Steckbrief Deutscher Großspitz
43,0 - 50,0 cm
15,0 - 20,0 kg
12 - 15 Jahre
Begleit- und Familienhund
Deutschland
Prächtiges, mittellanges und sehr dichtes Haarkleid
Wachsam, anhänglich, gelehrig, klug, kaum Jagdtrieb
Top Facts
- Sehr menschenbezogen und freundlich zu seinem Rudel = guter Begleit- und Familienhund
- Sehr wachsam = kann zum Kläffer werden, wenn nicht konsequent erzogen
- Intelligent, möchte gefallen = lässt sich mit Konsequenz und Liebe gut erziehen
- Kurz vor dem Aussterben: Gesunde Rasse, aber leider sehr selten
- Sehr geringer Jagdinstinkt = unkompliziert und gern in der Natur
- Prächtiges dichtes Haarkleid benötigt regelmäßige Pflege
Charakter
Wachsam, selbstbewusst, gelehrig und anhänglich mit wenig Jagdtrieb
Der internationale Rassestandard beschreibt den Charakter des Deutschen Großspitzes wie folgt: "Der Deutsche Spitz ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein natürliches Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Begleit- und Familienhund und zum Wächter für Haus und Hof. Er ist weder ängstlich noch aggressiv."
Sportliche Allrounder und Naturburschen
Großspitze sind ausgesprochen robust, sportlich und für lange Spaziergänge und Wanderungen ideal, zumal die meisten kaum einen Jagdtrieb besitzen. Es sei denn, es ist ein American Eskimo Dog eingekreuzt, der durchaus starken Jagdtrieb besitzen kann. Ansonsten können Großspitze problemlos in der Natur ohne Leine neben euch, dem Fahrrad oder dem Pferd herlaufen, ohne dass sie Wild hinterherjagen.
Wind, Kälte und Nässe können einen Großspitz nicht davon abbringen, mit euch Zeit in der Natur zu verbringen.
Wach- und Arbeitshunde
Man sollte sich nicht täuschen: Großspitze verfügen über einen natürlichen Wachtrieb, der meist stark ausgeprägt ist. Es war über Jahrhunderte ihre Aufgabe, Fremde zu melden und das Hab und Gut ihrer Menschen zu bewachen. Und das haben sie mit Bravour geschafft, indem sie fremde Geräusche und Menschen mit lauter Stimme sehr frühzeitig melden und im Notfall auch Hab und Gut verteidigen. Deshalb ist bei ihnen eine sehr konsequente Erziehung notwendig und ihr solltet bereits Hundeerfahrung haben. Ansonsten kann es zu unangenehmen Überraschungen mit anderen Menschen kommen. Ein Großspitz ist sehr territorial und bewacht schnell die Umgebung seiner Menschen und bellt Fremde an. Da liegt es an euch, die Führung zu übernehmen und euren Hund gut zu erziehen.
Spitze sind schlau, aber nicht leicht erziehbar
Spitze sind sehr intelligent und sie möchten ihren Menschen gefallen. Deshalb erlernen sie leicht Tricks und sind für den Hundesport sehr gut geeignet. Doch die intelligenten Spitze übernehmen auch gern selbstbewusst die Führung und gehen ihrem ursprünglichen Job als Alarmanlage und Wächter nach. Mit Härte kommt ihr bei den sensiblen Hunden nicht weit, da stellen sie schnell auf stur. Deshalb sind sie einfach keine Anfängerhunde.
Spitze als Familienhunde
Großspitze sind sehr anhänglich und lieben ihre Menschen. Das gilt auch für Kinder in der Familie, mit denen sie sehr geduldig sein können. Ebenso unterscheiden sie sehr gut, ob andere Haustiere zur Familien gehören. Aufgrund ihres geringen Jagdtriebes können sie daher sehr gut mit anderen Haustieren oder auch mit Hoftieren gehalten werden. Doch gegenüber fremden Kindern kann der Spitz wachsam bleiben. Hier sollte grundsätzlich ein Erwachsener dabei sein, wie bei allen Hunderassen.
