Schwarzer Portie mit weißen Abzeichen

Portugiesischer Wasserhund

Intelligenter Temperamentsbolzen mit Eigensinn sucht Aufgabe

Der Cão de Agua portugués ist ein mittelgroßer, temperamentvoller Hund mit sehr viel Energie. Die gelockten Temperamentsbolzen, sind nur dann als Familienhunde geeignet, wenn ihr die Zeit für eine längere und konsequente Erziehung mitbringt und die Kinder nicht zu klein sind. Cãos brauchen sowohl eine geistige als auch eine körperliche Auslastung, sonst können sie unleidlich werden. Die meisten von ihnen sind verrückt nach Wasser. Porties sind Traumhunde für sportliche Menschen mit etwas Hundeerfahrung, die Lust auf gemeinsamen Hundesport haben und eine konsequente und lange Erziehungs-Phase nicht scheuen. Ihr solltet auch etwas Zeit für die Fellpflege mitbringen, da das lockige oder wellige Haarkleid oft gekämmt und auch gekürzt werden muss. Dafür haaren Porties kaum.

Top Facts

  • Sportlich: benötigt viel Bewegung
  • Temperamentvoll: niedrige Reizschwelle, muss Ruhe lernen
  • Lockige Haarpracht: Fellpflege braucht Zeit
  • Wasserliebhaber: wär schön, wenn ihr auch Wasser mögt
  • Motivierter Teamplayer: Braucht gemeinsame Aufgaben
  • Bellen gehörte zum Job: Nicht immer leise

Steckbrief Portugiesischer Wasserhund

Größe
43,0 - 57,0 cm
Gewicht
16,0 - 25,0 kg
Lebenserwartung
12 - 14 Jahre
Verwendung
Begleithund, Apportierhund, Wasser- und Fischerhund
Herkunft
Portugal
Fell
lang und wellig oder kürzer und gekräuselt
Wesen
Sehr intelligent, wachsam, selbstbewusst, gehorsam

Charakter

Sportlich, hochmotiviert und immer auf dem Sprung

Laut Rassestandard der FCI wird der Portugiesische Wasserhund wie folgt beschrieben:

"Er ist außergewöhnlich intelligent, er versteht und gehorcht freudig allen Befehlen seines Meisters. Er hat ein heftiges Temperament, ist eigenwillig, stolz, ungestüm, genügsam und unermüdlich. Sein Ausdruck ist streng, sein Blick durchdringend und aufmerksam."

Sind damit wirklich die fröhlichen und unkompliziert wirkenden Familienhunde Bo und Sunny der Obamas gemeint?

Temperamentvoll, sportlich und immer auf dem Sprung

Der Cão de Agua portugués ist tatsächlich sehr temperamentvoll und kann damit nicht nur als Junghund ausgesprochen fordernd für seine Halter sein. Porties reagieren blitzschnell und haben dabei eine relativ niedrige Reizschwelle. Ihr bekommt sie also in einer Zehntelsekunde von Null auf Hundert. Gerade noch entspannt gedöst und schon bellend auf 180. Das ist nicht untypisch für den Portugiesischen Wasserhund. Als gute Apportierhunde sind die Portugiesen schnell dabei, ihre Zähne zum Beknabbern und Kniebeln oder auch zum Festhalten einzusetzen. Und das kann schon sehr viel Geduld und Mühe kosten, dieses Verhalten abzugewöhnen. Viel freie Bewegung, am liebsten auch mit Wasser zum Schwimmen in der Nähe begeistert die meisten von ihnen. Am Strand gibt es dann kein Halten mehr.

Hochmotivierter Teamplayer: Was kann ich für Dich tun?

