Wunderschöner Samojede mit wachem und freundlichem Blick

Samojede

Freundlich-selbstbewusster Ausdauersportler mit schneeweißem Haarkleid

Der Samojede, der lächelnde Schlittenhund, wurde über Jahrhunderte für ausdauernde und vielseitige Arbeit in den kältesten Regionen der Erde gezüchtet. Aufgrund seiner Größe und seines Temperaments wirkt er oft beeindruckend und stürmisch, ist jedoch ausgesprochen freundlich. Samojeden sind sehr intelligente, sensible und soziale Hunde, die eine sehr konsequente und liebevolle Erziehung benötigen. Sie müssen dich als Rudelführer akzeptieren. Trotz sehr früher Zucht in Europa sind beim Samojeden sehr typische Wesensmerkmale nordischer Hunde erhalten. Der Samojede ist sowohl ausdauernder Arbeits- als auch freundlicher Familienhund in einem. Das macht die wunderschönen und meist schneeweißen Hunde besonders attraktiv, doch ihr solltet ihre Haltung nicht unterschätzen.

Top Facts

  • Sehr bewegungsfreudiger Arbeiter: Sportliche Menschen mit Spaß an Hundesport gesucht
  • Freundlich aber selbstbewusst: Konsequente Erziehung, erfahrene Halter
  • Nordischer Hund = verträgt Wärme und Hitze nicht gut
  • Dichtes Haarkleid = Haart stark, viel Pflege notwendig
  • Liebt Geselligkeit = Bleibt ungern allein
  • Auf gesunde Zucht achten = große Zuchtunterschiede, genetisch bedingte Krankheiten

Steckbrief Samojede

Größe
50,0 - 60,0 cm
Gewicht
17,0 - 30,0 kg
Lebenserwartung
10 - 12 Jahre
Verwendung
Schlitten- und Begleithund
Herkunft
Russland
Fell
Dichtes, Haarkleid mit Unterwolle in weiß oder cremefarben
Wesen
Sehr lebhaft, bewegungsfreudig, verspielt, freundlich

Charakter

Ausdauernder Arbeiter und nordischer Familienhund

Die Charakter-Beschreibung der Samojeden laut FCI liest sich fast wie die eines Traumhundes und scheint nicht gut zu vermitteln, auf was ihr euch bei einem Zusammenleben mit einem Samojeden einstellen solltet. Sie beschreibt den Samojeden wie folgt:

„Ein mittelgrober, eleganter, weißer arktischer Spitz, der den Eindruck von Kraft, Ausdauer, Geschmeidigkeit, Würde und Selbstvertrauen gepaart mit Charme vermittelt…. Freundlich, aufgeschlossen, munter und lebhaft mit sehr gering ausgeprägtem Jagdinstinkt. Keinesfalls scheu oder aggressiv. Sehr gesellig; als Wachhund ungeeignet.“

Leidenschaftliche Arbeiter für sportlich-aktive Outdoor-Menschen

Samojeden sind sehr sportlich, kräftig und ausdauernd. Sie sind leidenschaftliche Läufer, die in arktischer Kälte viele Kilometer am Tag zurücklegen können. Dabei sind sie im Gegensatz zu dem Siberian Husky keine schnellen, aber sehr ausdauernde Hunde. Samojeden sind nahezu unermüdliche Energiebündel, die sehr munter, lebhaft und meist bis in das hohe Alter sehr verspielt sind. Sind sie nicht ausgelastet, können sie recht ungemütlich werden und ihre Energie auf die Umgestaltung eurer Inneneinrichtung richten.

Die intelligenten und sehr sozialen Samojeden sind ausdauernde Arbeiter. Geistige und körperliche Auslastung sind bei dem ursprünglichen Arbeitshund wichtig, um einen ausgeglichenen Hund als Familienmitglie zu erhalten.  Sind Samojeden nicht körperlich und geistig ausgelastet, können sie zu unangenehmen und zerstörerischen Kläffern mutieren. Viel Bewegung und Hundesportarten wie Fährtenarbeit, Mantrailing oder auch Agility liegen den meisten Samojeden. Natürlich darf es auch Zughundesport sein, ist aber für seine Auslastung nicht notwendig.

Haben Samojeden wirklich kaum Jagdtrieb?

Der Jagdtrieb kann bei Samojeden durchaus stark vorhanden sein. Sicherlich ist dies von den Zuchtlinien abhängig, aber viele Samojeden suchen sich einfach mangels Auslastung das Jagen als selbständiges Hobby aus.

Der Samojde als lächelndes und freundliches Familienmitglied

In den USA werden Samojeden auch „Happy Medium“ genannt, da die mittelgroßen Hunde eine so fröhliche Ausstrahlung haben. Dies liegt nicht nur an den nach oben gezogenen Lefzen, die den Hund geradezu Lächeln lassen, sondern insbesondere an seinem freundlichen Temperament.  Samojeden sind sehr freundlich, aufgeschlossen, gesellig und anhänglich. Sie sind die Gute-Laune-Bären, die sich im Kreis der Familie wohl fühlen und keine sogenannten Einpersonenhunde sind. Sie können eine sehr enge Bindung zu ihren Menschen aufbauen und kuscheln gern mit euch nach getaner Arbeit auf dem Sofa.

