Rauhaariger Kromfohrländer

Kromfohrländer

Blitzgescheiter und sehr selbstbewusster Temperamentsbolzen

Der Kromfohrländer ist ein sehr selbstbewusster, aber sensibler Temperamentsbolzen von noch handlicher Größe. Die niedlichen Knopfaugen und die fröhliche Agilität sollten nicht über das Terrier-Temperament mit einer niedrigen Reizschwelle hinwegtäuschen. Kromis sind ausgesprochen anhänglich und lernwillig, doch der Terrier in ihnen lässt sie kaum aufgeben, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben. Da Kromis sehr wachsam sind, sind sie keine Anfängerhunde. Sehr angenehm ist, dass sie kaum Jagdtrieb besitzen, blitzgescheit und lernwillig sind. Die sehr agilen Hunde freuen sich über sportliche Menschen mit denen sie durch dick und dünn gehen können. Leider ist die sehr junge Hunderasse nicht immer gesund.

Top Facts

  • Selbstbewusst und geringe Reizschwelle: typisch Terrier
  • Geringer Jagdtrieb ist sehr angenehm
  • Handlich und niedlich, aber kein Anfänger- oder Familienhund
  • Sehr intelligent und lernwillig: Braucht Hundesport und Kopfarbeit
  • Starke Inzucht = Auf Krankheiten achten!
  • Sehr agil und sportlich = braucht viel Bewegung

Steckbrief Kromfohrländer

Größe
38,0 - 46,0 cm
Gewicht
9,0 - 16,0 kg
Lebenserwartung
13 - 15 Jahre
Verwendung
Begleit- und Haushund
Herkunft
Deutschland
Fell
Zwei Fell-Varianten: Rauhaarig oder glatthaarig
Wesen
temperamentvoll, selbstbewusst, lernbegierig

Charakter

Blitzgescheit, selbstbewusst, sportlich und wachsam

Die Charakter-Beschreibung im Rassestandard beschreibt den Kromfohrländer wie folgt: "Anpassungsfähiger, lernfähiger und temperamentvoller, gegenüber Fremdpersonen zurückhaltender Begleit- und Haushund mit geringem Jagdtrieb. Aggressivität und Ängstlichkeit sind nicht erwünscht."

Gibt es überhaupt DEN Kromfohrländer?

Bei der noch sehr jungen Hunderasse Kromfohrländer gibt es leider keine immer sehr einheitliche Zucht. Dies bezieht sich sowohl auf das Äußere, das schon recht einheitlich geworden ist, aber insbesondere auf das Wesen. Problematisch ist auch, dass die Rasse im Grunde nur auf drei Hunden basiert, mit deren Nachfahren starke Inzucht betrieben wurde. Zwar legte man immer großen Wert auf Hunde, die nicht jagen, aber das Wesen war leider nicht sehr einheitlich. Sicher ist jedoch, dass der Terrier bei fast allen Kromfohrländern einen starken Einfluss hat.  

Sind Kromis gute Familienhunde?

Kromfohrländer sind nicht so gut als Familienhunde geeignet, wenn die Kinder noch klein sind. Die selbstbewussten Kromis lassen sich nicht alles gefallen und sind nicht unbedingt geduldig mit kleinen Kindern. Sie passen besser zu Kindern, die gelernt haben, respektvoll mit einem Hund umzugehen.

Außerdem freuen sich die wachsamen und Fremden gegenüber eher misstrauischen Kromfohrländer nicht unbedingt über ständig wechselnden Kinderbesuch. Das kann mit einem Kromi schon einmal anstrengend werden. Mit älteren Kindern, die wissen, wie sie einen Kromfohrländer zu nehmen haben, können sie sich dagegen sehr gut verstehen und mit ihrer aktiven und verspielten Art gute Spielkameraden sein.

Kromfohrländer sind recht sensibel hinter ihrem forschen Auftreten und hängen sehr an ihrer Familie. Allerdings hängen sie ihr Herz oft an nur eine Person, der sie bei Abwesenheit sehr nachtrauern. Manche Kromis verweigern ihr Futter und werden geradezu depressiv, wenn ihr Mensch nicht da ist. Dieser Trennungsstress kann es bei manchen Kromfohrländern leider auch nahezu unmöglich machen, sie in fremde Betreuung zu geben. Da Kromis ihre Aufgabe als Wächter sehr ernst nehmen, können sie Fremden gegenüber sehr misstrauisch sein. Deshalb sollten sie während der Sozialisierungsphase frühzeitig und behutsam mit vielen Menschen in Kontakt gebracht werden.

