Deutsche Dogge

Sanftmütige und selbstbewusste Riesen mit Wachinstinkt

Deutsche Doggen besitzen eine sehr imposante Größe und sind edle Erscheinungen mit einem ausgewogenen Körperbau und kurzem, glänzenden Fell. Sie werden der Apoll der Hunde genannt und ihre Ausstrahlung wirkt fast immer edel und erhaben. Trotz ihrer Größe sind Doggen von Natur aus sanftmütig und haben eine hohe Reizschwelle. Doch dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die großen und starken Hunde erfahrene und sportliche Halter benötigen. Leider gibt es bei Doggen auch viele Krankheiten, so dass ihr auf eine gesunde Zucht achten solltet. Eine gut erzogene und gesunde Dogge ist ein fantastischer und einmaliger Begleiter für Halter, die ausreichend Platz, Zeit, Erfahrung und Rücklagen für die Dogge mitbringen.

Top Facts

  • Sehr groß und stark - für sportliche Halter mit Platz
  • Selbstbewusste Riesen mit Wachtrieb - erfahrene Halter gesucht
  • Auf gesunde Zucht achten - die Lebenserwartung sinkt mit der Größe
  • Sehr schnell wachsend - Ernährung und Bewegung beim Junghund heikel
  • Sensible Hunde mit Sinn für Spiel und Schmusen - Erziehung mit positiver Bestärkung
  • Zeit- und Kostenintensiv - Futter und Erziehung erfordern viel Zeit

Steckbrief Deutsche Dogge

Größe
72,0 - 90,0 cm
Gewicht
45,0 - 65,0 kg
Lebenserwartung
6 - 8 Jahre
Verwendung
Begleit-, Wach- und Schutzhund
Herkunft
Deutschland
Fell
Kurzes, glattes Haar, das in vielen Varianten vorkommen kann
Wesen
Freundlich, wachsam, selbstbewusst, hohe Reizschwelle

Charakter

Sanftmütige und selbstbewusste Riesen mit Wachinstinkt

Die Wesensbeschreibung der Deutschen Dogge in dem Rassestandard der FCI entspricht sicherlich einer Ideal-Vorstellung: "Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern, Fremden gegenüber darf sie zurückhaltend sein. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtführiger, gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer hohen Reizschwelle, ohne Aggressivverhalten." Aber was bedeutet das für mich im Alltag, wenn ich eine Dogge halte? Was für Besonderheiten bringt ein so großer Hund mit sich?

Konsequent-positive Ausbildung ohne Härte von Klein an

Deutsche Doggen werden naturgemäß sehr groß und schwer – und sie können daher enorme Kräfte entwickeln. Bei einem Junghund, der noch in der Pubertät steckt, sind viele Menschen der Dogge rein körperlich nicht gewachsen sein. Was also, wenn der junge Apoll mit seinen 50kg unbedingt zu einem anderen Hund will oder hinter der Katze herjagen möchte und du am anderen Ende der Leine hängst? Hier solltet ihr euch ernsthaft fragen, wie viel Gewicht und Kraft ihr dem Hund entgegensetzen könnt. Auch wenn die Reizschwelle der Dogge sehr hoch ist und sie von Natur aus eher friedlich veranlagt ist, kommen Junghunde nicht perfekt erzogen auf die Welt und haben eine große Neugier und ein ungezügeltes Temperament. Bei allen Junghunden sind Temperament und Spieltrieb, sowie der Wunsch, sich und seine Grenzen auszuprobieren sehr groß. Deshalb ist eine Deutsche Dogge nicht für Anfänger oder unsportliche Menschen sinnvoll.

Leinenführigkeit und eine gute Sozialisierung sind besonders wichtig

In der Wesensbeschreibung der FCI kann "leichtführig" schnell missverstanden werden, denn keine Deutsche Dogge geht von Welpe an perfekt an deiner Seite bei Fuß und zieht nicht an der Leine. Die Leinenführigkeit muss von klein auf an konsequent geübt werden, damit ihr nicht von eurer Dogge spazieren geführt werdet.

Was es bedeuten kann, eine unerzogene und verwöhnte Dogge im Haushalt zu haben, zeigt dieses Video der englischen Serie „It’s Me or the Dog“ mit der britischen TV-Hundetrainerin Victoria sehr gut, wenngleich die Doggenhalter etwas exzentrisch sind. 

Sanftmütige und selbstbewusste Riesen mit Wachinstinkt

Deutsche Doggen sind trotz ihrer imposanten Größe von Natur aus sanftmütig und friedvoll. Sie sind sensibel und feinfühlig und können sehr verständig sein, weshalb es wichtig ist, sie liebevoll-konsequent und niemals mit einer "harten Hand" zu erziehen. Es zählt allein eine Konsequenz mit positiver Verstärkung von Anfang an. Die "Riesenbabies" haben sehr feine Antennen für die Gemütslage und den Charakter von Menschen. Werden sie unfair behandelt, können Deutsche Doggen schnell auf stur stellen, was für beide Seiten eine schlechte Ausgangsposition ist. Aufgrund ihrer Größe gepaart mit einem starken Selbstbewusstsein und einem Schutzinstinkt, sind Doggen absolut keine Hunde für Anfänger. Es ist ungleich schwerer, Erziehungsfehler bei einem so großen Hund später zu korrigieren. 

Familienanschluss absolut notwendig

Deutsche Doggen benötigen Familienanschluss. Sie sind sehr auf ihre Menschen bezogen und möchten überall dabei sein. Viele Erfahrungen sind für eine gute Sozialisierung mit anderen Menschen, anderen Hunden und eine Gewöhnung an sämtliche Umweltreize, die unser heutiges Leben mit sich bringen, sind auch dringend notwendig. Schmuseeinheiten genießen die Riesen sehr und das festigt die Bindung. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn eine Deutsche Dogge unsicher ist oder Aggressionen gegenüber anderen Menschen oder Hunden entwickelt.   

