Havaneser

Familienfreundlich, lebhaft und gesund

Havaneser sind kleine, freundliche Begleithunde aus Kuba. Sie bringen in erster Linie Spaß, denn Havaneser sind sehr soziale und liebenswürdige, dabei neugierige und verspielte Hunde. Sie eignen sich als kleine, eher wenig bellende Begleiter sehr gut für die Familie und auch für die Haltung in der Wohnung. Havaneser sind für ihre Größe recht robust und vor allem eine gesunde Hunderasse. Da sie kaum haaren, können sie auch für Allergiker geeignet sein. Einzige Wermutstropfen: Das lange Haarkleid erfordert Pflege, das Alleinsein und die Stubenreinheit erfordern etwas mehr Training und der kleine Havaneser verträgt Kälte nicht sehr gut.

Top Facts

  • Sehr sozial und freundlich: verträgt sich mit fast jedem
  • lebhaft, intelligent und aufgeweckt: lernt schnell
  • langes Haar, das stetig wächst: pflegeintensiv
  • Robust und gesund
  • neugierig und menschenbezogen: Alleinsein muss geübt werden
  • Kälteempfindlich: Kälteschutz im Winter sinnvoll

Steckbrief Havaneser

Größe
21,0 - 29,0 cm
Gewicht
3,0 - 6,0 kg
Lebenserwartung
13 - 15 Jahre
Verwendung
Gesellschafts- und Begleithunde
Herkunft
Kuba
Fell
Langes, seidiges Fell
Wesen
Lebhaft, freundlich, verspielt, fast immer gut gelaunt

Charakter

Havaneser sind fröhliche und verspielte Begleiter

Havaneser und ihre Vorfahren hatten in ihrer langen Geschichte eigentlich nie eine andere Aufgabe als ihre Halter zu begleiten und zu unterhalten. Daher sind sie sehr soziale Hunde, die freundlich gegenüber Menschen als auch anderen Hunden und Haustieren auftreten. Dadurch sind sie im Alltag meistens sehr unkompliziert, gutmütig und anpassungsfähig.

Dies macht sie zu idealen Begleitern und auch zu fantastischen Familienhunden. Die kleinen Hunde sind erstaunlich robust für ihre Größe und spielen für ihr Leben gern mit Kindern.

Intelligent und lernwillig

Man sollte sich von den kleinen "Plüschwesen mit Knopfaugen" nicht täuschen lassen: Sie sind intelligent und trotz ihrer geringen Größe durchaus sportlich. Ihre Intelligenz und Aufmerksamkeit prädestiniert sie nicht nur für Trick-Dogging, sondern macht sie auch zu beliebten Zirkushunden.

Havaneser möchten sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet werden und können sehr wohl auf Spaziergängen oder Wanderungen von 2 Stunden bei gutem Training mithalten. Mit einer Runde um den Block und ohne spielerische Beschäftigung, die sie auch mental fordern, können die kleinen schlauen Hunde unzufrieden werden. Ohne entsprechende Auslastung und Beschäftigung, fällt ihnen sicherlich irgendein Unsinn ein, der aber nicht in eurem Sinne sein muss.

Havaneser möchten gefallen und sind sehr für kleine Tricks und Aufgaben zu haben. Gemeinsames Spielen ist ihre Leidenschaft. Kleine Hunde werden oft nicht ernst genommen und das ist schade. Havis, wie sie liebevoll genannt werden, sind nämlich sehr gut erziehbar und lernfreudig. Es lohnt sich, diese Zeit in Erziehung zu investieren, damit ihr einen Hund mit guten Manieren für ein problemloses und freudiges Zusammenleben erhaltet.

Havaneser sind neugierig und lieben ihre Menschen

Im Alltag ist ihr freundliches Wesen gegenüber anderen Hunden angenehm, denn sie beginnen eigentlich nie Streit mit anderen Hunden und gehen nicht so freundlich gesonnenen Hunden meist aus dem Weg.

Fremden gegenüber sind sie freundlich-zurückhaltend, können aber ihre geliebten Menschen wachsam vor Fremden warnen. Kleine Kläffer sind sie aber nicht und bellen eher wenig.

Ihre Neugier und Menschenliebe hat aber auch eine Kehrseite: Havaneser bleiben nicht so gern allein. Wenn ihr sie konsequent von klein auf an daran gewöhnt, sollte ein Alleinsein stufenweise gut trainierbar sein.

