Schwarz-weißer junger Border Collie

Border Collie

Smarter, sensibler Workaholic

Der Border Collie ist Jahrhunderte lang für die Arbeit als Hütehund gezüchtet worden und diese Aufgabe erfüllt er mit Bravour. Seine außerordentliche Intelligenz und seine Sportlichkeit will er ausleben. Wenn nicht im Hüten von Schafen, so doch im Hundesport. Agility, Obedience, Suchen oder Trick-Training bringen vielen Border Collies Spaß. Für Menschen mit Zeit, Energie und Lust, sich mit ihm zu beschäftigen, kann der Border Collie ein wundervoller Begleiter und Familienhund sein.

Top Facts

  • Instinktsichere Hütehunde wie vor Jahrhunderten
  • Zuchtlinien: Arbeitshund und moderner Problemhund?
  • Ausdauernd, schnell und sportlich: für aktive Menschen
  • Liebenswürdig und freundlich, sofern sie ausgelastet sind
  • Intelligenter Arbeitshund: Aufgabe gesucht
  • Könige des Agility: wenn schon keine Schafe da sind...

Steckbrief Border Collie

Größe
46,0 - 56,0 cm
Gewicht
12,0 - 20,0 kg
Lebenserwartung
11 - 14 Jahre
Verwendung
Hüte- Treib- und Begleithund
Herkunft
Großbritannien
Fell
Mittellanges Fell
Wesen
Sehr intelligent, sensibel und aktiv

Charakter

Border Collies sind stark von ihrer Aufgabe als Hütehund geprägt

Was bedeutet es, einen Hütehund im Alltag zu erleben?

Border Collies sind als harte Arbeitshunde in England und Schottland zum Hüten der Schafe bei Wind und Wetter gezüchtet worden. Dies prägt auch heute extrem ihre Bedürfnisse, ihr Wesen und ihr Verhalten. Und nicht immer ist dieses Verhalten im normalen Alltag wünschenswert.

Sprinter und Marathon-Läufer: Hauptsache Bewegung

Hütehunde benötigen eine sehr gute Fitness und Ausdauer, um Herden von bis zu 1000 Schafen beisammen zu halten. Sie umrunden die Schafe, müssen blitzschnell reagieren und sehr schnelle Sprints einlegen, um Ausreißer wieder zur Herde zu bringen. Entsprechend hoch ist der Bewegungsdrang der Border Collies. Sie geben sich nicht mit Spaziergängen um den Block zufrieden, sondern benötigen ca. 2 Stunden Auslauf, bei dem sie sich auch wirklich einmal auspowern können.

Border Collies lernen schnell und gelten immer wieder als die intelligentesten Hunde

Border Collies sind sehr intelligent und sie lernen schnell. Sie müssen bereits auf feinste Signale der Schäfer in großer Entfernung reagieren. Dies bedeutet leider auch, dass sie blitzschnell unerwünschtes Verhalten annehmen können. Deshalb sind erfahrene Halter oder aber solche gefragt, die sich von guten Trainern gern unterstützen lassen.

Fixierende Blicke gepaart mit großem Selbstbewusstsein

Border Collies haben ihren eigenen Arbeitsstil entwickelt. Sie arbeiten nicht wie "huntaways" oder auch "heelers", die Schafe mit Bellen und leichtem Schnappen an den Läufen jagen. Als "strong-eyed-dogs" fixieren sie Schafe und zwingen ihnen ihren Willen und ihre Richtung auf. Sie sind dabei sehr selbstbewusst. Typisch sind ihre geduckte Haltung und ihr starrer Blick mit dem sie andere Tiere oder auch Menschen geradezu hypnotisieren. Das kann bei anderen Hunden schon mal zu Missverständnissen führen und schlecht ankommen. Aber auch Menschen können sich davon irritiert fühlen.

Border Collies reagieren sehr schnell und selbstständig auf Sichtreize

Border Collies müssen beim Hüten verloren gegangene Schafe selbständig aufspüren und wieder zur Herde zurückbringen. Als Hütehund darf ein Border Collie nicht lange überlegen, ob er ein Schaf, das sich von der Herde trennt, zurück holt. Er muss schnell und selbständig handeln. Dabei reagieren Borders sehr stark auf Sichtreize.

