Deutscher Boxer

Deutscher Boxer

Sportliche und verspielte Wächter mit kurzer Schnauze

Die "Freuboxer" fühlen sich bei ihren Menschen am wohlsten und können sehr freundlich zu allen Menschen sein. Die muskulösen Sportler verfügen über einen natürlichen Schutzinstinkt, lassen sich aber von erfahrenen Hundehaltern sehr gut erziehen. Deshalb sind Boxer keine Anfängerhunde. Sie können sehr liebevolle Begleit- und Familienhunde sein, sofern sie konsequent und liebevoll erzogen werden. Leider ist die Rasse nicht sehr gesund weshalb es wichtig ist, auf eine seriöse Zucht zu achten.

Top Facts

  • "Freuböxi" = verspieltes, offenes und freundliche Wesen
  • Kraftvolle Athleten = benötigen viel Auslauf
  • Keine gesunde Hunderasse = achtet auf eine gute Zucht!
  • Schutz- und Wachinstinkt = Konsequent-liebevolles Training notwendig
  • Starker, großer und selbstbewusster Beschützer = Kein Anfängerhund
  • Markenzeichen: Kurzer, breiter Fang mit schwarzer Maske

Steckbrief Deutscher Boxer

Größe
53,0 - 63,0 cm
Gewicht
23,0 - 32,0 kg
Lebenserwartung
9 - 12 Jahre
Verwendung
Begleit- und Arbeitshund
Herkunft
Deutschland
Fell
Kurzes Haar
Wesen
Freundlich, verspielt, wachsam

Charakter

Fröhlich verspielte Kraftpakete für sportliche Menschen

Aufgrund ihrer Größe, Kraft und ihres mal mehr oder weniger ausgeprägten Schutzinstinktes sind Boxer keine Anfängerhunde.

Die sehr freundlichen und verspielten Kraftpakete benötigen viel Auslauf und sportliche Menschen.

Konsequent und liebevoll erzogen sind sie wunderbar sportliche Begleit- und Familienhunde.

"Freuboxer": verspielt, freundlich und überschäumende Lebensfreude

Die Grundstimmung der meisten Boxer steht in einem starken Widerspruch zu ihrem leicht grimmigen und aufgrund der Gesichtsfalten und der schwarzen, kurzen Schnauze mit Unterbiss manchmal einschüchterndem Aussehen.

 

Ich kenne wenige Hunderassen, die sich so verspielt-freundlich und überschwänglich über ihre Menschen freuen können, wie die Boxer. Der ganze Hund wackelt vor Freude mit dem Schwanz.

Boxer werden nicht umsonst "Freuboxer" oder aufgrund ihres überschäumenden, fröhlichen Temperaments auch "Springböxi" genannt. Der Drang, seine Menschen voller Lebensfreude anzuspringen und das temperamentvolle Spiel mit Körpereinsatz muss aber Besuchern oder auch älteren Menschen nicht unbedingt zusagen. 

Menschenliebe für ihr Rudel

Abgesehen von der überschäumenden Lebensfreude sind Boxer so schnell durch nichts aus der Ruhe zu bringen und sie sind verlässlich, ehrlich und ausgeglichen. Sie lieben ihr Menschenrudel und sind ausgesprochen geduldig mit Kindern. Deshalb sind sie auch als Familienhunde sehr gut geeignet. Der Nachteil ist, dass sie das Alleinsein häufig schwerer erlernen, als manch andere Hunderasse.

Sportliche Menschen für Bewegung und Auslastung gesucht

Voraussetzung für einen ausgeglichenen Boxer ist, dass er eine gute Erziehung genießen darf und ausreichend Auslastung hat. Und als sogenannter Gebrauchshund benötigt der Boxer viel Bewegung und auch Beschäftigung. Der Boxer gehört nicht von ungefähr zu einer von zehn Diensthunderassen, auch wenn er als Polizei-, Schutz- und Zollhund nur noch selten eingesetzt wird. Deshalb sind lange Spaziergänge, Joggen, Radfahren sowie Spiel und Hundesport für Boxer wichtig.

