf Übergewicht achten

Zwergspitze sind häufig sehr verfressen und benötigen aufgrund ihrer geringen Größe nur wenig Futter. Leider sieht man ihnen aufgrund des üppigen Haarkleids nicht immer an, ob sie zu dünn oder zu dick sind, weshalb es sehr sinnvoll ist, sie einmal wöchentlich zu wiegen. Wird die Futtermenge nicht richtig eingeschätzt, können Pomeranians schnell übergewichtig werden, was sehr ungesund für die Hunde ist.

Aussehen

Kleine fuchsgesichtige Wollknäule

Zwergspitze sind sehr kompakte kleine kurzrückige Hunde. Sie haben ein sehr dichtes, langes und schönes Haarkleid, das aufgrund der starken Unterwolle ganz bezaubernd absteht. Zusammen mit dem niedlichen Fuchsgesicht sehen sie wie Fellknäule aus, was ihnen im englischen auch den Spitznamen "Pom Poms" einbringt.

Charakteristisch sind ebenso der fast mähnenartige Kragen und die buschige Rute, die oben auf dem Rücken getragen wird sowie die kleinen dreieckigen, spitzen und nah beieinander stehenden Ohren. Die kleine runde Nase ist dabei entweder schwarz oder dunkelbraun.

Augenfarbe

Die Augen der Zwergspitze sind dunkel

Fell

Zwergspitze (Pomeranians) sind bekannt für ihr wunderschönes, dichtes Fell. Sie besitzen ein ein langes, gerades und dabei abstehendes Deckhaar und eine eher kurze, aber sehr dichte Unterwolle. Während der Kopf samt Ohren und die Pfoten samt Vorderseite der Beine kurz und dicht bewachsen sind, ist der übrige Körper dagegen lang und stark behaart. Dabei darf das Fell niemals gewellt, gekräuselt oder zottelig sein und soll sich nach FCI nicht auf dem Rücken scheiteln. Die dichte "Löwenmähne" ist charakteristisch für die Spitze. Die Rute ist sehr buschig behaart.

Farbe

Zwergspitze dürfen laut internationalem Rassestandard (FCI) in den folgenden Farben vorkommen: 

  • Weiß (Reinweiß, eine leicht gelbliche Färbung an Ohren werden toleriert)
  • Orange (gleichmäßiges mittleres orange, Aufhellungen an Brust, Rute und Hinterbeinen werden toleriert)
  • Braun (gleichmäßig einfarbig dunkelbraun)
  • Graugewolkt (silbergrau mit schwarzen Haarspitzen, während Maul und Ohren dunkel gefärbt sind und um die Augen eine schwarze Zeichung besteht)
  • Schwarz
  • Andersfarbig
    • Creme
    • Creme-Salbe
    • Orange-Sable
    • Black-and-Tan
    • Schecken (weiße Grundfarbe und Farbflecken in einer Farbe sein)

Geschichte und Herkunft

Spitze im Miniaturformat erobern die Herzen und die Welt

FCI Norm

Nummer: 0

Herkunft

Deutschland

Geschichte

Zwergspitze sind die kleinste Varietät der Spitze, die eine offiziell von der FCI anerkannte Hunderasse sind und in Deutschland in fünf unterschiedlichen Größen zu finden sind. Der größte Vertreter ist der Wolfsspitz. Der Groß- und der Mittelspitz sind leider sehr selten geworden und vom Aussterben bedroht. Die kleinen Varietäten des Spitzes sind der Klein- und der Zwergspitz. 

Der Torfhund der Jungsteinzeit als Vorfahr der Spitze?

Die Vorfahren der Spitze gehören zu den ältesten Hundeschlägen Europas. Während Liebhaber von Spitzen gern den Spitz als direkten Nachfahren der Torfhunde aus der Jungsteinzeit sehen, gibt es dafür allerdings keine wissenschaftlichen Belege. Fest steht zwar, dass die Menschen, die vor über 5.000 Jahren in der heutigen Schweiz in Pfahlbauten gelebt haben, auch Hunde besaßen, jedoch nicht, dass diese direkte Vorfahren des heutigen Spitzes sind. Der Zoologe Karl Ludwig Rütimeyer (1825-1895), fand bei Ausgrabungen die Überreste der Pfahlbauten und die Gebeine der Menschen und Hunde. Daher erhielten diese Torfhunde den Namen "Canis familiaris palustris Rütimeyer". Da zu Beginn nur mittelgroße Hundeskelette gefunden wurden, sagte man ihnen eine Ähnlichkeit mit dem damalig in Europa vorkommenden Spitzen nach. Doch bei späteren Nachforschungen wurden auch sehr unterschiedlich große Überreste von Hunden gefunden. So gesehen könnten diese Hunde die Vorfahren vieler später europäischer Hunderassen gewesen sein. 

