Schwarz-weißer Dalmatiner im Porträt

Dalmatiner

Sportlicher, sensibler Sympathieträger mit Punkten, Eleganz und Eigensinn

Der Dalmatiner ist ein eleganter, freundlicher und smarter, mittelgroßer Laufhund aus Kroatien. Bewegungsfreude, Ausdauer und der Wunsch, seinem Besitzer zu gefallen und ihn zu begleiten, liegen dem sensiblen Dalmatiner ebenso im Blut wie eine selbstbewusste Eigenständigkeit. Die eleganten Dalmatiner sind sensibel und benötigen ein gutes Training, da sie Jagd- und Wachtrieb haben können. Eigentlich gesunde Hunde, die nur zwei Schwachpunkte haben: ihr Gehört und die Überproduktion von Harnsäure.

Top Facts

  • Gepunkteter Sympathieträger, der seine Menschen liebt: bleibt nicht gern allein
  • Sehr starker Bewegungsdrang: Aktive Halter gesucht
  • Smarter Hund mit möglichem Jagd- und Wachtrieb: Training erforderlich
  • Aktiv und energiegeladen: muss Ruhe lernen
  • Haart stark, ansonsten aber pflegeleicht
  • Schwachstellen: Gehör und Überproduktion der Harnsäure

Steckbrief Dalmatiner

Größe
54,0 - 61,0 cm
Gewicht
24,0 - 32,0 kg
Lebenserwartung
10 - 13 Jahre
Verwendung
Begleit- und Laufhund
Herkunft
Kroation
Fell
Kurzes weißes Fell mit dunklen Punkten
Wesen
Sportlich, smart und freundlich

Charakter

Sportlich, smart und selbständig sucht Menschenrudel

Mit dem Dalmatiner gewinnt man einen ausdauernden, aktiven und liebevollen aber auch selbständigen Begleiter.

Das richtige Maß an Action und Ruhe als auch an positiver Bestärkung und dem Setzen von Grenzen will bei diesem sensiblen Hund individuell gefunden werden.

Tipp zur Anschaffung: Achtet auf die wenigen, aber für den Dalmatiner typischen Erkrankungen wie Taubheit und die Bildung von zu viel Harnsäure wenn ihr euch einen Zuchthund zulegen möchtet. Nehmt ihr einen erkrankten Dalmatiner aus dem Tierschutz zu euch, so könnt ihr lernen, mit diesen Erkrankungen optimal umzugehen.

Es ist nicht verwunderlich, wenn man sich ihre Geschichte anschaut, dass Dalmatiner sehr bewegungsfreudige, ausdauernde und auch selbständige Hunde sind. Dies wurde und wird häufig noch unterschätzt. Gebe ich meinem Dalmatiner aber nicht die Möglichkeit, sich frei und ausgiebig in der Natur zu bewegen, so wird er ein unglücklicher Hund.

Gleichzeitig benötigt der Dalmi immer einen engen Bezug zu seinen Menschen und braucht "Familienanschluss". Die meisten Dalmatiner kuscheln für ihr Leben gern und suchen die menschliche Nähe, ob im Bett (lieber nicht) oder auf der Couch oder zu den Füßen ihrer Menschen.

Eine niedlich-elegante Couch-Potatoe, die im Alltag mitläuft ist er indes aber einfach nicht. Dies wurde, als der Dalmatiner in Mode kam häufig unterschätzt und führte zu Überzüchtungen, überforderten Hundebesitzern und vor allem auch zu unglücklichen Hunden.


Bewegte und smarte Beschäftigungen für den Dalmatiner

Dalmatiner sind etwas für Menschen, die sich gern in der Natur bzw. draußen bewegen. So sind bei einem gesunden und ausgewachsenen Dalmatiner Bewegungssportarten wie Joggen, Wandern oder Radfahren fantastische Möglichkeiten, ihnen Bewegung mit ihren Menschen zu ermöglichen. Eine besondere Freude macht man den meisten Dalmatinern, wenn sie beim Pferd oder an der Kutsche mitlaufen können, denn das liegt vielen von ihnen anscheinend noch sehr im Blut. Dalmatiner lieben übrigens Wasser für ihr Leben gern und gehen gern Schwimmen.

Auch viele Hundesportarten, die den Einsatz der Nase erfordern, bringen dem Dalmatiner Spaß: So z.B. Dummytraining oder Mantrailing oder einfach nur Suchspiele. Ebenso können smarte Beschäftigungen in Form von Trick-Dogging oder Obedience und Agility zum Dalmatiner passen.