Teilweise ausgeprägter Schutz- und Wachinstinkt

Trotz ihrer Freundlichkeit, sind Boxer auch eines: Schutz- und Wachhunde. Je nach Zuchtlinie ist der Wachinstinkt mehr oder weniger ausgeprägter. Während einige Boxer freundliche Fremde auch fröhlich begrüßen, sind andere Fremden gegenüber sehr misstrauisch. Diese selbstbewussten Hunde sind ausgesprochen mutig. In jedem Fall würden Boxer ihre Familie im Notfall verteidigen und kennen dann keinen Spaß mehr.

Konsequent-liebevolle Erziehung ist ein Muss

Boxer gelten als leicht zu erziehen und das mag auch stimmen, solange ihr sie von Anfang an konsequent und vor allem freundlich erzieht. Und das ist bei einem so kräftigen und mittelgroßen Hund wie dem Boxer einfach notwendig. Ansonsten kann der selbstbewusste, energiegeladene und wachsame Hund trotz seiner Liebenswürdigkeit schnell die Führung übernehmen und sich schlechte Manieren angewöhnen. Sein ungestümes wenn auch freundliches Wesen, sein Schutz- und Jagdtrieb und die Tendenz nicht so gern allein zu bleiben, sollten von Beginn an in die richtige Richtung gelenkt werden.

Bei Härte und Druck können sich die sensiblen Boxer übrigens schnell in sich kehren und auf stur schalten.

Intelligenz

Deutsche Boxer sind sehr vielseitig verwendete Hunde, die sehr gut lernen und intelligent sind.

Aufmerksamkeit

Boxer sind sehr auf ihre Menschen bezogen und lernen eifrig, sofern sie liebevoll-konsequent und fair erzogen werden.

Energie

Boxer sind temperamentvoll und sehr sportlich gebaut. Sie sind mittelgroße Kraftpakete mit großem Bewegungsdrang und sehr viel Temperament.

Zeitaufwand

Boxer sind energiegeladene, selbstbewusste Kraft-Pakete, die täglich ausreichend Bewegung und auch geistige Beschäftigung benötigen. In ihre Erziehung muss allein schon aufgrund der Größe und des Selbstbewusstsein dieser Hunde von Beginn an, ausreichend Zeit fließen, auch wenn Boxer im Allgemeinen sehr gut erziehbar sind.

Training

Boxer sind sogenannte Gebrauchshunde, die eine Aufgabe benötigen. Sie eignen sich zu vielen Hundesportarten, freuen sich auch sehr über Suchspiele. Lange Spaziergänge, Joggen oder auch langsames Radfahren können ihren Bewegungsdrang befriedigen. Für den Kopf gibt es Hundesport.

Folgende Hundesportarten können sich sehr gut für Boxer eignen. Schaut einfach, was euch und eurem Hund Spaß bringt:

  • Agility
  • Obedience
  • Rallye-Obedience
  • Turnierhundsport
  • Gebrauchshundesport oder auch nur eines ihrer Elemente: Fährtenarbeit, Unterordnung, Schutzdienst. Schutzdienst ist allerdings eher für Hunde, die später im Polizei-, Wach- oder Zolldienst arbeiten gedacht. Wenn Du einen Begleithund haben möchtest, so ist der Schutzdienst nicht notwendig. Da manchmal noch eine veraltete Vorstellung von Hunde-Erziehung mit Druck und Zwang herrschen kann, solltest du dir den Hundesport genau vorher ansehen.

Wohnungstauglichkeit

Boxer sind sehr sportliche, große Hunde, die bei ausreichender Auslastung auch für die Haltung in der Wohnung geeignet sind.

Eine Wohnung im oberen Stockwerk ohne Fahrstuhl ist für die bis zu 32kg schweren Boxer aber eher ungeeignet. Beim täglichen Treppensteigen werden die Gelenke zu sehr beansprucht und im Alter oder bei auftretenden Krankheiten oder auch bei Welpen und Junghunden ist ein Tragen von Boxern nicht mehr möglich. Deshalb sollte eure Wohnung entweder ebenerdig liegen oder über einen Fahrstuhl verfügen.