Jahrhundertelang haben die Portugiesische Wasserhunde mit Menschen eng auf den Booten zusammengearbeitet. Sie verfügen über eine empathische Intelligenz und möchten Aufgaben von ihren Menschen erhalten. Das klingt gut, bedeutet aber auch, dass sie nur dann wirklich zufrieden sind. Eine geistige Auslastung ist daher ebenso wichtig, wie täglich ausreichende körperliche Bewegung. Die Lernwilligkeit der Porties solltet ihr euch mit gemeinsamen Beschäftigungen zu Nutze machen. Und da gibt es sehr viele Möglichkeiten: Jede Form von Nasenarbeit am besten in Verbindung mit Apportieren ist nach ihrem Geschmack. Dazu gehören auch Suchspiele, Dummy-Training – gern im Wasser – und Fährtenarbeit oder Mantrailing. Aber auch Tricktraining und Dogdancing bringen den meisten PWDs (Portuguese Water Dogs) sehr viel Spaß. Wenn ihr sie etwas bremsen möchtet, kann Obedience ein gutes gemeinsames Training sein. In den USA werden einige von ihnen als Therapiehunde ausgebildet, sofern sie nicht zu ungeduldig und nervös sind. Da sie sehr schnell drehen, ist es wichtig, dem Portugiesischen Wasserhund von Anfang an auch Ruhe beizubringen. Impulskontrolle immer wieder zu üben ist bei ihnen ein wichtiges Stichwort.

Gebt ihr eurem Hund jedoch nicht die Möglichkeit, sich geistig und körperlich gemeinsam mit euch auszuleben, dann werden Portugiesische Wasserhunde sehr schnell unleidlich und hypernervös.

Selbstbewusst und sensibel

Der selbstbewusste Portugiesische Wasserhund reagiert auf eine „strenge Erziehung“ gar mit Strafen sehr schnell mit Sturheit und Gegenwehr. Deshalb ist beim Portie eine konsequente und positive Erziehung das A und O.

Familienhund, aber…

Portugiesische Wasserhunde sind ihrer Familie gegenüber freundlich und aufgeschlossen. Die meisten von ihnen lieben Kinder. Doch zu kleine Kinder oder zu viel Unruhe können für die von Natur aus eher unruhigen und schnell hochdrehenden Porties einfach zu viel sein. Deshalb sollten die Kinder besser schon größer sein und ihr solltet gerade in den ersten Jahren genug Zeit für die Erziehung des Hundes übrig haben.

 

Traumhund für sportliche Menschen mit etwas Hundeerfahrung und Zeit

In den Händen von sportlichen Hundeliebhabern, die etwas Hundeerfahrung mitbringen und ihren Hund konsequent und liebevoll mit positiver Bestätigung belohnen, ist der Portugiesische Wasserhund ein Traumhund. Doch ihr benötigt sowohl für die Erziehung als auch für die gemeinsame Betätigung und die Fellpflege etwas Zeit. Beim Kauf eines Portugiesischen Wasserhundes solltet ihr unbedingt auf eine gute Zucht achten, da aufgrund gestiegener Nachfragen leider auch unseriöse Vermehrer am Start sind, die weder auf Gesundheit, noch auf Wesen und eine gute Aufzucht und Sozialisierung der Welpen wert legen. Das ist jedoch gerade bei so temperamentvollen und selbstbewussten Hunden wichtig.

Intelligenz

Portugiesische Wasserhunde sind intelligent und ausgesprochen lernwillig. 

Aufmerksamkeit

Portugiesische Wasserhunde sind sehr aufmerksam. Sie lernen und arbeiten für ihr Leben gern. 

Energie

Die Portugiesen gehören zu den sehr bewegungsfreudigen Hunden, die ein starkes Temperament haben. 

Zeitaufwand

Aufgrund des starken Bewegungsdrangs, der Neugier und dem Willen etwas zu lernen und für ihre Halter zu arbeiten, solltet ihr für einen Portugiesischen Wasserhund täglich mindestens zwei Stunden mitbringen. 

Training

Porties sind sehr lernwillig und daher auch gut zu trainieren. Sie wollen mit ihrem Menschen arbeiten und sowohl körperlich als auch geistig gefordert und beschäftigt werden. Deshalb solltet ihr Spaß am Training und an der gemeinsamen Arbeit mit eurem Hund haben und auch die Zeit dafür mitbringen. Einfach nur spazieren gehen reicht diesen schlauen, neugierigen und lernbegierigen Hunden nämlich absolut nicht. 