Sensibel, temperamentvoll und menschenbezogen – Hyperaktivität durch Ruhe und positives Training vermeiden

Dalmatiner sind sehr menschenbezogene, sensible Hunde. Sie möchten immer bei ihrem Menschen sein und ihm gefallen. Dazu sollten sie auch ausgiebig Gelegenheit finden und Teil der Familie sein und ihre Menschen begleiten dürfen. Trennungsängste können bei Dalmatinern ausgeprägter als bei anderen Hunderassen sein. Daher sollte das Alleinsein früh und intensiv langsam trainiert werden.

Da Dalmis auch intelligent sind, bringt dies den Vorteil, dass sie gut trainierbar sind. Am besten trainierst du die sensiblen Hunde mit positiver Bestärkung und klaren Grenzen, aber niemals mit Bestrafungen, was im modernen Hundetraining ohnehin nicht der Fall sein sollte. Wird zu viel zu schnell verlangt oder von Anfang mit viel Bewegung gearbeitet, können die temperamentvollen Dalmatiner schnell überdrehen und zu Hyperaktivität und Unkonzentriertheit neigen.

Ein Welpe oder auch ein Junghund wird nie seine Müdigkeit rechtzeitig zeigen und gerade ein bewegungsfreudiger Dalmatiner wird nur zu gern bereit sein, mitzulaufen. Dies ist aber gerade bei jungen Tieren sowohl aus psychologischer als auch aus gesundheitlicher Sicht nicht sinnvoll: Ein Zuviel an Bewegung kann im Wachstum zu Gelenkproblemen führen, die diese Rasse eigentlich kaum mit sich bringt. Ein Zuwenig an Ruhe kann den Dalmatiner nervös und aufbrausend werden lassen.

Deshalb ist es wichtig, mit Ruhe, Konsequenz und positivem Training den Dalmatiner zu erziehen und ihm Ruhephasen zu gönnen oder auch zu verordnen.

Oh ja, hinterherlaufen bringt Spaß – auch hinter Wild

Auch wenn der Dalmatiner kaum als reiner Jagdhund verwendet wurde, so hat er doch Jagdhunde in seinen Genen. Da er auch noch schnell, ausdauernd, temperamentvoll und durchaus selbständig unterwegs ist, hetzen viele Dalmatiner gern einmal einem Reh oder Hasen hinterher. Hier heißt es von Anfang an konsequent zu trainieren. Anti-Jagdtrainings sind bei diesem kooperativen Hund durchaus anstrengend aber erfolgversprechend. Um deinem Dalmatiner freie Bewegung in der Natur zu ermöglichen, also ein Muss im Training.

Wachsam ja, aber kein Schutzhund

Dalmatiner haben schon immer die Menschen, Kutschen und auch Pferde beim Begleiten bewacht. Sie sind freundlich, aber geben durchaus Laut, wenn sie etwas Ungewöhnliches vernehmen. Als typische Schutzhunde sind sie jedoch nicht gemacht.

Intelligenz

Dalmatiner sind intelligent und smarte Hunde, die schnell lernen.

Aufmerksamkeit

Dalmatiner haben einen guten Arbeitseifer, möchten kooperieren und gefallen.

Energie

Dalmatiner verfügen über ein sehr hohes Energie-Level, sind berühmt für ihren hohen Bewegungsdrang und benötigen daher sehr viel Auslauf.

Zeitaufwand

Der tägliche Zeitaufwand beim Dalmatiner ist aufgrund seines großen Bewegungsdrangs als hoch anzusehen. Der Pflegeaufwand ist dagegen eher gering.

Training

Dalmatiner sind smart, ausdauernd und wollen gefallen. Gleichzeitig sind sie sensible und selbständige Hunde. Sie lassen sich mit Geduld, Liebe und konsequenten Grenzen gut trainieren, aber genau das ist auch notwendig. Insbesondere nicht zu Jagen, Hyperaktivität, Alleinsein sind Punkte, die mit dem Dalmatiner gut trainiert werden wollen und wo mehr Zeit investiert werden sollte, als bei anderen Hunderassen nötig ist.  

