Gesundheit

Brachyzephalie - das Leid kurzköpfiger Hunde

Kleine Hunderassen mit runden Köpfen und kurzen Beinen lösen in den sozialen Netzwerken Begeisterung aus, da sie so niedlich aussehen. Der Kopf dieser Hunde ist im Verhältnis zum Körper besonders groß und die Schnauze ist sehr kurz, dabei sind die Kulleraugen riesig. Und obendrein grunzen sie noch so niedlich! Hunderassen, die diesem Kindchenschema entsprechen sind insbesondere der Mops, die Französischen Bulldogge oder auch die Englische Bulldogge. 

Die meisten Menschen wissen jedoch gar nicht, dass die Hunde lebenslang leiden. Aufgrund der krankhaft-überzüchteten Deformation des Schädels leiden die Mehrzahl dieser Hunderassen unter sehr qualvollen Erkrankungen der Atemwege. Hinzu kommen fast immer auch schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke aufgrund des gedrungen Körpers . Geboren, um zu leiden: Wüssten die Menschen, dass betroffene Hunde lebenslang starke Atemnot und Schmerzen bei jeder Bewegung erleiden, würden sie diese von Geburt an gequälten Kreaturen nicht kaufen oder in sozialen Netzwerken posten und liken. Worauf solltet ihr bei diesen Hunderassen besonders achten?

Englische Bulldogge atmet schwer

Beschreibung, Definition

Was ist Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit, Rundköpfigkeit) beim Hund?

Brachyzephalie bedeutet Kurzköpfigkeit ("brachis": Kurz und "cephalus"=Kopf) und damit ist eine angeborene Deformation des Schädels gemeint. Der vollständige Name der Erkrankung ist Brachyzephalisches Atemnotsyndrom (BAS), das eine starke gesundheitliche Einschränkung bei kurzköpfigen Hunderassen darstellt. Aufgrund der überzüchteten Anatomie dieser Hunderassen, bestehen Schwierigkeiten in der Atmung, die von Hecheln über Röcheln bis hin zum Kollaps oder Tod führen können. 

Es sind gleich mehrere Faktoren, die aufgrund des zu kurzen Schädels und der zu kurzen Schnauze die Atmung und eine gesunde Regulation der Körpertemperatur betroffener Hunde erschweren können. Atemnot wird bei den Hunden als lebensbedrohlich empfungen. Es kann nur eines der folgenden Probleme vorliegen oder gleich mehrere: 

  • Die Nasenlöcher und die Nasenhöhlen sind zu eng, die Nasenflügel sind unflexibel. Der Nasenvorhof ist durch eine große Nasenfalte verkleinert. Das fühlt sich bei uns ähnlich an, wenn wir eine fiese Erkältung mit einer verstopften Nase haben oder wenn uns jemand die Nase zuhält. 
  • Die Nasenmuscheln sind missgebildet. Die Nasenmuscheln sind für das Riechen und für die Regulation der Körpertemperatur zuständig. Die Hunde können nicht mehr gut riechen und was viel schlimmer ist, sie können ihre Körpertemperatur weder bei Kälte noch bei Wärme regulieren und gleichzeitig bekommen sie nicht gut genug Luft.
  • Die Luftröhre ist zu klein und zu eng (Hypoplastische Trachea)
  • Der Rachenraum ist zu eng. Deshalb können die Hunde oft nicht gut hecheln und über das Maul atmen.
  • Das Gaumensegel ist zu lang und zu dick. Es legt sich in Richtung Kehlkopf und blockiert zusätzlich die Atmung.
  • Die Zunge ist zu groß und insbesondere im Schlaf kann sie die Atemwege blockieren.
  • Der Kehlkopf unterliegt einem Dauersog durch die verstärkte Atemarbeit, was zu vielen Problematiken des Kehlkopfes führen kann. So z.B. Umgestülpter Larynx-Ventrikel (Weichteile zwischen Stimmlippe und Kehlkopf führen zu Kehlkopftaschen) oder sogar bis hin zu einem Kehlkopf-Kollaps, der tödlich sein kann.
  • Ohrkanäle sind zu eng aufgrund des gestauchten Schädels oder komplett verstopft, was zu Entzündungen (Otitits), einem sehr schlechten Gehör oder auch kompletter Taubheit und Störungen des zentralen Nervensystems führen kann.

