Training

Futter-Dummytraining als Beschäftigung auf Spaziergängen

Das Futter-Dummytraining ist eine sehr schöne Beschäftigung, die fast allen Hunden einen großen Spaß bringt. Die "Nasenarbeit", also die Suche, als auch das Apportieren sind den Aufgaben bei der Jagd nachempfunden. Daher eignet sich Dummytraining auch sehr gut für jagdambitionierte Hunde, um ihren Jagdtrieb in gewünschte Bahnen zu lenken und den Hund sinnvoll zu beschäftigen.

Dummy bedeutet übersetzt nichts anderes als Attrappe, womit die Wildattrappe gemeint ist. "Prey"- oder auch "Futter-Dummies", sind also Dummies, die mit Futter, ähnlich der Beute (Prey = Beute), gefüllt sind.

Ein Futter-Dummy wird stolz apportiert

Was brauche ich für das Dummy-Training?

Für das einfache und spielerische Dummy-Training brauchst Du nicht viel:

Einstieg mit Schleppleine und Geschirr

Wir steigen am besten mit einem Geschirr und mit einer Schleppleine ein. Diese können wir je nach Alter und Ausbildungsgrad des Hundes auch schnell wieder weglassen. Mit der Schleppleine können wir aber von Anfang an sicher stellen, dass der Hund sich nicht mit unserem Dummy auf und davon macht.

Der Trainings-Dummy

Es gibt sehr viele unterschiedliche Dummies für diverse Trainingsarten. Wir verwenden einen sogenannten Futter-Dummy oder auch Prey-Dummy (Prey=Beute), in dem etwas besonders Leckeres für den Hund gepackt wird. Dieser ist meist robust und außen aus Stoff, innen dagegen aus Kunststoff, abwaschbar und mit einem Reißverschluss und häufig auch mit einem weiteren Klettverschluss verschließbar, damit der Hund nicht an die Beute ohne uns herankommen kann.

Worauf solltet ihr beim Kauf des Dummies achten?

  • Ich würde bei der Wahl des Dummies immer auf das Material achten, denn es sollte unbedingt schadstoffarm sein, damit ihr euren Hund nicht mit dem Dummy, den er im Maul umherträgt, vergiftet. Leider ist dies nicht bei allen Anbietern immer der Fall und es ist auch keine gesetzliche Vorschrift.
  • Ihr solltet auch auf die Größe des Dummies achten. Er sollte weder zu groß (wird zu schnell gefunden oder ist vielleicht sogar zu schwer) noch zu klein (kann verschluckt werden, wird nicht gut gefunden) sein.
  • Je nachdem, welches Futter ihr verwendet, kann es nötig sein, den Futterdummy sehr regelmäßig und gründlich zu reinigen. Schön ist es, wenn ich ihn einfach in die Waschmaschine werfen kann. Verwende ich allerdings Frischfleisch darin, muss ich ihn auch gut desinfizieren können.

Die allerbeste Belohnung beim Futterdummy-Training

Dein Hund und du dürfen sich freuen, wenn dein Hund den Dummy apportiert. Dies wird auf der einen Seite über das Futter im Dummy bewirkt und auf der anderen Seite über das Lobwort und natürlich große Freude auf deiner Seite.

Das Leckerste für deinen Hund = primärer Verstärker

Im Futterdummy sollte nicht irgendwas Fressbares stecken, sondern etwas wirklich Besonderes. Was besonders ist, entscheidet dein Hund. Schau doch mal hier nach, wie du es am besten herausfindest. 

Du kannst auch Fleischstücke in dem Futterdummy verstauen. Allerdings geht damit ein wenig mehr Hygienearbeit einher, denn der Dummy muss danach immer gut gereinigt werden, was mit dem Stoff und dem Reißverschluss nicht immer einfach möglich ist. Deshalb ziehe ich getrocknete Leckerlis vor.

Dein konditioniertes Lobwort = sekundärer Verstärker

Während Futter ein sogenannter primärer Bestärker ist, gibt es auch sekundäre Bestärker. Dazu zählt z.B. Stimmlob: Du lobst deinen Hund mit möglichst erfreuten, schmeichelndem Ton, am besten auch in einer hohen Tonlage. Am besten verwendest Du ein Lobwort, dass gleichzeitig ein Versprechen auf Leckerli ist und eines, das ohne Leckerli auskommt. Diese müssen aber zuvor konditioniert werden. Wie das funktioniert, erfährst Du hier: Link.

Ein weiterer sekundärer Bestärker kann auch ein Clicker sein, auf den der Hund ebenfalls zuvor konditioniert werden muss. Hierzu gibt es viele Bücher und Anleitungen. 

