Gesundheit

Ohrenpflege: 7 Tipps für gesunde Hundeohren

Du kannst eine Menge dafür tun, damit dein Hund gesunde Ohren behält. Dazu gehören ein regelmäßiger Ohren-Check, die Ohren trocken und frei von Haaren zu halten und nur bei Bedarf eine natürliche und milde Reinigung und Pflegemittel. Bestimmte Hunde neigen zu schmutzigen und entzündeten Ohren. Sie benötigen eure Unterstützung. Wir haben sieben Tipps zur Ohrenpflege des Hundes und drei einfache und natürliche Hausmittel zur Pflege und Reinigung der Hundeohren. 

Pflege & Vorbeugung

Vorbeugen ist besser als Heilen. Damit du Infektionen und Ohrerkrankungen schnell erkennen kannst, ist ein regelmäßiger Ohren-Check absolut sinnvoll. Bei vielen Hunden wird das Ohr leider nicht gut genug durchlüftet und ist daher anfällig für Pilze und bakterielle Infektionen. Hiervon sind insbesondere Hunde mit Hängeohren, mit verstärktem Haarwuchs im Innenohr oder die Schwimmratten unter den Hunden betroffen. Gerade diesen Hunden hilft eine regelmäßige Begutachtung und falls nötig auch eine regelmäßige Reinigung und Pflege des Ohres.

1. Wöchentlicher Ohren-Check

Mache es dir am besten von Anfang an zur wöchentlichen Gewohnheit, die Ohren deines Hundes genau und auch innerhalb der Ohrmuschel zu begutachten. Richtig, das gefällt eigentlich keinem Hund, aber mit Leckerlis, Geduld und gutem Zureden, wird er es über sich ergehen lassen. Und dein Tierarzt wird es dir auch danken, wenn er später einmal die Ohren deines Hundes untersuchen muss.

So sieht ein gesundes Hunde-Ohr aus

Es hilft Dir, erste Veränderungen zu erkennen, wenn Du das Hunde-Ohr bereits im gesunden Zustand gut kennst. Ein gesundes Hunde-Ohr erkennt ihr hieran: 

  • Die Haut im Ohr ist hell-rosa und nicht gerötet
  • Im Ohr ist wenig Ohrenschmalz (Cerumen) zu sehen
  • Das Ohr fühlt sich nur leicht warm, aber nicht heiß an
  • Das Ohr ist so gut wie geruchslos und müffelt nicht

2. Ohr nach dem Bad trocknen 

Unser Tipp für die sommerliche Badesaison und für wasserliebende Hunde: Trocknet das Innenohr eures Hundes nach dem Schwimmen. Geht dein Hund gern Schwimmen? Dann hilfst du ihm, seine Ohren gesund zu halten, wenn du die Ohren nach dem Schwimmen innen vorsichtig abtrocknest. Denn in dem feuchten und nicht so gut belüfteten Milieu der Ohren können sonst Bakterien und Hefepilze schnell wachsen. Du kannst die Ohren von innen mit sauberen Wattepads oder mit einem sauberen Baumwolltuch vorsichtig auswischen bis sie trocken sind. 

3. Belüftung: Ohrenhaare entfernen

Um die Belüftung im Innenohr zu optimieren, ist es sinnvoll, übermäßig viele Haare, die in den Ohren und um den Ohreneingang wachsen, zu entfernen. Kommt zu wenig Luft an die Ohren, begünstigt dies Ohrenentzündungen, da sich Bakterien und Hefepilze leichter vermehren. Dies ist beispielsweise bei Pudeln und Wasserhunden notwendig. Ihr könnt die Haare von einem professionellen Hundefriseur regelmäßig entfernen lassen oder selbst daran gehen. 

Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten und ihr solltet am besten ausprobieren, welche für euch die beste ist: 

  • Ohrenhaare zupfen

    Beim Zupfen werden die Ohrenhaare, die sich im Gehörgang befinden, ausgerissen. Die Haare um das Ohr herum werden dagegen geschnitten. Viele Pudelhalter schwören darauf und verwenden eine Zupfzange und zuvor ein Ohrenpuder zum Zupfen. Das Ohrenpuder wirkt antibakteriell. Doch einige Hunde bekommen vom Zupfen kleine Verletzungen und Entzündungen. 
  • Ohrenhaare schneiden

    Manche Halter schneiden die Haare im Innenohr und um den Ohreingang herum. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, den Hund nicht zu verletzen und keine abgeschnittenen Haare in das Ohr gelangen zu lassen. Deshalb ist die Verwendung einer kleinen Schere mit abgerundeten Spitzen sehr sinnvoll und hilfreich. Ihr haltet die Haare am besten so, dass sie aus dem Ohr schauen und ihr die abgeschnittenen Haare in der Hand haltet. Ihr könnt dazu auch ein kleines Bürstchen verwenden und die Haare erst aus dem Ohr bürsten. In jedem Fall solltet ihr nicht zu tief schneiden, damit die geschnittenen Spitzen den Hund nicht im Ohr stören und Pieksen. Denn genau das kann wiederum auch zu Entzündungen führen. 

4. Hundeohren reinigen und pflegen

Es gibt für die Hundeohren sowohl Ohrenreiniger als auch Ohrenpflegemittel. Ohrreiniger solltest du allerdings wirklich nur anwenden, wenn viel Schmalz und Dreck vorliegen. Eine gesunde und sich selbst gut reinigende Ohrmuschel solltet ihr mit Ohrenreinigern nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Nach dem Ohrreiniger kann eine Ohrenpflege sinnvoll werden, um das Gleichgewicht der Haut wieder herzustellen. 

Hundeohren können mit einem trockenen, sauberen Tuch (aus Baumwolle) oder mit einem sauberen Wattepad am besten gereinigt werden. Wattebäusche können dagegen leicht fusseln und sind deshalb nicht ganz so gut geeignet. Mit einem sauberen Tuch oder einem Wattepad könnt ihr die Ohrmuschel vorsichtig reinigen und trocknen.

Pfoten weg von Wattestäbchen zur Ohrenreinigung

Bitte niemals die Hundeohren mit Wattestäbchen reinigen, denn damit könnt ihr euren Hund leicht verletzen. Hunde halten nicht gern bei der Ohrenreinigung still und schon schiebt ihr Ohrenschmalz oder Schmutz noch tiefer in den Gehörgang, was zu einer Entzündung führen kann. Außerdem ist der Gehörgang des Hundes ausgesprochen empfindlich. 

Tipps für Ohrenreiniger

Verwendet am besten sehr milde und natürliche Ohrenreiniger, die das Gleichgewicht im Innenohr nicht durcheinander bringen. 

  • Sollte keinen Alkohol enthalten (zu stark)
  • Sollte keine Konservierungsmittel enthalten
  • Sollte natürliche Zutaten enthalten
  • Faustregel: 5 Zutaten reichen im Allgemeinen 

Es gibt natürliche Ohrenreiniger, die gleichzeitig pflegend sind. Ihr könnt auch unsere Hausmittel-Tipps mit Kokosöl oder Apfelessig ausprobieren.  

 

5. Kokosöl zur Reinigung & Pflege

Kokosöl wird seit jeher für die Hautpflege eingesetzt. Es enthält viel Feuchtigkeit und Vitamin E sowie B-Vitamine. Es besteht fast zur Hälfte aus Laurinsäure, die eine antimikrobielle Wirkung hat und gegen Viren, Bakterien und Pilzinfektionen schützt. Gleichzeitig soll der Geruch der Laurinsäure Zecken und andere Parasiten wie Milben, Flöhe und Läuse abschrecken. Also genau das richtige Pflegemittel für die Hundeohren. Verwendet am besten ein kaltgepresstes Bio-Kokosöl, da hier der Laurinsäuregehalt am höchsten ist.
Anwendung: Gebt etwas Öl auf einen Wattepad oder auf ein sauberes Baumwoll-Tuch und wischt damit die Ohren vorsichtig von innen aus. Ihr könnt auch einige wenige Tropfen von dem Wattepad in den Gehörgang tropfen lassen, damit auch die tieferen Bereiche des Ohres erreicht werden. Danach mit einem neuen Wattepad gut das Ohr wieder trocknen. 