Für Menschen mit Hunde-Erfahrung und ausreichend Zeit und der Möglichkeit die großen, stolzen Hunde zu halten, ist eine Deutsche Dogge ein wunderbarer Begleiter und Freund.

Intelligenz

Deutsche Doggen sind sehr intelligent und insbesondere auch feinfühlig, was die Einschätzung anderer Menschen anbelangt. Sie lernen schnell.

Aufmerksamkeit

Doggen sind sehr aufmerksam und lernen schnell, sofern ihr sie positiv bestärkt. 

Energie

Weniger ist mehr: Bewegung im Wachstum der Dogge stark dosieren

Insbesondere im ersten Lebensjahr ist eine sehr kontrollierte Bewegung der Deutschen Dogge für die Ausbildung gesunder Gelenke und den Aufbau von stützenden Muskeln sehr wichtig. Auch wenn alle Welpen und Junghunde wenig bewegt werden sollten, so gilt dies für Doggen besonders. Hier bekommt ihr eine Vorstellung davon, wie wenig Bewegung eine junge Dogge benötigt: Weniger ist mehr: Bewegung von Welpen und Junghunden

Doggen können bei übermäßiger Bewegung als Welpe und Junghund mit unkontrolliertem Toben und Spielen weiche und schiefe Vorderläufe entwickeln oder auch andere schmerzhafte Gelenkprobleme. 

Lange Spaziergänge, ausgiebiges Toben mit anderen Hunden oder gar Laufen neben dem Fahrrad oder beim Joggen sind absolut ungeeignet für Doggen unter einem Jahr. 

Keine großen Sprünge

Vorsicht ist auch bei Treppen geboten, diese sind für junge Doggen absolut tabu und auch ältere Doggen sollten nicht regelmäßig viele Treppen steigen müssen.

Sprünge, wie das regelmäßige Springen aus dem Auto sind zu vermeiden. Hier kann z.B. eine rutschfeste Rampe zum Ein- und Aussteigen aus dem Auto für eine Dogge auch präventiv sehr hilfreich sein.

Temperamentvoll und lieben Bewegung

Das Temperament einer Deutschen Dogge sollte niemals unterschätzt werden. Es ist wundervoll, sie begeistert und frei laufend in der Natur zu beobachten oder beim Spiel mit Artgenossen zu sehen. Ausgewachsene und gesunde Deutsche Doggen benötigen täglich ca. 2 Stunden Bewegung und möglichst viel davon im Freilauf. Dabei gilt für Doggen zur Gelenkschonung: lieber mehrere Spaziergänge täglich als eine besonders lange Wanderung. 

 

Zeitaufwand

Hier solltet ihr euch nichts vormachen: Eine Deutsche Dogge benötigt sehr viel Zeit, insbesondere in der Junghund-Phase. Für die Erziehung, die Fütterung und die tägliche Haltung werdet ihr einfach viel Zeit benötigen, die später etwas abnimmt und gut investiert ist. 

Denn nur mit einer gesunden Ernährung, einer konsequent-positiven Ausbildung und viel Zeit für eine innige Bindung könnt ihr eine Deutsche Dogge artgerecht halten. Hinzu kommt, dass eine Deutsche Dogge viel Platz benötigt, sei es in der Wohnung oder auch im Auto. Die meisten Doggen lieben ein gemütliches Plätzchen und das ist dann meist schon in der Größe eines Zweisitzer-Sofas.  

Training

Mit Doggen sollte allein aufgrund ihrer körperlichen Kraft der Grundgehorsam in allen Formen und Varianten immer wieder geübt werden. Dies könnt ihr natürlich auch spielerisch üben. Ebenso solltet ihr alle Situationen des Alltags von klein auf an immer wieder üben: Autofahren, ins Restaurant gehen, unter Menschen in der Stadt gehen, Freilauf mit anderen Hunden. 

Die Leinenführigkeit, Ablegen, Sitz, Platz und auch Befehle auf Distanz sind gerade bei so großen Hunden wie der Deutschen Dogge einfach unerlässlich. Wichtig ist, dass die Dogge die Alltagsreize kennenlernt und ihnen sicher und gelassen gegenüber treten kann. Radfahrer, Wanderer, Jogger und Reiter sollte der Hund kennen und sich ganz in Ruhe ablegen lassen. Gerade bei einer Dogge ist es wichtig, ihre Aufmerksamkeit schnell und sicher zu erhalten. Dafür ist die Übung "Schau mir in die Augen" sehr gut geeignet.

Die folgenden Beschäftigungen sind für Deutsche Doggen gut geeignet:

  • Apportieren
  • Rallye Obedience
  • Obedience
  • Tricktraining und Targettraining

Jede Form der Nasenarbeit kann eine spannende Beschäftigung für die intelligenten Doggen sein: 

Wohnungstauglichkeit

Eine große ebenerdige Wohnung ist für eine Dogge denkbar

Man sollte sich bewusst machen, dass Deutsche Doggen einfach viel Platz benötigen. Eine kleine Wohnung ist daher für einen so großen Hund eher schwierig. Die Wohnung sollte für eine Dogge etwas größer sein und unbedingt ebenerdig liegen oder mit einem Fahrstuhl erreichbar sein. Es mag komisch klingen, aber Doggen laufen leicht Gefahr, sich ihre schmalen Ruten an Möbeln und anderen Gegenständen wund zu wedeln. Dies ist bei einer beengten Wohnung leichter der Fall. Tägliches Treppensteigen ist für die Gelenke der großen Dogge einfach ungesund. Und vergesst nicht, dass die Dogge bis sie ausgewachsen ist, gar keine Treppen steigen sollte. Im Alter und bei Krankheit ist sie absolut kein Hund, den ihr tragen könnt. 

