Chihuahua-Porträt: langhaarig und mit langer, gesunder Schnauze

Chihuahua

Klein, aber oho: Kleiner Hund mit großem Ego

Chihuahuas sind die kleinste Hunderasse der Welt. Die kleinen Mexikaner können stolz auf eine lange Geschichte zurückblicken. Auch wenn es nicht den offensichtlichen Anschein hat, so verfügen sie über einen mutigen, wachsamen, aufgeweckten und sehr tapferen Charakter. Chis, wie sie liebevoll genannt werden, sind vollwertige, intelligente und auch sportliche Begleiter und sollten ernst genommen werden. Zu klein gezüchtet werden sie leider todkrank, deshalb achtet auf einen verantwortungsvollen Züchter.

Top Facts

  • Kleiner Hund mit großem Ego = konsequent-liebevolle Erziehung nötig
  • Mutig und wachsam = bellen gern
  • Hohes Energie-Level = Auslauf benötigt
  • Sehr hohe Lebenserwartung
  • Intelligent und gelehrig = Hundesport oder Kopftraining erwünscht
  • Zu klein und zu kurzköpfig ist ungesund

Steckbrief Chihuahua

Größe
15,0 - 23,0 cm
Gewicht
2,0 - 3,5 kg
Lebenserwartung
14 Jahre
Verwendung
Begleithund
Herkunft
Mexiko
Fell
Kurz- oder Langhaar
Wesen
frech, mutig, intelligent

Charakter

Großer Hund in kleiner Verpackung - Toy-Hund, aber kein Spielzeug!

Schoßhunde oder Sportskanonen? Glamour-Accessoire oder ganzer Hund?

Aufgrund ihrer sehr geringen Körpergröße und ihres Glamour-Faktors in den sozialen Medien, bei Stars und in einigen Hollywood-Filmen werden Chihuahuas schnell als ideale Schoßhunde verstanden, die man den ganzen Tag herrlich in der Tasche mit sich herumtragen kann oder die den Rest der Zeit mit einem auf dem Sofa chillen.

Sicherlich sind die Mini-Wölfe verschmust und suchen die Nähe ihrer Menschen. Neugierig und klein wie sie sind, können sie auch sehr unkomplizierte Begleiter sein.  Doch in der winzigen Hülle steckt ein ganzer Hund, der für seine Größe eine sehr beachtliche Bewegungsfreude hat. Werden Chis nicht sportlich ausgelastet, können sie schnell zu schlecht gelaunten und ruhelosen Nervensägen mutieren.

Natürlich solltet ihr Rücksicht nehmen, dass es sich um kleine Hunde handelt, aber in Watte müsst ihr sie nicht packen. Spaziergänge und kleine Wanderungen unternehmen sie mit euch sehr gern. Ein Gang um den Block reicht ihnen jedenfalls nicht. 

Intelligent, möchten gefallen und lernen

Häufig haben Chihuahuas eine starke Verbundenheit zu einer Person. Diese möchten sie am liebsten ständig um sich haben und können sehr loyal und liebenswürdig sein. Ein Chi fordert sehr gern Aufmerksamkeit ein und hier gilt es, richtig zu reagieren. Gebt ihr ihm immer nach, kann er schnell zur Nervensäge werden. Auch können sie beginnen, über euch eifersüchtig zu wachen. Das klingt zunächst süß, ist es aber spätestens dann nicht, wenn sie ein anderes Familienmitglied kneifen, das sich dir nähert. Wesentlich sinnvoller ist es, ihre Intelligenz und Energie in gemeinsame Spiele und Trainingseinheiten zu lenken, die euch beiden Spaß bringen. Ich habe in Hundevereinen schon so manchen Chi gesehen, der wesentlich besser und eifriger dabei war als die großen Hunde. Sei es bei Begleithundeteams, Agility oder auch bei Tricktraining.

Gesellig: Bleiben ungern allein

Neugierig und gesellig möchten sie mit dir die Welt erkunden. Chis sind Begleithunde, die absolut nicht gern allein bleiben. Aufgrund ihres sehr handlichen Formats können sie dich auch fast überallhin begleiten, aber der Nachteil ist, dass das Alleinbleiben trainiert werden muss. Definitiv sind sie nicht dafür gemacht, tagsüber allein zu bleiben, während du im Büro bist. Das ist kein Hund, aber auch halbtags fühlt sich ein Chi damit unwohler als andere Hunde. Helfen kann ein weiterer Hund in der Familie, mit dem sich dein Chi gut versteht.

Sind Chihuahuas kleine Kläffer?

Einem Chi, dem gute Manieren beigebracht wurden, der dich akzeptiert und dir vertraut, wird immer noch wachsam sein. Denn die Kleinen sind scharfe Beobachter, die von den leisesten Geräuschen aus dem Tiefschlaf gerissen werden können. Ihnen entgeht nichts, was in ihrer Umwelt vor sich geht. Chihuahuas sind sehr wachsame kleine Hunde, die Fremde melden und ihnen gegenüber auch misstrauisch reagieren können. Auch dies ist eine Sache der Erziehung und kann abtrainiert werden. Chis, die unsicher und/oder unausgelastet sind, werden wesentlich stärker zum Bellen neigen.

Chihuhuas mit anderen Hunden

Chis sind sehr gesellige Tiere, die auch gern in einem Rudel leben. Am liebsten mit anderen kleinen Hunden, aber auch mit größeren Hunden, die vorsichtig im Umgang mit ihnen sind.