Grundvoraussetzung ist natürlich immer, dass die Haltung von Hunden in der Wohnung erlaubt ist. Dies sollte vom Vermieter erfolgen oder bei einer Eigentumswohnung muss die Eigentümergemeinschaft ebenfalls zustimmen.

Treue & Ergebenheit

Boxer sind große Menschenfreunde und lieben ihre Menschen über alles.

Jagdtrieb

Die meisten Boxer haben einen geringen Jagdtrieb, der sich meist gut in gewünschte Bahnen lenken lässt. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht auch Hasen, Katzen oder Wild hinterher rennen, doch sind sie bei guter Erziehung steuerbar.

Alleinsein

Boxer sind sehr menschenbezogen und möchten am liebsten den ganzen Tag mit ihren Menschen verbringen. Das Alleinsein ist daher kein "Selbstgänger" und sollte - wie bei allen Hunden - von klein auf an geübt werden. Beim "Böxi" kann dies etwas mehr Konsequenz, Geduld und Bindung erfordern als bei anderen Hunderassen.

Kein Hund sollte mehr als vier Stunden am Stück allein gelassen werden.


Bellen

Gut erzogene Boxer neigen nicht zum Bellen, es sei denn, sie haben einen guten Grund. So z.B. wenn sie Fremde ankündigen oder etwas Ungewöhnliches passiert.

Wachsamkeit

Die meisten Boxer sind sehr wachsam und kündigen Fremde und ungewohnte Geräusche an. Allerdings verhalten sie sich nicht so territorial, wie andere Hunderassen.

Beschützer

Als große und kräftige, selbstbewusste Hunde, die wachsam gegenüber Fremden sind, eignen sich Boxer sehr gut als Beschützer.

Verträglich mit Hunden

Sind Boxer gut verträglich mit anderen Hunden?

Bei guter Sozialisierung sind Boxer, mit ihren Artgenossen sehr gut verträglich.

Manche Hunde verunsichert das Schnaufen beim Spiel einiger Boxer. Mit ihrer etwas grobschlächtigen und ungestümen Art werden sie auch nicht von jedem Hund geschätzt und auch hier sollte ein verantwortungsbewusster Hundehalter darauf achten, ob es passt.

Früher konnte es aufgrund des Kupierens (oder sagen wir besser schmerzvollem Abschneiden als Relikt aus brutalen Zeiten) der Ohren und der Ruten zu Kommunikationsproblemen mit anderen Hunden kommen. Wie sollten sie die Stimmung ihres Gegenübers einschätzen, wenn sie Ohren- und Rutenspiel nicht sehen können? Aber diese Zeiten sind ja zum Glück zumindest offiziell vorbei. 

Verträglich mit Tieren

Wie bei allen Hunden ist eine frühe Sozialisierung und Gewöhnung an Katzen und andere Tiere der Dreh- und Angelpunkt einer Verträglichkeit. Wenn dies früh genug erfolgt, so können auch Boxer mit Katzen und anderen Tieren verträglich sein.

Kinderfreundlich

Sind Boxer gute Familienhunde? Verstehen sich Boxer gut mit Kindern?

Boxer sind, immer eine gute Sozialisierung und Behandlung vorausgesetzt, sehr freundliche und familienbezogene Hunde. Sie sind ein Leben lang verspielt und ausgesprochen liebevoll gegenüber ihrer Familie. Mit Kindern zeigen sie sich extrem gutmütig und geduldig.

Allerdings sind Boxer auch oft ungestüm und energiegeladen, so dass sie im Spiel oder einfach vor Freude zu kleine Kinder schnell umstoßen können. Sowohl der Boxer als auch die Kinder müssen den gemeinsamen Umgang lernen.

Kleine Kinder sollten grundsätzlich mit Hunden niemals allein gelassen werden.

Verträglich mit Fremden

Boxer freuen sich abgöttisch über ihre Menschen. Bei Fremden kann dies anders aussehen: Manche zeigen überschäumende Freude, viele sind zurückhaltend bis sehr misstrauisch.

Ein Wachtrieb ist vielen nämlich angeboren und hier heißt es, diesen in die richtigen Bahnen zu lenken. Auch überschäumende Freude der Boxer ist nicht jedem Gast willkommen.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Boxer gehören leider nicht zu den gesunden Hunderassen

Boxer sind leider keine besonders gesunde Hunderasse, wurden sie doch insbesondere in den Show-Linien zu sehr auf Aussehen und weniger auf Gesundheit gezüchtet.