Die kleinen Hunde brauchen allerdings manchmal länger als andere Hunderassen, bis sie stubenrein werden. Ein konsequentes Training von Beginn an mit Lob, wenn das Geschäft draußen verrichtet wird, hilft.

Sonniges und freundliches Gemüt - sollten ernst genommen werden

Havis bewahren sich ihr sonniges Gemüt und bleiben bis ins hohe Alter verspielt und sind dabei sanft und verschmust. Natürlich können Havaneser auch mal forsch bis frech und hibbelig bei zu wenig Auslastung werden oder aufsässig, wenn ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden. Aber all dies hält sich in Grenzen, so dass man viel Freude an den Hunden haben wird, sofern man sie - wie alle Hunde - konsequent und liebevoll erzieht und sie früh an alle Alltagssituationen gewöhnt.

Intelligenz

Havaneser sind intelligente kleine Hunde.

Aufmerksamkeit

Havaneser sind gelehrig und möchten gefallen, dabei sind sie leicht zu motivieren z.B. über Spiel und Leckerlies.

Energie

Man sollte nie den Bewegungsdrang eines Havanesers unterschätzen. Sie begleiten ihre Menschen gern auf lange Spaziergänge, die auch 2 Stunden dauern dürfen und spielen geradezu unermüdlich.

Zeitaufwand

Auch wenn Havaneser klein und freundlich sind, so benötigen sie täglich mehrmals ihren freien Auslauf und Kontakt zu Artgenossen.

Ein Hundesport oder vergleichbare Aufgaben und gemeinsames Spielen, die sie geistig fordern, bringen ihnen Spaß und es fördert die Bindung zu ihren Menschen.

Die Fellpflege erfordert höheren Aufwand als bei anderen Hunderassen. Havaneser möchten am liebsten immer bei ihrem Rudel sein und fordern somit gemeinsame Zeit ein.

Training

Havaneser sind schlaue Hunde, die ihrem Begleiter gefallen möchten und daher auch relativ leicht erziehbar sind. Natürlich erzieht sich kein Hund von selbst, aber mit liebevoller Konsequenz ist der Havaneser sehr folgsam. Von dem kleinen, niedlichen Äußeren sollte man nicht auf einen langweiligen Schoßhund tippen. Havaneser möchten sich austoben, spielen und Aufgaben haben.

Diese Hundesportarten passen zu Havanesern: 

Wohnungstauglichkeit

Havaneser sind aufgrund ihrer kompakten Größe und aufgrund ihres freundlichen Wesens sehr gut für ein Leben in der Wohnung geeignet. Regelmäßiger Auslauf und Kontakt zu anderen Hunden wird hier natürlich immer vorausgesetzt. Das Alleinsein sollte früh und behutsam trainiert werden, da es ein Schwachpunkt werden könnte. Havaneser neigen nicht zum Kläffen, können aber wachsam sein.

Es ist bei der Hundehaltung sinnvoll, wenn dein Hund nicht täglich viele Treppen steigen muss. Deshalb sind eine Wohnung, die im Erdgeschoss liegt oder per Fahrstuhl erreichbar ist, ideal. Aufgrund ihres moderaten Gewichts können Havaneser aber zum Glück auch gut die Treppen getragen werden. 

Fazit: Havaneser sind sehr gut in der Wohnung zu halten.

Grundsätzlich solltet ihr für die Hundehaltung in der Wohnung eine schriftliche Genehmigung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft einholen. 

Treue & Ergebenheit

Havaneser sind sehr treue kleine Hunde, die ihren Besitzer am liebsten überall hin begleiten würden.

Jagdtrieb

Da Havaneser nie einer jagdlichen Aufgabe nachgegangen sind, besitzen sie eigentlich keinen Jagdtrieb.

Natürlich kann der eine oder andere begeistert an einem Mauseloch lauern und buddeln oder auch mal Vögeln und Katzen hinterherspringen, aber im Grunde ihres Herzens sind sie keine Jäger.

Alleinsein

Da Havaneser sehr anhänglich und sozial sind, möchten sie immer und überall dabei sein. Deshalb sollte das Alleinsein früh und konsequent geübt werden.

Hunde sollten grundsätzlich nicht länger als vier Stunden am Stück allein bleiben müssen.

