Australian Shepherd

Amerikanisches Allround-Talent zum Hüten, Bewachen und Begleiten

Australian Shepherds sind eine vielseitige Hunderasse, die für auf den amerikanischen Farmen als Hüte-, Wach- und Begleithunde eingesetzt werden. Die athletischen und wendigen Hunde sind mittelgroß und sehr attraktiv. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz und Selbständigkeit, ihrer endloser Energie und guten Trainierbarkeit sind sie insbesondere im Hundesport bei Agility-, Obedience- und Trick-Training-Wettbewerben sehr beliebt. Eben diese Eigenschaften machen es aber erforderlich, dass der Australian Shepherd von erfahrenen Haltern ausreichend trainiert und bewegt wird.

Top Facts

  • Arbeitswilliger Hütehund: braucht eine Aufgabe, Jagdtrieb nicht ausgeschlossen
  • Sehr intelligent: lernt schnell, braucht mentales Training
  • Aktiv, athletisch, ausdauernd: benötigt viel Auslauf, muss Ruhe lernen
  • Guter Wachhund: kann zu territorial und beschützend sein
  • Selbständig & selbstbewusst: benötigt konsequente Erziehung
  • Sehr treuer Begleiter: Alleinbleiben muss trainiert werden

Steckbrief Australian Shepherd

Größe
46,0 - 58,0 cm
Gewicht
14,0 - 29,0 kg
Lebenserwartung
11 Jahre
Verwendung
Hüte-, Wach- und Begleithund
Herkunft
USA
Fell
Halblanges Fell in vielen Farben
Wesen
Intelligent, selbständig, voller Energie

Charakter

Selbstbewusster und eigenständiger Allrounder benötigt konsequente Erziehung

Australian Shepherds sind eine tolle Hunderasse, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt und sich fragen, ob diese Hunderasse zu seinem Lebensstil passt, bevor man sich einen Aussie anschafft.

Gerade bei Arbeits- und Hütehunden, zu denen die Australian Shepherds naturgemäß gehören, ist es ausgesprochen hilfreich, den ursprünglichen Verwendungszweck und die damit verbundenen Charakter-Eigenschaften zu kennen. Nur so erahnt man, auf welche möglichen Besonderheiten man sich bei dieser Hunderasse einlässt.

Je nach Zuchtlinie (Show- und Arbeitslinie sind die häufigsten) und je nach individuellem Charakter des Hundes sind diese Eigenschaften mehr oder minder ausgeprägt und sie müssen leider nicht immer mit einem modernen Stadt- oder Familienleben vereinbar sein. Sie können aber auch den besten Arbeits- und Begleithund abgeben, den man sich vorstellen kann.

Gezielt gezüchtet wurden die sehr vielseitigen Australian Shepherds in Nordamerika, wo der Bedarf an guten Arbeits-, Begleit- und Wachhunden auf den Farmen und Ranches anstieg. Entsprechend züchteten die Farmer und Rancher die Hunde rein auf ihre Fähigkeiten und kaum auf ihr Aussehen. Es entstanden Hunde, die einen hohen Arbeitseifer mit sich brachten und einen starken Hütetrieb hatten.

Während die meisten Hütehunde nur auf eine Tierart konzentriert sind, können Aussies sowohl Schafe als auch Rinder oder Geflügel beisammen halten. Das erfordert unterschiedliche Fähigkeiten, denn Schafe sind empfindlich und sensibel, Rinder dagegen brauchen auch mal einen Biss in die Fersen oder Schnauzen, damit sie sich von einem Hund die Richtung vorgeben lassen. Deshalb waren Anpassungsfähigkeit, Ausdauer und Kraft sowie Zähigkeit für die Farmer ausgesprochen wichtig bei ihren Arbeitshunden.

Ebenso wichtig war es, dass die Farmer die Hunde schnell trainieren und sich auf sie verlassen konnten, wobei ein eigenständiges Agieren beim Hüten und Bewachen absolut gewünscht war. Intelligenz, Treue und der "will to please" sind wichtige Eigenschaften, die Aussies auch heute noch besitzen. Auf den Farmen wurden immer auch Wachhunde benötigt und der Aussie erfüllt auch diese Aufgabe mit Bravour.

