Magyar Vizsla, kurzhaarig

Goldfarbene, freundlich-agile Allround-Talente

Der Magyar Vizsla ist eine von der FCI offiziell anerkannte Jagdhunderasse. Er gehört zu den Vorstehhunden und kommt aus Ungarn. Nur wenige wissen, dass es den Vizsla auch als Drahthaar gibt. Vizslas sind bei der Jagd sehr agile Allround-Talente, die über einen ausgesprochen guten Spürsinn verfügen, sehr fest Vorstehen, ausgezeichnet Apportieren und sowohl zu Wasser als auch zu Lande Spuren sehr gut verfolgen. Die athletischen und schönen Energiebündel sind sehr intelligent, anhänglich und große Menschenfreunde. Mit einer erfahrenen Erziehung, ausreichend Bewegung und einer jagdlichen - oder vergleichbaren - Aufgabe, erhältst du einen loyalen und sportlichen Gefährten und Familienhund.

Steckbrief Magyar Vizsla, kurzhaarig

Größe
54,0 - 64,0 cm
Gewicht
19,0 - 30,0 kg
Lebenserwartung
12 - 14 Jahre
Verwendung
Jagd-, Vorsteh- und Begleithund
Herkunft
Ungarn
Fell
Kurzes Fell
Wesen
Freundlich, agil, Jagdinstinkt

Top Facts

  • Vorstehhund: Jagdlich führen oder vergleichbare Aufgaben
  • Ausdauernder Naturbursche: braucht täglich sehr viel Auslauf
  • Starker Jagdinstinkt, jagt und tötet: gute Ausbildung nötig
  • Freundlicher und sensibler Menschenfreund: Familienhund
  • Glattes, kurzes Fell macht ihn pflegeleicht
  • Lebhaft und agil: auch Ruhe will gelernt sein

Charakter

Lebhafter und freundlicher Jäger

Der Charakter eines Vizsla wird im Rassestandard der FCI wie folgt beschrieben:
"Lebhaft, freundlich, ausgeglichen, leicht erziehbar. Die hervorragende Kontaktbereitschaft gehört zu seinen grundlegenden Eigenschaften. Er verträgt keine grobe Behandlung und darf weder aggressiv noch scheu sein." Was sich dahinter im "wahren Leben" verbirgt, möchten wir für euch näher aufschlüsseln.

Zum Jagen geboren und hier sind sie glücklich in ihrem Element

Magyar Vizsla sind sehr vielseitige Jagdgebrauchshunde. Sie besitzen einen ausgeprägten Spürsinn: Sie haben eine sehr gute Nase, die sie für die Schweiß- und Fährtenarbeit prädestiniert. Rassetypische jagdliche Anlagen und Einsatzmöglichkeiten:

Aufspüren von lebendem Wild

Vorstehen bei der Feldarbeit – die typische Pointer-Arbeit - und auch Schweißarbeit, um verletztes Wild aufzuspüren.

Die Arbeit "nach dem Schuss"

Also vergleichbar mit der typischen Retriever-Arbeit, nämlich das Finden von geschossenem Wild und das Apportieren zu Lande und zu Wasser. 

Vizslas werden laut dem "Verein Ungarischer Vorstehunde" immer besser im Sichtlaut. Spurlaute sind jedoch die Ausnahme. Auch bei der Wasserarbeit zeigten Vizslas Schwächen, die jedoch in der Zucht der letzten Jahrzehnte optimiert wurde.

Kurzhaariger Vizsla am Strand
Jagdhund: apportiert auch Enten aus dem Wasser
Ganz entspannt

Zwei Zuchtlinien mit Unterschieden: Reine Arbeitslinie und "Show"-Linie

Laut dem Verein Ungarischer Vorstehhunde e.V., der in Deutschland die Zuchthoheit für Magyar Vizslas hat, werden ca. 30% der Zuchthunde nicht für die jagdliche Verwendung abgegeben bzw. gezüchtet. 

Im Wesentlichen gibt es zwei unterschiedliche Zuchtlinien des Vizslas:

1) Die "Arbeits-Linie" des Magyar Vizsla

Dies ist eine rein jagdliche Zucht, die Wert auf die jagdlichen Fähigkeiten und ein ausgeglichenes Wesen legt. Das Aussehen der Hunde hält sich an die Zuchtverordnungen, ist aber eher zweitrangig, doch natürlich freut man sich über schöne Hunde.

Die Vizslas verfügen über einen hohen Jagdtrieb und sind im Grunde nicht für die Nicht-Jagdliche Haltung geeignet.

2) Die "Show-Linie" des Magyar Vizsla

Die Show-Linie verfolgt dagegen das Ziel, besonders schöne Hunde zu züchten. Ihre jagdlichen Fähigkeiten sind zweitrangig, aber je nach Individuum noch sehr stark vorhanden.

Im optimalen Fall wird stark auf Zuchtstandards, ein freundliches Wesen und Gesundheit geachtet.

Die Hunde werden auch an Nichtjäger abgegeben, doch sollte sich jeder bewusst sein, dass die Hunde eine entsprechende Erziehung, Bewegung und geistige Auslastung benötigen. Gerade in den USA hat sich diese Zuchtlinie herausgebildet, als der Vizsla in Mode kam.

Sind Magyar Vizslas gute Begleit- und Familienhunde?

Egal ob ihr euren Vizsla jagdlich führen möchtet oder mit ihm gemeinsam ohne jagdliche Ambitionen eine glückliche Zeit verbringen möchtet: ihr benötigt ausreichend Zeit für Auslauf und Beschäftigung eures Vizslas.

