Lhasa Apso in goldfarben mit langem Haar

Lhasa Apso

Lhasa Apso: smarte, sportliche kleine Persönlichkeiten

Der Lhasa Apso ist ein kleiner Begleithund, der aus Tibet stammt. Lhasa Apsos sind fröhliche, temperamentvolle und athletische kleine Hunde mit sehr viel Haar. Das erfordert Pflege. Sie sind sehr wachsam, daher auch Fremden gegenüber eher reserviert auftretend. Als sportliche Begleithunde lieben sie es, bei ihren Menschen zu sein. Eine konsequent-liebevolle Erziehung ist ein Muss bei den kleinen Sturköpfen. Wenn sie nicht zu kurzköpfig gezüchtet werden, sind sie recht robust.

Top Facts

  • Sehr sozial und freundlich = verträgt sich mit fast jedem
  • lebhaft und intelligent = lernt schnell, löst gern Aufgaben
  • Langes Haar und kurze Beine = Kämmen, kämmen, kämmen
  • Robust und gesund
  • Kälteempflindlich = Mantel im Winter von Vorteil
  • Menschenbezogen = Alleinsein will trainiert werden

Steckbrief Lhasa Apso

Größe
21,0 - 28,0 cm
Gewicht
5,0 - 8,0 kg
Lebenserwartung
12 - 15 Jahre
Verwendung
Gesellschaft- und Begleithund
Herkunft
Tibet
Fell
Langes, seidiges Fell
Wesen
intelligent, lebhaft

Charakter

Fröhliche kleine Persönlichkeiten, die ernst genommen werden sollten

Der Lhasa Apso ist ein sehr schlauer kleiner und dabei ausgesprochen selbstbewusster Hund. Die meiste Zeit ist er sehr fröhlich, lebendig, verspielt und freundlich. Sie sind nicht nur ausgesprochen temperamentvoll, sondern mutige kleine Hunde.

Lhasa Apsos können ideale Begleiter und sehr angenehme Familienhunde werden. Sofern ihr es versteht, das Vertrauen und den Respekt von einem Lhasa zu gewinnen.

Sie sind kleine Persönlichkeiten, die ernst genommen werden wollen. Andernfalls können sie zu kleinen Sturköpfen werden, die sich ihren Tag selbst gestalten.

Mit Liebe und Konsequenz zum manierlichen Begleiter

Mit Zwang und Tadel erreicht man bei den kleinen Diven wenig, Lhasa’s möchten als vollwertige Familienmitglieder überzeugt und mitgenommen werden. Deshalb ist eine sehr liebevolle aber ausgesprochen konsequente Erziehung bei ihnen absolut notwendig. Sehr häufig fühlen sie sich mit einer Person im Haushalt besonders verbunden.

Lhasa Apsos sind sportlich und schnell – als Sofa-Schoßhund fühlen sie sich missverstanden

Lhasa Apsos sind temperamentvoll und wesentlich sportlicher als ihre Größe und ihr langes, glamouröses Fell vermuten lassen. Sie sind ausgesprochen beweglich und erstaunlich schnell. Sie benötigen keine stundenlangen Jogging-Touren, sind aber sehr gern draußen unterwegs und genießen ausgedehnte Spaziergänge und auch Wanderungen, sofern sie trainiert sind. Lhasa’s sind sehr anpassungsfähig und passen sowohl in die Wohnung als auch auf das Land. So gern ein Lhasa auch mal auf dem Sofa ausgiebig kuschelt, so wichtig ist die Bewegung und auch eine Aufgabe.

Vertrauen und Bindung durch gemeinsamen Spaß und Hundesport

Die intelligenten und agilen Lhasa Apsos sind sehr lernwillig und leicht für passende Hundesportarten zu begeistern. Gemeinsam können so Vertrauen und Bindung aufgebaut werden, die gerade bei den auf stur schaltenden Lhasa Apsos ein Weg zu einem harmonischen Zusammenleben sein kann. Ihre Intelligenz und ihre Selbständigkeit lassen sie gern eigene Wege gehen, sofern ihr ihnen nicht geduldig zeigt, was ihr von ihnen möchtet.

Agility für kleine Hunde mit entsprechend niedrigeren Hindernissen ist eine Beschäftigung, die ihnen viel Lhasas Spaß bringt. Auch Dog Dance, Obedience, Nasenarbeit und sogar Apportieren begeistert so manchen Lhasa. Im Tricktraining sind manche von ihnen sehr gelehrig.

Auch wenn sie Fremden gegenüber zunächst reserviert sind, eignen sich Lhasa’s aufgrund ihrer Menschenfreundlichkeit als Therapie-Hunde.

Zottige Alarmanlagen – Lhasa Apsos können sehr wachsam sein

Trotz ihrer übersichtlichen Körpergröße sollte man Lhasa Apsos nicht als Wachhunde unterschätzen. Seit Jahrhunderten war und ist es ihre Aufgabe, ihre Menschen und die großen Wachhunde (vermutlich Vorgänger der Tibet-Dogge bzw. des Tibet-Mastiffs) zu alarmieren, sobald sich Fremde nähern.

Lhasa Apsos sind mit einem besonders guten Gehör ausgestattet und nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Deshalb sind sie nicht immer leise Hunde und machen sich bemerkbar, sobald sie fremde Geräusche hören.