Bellen

Havaneser neigen nicht zum Bellen, können aber wachsam sein und fremde Geräusche melden. Sie sind nicht bekannt dafür, kleine Kläffer zu sein. Manche kleine Hunde neigen aus Unsicherheit, Angst oder auch aus Größenwahn zum Bellen. Mit konsequenter Erziehung ist dies bei Havanesern aber in der Regel kein Problem. 

Wachsamkeit

Havaneser passen gern auf ihre Menschen auf und können zu einer verstärkten Wachsamkeit erzogen werden. Sie neigen aber von Natur eher nicht dazu.

Beschützer

Havaneser geben aufgrund ihres freundlichen Naturells und aufgrund ihrer geringen Größe einfach keine Beschützer ab.

Verträglich mit Hunden

Havaneser sind anderen Hunden aller Art gegenüber freundlich, vorausgesetzt, ihre Sozialisierung ist gut verlaufen und sie haben keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Sie neigen nicht dazu andere Hunde zu dominieren und gehen Streit auch gern aus dem Weg. Sie sind rundum unkompliziert, sollten aber natürlich vor zu großen und zu ungestümen anderen Hunden aufgrund ihrer kleinen Größe im Notfall beschützt werden.

Verträglich mit Tieren

Da Havanesern ein Jagdtrieb eher fremd ist, kommt es rein auf die Sozialisierung mit anderen Tierarten an, ob sie sich mit ihnen gut verstehen. Die Voraussetzungen dafür sind auf jeden Fall sehr gut gegeben.

Bei Katzen im Haushalt ist es eher der Havaneser, der vor ihnen geschützt werden müsste. Bei kleinen Nagetieren können Havaneser durchaus Interesse zeigen und es ist nicht sinnvoll, sie mit ihnen allein zu lassen.

Kinderfreundlich

Havaneser sind freundliche und soziale Hunde, die es lieben, mit Kindern zu spielen.

Natürlich sollten Kinder den Umgang mit Hunden lernen und vorsichtig mit den kleinen Hunden umgehen. Aufgrund ihrer nicht ganz so kleinen Größe laufen Havis auch weniger Gefahr, sich beim Spiel mit Kindern zu verletzen. Andersherum besteht auch bei kleinen Kindern geringe Gefahr dass die Havaneser sie im Spiel umrennen. Havaneser sind als Familienhunde sehr geeignet. Trotzdem sollte man Kinder niemals unbeaufsichtigt mit Hunden lassen.

Verträglich mit Fremden

Havaneser sind Fremden meist sehr freundlich und neugierig gegenüber. Sie können aber auch eine gewisse Zurückhaltung bis Wachsamkeit an den Tag legen. Bei guter Sozialisierung sind sie sehr verträglich auch mit Fremden.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Havaneser sind gesund und erstaunlich robust

Havaneser sind tatsächlich eine sehr gesunde und robuste kleine Hunderasse. Natürlich haben auch sie ihre Schwachpunkte, aber diese kommen eher selten vor.

Die Pflege ist bei den kleinen Hunden dagegen im Verhältnis aufwändig. Ihrem Fell muss etwas mehr Zeit als bei anderen kurzhaarigen Hunderassen gewidmet werden. Wenn ihr das lange Haar bei eurem Hund behalten möchtet, so benötigt ihr viel Zeit zum Kämmen, Bürsten und gelegentlichem Baden. Auch dann ist es nötig, störende Haare zu kürzen.

Alternativ könnt ihr das Haar kurz oder besser gesagt kürzer halten, was wiederum regelmäßige Besuche beim Hundefriseur oder aber Haarschneide-Sessions bedeutet.

Havaneser sind eine noch sehr gesunde Hunderasse mit nur wenigen Schwächen. So neigen sie mehr als andere Hunderassen zu Augenerkrankungen und Problemen mit der Kniescheibe (Patella Luxation).

Robustheit

Havaneser sind für ihre Größe sehr robuste kleine Hunde.

Krankheiten

Bei Havanesern gibt es kaum Erkrankungen, die sehr häufig auftreten. Dennoch gibt es einige Krankheiten, auf die verantwortungsvolle Züchter achten. Die Elterntiere können auf viele der Krankheiten getestet werden und die Züchter können euch Auskunft geben, welche Krankheiten bisher vorgekommen sind. Auf die folgenden Krankheiten solltet ihr beim Kauf eines Havaneser-Welpen achten und sie beim Züchter ansprechen.