Der Aussie – ein Überraschungspaket mit vielen Facetten

Die vielseitigen Aufgaben der Aussies macht sie eben auch zu Überraschungspaketen. Es ist nie ganz klar, welche der Aufgaben die Stärke des Australian Shepherds sind, den ich mein eigen nenne. Dass dies auch in den Zuchtlinien variiert ist kein Geheimnis, aber statt der Arbeitslinie einen Hund aus der Showlinie zu wählen, garantiert noch lange nicht automatisch einen guten Familienhund.

Hüteinstinkt auf Abwegen

Die meisten Aussies haben einen ausgeprägten Hüteinstinkt. Aber ob der Instinkt so stark ist, dass sich der Aussie Ersatz bei Joggern, Autofahrern, Radfahrern oder Kindern zum Verfolgen und Hüten sucht, ist nicht vorhersehbar. Auch der Stil des Hütens ist bei jedem Aussie unterschiedlich ausgeprägt: Bei Rindern mussten die Aussies auch mal zubeißen und sich stark durchsetzen. Bei Schafen eher umkreisen. So kann mein Australian Shepherd die Kinder zwicken oder sogar beißen, wenn sie ihm nicht Folge leisten. Auch das selbständige Agieren ist so eine Sache: Beim Hüten sehr erwünscht, im alltäglichen Familienleben kann es nervig bis gefährlich werden.

Ein Aussie kann auch seinem vorhandenen Jagdtrieb folgen, insbesondere, da er nichts zum Hüten hat. Dies muss wiederum nicht so sein, die Möglichkeit besteht aber. Denn er reagiert auf optische Reize und dies müssen nicht nur Hüteobjekte sein, sondern es kann natürlich auch Wild sein, auf das er anspringt.

Vom scharfen Wachhund bis zur Schlaftablette

Neben dem starken Hütetrieb ist es auch ist es wichtig zu wissen, dass Aussies eine enge Bindung mit ihrem Besitzer und ihrer Familie eingehen und starkes Territorial- und Wachverhalten an den Tag legen können. So kann ich einen Aussie mit starkem Beschützer-Instinkt haben, der Haus und Auto bellend verteidigt, Fremde nicht ins Haus lässt und wenn ich mich auf einer Parkbank oder im Café niederlasse, sofort Fremde wütend verbellt. Dies muss aber natürlich nicht so sein. Vielleicht schaut er beim Klingeln der Haustür nur kurz auf und gibt ein kurzes Wuff von sich. Aber ich sollte einfach auf den ersten Fall vorbereitet sein und wissen, wie ich das Verhalten in gewünschte Bahnen lenken.

Sind Aussies zu häufig allein und/oder ohne sinnvolle Beschäftigung, können sie außerdem zerstörerisches Verhalten zeigen, was sicherlich unerwünscht, aber nicht so leicht wieder abtrainierbar ist.

Wie kann ich meinen Australian Shepherd erziehen?

Der American Kennel Club hält sowohl eine frühe Sozialisierung als auch ein Obedience Training bei Australian Shepherds für obligatorisch. Denn einer der häufigsten Gründe, warum Aussies in Tierheimen landen ist, dass ihre Besitzer die unbändige Energie der Australian Shepherds nicht durch liebevolles und konsequentes Training in konstruktive Bahnen lenken konnten oder wollten.

Die Kombination aus Intelligenz, starker Energie und Arbeitswillen machen Australian Shepherds auf der einen Seite leicht trainierbar, aber auf der anderen Seite lernen sie auch sehr schnell unerwünschtes Verhalten. Es zeigt sich, dass Australian Shepherds keine Anfängerhunde sind und ihre Besitzer Zeit und Lust für eine gute Ausbildung und Erziehung haben sollten. Gleichzeitig sollten sie dem Hund auch Ruhe beibringen, denn Aussies geben alles, bis sie wie kleine Kinder überdrehen.

Wer also am besten Erfahrung mit der Hundeerziehung hat oder sich gern darauf einlässt und sich die Zeit nimmt, kann mit einem Australian Shepherd einen treuen, aktiven und tollen Arbeits-, Begleit- und auch Familienhund erhalten.

Intelligenz

Australian Shepherds sind ausgesprochen intelligente und schnell trainierbare Hunde

Aufmerksamkeit

Aussies möchten haben einen ausgeprägten "Will-to-please", also einen sehr hohen Arbeitseifer gepaart mit hoher Aufmerksamkeit. Sie möchten gefallen und arbeiten.