Die folgenden Hundesportarten und Beschäftigungen sind sehr gut für Portugiesische Wasserhunde geeignet:

In den USA werden Portugiesische Wasserhunde auch häufig als Therapie-Hunde eingesetzt, das sie ein starkes Einfühlungsvermögen besitzen. 

Jagdtrieb

Hier gibt es durchaus eine Bandbreite an unterschiedlichen Charakteren bei den Portugiesischen Wasserhunden und manche von ihnen verfügen über einen starken Jagdtrieb und jagen begeistert Rehwild, Kaninchen und Katzen hinterher. Andere wiederum lassen Wildtiere und andere Arten völlig cool bleiben. 

Fragt am besten nach, wie es mit dem Jagdtrieb der Elterntiere aussieht. Aber auch wenn die Elterntiere Nicht-Jäger sind, so ist dies noch lange kein Grund für die Welpen nicht doch zu jagen. 

Alleinsein

Genau wie das zur Ruhe kommen, sollte dem Portie auch das Alleinbleiben in langsamen Schritten beigebracht werden. Je nach Temperament, kann dies einige Übung erfordern. 

Am besten ihr übt nach einer Eingewöhnungszeit von Anfang an in kleinen Schritten das Alleinbleiben an einem sicheren Platz. Dann sollte es auf Dauer kein Problem sein, den Portie für ein paar Stunden allein zu lassen.

Kein Hund sollte länger als vier Stunden am Tag allein gelassen werden. 

Bellen

Portugiesische Wasserhunde sind häufig wachsam und melden Fremde auch gern bellend an. Fremde oder auch ihre eigene Meinung tun Porties sehr gern laut kund. 

Wachsamkeit

Porties ist eine Wachsamkeit eigen. Schon zu Urzeiten wurden die Hunde ausgewählt, die sowohl Schiff als auch Hab und Gut der Fischer bewachten und im Notfall auch verteidigen. Das liegt den meisten auch heute noch mehr oder weniger im Blut. 

Beschützer

Es ist sicherlich sehr individuell vom Hund, seiner Sozialisierung und seiner Herkunft abhängig, aber viele Porties geben auch gute Beschützer ab. Reine Wachhunde sind Portugiesische Wasserhunde dagegen nicht. 

Verträglich mit Hunden

Porties verstehen sich in der Regel gut mit anderen Hunden, sofern sie als Welpen bereits gut sozialisiert wurden. 

Verträglich mit Tieren

Es kommt sehr stark auf den Jagdtrieb des jeweiligen Porties an, ob er sich mit anderen Tieren im Haushalt versteht oder sie als Beute begreift. Wesentlich für ein gelungenes Zusammenleben mit anderen Tierarten im Haushalt ist eine sehr frühe und konsequente Sozialisierung. Dann sollte es auch für einen Portugiesischen Wasserhund kein Problem sein, beispielsweise mit Katzen in einem Haushalt zu leben. 

Kinderfreundlich

Portugiesische Wasserhunde werden häufig als besonders kinderlieb angepriesen. Dies können sie mit Sicherheit auch sein, doch sind sie als sehr temperamentvolle, lernbegierige und selbstbewusste Hunde nicht unbedingt die besten Familienhunde, wenn die Kinder noch klein sind. 

Verträglich mit Fremden

Portugiesische Wasserhunde können sehr wachsam sein und melden Fremde auch gern mal lautstark. Je nach Sozialisierung und Temperament werden die Gäste dann ins Haus gelassen oder stürmisch begrüßt. Deshalb solltet ihr unbedingt auf ein frühes und konsequentes Training mit Gästen achten. 

 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Robuster und gesunder Hund, sofern die Zucht seriös ist

Aufgrund des kleinen Genpools (es waren nur noch sehr wenige Portugiesische Wasserhunde Ende der 1970er Jahre übrig), gibt es einige Krankheiten, auf die ihr bei der Auswahl eines Porties achten solltet.

Aufgrund der steigenden Beliebtheit durch die Porties im Weißen Haus zu Obamas Zeiten gab es leider auch viele unseriöse Züchter, denn so schnell konnten gar nicht seriös Welpen nachgezüchtet werden. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch verantwortungsvolle Züchter aussucht. 