Doch die Dogge findet ihre Bewegung und ihren Auslauf nicht in der Wohnung, sondern im Freien. Deshalb ist eine Wohnung für die Haltung einer Dogge auch denkbar, wenngleich ein Haus mit Garten vorzuziehen ist.

Doggen sind eher Land- als Stadthunde

Viele Mitmenschen haben Angst vor so großen Hunden und daher ist ein Leben in der eng besiedelten Großstadt für eine Dogge, die viel Platz und regelmäßig freien Auslauf benötigt einfach nicht der richtige Lebensraum. Ursprünglich haben sie große Landsitze und ihre Halter beschützt. Deshalb passen sie wesentlich besser aufs Land als in die Stadt. 

Wenngleich Doggen keine Kläffer sind, so sind sie doch sehr anhänglich und wachsam und verfügen über eine sehr starke und tiefe Stimme. Dies kann bei Nachbarn für Ärger sorgen.

Genehmigung vom Vermieter oder von der Eigentümergemeinschaft

Für die Hundehaltung in der Wohnung solltet ihr grundsätzlich die schriftliche Genehmigung des Vermieters vorab erhalten haben oder bei einer Eigentumswohnung die schriftliche Genehmigung der weiteren Miteigentümer. Gerade bei einem so großen Hund wie einer Dogge scheiden sich häufig die Geister und stimmen gegen eine Hundehaltung. 

Treue & Ergebenheit

Deutsche Doggen sind ihren Haltern gegenüber sehr loyal, sofern sie fair behandelt werden. Sie möchten überall dabei sein - und das sollten sie auch! - und gehen eine innige Bindung zu ihrem Halter ein. Viele von ihnen sind ausgesprochen verschmuste Hunde.

Eine Zwingerhaltung ist für Doggen absolut nicht geeignet. Leider gibt es viele Menschen, die mit ihren Doggen nicht klar kommen und die sie nur auf ihrem Grundstück halten können. Das ist für Mensch und Hund sehr unschön. 

Jagdtrieb

Deutsche Doggen sind zwar seit langer Zeit mehr als Begleit- und Wachhunde eingesetzt worden, doch kann ein Jagdtrieb je nach Zucht und Individuum hervorkommen. Schließlich sind ihre Urahnen noch in Meuten hinter Wildschweinen und Bären hinterhergejagt. 

Alleinsein

Deutsche Doggen sind sehr anhänglich und sie sind es ursprünglich gewohnt, immer bei ihren Haltern zu sein. Deshalb kommt es sehr stark darauf an, dass ihr eurer Dogge das Alleinbleiben von Klein auf an beibringt. Tägliches und langsames Training sind hier der Schlüssel.

Kein Hund sollte länger als vier Stunden pro Tag allein bleiben müssen. 

Bellen

Deutsche Doggen sind keine Kläffer, aber ihre tiefe Brummbassstimme hört man von Weitem. Je nach Ausprägung der Wachsamkeit melden einige von ihnen fremde Außengeräusche mehr als andere. 

Wachsamkeit

Deutsche Doggen sind sehr wachsam, schließlich wurden sie als Wächter für ihre Halter auf Landgütern und an Adelshöfen lange gehalten.

Doch zum Glück haben diese Riesen von Natur aus eine sehr hohe Reizschwelle, bevor sie aggressiv werden. 

Beschützer

Deutsche Doggen sind sehr gute Beschützer, da sie kräftig, von beeindruckender Größe und sehr wachsam sind. Übeltäter werden hier schnell abgeschreckt. 

Verträglich mit Hunden

Viele Hündinnen sind sehr verträglich mit anderen Hunden. Bei Rüden kann einfach die Sympathie entscheiden und mit der Pubertät können Doggenrüden steitbarer mit anderen Rüden werden. 

Die Verträglichkeit mit anderen Hunden ist immer eine Frage der frühen Sozialisierung und auch der Erziehung. 

Verträglich mit Tieren

Doggen sind ursprünglich Jagdhunde und können entsprechend stark auch auf Bewegungsreize reagieren. Nicht wenige von ihnen jagen für ihr Leben gern Katzen. Andere wiederum kennen Katzen und andere Kleintiere von Welpe auf an und reagieren gar nicht auf sie. 

Die Haltung von weiteren Tierarten im Haushalt ist sicherlich immer eine Frage der frühen Sozialisierung und Erziehung, aber ein Selbstgänger ist es mit einer Dogge nicht. 

Kinderfreundlich

Doggen sind mit Kindern sehr gut verträglich und lieben häufig die Kinder ihrer Familie sehr inniglich. Doch solltet ihr niemals kleine Kinder mit Hunden allein lassen und bei Doggen bedenken, dass sie für kleine Kinder einfach riesig erscheinen.

Ohne Absicht können Doggen kleine Kinder sehr leicht umstoßen. Viele Doggen sind in jungen Jahren sehr verspielt und ungestüm. Viele Doggen gelten auch als etwas tollpatschig und rempeln leicht mal Möbel oder andere Menschen an - völlig unbeabsichtigt. Doggen freuen sich über ihre Menschen und zeigen dies mit ausgiebigen Schwanzwedeln. So eine Doggenrute ist jedoch recht stark und kann zu blauen Flecken führen. Gleichzeitig sind Doggen gegenüber Kindern sehr geduldig - hier zahlt sich ihre hohe Reizschwelle aus. Doch ungestüme junge Doggen können für Kinder schnell zu viel werden. 

Es ist auch fraglich, ob noch genug Zeit bleibt, eine junge Dogge zu erziehen, wenn Kinder im Haus sind. Und der Zeitaufwand gerade im ersten Jahr ist bei einer Dogge einfach groß. 