Gern platzieren sich Lhasa Apsos im Haus auf ihrem "Wachposten", der etwas erhöht die Tür und möglichst viel von der Umgebung im Blick hat. Schlecht erzogen und wenig sozialisiert können sie zu kleinen Kläffern mutieren, aber mit der richtigen Erziehung sollte dies die Ausnahme sein. Fremden gegenüber zeigen sich Lhasa’s eher reserviert und gehen nicht gleich freundlich wedelnd auf jedermann zu.

Gesellschaft gewöhnt – Alleinsein muss gelernt werden

Als Begleit- und Gesellschaftshunde sind Lhasa Apsos es gewöhnt, den Tag mit ihren Menschen zu verbringen. Auch wenn Lhasa Apsos recht selbständig sind, so bleiben sie doch nicht gern allein. Mit viel Liebe, Geduld und Konsequenz könnt ihr sie aber sicher daran gewöhnen, ein paar Stunden allein zu Hause zu bleiben. Ohne eine langsame Gewöhnung an das Alleinbleiben könnten die tibetischen Sturköpfe sich mit viel Energie und Erfindungsreichtum an die Zerstörung eurer Wohnung machen. Also: beginnt möglichst früh und behutsam mit dem Training!

Gibt es größere Hunde als mich?

Lhasa Apsos sind meist anderen Hunden gegenüber freundlich gestimmt. Allerdings ist ihnen ihre geringe Körpergröße nicht bewusst und ihr Selbstbewusstsein kann gegenüber großen Hunden mal mit ihnen durchgehen. Schließlich waren sie es, die die großen Hunde früher gewarnt haben. Vor zu stürmischen oder ungehobelten großen Hunden solltet ihr euren Lhasa zwar beschützen, doch ist es keine gute Idee, ihn zum Schutz immer auf den Arm zu nehmen. Auf Dauer führt dies zu Überheblichkeit und Kläfferei, was ihr sicher nicht möchtet.

Stubenreinheit kann etwas mehr Training erfordern

Bei den meisten Hunderassen ist Stubenreinheit nach wenigen Wochen kein Thema mehr. Dies kann beim Lhasa Apso etwas mehr Geduld in Form von Zeit und Übung erfordern. Mit positiver Bestärkung und dem Anbieten von Gelegenheiten zum Lösen direkt nach dem Fressen, dem Trinken und dem Schlafen lernen Lhasa Apsos die Stubenreinheit.

Die charmanten kleinen Sturköpfe können sehr angenehme Familienhund sein, sofern sie ernst genommen werden. Sie sind sehr vielseitig und möchten sich sowohl mental als auch sportlich betätigen. Danach ist Kuscheln auf dem Sofa sehr willkommen!

Intelligenz

Lhasa Apsos sind smarte und aufgeweckte Hunde.

Aufmerksamkeit

Lhasa Apsos sind ausgesprochen clever und können sehr gut lernen. Sofern sie denn wollen. Bei den kleinen Sturköpfen sind Geduld und liebevolle Konsequenz gefragt. Am besten ihr sucht eine spielerische Beschäftigung, die euch beiden Spaß bringt.

Energie

Lhasa Apsos sind temperamentvoll und wesentlich sportlicher als ihre Größe und ihr langes, glamouröses Fell vermuten lassen. Sie sind ausgesprochen beweglich und erstaunlich schnell. Sie benötigen keine stundenlangen Jogging-Touren, sind aber sehr gern draußen unterwegs und genießen ausgedehnte Spaziergänge und auch Wanderungen, sofern sie trainiert sind.

Zeitaufwand

Lhasa Apsos sind zwar Begleit- und auch Familienhunde, aber der Zeitaufwand bis sie gut erzogen sind, sollte nicht unterschätzt werden. Selbstbewusst und manchmal stur fordert ihre Erziehung etwas mehr Zeit und der kleine Hund "läuft nicht nebenher". Ein Hundesport, der ihn mental fordert, kann eure Beziehung sehr positiv beeinflussen. Der Lhasa Apso benötigt mehrmals täglich Auslauf und Kontakt zu Artgenossen und freut sich über ausgedehnte Spaziergänge und auch Wanderungen. Die Fellpflege benötigt ebenfalls täglich Zeit, es sei denn ihr haltet das Haar kurz, was aber nicht immer vorteilhaft für den Hund ist.

Training

Lhasa Apsos sind sehr smarte kleine Hunde, die jedoch über einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Eigensinn verfügen. Sie können im Grunde fast alles lernen, wenn sie denn Lust dazu haben oder anders gesagt ihr Halter es versteht, sie zu motivieren. Auf Drill und Härte reagieren sie jedoch fast immer mit Sturheit. Sie benötigen eine liebevolle, geduldige und konsequente Erziehung und eine Beschäftigung, die sie mental auslastet.

Die folgenden Hundesportarten können Lhasa Apsos Spaß bringen:

  • Agility mit einem Parcours für kleine Hunde
  • Nasenarbeit und Apportieren (Suchen, Futter-Dummytraining, Apportieren)
  • Trick-Dogging - Inspirationen vom Trick-Dogging Champion 2018 findet ihr auf der Seite vom American Lhasa Apso Club
  • Dogdancing
  • Lhasa Apsos werden auch als Therapie-Hunde in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Schulen oder Gefängnissen eingesetzt 

Wohnungstauglichkeit

Lhasa Apsos sind aufgrund ihrer geringen Größe und aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit sehr gut für ein Leben in der Wohnung geeignet. Regelmäßiger Auslauf und Kontakt zu anderen Hunden wird hier natürlich immer vorausgesetzt. Lhasa Apsos sind meist sehr wachsam und schlagen Alarm. Sie sind also nicht immer leise Hunde. Auch das Alleinsein könnte ein Schwachpunkt werden, so dass der Lhasa allein zuhause bellt. Dies muss behutsam trainiert werden.