Verantwortungsvolle Züchter werden entsprechende Gesundheitstests an den Elterntieren vorgenommen haben und dann sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr. Manche Erkrankungen sind sehr selten, aber für diese Rasse häufiger als für andere Hunderassen. 

 

 

Robustheit

Ein gesunder und erwachsener Cao de Portugués ist ein sehr robuster Hund, mit dem ihr Bäume ausreißen gehen könnt. Sie sind sehr bewegungsfreudig und die meisten von ihnen schwimmen natürlich für ihr Leben gern. 

Krankheiten

Die folgenden Krankheiten treten bei Portugiesischen Wasserhunden häufiger als bei anderen Hunderassen auf.

Gelenkerkrankungen

Augenerkrankungen

Haut- und Haarerkrankungen

  • Falsches Fell
    Das Fell erscheint nicht wellig oder lockig und besitzt Unterwolle. Die Hunde haaren. 
  • Follikuläre Dysplasie: Haarverlust beim Hund
    Mit ca. 6-9 Monaten beginnt ein Haarausfall, der an einigen Stellen zu völliger Kahlheit führen kann. Es handelt sich um eine Fehlfunktion der Haarwurzeln, ansonsten ist der Hund gesund. 

Weitere Erkrankungen

  • GM1-Gangliosidose (GM1 Storage Disease), Lysosomale Speicherkrankheit
    Wenn beide Elterntiere Träger der Krankheit sind, kann sie tödlich für die Welpen werden. Ein DNA-Test ist sinnvoll, wenngleich nur schätzungsweise 2% aller Portugiesischen Wasserhunde Träger der Krankheit sind. 
  • Juvenile Dilatative Cardiomyopathie (JDCM)
    JDCM ist eine vererbbare Herz-Erkrankung, die zum Tod des Welpen zwischen der 5.Lebenswoche und dem 7. Lebensmonat führt. Die Elterntiere können per DNA-Test getestet werden. 

Verträgt Hitze

Portugiesische Wasserhunde können Wärme gut vertragen, besitzen sie doch keine Unterwolle. Allerdings sollte ihr bei keinem Hund ab 24 Grad Außentemperatur Leistungen abfragen, da Hunde ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen ausgleichen können wie wir Menschen. 

Verträgt Kälte

Mit Kälte können Portugiesische Wasserhunde in der Regel gut umgehen, sofern sie gesund und erwachsen sind. Sie sind als Arbeitshunde der Fischer im kalten Atlantik unterwegs und sind daher Kälte gewohnt, sofern sie sich dabei ausreichend bewegen können. Natürlich sollte im Winter ihr Haarkleid möglichst lang bleiben, um die Organe vor Kälte zu schützen. 

Ihr solltet aber bedenken, dass Porties keine Unterwolle haben und damit gegen Kälte nicht so gut geschützt sind, wie einige andere Hunderassen. 

Pflege

Portugiesische Wasserhunde benötigen regelmäßige und durchaus intensive Fellpflege. Ihr Haarkleid wächst immer weiter und muss regelmäßig gekämmt, gebürstet und auch geschoren werden, damit es nicht verklettet. Je nach Länge des Haarkleides ist der wöchentliche Aufwand des Bürsten und Kämmens höher. 

Wer sich das Scheren nicht selbst zutraut, sollte einen Hundefriseur seines Vertrauens aufsuchen. Denn bei der Schur gibt es unterschiedliche Schnitte. Insbesondere für Ausstellungen ist die Schur nicht ganz einfach. 

Unabhängig von der Frisur eures Porties sollten die Pfoten, das Maul, After und auch die Augen regelmäßig von zu viel Fell befreit werden.

Pfotenpflege: Haare zwischen Pfotenballen und Krallen kontrollieren

Bei den Pfoten wächst das Fell so lang, dass die Hunde auf glatten Böden sehr leicht ausrutschen können. Außerdem sammelt sich schnell Matsch oder Dreck in dem Fell unter den Pfoten, wenn es zu lang ist. Aber Vorsicht: Aufgrund der ausgeprägten Schwimmhäute kann es gefährlich und schmerzhaft werden. Hier solltet ihr vorsichtig vorgehen.