Kein Anfängerhund: Starker Charakter mit starker Willenskraft

Aufgrund ihres sehr menschenbezogenen und freundlichen Wesens könnten man schnell meinen, dass auch Anfänger mit einem Samojeden gut klarkommen können. Doch vom Wesen her ist der Samojede ein typischer Hund des Nordens: Er hat einen starken Charakter, ist mutig und eigenständig und hat eine eigene Meinung. Seine starke Willenskraft wird häufig als Sturheit interpretiert. Die mittelgroßen Hunde sind sehr unabhängig und selbstbewusst und benötigen eine liebevolle, aber sehr konsequente Erziehung, die ihnen ihre Stellung und Rangfolge klar macht.  Wenn ihr sie nicht konsequent führt und ihnen die Hausregeln beibringt, übernehmen sie als sehr rangorientierte Hunde gern das Kommando.

Samojeden sind sehr mutig und sind es gewohnt, auch eigenständig Entscheidungen zu treffen. Für erfahrene Halter, die eine „Führungspersönlichkeit“ für die Hunde darstellen, sind sie mit Konsequenz, Geduld, Liebe und positiver Bestärkung relativ einfach zu erziehen. Doch einen „Will to please“ wie bei einem Labrador oder Pudel sucht man bei ihnen vergeblich. Von Beginn an sollten Samojeden an alle Umweltreize gut gewöhnt und mit Menschen und Tieren gut sozialisiert werden. Bei konsequenter und freundlicher Erziehung werden sie so zu sehr angenehmen Mitbewohnern, sofern ihr sie geistig und körperlich auslastet.

Selbstbewusste Gelassenheit und große Feinfühligkeit

Samojeden sind sowohl von außen als auch von innen strahlende Hunde-Erscheinungen. Trotz Kraft und Temperament ist Hektik für die meisten Samojeden ein Fremdwort. Das kann eine wunderbar entschleunigende Auswirkung in dieser hektischen Welt auf uns Menschen haben.

Samojeden brauchen eine gute Bindung zu ihren Menschen und freuen sich darauf mit euch etwas zu unternehmen. Es liegt es an dem Menschen, die Freude am Arbeiten und an gemeinsamen Aktivitäten beim Samojeden zu wecken. Die sehr feinfühligen Hunde merken schnell, wenn ihre Menschen unzufrieden sind. Das verunsichert sie und kann sie auch komplett demotivierten. Auf Drill oder gar Zwang reagieren sie sehr schnell mit Abwehr.

Sind Samojeden als Wachhunde ungeeignet?

Samojeden gelten aufgrund ihrer großen Geselligkeit und Freundlichkeit gegenüber Menschen und Tieren als schlechte Wachhunde. Und richtig, sie begegnen Fremden meist sehr freundlich im Gegensatz zu Hunderassen, die als Wachhunde eingesetzt werden. Doch Samojeden sind keine leisen Hunde, sondern sie können recht laute Alarmanlagen sein, die Fremde lauthals melden. Kommandos zum Stillsein sind häufig bei ihnen sehr sinnvoll zu trainieren. Sind ihre geliebten Menschen in Gefahr, ist davon auszugehen, dass sie sie mutig verteidigen würden.

Intelligenz

Samojeden sind sehr intelligent und soziale Hunde, die sehr eigenständig agieren können. Ihre Intelligenz ist nicht im Sinne eines "Will to please" zu verstehen. 

Energie

Samojeden sind leidenschaftliche Läufer

Der Bewegungsdrang ist bei Samojeden sehr hoch. Sie sind mit einem guten Training dafür gemacht, Schlitten über lange Distanzen zu ziehen (vorausgesetzt, dass insbesondere Herz- und Kreislauf des Hundes gesund sind). Gut und langsam hochtrainiert sind sie sehr ausdauernd und leistungswillig. Dabei liegt ihre Stärke mehr in der Ausdauer, als in der Schnelligkeit. 

Zeitaufwand

Samojeden sind Ausdauersportler und benötigen sowohl eine körperliche als auch eine geistige Auslastung, um angenehme Begleiter zu sein. Das erfordert von seinen Haltern viel Zeit.

Das dichte Haarkleid, das im Frühjahr als auch im Herbst zum starken Haaren neigt, benötigt eine regelmäßige Pflege, die ebenfalls zeitaufwändig sein kann. 

Als stolze Halter eines Samojeden ist eine gute Erziehung und meist auch die Ausübung von einer Hundesportart fast verpflichtend. 

Training

Samojeden lernen mit einer großen Freude und sind für viele Arbeiten und Hundesportarten sehr gut geeignet: 

  • Therapiehund
  • Hütearbeit
  • Agility
  • Schlittenhundesport, Zughundesport, Canicross
  • Skijöring
  • Schwimmen
  • Wandern
  • Joggen
  • Turnierhundsport (Geländeläufe)
  • Nasenarbeit in jeder Form:

Es ist hilfreich bei Samojeden aufgrund des durchaus vorhandenen Jagdtriebes den Rückruf gut trainieren und aufgrund der Bellfreudigkeit ein Kommando für "Still" eintrainieren. 