Energie

Australian Shepherds haben ein sehr hohes Energie-Level. Sie würden niemals aufhören zu arbeiten, wenn nicht ihr Besitzer ihnen Ruhe verordnet, die sie unbedingt benötigen, um ausgeglichen zu sein. Als Hütehund hat ein Aussie einen hohen Bewegungsdrang und benötigt ca. 2 Stunden Beschäftigung oder/und Auslauf pro Tag sollte aber nicht überfordert werden, da er sich sonst sehr schnell daran gewöhnt und überdrehen kann.

Zeitaufwand

Australian Shepherds sind intelligente und sportliche Arbeitshunde, die eine sehr konsequente Erziehung und eine Aufgabe benötigen, die sie mental fordert.

Training

Wie bereits weiter oben in dem Bereich "Charakter: Wie kann ich meine Australian Shepherd erziehen?" angemerkt, sind eine frühe Sozialisierung mit allen Umweltreizen, Menschen und Tieren sowie ein gutes Gehorsamtraining, wie im Hundesport Obedience die besten Einstiege in ein angenehmes Zusammenleben mit dem Australian Shepherd.

Geeignete Hundesportarten für Australian Shepherds sind:

  • Obedience
  • Agility
  • Clicker-Training und Trick-Dogging
  • Dog Dancing
  • Dog Frisbee 

Aufgrund ihrer Sportlichkeit eignen sie sich natürlich auch für Sportarten gemeinsam mit ihren Haltern, die ihre Ausdauer trainieren:

  • Joggen
  • Wandern
  • Am Rad oder neben dem Pferd laufen

Aussies eignen sich häufig sehr gut für Nasenarbeit, wie z.B.:

Wohnungstauglichkeit

Australian Shepherds sind eigentlich typische Farmhunde. Sie eignen sich für eine Wohnungshaltung, sofern ihr für genügend mentale und auch körperliche Auslastung dieses Arbeitshundes sorgen könnt. Australian Shepherds können sehr wachsam sein und zum Bellen neigen.

Die Wohnung sollte ebenerdig liegen oder über einen Fahrstuhl erreichbar sein. Selbst sportliche Hunderassen wie der Australian Shepherd sollten nicht täglich mehrere Treppen steigen müssen. Als Welpen und Junghunde sollten sie absolut keine Treppen steigen, bei Senioren oder im Krankheitsfall kann dies ebenfalls mal für die Hunde unmöglich werden. Einen Hund wie den Australian Shepherd mit einem Gewicht zwischen 12-20 kg kann man zwar ausnahmsweise tragen, aber sicherlich nicht täglich.

Für die Haltung eines Hundes in der Wohnung sollte eine schriftliche Genehmigung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft zur Hundehaltung vorliegen.

Treue & Ergebenheit

Australian Shepherds sind ihren Besitzern gegenüber sehr treu und ergeben, sofern dieser sie sensibel und konsequent behandelt und ihr Vertrauen nicht missbraucht.

Jagdtrieb

Viele glauben nach wie vor, dass Hütehunde automatisch keinen Jagdtrieb besitzen. Bei ihnen wurde zwar das Reißen von Wild und Vieh herausgezüchtet, doch reagieren sie sehr stark auf optische Reize und pirschen sich an das Wild bzw. Vieh an und umrunden es. Abhängig von der Sozialisierung, Erziehung und der Zuchtlinie jagt der Aussie nicht nur hinter Wild hinterher, sondern er könnte es auch reißen. Schnelligkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit für die Jagd besitzt er allemal. Natürlich kann man aber auch einen Aussie ohne Jagdtrieb erwischen.

Alleinsein

Australian Shepherds gehen sehr enge Bindungen zu ihren Besitzern ein. Bei frühzeitiger Gewöhnung und Vertrauen sollten sie wie alle Hunde auch ein paar Stunden allein bleiben können. Sind Aussies zu häufig allein und/oder ohne sinnvolle Beschäftigung, können sie zerstörerisches Verhalten zeigen, was sicherlich unerwünscht, aber nicht so leicht wieder abtrainierbar ist.

Hunde sollten generell nicht über einen längeren Zeitraum als vier Stunden am Stück täglich allein gelassen werden.

Bellen

Australian Shepherds bellen bei der Arbeit und sind sehr wachsame Hunde. Auch bei Aufregung können sie durchaus viel bellen.