6. Apfelessig zur Reinigung & Pflege

Wenn Hefepilze im Ohr überhandnehmen, führen sie zu Juckreiz und oft auch zu einem "muffigen" Geruch im Ohr. Zur Ohrenpflege und bei noch nicht zu starkem Befall könnt ihr Apfelessig verwenden. Die Hefepilze mögen das saure Milieu vom Apfelessig nicht. Am besten verwendet ihr gereinigtes Wasser (aqua purificata) aus der Apotheke oder Trinkwasser aus der Flasche und den naturtrüben Bio-Apfelessig. 
Anwendung: Ihr nehmt 50% Wasser und 50% Apfelessig und gebt diesen in eine kleine Schale. Ihr nehmt einen Wattepad und tunkt ihn in das Wasser-Apfelessig-Gemisch und reinigt damit die Ohren. Es sollten auch ein paar Tropfen der Flüssigkeit in das Innere des Ohr gelangen können. Danach könnt ihr mit einem trockenen Wattepad das Ohr vorsichtig innen leicht trocken wischen.

Bei meiner Hündin funktioniert das ganz wunderbar, denn leider reagiert  sie auf viele Ohrenpflegemittel allergisch und bekommt dann knallrote Ohren. Den Apfelessig verträgt sie dagegen sehr gut und insbesondere im Sommer zur "Badesaison" reinige ich ihre Ohren mit diesem Gemisch.

7. Geheimtipp: Ballistol zur Reinigung der Ohren

Als mir der Züchter unserer Hündin Lotte den Tipp gab, war ich sehr skeptisch: "Mit Ballistol kannst du die Ohren deines Hundes natürlich reinigen und pflegen". Ballistol kannte ich nur als Öl zum Reinigen von Waffen. Doch seit Jahrzehnten wird es auch als Geheimtipp zum Reinigen der Hundeohren verwendet, denn Ballistol ist ein sehr reines Öl, das die Haut beruhigt und reinigt. So geheim scheint der Tipp nicht mehr zu sein, denn seit einiger Zeit gibt es nun auch "Ballistol animal", doch warum nicht beim Original bleiben?

 

Nach einer Ohrenreinigung könnt ihr ein natürliches Ohrenpflegemittel auftragen, sofern das Reinigungsmittel nicht zugleich pflegt und regeneriert. Als Inhaltsstoffe können beispielsweise Milchsäure, Kokosöl, Aloe Vera, kolloidales Silber o.ä. vorkommen. Milchsäure schützt die Haut vor dem Austrocknen und bildet ein für Bakterien und Pilze unverträgliches Milieu. Aloe Vera pflegt und befeuchtet die Haut, kolloidales Silber wirkt antibakteriell. 

Besondere Pflege

Diese Hunde benötigen mehr Ohrenpflege

Wölfe müssen sich doch auch nicht die Ohren pflegen lassen. Warum sollte ich es dann bei meinem Hund tun? Ohrenbeschwerden sind bei unseren heutigen Hunderassen leider häufig von uns heran gezüchtet worden. Denn wenn das Hundeohr nicht gut durchlüftet wird, wird es anfälliger für Infektionen. Deshalb sind Hunde mit den folgenden Merkmalen gefährdeter als andere, Ohrenbeschwerden zu bekommen:

  • Hunde mit Schlapp- oder auch Knickohren, da die Ohren nicht so gut belüftet sind
  • Hunde mit einer starken Behaarung im Außen-Ohr, wie z.B. Pudel
  • Langhaarige Hunde, Hunde mit dichter Behaarung
  • Hunde, die gern Schwimmen gehen (Retriever-Arten, Wasserhunde)
  • Hunde mit einer Futterallergie neigen ebenfalls zu Ohrenentzündungen

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