Wohnungstauglichkeit

Samojeden sind sehr sportliche Naturburschen, die viel Bewegung benötigen. Deshalb passen sie besser auf das Land und in ein Haus als in eine Stadtwohnung. Doch bei entsprechender geistiger und körperlicher Auslastung können sie auch in einer Wohnung gehalten werden. 

Doch solltet ihr bedenken, dass Samojeden keine leisen Hunde sind. Sie bellen gern und auch häufig. Das kann in Wohnungen selbst mit toleranten Nachbarn schnell zum Problem werden.

Wenn ihr einen Hund in einer Wohnung halten möchtet, solltet ihr immer vorab die schriftliche Genehmigung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft vorliegen haben. Auch in einer Eigentumswohnung kann die Hundehaltung von der Eigentümergemeinschaft ausgeschlossen werden. 

Jagdtrieb

Auch wenn Samojeden keine typischen Jagdhunde sind und in Europa niemals zur Jagd verwendet wurden, so waren sie doch ursprünglich auch Helfer bei der Jagd und können einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb besitzen. 

Oft wird ihnen zwar im Rassestandard nachgesagt, dass der Jagdtrieb gering ist, doch sieht dies in "der freien Wildbahn" für den Halter häufig ganz anders aus. 

Alleinsein

Samojeden sind sehr anhänglich und sind es ursprünglich gewohnt, den ganzen Tag mit ihren Menschen oder auch im Hunderudel zu verbringen. Das Alleinsein ist daher für sie eher eine Strafe und absolut keine Selbstverständlichkeit. 

Deshalb sollte euer Samojede idealerweise tagsüber bei euch bleiben können. Aber jeder Hund muss lernen auch mal ein paar Stunden allein zu verbringen. Deshalb solltet ihr euren Samojeden sehr früh als Welpen und sehr behutsam in kleinen Schritten daran gewöhnen, dass das Alleinbleiben eine völlig ungefährliche und normale Sache ist. 

Bellen

Samojeden sind keine leisen Hunde und sie können leidenschaftlich laut bellen. Alleingelassen, im Jagdrausch oder auch bei zu geringer Auslastung können Samojeden zu lautstarken Kläffern werden. 

Wachsamkeit

Samojeden sind sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber Menschen und sie sind daher keine typischen Wachhunde. Ihr Wachinstinkt ist meist ausgesprochen gering. 

Beschützer

Auch wenn Samojeden keine typischen Wach- und Schutzhunde sind, so würden die großen und sportlichen Hunde ihre Familie mit Sicherheit im Notfall sehr mutig verteidigen. Ursprünglich wurden sie auch zum Schutz der Rentierherden und der Familien eingesetzt und sollen sogar Konfrontationen mit wilden nordischen Tieren wie Eisbären nicht gemieden haben. 

Verträglich mit Hunden

Ein gut sozialisierter Samojede ist sehr verträglich mit anderen Hunden. Er lässt sich auch sehr gut im Rudel oder mit mehreren Hunden in einem Haushalt halten. 

Verträglich mit Tieren

Samojeden können einen ausgeprägten Jagdtrieb gegenüber anderen Tieren haben. Dies muss aber nicht einer harmonischen Haltung mit Tieren unterschiedlicher Rassen in einem Haushalt gegenüberstehen. Oft können Samojeden sehr gut unterscheiden, welches Tier zu ihrem Haushalt gehört. 

Kinderfreundlich

Samojeden sind sehr freundlich gegenüber ihren Menschen, gesellig und obendrein bis ins hohe Alter verspielt. Alles sehr gute Voraussetzungen für einen guten Familienhund.

Allerdings sind Samojeden recht große und auch temperamentvolle Hunde, was für noch sehr kleine Kinder etwas zu viel sein kann.

Grundsätzlich sollten Kinder den artgerechten Umgang mit Hunden erlernen und niemals ohne die Aufsicht von Erwachsenen allein mit dem Hund gelassen werden. 

Verträglich mit Fremden

Ein gut sozialisierter Samojede ist meist sehr freundlich, offen und gut verträglich mit Fremden. Deshalb ist er auch kein guter Wachhund, aber meist eher freundlich gegenüber Fremden. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Achtet auf Inzucht und eine gesunde Zucht, die nicht auf Schönheit züchtet

 

Achtung: bei einer Kastration kann sich die Qualität des Haarkleides so verschlechtern, dass eine gesunde Belüftung zur Abgabe von Wärme nicht mehr möglich ist. Sie sind dann wesentlich empfindlicher gegenüber Hitze. 

 

 

Wo kaufe ich am besten einen Samojeden?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, seriöse Züchter zu unterstützen, die sich um die Gesundheit und das Wesen der Elterntiere bemühen und gesunde Welpen gut sozialisiert aufziehen. Leider gibt es insbesondere im Internet immer wieder unseriöse Züchter oder gar mafiöse Welpenhändler, die mit den Hunden schnelles Geld machen möchten und denen Gesundheit und Wohlergehen der Hunde komplett egal sind. Deshalb solltet ihr am besten Züchter wählen, die Mitglied in kontrollierten Zuchtverbänden wie dem VDH oder der FCI sind. 