Bei früher Sozialisierung verstehen sie sich auch mit fremden Hunden gut und gehen selbstbewusst auf sie zu. Bei großen Hunden, die im Spiel sind oder einfach noch wild und unbeherrscht, solltet ihr sie zurücknehmen. Draufgängerisch werden die meisten mitmischen wollen, doch dies kann gefährlich werden. Da ihr sie vor schlechten Erfahrungen schützen möchtet, behaltet sie und die Situation im Auge. Das heißt natürlich nicht, dass ihr sie immer auf den Arm nehmen solltet, sobald ein anderer Hund in Sicht ist, denn dies ist für beide Hunde das falsche Signal und führt mit Pech zu Kläffereien. Aber ein Chi auf weitem Feld allein kann schnell mal als Beutehase von anderen Hunden verstanden werden und darauf möchte man es nicht ankommen lassen.

Ihr solltet trotz des starken Selbstbewusstseins eurer Chis nicht vergessen, dass sie nun einmal in zarten und kleinen Körpern stecken. Sie sind einfach wehrlos gegenüber Kindern und größeren Hunden, sowie Menschenmassen, die nicht auf den Boden schauen. Deshalb solltet ihr zur Sicherheit sie niemals draußen allein oder außer Sicht lassen, um sie bei Bedarf schnell in Schutz nehmen zu können.

Worauf sollte ich bei Chihuahuas besonders achten?

  • Sie sind klein, aber kein Spielzeug und auch kein Handtaschen-Accessoire
  • Sie brauchen mehr Bewegung im Freien als man denkt – dann eignen sie sich auch bestens für eine Wohnung. Kommt bitte niemals auf die Idee, dass ein Katzenklo einen Spaziergang ersetzen könnte.
  • Sie sind klein, aber bitte ernst nehmt sie so ernst wie einen großen Hund. Sie sind große Hunde, eben nur in kleiner Verpackung: Sie benötigen eine konsequent-liebevolle Erziehung, ansonsten mutieren sie zu kläffenden kleinen Diven und Napoleons, die machen, was sie möchten.
  • Sie sind wachsam und mögen nicht jeden Fremden
  • Es gibt Situationen, in denen sie vor Kindern, großen Hunden oder auch unachtsamen Menschen geschützt werden müssen
  • Sie begleiten dich gern und sind neugierig. Der Nachteil aber ist, dass sie nicht gern allein bleiben.
  • Sie spielen für ihr Leben gern und lernen auch sehr gern Tricks oder Hundesport
  • Ihr Futter muss an sie angepasst sein, da sie sehr gehaltvolle Nahrung benötigen, aber nicht überfüttert werden dürfen.
  • Manche müssen auch Ruhe lernen, denn sie sind flink, lebhaft und selbstbewusst
  • Kälte können kleine Hunde generell nicht so gut vertragen, aber solange sie in Bewegung sind, können sie Kälte ausgleichen
  • Zu klein ist ungesund für die Hunde – sucht euch einen guten Züchter, stellt ihm viele Fragen und nehmt einen Hund, der 1,5-3 kg erwachsen wiegt. Es gibt leider viele verantwortungslose Menschen, die Chi’s unter fürchterlichen Bedingungen vermehren und nur euer Geld wollen, denen gesunde und artgerecht gehaltene Hunde aber völlig egal sind.

Intelligenz

Chis sind sehr aufgeweckt, neugierig und intelligent.

Aufmerksamkeit

Chihuahuas sind häufig sehr menschenbezogen, insbesondere auf ihre Halter. Wenn diese es richtig anstellen, können sie sich der vollen Aufmerksamkeit der kleinen Hunde sicher sein. 

Energie

Für ihre Größe haben Chihuahuas einen gehörigen Bewegungsdrang und ein sehr hohes Energie-Level.

Sie möchten definitiv nicht immer in der Tasche spazieren getragen werden oder auf dem Sofa chillen. Sie wollen raus und zwar mehrmals am Tag und schrecken auch vor Wanderungen nicht zurück.

Zeitaufwand

Chihuahuas begleiten ihren Besitzer sehr gern und verfügen trotz geringer Größe über viel Energie und Selbstbewusstsein. Dabei sind sie sehr intelligent und möchten gern im Mittelpunkt stehen: das schreit geradezu nach einer sehr konsequenten und liebevollen Erziehung. Hundesportarten gibt es mehr als gedacht, die dem Zwerg sehr gut liegen. Ansonsten sind Chis recht pflegeleicht, sofern ihr ein gesundes Tier habt, das nicht zu klein ist.

Training

Der Chihuahua ist ein sehr intelligenter Hund, der seinem Menschen gefallen möchte und sehr gut mit positiven Erziehungsmethoden trainierbar ist. Auch kleine Hunde wie der Chihuahua müssen von klein auf an konsequent und liebevoll erzogen werden, um ein angenehmer Begleiter mit guten Manieren zu werden, denn sie haben ein sehr großes Ego und ein terrierartiges Temperament.

Trotz ihrer geringen Größe bringen dem Chihuahua Hundesportarten großen Spaß. In unserem Hundeverein war ein Chihuahua der wohlerzogene Star der Begleithundeprüfungen und des Agility. Er trainierte mit einem 10jährigen Mädchen und beide hatten ganz offensichtlich viel Spaß daran. Ihr findet sicherlich auch viele Trickdogging-Videos auf YouTube mit Chihuahuas.