Sollten Treppen zu der Wohnung führen, kann ein Lhasa Apso als Welpe und Junghund, im Alter oder bei Krankheit gut getragen werden. Regelmäßiges Treppensteigen könnte für die Bandscheiben und das Rückgrat problematisch werden.

Treue & Ergebenheit

Lhasa Apsos sind sehr freundliche und loyale Hunde, sofern ihr eine gute Bindung aufbaut und mit kleinen Sturheiten gut umzugehen lernt.

Jagdtrieb

Lhasa Apsos sind seit Jahrhunderten Begleit- und Wachhunde. Sie verfügen in der Regel über keinen Jagdtrieb. Dennoch kann es Ausnahmen geben.

Alleinsein

Als Rudeltiere bleiben Hunde nur ungern allein zurück. Viele gewöhnen sich jedoch gut daran. Beim Lhasa Apso kann die Abneigung jedoch besonders ausgeprägt sein. Deshalb solltet ihr früh und behutsam das Alleinsein mit eurem Lhasa üben.

Bellen

Lhasa Apsos können aufgrund ihrer starken Wachsamkeit zum Bellen neigen. Bei guter Erziehung werden sie aber nicht zu kleinen Kläffern.

Wachsamkeit

Es war über Jahrtausende die Aufgabe der Lhasa Apsos, ihrer Familie Fremde anzukündigen. Wachsamkeit war ausdrücklich erwünscht und ihr Gehör ist exzellent.

Beschützer

Aufgrund ihrer geringen Größe geben Lhasa Apsos trotz ihrer Wachsamkeit keine guten Beschützer ab.

Verträglich mit Hunden

Lhasa Apsos sind anderen Hunden gegenüber meist freundlich. Natürlich vorausgesetzt, dass ihre Sozialisierung gut verlaufen ist und sie keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Sie sind recht selbstbewusst und lfühlen sich wesentlich größer als sie sind. Um keine schlechten Erfahrungen zu machen, solltest Du sie vor zu großen und zu ungestümen Hunden beschützen und bei Bedarf eingreifen und z.B. ihre Halter um Distanz bitten.

Verträglich mit Tieren

Lhasas haben keinen ausgeprägten Jagdtrieb und vertragen sich mit Katzen, die Hunde gewöhnt sind in der Regel nach einer Eingewöhnung gut. Ob sich Katzen und Hunde verstehen, kommt also auf die Sozialisierung von beiden an. Grundsätzlich sind aber gute Voraussetzungen dafür bei dieser Hunderasse gegeben.

Kinderfreundlich

Lhasa Apsos gelten zwar als ideale Familienhunde, doch können sie durchaus mürrisch und schlecht gelaunt werden, wenn kleine Kinder sie nicht respektvoll behandeln. Kinder sollten den artgerechten Umgang mit Hunden gelernt haben und den kleinen Hunden auch ihre Ruhepausen gönnen. Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt mit Hunden allein gelassen werden.

Verträglich mit Fremden

Lhasa Apsos sind sehr wachsam und treten daher Fremden oft reserviert gegenüber auf. Hier sind Erziehung und Sozialisierung entscheidend, damit es mit Besuch und Fremden immer gut klappt.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Zu kurze Schnauzen und zu kleine Lhasa Apsos sind ungesund

Lhasa Apsos sind robuste kleine Hunde, aber sie haben als kurzköpfige und kurzbeinige Hunde teilweise starke Schwachstellen.

Auch wenn einige Lhasa Apso keine ganz platten Schnauzen haben, so neigen sie mehr als andere Hunderassen zu Symptomen der Kurzköpfigkeit wie Kurzatmigkeit, Augen- und Zahnproblemen. Auch Hautprobleme sind nicht selten.

Und wie viele kleine Hunderassen können bei ihnen Probleme mit der Kniescheibe auftreten. Auch sind Nierenerkrankungen nicht selten.

Aufgrund der dicht befellten Hängeohren, entstehen leichter Ohreninfektionen.

Robustheit

Lhasa Apsos sind robuster als sie aussehen, sofern sie nicht zu kurzköpfig oder zu klein gezüchtet wurden und aus einer gesunden Zucht stammen. Es sollte uns zu denken geben, dass die Niederlande Kurzköpfigkeit (Die Schnauze soll mindestens ein Drittel der Kopflänge ausmachen) seit Juni 2019 aus Tierschutzgründen in der Zucht verbieten.

Vorsicht ist generell bei zu kleinen Hunden geboten, die Regel der britischen Zuchtclubs lautet frei übersetzt: "Unter 9 Pfund ist ungesund". Auch wenn es bei Lhasa Apsos noch wenig Mini-Züchtungen gibt, sollten diese generell nicht unterstützt werden. Sie sind nicht offiziell anerkannt und oft mit Schwächen und Krankheiten verbunden. Gerade sie können sehr häufig unter starker Kurzköpfigkeit leiden, die zur Qual- und Krankzucht gehört und nicht unterstützt werden sollte.