Ein Vizsla ist elegant und freundlich, aber er ist weder ein modisches Accessoire noch ein Familienhund, der zum Knuddeln "nebenbei läuft". Auslauf und sportliche Bewegung sind ein Teil der gemeinsamen Zeit. Diese sind notwendig, doch sie sind nur ein Teil der Medaille. Es bedeutet nicht, dass ihr eure Hunde in stundenlangen Läufen hochtrainieren solltet – dann wird der Bedarf an Auslauf immer größer, denn euer Vizsla wird immer mehr Kondition als ihr haben.

Intelligente Beschäftigung und liebevolle Erziehung gehören zum harmonischen Miteinander dazu. Sie schaffen Nähe zu eurem Hund und machen euch zu einem Team. Hierzu gehören in der ersten Stufe eine Grunderziehung mit Leinenführigkeit, Abrufbarkeit und auch einem ersten Apportieren. In der nächsten Stufe folgen Beschäftigungen, wie Hundesportarten und Suchen, die fast allen Vizslas Spaß bringen.

 

"Leicht erziehbar" – was bedeutet das eigentlich?

Vizslas gelten als leicht erziehbar, was aber nicht bedeutet, dass sie sich von selbst erziehen. Als Jagdhunde sind sie "leichtführig", dies setzt aber Beschäftigung und Kommunikation mit dem Hund voraus. Sie sind sehr freundlich und möchten lernen, daher nehmen sie Erziehung auch sehr gut an. Da sie sehr intelligent sind und als Jagdhunde selbständig und mit großer Passion arbeiten können müssen, benötigen sie eine klare Erziehung und Kommunikation – aber welcher Hund benötigt das nicht.

Konsequent und mit positiver Bestärkung lassen sich Vizslas am besten erziehen. Althergebrachte Konzepte des "Kadavergehorsams" und der "Strenge" oder gar "Strafe" sind bei der Hundeerziehung überholt. Vizslas lernen schnell, was aber auch bedeutet, dass sie schnell Verhalten annehmen, das wir nicht wünschen, wenn wir nicht konsequent sind.

Sensible und intelligente Erziehung gefragt

Bei den sensiblen und freundlichen Vizslas sind sie erst recht unangebracht und können zu einem Vertrauensverlust führen. Sie sind einfach zu erziehen und sehr aufmerksam im Training, wenn Du sie als Team-Partner behandelst und berücksichtigst, dass sie sehr intelligent und sensibel sind.

Bei Unterforderung oder grober Behandlung oder gar Härte kann es bei den intelligenten und agilen Vizslas schnell zu Hyperaktivität und auch zu Ungehorsam kommen. Nicht-erzogene Vizslas können zu sehr anstrengenden Mitbewohnern und Begleitern werden. Sie suchen sich unermüdlich selbst Beschäftigungen wie z.B. Jagen, Buddeln, selbständig auf Tour gehen, die dir nicht gefallen werden.

Schier unendliche Energie – Ruhe will auch gelernt sein

Magyar Vizslas sind von Natur aus agile Athleten. Neugierig wie sie sind, können sie den ganzen Tag neue Dinge entdecken oder mit euch spielen. Aber Vorsicht, dass ihr euch keinen hyperaktiven Hektiker heranzieht. Aus dem Wunsch heraus, die Vizslas auszulasten übertreiben es einige, indem sie täglich vier Stunden Programm haben. Das macht der Magyar auch mit, doch müssen die meisten erst Ruhe lernen. Nach Training und Spaziergang mal so richtig abliegen und schlafen. Und nicht ständig darauf lauern, dass Frauchen oder Herrchen etwas Spannendes machen und ihnen wie ein Schatten folgen.

Fröhlicher, sensibler und anhänglicher Menschenfreund

Vizslas und Vizselinen sind sehr anhänglich und brauchen ihre Menschen. Sie sehnen sich geradezu nach körperlichem Kontakt, Streichel- und Schmuseeinheiten. Es wird immer wieder betont, dass sie keine Zwingerhunde sind. Aber welcher Hund ist das schon?

Magyar Vizslas sind sehr freundlich gegenüber Menschen und dabei sehr anpassungsfähig mit einem fröhlichen und problemlosen Naturell. Vizslas bleiben auch ein Leben lang verspielt. Fremde werden fast immer freundlich begrüßt, manchmal geradezu überschwänglich.

Alleinsein gefällt Vizslas übrigens noch weniger als anderen Hunden. Als Jagdhunde sind sie tagsüber mit dem Jäger unterwegs und danach bei der Familie. Allein sind sie daher kaum und das solltet ihr bei den anhänglichen Vizslas früh und behutsam trainieren.

Sind Vizslas Familienhunde? 

Magyar Vizlas sind sehr anhänglich und liebebedürftig. Zu Kindern sind sie sehr freundlich und verspielt. Ihr solltet aber bedenken, dass ein überschwänglicher Vizsla zu kleine Kinder leicht umwerfen kann. Auch sollten die Kinder lernen, wie sie mit Hunden umgehen können und dass sie ihnen auch ihren Ruheplatz gönnen sollten. Sofern der Vizsla genügend Bewegung, Auslastung, Erziehung und Beschäftigung hat, ist er ein fantastischer Familienhund. Nur erzieht er sich nicht von allein und läuft als Familienhund nicht "nebenher".

Vizsla mit anderen Hunden

Magyar Vizslas sind sehr freundlich, verspielt und neugierig gegenüber anderen Hunden. Ärger gehen viele Vizslas aus dem Weg und sind verträglich.