Lesetipp für alle, die sich für Spitze und ihre Haltung interessieren: Spitze sind spitze (Kynos-Verlag) - mit sehr vielen Infos zu Haltung, Erziehung, Wesen, Ernährung und Geschichte der Spitze.
Intelligenz
Großspitze sind sehr intelligent und lernen schnell. Wenn ihr sie nicht konsequent erzieht, werden sich die schlauen Spitze selbständig eine Beschäftigung suchen.
Aufmerksamkeit
Großspitze sind ausgesprochen aufmerksam und ihnen entgeht so gut wie kein Geräusch.
Energie
Deutsche Großspitze bewegen sich gern frei in der Natur und bleiben im Grunde immer in der Nähe ihrer Menschen. Sie sind sportlich, robust und erstaunlich wendig, fordern eine körperliche Auslastung aber nicht so stark ein, wie andere sportliche Hunderassen. Für Langstrecken und Marathonläufe sind sie eher nicht gemacht, begleiten euch aber gern auf Spaziergängen und Wanderungen.
Training
Der Großspitz ist aufmerksam und agil. Er kann sehr schnell lernen und möchten grundsätzlich seinen Menschen gefallen.
Der Großspitz ist ein guter Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen oder auch auf kleineren Fahrradtouren. Sicherlich joggt er auch mit euch, doch er ist kein Marathonläufer.
Die klugen, selbstbewussten und wachsamen Großspitze sollten früh gut sozialisiert werden und sehr liebevoll und konsequent erzogen werden.
Die folgenden Hundesportarten können einem Großspitz Spaß bringen:
Wohnungstauglichkeit
Großspitze können auch in der Wohnung gehalten werden, sofern sie sowohl mental als auch körperlich entsprechend ihrer Natur ausgelastet werden. Außerdem sollten sie - wie alle anderen Hunde auch - nicht täglich viele Treppen steigen müssen. Denn das geht auf der einen Seite auf Dauer auf die Gelenke und andererseits möchtet ihr einen Hund mit 15-20 Kg im Alter oder im Falle einer Krankheit nicht die Treppen rauf- und runter tragen müssen. Deshalb sollte eine Wohnung am besten im Erdgeschoss liegen oder mit einem Fahrstuhl erreichbar sein.
Da Großspitze sehr wachsam sind, eignet sich ein Einfamilienhaus meist besser für sie als ein Mehrfamilienhaus mit vielen Geräuschen. Ob der Großspitz bei fremden Geräuschen ständig anschlägt, ist jedoch nur von euch und eurer Erziehung und eurer Bindung zu dem Hund abhängig.
Treue & Ergebenheit
Großspitze sind bekannt für ihre Loyalität und Anhänglichkeit.
Jagdtrieb
Großspitze besitzen von Natur aus einen sehr geringen Jagdtrieb. Voraussetzung ist allerdings, dass der Großspitz in der Nähe seiner Menschen sein kann und eine gute Erziehung genießen durfte. Gelangweilte Großspitze können durchaus irgendwann auch mal auf die Idee kommen, dass das Hinterherjagen von Rehen und Katzen viel Spaß bringen kann. Einige von ihnen sollen auch hervorragende Jäger von Mäusen und Ratten sein.
Doch generell sind Spitze eher dafür bekannt, dass sie sich nicht selbständig auf die Jagd machen. Im 20.Jahrhundert wurde die Zucht von Spitzen (meist Wolfsspitzen) sogar vom Deutschen Jagdschutzverband gefördert, da sie so wenig jagen.
Mit einem Großspitz könnt ihr in den meisten Fällen problemlos ohne Leine durch die Wälder spazieren. Doch natürlich kann es auch Ausnahmen geben, denn aufgrund der sehr kleinen Population von Großspitzen gibt es Vermutungen, dass auch andere ähnlich aussehende Hunderassen eingekreuzt wurden. Beispielsweise bei den weißen Spitzen könnten weiße Samojeden eingekreuzt worden sein, die jedoch über einen gehörigen Jagdinstinkt verfügen.
