Training

Hundesport Agility - Geschicklichkeitstraining mit Tempo für Hund und Mensch

Agility ist eine Hundesportart, bei der Hunde einen mit unterschiedlichen Hindernissen ausgestatteten Parcours möglichst fehlerfrei und schnell neben ihrem Menschen durchlaufen sollen. Die Kommunikation und das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund sind bei diesem Hundesport ebenso entscheidend wie sauberes Arbeiten unter Zeitdruck. Der Mensch läuft neben dem Hund über den Parcours und lenkt ihn mithilfe von Laut- und Sichtzeichen, sowie über seine Körpersprache.

Agility ist ein Hundesport, der für große und auch kleine Hunde geeignet sein kann

Sowohl der Hund als auch der Mensch benötigen viel Körpergefühl und Koordinationsgeschick bei sehr schnellen Bewegungen. In den Wettbewerben gewinnt das Hund-Mensch-Team, das den Agility-Parcours mit den wenigsten Fehlern und in der kürzesten Zeit absolviert.

Agility kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "Geschicklichkeit", "Beweglichkeit", "Wendigkeit". Auch das deutsche Wort agil hat denselben Wort-Ursprung und bedeutet nichts anderes als geschickt, beweglich, mobile, wendig. 

Warum sollte ich Agility mit meinem Hund betreiben?

Agility sollte kein verbissener Sport sein, sondern in erster Linie sowohl dem Hund als auch dem Menschen Spaß bringen. Die Bewegung hält sowohl Hund als auch Mensch fit. Der Hund hat Spaß am Laufen, Springen und den Aufgaben. Der Gehorsam und die Kommunikation werden gemeinsam gut trainiert.

Die Aufgaben sind sowohl geistig als auch mental fordernd und sorgen für einen ausgeglichenen und zufriedenen Hund. Gleichzeitig ist es ein gemeinsamer Sport und Spaß, wie beim Spielen und festigt die Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Agility kann auch ohne Wettbewerbe Spaß bringen. 

Gefahren beim Agility – gesundheitliche Risiken für meinen Hund 

Agility fördert die Fitness und kann auch die Beziehung zwischen Hund und Mensch intensivieren. Doch ist wie bei allen Sportarten auch das Verletzungsrisiko erhöht. Studien zufolge ist die A-Wand das Hindernis, das die höchste Verletzungsgefahr birgt. Die Schulter der Hunde ist am häufigsten betroffen, gefolgt von Rücken, Zehen und Nacken. Je größer die Erfahrung der Hundesportler ist, desto mehr sinkt das Verletzungsrisiko, da sie ihre Bewegungen optimieren.

Wie eingangs erwähnt, sollte dein Hund nur in gesundem Zustand Agility betreiben, so wie du auch nur Sport betreibst, wenn du gesund bist. Selbstverständlich sollten weder zu junge Hunde, die noch nicht ausgewachsen sind teilnehmen. Daher dürfen Hunde auch erst ab 18 Monaten überhaupt an Wettkämpfen teilnehmen. Dass weder läufige noch trächtige Hündinnen teilnehmen sollten, ist auch selbstverständlich.

Allerdings ist Agility für Hunde zumindest in Wettkämpfen mit Hochleistungssport vergleichbar. Die Gelenke, Sehnen und Muskeln werden bei Sprüngen und Wenden stark beansprucht, was zu Verletzungen und Überbelastung führen kann. Deshalb sollte auch eine Aufwärmphase, genügend Ruhe nach dem Training und vor allem nicht zu häufiges und nicht zu langes Training, dass sich langsam aufbaut, berücksichtigt werden. Und nicht jeder Hund ist ein Hochleistungssportler oder muss es werden. Ihr könnt auch zum Spaß und ohne Zeitdruck einzelne Elemente des Agility üben, ohne an Wettbewerben teilzunehmen.

 

Ist Agility für jede Hundeart geeignet?

Agility eignet sich für fast alle Hunde, sofern sie einen Grundgehorsam haben und über gesunde Gelenke verfügen. Für besonders große und schwere oder gar übergewichtige Hunde belastet diese Sportart die Gelenke zu stark. Kranke Hunde sollten körperlich fordernde Hundesportarten natürlich auch nicht ausüben. Der Grundgehorsam ist deshalb nötig, da die Hunde den Parcours ohne Leine und nur auf Zuruf und Zeichen des „Hundeführers“ durchführen. (Ich sage Hundeführer und nicht Besitzer, da durchaus auch andere Menschen als der Besitzer mit dem Hund den Parcours durchlaufen können.)

Aufgrund der körperlichen Belastungen und auch aufgrund der Belastungen der Gelenke sollte jeder Hund behutsam an Agility herangeführt werden und ausgewachsen sein. An Wettbewerben können Hunde ab 18 Monaten teilnehmen.

Sehr häufig sieht man die wendigen, schnellen und schlauen Hütehund-Arten, insbesondere Border Collies. Dagegen sind viele größere Hunde häufig ohne Chance auf einen Gewinn.