Krankheiten

Folgende Krankheiten treten beim Lhasa Apso häufiger auf als bei anderen Hunderassen:

Brachycephalie - Kurzköpfigkeit

Manche Lhasa Apsos leiden unter typischen Gesundheitsproblemen kurzköpfiger Hund, die zu Einschränkungen der Lebensfreude führen können und als Qual- und Krankzucht eingestuft werden können. Deshalb solltet ihr bei dem Kauf eines Lhasa-Apso-Welpen bei der Auswahl der Eltern auf eine gesunde Zucht mit entsprechend langer Schnauze achten:

  • Brachycephalisches Atemnotsyndrom - kann OP erfordern
  • Augenerkrankungen (s.o.)
  • Zahnprobleme aufgrund des verkürzten Kopfes (Zähne zu groß)
  • Hautprobleme z.B. aufgrund von Falten im Gesicht

Weitere Erkrankungen, die beim Lhasa Apso etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten:

Genetische Erkrankungen, für die Gentests für Lhasa Apsos vorliegen:

Verträgt Hitze

Lhasa Apsos können Hitze gut vertragen, sofern ihre Schnauze nicht zu kurz gezüchtet wude.

Eine Kurzhaar-Schur ist jedoch keine gute Idee, um den Lhasa Apso im Sommer etwas abzukühlen! Geschorenes Fell im Sommer kann zu Sonnenbränden und Hautirritationen führen. Ist das Fell gut gepflegt, so ist es im Sommer mit weniger Unterfell auch gut durchlüftet. Die Unterwolle aus der kalten Jahreszeit muss gut herausgekämmt werden. Bei dauerhafter Schur kann das glatte Deckhaar weniger und die filzende Unterwolle stärker werden.

Verträgt Kälte

Lhasa Apsos haben langes, hartes Haar mit einer dichten Unterwolle, die sie sehr gut gegen Kälte isoliert. Sofern das Haar nicht kurz gehalten wird, kommen sie mit niedrigen Temperaturen und Nässe sehr gut zurecht. Schließlich kommen sie auch mit dem sehr harten Klima des Himalaya gut klar.

Hinweis: Bei Atemproblemen aufgrund von zu starker Kurzköpfigkeit kann Kälte ein Verstärker sein, so dass der Lhasa Apso sich nicht gern bewegt. Dann läuft er auch Gefahr, auszukühlen und sollte ggf. geschützt werden.

Pflege

Ein schöner Lhasa Apso trägt ein dichtes, glänzendes und relativ langes Haarkleid. Damit dieses schöne Haarkleid erhalten bleibt, ist eine regelmäßige Fellpflge nötig. Die Pflege des Lhasa Apsos konzentriert sich also im Wesentlichen auf das lange Haar und auf Augen und Ohren. Ein langes Haarkleid zieht besonders viel Pflege nach sich. Das bedeutet regelmäßiges Bürsten und auch Waschen, damit das Fell nicht verfilzt. Das Haar muss regelmäßig gekämmt werden, um nicht zu verfilzen, denn Lhasas sind kurzbeinig und das lange Fell ist oft in Bodennähe, was Dreck und Nässe geradezu einlädt. Alternativ kann das Fell auch kürzer gehalten und getrimmt werden. Doch auch dann benötigt es regelmäßige Pflege.

Augenpflege beim Lhasa Apso: Wichtig ist, dass das Haar die Augen nicht irritiert und hier entsprechend geschnitten wurde. Milde Augentropfen können Entzündungen vorbeugen. Die Augen werden am besten täglich gereinigt und kontrolliert (z.B. mit einem feuchten Tuch), da es sonst zu Irritationen kommen kann. Weitere Tipps zur Augenpflege beim Hund.

Ohrenpflege beim Lhasa Apso: Lhasa Apsos haben lange Hängeohren, die auch innen behaart sind. Ohreninfektionen können aufgrund der geringen Luftzirkulation in den Ohren begünstigt werden. Für eine bessere Durchlüftung hilft es, die Ohreninnenhaare regelmäßig zu zupfen und die Ohren zu reinigen. Weitere Tipps zur Ohrenpflege beim Hund

Wie bei allen Hunden sollten auch beim Lhasa Apso die Pfoten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gepflegt und die Krallen gekürzt werden. Wie das geht, erfährst du hier: Pfotenpflege beim Hund

Baden

Die meisten Hunderassen werden nur bei Bedarf gebadet. Wenn sie sich "lecker" in Aas, Kot oder Schlamm gesuhlt und "parfümiert" haben, ist ein Bad oder eine Dusche natürlich fällig.

Bei langhaarigen Rassen, können Bäder mit Shampoo und Conditioner sinnvoll sein, damit das Haar nicht verfilzt und gut kämmbar bleibt. Milde Bio-Hundeprodukte sind empfehlenswert, da sich Hunde natürlich auch die Produkte oder deren Reste ablecken können. Außerdem hat die Hundehaut einen anderen pH-Wert als wir Menschen und benötigt daher auch andere Shampoos. Nach dem Bad werden langhaarige Hunde oft mit einer geringen Temperatur gefönt, da das Fell sonst sehr lange zum Trocknen benötigt. Zum Abschluss wird es noch einmal gekämmt.

Kämmen & Bürsten

Es ist hilfreich, Lhasa Apsos schon als Welpen an Kämmen und Bürsten zu gewöhnen. Lhasa Apsos müssen zwar nicht täglich, aber mindestens 1-2 mal die Woche gründlich durchgekämmt und gebürstet werden. Langes Fell kann auch häufigeres Bürsten erfordern, um nicht zu verfilzen. Während des Fellwechsels im Frühling und Herbst sollte das Fell besonders gründlich gebürstet werden.

