Training

Dummytraining mit dem Hund

Beim Dummytraining werden Hunde zum Suchen und Apportieren von Wildattrappen (Dummy) im freien Gelände trainiert. Dabei werden jagdähnliche Aufgaben an die Hunde gestellt wie z.B. abwarten, beobachten, suchen, apportieren, sich lenken lassen. Dummies bestehen meist aus Stoff (Segeltuch oder Canvasstoff) und sind mit etwas beschwerendem wie Sägemehl oder Kunststoffgranulat gefüllt. Als eine Variante gibt es auch Prey- bzw. Futter-Dummies, die mit der Beute (englisch: Prey) gefüllt sind.

Schwarzer Labrador beim Dummy-Apportieren aus dem Wasser

Das Dummytraining ist mittlerweile zu einer eigenen Disziplin in vielen Vereinen geworden und hat eigene Prüfungsanforderungen. Es ist eine sehr abwechslungsreiche und anspruchsvolle Beschäftigung, die die Hunde sowohl körperlich als auch mental fordert und Mensch und Hund mit Spaß zu einem Team werden lassen kann. Man kann insbesondere auch mit einem Futterdummy auf Spaziergängen in einfachen Varianten dem Hund sehr sinnvolle und artgerechte Beschäftigungen geben.

Woher kommt Dummytraining? Was ist die Geschichte der Dummyarbeit?

Die Dummyarbeit entstand ca. Mitte des 20.Jahrhunderts in England und wurde zum Trainieren des jagdlich geführten Hundes außerhalb der Jagdsaison verwendet. Hierbei werden Dummys (Attrappen für das Wild, meist Leinensäckchen o.ä.) anstelle des Wildes zum Apportieren verwendet. Viele unterschiedliche Jagd-Situationen lassen sich mithilfe von Dummies nachstellen und üben.

Da die Dummyarbeit aus der Jagd mit Hunden heraus entstanden ist, findet ihr hier eine Unterscheidung der wesentlichen Aufgaben von Jagdhunden:

  • Vorstehhunde
    Vorstehhunde gehören zu den am häufigsten geführten Jagdhunden und verrichten fast alle Jagdhundarbeiten mit Ausnahme der Arbeit im Bau. Ihr herausragendes Merkmal ist das Vorstehen: Diese Hunde verharren sofort, sobald sie bei der Suche die Witterung des Wildes aufnehmen. Sie zeigen dem Jäger an, an welcher Stelle sich das Wild befindet. Auf Kommando springt der Hund auf und das flüchtende Wild kann geschossen werden. Typische Vorstehhunde sind: Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Kurzhaar, Deutsch-Langhaar, Deutsch-Stichelhaar, Griffon, Großer Münsterländer, Kleiner Münsterländer, Pudel-Pointer, Weimaraner, English Setter, Gordon Setter, Irish Setter, Irish Red & White Setter, Pointer, Magyar Viszla, Bretonischer Vorstehhund.
  • Stöberhunde
    Stöberhunde suchen eigenständig nach Wild, verfolgen und treiben es häufig auch mit entsprechenden Lauten für den Jäger (Spurlaute). Typische Stöberhunderassen sind z.B. Cocker Spaniel, Englisch Springer Spaniel, Welsh Springer Spaniel und der Deutscher Wachtelhund.
  • Retriever (Apportierhunde)
    Ende des 18.Jahrhunderts war auch ein Schießen über größere Distanzen möglich. Jetzt wurden Hunde für die Arbeit nach dem Schuss benötigt, die das Niederwild (Ente, Gans, Hase, Fasan, Rebhuhn, Schnepfen u.ä.) Suchen und Bringen. Sie bringen das geschossende Wild mit sog. „weichem Maul“ heran, was bedeutet, dass sie es nicht töten und auch nicht zerbeißen sollen. Diese Hunde sollen weder Wild hetzen noch die Spuren vom Wild verfolgen. Sie müssen gut gehorchen, eine Ruhe während der Jagd mitbringen und gleichzeitig hochmotiviert selbständig arbeiten. Die sechs Retrieverrassen sind: Labrador Retriever, Golden Retriever, Flat-coated Retriever, Cheseapeake-Bay-Retriever, Curly-Coated Retriever, Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever.

Dummyprüfungen und der Working-Tests:

In den Vereinen gibt es Dummyprüfungen und Working-Tests in jeweils drei unterschiedlichen Klassen:

  • Anfänger
  • Fortgeschrittene
  • Offene Klasse

Dabei sind die Aufgaben in den Dummyprüfungen genau vorgegeben (in der APD/O), während die Working-Tests frei gestaltbar sind. Sie beinhalten die klassischen Jagddisziplinen eines Retrievers:

  • Markieren – dein Hund merkt sich die Fallstellen
    Der Hund verfolgt das mit dem Dummy simulierte Jagdgeschehen ruhig neben dir: Du wirst den Dummy möglichst weit in ein für den Hund unübersichtliches Gelände und er verfolgt die Flugbahn und versucht, sich die Fallstelle des Dummies zu merken. Dies nennt man markieren und die Fallstelle marks. Erst auf dein Kommando sucht der Hund den Dummy (Triebkontrolle). Dein Hund soll lernen, die Entfernung und die Stelle sich gut zu merken und danach erfolgreich den Dummy zu suchen. Ein guter Jagdhund soll auch in der Lage sein, sich mehrere Fallstellen über größere Distanzen und längere Zeitpunkte zu merken. Somit muss er nicht in eine weiträumige Suche übergehen, sondern muss nur an der Fallstelle seine Nase einsetzen, was äußerst effizient und gewünscht ist. Bei mehreren Dummys soll der Hund einen nach dem anderen zurückbringen.

 

  • Suche

Kennt dein Hund die Fallstelle nicht, sei es, dass er nicht markieren konnte oder das Ziel einfach nicht sehen oder sich merken konnte, so geht er in die Suche über. Diese Nasenarbeit ist für den Hund sehr aufregend und auch anstrengend.  Selbständig macht er sich auf die Suche nach dem Dummy.

 

  • Einweisen
    Hiermit ist gemeint, dass du deinem Hund Hinweise gibst, wo er nach dem Dummy suchen soll, wenn ein Markieren und Suchen nicht erfolgreich waren. Der Dummy ist ohne Sicht des Hundes gefallen (blinds). Du unterstützt deinen Hund beim Suchen mit Handzeichen, Stimme und ggf. mit der Pfeife, sofern du diese verwendest. Wichtig ist dabei, dass der Hund sich von dir in das Zielgebiet lenken lässt und dann erst dort auf Kommando mit der eigenständigen Suche beginnt.

Für das Einweisen ist eine sehr gute Grundausbildung mit eigenen Sicht- und Hörzeichen nötig. Es müssen Befehle wie Voranschicken, nach rechts und links schicken, Zurückschicken, Zurückkommen, Stoppen als Teil des Einweisens sauber funktionieren. Die dazu nötigen Hör- und Sichtzeichen muss der Hund in einem Training zuvor sauber erlernen. Hier arbeiten Hund und Mensch eng und vertrauensvoll zusammen.

Sowohl die Distanzen als auch die Ablenkungen und die Übersichtlichkeit des Geländes variieren. Es kann zu Lande und zu Wasser gearbeitet werden. Bei dem Hund wird eine sog. Standruhe (englisch: Steadiness) gewünscht, er springt nicht vor dem Befehl und gibt auch nicht laut. In Working-Tests werden möglichst jagdnahe Situationen mithilfe von Dummies nachgestellt. Es gibt auch „Schnupper-Working-Tests“, die für Anfänger konzipiert wurden.

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