Folgende Hundesportarten können einem Chi Spaß bringen:

Wohnungstauglichkeit

Aufgrund ihrer geringen Größe und ihres nicht so großen Auslaufbedürfnisses sind Chihuahuas bestens für ein Leben in der Wohnung geeignet.

Wichtigste Voraussetzung hierfür ist jedoch eine gute Grunderziehung, denn ihr möchtet sicherlich keinen schlechtgelaunten Dauerkläffer in der Mietwohnung halten. Und das kann bei mangelnder Erziehung leider passieren, denn die Kleinen werden nicht umsonst "die kleinsten Wachhunde der Welt" genannt. Gut erzogen und mit genügend Auslauf und Beschäftigung sollte das aber kein Problem darstellen. Schwieriger kann es mit dem Alleinsein werden, denn das muss mit dem geselligen Chi geübt werden. 

Chis eignen sich auch für ein Leben in Wohnungen ohne Fahrstuhl, da sie gut die Treppen hoch- und herunter getragen werden können.

Apropos hohe Stockwerke: Um Welpen stubenrein zu bekommen, müssen sie mehrmals täglich sehr schnell an den Ort gebracht werden, an dem sie ihr Häufchen oder Bächlein verrichten sollen. Wenn ihr im vierten Stock Altbau wohnt heißt das: Laufen, laufen, laufen. Denn die Kleinen stehen in dem Ruf nicht ganz so schnell und leicht stubenrein zu werden wie andere Hunderassen. Gebt ihr eurem Hund aber nicht schnell die Gelegenheit draußen sein Geschäft zu verrichten, kann er es nicht richtig lernen. Manche glauben, Chis könnten wie Katzen mit einem Katzenklo gehalten werden. Gar keine gute Idee: Chihuahuas sind Hunde und benötigen den Auslauf. 

Ihr solltet eine schriftliche Genehmigung eures Vermieters haben. Auch bei einer Eigentumswohnung muss die Eigentümergemeinschaft der Hundehaltung zugestimmt haben. 

Treue & Ergebenheit

Seinem Besitzer gegenüber ist der Chihuahua sehr treu und ergeben und möchte ihn immer begleiten. Er gilt auch als "Ein-Personen-Hund", der sein Herz an einen Menschen hängt und dessen Aufmerksam voll in Beschlag nehmen möchte.

Jagdtrieb

Jagdtrieb ist bei Chihuahuas zwar vorhanden, aber nicht sehr ausgeprägt. Als Schoß- und Begleithunde mussten sie schon lange nicht mehr jagen. Allerdings wissen einige noch, wie es geht und manche sind gute Mäusefänger! Schnell genug sind sie jedenfalls. 

Alleinsein

Da Chihuahuas sehr auf ihren Halter bezogen sind, möchten sie ihn überallhin begleiten. Auch leben sie gern mit mehreren Hunden zusammen. Ein frühes konsequentes Training zum Alleinbleiben ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Hunde sollten nie länger als vier Stunden am Stück allein gelassen werden.

Bellen

Chihuahuas sind keine leisen Hunde, denn sie sind wachsam und bellen gern. Ihnen entgeht kein Geräusch und ihr Mensch soll doch gewarnt werden oder der Kleine übernimmt gern größenwahnsinnig das Bewachen. Er bellt auch gern, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Werden kleine Hunde auf dem Arm getragen, fühlen sie sich noch größer als es ihre Persönlichkeit ohnehin schon ist und fühlen sich noch mehr animiert zu bellen und andere Hunde oder auch Menschen "anzupöbeln".

Ein gut erzogener Chi sollte aber in ruhige Bahnen zu lenken sein und eben nicht bei jeder Gelegenheit bellen. 

Wachsamkeit

Chihuahuas sind sehr wachsam und geben ausgesprochen gute Wachhunde ab. Ihnen entgeht auch im Tiefschlaf kein Geräusch und Fremde werden oftmals misstrauisch oder zumindest zurückhaltend beäugt. 

Beschützer

Aufgrund ihrer kleinen Körpergröße sind Chihuahuas keine Beschützer. Aber sie fühlen sich so und müssen daher manchmal vor ihrem eigenen (Über)mut beschützt werden.

Verträglich mit Hunden

Chihuahas vertragen sich in der Regel gut mit Artgenossen, sofern sie - wie jeder Hunde - von klein auf an gut sozialisiert werden.

Der Chihuahua ist gegenüber großen Hunden durchaus furchtlos bis frech und kommt gut mit ihnen zurecht - allerdings ist er auch trotz seiner Größe sehr dominant. Beschützen sollte man die kleinen Hunde vor schlecht sozialisierten Artgenossen und zu temperamentvollen oder zu distanzlosen großen Hunden. Chihuahuas benötigen aber täglichen Kontakt zu anderen Hunden, denn das ist einfach ein Grundbedürfnis. Gern werden sie daher auch zu zweit gehalten, damit sie einen Spiel- und Kuschelkameraden in geeigneter Größe haben. 

Verträglich mit Tieren

Chis können durchaus in einem Haushalt mit Katzen leben. Allerdings ist es eher der kleine Hund, der vor einem großen Kater gerettet werden müsste. Beide Tiere müssen möglichst früh an andere Tiere gewöhnt werden. 