Für das Kämmen und Bürsten gibt es Techniken, die ein systematisches und schichtweises Vorgehen bevorzugen. Ein vorheriges Anfeuchten des Fells soll das Kämmen erleichtern.

An einigen Stellen neigen Lhasas zum Verfilzen. So z.B. unter den Achseln und hinter den Ohren. Hier sollte besonders gründlich gebürstet werden.

Haaren

Der Lhasa Apso hat eigentlich kein Fell, sondern Haare. Diese bestehen sowohl aus hartem, glatten Deckhaar als auch aus einer im Winter dichteren Unterwolle. Lhasa Apsos haaren kaum, doch sie unterliegen einem saisonalen Fellwechsel. Ihre Deckhaare wachsen nach, wenn sie geschnitten werden. Werden sie nicht geschnitten, werden sie ca. bodenlang.

Schneiden & Trimmen

Für Hunde, die auf Ausstellungen gehen, ist ein Kürzen des Haars tabu. Charakteristisch ist für den Lhasa Apso das lange glatte Haarkleid. Wer sich nicht mit der doch recht aufwändigen Haarpflege beschäftigen möchte, kann das Haarkleid auch etwas kürzen. Oder kürzen lassen: Professionelle Hunderfriseure können ca. alle 6-8 Wochen das Trimmen und Kürzen des Fells übernehmen.

Pflege-Tipps:

  1. Wichtig ist drauf zu achten, dass die nachwachsenden Haare nicht in die Augen reizen können.
  2. Im Sommer sollten die Haare nicht zu kurz geschnitten werden, damit die Hunde keinen Sonnenbrand erleiden. Das Deckhaar kann auf Dauer unter dem Schneiden leiden. Auch ein kurzgeschnittener Hund kann sehr unter der Wärme leiden, wenn er nicht regelmäßig gebürstet und entfilzt wird.
  3. Die Pfotenballen sollten immer freigeschnitten werden. Zum einen können die Hunde sonst leichter auf glattem Boden rutschen. Zum anderen schwitzen Hunde über die Pfotenballen und es kann ihnen sonst zu heiß werden.

Für Allergiker geeignet

Lhasa Apsos haaren wenig und gelten deshalb als verträglicher für Allergiker als andere haarende Hunderassen. Aber der Lhasa Apso unterliegt mit seiner Unterwolle, die im Winter dichter als im Sommer ist, dem saisonalen Fellwechsel.

Es gibt keine Hunderasse, die zu 100% hypoallergen ist. Wie stark du auf einen Hund allergisch reagierst, hängt allein von der Menge der Allergene ab, die der Hund in Speichel und Hautschuppen produziert und auf welche du allergisch reagierst. Es gibt aber Hunderassen, die auch für Allergiker besser geeignet sein können, da sie nicht oder wenig Haaren und weniger Hautschuppen produzieren, die die Allergene verteilen.


Sabbern

Lhasa Apsos neigen nicht zum Sabbern. In wenigen Ausnahmen, wenn die Schnauze viel zu kurz gezüchtet wurde, könnte auch der Lhasa etwas sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Proteine und Fett für gesunde Haut - Diät bei Nierenproblemen

Die Ernährung hat, wie bei allen Lebewesen, so auch beim Lhasa Apso einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit.

Gutes Futter macht sich beim Lhasa in schönem Fell bemerkbar und es ist wichtig, um das dichte Haarkleid und die meist dickere Haut gut zu unterstützen. Proteine wie Fleisch und Fisch, aber auch Fette sind für Lhasa Apsos besonders wichtig.

Ernährungsexperten und Züchter empfehlen gerade beim Lhasa Apso gute Öle mit einem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren als Zusätze im Futter. 

Lhasa Apso können zu Nierenerkrankungen und zu der Bildung von Nierensteinen neigen. In dem Fall benötigen sie eine spezielle Diät und müssen mehr Wasser trinken (dies kann man ihnen mit Zusätzen schmackhaft machen).

Verfressenheit

Manche Lhasa Apso sind verfressen, andere wiederum sind mäkelige Fresser.

Aussehen

Klein, robust und üppig behaart

Lhasa Apsos sind kleine, aber durchaus robuste Hunde, die ursprünglich aus Tibet stammen und stark behaart sind. Rüden sind optimaler Weise laut Rassestandard 25 cm hoch und die Hündinnen etwas kleiner. Sie sind etwas länger als hoch und damit kurzbeinig. Ihr Gewicht sollte zwischen 5-8 kg liegen. Sie sind dabei durchaus kraftvoll und athletisch.

Charakteristisch ist für Lhasa Apsos ist ihr langes, üppiges aber dabei nicht weiches, sondern hartes Fell. Lhasa Apsos zählen zu den kurzköpfigen Hunden, bei denen ein Vorbiss der Zähne zum Rassestandard gehört. Die langbehaarte Rute wird stolz über dem Rücken getragen. Die langbehaarten großen Hängeohren beginnen hoch am Kopf. Lhasa Apsos kommen in fast allen Farben und auch Farbvariationen vor von weiß, beige, braun bis schwarz.

Fell

Charakteristisch für Lhasa Apsos ist ihr langes, hartes und glattes Haar, das weder wollig noch seidig sein sollte. Die dichte Unterwolle dient als Isolation auch in kalten tibetischen Wintern. Das Kopfhaar, fällt nach vorn über die Augen und schützt diese so vor Staub, Wind und Helligkeit. Es ist in Mode gekommen, das Haar besonders lang zu züchten, doch soll es niemals die freie Bewegung des Lhasa beeinträchtigen.

