Gesundheit

Augenpflege – für gesunde und leuchtende Hundeaugen

Die Augen sind ein sehr wichtiges Sinnesorgan der Hunde, das obendrein recht empfindlich auf Reize reagieren kann. Manche Hunderassen sind vollkommen unkompliziert in der Augenpflege, andere dagegen benötigen tägliche Augenpflege und sind anfälliger für Augenreizungen und Augenerkrankungen.

Eine Augenpflege kann bei ersten Symptomen von Tränen oder Absonderungen aus den Augen helfen, leichte Reizungen wieder zu beheben. Besonders wichtig ist es aber, Reizungen und erste Anzeichen von möglichen Augenerkrankungen schnell zu erkennen.

Deshalb solltet ihr die Augen eures Hundes gut beobachten und bei Bedarf regelmäßig pflegen.

Schau mir in die Augen, Kleines!

Augenpflege

7 Tipps für die gesunde Hundeaugen

 

1. "Schau mir in die Augen, Kleines": Täglicher Augen-Check

Mit einer täglichen sehr kurzen Augenkontrolle könnt ihr frühzeitig Veränderungen, Reizungen und mögliche beginnende Augenerkrankungen erkennen.

Gesunde Hundeaugen sollten klar aussehen, nicht tränen und nicht gerötet sein.

Ein Tränen des Auges ist noch nicht bedenklich, wenn die Tränenflüssigkeit klar ist und das Auge ansonsten kaum gereizt oder verändert aussieht. Wenn diese Symptome mit einer leichten Augenpflege jedoch nicht nach 1-2 Tagen wieder abklingen, solltet ihr vorsichtshalber immer euren Tierarzt aufsuchen.

2. Bei Augenproblemen - besser zu früh zum Tierarzt als zu spät

Schwerwiegende Augenkrankheiten können zunächst harmlos mit Rötungen und Tränen beginnen, doch schnell sehr gefährlich werden. Bei dem Grünen Star (Glaukom) ist beispielsweise sehr schnelles Handeln notwendig, um das Augenlicht zu retten. Denn ein steigender Augeninnendruck führt unbehandelt zu einer permanenten Schädigung der Netzhaut und des Sehnervs.

Deshalb solltet ihr bei Problemen mit den Hundeaugen besser nicht warten und im Zweifelsfall immer einen Tierarzt aufsuchen.

Bei diesen Symptomen zum Tierarzt gehen:

  • Augen tränen länger als 1-2 Tage trotz Pflege
  • Augen tränen und die Flüssigkeit ist nicht glasklar
  • Augenausfluss ist milchig, eitrig (gelb-grün) oder sogar blutig
  • Auge ist gerötet
  • Auge ist geschwollen
  • Trübung der Augen (milchig-weiß)
  • Auge wird zugekniffen oder der Hund blinzelt stark (lichtempfindlich und gereizt)
  • Augen sind verklebt
  • Augen tränen stark
  • Augen schmerzen, brennen oder jucken: Hund kratzt mit der Pfote an den Augen, schrubbt mit den Augen über den Boden
  • Plötzlich auftretende Beschwerden, die beispielsweise auf einen Fremdkörper oder auf eine Verletzung hinweisen
  • Du den Eindruck hast, dass dein Hund nicht richtig sehen kann (läuft gegen Möbel etc)
  • Schlechtes Allgemeinbefinden

Augenspezialisten für Hunde

Sollte euer Hund häufiger Probleme mit den Augen haben und sich Reizungen, Entzündungen und Augenprobleme oft wiederholen, so kann es sehr sinnvoll sein, einen Augenspezialisten aufzusuchen. Denn es gibt auch für Hunde Augenfachtierärzte. Diese sind spezialisiert auf die Augenerkrankungen und verfügen über entsprechende Instrumente und Geräte zur genaueren Untersuchung der Hundeaugen.

3. Schlaf (Schlafsand) am Morgen reinigen

Hunde können sich den morgendlichen „Schlaf“ nicht so gut aus den Augen reiben wie wir. Damit sie nicht über den Teppich schrubben oder die Pfoten verwenden, ist es sinnvoll, dass ihr den Schlaf jeden Morgen entfernt. Er kann sonst Herd für Entzündungen werden und ist einfach unansehnlich und lästig.

Morgendlicher "Schlaf" in den Augen sollte am besten mit einem sauberen, feuchten (und nicht fusselnden) Tuch aus dem Auge gerieben werden. Dafür solltet ihr jedes Auge mit einem frischen Tuch auswischen, um nicht eventuelle Keime von einem Auge auf das andere zu übertragen.