Die Krallen solltet ihr ebenfalls regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf kürzen.

Lese-Tipp: Pfotenpflege beim Hund.

Fell um Augen, Maul und After kürzen

Um die Augen, das Maul und After herum ist es einfach praktischer und hygienischer, wenn das Fell grundsätzlich gekürzt wird. 

Ohrenpflege bei Porties

Die Ohrenpflege ist bei Porties besonders wichtig, da sie sowohl innen als auch außen stark behaart sind. Die Haare im Ohr sollten regelmäßig gezupft (nicht geschnitten) werden, um Entzündungen vorzubeugen. 

Lese-Tipp: Ohrenpflege beim Hund.

 

Baden

Portugiesische Wasserhunde müssen in der Regel nicht gebadet werden. Doch da sie sich gern im Wasser oder auch in morastigen Untergründen aufhalten und oft ein längeres Haarkleid besitzen, kann ein Bad notwendig werden.

Verwendet am besten ein spezielles Hundeshampoo auf natürlicher Basis, damit die natürliche Schutzschicht des Hundes nicht zerstört wird. Das Haarkleid des Portugiesischen Wasserhundes lässt sich nicht immer sehr leicht baden, da es sehr gut Wasser abweist. Manche finden es sinnvoll, das lange Haarkleid mit einem Conditioner zu behandeln, damit es weicher und besser kämmbar wird. Auch dieser sollte auf einer natürlichen Basis sein. 

 

Kämmen & Bürsten

Ein regelmäßiges Bürsten, mindestens 1-2 Mal pro Woche ist das absolute Minimum. Insbesondere in der Zeit des Wechsels vom Welpen- zum Erwachsenenfell ist ein häufigeres Kämmen und Bürsten wichtig, damit die Haare nicht verknoten. Dieser Übergang kann bis zum 3.Lebensjahr andauern. 

Haaren

Portugiesische Wasserhunde haaren kaum und kennen keinen saisonalen Fellwechsel. Lediglich vom Welpen zum erwachsenen Hund wechselt das Haarkleid über einen längeren Zeitraum. Sie besitzen keine Unterwolle und ihre Deckhaar wächst immer weiter. 

Schneiden & Trimmen

Portugiesische Wasserhunde müssen geschoren werden, wenn das Haar sehr lang wird.

Die Löwenschur (Lion-Clip)

DIE rassetypische Schur ist die Löwenschur, die eine Teilschur ist. Auch wenn sie heutzutage wie eine reine Show- und Ausstellungsschur aussehen mag, so ist sie doch eine sehr alte Arbeitsschur. Die Fischer entwickelten diese Schur, um die Hunde bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Das Haarkleid blieb bis zur letzten Rippe üppig gewellt oder gelockt lang stehen, um die inneren Organe im kalten Wasser des Atlantiks zu schützen. Gleichzeitig gab das dichte und wasserabweisende Fell den Hunden Auftrieb beim Tauchen, da sich viel Luft im Fell befindet. 

Die hintere Körperhälfte wurde dagegen kurz geschoren, damit die Hunde sich im Wasser freier bewegen konnten. Ebenso wurden der Fang und die Rute mit Ausnahme der Spitze  kurzgeschoren. Der Rest des Haarkleides bleibt lang, inklusive der Schwanzspitze, an der eine kleine Fahne belassen wird. 

Auf Rassehundeausstellungen ist diese Schur in der FCI verpflichtend. Sie ist somit die Arbeits- und die Ausstellungsschur des Porties. 

Der Retriever-Schnitt (Retriever-Clip)

Beim Retriever-Schnitt werden die Haare relativ gleichmäßig in der Länge geschoren und auch um das Maul, die Schnauze und die Augen sowie an den Ohren gekürzt. Das ist für den "privaten" Gebrauch ausgesprochen praktisch. 

Für Allergiker geeignet

Portugiesische Wasserhunde haben keine Unterwolle und haaren wenig. Daher gelten sie als besser verträglich für Allergiker.

Allerdings gibt es keine hypoallergenen Hunde, auf die Menschen niemals mit Allergien reagieren. Doch es besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass Menschen weniger allergisch auf Portugiesische Wasserhunde reagieren. Unser Lese-Tipp: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.