Alleinsein
Ein Großspitz vermisst seine Menschen besonders schnell, wenn sie nicht da sind. Er möchte am liebsten den ganzen Tag mit seinen Menschen verbringen. Deshalb ist es sehr wichtig, das Alleinsein sehr behutsam und langsam zu trainieren. Ansonsten habt ihr einen laut und tief bellenden Dauerkläffer zu Hause - sehr zum Missvergnügen eurer Nachbarn.
Kein Hund sollte länger als 4 Stunden am Stück allein gelassen werden.
Bellen
Ob ein Großspitz zum Kläffer mutiert - und er hat wirklich eine laute und tiefe Stimme für seine Größe! - hängt ganz von eurer Erziehung ab. Ein gut erzogener Großspitz wird ebenso wenig oder ebenso viel bellen wie andere Hunde auch. Allerdings neigen Spitze aufgrund ihrer Wachsamkeit eher dazu, fremde Geräusche oder Besucher bellend anzukündigen oder bei unsicheren oder freudigen Situationen Laut zu geben.
Wachsamkeit
Großspitze sind sehr aufmerksam und wachsam, ihnen entgeht nichts, was in ihrer Umgebung geschieht.
Beschützer
Ein Großspitz gehört zu den mittelgroßen Hunden, wirkt aber aufgrund seines dichten und abstehenden Fells durchaus größer und kann auf Eindringlinge abschreckend wirken. Zumal er sehr mutig und selbstbewusst ist und dich im Notfall sicherlich verteidigen würde. Er ist jedoch ein Wach- und kein Schutzhund.
Verträglich mit Hunden
Viele Großspitze sind verspielt und anderen Hunden gegenüber freundlich gestimmt. Sie neigen nicht zu Ärger, lassen sich aber auch nicht die Butter vom Brot nehmen.
Verträglich mit Tieren
Großspitze können gut mit anderen Haustieren gemeinsam gehalten werden, sofern sie gut erzogen und sozialisiert wurden. Sie verfügen über einen geringen Jagdtrieb und können sehr gut Tiere aus dem eigenen Haushalt als ihr eigenes Rudel betrachten.
Kinderfreundlich
Großspitze sind sehr freundlich, verspielt und geduldig mit Kindern aus dem eigenen Haushalt. Deshalb eignen sie sich auch gut als Familienhunde. Dies kann jedoch mit fremden Kindern, die zu Besuch sind, anders aussehen.
Kleine Kinder sollten grundsätzlich niemals mit Hunden allein gelassen werden.
Verträglich mit Fremden
Fremden gegenüber ist der Großspitz reserviert bis misstrauisch. Schließlich bewacht er das Haus und sieht es als seine Aufgabe an, Fremde zu melden.
Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick
Gesundheit und Pflege
Großspitze sind robust und gesund
Großspitze gehören zu den sehr gesunden Hunderassen, allerdings wurden sie mit einigen anderen Hunderassen gekreuzt, da die Zuchtbasis sehr klein gewesen ist und der Großspitz fast ausgestorben wäre. Deshalb konnten sich einige wenige Erkrankungen in die Zucht einschleichen.
Krankheiten
Bei Großspitzen gab es bis vor kurzem kaum vererbbare Krankheiten. Aufgrund der Einkreuzungen solltet ihr auf die folgenden Krankheiten bei den Elterntieren achten:
Wo kaufe ich am besten einen gesunden Großspitz?
Großspitze stehen leider auf der Liste extrem gefährdeten Hunderassen. Der VDH führt eine Liste von kontrollierten Züchtern, die Welpen zur Verfügung haben: VDH-Züchterliste von Großspitzen mit Welpen. Ebenso könnt ihr euch direkt im Verein für Deutsche Spitze e.V. erkundigen.
