Gordon Setter

Temperamentvoller, sensibler Schotte mit Jagdtrieb

Gordon Setter sind schottische Vorstehhunde mit viel Temperament, Ausdauer und Freundlichkeit. Ihr schwarz-braunes seidiges Haarkleid (black and tan), ihr ausgewogener und athletischer Körper mit dem sympathischen Augenaufschlag machen sie zu attraktiven Schönheiten. Gordon Setter benötigen viel Auslauf und können mit entsprechender Zeit und Mühe bei ihrer Ausbildung auch wunderbare Begleit- und Familienhunde sein. Ist dies nicht der Fall, können sie frustriert und stur werden.

Top Facts

  • Jagdhund: Vorstehhund auf Niederwild
  • Ausdauernder Naturbursche = benötigt viel Freilauf im Grünen
  • Intelligenter Jäger = konsequente Erziehung und Ausbildung nötig
  • Freundlich, sensibel, liebevoll = guter Begleit- und Familienhund
  • gesunde Rasse
  • ...

Steckbrief Gordon Setter

Größe
59,0 - 69,0 cm
Gewicht
22,0 - 33,0 kg
Lebenserwartung
10 - 12 Jahre
Verwendung
Vorstehhund, Begleithund
Herkunft
Großbritannien, Schottland
Fell
Langes, seidiges schwarz-rotes (black and tan) Haarkleid
Wesen
Temperamentvoll, freundlich, mutig

Charakter

Sympathische Marathon-Läufer mit starkem Jagdtrieb

In dem offiziellen Zuchtstandard der FCI finden wir zu dem Wesen des Gordon Setters folgende kurze Beschreibung: “Intelligent, leistungsfähig, von vornehmer Gelassenheit. Mutig, offen, freundlich und ausgeglichen.“ Dies mag das Idealbild sein, das jedoch den starken Jagdtrieb und das Temperament der sympathischen Hunde auslässt. 

Sympathisch und freundlich, oft auch wachsam

Gordis, wie sie liebevoll genannt werden, sind sehr liebenswürdig und freundlich gegenüber ihren Menschen. Aggressivität oder auch eine Schärfe, wie sie beim Rottweiler, Schäferhund oder auch Dobermann zu finden ist, ist Gordon Settern fremd. Sie benötigen ihre Menschen um sich herum, lieben Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Fremden gegenüber sind sie von allen vier Setter-Rassen die misstrauischsten, weshalb viele von ihnen auch ganz passable Wachhunde abgeben. Damit verbunden ist auch ein gewisses territoriales Verhalten, das durch konsequentes Training aber gut in den Griff zu bekommen ist. Gordis können lauthals kundtun, dass sich Fremde dem Eigenheim nähern.

 

Laufen, laufen, laufen…in der Natur

Gordon Setter sind etwas für sportliche Menschen. Sobald ihre Knochen und Gelenke ausgewachsen sind, sind sie für alle Aktivitäten zu haben: Joggen, Wandern, Radfahren. Als intelligenter und selbstständig aber mit seinem Jäger arbeitender Hund, benötigt er eine Aufgabe, die ihn auch geistig fordert. Geistige Arbeit und eine liebevolle und konsequente Erziehung und Ausbildung sorgen dafür, dass der Gordi ausgelastet und zufrieden im Haus ist. Gleichzeitig könnt ihr ihm nur so auch den so dringend benötigten Freilauf ermöglich. Andernfalls steht ihr allein in Wald und Flur, während euer Gordi sich auf die eigenständige Suche nach Niederwild und Vögel macht. Und das kann dauern. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch gefährlich, wenn Straßen oder Jäger in der Nähe sind.

Sensibles Wesen

Eine zu strenge, ungerechte oder gar grobe Behandlung lässt den Gordi verstört reagieren. Sie sind sehr feinfühlig und sensibel und können bei falscher Behandlung sich in sich kehren oder die Zusammenarbeit komplett verweigern. Dies ist keine Sturheit, sondern pure Verzweiflung des sonst so kooperativen Hundes.