Deshalb ist die Lebenserwartung der Boxer leider je nach Zuchtlinie auch stark gesunken. Gerade bei Boxern ist es besonders notwendig, sich auch bei vertrauenswürdigen Züchtern die Elterntiere und deren Gesundheits- und Gen-Tests genau anzusehen.

Insbesondere Herzerkrankungen, aber auch Gelenksprobleme wie HD oder Krebs sind sehr häufige Erkrankungen. Bei zu kurz gezüchteter Schnauze kann es auch beim Boxer zu den typischen gesundheitlichen Problemen wie insbesondere Atemschwierigkeiten  kommen. 

Robustheit

Gesunde Boxer sind sehr robuste Hunde. Allerdings können die meisten weder zu viel Hitze noch zu viel Kälte sehr gut vertragen. Manche neigen aufgrund zu kurzer Schnauzen auch zu Kurzatmigkeit, worauf insbesondere im Sommer geachtet werden sollte.

Krankheiten

Wenn ihr euch einen Boxer oder einen Boxer-Welpen kaufen möchtet, solltet ihr euch verantwortungsvolle Züchter suchen. Fragt die Züchter nach den Gesundheitszeugnissen und Prüfungen der Elterntiere. Gute Züchter geben euch gern Auskunft und kennen die rassespezifischen Erkrankungen.

Die seriösen Boxer-Zuchtvereine nehmen jährliche Herzuntersuchungen (Herzultraschall, 24-Stunden-EKG) vor, um Herzerkrankungen in der Zucht einzugrenzen. Die Befunde werden festgehalten, um gesunde Verpaarungen zu ermöglichen.

Diese Krankheiten treten bei Boxern häufiger auf als bei anderen Hunderassen: 

Weitere Erkrankungen, die häufiger bei Boxern als bei anderen Hunderassen auftreten:

Verträgt Hitze

Boxer haben ein sehr kurzes Fell ohne Unterwolle, was sie gegenüber Sonneneinstrahlung und Hitze leider auch empflindlich machen kann. Aufgrund ihrer manchmal sehr kurzen Schnauzen können auch Atemprobleme bei Hitze auftreten. Die meisten Boxer ziehen ein schattiges Plätzchen bei Hitze vor.

Verträgt Kälte

Boxer besitzen ein dünnes, kurzes Fell, was sie gegenüber Kälte empflindlich macht. Hierauf solltet ihr gerade im Winter achten. Wenn sich euer Hund draußen in der Kälte bewegt, wird er die Kälte natürlich nicht so spüren. Doch bei langen Spaziergängen oder auch in der Kälte ohne Bewegung kann ein Kälteschutz schon sinnvoll werden. Insbesondere auch bei alten oder kranken Boxern.

Pflege

Regelmäßige Pflege-Routinen beim Deutschen Boxer:

Aufgrund ihres glatten, kurzen und meist glänzenden Fells benötigen Boxer keine besondere Fell-Pflege. Ihre relativ große Nase kann Feuchtigskeitspflege benötigen.

Aufgrund des kurzen Fells können große Hunde wie Boxer auch leichter Liegeschwielen bekommen, die entsprechend behandelt werden sollten. 

Pfotenpflege: Die Pfoten sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gepflegt werden. Zu lange Krallen sollten gekürzt werden. Lese-Tipp: Pfotenpflege beim Hund.

Augenpflege: Schaut eurem Hund täglich in die Augen und reinigt sie bei Bedarf. Solltet ihr Veränderungen oder Entzündungen sehen, ist dies ein Fall für den Tierarzt. Lese-Tipp: Augenpflege beim Hund

Ohrenpflege: Zum Glück sind die Ohren des Boxers nicht besonders anfällig für Entzündungen wie lange Hängeohren. Doch ihr solltet sie regelmäßig untersuchen und pflegen. Lese-Tipp: Ohrenpflege beim Hund

Zahnpflege: Ihr könnt einiges für die Gesundheit der Zähne eures Hundes tun, zumal Parodontitis gefährliche Krankheiten der Organe begünstigen kann. Da beim Boxer die Zähne sehr eng stehen und damit Zahnbeläge und die Bildung von Bakterien begünstigen, solltet ihr auf eine gute Zahnhygiene achten. Hier unsere Tipps: Zahnpflege beim Hund.