Spitze sind eine Form der alten europäischen Haushunde

Eines kann man den Spitzen jedoch nicht absprechen: Sie gehören definitiv zu einer sehr alten Form der europäischen Haushunde. Bereits im antiken Griechenland und alten Rom gab es Abbildungen von Hunden, die mit ihrer buschigen und auf dem Rücken getragenen Rute, den kleinen Stehohren und dem langen buschigen Haarkleid den Spitzen sehr ähneln.

Mistbeller des Mittelalters

Spitzartige Hunde wurden bereits im Mittelalter zum Bewachen von Haus und Hof gehalten. Und das taten sie mit Bravour und lauter Stimme, was sie wohl bei vielen Menschen nicht ganz so beliebt machte. 

Gegen Ende des Mittelalters taucht der Name "Spitz" bereits in der Hausordnung von Eberhard zu Sayn, Graf zu Wittgenstein (1425-1495) in Nordrhein-Westfalen auf. Der Graf soll Spitze gehalten haben und verbot seinem Gefolge, sich gegenseitig mit "Spitzhund" zu beschimpfen. 

Spitze bewachten die Bauernhöfe und die Weinberge und später begleiteten sie im Norden auch Fuhrwerke und Schiffe. Denn Spitze waren unbestechliche Wächter die wenig Jagdtrieb besaßen. 

Vom Pommerspitz in die Welt

Um 1700 gab es in Pommern sehr viele kleinere weiße Spitze. Manche Kynologen glaubten, die Spitze wären aus Skandinavien nach Pommern gekommen und stammten damit von den nordischen Spitzen ab. Es könnte aber auch andersherum gewesen sein und der Spitz entstand in Europa und kam danach erst in den Norden. Beides ist jedoch nicht belegt und wahrscheinlicher ist, dass der Spitz in Europa entstanden ist.

Die Vorgänger der Zwergspitze, die in der damaligen deutschen Provinz Pommern aus den Spitzen bereits kleiner gezüchtet wurden, waren noch viel größer als die heutigen Zwergspitze. Sie wogen wohl bis zu 14 kg, waren meist weiß und hatten weniger dichtes Fell als die heutigen Zwergspitze.

Gegen Ende des 18.Jahrhunderts und Anfang des 19.Jahrhunderts kamen die Kleinspitze von Pommern nach England. Dort wurden sie Hund aus Pommern oder eben "Pomeranian" genannt und immer kleiner gezüchtet. Der kleine Pomeranian wurde immer beliebter und eroberte von hier die USA, Japan und viele weitere Länder, insbesondere auch skandinavische Länder.  

Königliche Liebhaber der Rasse züchten sie noch kleiner

Im England des 18. und 19. Jahrhunderts erfreuten sich kleine Hunde großer Beliebtheit und zwar insbesondere beim Adel als Gesellschaftshunde. Wie kam es zu der Beliebtheit der Pomeranians? Die Großmutter der Queen Victoria, die Englische Königin Charlotte (1744-1818), welche aus Deutschland stammte, brachte zwei weiße Spitze mit in das Königshaus: "Phoebe" und "Merkur", aber aller Wahrscheinlichkeit nach, gab es die kleinen Spitze auch davor bereits in England.

Queen Victoria (1819-1902), die England über den sehr langen Zeitraum von 1837 bis 1901 regierte, liebte diese Hunderasse und brachte 1888 aus Florenz vier "Pomeranians" mit nach England. Sie stellte ihre Poms sogar aus, daher kennt man die Gewichtsklasse ihrer Hunde, die zwischen 5,5-8 kg lag. Dies war im damaligen England sehr klein und machte die Zwergspitze um so begehrter.

So wurden die Spitze in England immer beliebter und immer kleiner gezüchtet und zwar auf ein Sechstel ihrer ursprünglichen Größe. Ihr Gewicht verringerte sich von 12kg auf nur noch 2kg.