Kromfohrländer sind keine Anfängerhunde

Aufgrund ihrer Wachsamkeit, ihres Selbstbewusstseins und ihrer Bezogenheit auf einen Menschen sind die agilen Kromfohrländer keine Hunde für Anfänger. Leider werden sie häufig dafür gehalten, da sie ein handliches Format haben und sehr niedlich aussehen. Doch viele von ihnen besitzen das Terrier-Temperament, das gern mal mit dem Kopf durch die Wand möchte - und zwar mit Tempo.

Der handliche und niedlich aussehende Kromi sollte also nicht unterschätzt werden. Er benötigt nicht nur eine frühzeitige Sozialisierung mit anderen Menschen, sondern auch mit anderen Artgenossen und Tieren. Viele Kromfohrländer neigen zum Größenwahn an der Leine oder wenn es darum geht, ihr Territorium zu verteidigen. Dazu kann auch ein schwieriges Sozialverhalten gegenüber Hunden desselben Geschlechts gehören, denn manche von ihnen legen gern ein dominantes und unsoziales Verhalten gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden an den Tag, das von erfahrenen Haltern frühzeitig unterbunden werden kann. Ansonsten könnt ihr schnell einen echten Macho oder eine Zicke an der Leine führen.

Die Reizschwelle kann bei einem Kromfohrländer sehr niedrig sein und genau hier kommt Arbeit für den Halter ins Spiel. Eine sehr konsequente und ruhige Führung ist ein Muss, um einen Kromfohrländer mit guten Manieren großzuziehen.

Sportlich und sehr lernwillig: Hundesport erwünscht

Wer einen temperamentvollen und sportlichen Begleiter sucht, der sehr an seinen Menschen hängt und lernbegierig ist, kann bei dem Kromfohrländer genau richtig liegen. Denn sie sind blitzgescheit und möchten ihren Menschen (oder besser: ihrem Menschen?) gefallen. Deshalb lernen sie sehr schnell, wenn ihr es ihnen richtig beibringt und sind ideal für den Hundesport geeignet. Die sportlich-agilen Kromis freuen sich über Wanderungen und sportliche Aktivitäten mit euch.

Sehr angenehm bei Spaziergängen in der Natur ist, dass bei den meisten Kromfohrländern nur ein geringer Jagdtrieb vorhanden ist. Nur wenige Kromis nehmen eine Spur auf und wenn dies doch einmal geschieht, so sind sie nach wenigen Minuten wieder da.

Achtet am besten auf eine seriöse Zucht, die sehr viel Wert auf ein gutes Wesen der Kromfohrländer legt.

Intelligenz

Kromfohrländer sind sehr intelligent und auf ihre Menschen fixiert. Sie scheinen zu fragen: Was soll ich jetzt machen?

Aufmerksamkeit

Kromfohrländer sind sehr aufmerksam, haben aber eine geringe Reizschwelle und können schnell überdrehen. Deshalb müssen sie unbedingt Ruhe lernen, sonst können sie bei der gemeinsamen Arbeit leicht überdrehen. 

Energie

Gesunde Kromis sind sehr sportlich, lebhaft und temperamentvoll. Sie benötigen täglich 1-2 Stunden Auslauf. 

Zeitaufwand

Kromfohrländer sollten gut erzogen werden, benötigen täglich 1-2 Stunden Auslauf und Hundesport ist bei den intelligenten und wachsamen Hunden sehr ratsam. Das erfordert durchaus etwas Zeit, dafür ist das Haarkleid sehr pflegeleicht. 

Training

Sofern Kromfohrländer nicht überdrehen und aufgeregt beim Training und Lernen sind, können und wollen sie ihren Menschen gefallen und alles richtig machen und lernen sehr schnell.

Die sportlichen Kromis sind für Wanderungen und auch Radtouren gut geeignet, vorausgesetzt, sie sind erwachsen und gesund. 