Als sportliche und lernbegierige Hunde sind sie für viele Hundesportarten und Beschäftigungen geeignet. Hierbei zählt, was deinem Hund individuell gefällt und liegt:

Wohnungstauglichkeit

Jein - Dalmatiner benötigen regelmäßig sehr viel Auslauf. Diesen bekommen sie aber ohnehin nicht in der Wohnung, im Haus oder in einem Garten. Daher ist eine Wohnung sicherlich in Ordnung, sofern genügend Auslauf und Beschäftigung außerhalb der Wohnung gewährleistet sind. Eine Couch-Potato, die tagsüber in der Wohnung allein bleiben kann, ist der Dalmatiner in keinem Fall.

Da der Dalmatiner kein leichter Hund ist, der von seinem Besitzer gut getragen werden kann, sei es als Welpe, Junghund, bei Krankheit oder im Alter, sei vor Treppen aber gewarnt. Sollte die Wohnung nicht ebenerdig sein oder einen Fahrstuhl besitzen, ist ein Dalmatiner nicht für die Wohnung geeignet.

Euer Vermieter sollte die Hundehaltung ebenfalls schriftlich genehmigen. Auch bei einer Eigentumswohnung muss die Eigentümergemeinschaft einer Hundehaltung im Haus zustimmen.

Treue & Ergebenheit

Dalmatiner sind sehr menschenbezogen und möchten ihrem Menschen gefallen. Sie sind bei guter Behandlung sehr treue Begleiter und lassen sich mit positiver Bestärkung sehr gut trainieren.

Jagdtrieb

Dalmatiner haben Jagdhunde in ihren Vorfahren und obgleich sie kaum zur Jagd verwendet wurden, so ist doch Jagdtrieb bei sehr vielen Dalmatinern vorhanden. Hinzu kommen Ausdauer und Schnelligkeit, die sie perfekt für die Hetzjagd ausstatten. Da Dalmis gelehrig sind und gefallen möchten, besteht mit einem konsequenten Training eine hohe Wahrscheinlichkeit, das Jagdverhalten im Alltag in den Griff zu bekommen. Aber es kostet bei vielen Dalmatinern mehr Trainings-Aufwand als bei anderen Hunderassen.

Alleinsein

Die sensiblen Dalmatiner lieben es, ihre Menschen überall hin zu begleiten. Dies ist über Jahrhunderte auch ihre Aufgabe gewesen. Daher muss das Alleinsein von Anfang an behutsam und konsequent mit ihnen geübt werden. Hier kann es mehr Zeit erfordern, dies zu trainieren, als mit anderen Hunderassen. Grundsätzlich sollte kein Hund länger als 4 Stunden am Stück allein gelassen werden.

Bellen

Dalmatiner hatten immer die Aufgabe, ihre Besitzer und insbesondere Kutschen und Pferde auch zu bewachen. Daher schlagen sie gern an, wenn sie Ungewöhnliches Hören oder Sehen. Unsichere Dalmatiner gehören auch schon einmal zu den Verbellern, was unbedingt trainiert werden sollte. Zum reinen Kläffen neigen die meisten Dalmatiner jedoch nicht.

Wachsamkeit

Dalmatiner können eine ausgeprägte Wachsamkeit ein Tag legen.

Beschützer

Aufgrund ihrer Größe, ihrer Energie und ihrer Wachsamkeit können Dalmatiner auch gute Beschützer abgeben. Reine Wachhunde sind sie indes aber nicht.

Verträglich mit Hunden

Dalmis sind, sofern sie gut sozialisiert wurden, freundlich und verträglich gegenüber Artgenossen. Natürlich gibt es auch hier immer Ausnahmen und dominante Rüden unter sich, können immer mal zu Streit führen. Generell ist der Dalmatiner aber sehr verträglich mit anderen Hunden und Hunderassen.

Verträglich mit Tieren

Dalmatiner wurden in ihrer Geschichte immer mit Pferden zusammen gesehen und haben tatsächlich eine große Verträglichkeit mit Pferden, sofern sie früh mit ihnen sozialisiert werden. Viele Reiter oder auch Kutschfahrer haben Dalmatiner als Begleithunde. Dalmatiner haben Jagdhunde in ihren Vorfahren, so dass ein Jagdtrieb bei Katzen und anderen Tieren ausbrechen kann. Eine Verträglichkeit mit anderen Tieren will immer von Beginn auf an geübt werden und ist mehr eine Frage der Sozialisierung und Gewöhnung als der Hunderasse. Aufgrund des vorhandenen Jagdtriebs kann es bei Dalmatinern aber schwieriger werden.

