Gesundheit

Was ist eine Zink-reaktive Dermatose beim Hund? Wie kann sich Zinkmangel beim Hund auswirken?

Hat euer Hund rote, schuppige Haut, die Krusten bildet? Fällt ihm das Haar um Augen und Maul herum aus? Kaut er an den Pfoten und juckt sich die Hautstellen um Augen, Maul und ggf. After? Dann könnte Zinkmangel die Ursache sein.

Insbesondere nordische Hunderassen wie der Sibirische Husky sind von der Zink-reaktiven Dermatose betroffen

Beschreibung, Definition

Was ist eine Zink-reaktive Dermatose beim Hund? Wie kann sich Zinkmangel beim Hund auswirken?

Eine sogenannte „Zink-reaktive Dermatose“ ist eine Haut- und Fellerkrankung, bei der die Haut der Hunde insbesondere um die Augen und das Maul herum rot und schuppig wird und verkrustet. Häufig ist auch Juckreiz damit verbunden.

Es werden zwei unterschiedliche Arten von Zink-reaktiver Dermatose unterschieden:

  • Es besteht eine genetische Disposition bei einigen wenigen Hunderassen wie Alaskan Malamut, Sibirischer Husky und American Pit Bull Terrier, die von den Elterntieren vererbt wird. Die betroffenen Hunde haben einen Mangel an Zink, der entsteht, da sie Zink aus der Nahrung über den Darm schlecht bis gar nicht aufnehmen können und daher einen erhöhten Bedarf haben.
  • Auch Junghunde und Welpen von schnell wachsenden großen Hunderassen wie z.B. Doggen können ein Zinkdefizit und damit verbundene Hautprobleme vorübergehend entwickeln.

Es können aber auch andere Ursachen zu einer Unterversorgung mit Zink führen, wie z.B. eine Mangelernährung oder eine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion.

Zink, ein lebensnotwendige Element

Zink ist für Hunde – wie für fast alle Lebewesen – ein lebensnotwendiges Element, das für ein gut funktionierendes Immunsystem, sowie diverse Stoffwechselfunktionen notwendig ist und gleichzeitig eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Welche Nahrungsmittel enthalten Zink?

Zink befindet sich in den meisten Muskelfleischsorten und in Innereien aber auch besonders in Nüssen und Samen, sowie in Eiern. Hunde müssen Zink über die Nahrung aufnehmen, da sie Zink nicht selbst bilden können. Durch ein Zuviel an Kalzium und Phytinsäure (z.B. in Getreide und Hülsenfrüchten) kann die Aufnahme jedoch im Körper des Hundes eingeschränkt werden. Hinzu kommt, dass der Körper Zink nicht speichern kann und daher konstant auf eine Zufuhr angewiesen ist.

Symptome

Wie äußert sich eine Zink-reaktive Dermatose beim Hund? Wann treten die ersten Symptome beim Hund auf?

Die ersten Symptome treten meistens in der Pubertät auf. Die Haut beginnt sich zu röten, wird schuppig und es bilden sich Krusten. Schließlich kommt Haarausfall insbesondere um das Maul und um die Augen herum dazu. Diese Hautirritationen mit Haarausfall können auch an den Pfoten und im Genitalbereich auftreten. Die betroffenen Stellen jucken bei in etwa 50% der Hunde, was wiederum zum kauen an den Pfoten oder reiben und kratzen im Kopf- und Analbereich führt.

Typische weitere Symptome eines Zinkmangels können sein:

  • Stumpfes und glanzloses Fell
  • Hohe Infekt-Anfälligkeit aufgrund eines schlecht funktionierenden Immunsystems
  • Wachstumsstörungen
  • Fortpflanzungsstörungen 

Diagnose

Wie wird eine Zink-reaktive Dermatose beim Hund diagnostiziert?

Der Tierarzt kann über eine Biopsie der betroffenen Hautstellen schnell und einfach feststellen, ob es sich um eine Zink-reaktive Dermatose handelt. Hierfür wird eine Hautstelle lokal betäubt und eine kleine Hautprobe zur Untersuchung in ein Labor eingeschickt.

Auch kann mithilfe eines Bluttests ein Zinkmangel durch den Tierarzt schnell und sicher festgestellt werden.

Therapie & Behandlung

Wie wird eine Zink-reaktive Dermatose beim Hund therapiert?

Eine Behandlung erfolgt über die Zugabe von Zink nach Anweisung des Tierarztes. Eine Selbstmedikation mit auf dem Markt verfügbaren Mitteln solltet ihr besser nicht vornehmen, da Art und Menge der Zinkzugabe bei dieser Erkrankung genau bestimmt werden sollten.

Dies kann eine vorübergehende Zugabe von Zink z.B. bei Junghunden von großen Hunderassen über wenige Wochen sein. Bei den meisten nördlichen Hunderassen wie Alaskan Malamute, Sibirischer Husky und Samojeden und häufig auch bei Bullterrier, Miniature Bullterrier und American Pit Bull Terrier Terriern ist die Ursache ein genetisch bedingter Zinkmangel. Die Hunde können Zink gar nicht oder kaum aus der Nahrung aufnehmen und benötigen ein Leben lang die Zugabe von Zink.

Die Hautreizungen können symptomatisch z.B. mit speziellen Shampoos, die den Talgfluss reduzieren, behandelt werden. Verkrustete Hautstellen können ebenfalls behandelt werden.

Bei der Gabe von Zink gibt es einige Punkte zu beachten, die dein Tierarzt mit dir abstimmen wird:

  • Zink kann die Magenschleimhaut reizen und größere Zugaben werden daher auf mehrere Gaben pro Tag verteilt oft besser vertragen
  • Die Zinkaufnahme kann durch kalziumreiche Nahrungsmittel vermindert werden, daher sollten z.B. Milchprodukte vermieden werden
  • Hohe Mengen an Kupfer, Weizenkleie oder Sojaschrot können die Aufnahme von Zink behindern
  • Zink kann zu Beginn der Behandlung intravenös verabreicht werden
  • Achtet auf eine gut verfügbare Form von Zink als Zugabe mit einer hohen Bioverfügbarkeit, damit es gut aufgenommen werden kann. Zinkoxid, wie in vielen Ergänzungsmitteln für Tiere, hat beispielsweise eine geringere Bioverfügbarkeit als andere Formen von Zink.
  • Bei einem gesunden Hund liegt der tägliche Bedarf bei ca. 1mg pro Kg Körpergewicht. 

Prognose

Wie ist die Prognose bei einer Zink-reaktiven Dermatose beim Hund? Wird mein Hund wieder vollkommen genesen?

Im Grunde ist die Prognose sehr gut, wenn das Fehlen von Zink erkannt und behandelt wird. Nach einer oder mehrerer Zinkgaben sollten die Symptome abklingen.

Ursachen & Vorbeugung

Was sind die Ursachen einer Zink-reaktiven Dermatose beim Hund? Kann ich einer Zink-reaktiven Dermatose beim Hund vorbeugen?

Bei einem Hund ohne genetisch bedingte Zink-Absorptionsstörung (Aufnahmestörung) reicht eine ausgewogene Ernährung aus, um den Zink-Bedarf zu decken.

Verstärktes Auftreten bei folgenden Hunderassen

Bei welchen Hunderassen tritt die Zink-Reaktive Dermatose häufig auf? Welche Hunderassen sind besonders davon betroffen?

Bei den folgenden Hunderassen tritt die Zink-reaktive Dermatose leider sehr viel häufiger als bei anderen Hunderassen auf:

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