Aufgrund des starken Jagd- und Bewegungstriebes der Gordon Setter ist eine guter Grundgehorsam und eine darauf folgende sehr gute Ausbildung wichtig, damit ihr euren Gordi ohne Probleme in den geliebten Freilauf entlassen könnt ohne dass er ungewollt jagt. Ein Gordon Setter entfernt sich weit von seinem Halter, um Niederwild wie Vögel zu suchen. Deshalb ist ein auf Distanz funktionierende Grundgehorsam so wichtig.

Energie- und Temperamentsbolzen mit starkem Jagdtrieb
Gerade die energiegeladenen Junghunde können ihre Halter zur Verzweiflung treiben. Aber ich kann euch beruhigen: es wird besser, wenn ihr geduldig an der Erziehung bleibt. Gerade bei der Impulskontrolle heißt es für den Junghund immer wieder: üben, üben, üben. Irgendwann klappt es dann so gut, dass ihr ohne Anspannung euren Jäger und Wildling auch freilaufen lassen könnt. Aber das kostet definitiv Zeit, Liebe, Konsequent und Mühe.

Bei Spaziergängen heißt es für Nicht-Jäger: Immer ein Auge auf den Gordi zu haben und vor allem eine gute Erziehung ist für den Freilauf unerlässlich. Der Freilauf ist für den bewegungsgierigen Gordi täglich notwendig, wenn man ihn artgerecht und glücklich halten möchte. Als Schotte ist der Gordi nicht zimperlich und geht gern bei Wind und Regen stundenlang in die Natur. Man stelle sich einfach die Landschaft von Emily Brontes Sturmhöhen vor, die oft verfilmt wurden. Schnell wird klar, dass ein Garten das Bewegungsbedürfnis dieses Ausdauer-Sportlers so gar nicht stillen kann.  

Wenn ihr euren Gordon Setter körperlich und auch geistig gut auslastet, ist er im Haus ein ruhiger und verschmuster Vertreter. Gern steht er auch im Mittelpunkt des Geschehens. Zu Kindern und zu seiner Familie ist der Gordi sehr liebevoll.

Wenn ihr einen Gordon Setter nicht jagdlich führen möchtet, so ist es unabdingbar, ihn gut auszubilden. Er fühlt sich dann so richtig wohl, wenn er sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet ist. Jagdähnliche Aufgaben wie Fährte und Dummyarbeit können Hund und Mensch Spaß bringen.

Gordon Setter sind anderen Hunden gegenüber meist freundlich, können aber aufgrund ihres Temperaments und ihrer mutigen Neugier für manche Hunde einfach Zuviel sein. Hier solltet ihr entsprechend ein Auge drauf haben.

Gordon Setter als Jagdhunde

Der Jagdhund ist den Gordon Settern in das Hundekörbchen gelegt. Bei jedem von ihnen ist der Jagdtrieb mehr oder weniger stark ausgeprägt. Bei manchen Zuchten tritt das Jagdliche heutzutage etwas mehr in den Hintergrund, doch eine Einteilung in reine Arbeits- und Showlinien gibt es noch nicht.

Als Vorstehhund für Federwild ist der Gordon Setter insbesondere für die Jagd auf Fasane, Wachteln, oder Rebhühner gemacht. Mit seiner starren Vorstehhaltung zeigt er sehr zuverlässig aufgespürtes Federwild an. Die Nase zeigt dem Jäger die Richtung des Vogels an. Die Vorstehpose des Gordon Setter ist aus Sicht der offiziellen Field Trials nicht so vollkommen, wie z.B. bei einem Pointer. Doch gelegentlich zeigt auch der Gordon Setter das Wild mit erhobener Vorderpfote an.

Gordon Setter sind auch perfekt zum Sekundieren geeignet. Bei der Jagd mit einem zweiten Hund nehmen sie auch dann die Vorstehposition ein, wenn nur der erste Hund das Wild gewittert hat und vorsteht.