Die folgenden Hundesportarten liegen den meisten Kromfohrländern:

Obgleich der Kromfohrländer kein Jagdhund ist, eignen sich viele Kromis sehr gut für das Mantrailing. 

Wohnungstauglichkeit

Aufgrund ihrer handlichen Größe sind Kromfohrländer für die Haltung in einer Wohnung geeignet, sofern sie genügend Auslauf in der Natur erhalten. Allerdings sind Kromis sehr wachsam und auch nicht immer leise und gut zu sprechen auf Fremde. Das könnte bei den Nachbarn problematisch werden. 

Treue & Ergebenheit

Kromfohrländer gelten als "Einpersonenhunde", die sich meist an einen Menschen im Haushalt sehr binden und sehr loyal ihm gegenüber sind. 

Jagdtrieb

Der Jagdtrieb ist bei den meisten Kromfohrländern nicht sehr ausgeprägt, hierauf wurde in der Zucht stets Wert gelegt. Das heißt zwar nicht, dass der Kromi nicht auch gern mal einer Wildspur nachgeht, doch lässt er sich im Normalfall schnell wieder abrufen. 

Alleinsein

Aufgrund seiner starken Fixierung auf seinen Menschen kann das Alleinbleiben für den Kromfohrländer problematisch werden. Das solltet ihr zeitig und sehr behutsam üben. 

Bellen

Es kommt darauf an: Manche Kromfohrländer sind sehr bellfreudig und laut, bei anderen hält es sich in Grenzen. Doch ähnlich wie fast alle Terrier gehören sie nicht zu den leisen Hunderassen. 

Wachsamkeit

Kromfohrländer sind berühmt für ihre Wachsamkeit und bewachen Hab und Gut ihrer Menschen. 

Beschützer

Aufgrund ihrer handlichen Größe erscheinen Kromfohrländer zwar nicht wie Bodyguards, doch haben sie das Temperament eines Terriers und sollten nicht unterschätzt werden. 

Verträglich mit Hunden

Die selbstbewussten Kromfohrländer testen gern einmal bei gleichgeschlechtlichen Artgenossen aus, wer der Stärkere ist. Ihre Reizschwelle liegt insbesondere bei Rüden sehr niedrig und daher können sie schnell mal einen Streit vom Zaun brechen. Dies ist sicher bei guter Erziehung und früher Sozialisierung in den Griff zu bekommen, doch dafür solltet ihr Hundeerfahrung mitbringen. 

Verträglich mit Tieren

Kromfohrländer sollen nicht zum Jagen neigen und könnten sich daher gut mit anderen Tieren verstehen. Allerdings steht ihnen das Terriertemperament dabei im Wege. 

Kinderfreundlich

Die meisten Kromfohrländer sind nicht sehr geduldig mit Kindern und lassen sich von ihnen nicht alles gefallen. Häufiger Besuch von anderen Kindern kann für die wachsamen Kromis in Stress ausarten. Deshalb sollten die Kinder bereits größer sein und den artgerechten Umgang mit Hunden kennen. Dann können Kromis sehr agile und gute Spielkameraden von Kindern sein. 

Verträglich mit Fremden

Kromfohrländer sind sehr wachsam und Fremden gegenüber eher misstrauisch eingestellt. Besuch wird eher bellend empfangen, wenn ihr dem nicht entgegenwirkt. Häufiger Besuch kann die wachsamen und unter Strom stehenden Kromis schnell nervös machen. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Gesundheitliche Probleme aufgrund von Inzucht

Leider ist die Zuchtbasis des Kromfohrländers mit nur drei Hunden sehr klein gewesen, so dass der Genpool klein ist und durch Inzucht sehr viele Erbkrankheiten entstanden sind.

Deshalb wird von einigen Zuchtvereinen eine Auffrischung des Genpools durch Einkreuzung gesunder Hunderassen angestrebt. So beispielsweise vom Verein Rauhaarige Kromfohrländer, der gesunde, rauhaarige Hunde mit einem freundlichen Wesen ohne Jagdtrieb in reinrassige Kromfohrländer einkreuzt. Sie legen sehr viel Wert auf Gesundheit und ein freundliches Wesen des Kromfohrländers und arbeiten zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e.V. 

Ebenso möchte der Zuchtverein ProKromfohrländer e.V.! gesunde und wesensfeste Kromfohrländer durch Einkreuzung mit dem Danks-Svensk Gardhund. 