Hunde sollten sinnvollerweise auf HD und ED (typische Gelenkserkrankungen) zuvor untersucht bzw. geröntgt sein.

Da es im Agility unterschiedliche Größen-Klassen für die Hindernisse gibt, eignet sich Agility sowohl für kleine, als auch für mittlere und große Hunde. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade lassen Anfänger gut einsteigen.

Das Wichtigste an Agility ist, dass es dir und deinem Hund Spaß bringt. Verbissenheit und übersteigerter Ehrgeiz sollten auf dem Agility-Parcours nichts zu suchen haben.

 

Ist Agility auch etwas für kleine Hunde? Dies sind die Größenklassen

Agility ist ein Hundesport, der sowohl für kleine, als auch für mittlere und große Hunde Spaß bringt und sinnvoll sein kann.

Die Größenklassen/Kategorien im Agility:

  • S = Small (Widerrist ist niedriger als 35cm)
  • M = Medium (Widerrist liegt zwischen 35-42,9 cm)
  • L = Large (Widerrist ist höher als 43cm)

Welche Leistungsklassen gibt es im Agility? Kann ich auch mit einem Senior teilnehmen?

Es gibt folgende vier Leistungsklassen, wobei das Mindestalter 18 Monate beträgt und die Einstiegsklasse ist. Die Seniorenklasse ist erst später eingeführt worden, damit auch ältere Hunde an den Wettbewerben teilnehmen können.

Leistungsklassen im Agility:

  • A1 (ab 18 Monaten)
  • A2
  • A3
  • Senioren (ab 6-7 Jahren)

 

Wie sieht ein Agility-Parcours aus? 

Agility eignet sich für viele Hunderassen, sofern sie einen Grundgehorsam haben und über gesunde Gelenke verfügen. Für besonders große und schwere oder gar übergewichtige Hunde ist diese Sportart zu sehr belastend für die Gelenke. Kranke Hunde sollten körperlich fordernde Hundesportarten natürlich auch nicht ausüben.

Der Agility-Parcours besteht aus 12-20/22 sehr unterschiedlichen Hindernissen. Die Überwindung dieser Hindernisse erfordert Fähigkeiten des Hundes wie Konzentration, gute Kommunikation mit dem Menschen, Schnelligkeit, Körperbeherrschung und Genauigkeit in der Ausführung der Aufgaben. Insbesondere ist auch Flexibilität gefragt, denn jedes Hindernis stellt den Hund vor eine andere Aufgabe.

Die Hindernisse werden immer wieder neu kombiniert und in unterschiedlichen Größen und Schwierigkeitsgraden aufgestellt. 

Welche Hindernisse gibt es im Agility?

1. REIFEN - Zirkusreifer Sprung durch einen hoch aufgehängten Reifen

Die Reifen werden in unterschiedlichen Höhen aufgehängt und müssen vom Hund durchsprungen werden. Dabei darf der Hund im Gegensatz zu den Hürden, den Reifen auch berühren. Der Reifen sollte einen Durchmesser von 45-60cm haben. Die Höhe des Reifens hängt von den Größenklassen des Hundes ab. Gemessen wird vom Reifenmittelpunkt zum Boden:

  • S = 55cm
  • M = 55cm
  • L = 80cm 

2. LAUFSTEG - Balancier-Geschick und Präzision im Auf- und Abstieg

Auf dem Laufsteg, der auch Passerelle (frz. für Übergang) ist auf der einen Seite Balancier-Geschick gefragt, aber auch Genauigkeit beim Hoch- und Heruntergehen der beiden Rampen. Jeder Laufsteg ist 30cm breit und besteht aus einer Rampe zum aufsteigen, einer waagerechten Lauffläche und einer Rampe zum absteigen. Die Höhe der Lauffläche variiert zwischen 1,2-1,3 Metern.

Das Besondere am Laufsteg sind die sogenannten Kontaktzonen auf den unteren Teilen der Rampen, die farblich markiert sind und vom Hund mit mindestens einer Pfote berührt werden müssen.

Die Maße des Laufsteges in der Übersicht:

  • Breite: 30cm
  • Höhe: 1,2-1,3m
  • Länge der einzelnen Elemente: 3,6-3,8m

3. SLALOM - Auch hier sind Schnelligkeit und Präzision gefragt

Die Hunde laufen im Slalom um insgesamt 12 Slalom-Stangen, die ca. 1-1,2 Meter hoch sind und im Abstand von ca. 60 cm in einer geraden Linie hintereinander stehen. Der Hund muss immer rechts von der ersten Stange in den Slalom einlaufen. Bricht der Hund ab, so kann er zu derselben Stelle aber mit Punktabzug noch einmal geführt werden. Ziel ist es, alle Stangen sauber im Slalom auf Schnelligkeit zu durchlaufen.