Wachsamkeit

Australian Shepherds wurden auf den Farmen in Nordamerika auch als Wachhunde gezüchtet. Daher können sie eine sehr ausgeprägte Wachsamkeit mit starkem Territorialverhalten entwickeln. Dies muss natürlich nicht bei allen Exemplaren und Zuchtlinien der Fall sein, aber eine gewisse Wachsamkeit ist immer angeboren. Sie kann sich soweit entwickeln, dass Fremde überall verbellt werden: ob nun im Café, Daheim, auf einer Parkbank, im Auto oder wenn sie im Dunkeln spazieren gehen.

Beschützer

Als mittelgroße Hunde mit teilweise ausgeprägten Schutztrieb können Australian Shepherds auch gute Beschützer sein. 

Verträglich mit Hunden

Eine frühe Sozialisierung mit anderen Hunden und das Vermeiden von schlechten Erfahrungen in der Prägezeit ist die beste Voraussetzung für eine spätere Verträglichkeit mit Artgenossen. Australian Shepherds müssen nicht immer großes Interesse an ihren Artgenossen haben und können durchaus auch Zähne zeigen, wenn ihnen ein anderer Hund als zu aufdringlich erscheint. Im Allgemeinen gelten sie aber als verträgliche Zeitgenossen.

Verträglich mit Tieren

Aufgrund des möglichen Jagdtriebes bei Australian Shepherds ist eine Verträglichkeit mit Katzen und anderen Tieren nicht automatisch gegeben. Bei früher Sozialisierung gibt es meist wenig Probleme und es kann sehr gute Freundschaften zu anderen Tieren wie z.B. Pferden und Katzen geben.

Kinderfreundlich

Australian Shepherds sind fremden Menschen gegenüber oft reserviert und misstrauisch. Sie sind zwar meist freundlich, aber gelten nicht als typische Menschenfreunde. Da sie es beim Hüten von Rindern gewohnt sind auch mal zuzuschnappen und Kinder durchaus als Hüteobjekte von ihnen gesehen können werden, sind sie nicht die besten Familienhunde. Sicherlich kommt es hier auf die Zuchtlinie an: die Showlinie gilt als familientauglich, aber das muss nicht auf jeden einzelnen Hund dieser Linie zutreffen. In einer Beissstatistik der USA (1994-2013) in der Bisse von Hunden an Kindern protokolliert und untersucht wurden, lagen die Hütehund-Rassen mit Platz 7 von 18 Plätzen erstaunlich weit vorne.

Verträglich mit Fremden

Australian Shepherds sind als Arbeitshunde auch zur Bewachung des Hofes, der Tiere und der Besitzer gedacht. Fremden gegenüber sind sie daher eher reserviert bis misstrauisch. Eine gute Sozialisierung und Gewöhnung an Fremde ist bei ihnen besonders wichtig. Ihr Wachtrieb ist meist recht stark, so dass Fremde vom Haus, Auto und Eigentum gern verbellt werden. Auch kann ihr Territorialverhalten so ausgeprägt sein, dass die Parkbank oder der Platz im Café auf dem sich ihr Besitzer niederlässt, gegen Fremde verteidigt werden.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Gelenke, Augen und der Merle-Faktor bereiten Aussies Probleme

Australian Shepherds sind noch relativ ursprüngliche und gesunde Hunde. Doch auch sie sind für einige Erkrankungen der Augen, der Zähne und der Gelenke (HD, ED) anfällig und reagieren häufig sehr sensibel z.B. auf Medikamente oder auch auf Futtermittel.

Epilepsie und Krebs treten leider immer häufiger bei Australian Shepherds auf. Ebenso Erkrankungen der Schilddrüse und des Autoimmunsystems.

Der Merle-Faktor bringt zwar attraktive Fellfärbungen und helle Augen mit sich, dafür kann er aber auch die Ursache von Taubheit und Blindheit sein.

Deshalb empfiehlt es sich, auf seriöse Züchter zu achten.

Robustheit

Australian Shepherds sind noch relativ ursprüngliche und robuste Hunde, doch haben auch sie einige genetische Erkrankungen und sind in Mode gekommen, womit leider Züchtungen verstärkt auf optische Merkmale und Profit und damit weniger auf Gesundheit einhergehen.

Krankheiten

Wenn ihr euch einen Australian Shepherd oder einen Australian Shepherd-Welpen kaufen möchtet, achtet auf einen verantwortungsvollen Züchter. Dieser wird euch alle Fragen zu rassespezifischen Krankheiten bei seiner Zucht beantworten können und immer versuchen, sie aus seiner Zucht herauszuhalten.