Unterforderte Border Collies können sich andere Objekte zum Treiben suchen, um ihrer Passion nach zu gehen. Auf Spaziergängen wird beispielsweise die Familie fixiert und umrundet. Wenn "das Schaf" gar nicht folgen will, kann auch Körpereinsatz folgen. Denn der Border Collie soll sich ja gegenüber Schafen durchsetzen.

Alle sich bewegenden Objekte eignen sich bestens für das Spiel des Fixierens und blitzschnellem Hinterherjagens. So auch Jogger, Radfahrer, Kinder oder sogar Autos. Dies ist natürlich nicht nur unerwünscht, es kann auch gefährlich sein und muss konsequent und liebevoll umgelenkt werden.

Hütehunde jagen doch nicht, oder? Hütehunde sind ursprünglich auch Jagdhunde gewesen, nur wurde ihnen das Zubeißen und Töten abtrainiert. Border Collies reagieren blitzschnell auf Bewegungsreize und es gibt nicht wenige Vertreter, die mangels Erziehung und anderer Aufgabe, hinter der vermeintlichen Beute hinter her jagen.

Der Border Collie braucht eine Aufgabe für seine Intelligenz und seine Sportlichkeit

Da die wenigsten unter uns über eine Schafherde verfügen, an der sich der Border Collie abarbeiten kann, sind alternative Beschäftigungen gefragt. Eine Hundesportart, die Intelligenz und auch Ausdauer erfordert ist Agility. Border Collies sind die Könige des Agility-Turniers.

Aber auch Obedience, Dog-Dancing oder Trick-Training sind sehr gute Möglichkeiten, deinen Border Collie zu beschäftigen und gemeinsam Spaß mit ihm zu haben. Border Collies verfügen übrigens auch über eine guten Geruchssinn, manchen bringt daher Nasenarbeit viel Spaß.

Wie intelligent Border Collies sind, zeigte Rico (1994-2008), der 250 Spielzeuge beim Namen erkennen konnte. Er wurde mit seinem Talent in TV-Shows wie "Wetten, dass..?" und auch Stern-TV berühmt.

Sehr gut fasst der Club für Britische Hütehunde die Bedürfnisse des Border Collies zusammen: "Der Border Collie ist ein anspruchsvoller Hund, der von seinem menschlichen Partner praktische wie geistige Aufgaben erwartet und eine konsequente Führung". Dem ist fast nichts mehr hinzuzufügen, außer…

Die manchmal hyperaktiven Arbeiter müssen Ruhe lernen

Kein Hütehund arbeitet ständig. Es gibt immer wieder Tage, in denen die Schafe im Stall bleiben und es keine Aufgabe für den Border Collie gibt. Auch daran ist diese Hunderasse gewöhnt. Border Collies würden sich selbst aber nie Ruhe gönnen und können sehr schnell hochfahren. Deshalb ist es so wichtig, ihnen Ruhepausen zu verordnen.

Border Collies werden schnell zu Ball-Junkies, denn die meisten Border Collies lieben Bälle. Aber Vorsicht: Der Jagd- und Hütetrieb kann hiermit erst so richtig befeuert werden. Euer Hund kommt dann einfach nicht mehr zur Ruhe. Daher sind Ballspiele für viele Border Collies tabu oder sollten nur in absoluten Maßen stattfinden.

Arbeitslinie und Showlinie

Es gibt bei Border Collies die sogenannten Arbeits- und auch die Showlinien. Die Arbeitslinie, aus der auch heute noch die besten Schafhütehunde hervorgehen, wird auf ihre Arbeitsleistung und ihre Fähigkeit Schafe zu hüten und die vielseitigen Kommandos des Schäfers zu verstehen, gezüchtet. Die Showlinie züchtet vermehrt auf Aussehen und man bemüht sich, Hunde zu züchten, die für den Alltag und Familien geeignet sind.

Dies schließt aber nicht aus, dass ein Border aus der Arbeitslinie nicht hüten mag oder dass bei einem Border aus der Showlinie doch wieder ein starker Hütetrieb durchkommt.

