Gesundheit

Symmetrisch lupoide Onychrodystrophie (SLO) - Krankheit der Krallen

Wenn dein Hund unter Veränderungen der Krallen mit Krallenbettentzündungen und Krallenverlust zunächst an einer und später an mehreren Pfoten leidet, kann eine symmetrisch lupoide Onychrodystrophie (SLO) dahinterstecken. Diese Erkrankung betrifft ausschließlich die Krallen des Hundes und schreitet unbehandelt immer weiter fort. Es kommt zu Entzündungen und schließlich zu dem Verlust von Krallen, was sehr schmerzhaft für euren Hund ist und zu Lahmheiten und Bewegungsunlust führen kann.

Bei SLO kommt es zu Entzündungen und zum Ausfallen der Krallen des Hundes (hier im Bild eine Hundepfote mit gesunden Krallen)

Beschreibung, Definition

Symmetrisch Lupoide Onychodystrophie (SLO)

Die symmetrische lupoide Onychodystrophie (SLO) ist eine autoimmun-Erkrankung des Hundes, die ausschließlich zu krankhaften Veränderungen, Entzündungen und zum Verlust der Krallen des Hundes führt. Die SLO gilt als die häufigste Form der Krallenbettentzündung bei Hunden. Die genaue Ursache der Erkrankung ist bisher unbekannt, es wird aber eine genetisch bedingte Disposition vermutet, an der der seit einigen Jahren geforscht wird.

Symptome

Symptome der SLO beim Hund

Die Krankheit kann bei Junghunden ab ca. einem halben Jahr oder auch erst mit acht Jahren auftreten. Meistens sind zu Beginn nur 1-2 Krallen betroffen, was sich jedoch auf weitere Krallen und Pfoten innerhalb weniger Wochen ausbreiten kann. Auffällig ist meist, dass der Hund sich häufig an den Pfoten leckt und Schmerzen an den Krallen empfindet.

Die häufigsten Symptome der SLO bei Hunden sind:

  • Vermehrtes Lecken der Krallen
  • Schmerzhaftigkeit der Krallen, Lahmheiten, Bewegungsunlust
  • Erste Veränderungen an ein oder mehreren Krallen: spröde, brüchig, Formveränderungen
  • Krallenbettentzündungen, Ausfall der Krallen oder Krallen müssen gezogen werden
  • Nachwachsende Krallen zeigen ein unnormales Krallenwachstum (sind kurz, spröde, brüchig, fehlgeformt) und fallen wieder aus
  • Ausbreitung der Erkrankung innerhalb weniger Wochen oder Monate auf alle vier Pfoten
  • Sekundärinfektionen sind häufig

Ursachen/Vorbeugung

Ursachen der SLO nicht eindeutig geklärt

Es werden derzeit unterschiedliche Auslöser der Auto-Immunerkrankung vermutet. So gibt es sehr wahrscheinlich eine genetische Disposition und Vererbung, da diese Erkrankung bei einigen Hunderassen verstärkt auftritt. An dieser vererbbaren Erkrankung und an Gentests wird derzeit (Stand März 2022) noch geforscht.

Ein weiterer Auslöser wird in der Zusammensetzung des Futters und in Störungen der Darmgesundheit und des Stoffwechsels vermutet. Insbesondere das Fehlen von essentiellen Fettsäuren kann einen Ausbruch der Erkrankung begünstigen. Denkbar sind auch Futtermittelunverträglichkeiten.

Es werden auch weitere Ursachen wie beispielsweise Funktionsstörungen der Schilddrüse (Hypothyreose) vermutet. 

Diagnose

Diagnose der symmetrischen lupoide Onychrodystrophie (SLO)

Der Tierarzt wird zunächst eine gründliche Untersuchung und die genaue Aufnahme des Krankheitsverlaufes vornehmen. Die Symptome lassen bereits eine Vermutung auf eine SLO zu, doch weitere mögliche Erkrankungen müssen zunächst ausgeschlossen werden. So beispielsweise ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion, Immun-Erkrankungen, hormonelle Störungen oder Leishmaniose. Es sollten auch ernährungsbedingte Störungen und Mangelerscheinungen untersucht werden. Ebenso sollte die Darmgesundheit untersucht werden.

Eine definitive Diagnose der SLO kann der Tierarzt nur über eine histopathologische Untersuchung stellen. Dafür müssen Proben des betroffenen Gewebes entnommen (Biopsie) und mikroskopisch untersucht werden. Es muss eine betroffene Kralle vollständig amputiert und entsprechend an ein pathologisches Institut zur Untersuchung eingesendet werden.

Therapie & Behandlung

Therapie-Möglichkeiten bei SLO

Es gibt bisher leider keine einheitliche Therapie, die zu der Heilung der SLO führt. Allerdings kann durch die folgenden Therapiemöglichkeiten oder auch durch eine Kombination der Therapien bei manchen Hunden ein vollständiges Abklingen der Symptome und bei den meisten Hunden eine Besserung erfolgen.