Havaneser sind mehr als andere Hunderassen für Augenerkrankungen anfällig: 

Weitere Erkrankungen, die bei Havanesern etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten können:

Verträgt Hitze

Havaneser können Hitze sehr gut vertragen, kamen sie doch mit karibischen Temperaturen sehr gut zurecht. Ihr Fell hat wenig bis keine Unterwolle und schützt sie sehr gut vor der Sonne und vor Hitze.

Verträgt Kälte

Da Havaneser keine Unterwolle besitzen, können sie Kälte sehr schlecht vertragen und kühlen schnell aus. Bei kalten Temperaturen sollten sie daher durchaus mit einem Mantel geschützt werden.

Pflege

Die Pflege des Havanesers konzentriert sich im Wesentlichen auf das lange Haar und auf die Augen. Das Haar muss regelmäßig gekämmt werden, um nicht zu verfilzen, denn Havaneser sind kurzbeinig und das lange Fell ist oft in Bodennähe, was Dreck und Nässe geradezu einlädt.

Die Augen neigen leider zum Tränen, daher sollte das Haar nicht die Augen irritieren und hier gut geschnitten werden. Milde Augentropfen können Entzündungen vorbeugen. Das Fell unter den Augen wird am besten regelmäßig gereinigt (z.B. mit einem feuchten Tuch), da es sonst zu Irritationen im Auge und unschönen Tränenstreifen im ja meist hellen Fell kommen kann.

Beim Havaneser solltet ihr Augen, Ohren und Pfoten und Krallen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf pflegen.

Baden

Wie alle Hunde sollte auch der Havaneser nur im Notfall gebadet werden. Also nur dann, wenn er z.B. entsetzlich stinkt aufgrund von Wälzen in Aas o.ä. oder bei einer Flohbehandlung. Generell möchte man aber die Schutzschicht des Hundes nicht durch starke Shampoos zerstören.

Kämmen & Bürsten

Gerade als Welpen sollten sie an tägliches Kämmen gewöhnt werden und je nach Ausprägung der Unterwolle (die beim Welpen noch gar nicht vorhanden ist, beim Junghund leicht mit dem Deckhaar verfilzen kann und beim ausgewachsenen Havaneser eigentlich kaum noch vorhanden ist.) So ist in der Welpen- und Junghundezeit täglich zu kämmen, beim erwachsenen Hund reicht meist einmal die Woche gründliches Auskämmen.

Haaren

Havaneser haaren sehr wenig. Sie haben kaum Unterwolle und unterliegen keinem jahresbedingten Fellwechsel.

Schneiden & Trimmen

Für die Zuchtausstellungen darf das Haar der Havaneser nicht gekürzt werden. Private Havi-Besitzer, die nicht regelmäßig kämmen wollen, schneiden das Haar aber gern kürzer. Generell sei darauf hingewiesen, dass das Haar der Havis nicht geschoren werden sollte, da dies zu einem verstärkten Wuchs der Unterwolle führen kann. Außerdem schützt das lange Deckhaar den Hund optimal vor der Sonne.

Für Allergiker geeignet

Havaneser haaren sehr wenig und unterliegen keinem saisonalen Fellwechsel, was sie  insbesondere auch für viele Allergiker interessant macht. Dennoch sollte jeder, der auf Hunde allergisch reagiert, immer bei dem gewünschten Hund ausprobieren, ob er auf ihn allergisch reagiert. 


Sabbern

Havaneser neigen nicht zum Sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Achtet auf das Gewicht bei Havanesern

Die Ernährung des Havanesers hat, wie bei allen Lebewesen, einen großen Einfluss auf seine Gesundheit.

Die meisten Havaneser fressen sehr gern, hier solltet ihr auf ihr Gewicht achten. Da aufgrund des langen Fells die Figur und Gewichtszunahmen oder auch Gewichtsabnahmen mit dem bloßen Auge nicht immer gut sichtbar sind, empfiehlt es sich, den Hund regelmäßig zu wiegen. 



Verfressenheit

Havaneser fressen durchaus gern und sie benötigen aufgrund ihrer geringen Größe sehr wenig Futter. Die Futtermenge sollte immer im angemessenen Verhältnis zu Bewegung und Größe des Hundes stehen. Leckerlies bitte von der täglichen Futterration abziehen.