Die Atemprobleme sind beim Welpen und Junghund oft noch gering und nicht vom Laien bemerkbar, im Laufe ihres Lebens verschlechtert sich ihr Zustand ohne eine Behandlung jedoch teilweise dramatisch. Zeitlebens haben Hunde mit zu kurzen Schnauzen gesundheitliche Einschränkungen und können kein frohes Leben führen.

Symptome

Dies sind die Symptome der Brachyzephalie (zu kurze Schnauze) beim Hund

Die Symptome werden meistens bei den Welpen noch nicht auffällig, sondern erst erwachsenen Hunden wirklich sichtbar. Mit steigendem Alter werden auch die Symptome schlimmer.
Diese Symptome finden häufig noch Gefallen oder werden einfach der Rasse zugeschrieben. Manche finden es sind niedliche Eigenschaften, doch wenn sie wüssten, wie sehr ihre Lieblinge leiden, würden sie ihre Meinung ändern:

  • Nebengeräusche beim Atmen: Schnarchen, auch wenn die Hunde wach sind, Grunzen, Röcheln, Schniefen.
  • Schnarchen im Schlaf
  • Bei Freude Grunzen
  • Generell sind die Hunde kaum belastbar, lange Spaziergänge oder gar sportliche Aktivitäten würden die Hunde gern unternehmen, können es aber nicht.
  • Warmes oder sehr kalten Wetter kann lebensgefährlich werden, da die Wärmeregulation nicht funktioniert.
  • Ständige Müdigkeit am Tag aufgrund von zu wenig Sauerstoff, was noch durch Schlafstörungen aufgrund von schlechter Atmung verstärkt wird.
  • Häufiges Hecheln
  • Zunge hängt heraus

Doch auch diese Symptome können schnell folgen und sind Alarmzeichen, die einen Arztbesuch spätestens erforderlich machen:

  • Kurzatmigkeit bei Bewegung oder auch bei kälteren Temperaturen
  • Hitzschlag: Überhitzung bei höheren Temperaturen, da der Hund seine Temperatur nicht mehr über die Schleimhäute regulieren kann
  • Blaue Zunge, aufgrund von Sauerstoffmangel
  • Würgen oder Erbrechen nach Bewegung oder auch nach dem Fressen. Es werden sogar Stühle als niedliches Accessoire angeboten, in die betroffene Hunderassen nach dem Fressen gesetzt werden, damit sie ihr Futter nicht immer wieder erbrechen und aufrecht sitzen.
  • Ohnmacht und Kollaps des Hundes
  • Akuter Erstickungsanfälle, die tödlich enden können

In schwereren Fällen können betroffene Hunde so stark beeinträchtigt sein, dass die Anforderungen eines normalen Hundelebens für sie lebensbedrohlich werden können:

  • Spazieren gehen bei warmem Wetter
  • Spielen mit anderen Hunden
  • Autofahren, Reisen, jede Form der der Aufregung, Stress oder Freunde
  • Probleme beim Fressen, da sie während des Fressens nicht genug Luft bekommen

Weitere Probleme, unter denen kurzköpfige Hunde leiden können

Als wären die armen Hunde nicht schon mit den Atemeinschränkungen genug geplagt, neigen sie auch zu weiteren Erkrankungen, wie:

  • Verstärkte Neigung zu Hauterkrankungen:
    Die überschüssige Haut im Gesichtsbereich führt zur Bildung von Hautfalten, die vermehrt zu Hautinfektionen führen (Intertrigo) und langwieriger Dermatitis führen. In extremen Fällen können starke Hautfalten auch die Atmung zusätzlich behindern.
  • Starke Magen-Darm-Beschwerden:
    Durch das verstärkte Ansaugen der Luft entsteht ein Unterdruck im Brustkorb, wodurch Anteile des Magens in den Burstkorb gesaugt werden können (Hiatus Hernie). Die wiederum kann zu einer chronischen Reizung des Magens und der Schleimhäute führen. Dies äußerst sich wiederum ebenfalls in Erbrechen und Würgen.
  • Zahnprobleme:
    Die zu großen Zähne passen nicht mehr in das kurze Maul. Dies führt zu Fehlstellungen und Entzündungen.
  • Neigung zu Augenerkrankungen:
    Da die Augen häufig sehr groß und außenliegend sind, haben sie eine erhöhte Verletzungsgefahr. Entzündungen und ernster Augenerkrankungen treten bei ihnen gehäuft auf:
    • Augenentzündungen
    • Entropion
    • Ektropion
    • Primäre Linsenluxation
    • Katarakt
    • Anomalien der Wimpern, die nach außen oder nach innen wachsen
    • Nickhautdrüsenvorfall (Cherry-Eye)
    • In extremen Fällen fallen die Augen sogar aus den Augäpfeln.
  • Fehlbildungen des Skeletts und der Gelenke:
    Aufgrund des gedrungenen Körpers kommt es häufig auch zu Problemen mit dem Skelett und den Gelenken, die zu starken Problemen mit dem zentralen Nervensystem und Schmerzen aufgrund von Asymmetrie und Arthrose führen:
    • Die Wirbelsäule ist sehr stark gestaucht und teilweise verdreht oder sogar gespalten (Spina Bifida). Es gibt Fehlbildungen der Halswirbelsäule, so dass der Kopf oft nicht gerade getragen werden kann. Beide Fälle können zu Problemen mit dem zentralen Nervensystem führen.
    • Gelenkserkrankungen und Fehlstellungen, die zu starker Arthrose und Schmerzen führen können:
    • Ellenbogendysplasie (ED)
    • Hüftgelenksdysplasie (HD)
    • Kniescheibenverrenkung (Patella Luxation)
  • Chiari Malformation (CM) und Syringomyelie (SM)
    Eine angeborene Anomalie des hinteren Schädels führt zu einer Überfüllung des Schädels und einer Kompressions des Gehirns. Die Hirnflüssigkeit kann nicht richtig ablaufen und führt auch zu Problemen des Rückenmarks. Das Leid dieser Hunde ist unendlich groß. Diese Anomalie tritt häufig bei Cavalier King Charles Spaniels aber auch bei weiteren kleinen Hunderassen auf. 
  • Achtung Raucher: Lungenkrebs
    Kurzköpfige Hunderassen haben ein erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, wenn sie in einem Raucher-Haushalt leben. Deshalb sollten Hundehalter von kurzköpfigen Hunderassen zum Wohle der Hunde keine Raucher sein. 

Diagnose

So wird Brachyzephalie bei Hunden diagnostiziert

In den meisten Fällen stellen Hundehalter eines oder mehrere der oben genannten Symptome fest und suchen ihren Tierarzt auf.

Eine genaue Diagnose kann vom Tierarzt mithilfe von Röntgenaufnahmen und Computertomografien (CT)-Aufnahmen erfolgen. Letztere können dem Tierarzt genauer die Problemstellen des Hundes zeigen, sind aber leider meistens kostspieliger.


Therapie & Behandlung

Mögliche Therapien und Behandlungsformen der Brachyzephalie bei Hunden

Kurzfristige Besserungen sind oft mit Sauerstoff (künstlicher Beatmung) oder mit Medikamenten, die Entzündungen der Atemwege lindern können, durch den Tierarzt zu erreichen. Diese Atemprobleme werden nicht von selbst heilen, sondern sie verschlimmern sich unbehandelt immer mehr, da durch die schwere Atemtätigkeit der Sog zu Reaktionen des Rachen- und Kehlkopfgewebes führen. Das Gewebe verdickt sich und die Atembeschwerden werden immer stärker.

Häufig können aber nur Operationen die starken anatomischen Verformungen optimieren, damit eine verbesserte Atmung langfristig möglich wird. Diese Operationen werden bereits bei jungen Hunden ab dem 4.Lebensmonat durchgeführt.

Je nach Schwere der anatomischen Missbildungen sind ein oder auch mehrere Operationen notwendig. Ziel der Operation ist es immer, die Atemwege zu erweitern. Was genau operiert werden muss, wird der Tierarzt individuell mit dir gemeinsam entscheiden. 

Typische operative Eingriffe bei einer Brachyzephalie:

  • Erweiterung der Nasenlöcher
  • Erweiterung des Nasenvorhofes
  • Verkürzung des Gaumensegels und eine Entfernung des überschüssigen Gaumensegelgewebes.
  • Verkleinerung oder Entfernung von vorgewölbte Stimm- oder Kehlkopftaschen 

Manche dieser OPs erfordern Nachbesserungen innerhalb von 3-6 Monaten. Bei schwereren Fällen gibt es noch weitere Methoden mittels Laser- oder Radiofrequenz-Chirurgie:

  • Mithilfe eines Lasers werden die Nasenmuscheln verkleinert (Laser-assistierte Turbinektomie: LATE)
  • Die Zunge bzw. der Zungengrund wird verkleinert mithilfe des Lasers

Besteht bereits ein Kehlkopfkollaps, so muss eine weitere Operation erfolgen, in der die Kehlkopföffnung durch das Verkleinern und Straffen des Kehlkopfknorpels versucht wird zu erweitern.