Schutz vor Zecken und Flöhen: Ihr solltet euren Hund vor Parasiten wie Zecken und Flöhen schützen, da sie nicht nur lästig sein können, sondern auch gefährliche Krankheiten mit sich bringen können. Lese-Tipp: Zeckenschutz: So schützt du deinen Hund vor Zecken.

Wurm-Check, gegen Würmer benötigt ihr keine Prophylaxe, besser ist eine regelmäßige Kot-Kontrolle.

Baden

Baden ist bei Hunden und so auch bei Boxern eigentlich nicht nötig, es sei denn, sie riechen z.B. aufgrund von Wälzen in für uns übelriechenden Dingen wie Aas, Kot o.ä. unschön und bedürfen deshalb eines Bades. Aufgrund des kurzen Fells kann aber ein feuchter Lappen auch in diesen Fällen ausreichen.

Shampoo-Tipp: Verwendet ein Hunde-Shampoo und kein Menschen-Shampoo, denn die Hundehaut hat einen anderen pH-Wert (7,5) als die Haut von Menschen (5,5). Ein Hunde-Shampoo sollte rückfettend sein, um die Hautflora zu schützen. Am besten ihr wählt ein Hundeshampoo aus natürlichen und möglichst wenigen Inhaltsstoffen, schließlich kommt das Hundemaul damit in Berührung. 

Kämmen & Bürsten

Ein wöchentliches Bürsten mit einer möglichst weichen Bürste ist bei Boxern ausreichend, um lose Haare und Schmutz zu entfernen.

Haaren

Boxer haaren das ganze Jahr über, aber insbesondere im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel. Die Haare sind zwar kurz, aber sie "pieksen" und lassen sich nicht gut wegsaugen oder von der eigenen Kleidung abbürsten.

Schneiden & Trimmen

Das kurze Fell der Boxer muss weder geschoren noch getrimmt werden.

Für Allergiker geeignet

Boxer haaren zwar nicht stark, unterliegen aber dem saisonalen Fellwechsel und sind daher nicht für Allergiker besser geeignet als andere Hunderassen. 

Lese-Tipp: Solltet ihr auf der Suche nach einem Hund sein, der weniger Allergien bei Menschen auslöst oder trotz Hunde-Allergie mit einem Hund zusammenleben, haben wir diesen Lese-Tipp für euch: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Sabbern

Die meisten Boxer sabbern aufgrund ihrer kurzen Schnauze mehr oder minder. Die Zucht hat sich zwar bemüht, dies in den letzten Jahren mit kürzeren Lefzen zurück zu züchten, aber obwohl Boxer dadurch sicherlich weniger als früher sabbern, so sabbern sie doch nach wie vor. Dies fällt insbesondere im Spiell, bei Aufregung oder bei Futter in der Nähe auf.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Bei Boxern sollte auf das Gewicht geachtet werden

Die Ernährung des Boxers hat - wie bei allen Lebewesen - zu einem sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit und sollte ausgewogen und natürlich sein.

Da Boxer sehr verfressen sind, sollte unbedingt auf ihr Gewicht geachtet werden. Dies schont die Gelenke des großen Hundes und verlängert ihre Lebenszeit. Laut Studien an Labradoren kann sich das Leben unserer Hunde bei Übergewicht um ein Fünftel verkürzen.



Verfressenheit

Die meisten Boxer lieben Futter sehr und sind kleine Fressmaschinen. Deshalb neigen sie schnell zu Übergewicht, wenn ihr Mensch nicht auf ein gesundes Maß an Futter achtet. Übergewicht ist aber weder für die Lebensdauer noch für die oft anfälligen Gelenke der Boxer vorteilhaft.

Aussehen

Kurzer breiter Fang und schwarze Maske

Markenzeichen des Boxers sind der kurze, breite Fang mit schwarzer Maske und überstehendem Unterkiefer und leichten "Sorgenfalten" auf der Stirn beim Minenspiel.