 

Sabbern

Portugiesische Wasserhunde neigen eher nicht zum Sabbern. Allerdings sind viele von ihnen verfressen und können beim Betteln beginnen, zu sabbern. Das habt ihr aber selbst in der Hand, denn Betteln solltet ihr ihnen nicht angewöhnen. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Übergewicht vermeiden

Portugiesische Wasserhunde sind Arbeitshunde, die normaler Weise sehr viel Energie benötigen. Entsprechend verfressen sind viele von ihnen. So mancher Züchter warnt mittlerweile davor, den Portie nicht zu überfüttern und nicht dick werden zu lassen. 

Verfressenheit

Die meisten Porties sind sehr verfressen. Deshalb solltet ihr auf ein gesundes Gewicht achten. 

Aussehen

Portugiesische Wasserhunde werden häufig mit Pudeln verwechselt

Portugiesische Wasserhunde besitzen ähnlich wie Pudel ein gelocktes oder ein gewelltes Haarkleid und sind nur unwesentlich kleiner als Großpudel. Sie werden zwischen 43-57cm groß, wobei die Hündinnen mit 43-52cm kleiner als die Rüden mit 50-57 cm sind. Entsprechend sind Hündinnen auch mit 16-22kg etwas leichter als die Rüden, die zwischen 19-25kg wiegen können.

Ähnlich wie beim Pudel können die Farben schwarz, braun oder weiß ausfallen und das Haarkleid besitzt keine Unterwolle. Die Portugiesischen Wasserhunde werden sehr ähnlich wie die Pudel bei Zucht-Ausstellungen im Showring mit einer Löwenschur gezeigt. Die Löwenschur ist wirklich Geschmackssache und sieht künstlich und veraltet aus, dabei hat sie eine lange Tradition bei den Wasserhunden. 

Die Häute zwischen den Zehen sind beim Portugiesischen Wasserhund sehr ausgeprägt und helfen ihm beim Schwimmen enorm. 

Augenfarbe

Die Augen sind braun oder schwarz

Fell

Das Haarkleid des Portugiesischen Wasserhundes ist sehr reichlich und widerstandsfähig. 

Es gibt zwei Varianten des Haarkleids:

  • Gewelltes Langhaar (Wavy)
    Das Haar ist leicht glänzend und fühlt sich relativ weich an. Auf dem Kopf bildet sich ein aufrecht stehender Haarschopf aus gewelltem Haar. Das Haar an den Ohren ist länger. 
  • Kürzeres gelocktes Haar (Curly)
    Das Haarkleid ist eher matt aussehend, kürzer und sehr dicht. Auf dem Kopf bildet sich ein aufrecht stehender Haarschopf aus gekräuseltem Haar, fast ähnlich einer Pudelkrone. Das Haar an den Ohren ist kürzer. 

Portugiesische Wasserhunde haben keine Unterwolle. Das Haarkleid wächst ähnlich wie das der Pudel immer weiter. 

 

Farbe

Portugiesische Wasserhunden gibt es drei Farben:

  • Schwarzes Haar ggf. mit weißen Stellen
    Weiße Haare sind an folgenden Stellen möglich und laut Rassestandard erlaubt: Um das Maul, am Haarschopf, am Hals, an der Vorderbrust, am Bauch, an der Schwanzspitze und am unteren Teil der Beine unterhalb des Ellenbogens und an den Sprunggelenken.
  • Braunes Haar ggf. mit weißen Stellen
    Weiße Haare sind an folgenden Stellen möglich und laut Rassestandard erlaubt: Um das Maul, am Haarschopf, am Hals, an der Vorderbrust, am Bauch, an der Schwanzspitze und am unteren Teil der Beine unterhalb des Ellenbogens und an den Sprunggelenken.
  • Weißes Haar
    Bei weißen Portugiesischen Wasserhunden ist das Haarkleid reinweiß und besitzt keine weiteren Farben. Dabei sind die Nase, die Augenränder und die Mundschleimhaut schwarz oder braun. Diese Einfärbungen sind auch ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um Albinismus handelt. 