Vizslas besitzen als Jagdhunde aber auch sehr viel Selbstbewusstsein und Energie ebenso wie "Raubwildschärfe". Je nach Zucht und Individuum kann daher insbesondere bei Rüden im Spiel etwas Rüpelhaftes und dominantes durchkommen.

Geht das Temperament mit ihnen durch, wird es bei einer spielerischen Hatz etwas wilder, kann dies für andere Hunde Zuviel werden. Gerade bei kleineren Spielkameraden solltet ihr verantwortungsvoll eingreifen und euren Hund herausrufen und wieder runterfahren.

Intelligenz

Magyar Vizslas sind sehr intelligente Hunde, die vielseitige Aufgaben bei der Jagd vor und nach dem Schuss sehr selbständig lösen können. Sie möchten gefordert und gefördert werden.

Aufmerksamkeit

Magyar Vizslas sind sehr neugierig und immer bereit, eine Aufgabe für ihre Menschen zu erfüllen. Bei der Jagd sind sie voller Eifer dabei und auch bei anderen Aufgaben und im Hundesport sind sie sehr aufmerksam und schnell.

Energie

Magyar Vizslas sind sehr sportliche und aktive Arbeitshunde und Temperamentsbolzen. Sie haben einen sehr hohen Bewegungsdrang und eine beneidenswerten Ausdauer. Insbesondere Junghunde können sehr fordernd sein und ihre Energie sollte durch ein intelligentes Training in gewünschte Bahnen gelenkt werden. Manche Vizslas sind so aufgedreht, dass es für sie wichtig sein kann, Ruhe zu erlernen.

Zeitaufwand

Die freundlichen Energiebündel benötigen täglich viel Auslauf und Beschäftigung. Da sie auch mental ihre Fähigkeiten als Jagdhunde einsetzen möchten, sind entweder eine jagdliche Führung oder vergleichbare Hundesportarten, Trainings und Ausbildungen für ein harmonisches Zusammenleben unerlässlich.

Ansonsten ist der fröhliche und verspielte Vizsla sehr umgänglich und pflegeleicht.

Training

Welche Beschäftigung und welcher Hundesport passt zum Viszla?

Es gibt kaum einen Hundesport oder eine sportliche Betätigung, die für die intelligenten, freundlichen und energiegeladenen Magyar Vizslas nicht geeignet sind. Vorausgesetzt natürlich, sie sind gesund und ausgewachsen und werden langsam an die Aktivitäten herangeführt. Für die mentale und körperliche Auslastung wäre natürlich eine jagdliche Ausbildung und Führung am besten. Ist dies aber nicht der Fall, sind Vizlas für vieles zu begeistern:

Ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen mit Freilauf

Vizslas müssen sich frei in der Natur bewegen können und dafür ist eine solide Grunderziehung mit Rückruf notwendig. Dabei freuen sich Vizslas sowohl über sportliche Betätigung bei warmen Wetter und kommen auch mit Kälte ebenso gut klar.

Joggen, Radfahren oder auch neben dem Pferd laufen

Sportlich und schnell, können sie neben euch Joggen oder auch bei mäßigem Tempo und nicht zu großer Hitze bei euch am Rad oder neben dem Pferd herlaufen.

Apportiersport zu Wasser und zu Lande

Damit sind keine eintönigen Ball- und Stöckchenwerf-Spiele gemeint. Diese können den Jagd- und Hetztrieb nur unkontrolliert verstärken und sind durch das Abstoppen auch nicht gut für die Gelenke. Stöckchen können aus vielen Gründen gefährlich werden und sollten deshalb grundsätzlich nicht verwendet werden. Das Holz kann giftig sein, der Hund kann sich im wilden Spiel den Stock in den Rachen treiben…Deshalb trainiert einen guten Apportiersport.

Nasenarbeit

Mit einem Magyar Vizsla habt ihr eine absolute Spürnase an eurer Seite. Und die möchte eingesetzt werden.

Dummytraining & Futter-Dummytraining: Stolz wird euer Hund den Dummy suchen und apportieren, die Fährte bei der Fährtenarbeit aufnehmen, beim Stöbern anzeigen oder ganz einfach in Haus und Garten nach Gegenständen für euch suchen.
Vizslas eignen sich auch gut als Rettungshunde, beim Mantrailing, bei Flächensuche nach Vermissten, Unfallopfern, Dementen oder der Trümmersuche.

Agility

Für die agilen und dabei schmal gebauten und wendigen Vizslas ist Agility ein Hundesport, der ihnen viel Spaß bringen kann. In den USA ist bei dem American Kennel Club ist es nicht ungewöhnlich, dass auch ein Vizsla Champion in Agility wird.

Turnierhundsport (THS)

THS kann einfach als "Leichtathletik mit Hund" beschrieben werden: Hierzu gehören im Vierkampf auch Unterordnung, ein gemeinsamer Hindernislauf, ein Geländelauf (Combination Speed Cup) und ein Staffellauf mit Hürden und Hindernissen in Teams.

Obedience

Bei Obedience können Vizslas Ruhe und Gehorsam fast spielerisch lernen. Auch in diesem Hundesport ist im AKC bereits ein Vizsla Champion geworden.

Rally-Obedience

Bei Rally-Obedience gibt es einen Parcours, in dem auch Obedience-Übungen vorkommen können. Bei den einzelnen Stationen stehen aber Schilder, die dem Team anzeigen, was sie an dieser Station zu tun haben. Die Übungen sollen dabei zugleich präzise als auch mit Tempo ausgeübt werden. Der Hund darf im Rally-Obedience jederzeit motiviert und gelobt werden. 