Folgende Krankheiten treten beim Australian Shepherd häufiger als bei anderen Hunderassen auf:

  1. Hüftgelenksdysplasie (HD)
  2. Taubheit und Schwerhörigkeit
  3. MDR1-Defekt, Überempfindlichkeit gegen mehrere Arzneistoffe (Narkosen, Zeckenmittel u.w.)
  4. Grauer Star (Katarakt)
  5. Collie Eye Anomally (CEA)
  6. Progressive Retinaatrophie (PRA))
  7. Merle-Faktor bzw. Merle-Züchtungen als Qualzucht
    Die Merle-Fellfärbung ist beliebt, doch bereits bei Welpen, deren beider Eltern, den Merle-Faktor tragen, treten fast immer Defekte wie Taubheit und Blindheit auf. In Deutschland ist diese Züchtung als Qualzucht verboten, in Frankreich müssen Verpaarungen von zwei Merle-Trägern beantragt werden. In Amerika kommt es leider immer wieder zu Merle-Verpaarungen und Welpen mit angeborenen Defekten werden hier getötet.
  8. Iriskolobom

Folgende Krankheiten treten beim Australian Shepherd zwar selten, aber häufiger als bei anderen Hunderassen auf:

  1. DM – Degenerative Myelopathie
  2. Gebissfehler
  3. Allergien
  4. Autoimmunthyreoiditis (Schilddrüsenerkrankung, die zu einer Unterfunktion führt
  5. Krebs: Hämangiosarkom (HSA) Lymphdrüsenkrebs
  6. Ellenbogendysplasie (ED)
  7. Epilepsie

Verträgt Hitze

Der Australian Shepherd kann Hitze relativ gut vertragen.

Verträgt Kälte

Aussies können Kälte gut vertragen und besitzen eine dichte Unterwolle.

Pflege

Aussies bedürfen keiner besonderen Pflege, aber ihr Fell sollte mindestens wöchentlich und während des Fellwechsels auch täglich gebürstet werden.

Die Krallen sollten - wie bei allen Hunden - regelmäßig geprüft und ggf. geschnitten werden.
Augen-, Ohren- und Zahnkontrolle und entsprechende Pflege sollten bei jedem Hund selbstverständlich sein.


Baden

Australian Shepherds müssen definitiv nicht regelmäßig gebadet und shampooniert werden. Sollten sie aber riechen, z.B. weil sich dein Hund genüsslich in etwas übel Riechendem gewälzt hat, dann ist ein Bad einfach aus Sicht des Halters fällig.

Kämmen & Bürsten

Australian Shepherds haben ein relativ langes und dichtes Deckhaar, sowie eine dichte Unterwolle. Normalerweise reicht es, den Australian Shepherd wöchentlich zu bürsten, um das wasserabweisende und dichte Haarkleid am besten zu pflegen.

Während des Fellwechsels ist jedoch eine intensivere Haarpflege nötig, um die toten Haare zu entfernen. In dieser Zeit solltet ihr die Unterwolle alle 2-3 Tage gründlich auskämmen. Dazu kann ein entsprechendes Pflegewerkzeug wie ein Kamm oder auch eine Bürste, die tief genug in das Fell geht und aufgrund einer gebogenen Form, die Haare am besten entfernt, verwendet werden. Danach könnt ihr noch einmal mit der normalen Bürste die letzten Haare entfernen. 

 

Haaren

Australian Shepherds neigen insbesondere während des Fellwechsels verstärkt zum Haaren.

Schneiden & Trimmen

Australian Shepherds müssen weder geschoren noch getrimmt werden.

Für Allergiker geeignet

Australian Shepherds gehören nicht zu den hypoallergenen Hunderassen, die bei empfindlichen Menschen weniger Allergien auslösen. Sie haaren teilweise sehr stark.

Sabbern

Australian Shepherds neigen nicht zum Sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Ausgewogen, natürlich und angepasst an die Auslastung

Die Ernährung des Australian Shepherds hat - wie bei allen Lebewesen - zu einem sehr großen Einfluss auf ihre Gesundheit. Deshalb solltet ihr auf eine ausgewogene und natürliche Ernährung, die an Alter, Gewicht, Auslastung und individuelle Besonderheiten deines Hundes angepasst ist, wert legen.

Hier gilt es immer alle wichtigen Nährstoffe in ausreichendem Maße dem Hund zuzuführen, ohne in jedoch zu überfüttern. Gleichzeitig lassen sich über die Ernährung und den Aufbau eines guten Immunsystems Krankheiten, die nicht erblich bedingt sind am besten vorbeugen.