Der Deutsche Club für Nordische Hunde (DCNH e.V.) betreut innerhalb des VDH und damit auch innerhalb der Fédération Cynologique Internationale (FCI) die Hunderasse Samojede. 

 

Robustheit

Ein gesunder und langsam hoch trainierter Samojede ist ein ausgesprochen robuster und ausdauernder Hund. 

Krankheiten

Während die ursprünglichen Samojeden-Hunde sehr gesunde Hunde sind, die kaum unter Erbkrankheiten leiden, sieht dies bei den in Europa gezüchteten Hunden leider anders aus.

Da die Zuchtbasis zu Beginn mit den wenigen importierten Hunden sehr gering war und man schnell begann, auf Aussehen zu züchten und nur reinweiße Hunde in der Zucht haben wollte, schlichen sich so manche Erbkrankheiten in die Zucht. Obendrein wurden nach dem ersten Weltkrieg Großspitze in die Zucht aufgenommen, was zu weiteren Krankheiten führte. Es kann daher sehr ratsam sein, sich seinen Hund bei Züchtern zu holen, die besonders viel Wert auf Gesundheit und weniger auf Aussehen (Show-Zuchten, Championate) legen. 

Lasst euch von einem seriösen Züchter die Gesundheitsprüfungen der Elterntiere zeigen und fragt ganz offen nach den bei Samojeden häufiger vorkommenden Krankheiten. Inzucht könnt ihr am Stammbaum erkennen und auch nach einem Inzuchtkoeffizienten fragen. Im Stammbaum sollte möglichst kein Hund mehrfach auftauchen. 

Ihr solltet bei den Elterntieren auf ein gesundes und nicht zu üppiges Haarkleid achten. Show-Zuchten übertreiben häufig mit dem Fell und das führt wiederum schnell zu Hauterkrankungen oder zu einer Konzentration auf äußerliche Merkmale und weniger auf eine robuste Gesundheit der Hunde. 

Die folgenden Krankheiten können beim Samojeden häufiger als bei anderen Hunderassen vorkommen:

  • Gelenk-Untersuchungen & Erkrankungen
  • Augen-Untersuchungen & Erkrankungen:
    Grundsätzlich ist für die Zuchtzulassung eine Augenuntersuchung der Elterntiere Pflicht, allerdings können dabei gefährliche Augenerkrankungen wie der Grüne Star nicht erkannt werden.   Zahnschmelzhypoplasie (Amelogeneis imperfecta - AI) - erblich bedingte Unterentwicklung des Zahnschmelzes, die zu Zahnproblemen führen. 
  • Familiäre Nephropathie (FN) - eine erblich bedingte Nierenfunktionsstörung, die bereits beim Junghund in schweren Fällen zum Tod führen kann.
  • Hyperurikosurie (HUU) und Uratsteine
  • Maligne Hyperthermie (MH)
  • Degenerative Myelopathie (DM) - Schwere Erkrankung, die im Alter zu Lähmungen führen kann. 
  • Diabetes Mellitus, häufig aufgrund einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. 
  • Pulmonische Stenose (Dysplasie der Pulmonalklappen) - Herzerkrankung, die zu Kurzatmigkeit, schnellem Ermüden und Unregelmäßigkeiten des Herzschlages führen kann und das Risiko des Herzversagens erhöht. 

Weitere Erkrankungen, die gelegentlich beim Samojeden verstärkt auftreten können:

Verträgt Hitze

Samojeden verfügen über ein sehr dichtes Haarkleid mit Unterwolle und sind für das Leben in arktischer Kälte gut ausgestattet. Bei einem optimalen Haarkleid sollten sie Wärme zwar gut abführen können, aber dies ist leider nicht immer der Fall. Samojeden mit einem sehr dichten und auch längerem Haarkleid können daher im Sommer leicht überhitzen, wenn keine Luft an ihren Körper gelangen kann. 

Im Gegensatz zu anderen Schlittenhunden kommen Samojeden aber mit höheren Temperaturen besser zurecht. 

Kastration kann zu Hitzeempfindlichkeit führen

Bei der Kastration kann sich das Haarkleid sehr verschlechtern, so dass kastrierte Samojeden noch stärker gefährdet sind, im Sommer zu überhitzen. Deshalb solltet ihr insbesondere bei Samojeden eine Kastrations noch gründlicher überlegen.

Verträgt Kälte

Als arktische Schlittenhunde mit dichtem und doppelten Haarkleid kommen Samojeden mit Kälte ganz hervorragend klar. Wichtig ist für sie ein gut gepflegtes Haarkleid, das entsprechend viel Luft speichern kann. 

Pflege

Aufgrund ihres dichten und doppelten Haarkleides benötigen Samojeden insbesondere im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel mehr Pflege als andere Hunde. Ein gut gepflegtes und möglichst ursprüngliches Samojeden-Haarkleid sorgt für eine gute Durchlüftung der Haut und wirkt isolierend bei Wärme und Kälte. 