Coursing

Magyar Vizslas sind sehr schnell und haben Windhundblut in ihren Adern. Beim Coursing jagen sie einem unechten Hasen hinterher und kommen meist voll auf ihre Kosten.

Flyball

Schnelle Hunde-Fun-Sportart für Vizslas.

Wassersport für Hunde: Schwimmen und Tauche

Vizlas lieben Wasser und sind exzellente Schwimmer. Sie sind zwar beim Wasser-Apport nicht so gut wie die dafür prädestinierten Retriever, aber es wird ihnen Spaß bringen.

Therapiehunde

Vizslas sind mit ihrem problemlosen Naturell und ihrer Freundlichkeit Menschen gegenüber sehr gute Therapiehunde.

All dies sollen nur Anregungen sein, schaut einfach, was euch und eurem Hund Spaß bringt. Diese Hundesportarten und Beschäftigungen können helfen, euren Hund geistig und körperlich zu fordern, aber auch eure Bindung durch gemeinsamen Spaß zu stärken.

Wohnungstauglichkeit

Magyar Vizslas sind Energiebündel und benötigen täglich mindestens 2 Stunden Auslauf in der Natur. Sie sollten entweder jagdlich geführt werden oder ihren Anlagen entsprechende Aufgaben im Hundesport erhalten. Trotzdem sind sie sehr anpassungsfähig und können durchaus auch in der Wohnung gehalten werden.

Rassespezifisch können auch Vizslas als Bracken zum bellen neigen. Insbesondere wenn sie nicht ausgelastet oder nicht gut erzogen sind und zu lange allein bleiben, können sie auch zu vielem Bellen neigen.

Die Wohnung sollte aber über einen Fahrstuhl verfügen oder in den unteren Etagen liegen. Starkes Treppensteigen ist auf Dauer nicht gut für die Gelenke eines mittelgroßen Hundes. Bedenkt auch, dass ihr Welpen und Junghunde und euren Hund bei Krankheit oder auch im Alter in die Wohnung bringen müsst. Tragen ist bei einem Gewicht von 19-30kg keine Alternative.

Generell ist eine Erlaubnis des Vermieters oder auch einer Eigentümer-Hausgemeinschaft nötig. Vizslas sind aufgrund ihrer Freundlichkeit bei vielen Menschen beliebt und lösen selten Angst aus

Treue & Ergebenheit

Magyar Vizslas sind sehr treu und anhänglich gegenüber ihren Menschen und ihrer Familie. Sie möchten ihrem Menschen gefallen und Aufgaben für ihn erfüllen.

Jagdtrieb

Magyar Vizslas sind ursprünglich sehr vielseitig verwendbare Jagdhunde. Sie sind glücklich und sehr eifrig, wenn sie diesen Arbeiten nachgehen könne. Doch Vizslas sind schon lange bei Nicht-Jägern in Mode gekommen und so hat sich neben der reinen Arbeitslinie in der Zucht auch eine Showlinie herausgebildet. Doch der Jagdtrieb kann auch bei Hunden aus einer Showlinie sehr stark ausgeprägt sein.

Das bedeutet für dich als Halter: am besten wird dein Hund jagdlich geführt oder zumindest rassespezifisch erzogen, trainiert und beschäftigt werden.

Alleinsein

Magyar Vizslas sind sehr anhängliche Hunde und möchten am liebsten den gesamten Tag mit ihren Menschen verbringen. Welcher Hund möchte das eigentlich nicht, werdet ihr fragen, aber diese Eigenschaft ist bei Vizslas ausgeprägter als bei anderen Hunderassen. Wie ein Schatten folgen sie ihrem Halter. Das Alleinsein ist also nicht so ihres und sollte von Anfang an behutsam und langsam geübt werden.

Kein Hund sollte länger als vier Stunden am Stück täglich allein gelassen werden.

Bellen

Rassespezifisch bellen Vizslas als Jagdhunde und Bracken während der Arbeit. Allerdings wird bei Jägern in Deutschland häufig ihr geringer Spur- und Fährtenlaut bemängelt.

Bei großer Freude oder auch im Spiel bellen Vizslas gern einmal. Sind sie frustriert, z.B. weil sie nicht ausgelastet sind und zu lange allein bleiben, können sie auch zu verstärktem Bellen neigen. Dies liegt jedoch häufig in der Hand des Halters und ist bei Auslastung und guter Erziehung in sehr gut erträgliche Bahnen lenkbar.

Wachsamkeit

Die meisten Jagdhunde besitzen eine gewisse Wachsamkeit, doch beim Magyar Vizsla ist diese nicht besonders ausgeprägt. Viele freuen sich neugierig über Fremde und Neues.

Beschützer

Magyar Vizslas sind sehr menschenfreundlich und begegnen auch Fremden sehr offen und freundlich. Immer vorausgesetzt, dass sie gut sozialisiert wurden und keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Als Beschützer sind die mittelgroßen Hunde daher nicht wirklich geeignet, obwohl so mancher Vizsla sicherlich seinen Halter oder auch seine Familie vor Gefahren beschützen würde.

Verträglich mit Hunden

Magyar Vizslas sind sehr freundlich, verspielt und neugierig gegenüber anderen Hunden. Ärger gehen sie meist aus dem Weg und sind verträglich.

Doch sollte nicht vergessen werden, dass sie durchaus als Jagdhunde "Raubwildschärfe" besitzen und sehr selbstbewusst und energiegeladen sind. Das kann anderen Hunden missfallen oder sie überrumpeln. Geht kann im Spiel ihr Temperament mit ihnen durch, wird es bei einer spielerischen Hatz etwas wilder, kann dies für andere Hunde Zuviel werden. Gerade bei kleineren Spielkameraden solltet ihr verantwortungsvoll eingreifen und euren Hund herausrufen und wieder runterfahren.