Die Kranken- und OP-Versicherungen sind nicht ohne Grund bei vielen kurzköpfigen Hunderassen fast doppelt so hoch wie bei anderen Hunderassen und bei manchen Versicherungen werden kurzköpfige Hunde gar nicht aufgenommen.

Übergewicht ist bei allen Hunden schädlich für die Gesundheit, aber bei kurzköpfigen Hunden ist Übergewicht eine zusätzliche Qual, da die Atmung durch das Übergewicht verschlechtert wird. Deshalb sind die Kontrolle des Gewichts und falls nötig eine Gewichtsreduktion wichtige Maßnahmen, um die Atmung nicht zu verschlechtern.

Nach der OP besteht oft ein erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung.


Prognose

Die Prognose bei dem Brachyzephalen Atemnotsyndrom bei Hunden

Die Prognose einer Therapie und Behandlung ist abhängig vom Ausmaß der krankhaften Veränderungen, die durch die Kurzköpfigkeit und durch die gedrungene Körperform von Geburt an entstanden sind.

Je länger sich die Tiere mit den gesundheitlichen Problemen abkämpfen müssen, desto schlechter ist die Prognose, da oft unbehandelt große Verschlechterungen eintreten können. Je früher die Atemwege erweitert werden, umso effektiver beugt man den Folgeerkrankungen vor. Typische Folgeerkrankungen können am Kehlkopf, den Bronchien und an der Luftröhre entstehen.

Eine vollständige Normalisierung ist aufgrund der Deformationen des Schädels meist nicht möglich, aber eine verbesserte Atmung kann bereits helfen, dass der Hund ein besseres Leben ohne Atemnot und vielleicht einigermaßen normales Leben führen kann.

Einigen wenigen Patienten kann leider trotz aller unterstützenden Maßnahmen, Therapien und Behandlungen nicht adäquat geholfen werden.

Ursachen/Vorbeugung

Was sind die Ursachen der Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) beim Hund? 

Die Ursachen der Brachyzephalie hängen leider direkt mit Überzüchtungen und extremen Zuchtstandards zusammen, die für die Hunde zur Qual geworden sind. Für viele Menschen erscheinen die kurzköpfigen, glupschäugigen und grunzenden Hunde normal und niedlich. Dabei haben sich die Rassen erst in den letzten Jahrzehnten so extrem entwickelt und waren davor zwar auch kurzköpfiger als andere Hunderassen, konnten aber noch gesund atmen.

Tierschutz und Tierärzte fordern schon lange eine Trendwende in der Zucht und einige Länder erlassen entsprechende Gesetze zum Schutz der Tiere und Zuchtorganisationen überdenken die Zucht. Es sollte uns allen zu Denken geben, dass in den Niederlanden kurzköpfige Hunde, deren Schnauze weniger als ein Drittel der Kopflänge ausmacht, seit 2019 verboten sind und daher die Zucht von Möpsen und anderen kurzköpfigen Hunden komplett neu gedacht wird. In Deutschland gibt es hierzu bisher kein Verbot und der Deutsche Zuchtverband VDH hat stattdessen Belastungstests für kurzköpfige Hunderassen eingeführt. Innerhalb des VDH müssen Hunde zur Zuchtzulassung bei vielen kurzköpfigen Rassen diesen Test zuvor bestehen.

Es gibt auch Bestrebungen von Crossbreed-Zuchten, bei denen gesündere Hunderassen in die krank gezüchteten kurzköpfigen Hunderassen eingekreuzt werden. Bei vielen Zuchtvereinen ist dies ein Reizthema. Doch Mopsliebhaber möchten einen Mops in einem gesunden Körper und beginnen,  Retro-Möpse zu züchten. Diese haben wieder eine längere und gesündere Schnauze und längere Beine, damit sie mopsfidel sind. Bei der Französischen Bulldogge gibt es mit dem Frenchton Bemühungen, die kleinen Bulldoggen wieder in eine gesündere Zucht zu bringen.