Wer Zeit, Energie und Lust hat, sich mit seinem Hund zu beschäftigen und ihn konsequent-liebevoll erzieht, aber auch Ruhe beibringt, der wird mit einem Border Collie glücklich werden. Ausgelastete und gut trainierte Border Collies können hervorragende Familienhunde sein. Aber sie sind keinesfalls der Familienhund, der nebenher läuft.

Intelligenz

Border Collies sind ausgesprochen intelligente und schnell lernende Hunde. Sie gelten als die intelligenteste Hunderasse. Ein Border Collie namens Rico (1994- 2008) wurde im Fernsehen berühmt, da er über 250 Spielzeuge unterscheiden konnte. Rico wurde zum Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen, die u. a. in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurden.

Aufmerksamkeit

Border Collies möchten ihrem Besitzer gefallen und haben einen ausgeprägten "Will-to-please", also einen sehr hohen Arbeitseifer gepaart mit einer starken Aufmerksamkeit. Dieser Hund möchte gefallen und arbeiten!

Energie

Border Collies haben als ausdauernde Hütehunde einen sehr hohen Bewegungsdrang. Sie benötigen ca. 2 Stunden Beschäftigung und Auslauf pro Tag.

Da Border Collies sehr schnell aufdrehen können und sich von allein keine Ruhe gönnen, müssen sie Ruhe lernen.

Zeitaufwand

Border Collies sind Arbeitshunde, aber die wenigsten werden bei uns auch zum Hüten von Schafen in Deutschland verwendet. Da sie intelligent, sportlich und eigenständig sind, benötigen sie eine konsequente Erziehung und eine Aufgabe, die sie mental fordert. Ebenso benötigen sie Ruhephasen, um nicht zu überdrehen.

Training

Als Hütehund und Workaholic benötigt der Border Collie eine Aufgabe, die ihn sowohl körperlich als auch geistig fordert. Natürlich nicht rund um die Uhr. Bei diesem agilen und sensiblen Hund, der seine Aufgaben immer erfüllen möchte, muss der Mensch auf Ruhephasen achten.

Die folgenden Hundesportarten und Beschäftigungen können Border Collies Spaß bringen:

  • Agility
  • Obedience
  • Turnierhundsport
  • Tricktraining
  • Dog-Dancing
  • Suchspiele
  • Fährtenarbeit

Wohnungstauglichkeit

Border Collies eignen sich auch für eine Wohnungshaltung, sofern sie genügend mentale und auch körperliche Auslastung haben. Bei der Wohnungshaltung ist zu bedenken, dass Border Collies durchaus zum Bellen neigen könnten.

Größere Hunde, die ihr nicht über längere Zeiträume tragen könnt, sollten besser in einer ebenerdigen Wohnung oder aber in einer Wohnung, die mit dem Fahrstuhl erreicht werden kann, gehalten werden. Denn: Welpen sollten keine Treppen steigen, bei Senioren oder im Krankheitsfall kann dies auch nicht mehr möglich sein. Einen Hund von einem Gewicht zwischen 12-20 kg könnt ihr zwar ausnahmsweise vielleicht tragen, aber über einen längeren Zeitraum sicherlich nicht.

Treue & Ergebenheit

Border Collies sind ihren Besitzern gegenüber sehr treu und ergeben, sofern dieser sie sensibel und konsequent behandelt und ihr Vertrauen nicht missbraucht.

Jagdtrieb

Es ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Hütehunde keinen Jagdtrieb haben. Bei Hütehunden wurde zwar das Reißen von Wild und Vieh herausgezüchtet, aber sie reagieren sehr auf Sichtreize und schleichen sich, ähnlich wie bei der Jagd, an das Wild bzw. Vieh heran und umrunden es.

Mit Pech und je nach Sozialisierung, Erziehung und Zucht jagt der Border Collie nicht nur hinter Wild hinterher, sondern er könnte es auch reißen. Schnell, ausdauernd und geschickt genug ist er auf jeden Fall.