Das Deckhaar wird in Tibet oft als ziegenhaarartig beschrieben. Es bildet sich erst nach dem Welpenfell heraus.

Farbe

Bei Lhasa Apsos sind alle Farben innerhalb der FCI erlaubt. Entsprechend spannend ist die große Farbenvielfalt:

  • gold
  • sandfarben
  • honigfarben
  • dunkel-grizzle
  • schieferfarben
  • rauchgrau
  • schwarz
  • weiß
  • braun


Aber auch zweifarbig ist ebenso häufig und laut Rassestandard erlaubt.

Geschichte und Herkunft

Tibetische Hunderassen - Seit Jahrtausenden auf dem "Dach der Welt"

FCI Norm

Nummer: 227

Herkunft

Das Ursprungsland des Lhasa Apsos ist Tibet. England betreut innerhalb der FCI die Rasse.

Geschichte

Die Vorfahren der Lhasa Apsos können auf eine lange und spannende Geschichte zurückblicken. Sie gehören zu den ältesten Hunderassen der Welt. In ihrer Vergangenheit spielen tibetische Mönche und Einwohner, chinesische Kaiser, der Dalai Lama, britischer Adel und politische Weltereignisse eine wichtige Rolle.

Der heute als Tibet Terrier bekannte, haarige Hütehund aus dem Hochgebirge Tibets gilt als Urahn für die anderen tibetischen Hunderassen. Die Selektion von großen Hunden hat beeindruckende Rassen wie den Do Khyi hervorgebracht, der besser bekannt ist als Tibet Dogge oder auch Tibet Mastiff. Die Selektion von kleineren Hunden brachte uns dagegen die kleineren tibetischen Hunderassen wie den Lhasa Apso, den Tibet Spaniel und auch die in China weiter gezüchteten Shih Tzus. Bereits Jahrhunderte vor Christus waren ähnliche kleine zottelige Hunde in Tibet und China bekannt.

Lhasa Apsos: Kleine göttliche Glücksbringer

„Lhasa“ ist der Name von Tibets heiliger Hauptstadt, auch „Platz der Götter“ genannt. Hier gab es schon vor Jahrhunderten viele kleine, langhaarige und wachsame Hunde. „Apso“ werden In Tibet alle langhaarigen, zottigen Hunde genannt. Vielleicht stammt der Begriff „Apso“ aber auch ursprünglich von dem Wort „rapso“ ab. Dies ist der Name für die langhaarigen, zottigen Bergziegen Tibets, die sich ähnlich wie die Hunde mit einem struppig-dichtem Haar gegen das raue Klima wappnen.

Der ursprüngliche Name des Lhasa Apso war in Tibet "Abso Seng Kye", was grob übersetzt so viel wie „bellender, schützender Löwenhund“ bedeutet. Für Tibeter ist der mythische Schneelöwe der Beschützer ihres Landes und gleichzeitig auch das Wappentier. Die Lhasa Apsos gelten als die irdischen Repräsentanten dieses Schneelöwen. In Tibet wurden diese kleinen Hunde niemals verkauft, sondern geschätzten Freunden als Glückbringer geschenkt.

Kleine lebende und zottige Alarmanlagen seit über 2000 Jahren

In Tibet wurden schon früh Hunderassen unterschiedlicher Größen für ihre jeweiligen Aufgaben gezüchtet. Die kleinen zottigen Hunde hatten Jahrhunderte vor Christus ihre Aufgabe als kleine Begleit- und Haushunde und vor allem als Wächter. Sie waren in Haushalten und Klöstern beliebte und verehrte smarte Alarmanlagen. Ihre Aufgabe war es, sowohl Menschen als auch die großen Hof- und Wachhunde bei Gefahr warnen. Und das taten die wachsamen und lauten kleinen Hunde wohl sehr gut.

Buddhismus führt zur Verehrung der "kleinen Löwen" in Tibet

Zwischen dem 5.und dem 8. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich der Buddhismus in Tibet und dies war für die kleinen zotteligen Lhasa Apsos ein Glück. Warum das? Im Buddhismus ist der von Buddha gezähmte Löwe ein Symbol der Macht. Der König der Tiere wurde der Sage nach von Buddha als Wächter der Tempel eingesetzt und gilt als Machtsymbol Buddhas über die Tierwelt. Abbildungen von Löwen finden sich in Tibet vor den Tempeln, in der Nationalflagge und auf dem berühmten Löwenthron des Dalai Lamas.

Es gibt zwar keine afrikanischen Löwen in Tibet, doch das mythologische Tier im Buddhismus ist der Schneelöwe. Buddha soll einen kleinen zottigen Schoßhund an seiner Seite gehabt haben, den er in einen Löwen verwandeln konnte, um auf dessen Rücken zu reiten. Die kleinen Hunde, deren üppiges Fell dem Löwen ähnelte, wurden deshalb als „kleine Löwen“ geehrt. Reinkarnation spielte ebenso eine Rolle: man glaubte, dass Lamas (Priester), die nicht das Nirvana erreichten, als Lhasa Apsos wieder geboren wurden.

Kleine Löwen auf langer Reise nach China

Tibet lag über Jahrhunderte abgeschieden im einsamen Hochland und war im Süden durch das Himalaya-Gebirge abgeschirmt. Es unterhielt zu seinem Nachbarn China aber enge Beziehungen. Und da kleine Geschenke bekannter maßen die Freundschaft erhalten, wurden kleine langhaarige Hunde von Tibet nach China verschenkt. Sie waren hoch geehrt und kostbar und galten als Glücksbringer für Frieden und Wohlstand. In den chinesischen Kaiserpalästen erfreuten sich die kleinen Hunde jahrhundertelang über viele chinesischen Dynastien hinweg großer Beliebtheit.