Kinderfreundlich

Dalmatiner sind freundliche und aufgeschlossene Hunde, die anpassungsfähig sind und sich daher auch gut mit Kindern vertragen können. Kleinkinder sollten mit einem Hund nie allein gelassen werden und aufgrund der Größe der Dalmatiner sind sie nur bedingt kompatibel. Auch wenn sie niedlich aussehen und die Walt Disney-Filme häufig Kinder dazu veranlasst haben, Dalmatiner auf die Wunschliste zu setzen: sie sind, wie alle Hunde, keine Spielhunde für Kinder und die Kinder müssen ebenfalls lernen, wie sie sich gegenüber einem Hund im Haushalt verhalten können.

Verträglich mit Fremden

Dalmatiner sind aufgeschlossen und freundlich, aber genauso wachsam und sensibel. Fremde können je nach Sozialisierung des Hundes verbellt oder freundlich empfangen werden. Daher ist eine Gewöhnung und Erziehung bei einem auch durchaus großen Hund wie dem Dalmatiner besonders wichtig.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Größte Schwachstellen sind Taubheit und eine Überproduktion der Harnsäure

Der Dalmatiner gehört zu den gesunden und robusten Hunderassen. Aber auch er hat seine Besonderheiten und Schwachstellen in der Gesundheit.

Im Grunde ist es ein Vorteil, dass der Dalmatiner schon länger nicht mehr zu den Modehunden gehört und dass die Welle der Beliebtheit aufgrund der 101-Dalmatiner Walt Disney-Filme abgeklungen ist. Denn diese hat auch viele unseriöse Züchter und "Hunde-Vermehrer" auf den Plan gerufen, die der Gesundheit des Dalmatiners geschadet haben.

Seine größten gesundheitlichen Schwachstellen liegen in der Taubheit, die häufig mit der weißen Fellfarbe einhergeht und in der Überproduktion von Harnsäure und ihren Folgen, die ein Problem der meisten Dalmatiner ist.

Mit einem tauben Hund kann man durchaus leben, doch sollte Taubheit natürlich in der Zucht vermieden werden. Bei einer Überproduktion von Harnsäure, sollte der Hund entsprechend purinarm ernährt werden, um Harn- und Blasensteine zu vermeiden. Mittlerweile gibt es Zuchten, die von der Harnsäure-Problematik nicht mehr betroffen sind.

Eine Überbeanspruchung in jungen Jahren, wozu der aktive Hund verleiten kann, kann zu Gelenkproblemen führen, die diese Hunderasse eigentlich nicht mit sich bringt.

Robustheit

Die meisten Dalmatiner sind bei guter Haltung sehr robuste Hunde, abgesehen von einigen für Dalmatiner typischen Erkrankungen.

Krankheiten

Wenn ihr einen Dalmatiner oder einen Dalmatiner-Welpen kaufen möchtet, solltet ihr versuchen, die rassespezifischen Krankheiten abzuklären. Jeder verantwortungsvolle Züchter wird euch gerade über die häufigsten Dalmatiner-Krankheiten in seiner Zucht Auskunft geben können. 

Die folgenden beiden Krankheiten treten bei Dalmatinern überdurchschnittlich häufig auf:

  1. Taubheit
    Da überdurchschnittlich viele Dalmatiner an einseitiger oder an beidseitiger Taubheit leiden, kann ein bereits beim Züchter erfolgter sogenannter audiometrischer Test sinnvoll sein. Hinweise für eine vorliegende Taubheit können auch ein oder zwei blaue Augen und verstärkte Weißfärbung am Kopf sein.
  2. Hyperurikosurie - Überproduktion von Harnsäure
    Bei fast allen Dalmatinern, mit Ausnahme von sogenannten Backcross oder auch LUA-Dalmatinern, wird genetisch bedingt zu viel Harnsäure produziert. Diese Erkrankung kann zur Bildung von Steinen in der Blase, in der Niere oder im Urogenitalsystem bis hin zum Nierenversagen führen, muss es aber nicht. Nach Studien tritt die Steinbildung bei kastrierten Rüden häufiger auf. Daher gibt es eine Empfehlung, diese erst ab dem 2.Lebensjahr zu kastrieren. Auch hilft eine purinarme Ernährung, damit sich die Steine nicht bilden. Ratsam ist es bei Dalmatinern auf eine gute Wasseraufnahme zu achten und regelmäßige Kontrollen mittels pH-Untersuchung des Urins oder einer tierärztlichen Kontrolle des Urin-Sediments.