In der Feldarbeit und Feldsuche auf Niederwild und Federwild ist der Gordon Setter unschlagbar. Auch Wasser- und Waldarbeit liegen dem schottischen Setter. Zuverlässig ist er ebenso bei Schweiß-Arbeit und beim Apport wie z.B. Fuchsapport und Fuchsschleppe, obgleich dies nicht sein Hauptmetier ist.

Gordon Setter sind nicht die schnellsten unter den Jagdhunden, aber sehr ausdauernd und selbstbewusst. Gordon Setter suchen sehr weiträumig, weshalb sie sich von ihrem Jäger auch weit entfernen. Von erfahrenen Haltern lassen sie sich leicht für die Jagd ausbilden.

Intelligenz

Gordon Setter sind intelligente Vorstehhunde. Sie wissen, wie sie Vögel und anderes Niederwild weiträumig und selbständig suchen und ihrem Menschen in Teamarbeit anzeigen. Als feinfühlige und freundliche Hunde lassen sie sich zur Jagd leicht ausbilden. 

Aufmerksamkeit

Gordis haben eine sehr hohe Aufmerksamkeit - wenn es um Wild geht. Nicht-Jäger fühlen sich von ihrem Gordi im Freien dagegen manchmal ignoriert, sofern ihn nicht gut erzogen und ausgebildet haben. 

Energie

Gordon Setter haben einen sehr starken Bewegungsdrang und benötigen sehr viel Freilauf in der Natur. Sie sind weniger die Sprinter unter den Hunden, sondern die Marathon-Läufer wie Haile Gebrselassie oder Paula Radcliffe. Sie sind dafür gezüchtet, den ganzen Tag durch die schottischen Highlands auf der Suche nach Vögeln zu laufen. Und dies ist ihnen auch heute noch ein genetisch fixiertes Bedürfnis. 

Zeitaufwand

Aufgrund des starken Bedürfnisses nach Auslauf in der Natur und der nicht wenig Zeit in Anspruch nehmenden Erziehung und Ausbildung der Gordon Setter, ist ihre Haltung zeitintensiv.

Training

Gordon Setter sind intelligent, freundlich und lernwillig. Sie benötigen eine sehr konsequente und gute Ausbildung. Insbesondere der starke Jagdtrieb muss durch eine liebevolle und sehr konsequente Erziehung in erwünschte Bahnen gelenkt werden. Die sportlichen Gordon Setter benötigen viel Auslauf und dies kann ihnen nur der Freilauf in der Natur bieten. Dazu müssen sie aber so gehorsam sein, dass sie sich jederzeit im Wald und auf dem Feld abrufen lassen und nicht dem Wild hinterhersausen. 

Geeignete Ausbildungen und Sportarten mit dem Gordon Setter sind:

  • Jagdliche Führung
    Gordon Setter eignen sich als Vorstehhunde fantastisch für die Feldarbeit. Hier sind sie in ihrem Element. Auch jegliche Form der Wasserarbeit liegt den schottischen Settern sehr gut. Bei entsprechender Zuchtlinie und Ausbildung können sie sich auch für die Arbeit nach dem Schuss (Schweißarbeit) und das Apportieren eignen, auch wenn dies nicht ganz ihr Steckenpferd ist. 

Solltet ihr keine jagdliche Führung eures Gordon Setters anstreben, so solltet ihr genügend Zeit in die Grunderziehung und in die Ausbildung investieren, damit ihr euren Gordi auch ohne Leine frei laufen lassen könnt. Dazu könnt ihr eine Hundeschule besuchen oder auch gezielt in Jagdgebrauchshundevereinen o.ä. jagdähnliche Kurse und später Beschäftigungen suchen.

  • Gute Grunderziehung mit Gehorsamskursen zur Impulskontrolle des starken Jagdtriebes und Erlernen von Ablegen auf Befehl (Pfiff, Handzeichen): 
    • Welpengruppe
    • Gehorsamskurse in Hundevereinen oder auch in Jagdgebrauchshundevereinen, Jagdbezirke wie Hegeringe oder Kreisjägerschaften
  • Anti-Jagdtraining bei guten Trainern
  • Agility
  • Obedience
  • Dummyarbeit
  • Fährtenarbeit
  • Field Trials
  • Tricktraining
  • Wandern
  • Joggen
  • Am Fahrrad laufen 

Wohnungstauglichkeit

Gordon Setter sind Naturburschen, die täglich ausgiebige Touren mit ihrem Menschen in Wald und Wiesen benötigen. Man kann sie sich am besten auf schottischen Landsitzen und in dem schottischen Hochland vorstellen. So gesehen ist der Gordi eher ein Land als ein Stadthund. Doch auch ein Haus mit Garten reichen einem Gordon Setter für die Bewegung nicht aus.