Die Reise von Tibet nach China war sehr anstrengend und dauerte damals Monate durch das Gebirge. Angeblich schon während der Tang-Dynastie (618-906) und später in der Ming-Dynastie (1368-1648) sowie in der Mandschu-Dynastie (1616-1911) gab es die Vorfahren der Lhasa Apsos an den kaiserlichen Höfen Chinas.

Lhasa Apsos als Vorfahren des Shih Tzu und zur Optimierung chinesischer Hunderassen

Die Chinesen kreuzten die Tibetischen Löwenhunde vermutlich mit ihren eigenen kleinen Rassen wie Mops und sehr viel wahrscheinlicher auch mit dem Pekingesen. Dadurch unterschieden sich die chinesischen Löwenhunde immer mehr von den ursprünglichen Löwenhunden aus Tibet, die vermutlich Lhasa Apsos oder nahe Verwandte waren.

Die Kaiserinwitwe und letzte Herrscherin Chinas Cixi (Tzu Hsi) (1835-1908) ließ an ihrem Hofe drei kleine chinesische Hunderassen züchten: Möpse, Pekingesen und die Vorfahren der Shih Tzu. Sie soll Lhasa Apsos in diese Hunderassen eingekreuzt haben, um das Fell zu verbessern.

Der Weg nach Westen zu Beginn des 20.Jahrhunderts

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen erste Hunde nach England durch Forschungsreisende. Eine der ersten Tibet-Expeditionen war die unter Francis Edward Younghusband, mit der erste Hunde in den Westen kamen. "Ch. Rupso" war der erste Lhasa Apso Champion und war 1907 als Geschenk aus Tibet mitgebracht worden und ist im British Museum ausgestellt.

Colonel Bailey und seine Frau brachten 1928 einige Lhasas aus Tibet mit und begannen in England ein Zucht. Sie waren die ersten, die die Rasse als Lhasa Terrier in England registrieren ließen.

Insbesondere britische Forschungsreisende und reiselustige Adlige, aber auch ein amerikanischer Forscher brachten in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts Lhasa Apsos nach Europa und Amerika.

1933 schenkte der 13. Dalai Lama dem amerikanischen Naturforscher C. Suydam Cuttins ein Paar Lhasa Apsos. Cuttins hatte zuvor bereits fünf Lhasas von vorherigen Reisen mitgebracht, mit denen er seine berühmte Zucht auf seiner Hamilton-Farm in New Jersey aufbaute. Diese gilt in den USA als besonders reine Linie, da viele andere Lhasa Apsos mit Shih Tzu gekreuzt wurden. Shih Tzu wurden zu Beginn in den USA als Lhasa Apsos und nicht als eigene Rasse geführt.

Der zweite Weltkrieg und die Kommunistische Partei in China lassen die Zahl der Hunde sinken

Nach dem Tod der Kaiserinwitwe wurden die kleinen Hunde rar in China und mit den militärischen Konflikten um die politische Führung und Machtübernahme durch die Kommunistische Partei in China wurden die Hunde fast ausgerottet. Zum Glück wurden zuvor einige nach Europa und in die USA exportiert. Doch mit dem zweiten Weltkrieg sank auch hier ihre Zahl. Einige wenige Jahre blieben noch für Importe neuer Hunde aus dem Osten, bis dies mit der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1949 nicht mehr möglich war.

Die tibetischen Hunderassen führen zu Verwirrungen in Europa und in den USA

Zu Beginn wurden die tibetischen kleineren Hunderassen wie Lhasa Apso, Tibet Terrier und Shih Tzu in eine Klasse beurteilt und auch häufig verwechselt. Lhasa Apsos wurden Tibet Terrier oder Tibet Apsos genannt, obgleich sie mit einem Terrier gar nichts gemein hatten. In den USA wurden die ersten importierten Shih Tzu’s als Lhasa Apsos geführt und oft auch gekreuzt. Bis 1959 wurden Lhasa Apsos in den USA auch in der Rasse-Gruppe der Terrier geführt. Erst ab Mitte des letzten Jahrhunderts bildeten sich die heute bekannten kleinen tibetischen Hunderassen Lhasa Apso, Shih Tzu, Tibet Terrier und Tibet Spaniel heraus.

Meilensteine in der Geschichte der Lhasa Apsos in der Übersicht: 