Australian Shepherds gelten eigentlich nicht als übermäßig verfressen, aber dies kommt durchaus vor. Sie sollten - wie andere Hunde auch - nicht übergewichtig werden, da dies ihre Lebenserwartung und ihre Lebensqualität einschränkt.


Verfressenheit

Aussies sind nicht sonderlich verfressen, lieben aber ihr Futter. Aufgrund ihres intensiven Bewegungsdranges sollten sie nicht zu Übergewicht neigen, es sei denn der Halter gibt ihm zu wenig Bewegung und zu viel Kalorien.

Aussehen

Wendige mittelgroße Hunde mit Kippohren und einem mittellangem Fell in vielen Varianten

Australian Shepherds sind athletische, wendige mittelgroße Hunde, die lange Zeit auf ihre Arbeit als Hüte- und Wachhunde und weniger auf Aussehen gezüchtet wurden. Deshalb können sie sowohl in Größe als auch in Erscheinungsform, aber besonders in der Vielfalt der Farben stark variieren. Jeder Aussie ist also ein Unikat.

Ihre Rute kann ebenfalls von kurz bis lang variieren, wobei in den USA meist der sogenannte "Natural Bobtail", also die natürliche Stummelrute mit maximal 10 cm überwiegt. In Ländern, in denen noch kein Kupierverbot besteht, wird die Rute des Aussies meist noch kupiert. Dies ist in Deutschland verboten.

Die Ohren sind sogenannte Kippohren. Steh- und Hängeohren gelten als schwere Fehler. Der Aussie ist gut proportioniert und dabei etwas länger als hoch. Sie sind auf Ausdauer als auch auf kurze, schnelle Sprints gezüchtet, um große Rinder- oder Schafherden beisammen zu halten und zu treiben und bleiben daher immer leichte und wendige Hunde.

Augenfarbe

Die Augen von Australian Shepherds sind braun, blau oder ihre Farbe ist eine Mischung dieser Farben.

Fell

Das Fell der Australian Shepherds ist halblang, sehr wetterbeständig mit einer dichten Unterwolle. Das Deckhaar kann glatt oder leicht gewellt sein. Das Haar bleibt am Kopf, an den Ohren und an den Vorderläufen kurz und glatt am Kopf. Eine "Mähne" und Halskrause sind mäßig ausgebildet, bei den Rüden mehr als bei den Hündinnen.

Farbe

In seinen Farben und Fellzeichnungen ist der Australian Shepherd ausgesprochen vielfältig und variabel. Die beiden Grundfarben schwarz und braun haben meist hellbraune und weiße Abzeichen.

Bei Merle-Färbungen ist eine gewisse Vorsicht geboten! Es handelt sich um einen Gen-Defekt, der neben der erwünschten Färbung des Fells und der Augen andere Erkrankungen wie Taubheit und Blindheit mit sich bringen kann. Dies tritt meist dann bei Welpen auf, wenn beide Eltern, den Merle-Faktor tragen. In Deutschland ist diese Züchtung mit beiden Elterntieren als Merle-Genträgern als Qualzucht verboten. In Frankreich müssen Verpaarungen von zwei Merle-Trägern beantragt werden. In Amerika kommt es leider immer wieder zu Merle-Verpaarungen und Welpen mit angeborenen Defekten werden dann getötet.

Gemeinsam mit der Merle-Farbgebung sind insgesamt 16 Farbvarianten möglich, doch sollte die Merle-Färbung kritisch betrachtet werden:

  1. Black tri (schwarz mit kupferfarbenen und weißen Abzeichen)
  2. Red tri (Braun mit kupferfarbenen und weißen Abzeichen)
  3. Blue Merle w/c (mit kupferfarbenen & weißen Abzeichen)
  4. Red Merle w/c (red merle mit kupferfarbenen und weißen Abzeichen)
  5. Black bi (white trim)
  6. Red bi (white trim)
  7. Blue merle – w (white trim, weißes Abzeichen)
  8. Red merle -w (white trim)
  9. Black bi (copper trim, kupferfarbenes Abzeichen)
  10. Red bi (copper trim)
  11. Blue merle c (copper trim)
  12. Red merle c (copper trim)
  13. Black solid (einfarbig, keine Abzeichen)
  14. Red solid (einfarbig, keine Abzeichen)
  15. Blue merle (ohne Abzeichen)
  16. Red merle (ohne Abzeichen)

Diese Farb-Varianten werden besonders anschaulich auf dieser Webseite dargestellt.