Dabei gibt es die folgenden unterschiedlichen Behandlungsmethoden:

Schulmedizinische Therapie

In der Schulmedizin werden sowohl medikamentöse als auch lokale und operative Therapien eingesetzt.

Medizinische Therapie

In der Schulmedizin werden meist die folgenden Medikamente zur Therapie der SLO eingesetzt:  

  • Antibiotika (Tetrazykline)
  • Kortison (z.B. Prednisolon)
  • Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin, Pentoxyphilin)

Doch die eingesetzten Medikamente der Schulmedizin können teilweise starke Nebenwirkungen haben und führen oft zu einer kurzfristigen Linderung aber leider nicht zu einer langfristigen Besserung.

Lokale Therapie

  • Antiseptika
  • Pediküre der Krallen
  • Entfernung von sich lösenden Krallen (meist in Narkose)
  • Bei einzelnen schwer betroffenen Krallen, bei denen andere Therapien nicht ansprechen und es zu tiefen Entzündungen und Arthrosen gekommen ist, kann eine Krallenbeinamputation das letzte Mittel der Wahl sein.

Alternative Therapien

Alternative Therapien bei SLO können bei einigen Hunden zu einer dauerhaften Besserung der Symptome führen. Sie haben meist einen ganzheitlichen Ansatz und beinhalten die Zugabe von fehlenden Nahrungsergänzungsmittel, Futtermittelumstellungen und Darmsanierungen.

Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B3

In den USA und in Skandinavien ist eine Therapie mit hochdosierten Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B3 sehr erfolgsversprechend.

Hierzu werden dem Hund mit dem Futter zusätzlich hochwertige Omega3-Fettsäuren in einer täglich hohen Dosierung verabreicht. Sie wirken auf der einen Seite entzündungshemmend und stärken das Immunsystem und werden gleichzeitig als Aufbaustoffe für die Zellmembranen verwendet. Zu den Omega-3-Fettsäuren gehören die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA), wie sie in Fischöl, Algenöl und Krillöl vorkommen. Die Alpha-Linolensäure ist die Vorstufe von EPA und der daraus entstehenden DHA, doch ist die Umwandlungsrate bei Hunden sehr gering, weshalb es sinnvoll ist, DHA und EPA konzentriert zuzuführen. Für eine hohe Qualität und eine hohe Dosierung (mindestens 20-40 mg pro Kg Gewicht des Hundes am Tag) können beispielsweise Omega-3-Kapseln für den menschlichen Bedarf täglich der Nahrung hinzugegeben werden. Omega-3-Öle von schlechter Qualität sollten gemieden werden, da sie toxische Schwermetalle enthalten können.

Zusätzlich wird eine hohe Gabe von Vitamin B3 (meist in Form von Nicotinamid) von ca. 20-100mg pro Kg Gewicht am Tag zugegeben. Ein Mangel an Vitamin B3 kann zu entzündlichen Veränderungen an der Haut führen. Er kann beispielsweise durch eine Ernährung mit einem zu geringen Fleischanteil entstehen.

Futtermittelumstellung: Darmgesundheit herstellen

Eine Futtermittelumstellung auf eine natürliche und darmgesunde Ernährung kann bei einer SLO zu einer Linderung der Symptome führen und ist als begleitende Therapie immer eine gute Unterstützung. Zu Beginn der Nahrungsumstellung kann Darmsanierung sinnvoll sein. Am besten lasst ihr euch hierzu von einem guten Ernährungsberater für Hunde oder von einem ganzheitlichen Tierarzt oder Tierheilpraktiker mit der Zusatzausbildung Ernährung beraten. In dieser Ernährung liegen beispielsweise Omega-3-Fette und Vitamin B3 ausreichend vor und entzündliche Prozesse können gemildert werden.

Weitere Therapien

Tierheilpraktiker können weitere Untersuchungen und Therapien wie beispielsweise eine Bioresonanztherapie und Dunkelfeld-Vitalblutanalyse vornehmen, um mögliche weitere organische Ursachen zu diagnostizieren und dann entsprechend zu therapieren.

Prognose

Wie ist die Prognose der SLO beim Hund?

Leider ist SLO nicht in allen Fällen heilbar und muss in vielen Fällen ganzheitlich gesehen und therapiert werden.

In einigen Fällen konnte ein dauerhaftes Abklingen der Erkrankung nach einer Futtermittelumstellung und der Gabe von hochdosierten Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B3 festgestellt werden.  

In anderen Fällen wird die Erkrankung leider chronisch und muss dauerhaft therapiert werden. Aber auch hier unterstützt eine Ernährungsumstellung und die Gabe von entzündungshemmenden Nahrungsergänzungsmitteln wie Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B3.

Verstärktes Auftreten

Häufig betroffene Hunderassen

Bei den folgenden Hunderassen wurde SLO  überdurchschnittlich häufig festgestellt:

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