  • Tang-Dynastie (617-907)
    Erste Erwähnungen und Darstellungen von kleinen zottigen Hunden während der Tang-Dynastie. Ein Hundepaar soll aus dem Gebiet von Tibet an das chinesische Kaiserpaar verschenkt worden sein.
  • Ming-Dynastie (1368-1648)
    Kleine zottige Hunde werden am chinesischen Kaiserhof als Haustiere in Darstellungen und Aufzeichnungen erwähnt.
  • Mandschu-Dynastie (1616-1911)
    Kleine zottige Hunde werden am chinesischen Kaiserhof als Haustiere in Darstellungen und Aufzeichnungen erwähnt. Cixi (Tzu Hsi), Kaiserinwitwe und letzte Herrscherin Chinas (1835-1908) ließ drei kleine chinesische Hunderassen züchten: Die Möpse, die Pekingesen und die Vorfahren der Shih Tzu. Sie soll Lhasa Apsos mit den chinesischen Hunderassen gekreuzt haben, um deren Fell zu optimieren.
  • Ca. 1854 erstmals werden Lhasa Apsos erstmals in England bekannt. Sie werden Lhasa Terrier oder auch Tibet Terrier genannt. In den 1920er Jahren folgten erste Ausstellungen in London. Später wurde dann ein Unterschied gemacht, speziell zwischen dem Lhasa Apso und dem Tibet Terrier, aus dem der Lhasa sehr wahrscheinlich hervorgegangen ist. Die Lhasa Apso Züchter waren zu dieser Zeit in England noch Teil der „Tibetan Breeds Association“.
  • 1928: Colonel und Mrs. Bailey brachten Lhasa Apsos aus Tibet nach England und begannen eine Zucht
  • 1933 Anerkennung vom Kennel Club in Großbritannien
  • 1934 Rassestandard des Lhasa Apso wird in Großbritannien aufgestellt
  • 1935 wurde der Lhasa Apso vom American Kennel Club anerkannt als 97. Hunderasse
  • 1933 schenkte der 13. Dalai Lama dem amerikanischen Naturforscher C. Suydam Cuttins ein Paar Lhasa Apsos. Dieser hatte zuvor bereits fünf Lhasas von vorherigen Reisen mitgebracht, mit denen er eine berühmte Zucht auf seiner Hamilton-Farm in New Jersey begann. Diese gilt in den USA als besonders reine Linie, da viele andere Lhasa Apsos später aus Unwissenheit mit Shih Tzu gekreuzt wurden, da die Shih Tzu zu Beginn in den USA als Lhasa Apsos geführt wurden.
  • Der zweite Weltkrieg führte in Europa zum starken Zahleneinbruch der Lhasa Apsos. Durch Importe mitunter auch aus Indien sollte die Zucht wieder aufgestockt werden.
  • 1949 Übernahme der Kommunisten in China führte dazu, dass fast alle Hunde getötet wurden, da sie als unnütze Fresser galten. Exporte von Lhasa Apsos aus China und Tibet wurden ab dieser Zeit so gut wie unmöglich.
  • 1956 ging in England aus der „Tibetan Breeds Association“ der „The Tibetan Apso Club“ hervor, der 1968 in „Lhasa Apso Club“ umbenannt wurde.
  • 1959 der American Kennel Club ordnet den Lhasa Apso von der Terrier-Gruppe nun der sogenannten „Non-Sporting-Gruppe“ zu.
  • 1960 Anerkennung durch FCI
  • Ab den 1970er Jahren gab es kaum noch Importe aus Tibet und die Lhasa Apsos wurden immer mehr zur Showlinie, was ihnen vielleicht nicht gerecht wird. Groß in Mode in den USA und auf der ganzen Welt – doch dann gingen die Zahlen runter!

Berühmte Lhasa Apso-Kennel in der Zuchtgeschichte:  

  • Colonel und Mrs. Bailey
  • Sherpa Tenzings Kennel in Indien: "Jigmey Thakay of Rungit", Sohn: "Brackenbary Gunga Dins of Verles" wurde erster Champion nach dem zweiten Weltkrieg
  • Hamilton Kennel von Cuttins wurde später an Mrs. Cohen vom Karma Kennel verkauft
  • 1950er: Violette Dupond gründetet in Frankreich die Annapurna-Linie mit "Hamilton Kangmar" und "Xeres"
  • USA: Mrs. Stillman (Americals), Mrs. Grace Licos (Licos), Mrs. Dorothy Cohen Karma Kennels

Lhasa Apso im Überblick

Charmante und fröhliche Begleiter für Halter mit Lust auf Erziehung und Fellpflege

Die kleinen Persönlichkeiten chillen für ihr Leben gern mit ihren Menschen, sind aber keine Couch-Potatos oder folgsame Faulenzer! Lebhaft und verspielt sind sie immer für lange Spaziergänge zu haben. Mit liebevoller Konsequenz erzogen, werden sie zu wundervollen kleinen Begleitern statt zu wachsamen Sturköpfen. Achtet auf eine gute Zucht, die keine typischen Erkrankungen aus zu starker Kurzköpfigkeit mit sich bringt.

Auflagen

Für Lhasa Apsos gibt es keine speziellen Haltungs-Auflagen. Allerdings gehören sie zu den kurzköpfigen (stumpfnasigen) Hunderassen, die aufgrund von möglichen Atemproblemen im Frachtraum bei vielen Fluglinien nicht mitgenommen werden. Sollten sie im Passagierraum mitgenommen werden, so gilt häufig, dass die Hundebox inkl. Hund 8kg nicht überschreiten darf.

Hier auch noch eine Anmerkung zu besonders kleinen Lhasa Apsos: Besonders kleine Ausgaben von Lhasa Apsos, die ja bereits kleine Hunde sind, sind nicht offiziell im Rassestandard anerkannt. Sie sollen grundsätzlich nicht 4,5 kg unterschreiten. Und dies mit gutem Grund: Sie werden selten verantwortungsbewusst gezüchtet und selektiert. Die Wahrscheinlichkeit einer Qualzucht mit diversen Gesundheitsproblemen ist aufgrund von Inzucht und Zucht mit schwachen Hunden groß. Daher Finger weg von zu kleinen Hunden, wenn ihr verantwortungsbewusst seid und gesunde Hunde unterstützen möchtet.

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