Dazu ein kräftiger aber sportlicher Körper mit glattem, kurzem meist gelblich-beigen oder gestromten Fell.

Boxer sind mittelgroß mit einer Höhe von ca. 53-63cm und einem Gewicht von ca. 23-32 kg. Die breite Nase soll schwarz sein und hat große Nasenlöcher. Die Schlappohren liegen eng am Kopf und fallen leicht nach vorn, die glatte Rute knickt leicht nach unten ab.

Früher wurden Boxern in Deutschland Ohren und Ruten abgeschnitten, was heutzutage zum Glück verboten ist.

Augenfarbe

Die Augen der Boxer sind braun.

Fell

Das Fell des Boxers ist sehr kurz und anliegend. Es verfügt über keine Unterwolle. Beim gesunden Hund glänzt es. Es fühlt sich aber nie weich, sondern recht hart an.

Farbe

Boxer kommen in einigen Farben vor. Laut Rassestandard sind aber nur "gelb" oder gestromt erlaubt. Mit "gelb" ist ein helles beige gemeint, das aber auch in dunkles rotbraun übergehen kann, wobei ein "gelb-rot" als Optimum gilt. Die Maske ist immer schwarz.


Weiße Abzeichen sind erlaubt, doch darf weiß nur maximal ein Drittel der Farbe ausmachen und soll z.B. nicht am Kopf zu stark ausgeprägt sein. Alle anderen Farben werden offiziell nicht erlaubt. Es gibt aber auch weiße und schwarze Boxer.

Geschichte und Herkunft

Die Urahnen der Boxer gehen auf die Molosser bis in die Antike zurück

FCI Norm

Nummer: 144

Herkunft

Deutschland

Geschichte

Molosser als Urahnen des Boxers: Große doggenartige Hunde, dienten bereits in der Antike als Herdenschutz- oder Kriegshunde

Molosser wird heutzutage in der Kynologie als Oberbegriff für große, muskulöse und mutige Hunde verwendet, die meist breite, kräftige Schnauzen besitzen.

Ursprünglich stammt der Begriff "Molosser" von Völkern der Antike, die in Epirus lebten, das im heutigen Griechenland und Albanien lag. Sie besaßen besonders große und mutige Herdenschutzhunde, die Alexander der Große (356 v. Chr.-323v. Chr.) als Kriegs- und Schutzhunde in viele Länder brachte.

Als Caesar 55v. Chr. England eroberte, begleiteten ihn römische Molosser. In England gab es ebenfalls große und breitmäulige Hunde, die Vorfahren der englischen Mastiffs und Bulldoggen, die in England seit Jahrhunderten als eigener Typ aus den Molossern gezüchtet wurden. Auch die Kelten hatten große und starke Hunde, die sie als Schutz und für die Jagd auf Wildschweine und Bären verwendeten. Spätestens mit den Römern kamen in den deutschsprachigen Raum weitere molossoide Hunde, die Viehherden trieben und beschützen.

Mittelalterliche Jagd mit Bären- und Bullenbeißern

Während des Mittelalters waren in ganz Europa starke und breitmäulige Hunde weit verbreitet: Die sogenannten "Bärenbeißer", "Bullenbeißer" oder auch "Sauhunde" wurden für die Jagd auf große und wehrhafte Tiere wie Bären, Wildschweine und auch Wisente verwendet. Da es noch keine Schusswaffen für die Jagd gab, war es die Aufgabe der Bullenbeißer, das Wild, das von Hetzhunden gejagt wurde, zu packen und festzuhalten, bis die Jäger kamen und es erlegten.

Selbstbewusste, starke Hunde mit breitem Maul und aufgesetzten Nasen

Dies erforderte viel Mut und erklärt auch, dass starke, selbstbewusste Hunde mit einem breiten Maul und einer oben aufgesetzten Nase für diese Arbeit immer wieder selektiert wurden. Denn die oben aufgesetzte Nase ermöglichte es den Hunden zu atmen und das einmal gepackte Wild nicht mehr loszulassen.