Es gibt engagierte Züchtervereinigungen der sogenannten Dissidenz-Zucht, die nicht nach den Regeln des VDH züchten, nicht von der FCI anerkannt werden, aber zur Erhaltung des Spitzes züchten und auf ihren Seiten Züchter mit Welpen anbieten. So beispielsweise die Züchtervereinigung zur Erhaltungszucht des Deutschen Spitzes (EZS).
Einem Kauf aus dem Internet von Welpen oder Hunden ist eher abzuraten, sofern sie sich nicht als Züchter ausweisen können, die dem VDH angehören. Hunde, die im Internet angeboten werden, können leider von Welpenhändlern oder von unseriösen Hobby-Züchtern stammen, die unerfahrene Käufer leicht täuschen können.
Alternativ könnt ihr auch einmal bei der Spitz-Nothilfe reinschauen. Hier werden Spitze oder auch Spitzmischlinge vermittelt, die ein neues Zuhause suchen.
Verträgt Hitze
Mit höheren Temperaturen kommen Großspitze ebenso wenig zurecht wie die meisten Hunderassen. Deshalb sollten sie im Sommer bei Temperaturen über 22 Grad am besten morgens oder abends spazieren geführt werden und zu keinen Höchstleistungen angetrieben werden.
Ihr Haarkleid solltet ihr bei hohen Temperaturen jedoch nicht scheren, da da dies dem Fell stark schaden kann. Eine gute Fellpflege mit ausgebürstetem und gut durchlüftetem Fell hilft dem Großspitz dagegen sehr, mit höheren Temperaturen zurecht zu kommen.
Verträgt Kälte
Nässe und Kälte, Schnee und Eis können einen Großspitz so gar nicht aus der Fassung bringen. Sie sind in ihrem Element und anders als so manche kurzhaarige Hunderassen oder Hunde aus dem Süden freuen sie sich, auch bei kaltem und schlechten Wetter mit euch rauszugehen.
Pflege
Deutsche Großspitze sind im Grunde recht pflegeleicht, allein ihr dichtes und wunderschönes Haarkleid benötigt regelmäßige Pflege.
Baden
Großspitze müssen nicht regelmäßig gebadet werden. Ihr Haarkleid ist sogar selbstreinigend: wenn sie dreckig und nass ins Haus kommen, lasst sie am besten trocknen und saugt danach den Staub unter ihnen auf. Der Hund sieht dann wieder sehr sauber aus.
Kämmen & Bürsten
Das Haarkleid des Großspitzes sollte am besten einmal wöchentlich sehr gründlich durchgekämmt und gebürstet werden. Damit wird nicht nur die Haut massiert und besser durchblutet, sondern das Fell auch gepflegt.
Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, das Haarkleid etwas häufiger zu bürsten, damit nicht überall Haarbüschel umherfliegen und ihr dem Großspitz beim Haarwechsel helft.
Zur Fellpflege eignen sich ein grobzinkiger Metallkamm, um erst einmal zu Beginn durch das Fell zu gehen. Eine Zupfbürste, eine Drahtbürste und eine Bürste aus Naturborsten sind ebenfalls sehr hilfreich. Während des Fellwechsels kann auch ein Unterwollrechen helfen, totes Unterfell auszubürsten. Mit einer Slicker-Bürste oder mit einer Drahtbürste könnt ihr danach das Deckhaar durcharbeiten und am Ende mit einer Bürste aus Naturhaar dem prächtigen Fell den letzten Schliff geben.
Haaren
Großspitze haben ein mittellanges und sehr dichtes Haarkleid. Insbesondere während des Fellwechsels haaren sie zuweilen sehr stark, doch kann dies durch regelmäßiges und gründliches Bürsten in dieser Zeit gut eingedämmt werden. Oft bleiben die Haarbüschel im Fell hängen und ihr könnt sie gut ausbürsten
Schneiden & Trimmen
Das dichte und wunderschöne Haarkleid der Großspitze darf nicht gekürzt oder geschoren werden, da es sonst nicht mehr nachwachsen könnte und der Hund unter Sonnenbrand leiden könnte.