Wenn ihr euren Gordon Setter also in der Natur körperlich und geistig auslastet, könnte er auch in einer Wohnung leben. Doch die relativ großen Hunde sollten nicht täglich mehrere Treppen zur Wohnung laufen müssen. Hier sollte ein Fahrstuhl vorhanden sein. Kranke, alte oder junge Hunde müssten die Treppen getragen werden, was bei dem Gewicht kaum machbar sein sollte. 

Grundsätzlich solltet ihr eine schriftliche Genehmigung zur Haltung eines großen Hundes in eurer Wohnung vom Vermieter oder auch von der Eigentümergesellschaft vorliegen haben. Gordon Setter sind keine kleinen Hunde. Generell sind sie zwar freundlich und haben eine hohe Reizschwelle, doch sind sie gegenüber Fremden auch mal misstrauisch und verteidigen auch ihr Heim mal. 

Treue & Ergebenheit

Sofern ihr den Gordon Setter fair und liebevoll behandelt, wird er sehr freundlich, loyal und dabei lern- und arbeitswillig sein. 

Jagdtrieb

Gordon Setter haben eine sehr starke Jagdleidenschaft. Die englischen Vorstehhunde, die für die Jagd auf Federwild in dem schottischen Hochland gezüchtet wurden, sind ausgezeichnete Jagdhunde in der Feldarbeit. Näheres findet ihr unter Training hierzu. 

Alleinsein

Wie jeder Hund, muss auch der Gordon Setter von Klein auf an das Alleinsein üben. Gordon Setter sind sehr fixiert auf ihre Menschen, was manchmal etwas mehr Training zum ruhigen Alleinsein erfordert. 

Bellen

Gordon Setter sind von Natur aus keine Kläffer und bellen eher wenig. Doch auch sie schlagen durchaus Alarm, wenn sich Fremde der Wohnung oder dem Besitz nähern.

Wachsamkeit

Gordon Setter sind von allen Setter-Arten sicherlich die Hunde, die am wachsamsten sind. Fremden gegenüber sind sie reserviert und schlagen auch an, wenn sie fremde Geräusche hören.

Beschützer

Setter sind eigentlich keine guten Wachhunde, da sie einfach zu freundlich gegenüber fremden Menschen sind. Einzige Ausnahme: Der Gordon Setter kann sich dazu berufen fühlen, den Bodyguard oder Türsteher zu spielen. Dies ist zwar nicht typisch für Setter, kommt aber bei Gordis durchaus öfter vor. 

Verträglich mit Hunden

Gut sozialisierte Gordon Setter vertragen sich im Grunde mit allen anderen Hunden und sind sehr höflich im Umgang mit ihnen. 

Kleine Hunde können von dem Temperament und der stürmischen Neugierde der Setter manchmal überfordert werden. Junge Gordon Setter können übermütig und auch mal kess im sportlichen Spiel werden. Hier solltet ihr entsprechend eingreifen. 

Verträglich mit Tieren

Als Vorstehhunde sind Gordon Setter stark daran interessiert, Vögel und Nagetiere aufzuspüren und zu jagen. Deshalb sind sie definitiv nicht optimal verträglich mit anderen kleineren Haustieren im Haushalt.

Es ist immer eine Frage der Erziehung und der frühen Sozialisierung ob Gordon Setter mit Katzen friedlich in einem Haushalt leben.

Kinderfreundlich

Gordon Setter sind sehr liebevoll und von Natur aus ohne Aggression. Allerdings sind es große Hunde, die sehr temperamentvoll und stürmisch sein können, weshalb die Kinder im Haushalt nicht zu klein sein sollten. 