Einige Show-Zuchten verfügen allerdings über zu lang und plüschig gezüchtetes Haar, das besonders viel Pflege benötigt, um die natürliche Schutzfunktion für die Haut aufrecht zu erhalten. Es kann leichter verfilzen und ist schlechter durchlüftet. 

Die Krallen sollten regelmäßig überprüft und ca. alle 3-4 Wochen (je nach Bedarf und Auslauf) gekürzt werden. 

Baden

Hunde benötigen kein regelmäßiges Bad für ein gesundes Haarkleid. Dies ist wirklich nur notwendig, wenn dein Hund sich in etwas übel riechendem gewälzt hat oder aber ein verfilztes oder von Parasiten befallenes Haarkleid besitzt. 

Solltet ihr euren Samojeden einmal baden müssen, dann solltet ihr auf ein natürliches Hunde-Shampoo achten, das an den pH-Wert von Hunden angepasst ist. Hunde besitzen einen anderen pH-Wert als wir Menschen, daher sind unsere Shampoos für sie nicht geeignet. Damit ihr die natürliche Schutzschicht der Haut und des Haars nicht zerstört, sollte das Hundeshampoo mild und natürlich sein. 

Kämmen & Bürsten

Als nordische Hunderasse verfügen alle Samojeden über ein sehr dichtes Haarkleid mit einer ausgeprägten Unterwolle. Je nach Zuchtlinie kann dieses übermäßig lang oder auch dicht sein. Ursprünglich ist es sehr robust und pflegeleicht, dafür aber weniger lang und seidig. 

Während des Fellwechsels ein oder zweimal im Jahr haaren Samojeden sehr stark und ihr solltet sie dabei durch tägliches Bürsten unterstützen. Zum einen findet ihr dann weniger lange weiße Haare in eurer Wohnung oder an eurer Kleidung, zum anderen helft ihr eurem Samojeden, die dichte Unterwolle schneller loszuwerden und die Haut besser zu durchlüften. 

Je nach Zuchtlinie kann es daher sinnvoll sein, euren Samojeden täglich durchzubürsten, um Schmutz und lose Haare zu entfernen. Längeres Haar, eventuelle Verfilzungen können mit einem Metallkamm oder mit einer Drahbürste (Slicker Brush) durchgearbeitet werden. 

Haaren

Samojeden 

Schneiden & Trimmen

Das dichte Haarkleid des Samojeden sollte niemals geschoren oder gekürzt werden, da ein gesundes Fell den Hund sowohl vor Kälte als auch vor Sonnenbrand und zu starker Hitze schützt. 

Für Allergiker geeignet

Samojeden haben ein doppeltes Haarkleid und verlieren insbesondere im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel sehr viel Unterwolle. Sie gehören nicht zu den Hunderassen, die bei Menschen weniger Allergien auslösen. 

Solltet ihr unter einer Tierhaarallergie leiden und euch trotzdem für einen Hund interessieren, empfehlen wir euch diesen Artikel: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Natürliche Ernährung und Gewichtskontrolle

Die Ernährung des Samojeden hat wie bei allen Lebewesen einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. Deshalb ist eine abwechslungsreiche und möglichst natürliche Ernährung auch für einen Samojeden sehr empfehlenswert. Selbst zusammengestelltes Futter wie BARF, das alle notwendigen Komponenten in der richtigen Zusammensetzung enthält, ist sicher eine sehr gesunde Art der Fütterung. Die Ernährung sollte grundsätzlich wie auch bei uns Menschen an die individuellen Bedürfnisse wie Bewegung, Alter, eventuelle Krankheiten angepasst werden. 

Da Samojeden ursprünglich auf viel Bewegung und eher wenig Futter gezüchtet wurden, solltet ihr auf ihr Gewicht achten. Denn Übergewicht ist ungesund und kann auf die Gelenke gehen. Da ihr Gewichtsveränderungen bei dem dichten Haarkleid nicht so leicht erkennen könnt, ist eine regelmäßige Gewichtskontrolle ratsam: Wöchentliches Wiegen und Eintragen in eine Tabelle kann sehr sinnvoll sein.

Spezielle Ernährung bei rassespezifische Erkrankungen des Samojeden

Es gibt rassespezifische Erkrankungen bei Samojeden, die im Falle einer Erkrankung eine spezielle Ernährung erfordern. So beispielsweise Nierenerkrankungen, Diabetes Mellitus und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder die Zink-Reaktive Dermatose.

Bei erblich bedingten Nierenerkrankungen ist eine entsprechende Nierendiät sinnvoll und auch bei Diabetes Mellitus sollte dein Hund eine entsprechende Diät erhalten. Bei Problemen mit der Bauchspeicheldrüse ist ebenfalls eine spezielle Ernährung und oft auch die Zugabe von Enzymen notwendig (siehe: Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)). Im Falle der Erkrankung solltest Du den Ernährungsplan mit deinem Tierarzt oder Ernährungsberater genau abstimmen. 

Zinkmangel kann Haut- und Fellprobleme verursachen

Bei Samojeden kann es eine genetische bedingte Veranlagung zu Zinkmangel geben, die sich in Haut- und Fellproblemen zeigen kann: Die Zink-reaktive Dermatose. Da Zink ein lebensnotwendiges Element für viele lebensnotwendige Körperfunktionen ist, muss im Falle einer Erkrankung Zink regelmäßig und verstärkt zugeführt werden.