Alleinsein

Besitzer von Border Collies haben häufig das Gefühl, dass ihnen ein zweiter Schatten folgt: ihr Hund. Border Collies sind sehr menschenbezogen, dabei aber auch selbständig. Bei frühzeitiger Gewöhnung und Vertrauen sollten sie wie alle Hunde auch ein paar Stunden allein bleiben können.

Hunde sollten generell nicht länger als vier Stunden alleingelassen werden.

Bellen

Border Collies können bei Aufregung - und diese Hunde lassen sich sehr schnell auf 180 bringen! - viel bellen. Es gibt sehr ruhige Vertreter dieser Rasse, aber leider auch das Gegenteil

Wachsamkeit

Auch Hütehunde wie der Border Collie bewachen gern. Sie können von extrem territorial bis gelassen vorkommen. Innerhalb der Showlinie gibt es Vertreter, die Fremde kurz beäugen und sich dann über sie freuen. In der Arbeitslinie dagegen sind eher Vertreter zu finden, die sich ohne eine konsequente und liebevolle Erziehung sehr territorial verhalten. Dies geht von "Ich lasse keinen Fremden in die Wohnung" über "Dies ist mein Platz und keiner hat hier etwas zu suchen".

Beschützer

Als reine Beschützer eignen sich Border Collies eher nicht, wenn viele von ihnen sicherlich auch ihre Menschen verteidigen würden.

Verträglich mit Hunden

Auch hier gilt: frühe Sozialisierung mit anderen Hunden und das Vermeiden von schlechten Erfahrungen in der Prägezeit ist die beste Voraussetzung für eine spätere Verträglichkeit. Border Collies haben nicht immer großes Interesse an ihren Artgenossen und können auch Zähne zeigen, wenn ihnen ein anderer Hund als zu aufdringlich erscheint. Ihren hypnotischen Fixierblick und das geduckte Anschleichen, führt bei anderen Hunden leicht zu Irritationen und Kommunikationsproblemen.

Verträglich mit Tieren

Aufgrund des ausgeprägten Hüte- und Jagdtriebes ist eine Verträglichkeit mit Katzen und anderen Tieren nicht automatisch gegeben. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber dies erfordert sehr viel Geduld.

Kinderfreundlich

Border Collies sind von ihrem Naturell her Kindern gegenüber freundlich gestimmt. Die Hunde sollten konsequent und liebevoll erzogen und frühzeitig an Kinder gewöhnt werden. Sofern sie ausgelastet sind, können Border Collies auch gute Familienhunde sein.

Gleichzeitig sollten auch die Kinder lernen, mit Hunden richtig umzugehen. Auch hier kommt es auf die Zuchtlinie an, ein Border Collie aus der Arbeitslinie könnte mit höherer Wahrscheinlichkeit versuchen, die Kinder als seine "Schafe" anzusehen. Dann können Probleme mit Kindern auftreten: Border Collies, die beginnen, Kinder zu hüten, können diese - wenn sie ihrem Wunsch nicht nachkommen - auch mit Bissen verletzen. In einer Beißstatistik der USA (1994-2013) in der Bisse von Hunden an Kindern protokolliert und untersucht wurden, lagen die Collie-Rassen mit Platz 7 erstaunlich weit vorne.

Verträglich mit Fremden

Border Collies hatten als ursprüngliche Arbeitshunde wenig Kontakt zu Menschen. Daher ist bei ihnen eine gute Sozialisierung und Gewöhnung an Fremde besonders wichtig. Aufgrund des Hütetriebes werden Fremde, die sich bewegen oder in Entfernung sind, gern auch als Treibobjekt angesehen, was natürlich unerwünscht ist. Generell sind gut sozialisierte und erzogene Border Collies aber höflich und freundlich gegenüber Menschen und damit auch Fremden.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Gesund mit rassespezifischen Schwächen

Border Collies sind zwar robuste und relativ natürliche Hunde, aber sie sind durchaus für einige genetische Erkrankungen der Augen, des Nervensystems und des Stoffwechsels anfällig und reagieren sehr sensibel z.B. auf Medikamente oder auch auf Futtermittel. Auch Epilepsie ist immer häufiger ein Thema bei Border Collies. Von HD und auch Herzerkrankungen bleiben Border Collies leider auch nicht verschont. Deshalb empfiehlt es sich, auf seriöse Züchter zu achten, die ihre Zuchthunde zuvor auf bei Border Collies häufig auftretende Erkrankungen getestet haben und somit das Risiko der Welpen zu erkranken deutlich minimieren.