Was sollte ich generell beim Dummy-Training beachten?

  1. Futterdummy nur im Training verwenden!

    Der Futter-Dummy wird ausschließlich für das Training verwendet, nie aber zum Spielen oder dem Hund einfach überlassen. Er soll etwas ganz Besonderes bleiben!

  2. Training ohne Ablenkungen starten und langsam steigern

    Ihr übt zu Beginn in einer Umgebung, die frei von Ablenkungen ist und könnt mit jeder Woche des Trainings die Ablenkung langsam steigern.

  3. Kurze Trainingseinheiten und dafür häufig

    Ihr trainiert am besten in mehreren kurzen Einheiten, um den Hund nicht zu überfordern und ihn zu motivieren: Ihr könnt also pro Einheit 3x den Dummy suchen lassen, dafür aber 3-5 x am Tag.

  4. Schwierigkeitsgrad nur langsam steigern

    Es ist gut, den Schwierigkeitsgrad (Entfernung, Versteck, neues Gelände, Ablenkung) langsam steigern, denn dein Hund soll motiviert bleiben und sich über Erfolgserlebnisse freuen. Versteckt den Dummy also nicht gleich am Anfang und steigert nicht jedes Mal den Schwierigkeitsgrad.

  5. Kommando mit Handlung verknüpfen

    Im Training soll dein Hund ein Wort von dir mit einer Handlung verknüpfen – dafür solltest Du dir die Wörter vorher überlegen, immer nur diese verwenden und sie genau dann sagen, wenn dein Hund die gewünschte Handlung ausführt.

 

Wie führe ich meinen Hund an das Dummy-Training mit einfachen Schritten heran?

Du hast alles beisammen: dein Hund ist an der Schleppleine im Geschirr und du hast einen lecker gefüllten Futter-Dummy in der Tasche. Dein Hund kennt bereits ein Lobwort, auf das Du ihn mit Leckerlis konditioniert hast. Dann suche dir einen Ort, an dem keine Ablenkung für den Hund besteht und den er am besten schon kennt und los geht es!

  1. Wie machst Du den Dummy spannend für deinen Hund?
    Zeige deinem Hund den Dummy erst einmal: öffne ihn, lass ihn daran riechen und kurz etwas daraus fressen. Wenn das Futter darin spannend genug ist, wird dein Hund begeistert sein. Schließe den Futterdummy dann wieder und zeig ihm dem Hund und wedel damit vor seiner Nase herum und entferne dich spielerisch von deinem Hund. Verwende dabei fröhlich das Wort „Dummy“ und animiere ihn, in den Dummy zu beißen. Lobe ihn und gib ihm wieder Futter aus dem Dummy und verschließe ihn dann wieder. Jetzt sollte dein Hund den Dummy spannend finden und gleichzeitig wissen: das Futter bekomme ich nur, wenn mein Mensch den Dummy für mich öffnet.

  2. Dummy werfen und bei Aufnahme belohnen
    Wenn dein Hund auf den Dummy in deiner Hand schaut, wirfst du ihn wenige Meter weit (1-2 Meter und niemals weiter als die Schleppleine lang ist, damit dein Hund nicht einen Rucken in der Leine mit dem Hinterlaufen assoziert, was ja keine schöne Erfahrung ist) und du rufst fröhlich „Dummy“. Läuft dein Hund zum Dummy und nimmt ihn, zeig absolute Begeisterung und rufe freundlich dein „Belohnungswort“.

  3. Apportieren
    Viele Hunde kommen jetzt mit dem Dummy bereits in deine Richtung gelaufen, falls nicht, kannst Du ihn mit Lobwort und seinem Namen locken. Kommt er, verwendest Du den Begriff „Brings“ (oder welchen Begriff du auch immer verwenden möchtest. Diesen solltest Du dann aber konsequent für das Bringen verwenden), wendest dich etwas ab, damit du ihn zu dir lockst und sobald er bei dir mit dem Dummy angekommen ist, freust du dich sehr und belohnst ihn sofort, indem du den Dummy öffnest und ihm Futter aus dem Dummy gibst. Das muss nicht immer und bei jedem Hund gleich funktionieren, also sei nicht enttäuscht und versuche es mit viel Geduld, Lob und Locken.

  4. Üben, üben, üben
    Jetzt heißt es am Dummy bleiben und jeden Tag mehrere kurze Übungseinheiten einführen. Am Ende einer Übungseinheit zeigt ihr den Dummy noch einmal eurem Hund und steckt den Dummy dann in eure Tasche. Anspringen oder der Versuch, den Dummy spielerisch euch zu klauen, sollte unterbunden werden, z.B. mit einem Body-block (also mit eurem Körper abblocken).