 

Kinderfreundlich

Chihuahuas geben ihr Herz gern an eine Person, sind aber auch sehr gute Familienhunde. Sie lieben Kinder und können hingebungsvoll mit ihnen spielen oder auch Tricks trainieren. Dafür sollten die Kinder aber schon so alt sein, dass sie den Umgang mit einem kleinen Hund verstehen.

Chihuahuas können sonst Kindern gegenüber misstrauisch reagieren, insbesondere, wenn sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder wenn Kinder aus fremden Familien zu Besuch sind.

Chihuahuas sind zu klein, um sich gegen kleine Kinder durchzusetzen, die zu wild und unberechenbar den kleinen Hund auch verletzen können und ihn als "Spielzeug" missverstehen. Chi-Welpen sind sehr klein und fragil und sollten daher nicht in einem Haushalt mit kleinen Kindern leben.

Verträglich mit Fremden

Fremden gegenüber kann der kleine Hund reserviert und wachsam auftreten. Doch im Grunde tauen sie schnell auf und auch ein Einbrecher mit Hundeverständnis wird schnell mit den meisten Chis warm werden.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Zu klein ist todkrank - unbedingt einen Hund aus verantwortungsvoller Zucht wählen

Da im Zuchtstandard auch Chihuahuas mit einem Gewicht zwischen 1-1,5 kg akzeptiert werden und Hunde mit einem Gewicht von über 3 kg häufig von der Zucht ausgeschlossen werden, kommt es zu immer kleineren Züchtungen, die jedoch verstärkt zu gesundheitlichen Problemen neigen. Der Tierschutz kritisiert diese oft als "Teacup" bezeichneten Mini-Zuchten als Qualzucht. Und das vollkommen zu Recht, da die Hunde sehr starke Gesundheitsprobleme mit sich bringen! Leid für Likes: Winzige Teacup-Hunde

Da Chihuahuas sehr beliebt und in Mode gekommen sind, sind sie stark nachgefragt. Dies bringt viele verantwortungslose Hunde-Vermehrer mit sich, die tierquälerisch und gewissenlos oft kranke Hunde halten, vermehren und zu einem möglichst hohen Preis verkaufen. Die armen Wesen müssen im Keller oder auf dem Balkon oder in Verschlägen ihr Dasein als Gebärmaschinen fristen. Die Welpen werden schlecht aufgezogen und oft viel zu früh von der Mutter getrennt. Damit haben sie einen sehr schlechten Start in das Leben, das oft von Krankheiten und Schmerzen geprägt ist und leider nicht sehr lang ist. Chis, die weniger als 1,5kg wiegen, sind leider oft schwächlich und anfällig. Deshalb empfehlen wir euch vor einem Kauf unsere Tipps für den Hundekauf ohne böses Erwachen

Die überproportional großen Augen und die extrem kurze Schnauze, können ebenso bei falscher Zucht zu Augenerkrankungen, sowie zu Atemproblemen und Zahnfehlstellungen führen. Manche Chis leiden lebenslang unter qualvollen Kopfschmerzen. 

Daher ist es insbesondere beim Chihuahua wichtig, auf eine verantwortungsvolle Zucht zu achten, die eben nicht den Fokus auf niedliche Winzigkeit legt. Und gerade die Winzlinge lassen sich so gut verkaufen und lösen in sozialen Medien immer wieder hohe Clickraten und Begeisterungsstürme aus.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) hat für das Gewicht des Chihuahuas neue Rasse-Standards gesetzt, die ein Gewicht von 2-3kg und eine zu 100% geschlossene Fontanelle fordern. Die FCI hat in ihrem Zuchtstandard vom 14.09.2019 das Gewicht auf 1-3kg hochgesetzt (zuvor waren es 0,5kg). Eine offene Fontanelle wurde in der Zucht zu 100% ausgeschlossen und die Qualzucht-Farbe "Merle", die auf einer mit Krankheiten verbundenen Genmutation basiert, von der Zucht ausgeschlossen.

Wenn ihr im Sinne des Tierschutzes und der Tierliebe handeln wollt, dann unterstützt ihr verantwortungsvolle Züchter und meidet Hunde-Vermehrer, die Geld mit zu kleinen und zu kranken Hunden aufgrund der Beliebtheit der Rasse machen wollen. Hier findet ihr Tipps für den Hundekauf ohne böses Erwachen.

Robustheit

Gesunde und nicht zu kleine Chihuahuas sind für ihre Größe erstaunlich robust und lieben lange Spaziergänge.

Aber natürlich sollten auch sie unbedingt vor Gefahren wie ungestüme Kinder, zu große Hunde und Menschenmassen geschützt werden.

 

Krankheiten

Eigentlich könnten Chihuahuas robuste und gesunde Hunde sein, aber es gibt bei ihnen einige Krankheiten, die mitunter durch unverantwortliche Züchtungen, die meist auf "Winzigkeit" und Kindchenschema der Hunde ausgerichtet sind, verstärkt auftreten. 

Die folgenden Krankheiten treten beim Chihuahua häufiger als bei anderen Hunderassen auf: 

Weitere Erkrankungen, die zwar seltener, aber bei Chihuahuas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten: 

  • Spina bifida
  • Rückwärtsniesen
  • Lafora-Epilepsie, Neuronale Ceroid Lipofuszinose
  • Nierenprobleme
  • Deformationen von Knochen, Gelenken und Organen bei zu kleiner Zucht möglich
  • Lungenprobleme

Verträgt Hitze

Auch wenn diese Hunde aus Mexiko stammen, sollten Chihuahuas aufgrund ihrer Größe nicht zu großer Hitze ausgesetzt werden.