4. Augenpflege mit Augentropfen

Mein Hund hat tränende oder gereizte Augen, was nun?

Leichte Reizungen und Bindehautentzündungen entstehen gern einmal im Frühling durch Blütenstaub und Pollen, im Sommer durch Staub, Zugluft oder durch das Schwimmen in nicht sauberen Gewässern. Im Winter kann die trockene Heizungsluft die Hundeaugen schnell reizen.  Manche Welpen und Junghunde haben gereizte Augen, da ihr Immunsystem noch nicht so ausgeprägt ist. Bei manchen Hunden tränen die Augen rassebedingt leichter als bei anderen Hunden. So beispielsweise bei vielen kleinen oder kurzköpfigen Hunderassen, bei denen die Augen exponierter liegen oder der Tränennasenkanal zu eng ist.

Hunderassen mit stark außenliegenden Augen, wie beispielsweise Möpse können wiederum auch zu trockenen Augen neigen, die mit einer Augenpflege regelmäßig befeuchtet werden können, um einer Entzündung vorzubeugen.

Handelt es sich um eine leichte Reizung, könnt ihr es mit pflegenden Augentropfen versuchen. Dauert die Reizung länger oder die Symptome verstärken sich, so solltet ihr wie gesagt unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Tipps zum Kauf von Augentropfen

Augentropfen:  Reinigen, Befeuchten & Pflegen

Es gibt sehr viele unterschiedliche Produkte zur Augenpflege, doch ihr solltet unbedingt auf natürliche und qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe achten.

Manche Augentropfen für Hunde enthalten Alkohol, der die Augen reizen kann und Konservierungsstoffe, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädigend zu sein. Diese solltet ihr vermeiden. Dagegen gibt es Augentropfen mit natürlichen Inhaltsstoffen, die seit langem als Heilpflanzen für die Augen bekannt sind. Sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und befeuchtend. Hier solltet ihr auf eine reine Qualität achten.

Augentropfen für Hunde: Die natürlichste und günstigste Lösung

Ihr könnt eine sterile isotonische Kochsalzlösung (0,9%ige) sehr gut zum Reinigen, Spülen und Befeuchten der Hundeaugen verwenden. Diese könnt ihr direkt in die Augen tropfen, um sie etwas zu befeuchten und um eventuelle Fremdkörper auszuspülen. Achtet darauf, dass die Flasche nicht in Kontakt mit den Augen kommt, damit sie keine Keime bekommt.

Heilpflanzen und natürliche Inhaltsstoffe in Augentropfen

  • Euphrasia (Augentrost) 
    Alte Heilpflanze bei Bindehautentzündungen oder Gerstenkörnern.
  • Hamamelis (Zaubernuss)
    Entzündungshemmende und Juckreiz und Brennen lindernde Wirkung.
  • Calendula (Ringelblume)
    Entzündungshemmende und heilende Wirkung
  • Populus (Pappel) 
    Entzündungshemmend und schmerzlindernd, kann aber bei manchen Hunden Allergien hervorrufen.
  • Echte Kamille 
    Die echte Kamille wird als Extrakt verwendet. Sie wirkt antimikrobakteriell gegen Entzündungen und Reizungen.
  • Rosen Hydrolat 
    Wirkt entzündungshemmend, befeuchtend.
  • Malve 
    Wirkt entzündungshemmend und befeuchtend.
  • Aloe Vera – feuchtigkeitsspendend, regenerierend
  • Glycerin – feuchtigkeitsspendend
  • Hyaluron - feuchtigkeitsspendend

Bei Entzündungen werden neben Euphrasia häufig die folgenden Pflanzen auch als Globuli oral angewendet: 

  • Pulsatilla (Kuhschelle)
    Bei Juckreiz und gelb-grünlichem Augenausfluss.
  • Aconitum  (Eisenhut)
    Entzündungshemmend nach Zugluft oder wenn Fremdkörper im Auge waren.
  • Euphorbium (Wolfsmilch)
    Bei starkem Juckreiz und zum befeuchten und stärken der Schleimhäute.

Vorsicht: Absolutes No-Go zum Reinigen der Augen!