Hochsaison der Bullenbeißer bei adligen Hetzjagden…

Zwischen dem 16. und 18.Jahrhundert entwickelte sich das Jagen mehr und mehr zur inszenierten Veranstaltung der Adligen. Bei diesen blutigen Hetzjagden auf begrenztem Terrain oder später in wenigen Arenen, wurden auch Auerochsen und Bullen verwendet. Hierfür waren Bullenbeißer sehr gefragt.x

Bull Baiting und blutige Tierkämpfe in England mit Bulldoggen

Während dieser Zeit waren in England das Bull Baiting und weitere blutige Tierkämpfe in den Arenen mit den Vorläufern der Bulldoggen sehr beliebt. Die Vorläufer der englischen Bulldoggen, die gegen Bullen und wilde Tiere kämpften, entsprechen zwar nicht den europäischen Bullenbeißern, sind mit ihnen aber eng verwandt. Diese blutrünstige und pervertierte Form des Vergnügens fand auch im deutschsprachigen Raum statt, war aber nicht so verbreitet.x

Zum Glück wurden Tierkämpfe in Teilen Deutschlands ab 1830 und in England ab 1835 verboten, was aber nicht hieß, dass Hundekämpfe und andere Tierkämpfe verbunden mit Wetten nicht noch viel länger stattfanden.x

Im Laufe des 18. Jahrhunderts nahm die sogenannte Tierhatz im Zuge der Aufklärung bei Adligen an Beliebtheit ab. Spätestens, als in Deutschland 1848 die Jagdprivilegien des Adels aufgehoben wurden, waren die inszenierten Hetzjagden vorbei. Auch kamen immer mehr Jagdgewehre zum Einsatz, die Bullenbeißer bei der Jagd nicht mehr erforderlich machten. Die Bullenbeißer wurden im Grunde nicht mehr benötigt.

Bullenbeißer: Vom Jagd- und Hetzhund zum Wach- und Metzgerhund

Die wenigen Bullenbeißer, die noch existierten übernahmen die Aufgaben von Schutz- und Wachhunden und wurden bei Fleischern beliebte Arbeitshunde, da sie Bullen kontrollieren konnten. So bewachten sie die Viehherden, trieben die Rinder zum Schlachthof und hielten sie auch während der Schlachtung unter Kontrolle.

Die kleine Variante des Bullenbeißers ist der Vorfahre der Boxer

Bei den Bullenbeißern unterschied man im deutschen Sprachraum den großen Danziger vom kleinen Brabanter Bullenbeißer. Diese kleine Variante der Bullenbeißer, gilt als Vorfahre der Deutschen Boxer. Die Bullenbeißer starben schließlich aus, aber die „verfeinerte“ Variante überlebte als Wach- und Schutzhund und später als Begleit- und Familienhund in Form des Deutschen Boxers.

Die ersten Zuchtversuche des Deutschen Boxers

Ab 1894 fanden sich drei Herren, die eine eigene Hunderasse auf Basis der mutigen Bullenbeißer, in die englische Bulldoggen eingekreuzt wurden, züchten wollten. Schon damals war man sich nicht einig, ob man den kräftigen oder einen sportlicheren Hundetyp anstrebte. Doch die sportliche Form setzte sich durch.

"Mühlbauer‘s Flocki": der erste Eintrag im Boxer-Stammbuch

Eine erste Versuchsklasse des Boxers wurde bei der Ausstellung des St. Bernhards Club in München aufgestellt. Nur ein Hund war gemeldet und erhielt natürlich den ersten Platz: "Mühlbauer’s Flocki", der auch der erste Hund im Boxer-Stammbuch wurde. Flocki hatte übrigens eine englische Bulldogge als Vater. Seine Enkelin "Meta von der Passage" sollte die Zucht mit vielen Welpenwürfen wesentliche Schritte voranbringen. Die sportliche "Flock-Form" vom Rüden "Flock-St. Salvator", sollte zukünftig den neuen Zuchtplan bestimmen. Ziel war es jetzt, einen „schönen, eleganten Familienhund, frei von jeglichem plumpen Äußeren oder gar abstoßender, furchteinflößender Hässlichkeit“ zu züchten.