4. DIE WIPPE - Mut, Körperbeherrschung und Präzision

Hierzu gehört sowohl Mut als auch absolute Körperbeherrschung und Geschicklichkeit: Der Hund geht auf eine Wippe, die zum Eingang vor ihm unten liegt. Er balanciert über die Achse und kippt mit der Wippe nach unten, um auf der anderen Seite wieder nach unten zu gelangen. Hierbei muss er die Kontaktzonen beim Aufstieg und beim Verlassen der Wippe mit einer Pfote berühren.

5. TUNNEL - Mit Mut und Tempo durch die Dunkelheit

Der Hund läuft durch den Tunnel, der mit anderen Hindernissen kombiniert sein kann und von unterschiedlicher Länge und Form sowie Farbe sein kann. Dabei gibt es unterschiedliche Tunnelarten wie z.B. Stoff- bzw. Sacktunnel oder Kunststofftunnel.

6. DIE A-WAND - Ein steiler Auf- und Abstieg mit Geschick

Die A-Wand, auch Schrägwand genannt, besteht aus zwei relativ steil aufgestellten Rampen mit mindestens 90cm Breite, die zu einem A aufgestellt werden. Somit gibt es eine schräge Auf- und eine schräge Abstiegswand. An beiden Wänden gibt es jeweils unten Kontaktzonen, die der Hund mit mindestens einer Pfote berühren muss.

Die Maße der A-Wand:

  • Breite: 90cm (unten bis 115cm möglich)
  • Höhe: 1,7 Meter (nur bei Senioren 1,5 Meter)

7. SPRUNGHÜRDEN - In die Höhe wie ein Pferd beim Spring-Derby

Im Agility gibt es Hürden unterschiedlicher Höhe, Form und Farbe, über die der Hund sauber springen soll ohne sie zu berühren oder gar zu verreißen. Die Höhen sind immer in Abhängigkeit zur Größenklasse des Hundes zu sehen. Es gibt bei der FCI und beim VDH drei Größenklassen. Die Hürden sind in der Regel zwischen 1,2 und 1,5m breit.

Höhe der Hindernisse für die drei Größenklassen der Hunde:

  • S =  25-35cm – Hunde sind kleiner als 35cm
  • M = 35-45cm – Hunde sind zwischen 35-42,9cm
  • L =  55-65cm – Hunde sind höher als 43cm

8. WEITSPRUNG - In die Weite wie ein Pferd beim Spring-Derby

Auch im Agility gibt es Hindernisse, die aus mehreren hintereinander aufgestellten und  in der Höhe ansteigenden Elementen bestehen. Der Hund soll über das Weitsprung-Hindernis in einem weiten Satz hinüber springen, ohne dabei aufzusetzen oder eines der Elemente zu berühren oder umzuwerfen. Die Länge des Hindernisses ist von den jeweiligen Größenklassen der Hunde abhängig.

Die Längen der Hindernisse im Weitsprung nach Größenklassen:

  • S = 40-50cm
  • M = 70-90cm
  • L = 120-150cm

Was sind Kontaktzonen und welche Kontaktzonen-Hindernisse gibt es?

Kontaktzonen sind Bereiche an Hindernissen, die farblich markiert sind und von dem Hund mit mindestens einer Pfote einmal berührt werden müssen. Die Kontaktzonen wurden erfunden, damit die Hunde abbremsen und weniger hoch und weit springen, um die Gelenke bei diesen Hindernissen mehr zu schonen. Optimaler Weise werden die Farben von Hindernis und Kontaktzone so gewählt, dass der Hund den Farbunterschied auch gut wahrnehmen kann. Kontaktzonen sind daher häufig rot, sie dürfen allerdings weder schwarz, noch braun oder weiß sein.

Die folgenden Hindernisse haben Kontaktzonen:

  • Laufsteg
  • Wippe
  • A-Wand (Schrägwand)

Wo kann ich Agility lernen und an Wettbewerben teilnehmen?

Da Agility mit einigen Geräten verbunden ist, ist es ratsam, den Sport z.B. in einem Hundeverein oder bei einem Hundetrainer erst einmal auszuprobieren. Bringt es deinem Hund und dir Spaß, so könnt ihr nach vielen Trainings überlegen, ob ihr an Wettkämpfen teilnehmen wollt. Diese werden z.B. vom VDH in den Hundevereinen des VDH oder auch von der FCI organisiert.

 

Die Geschichte des Agility-Hundesports - Agility ist übrigens als Pausenfüller entstanden

Agility entstand eher zufällig in den 1970er Jahren. Bei der größten Hunde-Show in England, der Crufts-Dog-Show sollte während der Pausen etwas Unterhaltsames mit Hunden gezeigt werden. Vom Spring-Parcours der Pferde inspiriert wurde ein für Hunde abgewandelter Parcours aufgestellt. Da die Begeisterung sehr schnell wuchs, bildeten sich die ersten Agility-Vereine in England. Ende der 1980er Jahre kam Agility auch nach Deutschland und wurde 1988 als Hundesport anerkannt. 1991 entstand ein einheitliches Reglement der FCI.

 

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