Verträgt Kälte

Chihuahuas sollten nicht zu großer Kälte ausgesetzt werden. In kalten Wintern kann es sehr sinnvoll sein, sie mit einem Mantel beim Spaziergang zu schützen.

Pflege

Der Pflege-Aufwand für einen Chihuahua ist relativ moderat. Aber je nach Fell-Variante kann mehr Pflege notwendig werden: Der Langhaar-Chihuahua muss öfter gebürstet und gekämmt werden als der Kurzhaar-Chihuahua.

Pflege-Tipps für den Chihuahua:

Pfotenpflege
Ein regelmäßiger Pfoten-Check zeigt euch, ob die Krallen gekürzt werden müssen oder Fell zwischen den Pfotenballen verfilzt. Ihr seht, ob die Ballen rissig sind und Pflege benötigen. Hier findet ihr Tipps, zur Pfotenpflege beim Hund.

Zahnpflege
Chihuahuas neigen leider zu Zahnbelägen, Zahnstein und als Folge davon zu Parodontitis. Eine regelmäßige Zahnpflege ist bei den kleinen Hunden besonders wichtig, da ihre Zähne zu eng stehen und Bakterien sich gut festsetzen können. Ihr solltet das tägliche Zähneputzen bereits beim Welpen üben. Parodontitis ist nicht lediglich ein Schönheitsmakel sondern kann ernsthafte Erkrankungen der Organe nach sich ziehen. Deshalb heißt es Zähneputzen!

Ohrenpflege
Ohrenpflege beim Hund: Die großen Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, damit Ohr-Entzündungen vorgebeugt wird. Langhaar-Chis sind aufgrund der schlechteren Belüftung der Ohren dafür etwas anfälliger. 

Augenpflege
Die Augen der Chihuahuas können etwas anfälliger sein und häufiger tränen. Deshalb ist bei ihnen eine tägliche Augenpflege wichtig. Hier unsere Tipps:Augenpflege beim Hund

Parasiten-Schutz
Wie jeder Hund sollten auch Chihuahuas vor Parasiten geschützt werden. 

Schutz vor Zecken und Flöhen: Ihr solltet euren Hund vor Parasiten wie Zecken und Flöhen schützen, da sie nicht nur lästig sein können, sondern auch gefährliche Krankheiten mit sich bringen können. Lese-Tipp: Zeckenschutz: So schützt du deinen Hund vor Zecken.

Wurm-Check, gegen Würmer benötigt ihr keine Prophylaxe, besser ist eine regelmäßige Kot-Kontrolle.

 

Baden

Ein Bad ist für Chihuahuas aus gesundheitlicher Sicht nur selten notwendig. Spätestens, wenn sich der Hund in etwas Übelriechendem gewälzt hat, wird ein Bad aus unserer Sicht aber fällig.

Shampoo-Tipp: Verwendet ein Hunde-Shampoo und kein Menschen-Shampoo, denn die Hundehaut hat einen anderen pH-Wert (7,5) als die Haut von Menschen (5,5). Ein Hunde-Shampoo sollte rückfettend sein, um die Hautflora zu schützen. Am besten ihr wählt ein Hundeshampoo aus natürlichen und möglichst wenigen Inhaltsstoffen, schließlich kommt das Hundemaul damit in Berührung. 

Kämmen & Bürsten

Der Langhaar-Chihuahua muss regelmäßig gebürstet werden, während der Kurzhaar-Chihuahua nur gelegentlich gebürstet werden muss.

Haaren

Chis haben keine ausgeprägte Unterwolle und haaren nicht stärker als andere Hunde.

Allerdings bleibt das Haar des Kurzhaar-Chihuahuas leichter in Kleidung und Stoffen wie Sofa oder Auto stecken und ist hier nicht so leicht abzusaugen oder abzubürsten. Kämmt ihr den Langhaar-Chi regelmäßig, habt ihr also weniger Probleme mit den Haaren. 

Schneiden & Trimmen

Es ist weder ein Scheren noch ein Trimmen bei Chihuahuas nötig. Lediglich das Schneiden von Haaren zwischen den Pfoten, um die Augen oder um den After kann bei Langhaar-Chihuahuas sinnvoll sein. 

Für Allergiker geeignet

Chihuahuas gehören nicht zu den sogenannten hypoallergenen Hunderassen, die bei manchen Menschen weniger Allergien auslösen sollen. Sie unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haaren.

Solltet ihr auf der Suche nach einem Hund für Allergiker sein, wird euch dieser Artikel interessieren: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Sabbern

Chihuahuas tendieren nicht zum Sabbern, sofern ihre Schnauze eine natürliche Länge hat. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Auf Übergewicht und Unterzuckerung achten!

Die Ernährung des Chihuahuas hat, wie bei allen Lebewesen, einen sehr großen Einfluss auf die Gesundheit des Hundes.

Da die kleinen Hunde einen starken Stoffwechsel haben, solltet ihr erwachsene Chis zweimal täglich füttern. Am besten morgens und abends. Vor der Mahlzeit sollte der Hund ruhen und auch mindestens eine Stunde nach der Mahlzeit. 