Kamille ist zwar als Heilkraut sehr gut für die Augen geeignet, doch nicht in der Form von selbstgebrautem Kamillentee. Dieser ist nicht geeignet, um die Augen zu reinigen oder zu pflegen. Denn in Tees sind immer (auch nach dem Sieben) kleine Partikel der Pflanze enthalten, die das Auge wiederum reizen können. Deshalb: Pfoten weg von Kamillen- oder anderen selbstgemachten Tees zur Pflege im Auge.

Tipp: Achtet auf die Haltbarkeit und Sauberkeit von Augentropfen und Augensalben

Oft ist es besser, wenn Augentropfen und Augensalben keine künstlichen Konservierungsstoffe enthalten, da diese die Augen zusätzlich reizen können.

Viele Augensalben sind deshalb nicht lange haltbar. Du solltest bereits angebrochene Tuben nicht nach einer Behandlungsphase aufbewahren und noch einmal später verwenden, da sich Bakterien gebildet haben können. Die Salbentube solltet ihr grundsätzlich nur mit gereinigten Fingern oder Gegenständen berühren. Dabei immer für jedes Auge wieder separat reinlich verfahren, damit Du Bakterien nicht überträgst.

Augentropfen gibt es in kleinen Ampullen (nicht so nachhaltig) oder auch in speziellen Behältern, in denen sie länger halten. Hier solltet ihr darauf achten, dass die Öffnung des Behälters nicht verschmutzt wird und nicht mit dem Auge oder anderen Teilen in Berührung kommt, da sonst Bakterien eintreten können.  

5. Augen vom Fell freihalten

Bei langhaarigen Hunderassen oder solchen mit Haar, das dauerhaft wächst, sollte das Haarkleid um die Augen herum immer so kurz geschnitten werden, dass es euren Hund in den Augen nicht stören und reizen kann. Doch es gibt auch langhaarige Hunde, bei denen das Haarkleid weit über den Augen eine Schutzfunktion vor Staub hat und nicht in die Augen weht.

Manche Hundehalter bevorzugen Haarspangen oder Haargummis, um die Haare des Hundes aus den Augen zu bekommen.

6. Gesunde Ernährung für die Augen

Für gesunde Augen ist es wichtig, dass insbesondere Vitamin A (Retinol) ausreichend in dem Futter deines Hundes vorhanden ist. Vitamin A wird nicht umsonst das Augenvitamin genannt, denn es ist für die Umformung von Lichtenergie in Nervenimpulse notwendig, die wiederum im Gehirn das Sehen auslösen. Ein Mangel an Vitamin A kann beispielsweise auch zu Nachtblindheit führen.

Vitamin A kommt in tierischen Lebensmitteln vor:

  • Leber (17.900 μg/100g)
  • Nieren
  • Hühnerfleisch
  • Eigelb
  • Lebertran
  • Seefisch
  • Fischöl

Neben Vitamin A ist Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, ein wichtiges Vitamin für die Augenkraft unserer Hunde. Beta-Carotin kommt in Gemüse-Sorten vor. Hunde sind in der Lage, Beta-Carotin in Vitamin A umzuwandeln. Unklar ist allerdings, zu welchem Prozentsatz. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Zink, denn Zink ist wichtig für die Bildung von Vitamin A aus Beta-Carotin. Die Bildung kann jedoch durch Nitrate oder durch Medikamente wie Antibiotika oder Magensäureblocker gehemmt werden.

Reich an Beta-Carotin sind die folgenden Gemüsesorten, die jedoch für den Hund vorsichtig gegart und/oder püriert werden sollten, damit dein Hund die Nährstoffe aus dem Gemüse überhaupt verwerten kann:

  • Karotten (9.800 µg/100g)
  • Süßkartoffeln (7.900 µg/100g)
  • Grünkohl (5.200 µg/100g)
  • Spinat (4800 µg/100g)
  • Mangold (3.500 µg/100g)
  • Feldsalat (3900 µg/100g)

Tipp: Vitamin A ist fettlöslich und sollte deshalb immer in Verbindung mit Fett gegeben werden.

 7. Tränenstein & Verfärbungen unter den Augen

Einige Hunde leiden unter verstärktem Tränenfluss. Dies kann daran liegen, dass sie zu viel Tränenflüssigkeit produzieren oder aber, dass der Tränennasenkanal blockiert ist. Dann kann die Tränenflüssigkeit nicht mehr vollständig über die Nase abfließen und fließt aus dem Auge über das Fell. 