Verfressenheit

Obgleich Samojeden als sehr genügsame Schlittenhunde gelten, die ausdauernd sind und mit wenig Futter auskommen, sind die meisten doch keine Kostverächter. 

Aussehen

Sportliche weiße Schönheit mit dichtem Haarkleid und Lächeln

Besondere Kennzeichen sind bei allen Samojeden ihr weißes und dichtes Haarkleid, ihr freundlich-lächelnder Gesichtsausdruck und ihre elegant-temperamentvolle und gleichzeitig würdevolle Erscheinung.

Samojeden sind wunderschön und gleichzeitig ist ihr Äußeres sehr funktional. Wie bei allen nordischen Hunderassen ist auch beim Samojeden die Rute aufgestellt und wird meist über dem Rücken getragen. Der dicht behaarten Rute kommt in arktischer Kälte eine besondere Funktion zu: Die Hunde kringeln sich zum Schlafen unter freiem Himmel ein, so dass die Rute vor Maul und Nase liegt und somit die eingeatmete Luft vorwärmt.

Das "lächelnde Gesicht" entsteht durch die Augenform und durch die leicht nach oben gezogenen Lefzen. Auch dies ist sehr funktional, denn durch die hochgezogenen Lefzen bilden sich keine festfrierenden Eiskristalle um das Maul herum. Die Stehohren sind im Verhältnis zum Kopf relativ klein und dreieckig.

Samojeden sind eine Höhe von 50-60cm und einem Gewicht zwischen 17-30kg mittelgroße Hunde. Bei Rüden werden 57cm als ideale Größe angesehen, bei Hündinnen 53 cm.

 

 

Eine Besonderheit stellen die bei sehr ursprünglichen Hunden noch vorkommenden Afterkrallen, auch Wolfskrallen genannt, dar. An den Hinterläufen befindet sich eine zusätzliche Kralle. 

Äußerlich unterscheiden sich bei den Samojeden insbesondere zwei Zuchtlinien: Die ursprüngliche Arbeitslinie der Schlittenhunde, die hochbeiniger ist und deren Haarkleid weniger voluminös ist und die Show-Zucht, deren Hunde kleiner sind und ein wesentlich plüschigeres Haarkleid besitzen, das möglichst reinweiß sein soll.

Augenfarbe

Samojeden haben dunkelbraune Augen mit einen schwarzen Lidrand

Fell

Samojeden haben als ursprüngliche nordische Schlittenhunde ein doppeltes und sehr dichtes Haarkleid mit einer weichen Unterwolle und einem etwas längerem, festen und glattem Deckhaar. 

Um Hals und Schultern ist das Haar länger und bildet eine leichte Mähne, während es auf dem Kopf und an den Beinen dagegen kürzer ist. Selbst die Ohreninnenseiten sind gut behaart. 

Je nach Zuchtlinie kann das Haarkleid mehr oder weniger üppig ausfallen. Gesünder ist die ursprüngliche Variante. 

Farbe

Samojeden werden für ihr strahlend helles Haarkleid bewundert. Meist ist es reinweiß, darf aber auch ins cremefarbene gehen oder sogar weiß mit leicht beigefarbenen Abzeichen gehen. Das Beige wird im Rassestandard als "Bisquit" bezeichnet. Absolut unerwünscht sind vom Rassestandard dagegen alle Brauntöne, auch wenn sie blassbraun sind. Allerdings kommen Samojeden ursprünglich in ihrer Heimat in sehr vielen Fellfarben vor und sie wurden erst mit der Rassezucht in Europa auf reinweiße Farben durch Inzucht reduziert. 

Die folgenden Haarfarben sind beim Samojeden vom Rassestandard her erlaubt: 

  • Reinweiß
  • Cremefarben
  • Weiß mit Bisquit (Grundfarbe ist weiß, leichte "Bisquit-farbene Abzeichen)

Geschichte und Herkunft

Vom nordischen Arbeitshund zum Familien- und Begleithund

FCI Norm

Nummer: 212

Herkunft

Der Samojede stammt aus Russland, das Zucht-Patronat hat offiziell der Verband der nordischen Staaten (N.K.U.) vertreten.

Geschichte

Nordischer Arbeitshund seit Jahrtausenden

Seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden, wurden die Vorfahren unserer heutigen Samojeden von den damals noch nomadisch lebenden indigenen Völkern im Norden Russlands (Nordwestrussland, Uralgebirge und Westsibirien) als sehr vielseitige Arbeits- und Familienhunde gehalten. 

Seinen Namen hat der Samojede von dieser samojedischen Völkergruppe erhalten, die als Jäger, Fischer und Rentierzüchter durch die Tundra im Norden Russlands bis zum Weißen Meer zog. Die samojedischen Völker lebten in Zelten und zogen mit den Rentierherden.  Ihre Hunde waren für sie sehr wertvolle und vielseitige Arbeiter und lebten gleichzeitig sehr eng mit ihnen als Familienmitglieder zusammen. 