Es gibt weitere Erkrankungen, die auch beim Dalmatiner etwas häufiger vorkommen, als bei anderen Hunderassen:

  1. Atopische Dermatitis
  2. Grauer Star (Katarakt)
  3. Grüner Star (Glaukom)
  4. Ektropium (Hänge-Lid)
  5. Entropium (Roll-Lid)
  6. Dalmatiner Bronze Syndrom

Gelenkserkrankungen wie HD, ED oder OCD werden bisher zwar eher selten vererbt, aber gerade weil Dalmatiner bewegungsfreudig sind, sollten sie nicht zu früh zu stark bewegt werden und nicht durch die falsche Ernährung zu schnell wachsen, um entsprechenden Wachstumsstörungen und dadurch verursachten Gelenkproblemen soweit wie möglich vorzubeugen.

Verträgt Hitze

Dalmatiner lieben es, in der Sonne zu liegen. Sie kommen mit Wärme sehr gut klar, Hitze ist auch in Ordnung, aber es sollte natürlich nicht zu viel sein.

Verträgt Kälte

Dalmatiner besitzen keine Unterwolle, was sie Kälte gegenüber empfindlich werden lässt.

Manche sind gar nicht begeistert bei Kälte und Nässe nach draußen zu gehen.

Sie können Schnee und Kälte solange gut vertragen, wie sie in Bewegung sind. In der Kälte aber zu warten (z.B. im Auto oder draußen) ist absolut nicht gut für den Dalmatiner und bringt ihn schnell zum Unterkühlen und Zittern.

Pflege

Die Fellpflege des Dalmatiners ist nicht aufwändig, lediglich ein regelmäßiges Kämmen bzw. Bürsten des Fells ist notwendig.

Da der Dalmatiner Hängeohren besitzt, die nicht so gut durchlüftet werden, sollten sie regelmäßig auf Dreck oder Entzündungen geprüft und behandelt werden. Z.B. kann ein Reinigen der Ohren Entzündungen vorbeugen.

Auch die recht hoch angesetzten Krallen sollten regelmäßig überprüft und ggf. gekürzt werden.

Baden

Dalmatiner müssen, wie andere Hunde auch, nicht regelmäßig gebadet werden. Da sie wasserliebend sind, könnte das ein oder andere Bad aufgrund eines dreckigen oder gar stinkenden Hundes nötig werden. Aus Gesichtspunkten der Fellpflege ist es aber nicht regelmäßig nötig.

Kämmen & Bürsten

Dalmatiner sollten mindestens wöchentlich gekämmt oder gebürstet werden, um tote Haare zu entfernen und damit sie nicht im Haus so stark haaren.

Haaren

Dalmatiner haben ein kurzes, glattes Fell. Sie haaren ganzjährig, aber insbesondere zum Fellwechsel im Frühjahr oder auch im Herbst. Da ihre Haare hell als auch dunkel sind, sind sie meist auf der Kleidung oder im Haus gut sichtbar.

Schneiden & Trimmen

Das kurze Fell der Dalmatiner unterliegt dem Fellwechsel und muss weder geschoren, noch geschnitten oder getrimmt werden.

Für Allergiker geeignet

Der Dalmatiner haart und ist kein sogenannter hypoallergener Hund, der beim Menschen seltener Allergien auslösen soll. Dazu sei angemerkt, dass kein Hund zu 100% hypoallergen ist.

Sabbern

Dalmatiner neigen nicht zum Sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Gewicht halten und auf purinarme Ernährung und genug Flüssigkeit achten

Übergewicht und zu schnelles Wachstum beim Dalmatiner vermeiden

Dalmatiner sind häufig kleine Fressmaschinen und es ist wichtig, auf ihr Gewicht durch die Nahrungsmenge zu achten. Übergewicht ist nicht nur für die Gelenke schädlich, es verkürzt bei Hunden nachweislich das Leben. Bei Welpen und Junghunden solltet ihr durch entsprechende Ernährung darauf achten, dass sie nicht zu schnell wachsen.

Zwei Mahlzeiten sind bei erwachsenen Dalmatinern sinnvoll

Dalmatiner sind häufig kleine Fressmaschinen und es ist wichtig, auf ihr Gewicht durch die Nahrungsmenge zu achten. Übergewicht ist nicht nur für die Gelenke schädlich, es verkürzt bei Hunden nachweislich das Leben.

Bei allen großen Hunden ist es sinnvoll, die tägliche Futterration auf zwei Mahlzeiten morgens und abends zu verteilen. Grundsätzlich sollte euer Hund vor den Mahlzeiten etwas Ruhe haben und mindestens eine Stunde nach dem Fressen ebenfalls, damit keine Magendrehung begünstigt wird. Die Abendmahlzeit gebt ihr am besten auch nicht direkt vor der Nacht, sondern am frühen Abend. Dann ist das Futter vor dem Schlafen verdaut. 