Verträglich mit Tieren

Vizslas sind Vollblut-Jagdhunde und Haustiere wie Katzen oder Kaninchen können ihren Jagd- und Beuteinstinkt wachrufen.

Werden Vizslas jedoch früh an andere Tiere im Haushalt gewöhnt und gut erzogen, können sie durchaus lernen, friedlich mit anderen Haustieren zusammen zu leben. Sicher könnt ihr aber nie sein und es ist immer besser, Vizslas mit kleineren Haustieren wie Katzen, Kaninchen und Hasen niemals allein zu lassen.

Kinderfreundlich

Magyar Vizslas sind ausgesprochen verspielte und freundliche Hunde. Sie können sehr gute Familienhunde sein und mit Kindern sehr liebevoll umgehen. Voraussetzung ist hierfür, dass der Vizsla gut erzogen und ausgelastet ist und sowohl die Kinder als auch der Hund aneinander gewöhnt werden und Regeln einhalten.

Kinder sollten mit Hunden grundsätzlich nicht mit dem Hund allein gelassen werden.

Verträglich mit Fremden

Magyar Vizslas sind Fremden gegenüber sehr neugierig und aufgeschlossen, sofern sie gut sozialisiert und erzogen wurden. Sie werden Fremde wedelnd empfangen und freuen sich über Streicheleinheiten. Sie sind für ihr freundliches Wesen berühmt.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Sehr robuste und gesunde Hunderasse mit leichten Schwächen der Haut, Augen und Gelenke

Magyar Vizslas gehören zu den sehr gesunden Hunderassen, sofern du einen Hund aus einer verantwortungsvollen Zucht auswählst.

Allerdings kommt auch bei dieser mittelgroßen Hunderasse Gelenkerkrankungen vor und sollten bei den Elterntieren geprüft worden sein.

Neben Epilepsie und Polymyositis, kommen Augenerkrankungen und auch Hauterkrankungen gelegentlich vor.

Bei Kälte immer in Bewegung bleiben
Vizslas lieben viel Freilauf in der Natur
Yippieh! Junges Vizsla-Energiebündel

Robustheit

Magyar Vizslas aus guter Zucht sind sehr robuste Hunde, die bis ins hohe Alter bei guter Gesundheit sind.

Krankheiten

Es gibt keine Krankheiten, die bei Vizslas sehr häufig auftreten und nur wenige, die bei Vizslas etwas häufiger auf als bei anderen Rassen auftreten. Bei einigen davon könnt ihr nach Tests bei den Elterntieren fragen. Aufgrund des relativ hohen Stresslevels bei Vizslas kann leichter es zu Magen- und Darmerkrankungen kommen. Hier ist es wichtig, auf Ruhe zu achten. 

Krankheiten, die bei Vizslas etwas häufiger auftreten als bei anderen Hunderassen: 


Weitere Erkrankungen, die beim Magyar Vizsla eher selten auftreten sind:

  • Hyperurikosurie (HUU) und Uratsteine (Veränderung im Purinstoffwechsel) und Urolithiasis (Harn- und Blasensteine)
  • Weimaraner Immunschwäche
  • Degenerative Myelopathie (DM) (Degeneration der Nerven im Rückenmark)
  • Maligne Hyperthermie (Nichtvertragen von Betäubungsmitteln)
  • Chondrodysplasie und Dystrophie (Verkürzung der Beine, Risiko Bandscheibenvorfall)
  • Krebserkrankungen wie Mastzellentumore

Verträgt Hitze

Die kurzhaarigen Magyar Vizslas sind aufgrund ihrer Herkunft in der heißen Puzsta für ihre Ausdauer bei heißem Wetter bekannt. Sie vertragen Hitze sehr gut, sollten aber bei ihrem Temperament davor bewahrt werden, sich bei Hitze zu verausgaben, da dies zu Hitzschlag führen kann.

Die drahthaarigen Vizslas können Hitze dagegen nicht so gut vertragen, sind sie doch eher gegen Kälte und Nässe besser mit ihrem Fell ausgerüstet.

Verträgt Kälte

Kurzhaarige Magyar Vizlas vertragen Kälte aufgrund ihrer fehlenden Unterwolle nicht sehr gut. Sofern sie sich nicht bei Kälte stark bewegen können, kann es sinnvoll sein, sie mit einem Mantel oder Pullover zu wärmen.

Pflege

Die kurzhaarigen Magyar Vizslas sind pflegeleichte Hunde, die kaum Fellpflege benötigen. Totes Haar solltet ihr regelmäßig ausbürsten.

Als Hund mit Schlappohren, die nicht so gut durchlüftet werden wie Stehohren,solltet ihr die Ohren regelmäßig überprüfen und ggf. reinigen und behandeln.

Wie bei allen Hunden, ist es auch sinnvoll, die Augen und Pfoten/Krallen regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu behandeln. Insbesondere bei den Krallen, die schnell wachsen, sollte darauf geachtet werden, dass sie gekürzt werden, sofern sie sich nicht ablaufen.

Baden

Saubere Magyar Vizslas: Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten muss kein Hund regelmäßig gebadet werden, es sei denn in Ausnahmefällen wie Hauterkrankungen oder Parasitenbefall. Bei den kurzhaarigen Vizslas verfängt sich Dreck nicht so leicht im Fell.