Der einzige offizielle Verein für die reinrassige Zucht der Kromfohrländer ist der "Rassezuchtverein der Kromfohrländer e.V.", der durch Zuchtmaßnahmen versucht, die genetisch bedingten Erkrankungen zurückzudrängen. Doch viele Kynologen meinen, dass dies nur mithilfe von frischem Blut in der Zucht möglich ist.

Robustheit

Ein gesunder Kromfohrländer ist ein sehr robuster Hund. 

Krankheiten

Die folgenden Krankheiten können beim Kromfohrländer häufiger als bei anderen Hunderassen vorkommen:

Verträgt Hitze

Kromfohrländer kommen auch mit höheren Temperaturen meist noch gut zurecht. Doch alle Hunde haben nur die Möglichkeit, Hitze über das Hecheln auszugleichen. Sie sollten bei Temperaturen über 22 Grad keine Höchstleistungen vollbringen müssen. 

Verträgt Kälte

Kromfohrländer verfügen über eine Unterwolle und können mit Kälte gut umgehen, solange sie sich entsprechend bewegen können. 

Pflege

Das Haarkleid des glatthaarigen Kromfohrländers ist ausgesprochen pflegeleicht, das des rauhaarigen Kromis muss dagegen regelmäßig getrimmt werden. 

Ansonsten benötigen Kromfohrländer dieselben regelmäßigen Pflege-Rituale wie alle anderen Hunde auch. Dazu gehört eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Augen, der Ohren und der Pfoten. Ebenso sollte ein Floh- und Zeckenschutz dazugehören:

 

Baden

Kromis müssen genau wie andere Hunde nicht gebadet werden, es sei denn, sie haben sich in etwas Stinkendem gewälzt und aus Sicht des Halters wird ein Bad fällig. 

Kämmen & Bürsten

Es reicht vollkommen aus, den Kromi einmal in der Woche zu bürsten. Lediglich im Frühjahr und Herbst während des Fellwechsels solltet ihr den Kromfohrländer häufiger bürsten, um ihm den Fellwechsel zu erleichtern. In dieser Zeit solltet ihr am besten täglich bürsten, um die Unterwolle auszubürsten, dann fliegen die Haare nicht im Haus herum. Der Fellwechsel dauert 1,5-2 Monate an. 

Haaren

Während des Fellwechsels haaren Kromfohrländer stark, doch in der Zeit zwischen den Fellwechseln sehr moderat. 

Schneiden & Trimmen

Beim Kromfohrländer kann es notwendig werden, die Haare unter den Pfotenballen regelmäßig zu kürzen, damit sich hier kein Dreck oder Eisklumpen in Winter verfangen und der Hund nicht Gefahr läuft, auszurutschen. Auch kann dies für Haare im Anal- und Genitalbereich aus hygienischen Gründen sinnvoll sein. Ansonsten müssen die Haare des Kromfohrländers nicht geschnitten oder gekürzt werden. Ihr solltet es auch niemals scheren, da dies für die Haarstruktur sehr schädlich sein kann. Die Unterwolle kommt stärker durch und beginnt zu wuchern, das Haarkleid wird weicher und wellt sich stärker. 

Ein glatthaariger Kromfohrländer muss weder geschoren noch getrimmt werden. 

Ein rauhaariger Kromfohrländer sollte regelmäßig getrimmt und gezupft werden. Beim Rauhaarfell muss das alte Fell herausgetrimmt werden, damit das neue Fell gut nachkommen kann und die Haut gut atmen kann. Der Vorteil des Trimmens ist, dass die Hunde danach kaum noch haaren und das Haarkleid wesentlich farbintensiver und natürlich auch gepflegter aussieht. Ihr könnt entweder selbst das Trimmen erlernen und das alte Haarkleid auszupfen und mit einem Trimmmesser trimmen oder ihr überlasst dies 2-3 Mal pro Jahr einem guten Hundefriseur, der von Hand trimmt, aber auf keinen Fall den Hund scheren sollte. Es ist sinnvoll, den rauhaarigen Kromi schon früh an das Trimmen zu gewöhnen. 