Purinarme Ernährung bei fast allen Dalmatinern (außer LUA-Dalmatiner)

Es gibt aber noch eine wichtige Einschränkung bei der Ernährung, denn die meisten Dalmatiner leiden unter der Hyperurikosurie (eine genetisch bedingte Störung der Purin-Verarbeitung im Körper, die zu stärkerer Ausscheidung von Harnsäure im Urin führt). Damit es nicht zu Erkrankungen wie Blasensteinen u.ä. kommt, sollte die Ernährung prophylaktisch purinarm sein. Z.B. solltet ihr auf Kauartikel und Leckerlis aus Fleisch zusätzlich verzichten. Auch ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Dies ist gar nicht so einfach, aber das Wasser kann attraktiver gemacht werden z.B. mit ein wenig Brühe, Milch, Saft oder Honig.

Verfressenheit

Die meisten Dalmatiner sind sehr verfressen. Es kommt ihnen zwar zugute, dass sie sportlich sind, aber dies kann ein Zuviel an Futter nicht immer ausgleichen. Daher aufpassen und Bewegung und Futtermenge gut auf ein optimales Gewicht des Dalmatiners abstimmen und auch Leckerlis bei der täglichen Kalorienzufuhr beachten.

Aussehen

Der weiße Hund mit den dunklen Punkten...

Der Dalmatiner ist ein auffallend gepunkteter, mittelgroßer Hund mit einem gut proportionierten und dabei muskulösen Körper, der jedoch niemals schwerfällig sondern elegant erscheint. Dalmatiner haben Hängeohren und einen relativ langen Hals. Die Rute reicht bis zu den Sprunggelenken. Dalmatiner haben einen lebhaften Ausdruck und sind sehr schnelle und dabei ausdauernde Hunde. Dalmatiner erreichen optimalerweise eine Größe zwischen 54-61cm. Das kurze, harte Haarkleid liegt dicht am Körper an und glänzt.

Weiß ist die Grundfarbe des Dalmatiners, die Tupfen können entweder schwarz oder braun (leberfarben) sein. Mittlerweile gibt es auch hier weitere Farben, die jedoch meist nicht offiziell anerkannt sind. Erwünscht ist eine gleichmäßige Verteilung der Tupfen, die nicht ineinander übergehen sollen.

Augenfarbe

Dalmatiner haben braune Augen

Fell

Laut Rassestandard hat der Dalmatiner kurze, harte und dichte Stichelhaare, die glänzen sollen. Das Fell des Dalmatiners besitzt keine Unterwolle.

Langhaar-Dalmatiner: Es gibt auch sehr selten Langhaar-Dalmatiner. Diese sind jedoch bisher nicht offiziell z.B. von der FCI anerkannt und damit in der Zucht nicht gewünscht.

Farbe

Die Fellfarbe ist das auffallendste und bekannteste Merkmal des gepunkteten bzw. getupften Dalmatiners. Dabei ist die Grundfarbe immer Weiß, während die Tupfen nach offiziellem Standard entweder Schwarz oder Braun (Leberfarben) sein dürfen.

Braun getupfte Dalmatiner kommen seltener vor als schwarz getupfte Dalmatiner, da rezessive Gene die braune (leberfarbene) Farbe vererben. Braun getupfte Dalmatiner unterscheiden sich ansonsten nicht, aufgrund ihrer Seltenheit erregen sie aber mehr Aufmerksamkeit.

Gerade für die Tupfen gibt es genaue Vorstellungen und Bestimmungen in den Rassestandards: Die Tupfen dürfen nicht ineinander übergehen und müssen voneinander klar abgegrenzt sein. Sie sollen möglichst rund und gleichmäßig über den Körper verteilt sein. Dabei sollten die Tupfen ca. 2-3 cm groß sein, wobei sie aber am Kopf, an der Rute und an den Gliedmaßen kleiner als am restlichen Körper sein müssen.

Farbe und Taubheit

Je mehr Weiß am Kopf vorhanden ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Taubheit.