Lediglich unter den Pfoten könnt ihr die Haare mit einer Schere kürzen.
Für Allergiker geeignet
Großspitze unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haaren insbesondere im Frühjahr und Herbst stärker. Sie gehören nicht zu den Hunderassen, die für Allergiker besser geeignet sein können.
Lese-Tipp, wenn ihr auf der Suche nach einem Hund trotz Hundeallergie seid: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.
Sabbern
Großspitze neigen mit ihrer schmalen Schnauze nicht zum Sabbern, es sei denn, ihr legt ihnen einen Leckerbissen vor die Nase.
Gesundheit & Pflege auf einen Blick
Ernährung
Der Großspitz ist ein Nimmersatt: achtet auf das Gewicht
Verfressenheit
Ein Großspitz hat fast immer Hunger und schaut dich immer mit einem Blick an, der sagen will: "Wann gibt es Futter? Ich habe Hunger!". Deshalb solltet ihr auf sein Gewicht achten, was gar nicht so einfach ist, denn bei dem dichten Haarkleid seht ihr ihm Gewichtsveränderungen gar nicht so leicht an.
Am besten wiegt ihr ihn regelmäßig und notiert das Gewicht. So könnt ihr schnell das Gewicht wieder regulieren. Denn Übergewicht ist beim Hund ausgesprochen ungesund.
Aussehen
Prächtiges, dichtes Haarkleid, fuchsähnliches Gesicht und stolze Rute über dem Rücken
Der Deutsche Großspitz ist mit einer Höhe von 43-50cm und einem Gewicht von ca. 15-20Kg ein mittelgroßer Hund und nach dem Wolfsspitz der zweitgrößte der Deutschen Spitze. Er besitzt wie alle Spitze ein sehr prächtiges und dichtes, mittellanges Haarkleid. Besonders auffällig sind der mähnenartige Kragen und die buschige Rute, die sehr stolz und keck über dem Rücken getragen wird.
Das Gesicht sieht mit seiner spitzen Schnauze, den wachen dunklen Augen und den kleinen Stehohren einem Fuchs sehr ähnlich. Der Großspitz kann wunderschön lachen. Der Körperbau des Großspitzes ist fast quadratisch, da er ebenso lang wie hoch ist.
Augenfarbe
Der Deutsche Großspitz hat dunkle Augen
Fell
Das Haarkleid des Deutschen Großspitzes ist ein doppeltes Haarkleid. Es hat ein abstehendes, festes und langes Deckhaar und eine dichte, watteartige Unterwolle.
Am Kopf, den Ohren und der Vorderseite der Beine ist das Fell kürzer, während es am restlichen Körper lang und prächtig ist. Insbesondere der Hals und die Schultern tragen eine dichte Mähne.
Farbe
Den Deutschen Großspitz gibt es laut offiziellem Rassestandard der FCI in drei Farben:
- Weiß (reinweiß, etwas gelbliche Farbe ist insbesondere an den Ohren aber erlaubt)
- Braun (weiße Flecken an Brust, Pfoten und der Rutenspitze sind nicht erlaubt)
- Schwarz (weiße Flecken an Brust, Pfoten und der Rutenspitze sind nicht erlaubt)
Aufgrund des sehr geringen Genpools und der so wenig gewordenen Großspitze wird seit 2019 die Verpaarung von weißen und schwarzen Großspitzen offiziell erlaubt.
Die braunen Großspitze galten dagegen schon als ausgestorben, wurden aber durch Rückkreuzungen wieder ins Leben gerufen.
In der sogenannten Dissidenz-Zucht, die nicht nach dem Reglement des VDH züchtet und die nicht der FCI angeschlossen ist, werden dagegen alle Farben des Großspitzes erlaubt, da der Genpool des Deutschen Großspitzes für eine Farbreinzucht als viel zu klein angesehen wird.
Geschichte und Herkunft
Torfhunde der Steinzeit, Mistbeller des Mittelalters und fast ausgestorben
FCI Norm
Nummer: 97
Herkunft
Deutschland
Geschichte
Ist der Torfhund Vorfahre des Großspitzes?