Kinder sollten generell nicht mit Hunden alleingelassen werden.

Verträglich mit Fremden

Setter sind im Allgemeinen sehr freundlich gegenüber allen Menschen, auch Fremden. Allein der Gordon Setter ist hier etwas misstrauischer und kann auch ein guter Wachhund sein, der Fremden nicht so freundlich gegenüber ist. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Achtet beim Kauf eine gesunde Setter-Zucht

Wenn ihr euch für einen Gordon Setter interessiert, solltet ihr auf eine gesunde Zucht achten. Die meisten verantwortungsvollen Züchter gehören offiziellen Zuchtverbänden an, die auf Gesundheit in ihrer Zucht wert legen und die bei den Elterntieren entsprechende Gesundheitsprüfungen vornehmen, bevor sie mit ihnen züchten. Diese Gesundheitsprüfungen solltet ihr euch ansehen, bevor ihr eine Welpen kauft. Sie gewährleisten einen Mindeststandard in der Gesundheit. Die Papiere weisen die Vorfahren aus, so dass Inzucht ausgeschlossen werden kann.

Verantwortungsvolle Züchter sind beispielsweise im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V oder auch im Internationalen Hundeverband e.V. (der besonderen Wert auf gesunde Hunde legt) zu finden.

Für den Zuchtstandard und die Zucht des Gordon Setters sind in Deutschland zwei Vereine zuständig: Der Gordon Setter Club Deutschland e.V. und der Verein für Pointer und Setter e.V..

Aber auch unter den Züchtern in Verbänden kann es immer mal wieder schwarze Schafe geben. Deshalb solltet ihr euch die Gesundheitsprüfungen vor dem Kauf zeigen lassen und kritisch studieren.

Wenn ihr über den Kauf eines Hundes nachdenkt, dann bekommt ihr hier Tipps für den Hundekauf ohne böses Erwachen.

Robustheit

Ein gesunder Gordon Setter ist ein sehr robuster Hund. 

Krankheiten

Auf diese Krankheiten solltest du bei Kauf eines Gordon Setters achten:

Bei Gordon Settern sollte darauf geachtet werden, dass keine Inzucht vorkommt, da der Genpool dieser Hunderasse relativ klein ist. Verantwortungsvolle Züchter achten darauf, nicht zu enge Verwandte miteinander zu verpaaren, was in den Papieren der Hunde zu sehen ist. 

Die folgenden Krankheiten kommen beim Gordon Setter häufiger als bei anderen Hunderassen vor:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
    Bei Gordon Settern solltet ihr unbedingt auf eine gesunde Hüfte achten, da sich die Hüftgelenksdysplasie auch bei dieser Hunderasse verbreitet hat. Für eine gesunde Hüfte gibt es orthopädische Untersuchungen und entsprechende Einstufungen. Am besten ist eine A-Hüfte, aber es wird auch mit B- und C-Hüften gezüchtet, was nicht die beste Voraussetzung ist. 
  • Ellenbogendysplasie (ED)
  • Degenerative Myelopathie

Die folgenden Augenerkrankungen können beim Gordon Setter häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten: 

Weitere Erkrankungen, die beim Gordon Setter etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten könnten:

  • Zerebelläre Abiotrophie
  • Magendrehung
  • Follikuläre Dysplasie
  • Schilddrüsenerkrankungen 

Verträgt Hitze

Gordon Setter stammen aus den schottischen Highlands und sind nicht für Hitze prädestiniert. Sie freuen sich auf ein schattiges Plätzchen an heißen Tagen oder ein kühles Bad.

Da Gordis sehr bewegungsfreudig und temperamentvoll sind, kennen sie auch in der Sommerhitze nicht immer ihre Grenzen. Hier solltet ihr für Ruhe sorgen.

Verträgt Kälte

Als Hund, der für das Jagen im schottischen Hochland gezüchtet wurde, kann der Gordon Setter gut auch mit Kälte umgehen. Wichtig ist dabei, dass sich der Hund bewegen kann.