Verträglich mit Fremden

Deutsche Doggen wurden bereits im Mittelalter als Wachhunde für die Fürsten gezüchtet. Fremden gegenüber verhalten sie sich daher eher zurückhaltend und sollten von Anfang an sehr gut mit Menschen sozialisiert werden. Da Doggen von Natur eher freundlich sind und über eine hohe Reizschwelle verfügen sollten, treten sie bei guter Erziehung und Sozialisierung Fremden gegenüber gelassen auf.

Doch ihr Wach- und Schutzinstinkt sollte niemals unterschätzt werden. Wenn ihr diesen bei einer Dogge nicht gut im Griff habt, ist sie nicht gut zu halten. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Vorsicht vor Riesen und ausgefallenen Farben

Je größer die Dogge und je ausgefallener die Farben, die vom Standard abweichen, desto geringer ist die Lebenserwartung der Dogge. Im offiziellen Rassestandard wurde die Größe der Dogge seit Beginn der Zucht leider immer höher gesetzt und es werden von nicht professionellen Züchtern immer mehr traurige Rekorde auf Kosten der Gesundheit der Doggen gebrochen, um die größten Hunde zu züchten. 

Deshalb seid ihr gut beraten, einen Doggen-Züchter zu wählen, dessen Hunde eher zu den kleineren Doggen gehören.

Immer ausgefallenere Farben werden beliebt, doch viele davon können mit genetischen Krankheiten einher gehen. Selbst in der Zucht anerkannte Farben wie die Harlekin-Doggen können aufgrund des Merle-Gens Gefahr laufen, Krankheiten des Gehörs und der Augen vererbt zu bekommen. Hier könnt ihr näheres darüber erfahren: Merle-Faktor: trendige Farben mit gesundheitlichen Folgen.

 

Robustheit

Es kommt sehr stark auf die Züchtung an, ob eine Deutsche Dogge robust ist. Nicht zu große, verantwortungsvoll gezüchtete Doggen können auch heute noch sehr robuste Hunde sein, doch ist dies immer seltener geworden. 

So alt wird eine Deutsche Dogge

Aufgrund von Inzucht und Riesenzucht, ist das Lebensalter von Deutschen Doggen im Durchschnitt immer niedriger geworden. Derzeit liegt es zwischen 6-8 Jahren. Besonders große Doggen erreichen häufig nur das 5.Lebensjahr. Größe und ausgefallene Fellfarben tragen zu einer Verkürzung der Lebenszeit der Hunde bei. Deutsche Doggen über acht Jahren erhalten vom Deutschen Doggen Club das Veteranen-Sternchen. Hieran könnt ihr aber Zuchten erkennen, deren Zuchthunde alt werden. 

Krankheiten

Die folgenden Krankheiten kommen bei Deutschen Doggen häufiger als bei anderen Hunderassen vor:

  • Dilatative Cardiomyopathie (DCM), weshalb eine Kardio-Untersuchung mit Herzultraschall bei den Elterntieren vorliegen sollte. 
  • Wobbler Syndrom
  • Magendrehung bei rund 40% der Doggen, also Vorsicht!
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogendysplasie (ED) und weitere Gelenkprobleme
  • Osteosarkome (schnellwachsender und bösartiger Knochenkrebs mit vielen Metastasen) tritt verstärkt bei Doggen-Rüden auf.
  • Symmetrische lupoide Onychodysrophie (SLO)
  • Spondylose
  • Verkürzte Lebensdauer aufgrund von Riesenwuchs (Gigantismus) und Inzucht (zu geringe genetische Vielfalt). Leider wird heutzutage weniger als ein Viertel der Doggen noch älter als 8 Jahre. Der Deutsche Doggen Club (DDC) vergibt "Veteranensterne" für Doggen, die älter als 8 Jahre werden. Hierauf solltet ihr in der Zucht bei Elterntieren achten.
  • Allergien

Weitere Krankheiten, die bei Deutschen Doggen häufiger als bei anderen Hunderassen vorkommen: 

Weitere Erkrankungen:

  • Ichthyose (Faltendoggen-Syndrom)

Das solltet ihr beim Kauf einer Dogge beachten

Die Elterntiere sollten aus einer verantwortungsvollen Zucht stammen und Gesundheitstests der häufig auftretenden Krankheiten gut bestanden haben. Insbesondere eine Kardiountersuchung, aber auch die Untersuchung der Gelenke auf HD und ED sind bei Doggen besonders sehr wichtig.

Die Vorfahren sollten ein möglichst hohes Alter über 8 Jahren erreicht haben, was heutzutage leider selten geworden ist. Eine grobe Regel besagt: Je kleiner die Dogge und je weniger ausgefallen die Farbe (siehe Rassestandard), desto älter kann die Dogge bei guter Haltung mit hochwertiger Nahrung werden.

Um Inzucht mit damit verbundenen Krankheiten bei Doggen zu vermeiden, sollte ein Inzucht-Koeffizient der Elternteile vom Züchter zuvor ermittelt werden. Züchter sollten ebenfalls die Gene zur Fellfarbe (Merle, Piebald, Dilution, Harlekin) bei den Elterntieren getestet haben, um bei der Verpaarung gesunde Welpen zu erhalten. 

Verträgt Hitze

Deutsche Doggen haben ein kurzes Deckhaar mit wenig bis keiner Unterwolle. Daher sollte man meinen, dass sie Wärme und Hitze gut vertragen können. Leider ist dies nicht der Fall. Aufgrund ihrer Größe können Doggen Hitze und viel Bewegung bei Wärme nicht sehr gut vertragen, denn dann leidet sehr schnell der Kreislauf der großen Hunde. 