Bei hellem Hundehaar wie beispielsweise bei Maltesern zeigen sich dann braune Verfärbungen im Fell unter den Augen, die sich durch die Tränenflüssigkeit bilden. Dies sieht unschön aus und kann auch Bakterien fördern.  Deshalb solltest du die Augen und das Fell unter den Augen täglich 1-2 mal täglich reinigen. 

Dazu verwendet ihr am besten für jedes Auge ein neues Wattepad oder ein nicht fusselndes Tuch. Es gibt viele Produkte am Markt, die Tränenstein beim Hund entfernen sollen. Doch sie enthalten häufig reizende Inhaltsstoffe. Deshalb solltet ihr entweder nur Wasser oder natürliche Reiniger verwenden.

Bitte versucht auf keinen Fall, das Haar einzufärben oder zu bleichen! 

Diese Hunde neigen verstärkt zu Augenreizungen

  • Kleine Hunde (näher an Staub und Dreck)
  • Langhaarige Hunderassen, deren Haarkleid nicht gekürzt wurde:
  • Kurzköpfige Hunderassen haben oft exponierte Glubschaugen und durch die kurzen Schnauzen einen blockierten Augen-Nasen-Kanal. Die Haare der Nasenfalte können das Auge reizen. So beispielsweise:
  • Hunde, die unter dem Merle-Faktor leiden, können unter Fehlbildungen der Augen und unter Sonnenempfindlichkeit (dafür gibt es bestimmte Brillen) leiden.

Übersicht: Das kann die Hundeaugen reizen

  • Heizungsluft, wenn das Hundebett nah an der Heizung steht
  • Zugluft beispielsweise im fahrenden Auto, Motorrad, Fahrrad
  • Bakterien durch beispielsweise Baden im Sommer in zu warmen Gewässern
  • Allergien
  • Pollen und Blüten im Frühjahr
  • Staub und Sand im Sommer
  • Rauch von Zigaretten (übrigens können auch Hunde als Passivraucher eine Lungenerkrankung bekommen!)
  • Fremdkörper wie beispielsweise Grannen, Staub, Haare
  • Haare, die in die Augen stechen (immer schneiden oder hochbinden)
  • Verletzungen können beim Hundeauge zu Reizungen führen

 

Augenerkrankungen beim Hund: Symptome früh erkennen

Die folgenden Augenerkrankungen treten je nach Alter oder auch in Abhängigkeit zur Hunderasse häufiger auf:  

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und Junghund-Bindehautentzündung (tritt insbesondere bei jungen Hunden bis zu 2 Jahren auf, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist).
  • Hornhautentzündung (Keratitis)
  • Blockierter Tränennasenkanal, blockierte Tränenpünktchen – kommt häufig bei kurzköpfigen Hunderassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldogge vor.
  • Netzhautdysplasie Retina Dysplasie - vererbte Fehlbildung der Netzhaut bereits bei Welpen.
  • Progressive Retinaatrophie (PRA) - tritt insbesondere bei Pudeln, Settern, Mastiffs und Dackeln auf, doch ebenso bei vielen anderen Hundearten.
  • Grüner Star (Glaukom) - sehr gefährliche Augenerkrankung, die schnell behandelt werden muss. Häufiger bei Kleinen Münsterländern, Sibirischen Huskys und Magyar Viszla und weiteren Hunderassen.
  • Grauer Star (Katarakt) - der Graue Star kann durch ein Eintrüben der Linse zur Erblindung führen. Insbesondere Australian Shepherds, Golden Retriever, Labrador Retriever und Siberian Huskys haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Grauen Star zu erkranken.
  • Ektropium (Hänge-Lid) - tritt verstärkt bei Mops, Französischer Bulldogge, Deutschem Boxer, English Setter, Cocker Spaniel, Labrador Retriever, Irish Settern, Bluthunden, Bassets u.ä. Hunden auf.
  • Entropium (Roll-Lid) - tritt insbesondere bei Bluthunden, Chow Chows, Deutscher Dogge, Flat-Coated Retriever, Französischer Bulldogge, Englischer Bulldogge u.ä. auf.
  • Keratokonjunctivitis sicca (Trockenes Auge)
  • Nickhautdrüsen-Vorfall (Cherry Eye)
  • Fehlgewachsene Wimpern am Auge (nach innen, zu lang)
  • Uveitis – eine Entzündung der mittleren Augenhaut

Augenerkrankungen können ebenso ein Symptom für andere Erkrankungen wie Infektionskrankheiten, Bluthochdruck oder Mittelmeerkrankheiten sein.

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