Aussehen

Kleine Hunde mit seidigem langen Fell

Havaneser sind kleine, zart wirkende aber robuste Hunde, zwischen 21-29 cm hoch sind und dabei etwas länger als hoch sein dürfen. Um es ganz genau zu nehmen, sollte laut Zuchtstandard das Verhältnis von Länge zu Höhe 4:3 sein. Ihr Gewicht sollte zwischen 3-6 kg je nach Größe und Geschlecht liegen.

Charakteristisch ist für Havaneser ihr langes, seidiges Deckhaar mit 12-18 cm Länge und nur wenig bis gar keiner Unterwolle.

Havaneser kommen in vielen Farben und Variationen vor, meist sind sie weiß, falbfarben, havannabraun bis schwarz und die Farben können unterschiedliche Markierungen besitzen.

Ihre lange und reichlich behaarte Rute ist hoch auf dem Rücken angesetzt und wird krumm über dem Rücken gerollt getragen. Die Ohren setzen hoch am Kopf an und fallen seitlich herunter. Sie sollen weder abstehen noch zu eng anliegen. 

Augenfarbe

Die Augen der Havaneser sollen so dunkelbraun wie möglich sein.

Fell

Havaneser haben sehr langes und weiches Deckhaar von ca. 12-18 cm. Dieses kann sowohl glatt als auch gewellt oder sogar z.T. lockig sein.

Innerhalb der Zucht und bei Hundeausstellungen ist es verpönt, ja sogar verboten, die Haare zu kürzen oder zu trimmen. Lediglich an den Stellen, an denen die langen Haare den Hund stören oder behindern können, ist eine leichte Kürzung erlaubt: An den Pfoten, über den Augen und ebenso um das Maul herum.

Allerdings ist es für viele Besitzer sehr aufwändig, das lange Haar, das aufgrund der kurzen Beine nah am Boden hängt, täglich zu kämmen und zu reinigen.

Bei Havanesern ist die Unterwolle sehr schwach entwickelt oder fehlt sogar komplett, was sie sehr gut mit Wärme zurecht kommen lässt, aber weniger gut mit Kälte. In kalten Wintern ist also ein Schutz in Form eines Mantels adequat für den Havi.

Es gibt mittlerweile auch Kurzhaar-Havaneser, diese sind aber offiziell in der Zucht nicht anerkannt. (Stand: 2021)

Farbe

Havaneser gibt es in vielen Farben, doch nicht alle Farben entsprechen dem offiziellen Zuchtstandard. Innerhalb der FCI sind die folgenden Farben in der Zucht erlaubt:

  • Vollständig Weiß (kommt eher selten vor)
  • Falbfarben in verschiedenen Abstufungen. Leicht Schwarz-Gewolkt ist erlaubt
  • Schwarz
  • Havannabraun
  • Tabakfarben
  • Rötlichbraun

In all diesen Farben sind auch Flecken zulässig. Sogenannte Brand-Markierungen sind in allen Schattierungen erlaubt.

In den USA (American Kennel Club gibt es weitere Farbvariationen wie z.B. silber oder goldfarben, denn hier sind Havaneser in allen Farben erlaubt.

Geschichte und Herkunft

Die kleinen Havaneser bereisten die Welt

FCI Norm

Nummer: 250

Herkunft

Die heutige Hunderasse Havaneser kommt aus Kuba. Die Vorfahren stammen aus dem westlichen Mittelmeerraum.

Geschichte

Havaneser: Kleine Hunde segeln um die Welt

Der Havaneser gehört zu den Bichons, also kleinen, meist weißen Hunden, die auf eine lange Geschichte als Schoß- und Begleithunde zurückblicken können. Ähnliche Hunde sollen bereits in der Antike in Ägypten abgebildet worden sein.

Typische Vertreter dieser Hunde, nämlich Bichon Frisé und Malteser, sind sehr wahrscheinlich gemeinsame Vorfahren. Ebenso werden Bologneser als Vorfahren vermutet.

Havaneser hatten in der Geschichte keine weitere Aufgabe, als ihre Besitzer zu begleiten und zu unterhalten, wobei sie möglichst attraktiv sein sollten. Vor dem 15.Jahrhundert waren diese kleinen Hunde im spanischen und italienischen Mittelmeerraum verstärkt anzutreffen, vermutlich stammen sie wie der Bichon Frisé von Teneriffa.