Lediglich Alte oder kranke Gordon Setter, die sich nicht durch Bewegung gut aufwärmen können, könnten schon einmal bei starker Kälte einen Schutz benötigen. 

Pflege

Bei Gordon Settern solltet ihr verstärkt die Augen und Ohren kontrollieren und gegebenenfalls behandeln und pflegen. Das mittellange, seidige Haarkleid ist zwar nicht pflegeintensiv, es will aber mindestens wöchentlich gebürstet werden. 

Baden

Hunde müssen nicht gebadet werden, es sei denn, sie riechen unangenehm für uns, weil sie sich mal wieder in Aas gewälzt haben. 

Dann muss leider auch ein Shampoo her. Verwendet besser kein Shampoo für Menschen, da es für einen anderen pH-Wert gemacht ist und der Haut des Hundes die Feuchtigkeit entzieht. Hierzu gibt es sehr schöne Bio-Shampoos mit wenigen Zutaten für Hunde, die beim Ablecken auch nicht schädlich sind. 

Kämmen & Bürsten

Das mittellange Haarkleid der Gordis sollte mindestens einmal die Woche gründlich gebürstet und gekämmt werden. Damit könnt ihr Verfilzungen vorbeugen und totes Haar entfernen. Da Gordon Setter gern durch das Gras streichen, können sich auch Kletten oder Zecken festsetzen, die ihr bei der Fellpflege gleich entdecken und entfernen könnt. 

Als Bürste eignet sich eine Drahtbürste. Wichtig ist, dass ihr bis auf den Haaransatz bürstet, damit keine Verfilzungen zurückbleiben. Wenn ihr danach mit einem grobzinkigen Kamm durchkämmt, überseht ihr keine Verfilzungen.

Mit einem Unterwollstriegel oder auch Trimmstriegel "Coat Kings" könnt ihr einmal monatlich Unterwolle herausholen. Damit ihr das Deckhaar nicht beschädigt, solltet ihr vorsichtig damit umgehen oder es euch von einem Profi zeigen lassen. 

Haaren

Gordon Setter haaren nicht übermäßig, aber während des Fellwechsels im Frühjahr und Sommer haaren sie naturgemäß stärker. Durch regelmäßiges Bürsten könnt ihr aber auch in dieser Zeit das Haaren minimieren.

Schneiden & Trimmen

Das Haar zwischen und unter den Pfoten eures Gordis solltet ihr regelmäßig kontrollieren und ggf. auch schneiden. Hier kann sich Dreck zwischen den Pfoten festhalten und zu Hautbeschwerden führen. Euer Hund rutscht auf glattem Untergrund auch mehr, wenn die Haare über die Ballen hinausstehen. 

Gordon 

Für Allergiker geeignet

Gordon Setter gehören nicht zu den sogenannten hypoallergenen Hunderassen, die bei empfindlichen Menschen weniger Allergien auslösen. Sie haaren im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel. 

Sabbern

Aufgrund ihrer langen und ausgeprägten Lefzen neigen Gordon Setter zum Sabbern. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Vorsicht vor Magendrehung und Übergewicht

Gordon Setter können aufgrund ihres Körperbaus und ihrer Größe häufiger als andere Hunderassen zu einer lebensgefährlichen Magendrehung neigen. Um eine Magendrehung so gut wie möglich zu vermeiden, solltet ihr am besten die tägliche Futterration auf zwei Mahlzeiten am Tag verteilen und sehr genau darauf achten, dass euer Gordi vor und nach dem Fressen Ruhe bekommt. Es kann auch sinnvoll sein, auf Trockenfutter zu verzichten, da dieses im Magen stark aufquillt. 

Die meisten Setter lieben Futter und sind verfressen. In Kombination mit einer Kastration und zu wenig Auslauf kann dies schnell zu Übergewicht führen. Dieses solltet ihr aber unbedingt vermeiden, da es für die Gelenke der Gordis sehr schlecht ist. Bei Welpen und Junghunden kann die falsche Ernährung ein zu schnelles Wachstum bewirken, so dass genetisch bedingte Gelenkprobleme zum Ausbruch kommen. Gerade bei Gordon Settern kommt Hüftgelenksdysplasie leider nicht selten vor und daher solltet ihr auch hierauf bei der Ernährung achten.