Verträgt Kälte

Deutsche Doggen besitzen ein kurzes Deckhaar meist ohne Unterwolle. Zwar kann das Deckhaar bei Doggen, die sich viel im Freien aufhalten dichter als bei Doggen sein, die sich viel im Haus aufhalten, aber einen Kälteschutz bietet es in keinem Fall. Doggen frieren daher schneller als die meisten anderen Hunderassen. Doggen, die sich bei Kälte nicht viel im Freien bewegen, sei es aufgrund ihres Alters oder weil sie an der Leine laufen, sollten deshalb mit einem wärmenden Mantel geschützt werden. 

Pflege

Deutsche Doggen sind in der Pflege sehr anspruchslos. Sie lieben ein gemütliches, weiches Plätzchen. Nicht selten stehen ihnen ganze Sofas allein zur Verfügung. Harter und kalter Boden? Nichts für Doggen!

Aufgrund ihres kurzen Deckhaars mit wenig bis keiner Unterwolle ist das Haarkleid der Doggen relativ pflegeleicht. Es verfängt sich selten Schmutz in dem Fell und es kann nicht verfilzen. 

Doch können Doggen sehr viel leichter als andere Hunde Liegeschwielen entwickeln, weshalb ein weicher Hundeplatz für Doggen nicht nur ein Luxus ist, sondern sehr gern angenommen wird. Die Haut ist empfindlicher als bei anderen Hunderassen und sollte deshalb vor Liegeschwielen geschützt werden. Kommt es doch einmal dazu, solltet ihr diese Hautstellen entsprechend pflegen.

Pfotenpflege bei der Dogge: Gerade bei den hochstehenden Zehen einer Dogge sollten die Krallen an den Pfoten regelmäßig kontrolliert und ggf. geschnitten werden. Ohrenpflege beim Hund: Auch die Ohren sollten - wie bei jedem Hund - regelmäßig kontrolliert werden. 

Nach einem Spaziergang solltet ihr eure Dogge kurz auf Zecken überprüfen. Grundsätzlich solltet ihr euch gegen Flöhe und auch Zecken schützen. Hierzu empfehle ich auch diesen Artikel: Zeckenschutz: So schützt du deinen Hund vor Zecken

Baden

Eine Deutsche Dogge muss - zum Glück - nicht gebadet werden. Baden wär sogar schädlich, da das Haarkleid der Dogge sehr lange benötigt, um den Fettschutz zu regenerieren, der Wasser und Kälte abhält.

Lediglich im Notfall solltet ihr eure Dogge duschen, z.B. wenn sie sich in etwas für uns Menschen übel riechendem gewälzt hat. Da das Baden oder Duschen der Dogge meist sehr aufwändig ist, könntet ihr die Stelle auch mit Essigwasser und einem Schwamm oder Tuch abwischen, um den lästigen Geruch zu beseitigen. 

Kämmen & Bürsten

Das kurze Fell der Deutschen Dogge muss nicht häufig gepflegt werden. Kämme, Trimmer, Entfilzer oder Bürsten aus Metall können die empfindliche Haut der Doggen sogar verletzen und sollten tabu sein.

Bei einer Dogge ist ein Fellpflegehandschuh das Mittel der Wahl. Dieser sollte mit Gumminoppen versehen sein. Damit könnt ihr die Dogge massieren, das alte Haar entfernen und gleichzeitig die Durchblutung der Haut anregen. Diese Massage regt die gleichzeitig die Talgdrüsen der Haut, so dass das Haut durch eine gesunde Fettschicht geschützt wird und glänzt. Hier solltet ihr darauf achten, dass der Fellpflegehandschuh aus gutem Material ist (bpa-frei, atmungsaktiv) und kein Fäustling ist. Alternativ ist auch eine Gummibürste geeignet. 

Insbesondere in der Zeit des Fellwechsels im Frühjahr oder Herbst kann es sinnvoll sein, die Dogge mehrmals in der Woche mit dem Fellpflegehandschuh zu bearbeiten. 

Haaren

Deutsche Doggen haben sehr kurzes, aber hartes Fell, das sich gern in Polster oder Kleidung und Teppichen festhält. Sie haaren zwar nicht übermäßig, aber auch nicht wenig. Insbesondere zur Zeit des Fellwechsels können sie zuweilen stark haaren. 

Schneiden & Trimmen

Das kurze Haarkleid der Dogge muss weder getrimmt noch geschnitten werden. 

Für Allergiker geeignet

Deutsche Doggen haaren relativ stark und unterliegen dem saisonalen Fellwechsel. Sie gehören nicht zu den hypoallergenen Hunderassen, die weniger Allergien beim Menschen auslösen sollen. 

Solltet ihr allergisch auf Hunde reagieren, so gibt es Hunderassen, die besser geeignet sein können: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.

Sabbern

Deutsche Doggen haben sehr lange Lefzen und neigen teilweise zum starken Sabbern. Im Haus könnt ihr dies allerdings vermeiden, indem ihr euren Hund nicht zum Betteln erzieht. Abgesehen davon, dass ein Hund nie etwas vom Tisch bekommen sollte, umgeht ihr damit auch ein lästiges Sabbern bei Tisch.  

Natürlich wird die Dogge sabbern, wenn du ihr Futter zubereitest und das ist für eine gesunde Verdauung auch notwendig. Draußen ist bei all den schönen Gerüchen auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass deine Dogge immer mal wieder sabbern wird. Aber dort ist es auch ok. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Bei der Ernährung von Doggen ist sehr viel Wissen notwendig

Die Ernährung der Deutschen Dogge hat - wie bei allen Lebewesen - einen sehr großen Einfluss auf ihre Gesundheit. Insbesondere auch aufgrund ihres schnellen Wachstums ist eine abwechslungsreiche und natürliche Ernährung bei Doggen fast schon ein Muss. 