Robustheit

Border Collies sind relativ robuste und natürliche Hunde, doch recht sensibel und mit einigen genetischen Erkrankungen in den Zuchtlinien geplagt.

Krankheiten

Folgende Krankheiten können bei Border Collies häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten. Am besten ihr fragt eure Züchter, auf welche Erkrankungen die Elterntiere getestet worden sind.

Die folgenden Erkrankungen können bei Border Collies wesentlich häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten:

Die folgenden Erkrankungen treten bei Border Collies etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auf:

Verträgt Hitze

Der Border Collie kann Wärme trotz seines dichten Fells mit Unterwolle relativ gut vertragen. Für Hitze ist er allerdings nicht gemacht.

Verträgt Kälte

Border Collies können Kälte gut vertragen.

Pflege

Die Pflege-Tipps für den Border Collie

Border Collies sind nicht sehr pflegeintensiv. Allerdings solltet ihr das dichte und lange Haarkleid regelmäßig bürsten und kämmen. Es sollte mindestens wöchentlich und während des Fellwechsels auch täglich gebürstet werden.

Wie bei allen Hunden sollten die Pfoten regelmäßig überprüft und bei Bedarf gepflegt werden. Insbesondere die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden, wenn sie sich nicht von selbst ablaufen. Lese-Tipp: Pfotenpflege beim Hund.

Da Border Collies viele Haare und mehr oder minder hängende Ohren haben, können diese zu schlechter Durchlüftung neigen und sollten regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Lese-Tipp: Ohrenpflege beim Hund.

Border Collies können zu Augenerkrankungen neigen, weshalb es besonders sinnvoll ist, die Augen regelmäßig zu kontrollieren. Lese-Tipp: Augenpflege beim Hund.

Vorsicht bei Floh- und Zeckenschutz bei Border Collies

Da Border Collies unter MDR1 oder Epilepsie leiden können, solltet ihr ausschließlich Floh- und Zeckenmittel bei Border Collies verwenden, die auch bei diesen Erkrankungen angewendet werden können. Lasst euch von eurem Tierarzt beraten. Ihr könnt euren Border Collie auf MDR 1 testen lassen, bevor ihr Arzneimittel anwendet. Es gibt spezielle Zeckenschutzpräparate, die für diese Hunde geeignet sind. Auch bei Hunden mit Epilepsie sind viele der Zecken- und Floh-Mittel mit Vorsicht oder vielleicht besser gar nicht anzuwenden. Lese-Tipp: Zeckenschutz: So schützt du deinen Hund vor Zecken.

Weiter Lese-Tipp: Zahnpflege beim Hund.


Baden

Border Collies - und auch alle anderen Hunderassen müssen nicht regelmäßig gebadet und shampooniert werden. Sollten sie aber riechen, z.B. weil sich ihr Hund genüsslich in etwas übel riechendem gewälzt hat, dann ist ein Bad einfach aus Sicht des Besitzers fällig.

Kämmen & Bürsten

Bei beiden Fellvarianten (Kurz- und Langhaar) gilt: mindestens ein bis zweimal die Woche sollte der Hund gut gebürstet werden. Während des Fellwechsels dagegen ist ein tägliches Bürsten angesagt.

Haaren

Border Collies neigen insbesondere während des Fellwechsels verstärkt zum Haaren.

Schneiden & Trimmen

Border Collies müssen weder geschoren noch getrimmt werden. Auch im Sommer sollte ihr Fell auf keinen Fall gekürzt werden, da dies die Fellstruktur zerstören und den Hund für Sonnenbrände anfällig machen kann.

Für Allergiker geeignet

Border Collies unterliegen dem saisonalen Haarwechsel und verlieren ihr Fell. Gerade in dieser Zeit können sie stark haaren. Sie zählen nicht zu den hypoallergenen Hunderassen, die weniger Allergien beim Menschen auslösen.