Geschichte und Herkunft

Vom Fischer-Hund und Lebensretter zum "First Dog" im Weißen Haus

FCI Norm

Nummer: 37

Herkunft

Portugal

Geschichte

Vor über 2.000 Jahren gab es bereits Wasserhunde im Mittelmeerraum, die den Fischern bei der Arbeit halfen. Aus diesen Vorfahren haben sich später die unterschiedlichen Wasserhunderassen wie der Pudel, der Barbet und auch die Italienischen, Spanischen und Portugiesischen Wasserhunde entwickelten.

Der Cão de Agua portugués hat eine sehr enge Verwandtschaft zum Großpudel und wird häufig mit ihm verwechselt. Man glaubt es kaum und sieht es eher am Haarkleid als am Körperbau: Fast alle kleinen Hunde aus dem Mittelmeerraum wie Malteser, Bichon Frisée, Havaneser, der Toy- und Zwergpudel als auch der Coton de Tuléar sind im Grunde Miniaturausgaben von Wasserhunden und entstammen von demselben genetischen Ursprung wie der Portugiesische Wasserhund. Dies zeigte eine sehr groß angelegte genetische Studie an Hunden in den USA 2017.

Die Römer sollen zur Zeit ihrer Besetzung des heutigen Portugals schon über den Fischerhund berichtet haben. Unter Kaiser Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) soll ein Hund bekannt gewesen sein, der wie ein Löwe geschoren wurde.

Ende des 13.Jahrhunderts soll ein Mönch dokumentiert haben, wie ein Hund, der dem heutigen Portugiesischen Wasserhund sehr ähnlich sag, an der portugiesischen Südküste einen Fischer vor dem Ertrinken gerettet hat.

Der Name war Programm: Harter Arbeitshund der Fischer

Die Portugiesischen Wasserhunde gab es Jahrhundertelang an der gesamten Küste Portugals von Norden bis Süden, denn sie waren bei den Fischern als zuverlässige Helfer sehr beliebt.

Cão de Agua portugués heißt übersetzt nichts anderes als Portugiesischer Wasserhund. Und genau das war jahrhundertelang die Aufgabe der Porties. Die temperamentvollen Hunde übernahmen viele Aufgaben bei den Fischern:

  • Hüter und Verteidiger der Schiffe und des Eigentums der Fischer
  • Tauchen nach Fischen, die aus dem Netz entwichen sind
  • Helfen beim Ausbringen und Einholen der Netze
  • Schiffbrüchige wurden von den Hunden gerettet
  • Bescheid geben, wenn Fischschwärme gesichtet/gewittert hatte
  • Fische aus dem Wasser apportieren
  • Taucht nach gerissenen Tauen oder Netzen im Meer
  • Schwamm zwischen den Schiffen oder zwischen Schiff und Festland, um Nachrichten zu überbringen
  • Bei Nebel bellen, damit die anderen Schiffe gewarnt waren

Es stand lange vor Zeiten der Tierschutzgesetze unter Strafe, einem Cao de Agua Leid anzutun, da er für die Fischer so wertvoll war.

Trauriger Rekord:  Eine der seltensten Hunderassen

Mit dem modernen Fischfang ist der portugiesische Wasserhund jedoch sehr selten geworden und man findet ihn hauptsächlich noch an der Algarve, dem südlichsten Zipfel Portugals.

Traurig aber wahr: Zu Beginn des 20.Jahrhunderts starben die Portugiesischen Wasserhunde fast aus. Um 1955 gab es nach groben Schätzungen nur noch 50 Hunde. Dies erklärt leider auch die kleine genetische Basis der heutigen Rasse, die schnell zu Inzucht führen kann.

Stammvater der Rasse: „Leao“, der Löwe

Der Rassestandard wurde nach dem Fischerhund „Leao“, was Löwe heißt, in den 1930er Jahren aufgestellt.  Leao gehörte Vasco Bensaude, einem portugiesischen Reeder, der sich für die Zucht der Wasserhunde einsetzte. Er erwarb in den 1930er Jahren „Leao“ (1931-1932), der zum Stammvater der modernen Porties wurde, denn der FCI-Rassestandard wurde anhand von dem Rüden Leao festgelegt.