Die Futterkosten sind bei Doggen wesentlich höher als bei anderen Hunderassen. Auf der einen Seite sind Doggen sehr groß und benötigen deshalb viel Futter. Doch kostspielig ist die Ernährung von Doggen auch deshalb, weil ein hochwertiges Futter, das auf ihre jeweilige Lebensphase angepasst ist und viel Fleisch, Knochen, Gemüse und Fisch beinhaltet, für gesunde Doggen essentiell ist. Insbesondere in der Wachstumsphase von Welpen und Junghunden ist die Ernährung von Deutschen Doggen zuweilen heikel. Denn Doggen verhundertfachen ihr Gewicht im ersten Lebensjahr und benötigen deshalb sehr hochwertiges Futter mit entsprechend hohem Nährstoff- und auch Calciumbedarf. Normales Trocken- oder Nassfutter ist für Doggen insbesondere in der Wachstumsphase fast immer ungeeignet. Insbesondere in den ersten 10 Lebensmonaten muss das Futter genau auf das Wachstum der Dogge abgestimmt sein. Dazu sind Wachstumstabellen und regelmäßige Anpassungen der Futtermengen und Zusammensetzung sehr notwendig. 

Ein zu schnelles Wachstum kann bei Doggen verheerende gesundheitliche Folgen haben. Die Knochen können Störungen aufweisen (OCD) oder die Gelenke können sich nicht gesund ausbilden. Deshalb solltet ihr eine Dogge am besten nur mit Unterstützung eures Tierarztes oder eines guten Ernährungsberaters groß ziehen. 

Da Doggen schnell wachsen, ist ein Futterständer, der in der Höhe verstellbar ist und sich damit der Höhe der Dogge anpasst, sinnvoll. Insbesondere im schnellen und heiklen Wachstum ist hiermit beim Fressen eine gute Haltung garantiert.

Weil Doggen schnell wachsen und viel Futter benötigen, ist es wichtig, sie nicht zu schnell wachsen zu lassen und zu überfüttern. Auch bei erwachsenen Doggen ist es dringend angeraten, sie schlank zu halten, damit die Gelenke gesund bleiben und die Dogge ihr Leben genießen kann.

Vorsicht Magendrehung: Fütterung auf mehrere Mahlzeiten und absolute Ruhe nach der Fütterung
Große Hunde, wie die Dogge, können sehr viel leichter lebensgefährliche Magendrehungen erleiden. Deshalb ist es wichtig, nicht zu viel auf einmal zu füttern und die Portionen beim Junghund auf 3 Mahlzeiten und später auf 2 Mahlzeiten zu verteilen. Die Dogge sollte vor und nach dem Futter Ruhe haben. Züchter empfehlen nach der Fütterung sogar 3 Stunden Ruhe für die Dogge, in der sie nicht springen und laufen soll. Außerdem ist es empfehlenswert, die letzte Mahlzeit nicht zu spät zu geben. 

Zinkmangel kann bei Doggen Haut- und Fellprobleme verursachen

Bei Deutschen Doggen kann es eine genetisch bedingte Veranlagung zu Zinkmangel geben. Dies kann sich in Haut- und Fellproblemen zeigen. Da Zink ein lebensnotwendiges Element für viele Funktionen ist, muss ggf. Zink verstärkt zugeführt werden. 

Verfressenheit

Die meisten Doggen sind sehr gefräßig, aber das kann von Hund zu Hund sehr variieren. In jedem Fall solltet ihr auf das Gewicht eurer Dogge regelmäßig achten. Sie sollte auf keinen Fall Übergewicht bekommen, da dies sehr schädlich für die Gelenke ist. Zu dünn sollte die Dogge aber auf der anderen Seite auch nicht sein.

Aussehen

Edel, muskulös und einfach riesig

Deutsche Doggen sind in erster Linie dafür bekannt, besonders große Hunde zu sein. Und das sind sie auch. Laut Zuchtstandard sollen Rüden zwischen 80-90cm hoch sein, Hündinnen zwischen 72-84 cm. Dabei lag der Zuchtstandard zu Beginn der Zucht noch wesentlich niedriger und Deutsche Doggen, die kleiner als der Standard sind, können häufig auch gesünder sein. 

Neben Größe sind Schönheit und eine Ausgewogenheit der Körperproportionen bei der Zucht der Deutschen Doggen wichtig. Trotz Größe und Muskelkraft bleibt eine Dogge immer noch elegant und ist niemals plump. Höhe und Länge des Körpers sind bei Rüden ausgeglichen, Hündinnen sind dagegen etwas länger als hoch. 

Doggen besitzen von Natur aus Hängeohren, die hoch am Kopf angesetzt sind. Früher wurden die Ohren der Doggen auch in Deutschland kupiert, was sie gefährlicher aussehen ließ.  Die Rute reicht bis zum Sprunggelenk und verjüngt sich zum Ende hin. ADas Kupieren von Ohren und Ruten bei Hunden ist zum Glück in Deutschland verboten, wird aber leider in anderen Ländern manchmal noch praktiziert.

Typisch für Doggen sind ihre hoch gewölbten Zehen, die auch Katzenpfoten genannt werden, und ihr ausdrucksvoller Kopf mit einem gelassenen und selbstbewussten Blick. Wie bei vielen molossoiden Hunderassen, hängen die Lefzen. 

Deutsche Doggen gibt es in vielen Farben und insbesondere die Flecken als auch die gelbgestromten Doggen mit schwarzer Maske sollten vielen bekannt sein. Leider werden immer mehr Farben gezüchtet, die offiziell nicht anerkannt sind und zu genetisch bedingten Krankheiten führen können. Auch in der offiziellen Zucht ist Merle erlaubt. 

Augenfarbe

Meistens dunkle Augen, hellbraune Augen sind unerwünscht, etwas hellere Augen werden bei blauen Doggen akzeptiert. Bei schwarz-weißen Doggen werden ein oder zwei helle Augen toleriert.