Tipp: solltet ihr euren Hund baden, verwendet ein Hunde-Shampoo, da dieses einen anderen pH-Wert hat, als Shampoos für Menschen.

Kämmen & Bürsten

Das Fell der kurzhaarigen Magyar Vizslas ohne Unterwolle ist unkompliziert in der Pflege. Ein wöchentliches Ausbürsten der toten Haare reicht aus. Saisonal kann auch häufigeres Auskämmen und Bürsten von toten Haaren sinnvoll werden. Das Abwischen des Fells mit einem feuchtem Tuch bringt Glanz in das Haar.

Haaren

Magya Vizslas haaren eher moderat. Kurzhaarige Vizlas besitzen keine Unterwolle. Sie unterliegen aber dem saisonalen Fellwechsel. Im Frühling und Herbst haaren sie etwas mehr als den Rest des Jahres.

Schneiden & Trimmen

Weder beim kurz- noch beim drahthaarigen Vizsla sind Scheren, Trimmen oder Schneiden der Haare notwendig. Selbst zwischen den Pfotenballen werden die Haare meist nicht so lang, dass sie gekürzt werden müssten.

Für Allergiker geeignet

Magyar Vizslas besitzen keine Unterwolle. Sie unterliegen aber dem saisonalen Haarwechsel und verlieren ihr Deckhaar. Sie gehören zwar nicht zu den stark haarenden Hunderassen, haaren aber saisonal zum Fellwechsel stärker. Sie zählen nicht zu den hypoallergenen Hunderassen.

Es gibt keine Hunderasse, die zu 100% hypoallerg ist. Grundsätzlich ist jede Person und ihre Allergie individuell und es ist immer ratsam, bei bestehende Allergie oder Verdacht auf diese, dies vor der Anschaffung des Hundes zu testen.
Mehr Infos dazu finden ihr hier: Link

Sabbern

Magyar Vizslas haben eine lange Schnauze mit kurzen Lefzen und neigen daher nicht zum Sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Ausgewogene und natürliche Ernährung mit genügend Ruhe

Die Ernährung des Magyar Vizslas hat, wie bei allen Lebewesen, einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. 

Bei den sehr aktiven Hunden ist eine ausgewogene, proteinreiche und natürliche Ernährung wie das Barfen empfehlenswert. Vizslas neigen meist nicht zu Übergewicht.

Allerdings ist der Stresslevel bei Magyar Vizslas von Geburt an höher als bei anderen Hunden, was wiederum zu Magen- und Darmproblemen führen kann. Deshalb ist es besonders wichtig, auf Ruhe vor und nach den Mahlzeiten von Vizslas zu achten. 

Die Aufteilung der Tagesration auf zwei Mahlzeiten ist bei sehr aktiven, mittelgroßen Hunden sinnvoll, um Magendrehungen zu vermeiden. Vor der Fütterung sollte dein Vizsla zur Ruhe gekommen sein und nach der Fütterung mindestens eine Stunde ruhen. Es ist sinnvoll, die letzte Mahlzeit am frühen Abend zu geben, damit das Futter vor dem Schlafen noch gut verdaut werden kann.

Verfressenheit

Magyar Vizslas fressen zwar meist sehr gut, doch sind die wenigsten wirkliche "Gierschlunde" und Schlinger. Sofern sie genügend Bewegung erhalten und entsprechend auf ihre täglichen Portionen geachtet wird, neigen die wenigsten von ihnen zu Übergewicht. Manche sind noch nicht einmal bei der Arbeit mit Leckelis zu begeistern.

Im Falle einer vorliegenden Epilepsie kann eine Ernährungsumstellung auf eine ketogene Diät ohne Kohlenhydrate und mit hochwertigen Fetten sehr hilfreich sein.

Aussehen

Gelber eleganter und schneller Puzsta-Jäger

Magyar Vizslas sind sehr sportlich und athletisch und dabei schmal gebaut. Ihr Körperbau garantiert sowohl Ausdauer als auch Schnelligkeit. Mit einer Höhe von 54 bis 64 cm und einem Gewicht von 19 bis 30 kg gehören sie zu den mittelgroßen Hunden.

Ihr Körperbau ist ausgewogen und nur etwas länger als hoch. Auch der Kopf ist wohlproportioniert und hat breite, hoch angesetzte Hängeohren. Von Natur eine mittellange, hoch angesetzt Rute, die in Deutschland bei jagdlich geführten Hunden noch kupiert werden darf, was heutzutage nicht nachvollziehbar ist. Charakteristisch ist das satt-gelbe kurze Haarkleid.

Kurzhaariger und drahthaariger Vizsla im Vergleich

Augenfarbe

Die Augenfarbe ist braun und soll möglichst dunkel sein.

Fell

Das Haarkleid des kurzhaarigen Vizslas ist kurz und dabei dicht. Es fühlt sich hart an. Der Bauch ist weniger behaart, ebenso ist das Fell am Kopf etwas dünner und weicher. Vizslas verfügen über keine Unterwolle.

Farbe

Bei Magyar Vizslas sind verschiedene Farbabstufungen von sattem gelb (genannt semmelgelb) erlaubt.

Rote, bräunliche, oder zu helle Farbtöne sind unerwünscht.

Ein kleiner, weißer Fleck an der Brust oder am Hals, sowie an den Zehen sind erlaubt.

Geschichte und Herkunft

Magyarische Horden und Windhunde zu Beginn der Geschichte

FCI Norm

Nummer: 57

Herkunft

Ungarn

Geschichte

Magyar Vizslas gehören zu den sehr alten Jagdhunderassen, deren Urahnen sich lange zurückverfolgen lassen. Mehr als einmal hat Russland die Geschichte der Magyar Vizslas entscheidend beeinflusst.