Geschichte und Herkunft

Gold- und Landrausch bringen Hütehunde und Schafe nach Nordamerika

FCI Norm

Nummer: 342

Herkunft

USA (nicht Australien!)

Geschichte

Es gilt in der neueren Forschung als gesichert, dass die Vorfahren der Australian Shepherds sowohl bei den europäischen als auch bei den australischen Hüte- und Schäferhunden zu finden sind. Diese Hunde kamen mit dem beginnenden Gold- und Landrausch des 19.Jahrhunderts mit ihren Besitzern und deren Schafen in die USA.

Unter den Hunderassen, die zum Genpool des Australian Shepherds beigetragen haben sollen gehören unter anderem:

  1. Carea Leonés (Spanischer Hütehund, der heutzutage nur noch selten vorkommt)
  2. Der Altdeutsche Schäferhund (Tiger genannt), der auch in Australien zu dem Australischen Coolie (German Koolie) beigetragen hat.
  3. Der Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht (Berger de Pyrénées à face ras), der mit den Basken aus Europa und Australien kam. 1950 gab es nach dem zweiten Weltkrieg ein Regierungsprogramm, das Baskische Schäfer verstärkt in die USA brachte.
  4. Collies aus England, Schottland und Wales, so auch der Border Collie, Scotch Collie und der English Shepherd.


Australian Shepherd? Eigentlich eher "American Shepherd"!

Von Europa kamen Merinoschafe als auch baskische Schafhirten mit ihren Hütehunden in die USA. Auch über Australien kamen Merinoschafe, die ursprünglich aus Europa stammten, mit sowohl baskischen als auch deutschen Hütehunden nach Nordamerika. Diese Schafe wurden einfach "Australian Sheep" genannt und es liegt nahe, dass die Hütehunde, die diese Schafe hüteten einfach "Australian Shepherds" genannt wurden. Aber eigentlich wäre der Name "American Shepherd" wesentlich passender für den Aussie gewesen.

Australian Shepherds sind eine ausgesprochen vielseitige Hunderasse, die für das Terrain und die Aufgaben eines Farm- und Ranch-Hundes in Nordamerika gezüchtet wurden. Die meisten Hütehund-Rassen sind auf eine Tierart spezialisiert, nicht so der Aussie, der sowohl Schafe, als auch Rinder und Geflügel hütet. Nebenbei bewacht er auch die Tiere, das Haus und die Besitzer und ist ein treuer Begleiter.

Australian Shepherds wurden mit Disney-Filmen berühmt

In den 1950er Jahren wurden Aussies aufgrund von Rodeo-Shows, die auch im TV zu sehen waren berühmt. Jay Sisler, ein Rancher, Hundezüchter und Rodeo-Reiter, ist in diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert. Nachdem er sich verletzt hatte, konzentrierte er sich darauf, seine Hunde zu dressieren. So soll sein erster Auftritt 1949 mit seinen Hunden entstanden sein. Die Aussies wurden nicht zuletzt jetzt berühmt, da Disney mit Jay Sisler und seinen Hunden einige Filme zu drehen begann darunter "Cowdog" (1956), "Run, Appaloosa, Run" (1967) und "Best Cow Dog in the West" (1973). Spätestens jetzt war die Hunderasse Australian Shepherd in den gesamten USA berühmt und beliebt geworden, nicht nur bei den Farmern und Ranchern. Seine Hunde hießen übrigens in der Reihenfolge: Keeno, Blue Star, Stub, Shorty, Panda, Silver, John, Joker, Greta.

Gezielte Zucht startet erst spät auf den Farmen und Ranches

Elaine und Ernie Hartnagle aus Boulder (Colorado) waren große Fans der arbeitswilligen und intelligenten Aussies und gehören zu den ersten Züchtern, deren Kennel "Las Rocosa" bei der ASCA 1970 neben "Maywood" registriert wird. "Las Rocosa" gehört bis heute zu den größten Züchtern von Australian Shepherds in den USA und sie haben sehr zur Entstehung der Rasse beigetragen. Es ist bekannt, dass sie 1953 ihren ersten Aussie mit Namen Snipper erstanden und ihre Zucht 1954 mit Goodie und Badger begannen. Spannende Einzelheiten und Bilder zu der Geschichte der Aussies findet ihr auf der Las Rocosa-Seite

Mit Westernreiten in den 1970ern werden Aussies in Europa bekannt

Erst spät wird der Aussie auch in Europa bekannt. Dies geschieht vornehmlich über das Westernreiten, das immer beliebter wird. In Deutschland wird die Rasse immer beliebter, was jedoch auch zu weniger professionellen Züchtungen führt.