Die Hunde der Samojeden mussten sowohl ausdauernd, genügsam als auch mutig und zugleich freundlich und familientauglich sein. Sie bewachten und hüteten die Rentierherden, wobei sie durchaus mutig einem Eisbären gegenübertraten. Sie unterstützten bei der Jagd beispielsweise auf Pelztiere ihre Menschen und wurden bei Bedarf als "PS des Nordens" zum Ziehen der Schlitten verwendet. Als lebende Heizung schliefen sie nah bei ihren Menschen in den Zelten und waren Teil der Familie. Die Hunde der Samojeden gab und gibt es in vielen Farben. Während in den südlicheren Gebieten sowohl schwarze und braungefleckte Hunde zum Hüten der Rentierherden verwendet wurden, wurden in den nördlichen Gebieten reinweiße Hunde verstärkt als Jagd- und Schlittenhunde eingesetzt. 

Vorfahren vor über 9.500 Jahren

Die Vorfahren der nordischen Schlittenhunde zählen zu den ältesten von Menschen gezüchteten Hunden. Nach neusten Studien, die in Science 2020 veröffentlich wurden, sollen Menschen bereits vor über 9.500 Jahren begonnen haben, Schlittenhunde zu züchten. Vermutlich sind alle nordischen Schlittenhunde wie Alaskan Malamute, Grönlandhund, kanadischer Eskimohund, Siberian Husky und auch der Samojede Nachfahren dieser ersten und ursprünglichen Schlittenhunde. Laut neuerer genetischer Studien ist der Samojede aber auch sehr eng mit dem Finnen-Spitz verwandt.

Samojeden werden früh in Europa gezüchtet 

Von all den nordischen Hunderassen ist der Samojede bereits sehr früh in Europa rein gezüchtet worden. Der britische Wissenschaftler Ernest Kilburn Scott (1868-1941) lebte 1889 für einige Monate bei den Samojeden-Stämmen in Nord-Russland bei Archangelsk. Er gilt heute als der Zuchtvater der Samojeden, der die Rasse in England bekannt machte. Zur Zuchtbasis in der westlichen Welt gehörten drei Hunde, die er aus Nordrussland (Archangelsk), am weißen Meer nach England brachte:

  • Rüde "Sabarka": ein brauner Rüde aus Nordrussland und Sibirien
  • Hündin "Whitey Pechora": eine cremefarbene Hündin von der Westseite des Urals
  • Rüde "Musti": Ein schneeweißer Rüde aus Sibirien

Doch auch weitere Forscher brachten Samojeden mit in die westliche Welt. So brachte beispielsweise 1893 Francis Leyburn Pofam einen weißen Rüden mit nach England.

Erste Züchter waren Ernest Kilbourne Scott und seine Frau gemeinsam mit ihren Töchtern Joyce und Ivy. Sie kauften Zuchthunde in der ganzen Welt und züchteten über lange Jahre hinweg insbesondere schneeweiße Samojeden. Während Samojeden in Russland viele Farben haben und auf Gesundheit, Wesen und Leistung über Jahrhunderte gezüchtet wurden, begann die Ausstellungszucht in Europa auf schneeweiße Hunde mit immer extravaganterem Fell Wert zu legen. Gesundheit, Wesen und Leistung sind dabei leider immer wieder in den Hintergrund gerückt. Die "neue" Hunderasse wurde im 20.Jahrhundert schnell weltweit beliebt, denn von England kamen die Samojeden auf den Kontinent.

Helfer bei Polarexpeditionen

Die nordischen Hunderassen wurden Ende des 19.Jahrhunderts und Beginn des 20.Jahrhunderts weltweit aufgrund der aufsehenerregenden Polarexpeditionen mit Schlittenhunden berühmt. Was für die Hunde der Entdecker jedoch tödlich endete. Sie wurden als Mittel zum Zweck angesehen und bei Schwinden ihrer Kräfte als Futter für die übriggebliebenen Hunde und auch für die Menschen verwendet. Dabei waren sie die ausdauernden und genügsamen Helfer ihrer Menschen.  

1895 bricht der norwegische Forscher Fridtjof Nansen (1861-1930) mit Hundeschlitten von seinem Schiff zu seiner berühmten Expedition auf, um als erster Mensch den Nordpol zu erreichen. Er soll laut Berichten den Samojeden 34 ausdauernde und genügsame Hunde abgekauft haben. 400km vor dem Nordpol musste er bekanntermaßen aufgeben. Nur zwei Hunde sollen bis hierhin überlebt haben, doch kurze Zeit darauf erschöpft gestorben sein.     

1911 bricht ein weiterer norwegischer Forscher mit Schlittenhunden zu einer Pol-Expedition auf. Roald Amundsen (1872-1928) war der erste Mensch am Südpol. Der erste Hund am Südpol war sein Leithund, ein Samojede. Bei der Südpol-Expedition des britischen Marineoffiziers und Polarforschers Robert Falcon Scott (1868-1912) wurden ebenfalls 33 Hunde verwendet, doch die Engländer hatten kaum Erfahrung mit den Schlittenhunden, was ihre Expedition verschlechterte. Sie sollen den Hunden die Schwänze abgeschnitten haben, was für diese das Todesurteil bedeutete. Denn die Schwänze dienen ihnen in der eisigen Kälte beim Schlag eingeringelt und vor die Nase gelegt als wärmende Atemfilter. Die Hunde starben nach kurzer Zeit alle an einer Lungenentzündung.