Woher stammt der Name Magyar Vizsla und was bedeutet er?

Der "Rote aus der Puszta" hat seinen Namen von den Magyaren, die sich von der russischen Steppe als Reitervolk im heutigen Ungarn niedergelassen haben. Heute ist damit eine ethnische Gruppe gemeint, die ungarisch spricht.

Vizsla bedeutet so viel wie "munter, aufmerksam" und meint damit die Zeige- und Vorstehqualität der Jagdhunde.

Geschickter Jagdhund der "magyarischen Horden" wurde mit schnellen Windhunden gekreuzt – oder was der Magyar Vizsla mit den Sloughis zu tun hat

Magyaren kamen um 896 n. Chr. als Reitervolk aus der russischen Steppe über die Karpaten in Richtung Westen in das heutige Ungarn. Sie sollen schon damals eine Ähnlichkeit mit den hellen Windhunden der russischen Steppe gehabt haben.

Aus der Zeit von König Adelbert III. von Ungarn (1235-1270) stammen Berichte über die Magyaren und ihre gelben Jagdhunde. Diese Ahnen der heutigen Vizslas wurden primär zur Vogeljagd, näher gesagt zur Beizjagd mit Falken, verwendet. Sowohl die hellen Windhunde der russischen Steppe als auch die gelben Windhunde der Türken (Vorfahren der heutigen Sloughis), sollen den Magyar Vizsla und seine Schnelligkeit beeinflusst haben. Als Ungarn 1526 von den Türken besetzt wurde, kann die Kreuzung mit den Sloughis stattgefunden haben.

Jagdhelfer der ungarischen Aristokraten werden mit Vorstehhunden der Insel gekreuzt

Zwischen 1860-1914 wurde die Jagd der Aristokratie auch in der ungarischen Puszta, die reich an Wild ist, auf Rehe und Fasane ausgedehnt. In dieser Zeit gab es vermutlich Einkreuzungen mit englischen und auch tschechischen Jagdhunden, um das Vorstehen in die Zucht der ungarischen Jagdhunde einzukreuzen. Sowohl Pointer als auch Irische Setter wurden bekannter Maßen hierzu verwendet.

Das Aussterben der Magyar Vizslas wurde mit planmäßiger Zucht in schwierigen Zeiten verhindert

1916 kam eine Rückbesinnung auf, um den ursprünglichen Magyar Vizsla vor dem Aussterben zu retten. Die Vereinigung ungarischer Jäger gründete eine Abteilung zur Rettung der Vizslas und führte ein Stammbuch ein. Die Zeit war nicht wirklich günstig für die Hundezucht, denn Österreich-Ungarn befand sich im ersten Weltkrieg.

1920 wurde die Vereinigung der ungarischen Magyar-Vizsla-Züchter gegründet. Gründer waren Dr. Kalman Polgar, Graf Laszlo Esterhazy, Elmar Petocz. Sie erreichten, dass die kurzhaarigen Magyar Vizslas als Rasse von der FCI 1936 anerkannt wurden.

Russische Besatzung in Ungarn verstreut die Magyar Vizslas in alle Welt

Während es 1944 in Ungarn noch rund 5000 registrierte Vizslas gab, waren es Ende der 1950er Jahre nur noch vereinzelte Vorkommen.

Nach dem Tode Stalins 1953 folgte zwar eine leichte Liberalisierung und 1956 wurde die Zuchtvereinigung der Magyar Vizslas neu gegründet. Sie versuchte mit den verbleibenden Hunden als auch mit Hunden aus dem Ausland die Zucht erneut aufzubauen.

Doch mit dem ungarischen Volksaufstand gegen die Regierung der kommunistischen Partei und der sowjetischen Besatzer flohen viele Hundezüchter aus Ungarn und mit ihnen ihre Hunde. In Osteuropa war die Population der Magyar Vizslas zu dieser Zeit sehr stark eingebrochen, doch konnten viele Hunde ins Ausland wie z.B. Deutschland oder auch die USA gebracht werden.

Zucht der Magyar Vizslas in Deutschland und Vereinsgründung

Viele der Magyar Vizslas gelangen nach Deutschland. Die Einkreuzung des Deutsch-Drahthaar führte zu einer eigenen Rasse, dem drahthaarigen ungarischen Vorstehhund, der 1965 durch die FCI anerkannt wurde.

Eine Initiative in Bayern forschte nach den in Deutschland verstreut lebenden Magyar Vizslas, um eine neue Zucht zu gründen. 1977 Verein für ungarische Vorstehhunde e.V. in Nabburg in der Oberpfalz, nördlich von Regensburg, gegründet. Gründer waren Josef Rauwolf und Heinrich Berr sen. Der Verein wurde Mitglied im VDH und darüber auch in der FCI und vom JGHV anerkannt. In Deutschland bekam er die alleinige Zuchthoheit der FCI.

Zucht und starke Beliebtheit in den USA

Nach dem zweiten Weltkrieg und dem ungarischen Volksaufstand landeten auch Magyar Vizslas mit ihren Haltern in den USA. Hier wurde die Rasse 1960 durch den AKC anerkannt. Wenn auch die Amerikaner den ursprünglichen Jagdhund auf Show züchteten, zeigten sie doch, wie vielseitig, gelehrig und sportlich die Vizslas sind.