Der berühmteste Hund der Welt: Ein Pom namens Gina - 1892

Ein Pomeranian namens Gina war laut der New York Times 1892 der bekannteste Hund der Welt, denn Queen Victoria war seine verzückte Besitzerin. Sie brachte 1888 vier Pomeranians aus Florenz mit nach England, darunter "Gina", "Marco" (nach Marco Polo benannt) und zwei weitere. Natürlich wurden diese Hunde gemalt und fotografiert, ja sogar schon gefilmt. Sie besaß bis zu 35 Pomeranians, mit den sie züchtete und auf Ausstellungen ging. Bereits damals nannte Queen Victoria ihre klein gezüchteten Zwergspitze "Toy Pomeranians". Der Begriff ist also älter als man vermuten mag. Als Queen Victoria 1901 starb, soll ihr Lieblingshund, der Pomeranian "Turi" bei ihr am Bett gewesen sein.

Offizielle Anerkennung der Rasse und wieso gibt es Pomeranians und Zwergspitze?

Mit der Gründung des Englischen Kennel Clubs 1873 (der der älteste und größte Zuchtverband weltweit ist und der größte Großbritanniens) wurde bereits der Zuchtstandard des Pomeranians festgelegt. 1898 wurde der erste Pomeranian auch in den USA beim American Kennel Club registriert und 1900 als eigene Hunderasse anerkannt. Auch auf dem europäischen Festland wurde parallel weiterhin an Spitzen gezüchtet. Diese waren aber größer und es gab nur einen Klein-Spitz, aber keinen Zwerg-Spitz. Dieser wurde erst 1974 durch Re-Importe aus den USA und anderen Ländern wieder nach Deutschland gebracht und hier als "Zwergspitz" anerkannt.

Immer kleiner und flauschiger auf Kosten der Gesundheit

In den USA gibt es für den Pomeranian beim American Kennel Club keine Größenvorgaben, wohl aber sehr geringe Gewichtsvorgaben von 1,3-3,1 Kg, was leider zu starken Verzwergungsmerkmalen und damit auch zu gesundheitlichen Schwachpunkten führt. Der britische Kennel Club fordert ein Gewicht von 1,8-2 Kg für Rüden und eine Gewicht von 2-2,5 Kg für Hündinnen. Die FCI legt dagegen nur die Größe von Zwergspitzen (18-24 cm) und von Kleinspitzen (24-30 cm) fest, nicht aber ihr Gewicht. Dieses sollte aber aus gesundheitlichen Gründen am besten über 2,5 Kg liegen. 

Zwei Pomeranians überleben den Untergang der Titanic

Drei Hunde haben den Untergang der Titanic im Jahre 1912 überlebt. Ein Pekingese und zwei Zwergspitze. Die Hunde gehörten Margaret Bechstein Hays und Elizabeth Jane Anne Rothschild. Beide Passagiere der Ersten Klasse.

Seitdem Mittelalter hielten echte Berühmtheiten kleine Spitze

Einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance, Michelangelo Buonarrotti (1475-1564), soll einen kleinen Spitz besessen haben, der ihn beim Malen in der Sixtinischen Kapelle begleitet haben soll – doch wirklich belegt ist das nicht.

Martin Luther (1483-1546) hatte einen Pommerschen Spitz namens Belferlein, der oft in seinen Briefen erwähnt wurde.

Der englische Naturforscher Isaac Newton (1643-1727), der die Gravitationsgesetze formulierte, hielt einen Zwergspitz namens Diamond. Angeblich soll dieser sogar in Aufregung über einen Besucher eine Kerze zu Fall gebracht haben, die wichtige Arbeiten Newtons verbrannte.

Marie Antoinette (1755-1793), eine Tochter Maria Theresias, war eine österreichische Erzherzogin, die durch Heirat erst Gattin des französischen Königs und dann für kurze Zeit nach seinem Tod Königin von Frankreich wurde. Sie soll mindestens einen pommerschen Zwergspitz, wenn nicht sogar ein ganzes Rudel besessen haben.

Zwergspitze inspirierten Künstler und Komponisten

So soll Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) eines seiner Werke seiner Zwergspitz-Hündin Pimperl gewidmet haben. Die Hündin taucht in Briefen der Familie Mozart bis ins Jahr 1784 auf. Ganz eindeutig ist nicht, ob es wirklich ein Zwergspitz war, aber es ist recht wahrscheinlich. Auch später hatte Mozart noch einen Hund namens "Gaukerl", die angeblich mit ihm gestorben sein soll.