Die sportlichen Gordon Setter benötigen - wie im Grunde alle Hunde - eine proteinreiche Nahrung. Ihr Futter sollte in erster Linie aus tierischen Proteinen (Fleisch, Innereien, Knochen) bestehen. In zweiter Linie können pflanzliche Inhaltsstoffe wie Gemüse oder Obst dazukommen. Auf Getreide und Zusatzstoffe sollte im Futter von Gordis besser verzichtet werden. Gordon Setter entwickeln gelegentlich auch eine Glutenintoleranz (Zöliakie). Ein weiterer Grund, auf Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Grünkern, Bulgur, Couscous u.w. zu verzichten. 

Verfressenheit

Fast alle Gordon Setter sind ausgesprochen verfressen. Hier solltet ihr auf Übergewicht achten.

Aussehen

Sportlich-elegante schwarz-braune Setter

Gordon Setter sind große und dabei sehr elegante Hunde mit einem ausgewogenen Körperbau und ausgeglichenen Proportionen. Sie sind die größten der vier Setter-Rassen mit einer Höhe zwischen 59-69 cm und einem Gewicht zwischen 22-33 kg. 

Sie sehen mit ihrem langen glänzenden Fell und ihren Schlappohren den anderen Setter-Rassen sehr ähnlich, unterscheiden sie sich doch insbesondere in der ihnen eigenen Farbe schwarz-braun, die "Black-and-Tan" genannt wird. 

Augenfarbe

Die Augenfarbe ist dunkelbraun.

Fell

Möglichst glattes Haarkleid beim Gordon Setter erwünscht

Das Haarkleid des Gordon Setters ist mittellang und fühlt sich sehr seidig-weich an. Es ist am Kopf, an den Vorderseiten der Beine und an dem Ohransatz kurz. Am Rest des Körpers ist das Haar mittellang und sollte glatt und ohne Locken oder Wellen sein. An den Ohren ist es wiederum lang und seidig, ebenso an der Hinterseite der Beine. 

Am Bauch und an der Brust sind lange Fransen bis zum Hals, die nach Rassestandard nicht gelockt und nur wenig gewellt sein sollten. 

Farbe

Gordon Setter haben tiefschwarzes, glänzendes Fell, auf dem braun-rote (kastanienroter) Abzeichen, bzw. ein braun-roter Brand ist, der auch black and tan genannt wird. Dieser Brand ist ähnlich dem Rottweiler und auch dem Dobermann: Über den Augen gibt es jeweils Punkte, an den Seiten des Fangs, an der Brust und an der Kehle gibt es Flecken und an den Innenseiten der Hinterbeine und an der Vorderseite der Vorderbeine, sowie rund um den After.

Ein sehr kleiner weißer Brustfleck ist erlaubt, aber nicht gewünscht. Andere Farben sind laut Zuchtstandard ausgeschlossen. 

Geschichte und Herkunft

Adliger Jagdhund der schottischen Highlands

FCI Norm

Nummer: 6

Herkunft

Großbritannien, Schottland

Geschichte

Gordon Setter sind aus den alten englischen Vorstehhunden des Mittelalters entstanden. Sie wurden für die Jagd auf Federwild eingesetzt, die vor der Zeit der Feuerwaffen mit Netzen gefangen wurden. Die Hunde spürten den Vogel auf und verharrten in der Vorstehpose und zeigten dem Jäger das Wild an. Die Hunde legten sich flach ab und der Jäger konnte das Netz über die Beute werfen. Häufig wurden auch Falken mit zur Jagd genommen, die von der Luft die Beute am Wegfliegen hinderten. Diese Vorstehhunde wurden aufgrund ihrer Vorstehpose "setting dogs" oder auch "Sitting dogs" genannt, woraus sich der Name Setter entwickelte.