Obgleich über 50 Boxer im Gründungsjahr 1895 vorhanden waren, sollen die Blutlinien der heutigen Boxer fast ausschließlich auf vier Boxer zurückzuführen sein:
1. Rüde Wotan (46)
2. Rüde Flock St. Salvator (14)
3. Hündin Mirzel (44)
4. Hündin Meta v.d. Passage (30)


Wie entstand der Name "Boxer"?

Die Bezeichnung "Bierboxer" kam in München für die Bullenbeißer schon sehr früh vor dem ersten Zuchtbuch auf. Woher der Name wirklich kommt ist nicht gewiss. Viele Züchter erklären es damit, dass Boxer ihre Pfoten viel gebrauchen und ihr Gegenüber bzw. früher ihre Gegner zweibeinig ansprangen, ähnlich einem Boxer.

Meilensteine der Deutscher Boxer in der Übersicht: 

  • 1895 nimmt der St. Bernhards Club in München Boxer als Versuchsklasse bei seiner Ausstellung auf. "Mühlbauer’s Flocki" erhält als einzige Anmeldung den ersten Platz.
  • 1895 Gründung des Boxer-Klub e.V. in München
    Insbesondere drei Herren ist die Gründung zu verdanken: Friedrich Roberth, Elard König und Rudolf Hoepner. Wer mehr über die Gründung des Boxer-Klubs erfahren möchte, findet hier die ausführliche Geschichte.
  • 1904 Festlegung des ersten Rassestandards des Deutschen Boxers
  • 1906 Gründung des Schweizer Boxer-Clubs
  • 1914-1918: Im ersten Weltkrieg wurden Schutzhunde für Patrouillen benötigt, wofür Boxer eingesetzt wurden.
  • Ab 1918 kamen erste Deutsche Boxer in die USA.
  • 1920 wurde der Rassestandard des Deutschen Boxers stark überarbeitet
  • 1921 Gründung des Österreichischen Boxerklubs
  • 1924 Anerkennung des Deutschen Boxers als Diensthunderasse
  • 1925 Ausschluss von schwarzen und weißen Boxern aus dem Rassestandard
  • 1930er Jahre: Friederun Stockmann setzt sich stark für die Boxerzucht ein. Sie schafft es, ihre Zucht über den zweiten Weltkrieg zu retten, obwohl auch ihre Boxer als Fronthunde eingesetzt wurden. Ihr Boxer „Lustig vom Dom“ gilt als einer der Grundsteine der heutigen Boxerzucht.
  • 1938 Ausschluss von Schecken aus dem Rassestandard
  • 1948 Anerkennung der Deutschen Boxer im United Kennel Club (Großbritannien)
  • 1951 Gründung des Internationalen Boxerklubs IBC in Hamburg
  • 1955 Anerkennung der Deutschen Boxer durch FCI
  • 1987 Kupierverbot der Ohren von Hunden in Deutschland
  • 1998 Kupierverbot der Ruten von Hunden in Deutschland

Deutscher Boxer im Überblick

Fröhlich verspielte Kraftpakete für sportliche Menschen

Aufgrund ihres Schutzinstinktes sind Boxer keine Anfängerhunde. Konsequent und liebevoll erzogen sind sie wunderbar sportliche Familienhunde. Leider ist die Rasse nicht sehr gesund und ihr solltet unbedingt auf gute Züchter und Ausschlüsse von Krankheiten bei den Elterntieren achten.

Auflagen

Sind Boxer Listenhunde und damit als gefährliche Hunde eingestuft?

Boxer unterliegen keinen gesetzlichen Auflagen als gefährliche Hunde und werden derzeit (Februar 2021) weder in Deutschland, noch in der Schweiz oder in Österreich als gefährliche Hunde geführt.

Die meisten Airlines nehmen Boxer als "stumpfnasige" Hunde nicht im Frachtraum mit

Aufgrund ihrer kurzen Köpfe kann es bei Boxern zu ernsthaften Gesundheitsproblemen im Frachtraum kommen. Da bei einigen anatomisch bedingt die Luftwege verengt sind, der Transport Stress verursacht, die Temperaturen im Frachtraum schwanken, können gesundheitliche Probleme auftreten.

 

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