Adlige Samojeden-Fans in England und USA

Zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden Samojeden durch Alexandra von Dänemark (1844-1925) bekannt. Sie war zwischen 1901 und 1910 Königin von Großbritannien als Ehefrau von Edward VII. Nachdem sie einen Samoyeden als Geschenk erhielt wurde sie zu einem großen Fan und zur Züchterin von Samojeden, was sehr zur Bekanntheit der Rasse beitrug.

Erste Samojeden sollen um 1904 in die USA gekommen sein. Eine erste offizielle Registrierung fand 1906 im American Kennel Club statt: Der Samojeden-Rüde "Moustan of Argenteau" wurde im AKC als erster Samojede registriert. Moustan of Argenteau gehörte der belgischen Prinzessin Rosalie F. Mercy d'Argenteau (1862-1925), die den Hund 1901 in Russland auf einer Hundeschau angeblich von einem nahen Verwandten des Zaren geschenkt bekommen haben soll. 1905 zog sie nach New York und mit ihr Moustan. Ihr ohnehin spannendes und von Reisen geprägtes Leben sollte hier noch an Fahrt aufnehmen.  Bei einer Show des damals berühmten Bären- und Löwenzähmers namens Captain Jack Bonavita (geboren als Johann Friedrich Gent, 1866-1925) verlor dieser bei einem Unfall 1904 einen Arm, lernte aber Rosalie F. Mercy d'Argenteau kennen, die er später geheiratet haben soll.

Samojeden werden übrigens in Großbritannien und in den USA auch "Sammy" oder "Sammies" genannt.

Einkreuzung von weißen Großspitzen nach dem 2.Weltkrieg

Mit dem 2. Weltkrieg (1939-1945) wurden auch die Samojeden in Europa - wie viele Hunderassen - sehr stark dezimiert. Es wurden daher weiße Großspitze eingekreuzt, was die ursprünglichen Merkmale der Samojeden entsprechend etwas veränderte.

Im 21. Jahrhundert gibt es eine weltweite Zucht von Samojeden. Die eigentlichen Arbeitshunde sind beliebte Haus-, Familien- und Begleithunde verwendet. Selten findet man sie jedoch bei Schlittenhunderennen, da sie zwar ausdauernd, aber nicht so schnell wie Huskys und nicht so kräftig wie Alaskan Malamutes sind. 

Der Eurasier ist eine sehr junge deutsche Hunderasse, bei der ursprünglich Wolfsspitz und Chow Chow verpaart wurden, doch in den 1970er Jahren auch Samojeden eingekreuzt wurden. 

Meilensteine in der Zucht der Samojeden: 

  • 1889 Entdeckung/Erforschung durch den britischen Zoologen Ernest Kilbourne Scott 1889
  • 1906 erste Registrierung im AKC (Moustan of Argenteau), der einer belgischen Prinzessin Rosalie F. Mercy d’Argenteau (1862-1925) gehörte, die den Hund 1901 in Russland auf einer Hundeschau geschenkt bekam. 1905 zog sie nach New York und heiratete Jack Bonavita (1866-1917)
  • 1909 Aufstellung des ersten Rassestandards in England und Gründung des ersten Zuchtvereins
  • 1913 Offizielle Anerkennung der Rasse in England
  • 1923 USA "Samoyed Club of America"
  • 1959 Anerkennung durch die FCI, Gründung des Schweizerischen Klubs für Nordische Hunde (SKNH)
  • 1968 Gründung des Deutschen Clubs für Nordische Hunde (DCNH), der in Deutschland für den Zuchtstandard des Samojeden zuständig ist.

Samojeden als Social Media Stars

Heutzutage erlangen Samojeden in den sozialen Medien eine eher zweifelhafte Berühmtheit als niedliche Plüschbären, die ihre Halter berühmt und reicher machen. Die Samojeden-Hündin Maya (mayapolarbear) ist über ihr Frauchen, eine Social Media Influencerin aus Köln, auf fast allen Social Media-Kanälen mit kleinen Videos und Reels sehr berühmt geworden. Sie hat auf Tiktok über 5 Mio. Follower und auf Instagram und Youtube fast 2 Mio. Follower. Die Videos sind sehr niedlich und zeigen den Charme als auch die Intelligenz der Samojeden. Doch leider entsteht durch die Darstellung eher der Eindruck, dass der Samojede ein niedlicher und verkuschelter Plüschbär ist und weniger eine nordische Hunderasse mit dem Bedürfnis nach artgerechter Beschäftigung und viel Auslauf.

Auch berühmte Hollywood-Stars wie Bradley Cooper, David McCormick, Kelly Carkson, Lucille Ball, und Antonio Banderas hielten oder halten Samojeden.

Samojede im Überblick

Auflagen

Der Samojede unterliegt keinen rassespezifischen Haltungsbedingungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 

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