1980 errang ein Vizsla namens Kutya den ersten dreifachen amerikanischen Champion-Titel in Aussehen/Anatomie, Leistung und Unterordnung. Im Jahr 2000 errang eine Vizla namens Chartay (1991-2004) erstmalig den Championatstitel in fünf unterschiedlichen Sportarten: 1993 Conformation Champion (in Aussehen, Anatomie), 1995 sowohl Field Champion als auch Amateur Field Champion, 1997 Obedience Trial Champion und 2000 Master Agility Champion. Damit war sie in jedem Fall bis 2006 der Hund in der 122jährigen Geschichte des AKC, der am meisten erreicht hat.

Arbeits- und Showlinien, Vizslas in Mode

Aufgrund ihrer Schönheit und ihrer Freundlichkeit sind Magyar Vizslas auch bei Nichtjägern sehr in Mode gekommen. Eine große Nachfrage ist nicht immer für eine Hunderasse von Vorteil, gerade wenn gewissenlose Vermehrer Profit mit dem Verkauf von Welpen wittern. Vizslas werden heutzutage auch vom Verein für ungarische Vorstehhunde e.V. zu ca. 30% an Nichtjäger abgegeben.

Es ist bei Vizslas besonders wichtig, auf eine gesunde Zucht zu achten, ganz gleich, ob ihr den Hund jagdlich führen möchtet oder nicht. Doch anerkannte Züchter unterliegen Vorschriften und ihre Tiere müssen sowohl Wesens- als auch Gesundheits-Tests bestehen. Bei Vermehrer ist dies nicht der Fall. Wenn ihr den Vizsla als Jagdhund führen möchtet, so ist es wichtig, dass Papiere und Züchter vom VDH und vom JGHV anerkannt sind.

Magyar Vizsla, kurzhaarig im Überblick

Freundlicher roter Jäger sucht intelligente, sportliche und liebevolle Menschen mit Zeit

Magyar Vizslas sind sehr vielseitige und anpassungsfähige Jagdhunde. Die athletisch-majestätischen Hunde verfügen über ein hohes Energielevel, bei dem so mancher Halter schwer mitkommt. Als vielseitige Jagdhunde verfügen sie über einen natürlichen Jagdinstinkt und Selbstbewusstsein. Erfahrene Halter mit Zeit und Lust, den Vizsla intelligent und sportlich auszulasten, können an dem lebhaft-fröhlichen, schönen und anhänglichen Hund ihre Freude haben.

Auflagen

Für die Haltung von Magyar Vizslas sind derzeit keine gesetzlichen Bestimmungen bekannt.

Im Flugzeug kann der zwischen 19-30kg schwere Hund nach Anmeldung bei Fluglinien im Frachtraum mitgenommen werden.

Kupieren der Rute von kurzhaarigen Magyar Vizslas, die jagdlich geführt werden

Das Kupieren von Ruten ist in Deutschland bei Hunden seit 1998 verboten. Laut Rassestandard der FCI und laut deutschem Tierschutzgesetz ist ein Kupieren der Ruten bei jagdlich geführten, kurzhaarigen Magyar Vizslas jedoch immer noch erlaubt.

Das Argument ist häufig, dass sich kurzhaarige Jagdhunde bei der Jagd die Ruten verletzen und blutig schlagen könnten. Zum Nachdenken regt jedoch an, dass die kurzhaarigen englischen Pointer, die als Vorstehhunde dieselben Aufgaben bei der Jagd erfüllen, nicht kupiert werden und mit Verletzungen scheinbar keine Probleme haben. Die Tierschutzgesetze in anderen europäischen Ländern wie Österreich und die Schweiz haben das Kupieren von Hunderuten generell verboten. Nur in Deutschland bleibt die Ausnahmeregelung bestehen.

Die Jagdhunde werden bereits mit 3 Tagen an der Rute kupiert. Ich persönlich möchte keinem Hund den Schwanz amputieren lassen und ihnen keine unnötigen Schmerzen zufügen. 

Worauf solltet ihr beim Kauf eines Vizslas achten?

Abgesehen von charakterlichen Eigenschaften und rassespezifischen Anforderungen an die Haltung solltet ihr euch nicht nur genau überlegen ob ihr einen Vizsla kauft, sondern auch von wem. Sich einen Magyar Vizsla zuzulegen, weil er schön ist, ist keine gute Idee, wenn ihr den Hund nicht sportlich und auch mental intelligent auslasten und erziehen könnt.

Wenn ihr euren Vizsla nicht jagdlich führen möchtet, solltet ihr eine Zuchtlinie wählen, die nicht ausschließlich für die Jagd züchtet. 

Worauf solltet ihr beim Kauf eines Vizslas achten, wenn ihr ihn jagdlich führen möchtet?

Der Einsatz von Jagdhunden basiert in Deutschland auf strengen gesetzlichen Regelungen, die jedoch von Bundesland zu Bundesland variieren können. Nur geprüfte und als brauchbar anerkannte Hunde dürfen für die Jagd eingesetzt werden. Für die jagdliche Führung in Deutschland ist es wichtig, dass der Zuchtverein vom JGHV (Jagdgebrauchshundverband), der wiederum Mitglied im DJV (Deutscher Jagdverband) anerkannt ist. Die Mitgliedsvereine des JGHV und die im DJV organisierten Landesjagdverbände arbeiten bei Zucht, Prüfung und Ausbildung von Jagdhunden sehr eng zusammen.


Nur ein entsprechend gezüchteter Vizsla mit den erforderlichen Prüfungen darf auch jagdlich in Deutschland zugelassen werden. Dazu benötigt ihr offizielle Zuchtpapiere. Leider gibt es hier immer wieder Fälschungen.

 

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