Die vier Setter-Rassen entstehen

Wahrscheinlich wurden im Laufe der Zeit bestimmte Färbungen von den Jägern bevorzugt und es gab zusätzlich die Einkreuzung von weiteren Rassen, so dass sich die unterschiedlichen Setter langsam herausprägten.  Es gab noch keine einheitlich aussehenden Setter, sie waren langhaarig und kurzbeiniger als heutzutage und konnten in allen Farbvarianten vorkommen. Wichtig waren allein ihre Fähigkeiten als Jagdgehilfen.

Die Setter haben sich nach Ansicht heutiger Kynologen im Wesentlichen aus Spaniels und Pointern entwickelt.

Mitte des 19.Jahrhunderts entstanden die vier unterschiedlichen Setter-Rassen je nach Region und Einsatz:

Beim Gordon Setter werden Einkreuzungen von Black-and-Tan-Collies und Bloodhounds vermutet.

Bereits vor über 350 Jahren gab es schwarz-braune Setter, die in Schottland zur Jagd verwendet wurden. Bereits im 19.Jahrhundert waren sie in Schottland und England sehr beliebte Jagdhunde. Sie wurden primär im schottischen Hochland eingesetzt, wo robuste und sportliche Hunde benötigt wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen erste Exemplare auch nach Deutschland und in die USA.

Der Name stammt aus dem schottischen Adel

Gordon Setter sind eine der wenigen Hunderassen, die nach einem Menschen benannt wurden. Alexander Gordon, der 4. Duke of Gordon (1743-1827) aus dem schottischen Hochadel, war über lange Jahre Liebhaber und Züchter von Settern auf seinem Schloss, wobei er die Black-and-Tan-Setter bevorzugte. Er liebte die Jagd und hielt Jagdfalken und Setter, daneben auch Deerhounds. Nach ihm wurden die Gordon Setter benannt, die zunächst noch Castle-Setter genannt wurden. Diese Hunde waren nicht nur ausgezeichnete Vorstehhunde, sondern sie konnten auch Schafherden treiben. Die Zucht wurde von seinen Nachfahren weitergeführt.

Gordon Setter kommen bei deutschen Jägern nicht gut an

Als gegen Ende des 19.Jahrhunderts Gordon Setter nach Deutschland kamen, waren hier jedoch weniger die englischen Vorstehhunde als bei der Jagd die Allrounder gefragt. Durch die dann folgenden beiden Weltkriege nahm die Zahl der Gordon Setter in Deutschland noch weiter ab. Nach dem zweiten Weltkrieg (1939-1945) gab es nur noch wenige Exemplare in Deutschland. Erst in der späten Nachkriegszeit begann mithilfe von Importen eine neue Zucht.

Wichtige Daten in der Geschichte der Gordon Setter

  • 1842 erster Import von Gordon Settern in die USA: George Blunt und Daniel Webster brachten einen Rüden namens Rake und eine Hündin namens Rachel nach New York.
  • 1873 Gründung des englischen Kennel-Club "The Kennel Club", 1874 wurde das erste Kennel Club Stud Book veröffentlich. Hier wurden Setter nach Farben getrennt. Der Gordon Setter hieß zu dieser Zeit noch "Black-and-Tan-Setter".
  • 1878 gehörten Gordon Setter zu den neun ersten Rassen, die in Amerika registriert wurden
  • 1884 Anerkennung im American Kennel Club
  • Ende 19.Jahrhundert: Gordon Setter kommen nach Deutschland
  • 1924 Umbenennung in Gordon Setter

Gordon Setter im Überblick

Sportliche Menschen für ausdauernden Schotten gesucht

Gordon Setter sind etwas für sehr sportliche Menschen, die Lust auf eine jagdliche Führung ihres Gordi haben oder gern ihren Hund erziehen und eine vergleichbare Ausbildung und Beschäftigung mit ihrem Hund ausüben. Ein einfacher Grundgehorsam und normale Spaziergänge reichen einem Gordon Setter einfach nicht aus. Wenn er genügend Freilauf in der Natur hat und gut ausgebildet ist, ist der freundliche und stürmische Hund auch ein ausgeglichener Begleit- und Familienhund.

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