Kleine Chis und speziell auch kleine Chi-Welpen können aufgrund ihrer Winzigkeit und ihres starken Stoffwechsels schnell in den Unterzucker fallen und einen möglicherweise gefährlichen Zucker-Schock erfahren. Der Blutzuckerspiegel sinkt bei den Hunden sehr schnell ab. Deshalb ist es sinnvoll, die Symptome (Schwäche, Krämpfe, Koma) zu kennen und entweder etwas Traubenzucker oder Jubin (Zuckerlösung aus der Tube) immer parat zu haben. 

Es gibt durchaus verfressene Vertreter dieser Rasse und leider neigen einige auch zu Diabetes. Außerdem ist bei der geringen Größe sehr darauf zu achten, diesen kleinen Hund nicht zu überfüttern, denn er benötigt aufgrund seines geringen Gewichts einfach nur sehr kleine Portionen.

Als Halter solltet ihr verantwortungsbewusst darauf achten, dass der Hund ein gesundes Gewicht behält und dabei alle wichtigen Nährstoffe in optimaler Menge und Art zu sich nimmt. Denn Übergewicht führt zu Krankheiten und verkürzt nachweislich das Hundeleben um bis zu 20%. Deshalb sollten die Futtermenge und das Futter unbedingt an die Größe und an den Bewegungsgrad des Hundes angepasst werden.

Verfressenheit

Chihuahua benötigen aufgrund ihrer geringen Größe sehr wenig Futter. Wird dies nicht richtig eingeschätzt, können sie arg übergewichtig werden, was sehr ungesund für die Hunde ist. Einige von ihnen neigen zu Übergewicht.

Aussehen

Die kleinste Hunderasse der Welt

Der Chihuahua ist die kleinste Hunderasse der Welt mit ca. 15-23 cm Höhe. Die Höhe ist jedoch nicht im Zuchtstandard festgelegt. Wohl aber das Gewicht und das unterscheidet sich in den Ländern sehr: während die einen aus gesundheitlichen Gründen etwas größere und schwerere Chihuahuas als Standard festlegen, erlauben andere auch sehr kleine Hunde.

Der VDH schreibt ein Gewicht von 2-3 kg vor und bei der FCI werden Hunde unter einem Kilo und über drei Kilo disqualifiziert. Bei dem American Kennel Club dagegen werden Chis über 3 kg ausgeschlossen, mit 1,5-3 kg gelten sie als optimal, jedoch werden 0,5-1,5 kg toleriert.

Sie sind sehr kleine Hunde mit einem gleichmäßigem Körperbau, dabei würdevoll und "von einem terrierartig selbstbewussten Auftreten". Der apfelförmige runde Kopf ist ihr Markenzeichen. Die relativ großen Stehohren und die vollen glänzenden Augen geben ihm einen starken Ausdruck. Bei Chihuahuas gibt es sowohl Kurzhaar- als auch Langhaar-Varianten und sie können in fast allen Farben und Kombinationen vorkommen, die bei Hunden denkbar sind.

Erwähnenswert ist auch, dass der Chihuahua als sogenannte "Qualzucht" von trauriger Berühmtheit ist: bei Zuchten, die insbesondere auf Winzigkeit und Kindchen-Schema abzielen, gerät die Gesundheit in den Hintergrund. So können zu kleine Hunde mit zu großen Augen und zu kurzen Schnauzen und einer offenen Fontanelle (laut FCI vom 15.09.2010 muss die Fontanelle zu 100% geschlossen sein) zu lebenslangen und starken gesundheitlichen Problemen führen.

Augenfarbe

Die Augen der Chihuahuas sollen dunkel sein. Helle Augen sind nicht erwünscht.

Fell

Bei Chihuahuas gibt es sowohl Kurzhaar- als auch Langhaar-Varianten, wobei beide immer über eine Unterwolle verfügen.

Kurzhaar-Chihuahuas

Das Fell dieser Chihuahuas ist glänzend und mit weicher Textur. Es liegt kurz am ganzen Körper an, die Unterwolle darf etwas länger sein, ebenso wie das Fell am Hals und an der Rute. Im Gesicht und an den Ohren ist das Fell kurz. Generell ist weniger Fell am Bauch und an der Kehle erlaubt. 

Langhaar-Chihuahuas

Das Fell ist fein und seidig und kann sowohl glatt als auch leicht gewellt sein. Die Unterwolle sollte nicht sehr dicht sein. Lange, fast federartige Haare befinden sich auf den Ohren, im Nacken, an der Hinterseite der Vorder- und Hinterläufe, sowie an Pfoten und Rute.

Hunde mit zu langem und flauschigen Fell als auch Hunde ohne Haare werden nicht akzeptiert.

Farbe

Der Amerikanische Kennel Club lässt für Chihuahuas alle Farbvarianten zu, die bei Hunden vorkommen können. Sie können einfarbig oder mehrfarbig sein, mit Zeichen oder gefleckt. Es gibt sie meist in weiß, braun, schwarz, rot, cremefarben.

Verbotene Haarfarbe aufgrund von Krankheiten

Die einzige Ausnahme , die auch bei der FCI vom 15.09.2010 aufgrund von genetischen Krankheitsbildern verboten ist, ist Merle (eine Farbvariante, die aufgrund einer Genmutation auftritt und gescheckte Flecken im Fell zeigt).