Mit den europäischen Seefahrern kamen kleine Hunde in die Karibik

Um 1600 gingen kleine weiße Hunde mit Seefahrern aus Italien (Bologneser) und vermutlich auch aus Spanien (Malteser, Bichon Teneriffe) auf Weltreise und landeten so in der Karibik auf Kuba.

Ob es bereits auf Kuba kleine weiße Hunde gab ("Blanquito de la Habana"), die als Urahnen ebenfalls eine Rolle spielen, ist nicht erwiesen. Ebenso wenig, ob Pudel oder andere z.B. argentinische Hunderassen eingekreuzt wurden.

Erwiesen ist aber, dass auf Kuba kleine meist helle Hunde sofort begeisterte Anhänger in der wohlhabenden Frauenwelt fanden. In den folgenden 300 Jahren wurde die Rasse auf Kuba weiter entwickelt.

Aufgrund ihres seidigen langen Fells wurden die Vorfahren "Havana Silk Dog" oder "Spanish Silk Poodle" genannt.

Woher erhielt der Havaneser seinen Namen?

Seinen Namen erhielt der Havaneser natürlich von der kubanischen Hauptstadt Havanna. Gleichzeitig wird eine häufige Farbe des seidigen Fells der kleinen Hunde,  havannafarben genannt. Damit ist braun in allen Variationen, ähnlich den Farben einer Havanna-Zigarre gemeint.

Kubanisches Nationaltier und einzig anerkannte Hunderasse der Kubaner

Der Havaneser ist die einzige Hunderasse von Kuba und gilt dort seit 1991 als Nationaltier. Im 19.Jahrhundert wurde der Havaneser wieder nach Europa importiert und erfreute sich als Hund des Adels, der Reichen und der Berühmten. So besaßen z.B. Queen Victoria und Charles Dickens Havaneser.

Mit der kubanischen Revolution werden Havaneser fast ausgerottet

Da der Havaneser beliebt bei den reichen Zuckerbaronen war, galt er den Revolutionären auf Kuba als Symbol des Kapitalismus. Mit der kubanischen Revolution (1953-1959) und mit Fidel Castro verschwanden nicht nur die Reichen und Adligen von Kuba, sondern mit ihnen auch die Havaneser.

Zucht in den USA mit neuen Einkreuzungen

Einige wenige Exemplare konnten in die USA mit ihren Besitzern fliehen, wo eine neue Zucht Ende der 1970er Jahre begann, allerdings mit neuen Einkreuzungen, da der Genpool der Hunde zu klein wurde. Havaneser wurden in dieser Zeit erneut weltberühmt, obgleich sie auf Kuba als ausgestorben galten. Im 20. Jahrhundert gab es einen weiteren berühmten Schriftsteller, der sich einen Havaneser hielt: Ernest Hemingway.

Offizielle Anerkennung der Rasse und Nationaltier von Kuba - Meilensteine der Zucht in der Übersicht: 

  • 1963: Anerkennung der Havaneser von der FCI 
  • 1979: Gründung des „Havanese Club of America“ (HCA) 
  • 1996: Anerkennung durch den American Kennel Club (AKC)
  • 1991: Gründung des "El Club Cubano del Bichon Habanero“ zur Erhaltung des Havanesers auf Kuba

Havaneser im Überblick

Kleine, agile Herzensbrecher suchen lebhafte Begleitung

Havaneser sind freundliche, aufgeweckte und verspielte tolle Hunde, die obendrein noch recht gesund und für ihre Größe erstaunlich robust sind. Die kleinen kubanischen Hunde sind für Familien und Einzelpersonen sowie häufig auch für Allergiker sehr gut geeignet. Sofern sie nicht viel allein bleiben müssen, fühlen sie sich auch in einer Wohnung sehr wohl. Sie sind durchaus sportlich und lernwillig.

Auflagen

Havaneser unterliegen keinen bekannten behördlichen Auflagen. Im Flugzeug können sie meist auch im Passagierraum mitfliegen, sofern sie nicht zu schwer sind. Hier gilt meist, dass der Hund inklusive der Hundebox die 8 kg nicht überschreiten dürfen.

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