Es gibt keine Hunderasse, die zu 100% hypoallerg ist und keine Allergien beim Menschen auslöst. Denn jede Person und ihre Allergie sind individuell und es ist immer ratsam, bei bestehender Allergie gegen Tiere oder Verdacht auf diese, dies vor der Anschaffung des Hundes an genau dem Hund zu testen, der einziehen soll.

Wenn ihr euch trotz Allergie einen Hund anschaffen möchtet, empfehlen wir euch diesen Artikel: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Sabbern

Da Border Collies eine lange Schnauze haben, neigen sie nicht zum Sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Auf eine natürliche und ausgewogene Ernährung achten

Die Ernährung des Border Collies hat - wie bei allen Lebewesen - einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. Eine artgerechte und möglichst natürliche Ernährung mit viel Fleisch und allen wichtigen Nährstoffen hilft, den Border Collie gesund zu halten. 

Sonderfall Border Collie: Bei Border Collies kann das Imerslund-Gräsbeck-Syndrom häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten. Sollte euer Border Collie am Imerslund-Gräsbeck-Syndrom erkrankt sein, so ist eine rechtzeitige und dauerhafte Zufuhr von Vitamin B12 notwendig, da betroffene Hunde Vitamin B12 (Cobalamin) nicht ausreichend aus der Nahrung aufnehmen können und es zu schweren und dauerhaften Schädigungen des Gehirns und des zentralen Nervensystems kommen kann. 


Verfressenheit

Border Collies sind im allgemeinen nicht sonderlich verfressen, lieben aber ihr Futter. Aufgrund ihres intensiven Bewegungsdranges sollten sie nicht zu Übergewicht neigen, es sei denn der Halter begeht schwere Ernährungsfehler.

Aussehen

Wendige, meist mehrfarbige Hunde mit längerem Fell

Border Collies sind athletische, wendige mittelgroße Hunde, die lange Zeit auf ihre Arbeit als Hütehunde und weniger auf Aussehen gezüchtet wurden.

Deshalb können sie auch in Größe, Farbe und Erscheinungsform durchaus variieren: Ihr Fell kann kurz oder lang sein, ihre Ohren können stehen oder auch kippen. Meist sind sie mehrfarbig, da der Schäfer sie damit gut von den Schafen optisch unterscheiden konnte auf lange Distanz.

Sind sind zwischen 46-56cm hoch und werden 12-20kg schwer.

Sie sind auf Ausdauer als auch auf kurze, schnelle Sprints gezüchtet, um Schafherden von über 1.000 Tieren beisammen zu halten und zu treiben. Die Bewegungen sind fließend, bekannt ist der geduckt schleichende, schnelle Trab und der fixierende Blick.

Fell

Das Fell des Border Collies kann sowohl kurzhaarig als auch halblanges Haar haben. Auch dieses sollte im Gesicht, an den Ohren und an den Läufen kurz und glatt sein. Das Deckhaar ist dabei immer dicht und mit einer weichen und ebenfalls dichten Unterwolle versehen, damit der Border bei jedem Wetter geschützt ist.

Farbe

Bei Border Collies ist eine Vielzahl an Farben erlaubt, aber laut FCI soll Weiß nie die vorherrschende Farbe sein.

Folgende Farbkombinationen kommen bei Border Collies häufig vor:

  • Zweifarbig schwarz-weiß
  • Dreifarbig (tricolor) mit meist schwarzer Grundfarbe, sowie braunen und weißen Abzeichen
  • Tan-farben: schwarz mit braunen Abzeichen. 


Die Farbe der Nase kann je nach Fellfarbe schwarz, braun oder dunkelgrau ausfallen.

Geschichte und Herkunft

Hütehunde waren seit der Neusteinzeit gefragt

FCI Norm

Nummer: 297

Herkunft

Das Ursprungsland der Border Collies ist Großbritannien. Sie kommen sie aus dem Grenzland zwischen England und Schottland.