Geschichte und Herkunft

Eine der ältesten Hunderassen Amerikas

FCI Norm

Nummer: 218

Herkunft

Mexiko

Geschichte

Chihuahuas gehören zu den ältesten Hunderassen des amerikanischen Kontinents. Doch wann und wie sie genau nach Mexiko kamen, ist wohl nicht mehr genau zu klären. Ihre Ursprünge werden sowohl in Mexiko als auch in China vermutet. Eine neuere Theorie besagt, dass sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kamen, um dann von Malta nach Mittelamerika gekommen zu sein.

Heilige Hunde der Hochkulturen der Tolteken und der Azteken?

Es finden sich bei alten Zivilisationen Abbildungen von kleinen Tieren, die dem Chihuahua ähneln. Zur Zeit der Hochkultur der Tolteken, zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert, existierten im Raum vom heutigen Mexiko angeblich Hunde namens Techichi. Diese Tiere, denn es ist noch nicht einmal erwiesen, dass es sich um Hunde handelte, waren allerdings noch wesentlich größer und schwerer als heutige Chihuahuas. Sie sollen bei religiösen Festen der Tolteken geopfert worden sein. Spätere Forschungen vermuten eher, dass diese „Techichi“ genannten Tiere Nagetiere waren, die Prärie-Hunden ähnelten.

Die Azteken, die die Tolteken im 12. Jahrhundert besiegten, sollen wiederum kleine Hunde gehalten haben. Den indianischen Sagen nach sollten die Hunde ihren Haltern mit ihren Augen den Weg über die neun Todesflüsse in das Paradies weisen oder auch die Sünden ihres Halters mitnehmen. Deshalb verehrten sie die Hunde und züchteten insbesondere solche mit großen Augen.

Kreuzung mit chinesischen Zwerghunden oder doch alte Paria-Hunde?

Die Hunde der Azteken waren wesentlich kleiner und leichter. Es besteht eine Theorie, dass die Azteken die ursprünglichen Paria-Hunde, einheimische Nackthunderassen (vielleicht waren es auch Techichi, die doch Hunde waren), dafür mit kleinen chinesischen Schopfhunden gepaart haben könnten. Denn in China war die Verzwergung von Hunden bereits fortgeschritten und diese kleinen Hunde könnten mit spanischen Händlern nach Mexiko gekommen sein. Doch es ist genau so möglich, dass die ursprünglichen Hunde einfach nur kleiner gezüchtet wurden oder dass die Spanier ihre kleinen Hunde mit zu den Azteken brachten.

Oder kommen sie aus dem alten Ägypten oder doch Europa?

Die Kynologin und britische Chihuahua-Züchterin Eileen Goodchild entwickelte in den 1970er Jahren eine andere Theorie, die jedoch ebenfalls nicht ganz schlüssig, wohl aber möglich ist. Sie versuchte zu beweisen, dass der Chi aus Ägypten auf die Insel Malta gekommen sei. Auf Malta wurden kleine Hundeschädel mit einer offenen Fontanelle gefunden, die aus dem 8.Jahrhundert stammen sollten. Doch hierbei kann es sich um jede Art von Zwerghund gehandelt haben. Mit diesen Malta-Hunden versuchten Briten Mitte des 20.Jahrhunderts erfolglos zu züchten. Auf dem Fresko „Die Prüfungen des Mose“ von Boticelli in der Sixtinischen Kapelle ist ein kleiner Hund abgebildet, in dem Goodchild einen Chi erkennen möchte. Da das Fresko von 1481/1482 stammt, müssten die Chis vor der Entdeckung Amerikas bereits in Europa gewesen sein.

Woher stammt der Name Chihuahua?

Was jedoch mit Gewissheit gesagt werden kann ist, dass um 1895 Chihuahuas von amerikanischen Reisenden in Mexiko entdeckt wurden und mit in die USA gebracht wurden. Chihuahua ist der größte Bundesstaat Mexikos und hat rund 3,5 Mio Einwohner. Im Norden grenzt er direkt an die USA.

Erste Chi-Mania in den USA

Die kleinen Chis wurden in den USA begeistert aufgenommen und die Rasse verfeinert. Bis dahin gab es nur die kurzhaarigen Chis, die langhaarige Variante wurde in den USA vermutlich unter Einkreuzung von Papillon und Zwergspitz (Pomeranian) gezüchtet.

Offizielle Anerkennung der Rasse

  • 1908 wurde der erste Chihuahua namens Beppie, beim American Kennel Club (AKC) registriert 
  • 1959 Anerkennung der kurzhaarigen und langhaarigen Chihuahuas durch die FCI 

Erste Rasseporträts von einer Varietékünstlerin, die mit ihren zwölf trainierten Chis eine außergewöhnliche Show aufführte

Rosina V. Casselli (1869-1936) war eine Varietékünstlerin, die nicht nur sang und ekzentrisch tanzte, vor allem war sie berühmt für die sehr gute Dressur ihrer ganzen Meute an Chis. Sie besaß mindestens zwölf Chihuahuas, so viele sind mit ihr auf einem der wenigen Fotos zu sehen. Ihre Show muss nicht nur für die damaligen Zeiten außergewöhnlich gewesen sein. Sie lieferte ebenfalls Texte zu einem Buch mit dem Titel "The Complete Chihuahua" und schrieb erste Rasseporträts des Chis.