Hunde, die Atemprobleme zeigen oder operiert werden mussten, sollten generell nicht zur Zucht zugelassen werden.

Wie kann ich einen gesunden Hund einer kurzköpfigen Hunderasse kaufen?

Immer kürzere Schnauzen, immer größere Köpfe und immer riesigere Augen und kleine Körper sind gefragt. Dies ist aber für die Hunde eine lebenslange Qual. Immer mehr Menschen sollten über die Qual der kurzköpfigen Hunderassen aufgeklärt werden und keine kurzköpfigen Welpen mit Atemproblemen kaufen. Gesunde Welpen der eher kurzköpfigen Rassen zu finden ist leider nicht einfach. Zumal die Welpen und Junghunde noch gar keine offensichtlichen Probleme mit der Atmung zeigen.

Um späteren Symptomen des Atemnotsyndroms bei einem Welpen vorzubeugen, helfen nur Elterntiere in der Zucht, die das Atemnotsyndrom im erwachsenen Zustand nicht haben. Leider erkennt ihr gesunde Tiere nicht immer von außen und selbst längere Schnauzen (ca. ein Drittel der Kopflänge) garantieren nicht immer automatisch, dass die Hunde gut atmen können. Eine CT-Untersuchung der gesamten Atemwege der Elterntiere gibt darüber am besten Aufschluss. Züchter, die verantwortungsvoll gesunde Hunde züchten, nehmen diese kostspieligen Tests auf sich, doch sie sind nicht verpflichtend. 

Der Belastungstest der Elterntiere, die im VDH zur Zucht kurzköpfiger Hunderassen zugelassen werden, sorgt für gesündere Welpen. Diese Tests der Elterntiere sollten für euch eine wichtige Voraussetzung zum Kauf eines Welpen sein.

Leider wird derzeit aber die Mehrheit der kurzköpfigen Rassen gar nicht bei Züchtern des VDH gekauft. Im VDH sind die Welpenzahlen von Möpsen, Französischen Bulldoggen und Englischen Bulldoggen niedrig, die Beliebtheit der Rassen ist aber groß, wie die Listen der beliebtesten Hunde in Deutschland zeigen. Weniger als 10% der Züchter in Deutschland sind Mitglied der Zuchtorganisation des VDH, die Gesundheitskontrollen unterliegen. Leider gibt es viele private Vermehrer und illegale Vermehrer aus z.B. Osteuropa, die skrupellos Geld mit kranken Hunden und unwissenden Hundekäufern machen.

Es gibt definitiv seriöse Züchter, die versuchen, die Gesundheit dieser Rassen zu verbessern. Doch das erfordert auch bei den Welpenkäufern Geduld, bis neue Welpenwürfe da sind. 

Wenn ihr euch näher mit dem Thema beschäftigen möchtet, schaut doch einmal bei Organisationen vorbei, die sich um eine verantwortungsvolle Zucht bemühen. So z.B. die Züchtergemeinschaften für den Retromops. Für gesunde Bulldoggen setzt sich der Gesunde Bulldoggen e.V. ein. 

Der Berliner Tierarzt Dr. Rosin hat ein Video (auf englisch) "Diagnose Bulldogge" herausgebracht, in dem er das gesamte Dilemma der Bulldoggen-Überzüchtung und der Krankheiten sehr genau erklärt. 

Verstärktes Auftreten bei folgenden Hunderassen

Diese kurzköpfigen Hunderassen sind besonders gefährdet, Brachyzephalie zu entwickeln

Bei den folgenden Hunderassen wurde Brachyzephalie überdurchschnittlich häufig festgestellt und kann wahrscheinlich nur durch entsprechende Zuchtvorschriften und verantwortungsvolle Rückzüchtungen zukünftig eingedämmt werden:


Weitere Hunderassen zählen zu den gefährdeten Hunderassen. Viele von ihnen werden von den meisten Fluglinien aufgrund der mit der Atemnot einhergehenden Gefährdung nicht im Frachtraum transportiert:

Die Liste ist sicherlich nicht vollständig, denn immer mehr Hunderassen werden auf Kurzköpfigkeit und kleine, gedrungene Körper gezüchtet. Eine sehr grobe Regel besagt, dass die Schnauze mindestens ein Drittel der Kopflänge ausmachen sollte.

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