Der polnische Komponist Frédéric Chopin (1810-1849) besaß zwar selbst keinen Pomeranian, aber seine Freundin. Er schrieb den Kleinen-Hund-Walzer (Valse des Petits Chiens) nachdem er angeblich einen verspielten Pomeranian beobachtet hatte.

Der französische Schriftsteller und Romancier Émile Zola (1840-1902) besaß einen kleinen schwarzen Pomeranian namens "Chevalier Hector Pinpin de Coq-Hardi", der aber nur Pinpin oder Monsieur Pin genannt wurde. Als Zola nach England ging, musste er den Hund bei seiner Frau in Paris lassen, doch sein kleiner Hund hat ihn stark vermisst, lag er doch sonst ständig bei ihm auf dem Schreibtisch.

Stars des 20. Und 21. Jahrhunderts lieben Pomeranians

  • Kelly Oscourne soll sechs Pomeranians besitzen.
  • Paris Hilton besitzt zwei winzige Teacup Pomeranians. Die Qualzuchten sollen ausgesprochen kostspielig gewesen sein.
  • Fran Drescher ist Halterin von zwei Pomeranians, die Chester und Esther heißen
  • Hilary Duff besitzt sogar drei Zwergspitze: Macy, Bentley und Griffin
  • David Hasselhoff ist Halter von Jenny und Killer
  • Kate Hudson hat eine Zwergspitz-Hündin namens Clara
  • Sylvester Stallone hält zwei Zwergspitze
  • Nicole Richie: Foxxy Cleopatra
  • Britney Spears: Izzy
  • Gwen Stefanie ist ebenfalls Halterin eines Zwergspitzes
  • Keanu Reeves besitzt einen Pomeranian namens Fluffy.

Der größte tierische Social Media Influencer ist ein Pomeranian – das arme Tier!

Ein Zwergspitz namens Jiff (geboren 2010) ist das Tier, das mit Abstand die meisten Follower in den sozialen Medien hat. Ende 2020 bedeutet das:

  • über 10,3 Mio Abonenten auf Instagram
  • über 21 Mio TikTok-Follower
  • 1,3 Mio Facebook-Follower

Er ist in Katy Perrys Musikvideo "Dark Horse" zu sehen. Seine Besitzer wollen anonym bleiben und vermarkten seine Bekanntheit sehr stark und er hat eine eigene Agentur. Allerdings sind all die Auftritte und Kleidungsstücke alles andere als artgerecht. Der kleine Hund hat eine extrem kurze Schnauze, weshalb man ihn wohl auch so häufig hecheln sieht. Das arme Tier hat jedoch einen geschätzten Marktwert von 1-5 Mio $. Mit Tierliebe oder gar Tierschutz hat das leider nichts zu tun und es fördert die Nachfrage nach ungesunden Hunderassen. Doch das Problem sind die Follower: Ohne ein Folgen wäre die Nachfrage nicht so groß.

Auf Facebook gab es einen Zwergspitz namens Boo, der über 16 Millionen Follower und Fans hatte.

Zwergspitz (Pomeranian) im Überblick

Zwergspitze sind kleine, agile Begleiter und kein Spielzeug

So niedlich die Zwergspitze mit ihrem Fuchsgesicht, den großen Augen und dem dichten Fell aussehen: sie sind kein Spielzeug und möchten ernst genommen werden. Die aufgeweckten und intelligenten kleinen Hunde sind sportlich und möchten dir gefallen. Eine Aufgabe und Bewegung sind für ein harmonisches Miteinander und einen glücklichen Hund einfach wichtig. Denn die Kleinen fühlen sich ganz groß und sind sehr wachsam. Zu warm darf ihre Umgebung nicht sein und ihr solltet auf eine gesunde Zucht achten, die nicht zu klein ist: Am besten über 2,5kg und über 22cm, da alle kleineren Zwergspitze zu den Qualzuchten zählen und viel Leid und Krankheit für die Hunde bedeuten. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich einen etwas größeren Kleinspitz zu holen, der wesentlich gesünder ist. 

 

Auflagen

Für die Haltung eines Zwergspitzes sind keine behördlichen Auflagen bekannt.

Zwergspitze können auch bei den meisten Fluglinien im Passagierbereich transportiert werden, da sie inklusive der Transportbox nicht mehr als der meist erlaubten 8kg erreichen.

Qualzucht: Häufig werden Zwergspitze zu klein, zu kurzköpfig und mit zu viel Fell gezüchtet - denn die sind ja sooo niedlich. Aber leider auch sooo krank! 


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