1908 nahm sie für sich in einer Anzeige in Anspruch, als erste motorisierte Autos für den Gebrauch von Tier-Auftritten erfunden zu haben. Eine Idee, auf die sie 1901 gekommen ist und die andere Vaudeville-Künstler nur kopierten.

1909 gab es folgende Beschreibung ihrer Show in Neuseeland:

"Ihre Truppe von Chihuahuas waren wunderschöne Tiere, die scheinbar die Intelligenz von Menschen besaßen. Sie wurden von einem schlauen kleinen Hund in einem kleinen motorisierten Auto gefahren, der den perfekten Chauffeur gab. Als die Truppe ankam, sprang er auf den Boden und gab fröhliche Belllaute von sich und fuhr den Wagen wieder von der Bühne, als alle anderen ausgestiegen waren. Dann begann die Show: Sie vollführten nahezu unmögliche artistische Kunststücke auf Barren, an Seilen und am Trapez und anderen Geräten. Am Ende der Show, holte das motorisierte Auto die Hunde wieder ab: Der Chauffeur fuhr auf die Bühne, bellte und alle Chis sprangen an Bord.“

Chi-Mania im 20. und 21.Jahrhundert: Das "Paris-Hilton-Syndrom"

Der in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts berühmte spanisch-kubanisch, amerikanische Musiker und Bandleader " Xavier Cugat" hat viel für den Ruhm des Chihuahuas getan, in dem er dem Chi einen Song gewidmet hat und ihn in einem Kostüm auf der Bühne auftreten ließ.

Das traurige Paris-Hilton-Syndrom

Für viele Hollywood-Persönlichkeiten ist der Chihuahua ein Trend-Accessoire auf dem roten Teppich geworden, so allen voran Paris Hilton die Chihuahuas geradezu gesammelt hat und mit ihrem Lieblings-Chi "Tinkerbell" eine Chihuahua-Schwemme in Kalifornien ausgelöste, die die Tierheime füllt.

Aufgrund der auch "Paris-Hilton-Syndrom" genannten Chi-Schwemme in Kalifornien, haben Tierschützer eine "Luftbrücke" für Chihuahuas eingerichtet, damit sie in anderen Staaten wie New York vermittelt werden können, wo noch Bedarf an diesen kleinen Hunden ist.

Aber auch Britney Spears, Mickey Rourke, Hillary Duff, Tori Spelling und weitere Hollywood-Größen treten mit ihren Chis ins Rampenlicht. Dabei ist der Modetrend nicht neu, denn schon Marilyn Monroe besaß eine Chihuahua-Hündin namens Choo-Choo, die sie ähnlich wie Paris-Hilton hielt.

Traurige und quälerische Rekorde in der Kleinzüchtung

"Miracle Milly" aus San Juan in Puerto Rico ist der kleinste Hund der Welt mit gerade einmal 9,65 cm Höhe. Bei ihrer Geburt soll die winzige Hündin gerade einmal 28,3 Gramm gewogen haben. Es gibt jedoch einen Chihuahua, der ebenfalls aufgrund seiner geringen Größe im Guiness Buch der Rekorde steht: Es ist der Chi "Heaven Sent Brandy", der nur 15,24 cm lang ist und damit kürzer als "Miracle Milly". Eben diese "Winzigkeitsrekorde" schaden der Gesundheit und der Zucht der Chihuahuas sehr und sind einfach nur noch Qualzuchten.

Chihuahuas bleiben (leider) im Trend

In Hollywood-Filmen und Serien kommt die Hunderasse immer wieder vor:  “Beverly Hills Chihuahua,” “Legally Blonde,” und “Sex and the City.”

Es gibt auch Baseball-Teams in den USA, die nach den Chihuahuas benannt sind und Taco Bell warb mit einem Chihuahua in den späten 1990er Jahren.

Fast alle Modetrends lassen vergessen, dass Chihuahuas sehr intelligente und vollwertige Hunde sind, die es verdienen, auch so behandelt zu werden.

Chihuahua im Überblick

Der kleinste Wachhund der Welt oder Großer Hund in kleiner Verpackung

Chihuahuas sind zwar klein doch sehr mutig, selbstbewusst und gern der Boss. Deshalb sollten sie ernst genommen werden und wie große Hunde erzogen und auch behandelt werden.

Ein Chi ist etwas für Menschen, die auch Zeit für ihn haben und möglichst viele Stunden am Tag um sie herum sein können. Sie lieben Kinder, aber eine Familie mit zu kleinen Kindern ist nichts für die kessen Knirpse. Auch hektische Menschen tun den kleinen Energiebolzen nicht immer gut, denn es besteht die Gefahr, dass sie überdrehen.

Chihuahas sind kleine, aber vollwertige Hunde und weder Spielzeug noch Accessoire. Wenn ihr sie ernst nehmt und konsequent erzieht, sie genügend Auslauf und auch Beschäftigung erhalten, könnt ihr einen sehr charmanten, loyalen und freundlichen kleinen Begleiter bekommen – und das für sehr viele Jahre.

Auflagen

für die Haltung eines Chihuahuas gibt es keine rassespezifischen Auflagen. Es gelten die bestehenden Auflagen zur Haltung von Hunden.

Chihuahuas können sehr gut auch im Passagierraum eines Flugzeuges mitgenommen werden. Da sie inklusive ihrer Hundetasche weniger als 8kg wiegen, dürfen sie bei den meisten Fluglinien im Passagierraum transportiert werden. 

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