Es existieren sehr viel mehr Farbvarianten und sog. Platten (Flecken) statt Tupfen. All diese Farben sind jedoch nicht offiziell in der Zucht (FCI) anerkannt und dies kann seinen Grund auch darin haben, das Krankheiten, die mit diesen Varianten einhergehen können, noch nicht final erforscht sind. Hier ein Auszug aus weiteren Farben:

  • Weiß-Bronze
  • Weiß-Lemon (helle Tupfen mit schwarzer Nase)
  • Weiß-Orange (helle Tupfen mit brauner Nase)
  • Weiß-Blau (mit dieser Färbung sind auch bei Dalmatinern eine Häufung der Hautkrankheit festgestellt worden)
  • Tricolor (braune und schwarze Flecken auf weiß)
  • Weiß Gestromt
  • Sable

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte des Dalmatiners – eine sehr bewegte und lange Vergangenheit

FCI Norm

Nummer: 153

Herkunft

Kroatien

Geschichte

Über die Herkunft von Dalmatinern gibt es viele unterschiedliche Theorien und – wie bei den meisten Hunderassen - keine eindeutige Geschichte. Fest steht aber, dass es sich bei Dalmatinern um eine sehr alte Hunderasse handelt, von der es Erwähnungen und Abbildungen bereits aus dem Mittelalter gibt. Viele Länder wurden als Ursprung der Dalmatiner vermutet, von den Britischen Inseln, Nord Afrika, Asien und Indien und sogar das alte Ägypten. Nicht leichter wird die Suche nach ihrer Herkunft durch die Tatsache, dass Dalmatiner mit Roma schon vor Jahrhunderten durch ganz Europa gereist sind. Aber genau das macht den Dalmatiner auch so spannend.

Schriften, Altarbilder und Fresken des Dalmatiners gab es bereits im Mittelalter

Bereits zwischen dem 17. und 18.Jahrhundert wurden Dalmatiner auf Gemälden und Fresken und in kirchlichen Chroniken in der Region Dalmatien, zugehörig zum heutigen Kroatien (und in winzigen Teilen übrigens auch zu Montenegro) dargestellt:

  • 1600-1630: Altarbild „Madonna mit Jesus und Engeln“ der Kirche „Gospa od andjela“ in Veli Losinj, auf dem sich ein dem Dalmatiner sehr ähnlich sehender gefleckter Hund befindet
  • 1700-1730: Fresko in Zaostrog (vermutlich 1710, venetianischer Stil)
  • 1719: Erwähnungen in den Kirchenchroniken des Bistums Djakovo (Kroatien) von Bischof Petar Bakic
  • 1737: Erwähnungen in den Kirchenchroniken des Bistums Djakovo von Andreas Keckzemety. Hier wurde der Dalmatiner bereits als „Canis Dalmaticus“ beschrieben.
  • Bereits im 18.Jahrhundert wurden Dalmatiner in England und in den USA bekannt
  • 1771: Thomas Pennant (ein walisischer Naturwissenschaftler, Ornithologe und Zoologe) beschreibt den Dalmatiner in seinem Werk „Synopsis of Quadrupeds“
  • 1790: Thomas Bewick erwähnt Dalmatiner als „Coach Dog“, Kutschenhund
  • 1882: erster inoffizieller Dalmatiner-Standard wird von dem Engländer Vero Shaw aufgestellt, 1883 wird der Dalmatiner in seinem Buch „The Illustrated Book of the Dog“ 1881 erwähnt und abgebildet
  • 1888: erste Eintragungen von Dalmatinern im American Kennel Clu
  • 1890: Gründung des „Dalmation Clubs“ in England mit erstem offiziellen Standard in den der inoffizielle Standard von Vero Shaw überführt wurde
  • 1955: Die FCI veröffentlicht den ersten Standard für den Dalmatiner

Dalmatiner sind sehr vielseitig eingesetzt worden

Schenkt man den Fachbüchern Glauben – und vieles vom Äußeren als auch vom Wesen deutet darauf hin – so stammen Dalmatiner ursprünglich von Pointern und den "Hounds“ aus Osteuropa ab. Also eindeutig von Jagdhunden. Sie wurden aber vermutlich nicht lange für die Jagd oder für die Fährte primär eingesetzt.

Ihre Vorfahren fanden sowohl Verwendung als Vorsteh- und Laufhunde, aber auch als Hüte- und Wachhunde. Es gibt sogar Theorien, in denen sie als Zughunde und Rattenfänger eingesetzt wurden, was durchaus möglich ist.