 

Ablenkung langsam steigern

Funktioniert der Einstieg (I.) schon ganz gut, kannst Du jetzt beginnen, die Ablenkung leicht zu steigern und gehst an andere Orte mit mehr Ablenkung. Hier trainierst Du genau wie in I. beschrieben erst einmal weiter.

III. Die Schleppleine kann ggf. weggelassen werden
Solltest Du dir sicher sein, dass dein Hund nicht mit dem Dummy davon rennt, so kannst Du auch jetzt schon beginnen, die Schleppleine wegzulassen. Falls dies z.B. beim Welpen oder noch neuen Hund nicht der Fall ist, lässt du sie lieber noch dran.

  1. Wir beginnen, den Dummy zu verstecken und die Distanzen zu steigern
    Jetzt können wir beginnen, den Dummy zu verstecken und auch z.B. wenn es ohne Schleppleine bereits funktioniert, die Distanzen zu steigern.
  2. Der Dummy wird einfach versteckt und der Hund liegt ab (Triebkontrolle)
    Neu ist dabei: du legst deinen Hund ab, gehst für ihn sichtbar ca. 5-10 Meter weit und legst den Dummy z.B. für den Hund sichtbar hinter einem Busch ab. Es sollte ein wirklich einfaches und für den Hund gut sichtbares Versteck sein. Sollte dein Hund noch nicht abliegen können, so bitte einen Helfer, ihn zu halten oder leine ihn kurz an. Wichtig ist, dass du den Dummy versteckst. Durch das Abliegen kontrollierst du den Trieb des Hundes, erst auf dein Kommando hinter der Beute hinterherzulaufen.
  3. Du gehst zum Hund zurück und schickst ihn los, den Dummy zu suchen
    Jetzt gehst Du zu deinem Hund zurück (leinst ihn ab oder übernimmst die Schleppleine von deinem Helfer, wenn nötig) und gibst den Befehl „Dummy“ und sobald er sich aufmacht auch „Dummy such“ (oder was immer du für ein Wort für das Suchen verwenden möchtest).

Die weiteren Schritte bleiben gleich:

  1. Apportieren des Dummies
    Sobald dein Hund den Dummy aufgenommen hat erfolgt dein begeistertes Lobwort.
    Sobald er sich mit dem Dummy in deine Richtung in Bewegung setzt, sagst du „brings“.
    Sobald der Hund bei Dir mit dem Dummy ankommt, Lobwort.
  2. Üben, üben, üben
    Auch diese Variante des einfachen Versteckens solltet ihr gern mehrmals täglich mit 2-3 Durchläufen üben. Ihr seht am besten, ob es eurem Hund Spaß bringt und hört mit einem erfolgreichen Durchlauf auf. Den Dummy könnt ihr am Ende dann wieder einstecken.

 

  1. Wir steigern die Schwierigkeit sehr langsam
    Funktioniert auch der nächste Schritt sehr gut, könnt ihr beginnen, etwas schwierigere Verstecke zu suchen und Ablenkungen zu steigern. Ihr könnt euch andere Orte suchen, die weniger übersichtlich sind. Oder ihr werft die Dummies in unübersichtlichem Gelände und lasst den Hund dann suchen.
  2. Dummy auf Spaziergängen als beliebte Aufgabe verwenden
    Hat euer Hund das Prinzip verstanden, könnt ihr den Dummy auf Spaziergängen mitnehmen und immer wieder als Aufgabe einbauen. Ihr könnt den Dummy auch einfach während des Spazierganges vom Hund unbemerkt fallen lassen und ihn dann zum Suchen auffordern.

Mit mehreren Dummies arbeiten

Eine schöne weitere Variante ist es auch, zwei Dummies zu verwenden. Ihr legt den Hund ab und werft erst den einen Dummy und dann den zweiten Dummy (am besten in eine andere Richtung). Ihr geht zu eurem Hund zurück und schickt ihn mit „Dummy“ los. Sauber gearbeitet (nach professionellem Dummy-Training) bringt euer Hund erst den einen Dummy und sucht danach den zweiten.

Welche Hunderassen eignen sich besonders für das Futter-Dummytraining?

Hierzu eignen sich sicherlich die Apportierhunde wie Retriever am besten, aber es ist ein Spaß für im Grunde alle Hunderassen, sofern sie etwas auf Futter stehen.


Weitere Möglichkeiten, den Hund mit Nasenarbeit zu beschäftigen:


            -           Suchspiele
            -           Fährtenarbeit
            -           Mantrailing
            -           Rettungs-Suchhunde
            -           „Professionelles“ Dummy-Training

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