Der Zoologe K.L. Rütimeyer fand Ende des 19.Jahrhunderts in der heutigen Schweiz Überreste von Pfahlbauten der Jungsteinzeit (4.000-1.900 v. Chr. - eine Zeit, in der die Menschen vom Jäger und Sammler zu Hirten und Bauern wurden) und unter diesen fand er Knochen von Hunden, die Torfhunde genannt wurden. Diese Torfhunde könnten dem heutigen Mittelspitz in Größe und Form ähnlich gesehen haben, doch bei weiteren Forschungen stellte sich heraus, dass es auch viele unterschiedliche Hundearten zu dieser Zeit gegeben haben muss. Der Torfhund der Jungsteinzeit wird zwar gern als Vorfahr der heutigen Spitze genannt, doch wissenschaftlich belegen lässt sich dies nicht.
Ungeklärt ist auch, ob die Spitze von den nordischen Hunderassen abstammen und danach erst nach Mitteleuropa und Deutschland kamen oder ob es vielleicht andersherum gewesen sein könnte. Während die nordischen Spitze schon immer als Jagdhunde eingesetzt wurden, waren die mitteleuropäischen Spitze nie zur Jagd eingesetzt worden, sondern wurden als Wachhunde gehalten.
Älteste Haushunde Europas
Als gesichert gilt, dass die Vorfahren der Spitze zu den ältesten Haushunden gehören, die in ganz Europa von Menschen gehalten wurden. Bereits im antiken Griechenland und im Römischen Reich gibt es Abbildungen, die Hunde zeigen, die dem Spitz sehr ähnlich sehen. Sie alle haben mit dem Spitz beispielsweise die kleinen Stehohren, die Form, die Haarlänge und die keck über dem Rücken getragene Kringelrute gemeinsam.
Spitz pass auf: Mistbeller des Mittelalters
Im Mittelalter waren spitzähnliche Hunde insbesondere als Wachhunde der Bauern bekannt und als "Mistbeller" verschrien. Dabei taten sie nur ihren Job und warnten vor Fremden. Fast jeder Hof in Deutschland, ja sogar in Europa hatte einen Spitz als Alarmanlage. Auch in den Weinbergen war er ebenfalls ein beliebter Wächter.
Fuhrmannshund des Nordens
Im 19.Jahrhundert war der Spitz nicht nur auf den Bauernhöfen als sehr zuverlässiger Wachhund anzutreffen, sondern auch auf den Kutschen und Fuhrwerken. Er war der Fuhrmannsspitz des Nordens und bewachte die zu transportierenden Güter zuverlässig und laut kläffend, bis die Eisenbahn diese Fuhrwerke ablöste. Auch soll er Mäuse und Ratten in den Ställen gefangen haben.
Spitz oder Schäferhund?
Der Unterschied zwischen Schäferhunden und Großspitzen wurde in früheren Zeiten nicht so genau genommen und insofern spricht man auch von Hütespitzen, die wahrscheinlich eher Vorfahren der heutigen Schäferhunden zuzuordnen sind. Bevor der Verein für Deutsche Spitze gegründet wurde, wurden Spitze gemeinsam mit Schäferhunden in einem Verein betreut.
Pommernspitz
Seitdem 18.Jahrhundert waren Spitze - insbesondere kleine weiße Spitze - in Pommern beliebt. Von hier eroberten sie andere Ländern wie beispielsweise England und auch Amerika.
Woher stammt der Name Spitz?
Wo genau der Name Spitz herstammt, ist nicht geklärt. Eine wahrscheinliche Erklärung liefern die spitzen Ohren und Die spitze Schnauze als Namensgeber.
Der Name "Spitz" taucht jedenfalls bereits gegen Ende des Mittelalters auf. Nämlich in einer Hausordnung des Eberhard zu Sayn (1425-1495), der Graf von Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen gewesen ist. Allerdings wurde "Spitzhund" damals wohl als Schimpfwort verwendet und der von den Hunden begeisterte Graf verbot seinen Untertanen, sich gegenseitig mit "Spitzhund" zu beschimpfen.