Fell

Die Deutsche Dogge hat ein sehr kurzes und dich anliegendes, glattes Haarkleid, das möglichst glänzen soll. Die Haare sind weder stumpf noch stockhaarig. 

Doggen besitzen so gut wie keine Unterwolle, sondern nur ein kurzes, glattes Deckhaar. Dieses kann bei reinen Haushunden dünner sein als bei Doggen, die sich viel im Freien aufhalten.

 

Farbe

Die Deutsche Dogge wird in drei Varianten gezüchtet:

  1. Gelb und Gelb gestromt
    • Gelbe Doggen können von hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb variieren. Eine schwarze Maske am Kopf ist dabei erwünscht. Unerwünscht sind weiße Abzeichen oder ein graues, blaues oder rußiges Gelb.
    • Gelb gestromte Doggen haben eine gelbe Grundfarbe mit schwarzen gleichmäßigen Streifen, die nicht verwaschen sein sollen. Eine schwarze Maske ist bei ihnen erwünscht. Auch bei ihnen sind weiße Abzeichen unerwünscht. 
  2. Gefleckt und Schwarz
    • Schwarz-weiße Tigerdoggen
      Tigerdoggen sind schwarz-weiß-gefleckt, wobei sie eine reinweiße Grundfarbe haben, auf der möglichst lackschwarze und gut verteilte Flecken sind. Eine Stichelung, graue, blaue oder braune Fleckenanteile sind unerwünscht.
    • Grautiger haben eine graue Grundfarbe und lackschwarze verteilte Flecken. Diese Färbung ist nicht erwünscht, wird aber auch nicht disqualifiziert. 
    • Schwarze Doggen, Manteltiger und Plattenhunde
      Schwarze Doggen sollen "lackschwarz" sein und dürfen weiße Abzeichen an Brust und Pfoten haben.
      Manteltiger haben einen schwarzen Mantel, doch können Fang, Hals, Brust, Bauch, Beine und auch die Rutenspitze weiß sein. 
      Plattenhunde haben eine weiße Grundfarbe und auf dieser große schwarze Platten. als Fehlfarben gelten hier gelb, braun oder blauschwarz.
  3. Blau
    • Blaue Doggen sind stahlblau gefärbt. Hier sind nach Rassestandard weiße Abzeichen an Brust und Pfoten zugelassen. Gelb oder schwarzblaue Hunde gelten als fehlerhaft in der Zucht. 

Leider werden heutzutage immer mehr Fellfarben gezüchtet, die nicht zum Standard gehören und auf Genen basieren, die Krankheiten mit sich bringen können. 

Das bei Deutschen Doggen beliebte Harlekin-Muster ist ein Ergebnis der Interaktion von M-Lokus (Merle) und einem individuellen, einzelnen H-Lokus (Harlekin), das zu starken gesundheitlichen Problemen der Welpen führen kann. Die Zucht von gefleckten Doggen ist schwierig, denn gefleckte Hund bringen in der Verpaarung nicht automatisch gefleckte Welpen hervor. Es können auch schwarze Doggen oder Fehlfarben wie Grautiger, Porzellantiger oder Albinos entstehen. Wenn ihr mehr über den Merle-Faktor erfahren möchtet: Merle-Faktor: trendige Farben mit gesundheitlichen Folgen.

 

Geschichte und Herkunft

Vom sportlichen Saupacker zum eleganten Türsteher des Adels

FCI Norm

Nummer: 235

Herkunft

Deutschland

Geschichte

Doggenartige Hunde
Doggen gehören zu der Gruppe 2, Sektion 2 Molossoide Hunde. Doggenartige Hunde, später auch molossoide Hunde genannt, sind Hunde mit einem kräftigem Körperbau, einem breitem Kopf und einer stark entwickelten Schnauze mit herabhängenden Lefzen und Falten auf dem Kopf. Hierzu gehören weltweit Hunderassen, wie die britischen Bulldoggen und Mastiffs, die Tibetdoggen, die Bordeauxdoggen und der Broholmer. Es gehören aber auch sogenannte Berghunde wie der Bernhardiner, der Neufundländer, der Hovavart oder auch der Leonberger dazu. Mit der Deutschen Dogge ist in Deutschland der Boxer und der Rottweiler in einer Sektion. Doch es gibt auch kleine Hunde, die zu den molossoiden Hunderassen zählen, so z.B. der Mops oder auch die französische Bulldogge. Doggenartig muss folglich nicht immer etwas mit Größe zu tun haben.

Tibet, Molosser und römische Kampfhunde aus Britannien

Kynologen vermuten, dass doggenartige Hunde ursprünglich aus Tibet stammen. Sie sollen unter anderem von Alexander dem Großen nach Griechenland gebracht worden sein, wo sich aus ihnen die Zucht der Molosser herausgebildet hat. Diese Hunde gelangten über die Alpen nach Mittel- und Westeuropa. Starke und große Kampfhunde waren in den römischen Arenen gefragt. Die Römer importieren für die Arenen häufig auch britische Hunde, die gegen die Molosser eingesetzt wurden. Die britischen Hunde können auf keltischen Hunden basieren, die wiederum mit dem Irischen Wolfshund gekreuzt wurden.

Mittelalterliche Jagdhunde auf Wildschweine, Bären und Wölfe
Während es Mittelalters (ca. 500-1500 n.Chr.) waren die Wälder noch voll von Wildtieren und die Jagd fand noch ohne Feuerwaffen statt. Deshalb wurden Menschen als auch Hundemeuten zur Hetzjagd eingesetzt, die die Wildschweine, Bären und auch Wölfe für die Jagd des Adels zusammentreiben und abhetzen sollten.