Erste Zuchtbücher und Rassestandards für die junge Hunderasse

Das erste Zuchtbuch für Australian Shepherds wurde von dem führenden Züchterclub ASCA (Australian Shepherd Club of America) mit seiner Gründung 1957 geführt. Erst 1977 wurde der aktuelle Rassestandard des Australian Shepherds festgelegt. Zusätzlich wurde 1966 die IASA (International Australian Shepherd Association) gegründet, beide Vereine schlossen sich 1980 zu dem größten Züchterverband des Australian Shepherds zusammen. Der American Kennel Club legte den Rassestandard dann 1993 für diese Hunderasse fest, von der FCI wurden Aussies erst 1996 anerkannt.

Miniatur Australian Shepherds

Schon immer wünschten sich Menschen Hunderassen in einem handlicherem Format. So geschah es auch bei den Australian Shepherds Ende der 1960er Jahre. Doris Cordova aus Kalifornien begann, Aussies im Miniaturformat zu züchten. Aus ihrer Zucht ist "Cordova Spike" am bekanntesten und mit ihm wurde die Zucht insbesondere mit den weiteren Züchtern Kennedy und auch Lasaters aufgebaut.

1990 wurde ein Miniature Australian Shepherd Club oft he USA (MASCUSA) gegründet. ASCA schloss kleinere Australian Shepherds nicht aus. Waren die Mini Aussies aber bei der MASCUSA registriert, wurden sie für die ASCA nicht mehr zugelassen, da sie als separate Rasse gelten. Als 1993 Australian Shepherds offiziell von dem American Kennel Club anerkannt wurden, mussten die Mini Aussies einen neuen Namen wählen. Sie wurden nun "North American Shepherd" genannt und MASCUSA nannte sich um in NAMASCUSA (North American Miniature Australian Shepherd). 1998 wurde der Name dann nochmals geändert in NAMASCUSA (North American Miniature Australian Shepherd). Und um die Irritationen perfekt zu machen, wurde 2011 der Name noch einmal geändert in MASCUSA (Miniature American Sheperd Club of the USA). Aber damit es nicht so einfach ist: Nicht alle Züchter sind in die MASCUSA eingetreten und nun gibt es drei separate Aussie-Hunderassen:

  1. Australian Shepherd (anerkannt durch: FCI, AKC)
  2. Miniature Australian Shepherd (anerkannt durch: MASCA)
  3. Miniature American Shepherd "North American Miniature Shepherd" (anerkannt durch: FCI, AKC)

Es gibt auch Toy-Formen des Australian Shepherds, die weniger als 35cm Schulterhöhe haben. Allerdings sind diese nicht offiziell anerkannt und die Mini-Züchtung geht sehr häufig auf die  Gesundheit der Tiere. Denn die Hunde werden oft in wenigen Würfen auf eine geringe Körpergröße gezüchtet und andere Merkmale wie Wesen oder Gesundheit werden vernachlässigt. Die hohe Nachfrage aufgrund der Niedlichkeit und des Wunsches, kleinere Hunde in Wohnungen zu halten, führt eben zu attraktiven Profiten.

Oft sind besonders kleine Hunde aus einem Wurf aber die schwächeren Tiere. Zusätzlich sind bei einem kleinen Genpool verstärkt Krankheiten zu finden. Hier sollte unbedingt hinterfragt werden, ob die Hunde gesund sind.

Australian Shepherd im Überblick

Australian Shepherds - Der aktive Allrounder braucht konsequentes Training

Australian Shepherds sind ausgesprochen vielseitige Arbeits-, Wach- und Begleithunde mit einem attraktivem Erscheinungsbild. Sie sind sehr ausdauernd, schnell, sportlich und lernen schnell. Aber sie sind keine Anfängerhunde und leider oft auch keine idealen Familienhunde. Der Hüte- und Wachtrieb ist aus keiner Zuchtlinie des Australian Shepherds wegzudenken und kann im Alltag zu starken Problemen führen, wenn der Hund nicht konsequent von Anfang an erzogen wird. Für Menschen, die Aussies trainieren können und mit ihnen arbeiten möchten ist dieser arbeitsfreudige und auf seinen Besitzer sehr bezogene Hund ein Juwel.

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