Kutschenhund von Adligen und Zigeunern bringt Dalmatiner durch ganz Europa

In Viktorianischen Zeiten (Queen Victorias Regentschaft in England: 1837-1901) war der elegante und ausdauernde Dalmatiner in England als Kutschenbegleithund der Adligen sehr beliebt und wurde im Grunde hier schon zum Modehund. Ihr Job war es, vor oder neben den Pferdedroschken zu traben und sowohl die Besitzer als auch Kutsche und Pferde im Notfall zu verteidigen. Die Briten hatten sehr viele Spitznamen für die Dalmatiner. Dalmis oder auch im englischen „Dals“ genannt, waren lange Zeit auch gemeinsam mit Roma in ganz Europa unterwegs.

Was haben Dalmatiner mit der New Yorker Feuerwehr zu tun?

Fast zur selben Zeit wurden Dalmatiner auch in den USA berühmt und hatten ihre erste Eintragung im American Kennel Club bereits 1888. Im 19. Jahrhundert, als die Löschwagen der Feuerwehr in London und New York noch von Pferden gezogen wurden, begleiteten die Dalmatiner auch diese. Sie liefen neben ihnen oder wie Sirenen bellend voraus oder fuhren auf den Löschwagen mit. Heutzutage begleiten sie z.B. noch die "Budweiser Clydesdales" als Maskottchen auf Paraden: die Kaltblüter, die historische Bierwagen ziehen.

Mit dem Erscheinen des Buches "101 Dalmatiner" 1956 in England und den darauf folgenden Walt Disney Verfilmungen wurden Dalmatiner zuerst in England und Amerika und dann in der ganzen Welt beliebte Modehunde. Dies hat der Rasse aufgrund von unseriösen Züchtungen und auch aufgrund von vielen überforderten Hundebesitzern, die mit der Energie des „niedlichen Fleckenhundes“ nicht zurechtkamen, mehr geschadet als genützt. Der Dalmatiner ist zwar nach wie vor ein weltbekannter Sympathieträger, kommt aber bei weitem nicht mehr so häufig vor, wie früher.

Was in aller Welt sind LUA- und HUA-Dalmatiner?

Fast alle Dalmatiner haben eine genetische Erkrankung, die sogenannte Hyperurikosurie. Dies bedeutet, dass Dalmatiner zu viel Harnsäure produzieren, was zur Bildung von Steinen in Blase, Niere oder überhaupt im gesamten Urogenitalsystem und in schlimmen Fällen zu Nierenversagen führen kann. Diese Mehrheit der Dalmatiner ordnet man somit den HUA-Dalmatiner zu, was von "high uric acid"=hohe Harnsäure stammt. Seit den 2010er Jahren gibt es Gentests zur Erkennung dieser Erkrankung.

Doch bereits lange vor einem dafür bestehenden Gentest wurden in den 1970er Jahren Rückkreuzungen von Dalmatinern mit Pointern vorgenommen, um mit frischen Genen gegen die Erkrankung in der Zucht anzugehen. Da der Pointer ein Vorfahre der Dalmatiner ist, handelt es sich nicht um eine neue Einkreuzung, sondern um eine Rückkreuzung (Backcross), was gerade Züchtern sehr wichtig ist.

Die hieraus entstandenen "LUA-Dalmatiner" ("low uric acid"=geringe Harnsäure), sind also Hunde, die das krankhafte Gen, das zu einer Überproduktion der Harnsäure führt, nicht besitzen. Die LUA-Dalmatiner sind mittlerweile über viele Generationen gezüchtet und sind zu fast 100% Dalmatiner. Sie wurden auch nach Europa eingeführt und im englischen Kennel Club zur Zucht zugelassen.

Dalmatiner im Überblick

Ein sportlicher, sensibler und eleganter Hund, der gut trainiert sein will

Mit dem Dalmatiner gewinnt man einen ausdauernden, aktiven und liebevollen aber auch selbständigen Begleiter. Das richtige Maß an Action und Ruhe als auch an positiver Bestärkung und dem Setzen von Grenzen will bei diesem sensiblen Hund individuell gefunden werden.

Achtet auf die wenigen, aber für den Dalmatiner typischen Erkrankungen wie Taubheit und die Bildung von zu viel Harnsäure wenn ihr einen Zuchthund euch zulegen möchtet. Nehmt ihr einen Dalmatiner aus dem Tierschutz zu euch, der diese Erkrankungen vielleicht schon hat: es lässt sich sowohl mit Taubheit als auch mit der Bildung von zu viel Harnsäure gut leben, sofern ihr einiges beachtet.

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern:
Copyright © 2021 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum - Datenschutz