Geschichte

Der Mensch hat Hunde bereits in der Steinzeit als Beschützer und zur Unterstützung während der Jagd in seiner Nähe gehalten. Erst in der Neusteinzeit (in Europa so zwischen 5.500-2.200 v. Chr.) mit einsetzender Sesshaftigkeit der Menschen kam auch die Aufgabe für die Hunde hinzu, Viehherden zu treiben und zu beschützen. Ursprünglich wurden übrigens Rentiere von Hunden gehütet.

Nordische Hunderassen als Vorfahren?

Vermutlich stammen die meisten Hütehunde, so auch Collies, von den frühen nordischen Hunderassen ab. Diese besaßen schon ein dichtes Fell mit Unterwolle sowie Steh- oder Kippohren. Dabei waren sie aufgeweckt und temperamentvoll.

Mit verschiedenen Invasoren kamen erste Nachfahren dieser nordischen Hunderassen nach England und vermischten sich dort mit einheimischen Hunden. Bereits 55 v. Chr. landete Caesar das erste Mal auf der Insel. Ab 43n. Christus unter Claudius begann die über 350 Jahre währende römische Herrschaft. Die Römer brachten ihr Vieh und ihre großen Hütehunde mit auf die Insel. Ab 789 waren es die Wikinger, die in England landeten. Sie brachten kleinere und wendigere Hunde auf die Insel. Aus all diesen unterschiedlichen Hunden wurden die besten Hütehunde auf der Insel gezogen.

Die Schafzucht in England benötigt fähige Hütehunde

Ab dem 15. Jahrhundert begann sich in England die Schafzucht auszubreiten und mit ihr  entwickelte sich auch die Wollindustrie. Immer größere Schafherden benötigten gute Hütehunde.

Im Mittelalter zeigen Darstellungen Hütehunde, die Schafherden in England und Schottland zusammen treiben, die den Border Collies bereits nicht unähnlich sind. Erste Beschreibungen des Aussehens und der Arbeitsweise von mittelgroßen Hütehunden gab es in England 1570 von Dr. John Caius im Buch der englischen Hunde (De Canibus Britannicus, A Treatise on Englishe Dogges). Diese Hütehunde waren die direkten Vorfahren der Border Collies.

Die smarten Workaholics machen die Hütewettbewerbe ab 1873 beliebt

Eine planmäßigere Zucht erfolgte in Schottland Ende des 19.Jahrhunderts mit dem Aufkommen von Hüte-Wettbewerben, die sogenannten "Sheepdogtrials", die von der "International Sheep Dog Society" (ISDS) zum ersten Mal 1873 ins Leben gerufen wurden. Die Zucht zielte bei den Border Collies auf das hypnotische Fixieren der Schafe "strong-eyed dog", um ihnen den Willen und die Richtung aufzuzwingen. Die Wettbewerbe erfreuen sich in England bis heute großer Beliebtheit.

"Old Hemp" – Stammvater der Border Collies

Ein Rüde ragte hier besonders heraus und wurde aufgrund seiner Fähigkeiten zur Zucht vielfach eingesetzt. "Old Hemp" (1893-1901), der dem Schäfer Adam Telfer gehörte, gilt als Stammvater der heutigen Border Collies.

Als 1915 das Zuchtbuch der Rasse Border Collie von der "Sheep Dog Society" geführt wurde, war "Old Hemp" der neunte Eintrag von 300.000 Hunden. Wobei gesagt sei, dass er nur zu spät eingetragen wurde, sonst wäre er an erster Stelle gewesen.

Bei allen Hüte-Wettbewerben, die von der "Sheep Dog Society" zwischen 1906 bis 1951 stattfanden, gewannen fast ausschließlich die Nachfahren von "Old Hemp", dem 2014 ein Denkmal gesetzt wurde.

Woher stammt der Name "Border Collie"?

Der erste Teil ist schnell beantwortet: Das englische Wort "border" bedeutet Grenze. Den ersten Teil seines Namens erhielt der Border Collie von der Grenzregion zwischen England und Schottland, wo er seine Hütearbeit in den Hügeln und Bergen verrichtete. "Collie" ist heutzutage der englische Begriff für alle Schäfer- oder auch Arbeitshunde als auch für die bekannte Hunderasse "Collie". Der Ursprung des Wortes "Collie" ist allerdings etwas umstritten.