Zum Ende des Mittelalters wurden für die Hetzjagd Hunde aus England importiert, die von den Mastiffs, die mit irischen Windhunden gepaart wurden, abstammten. Es handelte sich nicht um eine Rasse, sie wurden Saupacker oder auch Hatzrüden genannt. Die für die Jagd wertvollen Hunde wurden mit einem Panzer geschützt. Die schönsten und besten dieser Hunde wurden Leit- und Kammerhunde und bewachten ihre adligen Herren. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen änderte sich der Jagdstil und Hundemeuten waren zur Jagd nicht mehr benötigt. Anfang des 19.Jahrhunderts gibt es immer weniger Hetzhunde und es bleiben nur wenige im Privatbesitz übrig. Doch mit der Revolution von 1848 gab es auch das Jagdrecht für Bürger in Deutschland und Hundehaltung kam auch hier immer mehr in Mode. Imposante Hunde wurden von Persönlichkeiten gehalten und zu Repräsentationszwecken benutzt. Zu dieser Zeit gab es viele Namen für die Hunde, die noch keiner eigenen Rasse angehörten: Saupacker, Hatzrüden, Dänische Dogge, Ulmer Dogge, Tigerdogge, Bismarckdogge….Die schwarz-weiße Ulmer Dogge wurde überwiegend in Württemberg gezüchtet, in Norddeutschland gab es blaue und gelbe Doggen, die man Dänische Doggen nannte. Diese Hunde waren noch wesentlich kleiner und gedrungener als unsere heutige Dogge. 

Reichskanzler Otto von Bismarck machte die Dogge weltweit berühmt

1871 wird Fürst Otto von Bismarck (1815-1898) Deutscher Reichskanzler unter Kaiser Wilhelm II. Bismarck war rund 60 Jahre ein Fan von Deutschen Doggen und 1877 erlangen diese imposanten Hunde durch den Tod von Bismarcks Doggenrüden Sultan eine weltweite Bekanntheit. Die Rasse erhält sogar den Ehrentitel „Reichshunde“. Auch die ihm folgenden Doggen wurden weltberühmt: Tyras I lebte bis 1889) und wurde ihm ebenso wie Sultan zu seinem Schutz vom Grafen Holnstein geschenkt. Kaiser Wilhelm II, eigentlich ein Liebhaber von Dackeln, schenkte Bismarck zu seinem 74. Geburtstag 1889 die Dogge Tyras II (1889-1896). Rebecca (liebevoll Beckchen genannt), ist die letzte Dogge Bismarcks und stirbt im April 1897. Alle seine Doggen sind auf seinem Landgut in Varzin bei Köslin, im heutigen Polen, begraben.

Um die Doggen des Reichskanzlers ranken sich viele Geschichten, zumal er sie auch zu offiziellen Anlässen wie den Berliner Kongress mitnahm und sie häufig Anlass für Karikaturen wurden. Er besaß ebenfalls weitere Doggen, wie die Hündin Flora und deren Welpen Cyrus. Bereits als Student soll er eine Dogge namens Ariel besessen haben. Bismarcks Doggen wurden noch an den Ohren kupiert und waren kleiner und gedrungener als heutige Doggen.

Der DDC – Deutsche Doggen-Club ist der älteste Hunde-Club Deutschlands

Im Januar 1888 wurde der Deutsche Doggen Clubs (DDC) gegründet. Der DDC ist heute der älteste noch bestehende Hunderassen-Club (kynologische Spezialklub) in Deutschland.

Wichtige Geschichtsdaten in der Zucht der Doggen:

  • 1863 findet die erste deutsche Hundeausstellung in Hamburg Alton statt. Hier werden noch Dänische Doggen und Ulmer Doggen gemeldet.
  • 1878 wird der züchterische Grundstein gelegt – in Berlin fassen Züchter und Richter den Beschluss, alle Hundearten, die der Dogge bisher zugeschrieben wurden und die insbesondere in den Farben stark variierten, unter dem Namen „Deutsche Dogge“ als Rasse zu erfassen.
  • 1880 wird erstmals ein Rassestandard der Deutschen Dogge festgelegt und hiermit auch der Name „Deutsche Dogge“
  • 1888 Gründung des „Deutsche Doggen Clubs 1888 e.V.“

Deutsche Dogge im Überblick

Deutsche Doggen - für erfahrene Hundehalter mit Platz und Zeit

Die sanftmütigen und von Natur aus freundlichen Riesen können sehr verschmust sein und brauchen familiären Anschluss. Sie sind in einem Haus auf dem Land wesentlich besser als in einer kleinen Stadtwohnung untergebracht. Ein Hund mit dieser Kraft benötigt erfahrene Halter, die die sensiblen Doggen von Beginn an sehr konsequent und mit positiver Bestätigung erziehen. Niemand möchte von einem temperamentvollen 65kg-Hund durch die Gegend gezogen werden und niemand kann so einen Hund körperlich bändigen. 

Grundsätzlich solltet ihr insbesondere bei Doggen auf eine verantwortungsvolle Zucht achten, die rassetypische Erkrankungen bei den Elterntieren getestet hat und die langlebige Doggen in der Zucht haben. Es ist sinnvoll, kleinere Elterntiere zu wählen, da diese meist gesünder und langlebiger sind. In erfahrenen Händen und bei artgerechter Haltung ist eine gut erzogene und gesunde Dogge der Traum vieler Hundehalter. Sie sind sehr freundlich, sensibel und ausgesprochen verschmust und verspielt.  

Auflagen

Die Deutsche Dogge unterliegt in Deutschland keinen besonderen rassespezifischen Auflagen zur Haltung. Es gelten immer die Auflagen zur Haltung von Hunden im jeweiligen Bundesland. 

In der Schweiz ist die Haltung von Deutschen Doggen nur in dem Kanton Tessin bewilligungspflichtig. 

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