Großspitze sind vom Aussterben bedroht
Ab Mitte/Ende des 19.Jahrhunderts werden Spitze in Deutschland immer seltener und insbesondere während der beiden Weltkriege geht die Zucht stark zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg (1939-1945) stieg die Zahl der Spitze in den Vereinen wieder an. Insbesondere Wolfsspitze waren in der Nachkriegszeit als anspruchslose Wachhunde mit wenig Jagdtrieb gefragt.
Doch seit den 1950er Jahren ging die Anzahl der Großspitze gefährlich zurück. Insbesondere die schwarzen Großspitze galten schon fast als ausgestorben. Die braunen Großspitze waren sogar komplett ausgestorben und konnten nur durch Rückkreuzungen in den 2000er Jahren gerettet werden.
Anfang des 2000er Jahre wollte der VDH den Großspitz bereits als ausgestorben melden, doch durch die Initiative engagierter Züchter und durch die Änderung der Zuchtregeln konnte die Rasse erhalten bleiben. Allerdings wurden "American Eskimo Dogs" eingekreuzt, obgleich sie Jagdtrieb besitzen und einige Krankheiten mitbrachten.
Der Deutsche Großspitz steht heute seit 2003 auf der roten Liste der gefährdeten Haustiere der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. in der Kategorie I und gilt als extrem gefährdet.
Insgesamt ist die Genvielfalt aufgrund der kleinen Zuchtpopulation stark gefährdet und es kann zu Inzucht kommen. Doch es bleibt die Hoffnung, dass engagierte Züchter nicht aufgeben und dass uns der einmalige Großspitz erhalten bleibt. Dafür müssen sich wieder mehr Menschen für den Großspitz interessieren und es bleibt unklar, warum der Husky bei uns so beliebt ist, der wunderschöne Großspitz dagegen kaum.
Meilensteine in der Zucht des Großspitzes
- 1899 Gründung des Vereins für Deutsche Spitze in Elberfeld (es existierten zu Beginn des 20.Jahrhunderts mehrere Spitz-Vereine)
- 1900 erste Rassekennzeichen festgelegt
- 1910 Vereinigung der beiden größten Klubs zum "Klub für Deutsche Spitze"
Deutscher Großspitz im Überblick
Großspitze sind perfekt für sportliche Menschen mit Hundeerfahrung
Großspitze sind sehr loyale, wachsame und anhängliche Begleit- und Familienhunde mit einem prächtigem Haarkleid und wenig Jagdinstinkt. Die robusten und gesunden Hunde eignen sich sehr gut für sportliche Menschen, die gern Zeit in der Natur verbringen und Lust auf Hundesport haben. Wenn der Großspitz von seinen Menschen konsequent erzogen wird, ist er ein wunderbarer Familienhund. Wenn er noch ein Haus bewachen darf, freut sich der wachsame Großspitz. Leider sind die wunderschönen und loyalen Großspitze vom Aussterben bedroht.
Auflagen
Es gibt keine rassespezifischen Auflagen zur Haltung von Deutschen Großspitzen.
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Fünf Deutsche Spitze und der Eurasier
Deutscher Großspitz
Anhänglicher und wachsamer Begleit- und Familienhund mit wenig JagdtriebDeutscher Kleinspitz
Gesunder, anhänglicher und aufmerksamer kleiner Begleit- und FamilienhundDeutscher Mittelspitz
Sehr anhänglicher, agiler und wachsamer kleiner BegleiterEurasier
Selbstbewusster, gelassener und sportlicher Begleiter und FamilienhundWolfsspitz (Keeshond)
Anhänglicher, agiler und aufmerksamer Begleiter mit wenig JagdtriebZwergspitz (Pomeranian)
Kleine Hunde mit niedlichem Fuchsgesicht und dichtem Fell
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