Fest steht, dass der Name bis Anfang des 19. Jahrhunderts noch "Colley", ab da dann "Collie" geschrieben wurde. Über den Ursprung der Wortbedeutung gibt es folgende Varianten, wobei die letzte die wahrscheinlichste ist:

  1. Der Ursprung könnte auf das lateinische Wort "collaborare", also "zusammenarbeiten" zurückgehen, was insofern logisch erscheint, als dass die Hunde eng mit ihren Besitzern und mit den von ihnen zu hütenden Schafen zusammenarbeiten mussten.
  2. Das Walisische "Coelio", was treu, vertrauenswürdig bedeutet, liegt dem Begriff "Collie" ebenfalls sehr nah und passt haargenau auf den Hundetyp.
  3. Viele suchen den Ursprung des Wortes "Collie" im Gälischen "colley", das "zurückzuführen" oder auch "nützlich" bedeutet. Und dies klingt natürlich sehr einleuchtend, wenn man sich die Aufgabe des Collies ansieht: er führt die Schafe zurück zum Stall oder zu seinem Besitzer.
  4. Am wahrscheinlisten ist aber die folgende Namenserklärung, die wesentlich einfacher ist: "Cal" bedeutet im Angelsächsischen "schwarz". Dies könnte der Ursprung für den Begriff "Collie" sein, da die Hunde in Schottland ursprünglich das Schwarzkopfschaf hüteten, das aufgrund seines schwarzen Kopfes eben "Colley" genannt wurde.

Rassestandard und Anerkennung der Rasse

Interessant zu wissen: Die "International Sheep Dog Society" hat bis heute (2021) keinen Rassestandard für die Border Collies herausgebracht, denn für sie zählt ausschließlich die Arbeitsleistung und nicht das Aussehen.

  • 1961 wurde der Border Collie vom United Kennel Club in den USA anerkannt.
  • 1976 wurde der Border Collie vom The Kennel Club in England anerkannt und ebenfalls von der FCI anerkannt.
  • 1978 übernahm der Club für Britische Hütehunde die zuchtbuchmäßige Betreuung.
  • 1995 wurde der Border Collie vom American Kennel Club anerkannt. Dies ist übrigens dasselbe Jahr, in dem der Film "Ein Schweinchen namens Babe" herauskam. Die Geschichte des Ferkels Babe, das mit den Welpen der Border Collie-Hündin Fly seine Abenteuer erlebt, hat Border Collies weltweit beliebt gemacht.

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Zuchtlinien und nicht nur reine Arbeitslinien. So z.B. die Show-Linie, die mehr Wert auf Aussehen, Familientauglichkeit und ruhigere Hunde legt.

Border Collie im Überblick

Border Collies - Sensible Arbeitshunde mit starkem Hütetrieb


Border Collies sind eine sehr auf das Hüten gezüchtete Hunderasse. Sie sind sehr ausdauernd, schnell, sportlich und leicht trainierbar. Aber sie sind trotz ihrer Liebenswürdigkeit keine Anfängerhunde, denn sie sind intelligent und selbständig. Der Hütetrieb ist aus keiner Zuchtlinie wegzudenken und kann im Alltag zu starken Problemen führen, wenn der Hund nicht konsequent und dabei liebevoll von Anfang an erzogen wird. Für Menschen, die Hunde erziehen können und mit ihnen arbeiten möchten ist dieser sensible und arbeitsfreudige Hütehund ideal.

Auflagen

Merle - eine Schönheit mit Preis

Mit Merle wird eine besondere Aufhellung, Schattierung des Felles bezeichnet, mit der häufig auch ein oder sogar zwei blaue Augen einhergehen. Diese sehr beliebte Optik hat jedoch ihren Preis. Wenn auch nicht jeder Merle-Hund gleich ein Krankheitsbild aufweisen muss, so sind Züchtungen mit zwei Trägern definitiv krank, aber auch Träger des Gens können bereits Symptome aufweisen. Bei Merle-Züchtungen treten bei den Welpen häufig angeborene Defekte wie Taubheit und Blindheit auf. Deshalb ist diese Zuchtvariante in Deutschland verboten und wird als Qualzucht bezeichnet.

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