Über 30 Jahre lang züchtete Vasco Bensaude in seinem Algarbiorum-Kennel Portugiesische Wasserhunde. Sein Lebenswerk wurde ab 1967 von Conchita Citron Branco unter dem Kennel-Namen „do Al  Gharb“ weitergeführt.

Zucht in den USA beginnt 1968

Conchita Citron Branco knüpfte auch Kontakte in die USA zu Deyanne Miller. Deyanne Miller, eine Züchterin in Connecticut hat die Porties in die USA eingeführt. Ihre Zucht im Farmion Kennel begann 1968 mit der Hündin „Renascenca do Al Gharb“ (genannt „Chenze“) - , die ein Nachfahre von Leao war.  Chenze wurde stolze 15 Jahre alt. 1972 war Deyanne Miller Mitbegründerin des Portuguese Water Dog Club of America (PWDCA).

In Portugal gab es natürlich noch parallel weitere Züchter, die die Rasse bewahren wollten. So beispielsweise Dr. Antonio Cabral, der von 1954-1979 seine Zucht mit dem Zwinger „de Alvalade“ führte. Auch Carla Molinari hatte einen eigenen Zwinger „do Vale Negro“ und war eine erfolgreiche Züchterin. Sie hat eines der besten Bücher über Portugiesische Wasserhunde „The Portuguese Water Dog“ herausgebracht, das leider nur in englischer Sprache erhältlich ist.

Heutzutage werden Portugiesische Wasserhunde insbesondere in den USA als Therapie- und Assistenzhunde eingesetzt. Hauptsächlich sind sie Begleit- und Familienhunde.

„First Dog“ und berühmte Halter

Der US-Schauspieler Raymond Burr war ein sehr früher Züchter der Portugiesischen Wasserhunde.

Der Senator Edward (Ted) Kennedy hatte 13 Jahre lang seinen in den USA sehr bekannten Portugiesischen Wasserhund Splash und besaß weitere Porties. 2006 kam in den USA ein Kinderbuch zur politischen Bildung heraus. „My Senator and Me: A Dog’s Eye View of Washington, D.C.“ ist aus der Sichtweise von Splash geschrieben. Ted Kennedy schenkte Barack und Michelle Obama den Portugiesischen Wasserhund namens „Bo“ (2009-2021), der von demselben Züchter wie seine Hunde stammte.

Weltweit berühmt wurden die Portugiesischen Wasserhunde, als Bo zum „First Dog“ im Weißen Haus zur Zeit der Präsidentschaft von Barack Obama (2009-2017) wurde. 2013 bekamen Barack und Michelle Obama noch eine Portugiesische Wasserhündin namens Sunny dazu.

Meilensteine in der Geschichte des Portugiesischen Wasserhundes

  • 1955 Anerkennung durch die FCI
  • 1972 Gründung des Portuguese Water Dog Club of America (PWDCA), der in 2020 bereits 1.600 Mitglieder zählte.
  • 1984 Anerkennung des PWD im American Kennel Club, wo er zur Working Group gehört 

Portugiesischer Wasserhund im Überblick

Portugiesischer Wasserhund: Sportliche Menschen mit Hundesinn gesucht

Der Cão de Agua portugués ist ein sehr sportlicher und ausgesprochen temperamentvoller Hund. Fremden gegenüber können sie von reserviert bis überstürmisch sein, was beides in Bahnen gelenkt werden möchte. Die bewegungsfreudigen und selbstbewussten Porties drehen schnell hoch und brauchen sowohl körperliche als auch geistige Aufgaben für ein ausgefülltes Hundeleben. Und natürlich: Wasser! Wenn ihr Zeit und Lust mitbringt, mit eurem Hund zu arbeiten und gern mit eurem Hund in Bewegung seid, dann ist der Portie der richtige Hund für euch. Etwas Zeit für die Fellpflege solltet ihr ebenfalls mitbringen.

Auflagen

Für die Haltung von Portugiesischen Wasserhunden sind keine rassespezifischen Anforderungen vorhanden. 

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