Für Allergiker geeignet

Kromfohrländer haben eine Unterwolle und unterliegen dem saisonalen Haarwechsel. Damit gehören sie nicht zu den hypoallergenen Hunderassen, die bei Menschen weniger Allergien auslösen können. 

Wenn du trotz Allergie einen Hund halten möchtest, haben wir diesen Lese-Tipp für dich: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie

Sabbern

Kromfohrländer neigen nicht zum Sabbern. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Ausgewogene und artgerechte Ernährung

Kromfohrländer sollten eine möglichst ausgewogene und artgerechte Ernährung erhalten, die zum größten Teil auf tierischen Komponenten besteht und etwas Gemüse und Obst und bei Bedarf (wenn der Hund zunehmen soll) auch bis zu 10% Getreide enthalten kann.

Eine frische Zubereitung des Futters ist immer vorteilhaft, da es meist gut angenommen wird und ausreichend Feuchtigkeit enthält. 

Einige Kromfohrländer neigen zu Harnsteinen, meist zur Cystinurie oder auch zu Struvitsteinen. Sie müssen eine spezielle Diät einhalten und besonders viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Obendrein scheinen Kromis dazu zu neigen, wenig zu trinken. Ihr könnt sie zum Trinken beispielsweise dadurch animieren, indem ihr ihnen mehrere Trinknäpfe aufstellt und etwas Milch oder Sahne in das Wasser gebt. 

Verfressenheit

Kromfohrländer können leider dazu neigen, sehr mäkelig auf ihr Futter zu reagieren. Sie gehören meist nicht zu den Fressmaschinen unter den Hunden, sondern lassen ihr Futter gelegentlich auch mal stehen. 

Aussehen

Mittelgroßer, terrierartiger und fröhlich-agiler Hund

Der Kromfohrländer ist ein mittelgroßer Begleithund, der mit einem Gewicht zwischen 9-16 Kg und einer Größe zwischen 38-46 cm noch recht handlich ist.

Sein Körperbau ist recht sportlich und ausgewogen, wobei der Rücken etwas länger als der Hund hoch ist. Gut bemuskelt und drahtig wirkt er sehr agil und sportlich. Auffallend ist seine weiß-bräunlich gescheckte Haarfarbe. Die  Grundfarbe des Kromfohrländers sollte nach Zuchstandard weiß sein mit hellbraunen, rotbraunen oder dunkelbraunen Abzeichen und Flecken. 

Seine leicht dreieckig geformten Ohren sind seitlich hoch angesetzt und kippen leicht seitlich nach vorn. Die Rute hängt in der Ruhe herab, die Spitze kann leicht nach oben getragen werden. In Bewegung oder Aufregung wird die Rute im Bogen über dem Rücken getragen. 

Es gibt den Kromfohrländer sowohl rauhaarig als als auch glatthaarig. Die rauhaarigen Kromis sehen dem forschen Terrier wesentlich ähnlicher als die etwas sanftmütiger aussehenden glatthaarigen Kromfohrländer. 

 

Augenfarbe

Die Augen des Kromfohrländers können von mittelbraun bis dunkelbraun variieren.

Fell

Den Kromfohrländer gibt es in zwei unterschiedlichen Haarkleidern (Haar-Variäteten):

  • Rauhaar
    Das Haarkleid fühlt sich dicht und rau an. Die rauhaarigen Kromfohrländer haben einen Bart. Die Haarlänge darf auf dem Rücken länger sein (bis 7cm) und sollte an den Seiten nur ca. 3 cm lang sein. Unterwolle ist vorhanden. 
  • Glatthaar
    Die Glatthaar-Kromfohrländer haben ein weiches und dichtes Haarkleid. Sie besitzen keinen Bart, aber ebenfalls Unterwolle. 

Farbe

Kromfohrländer haben immer eine weiße Grundfarbe, auf der farbige Abzeichen in den folgenden Farben vorkommen können:

  • hellbraun
  • rotbraun
  • dunkelbraun

Bei brauner Unterwolle sind schwarze Haarspitzen erlaubt. 

Die Flecken sollten am Kopf möglichst symmetrisch verteilt sein über den Augen, an den Backen und auf den Ohren. 

Geschichte und Herkunft

Eine Geschichte der Zufälle und der Liebe

FCI Norm

Nummer: 192

Herkunft

Deutschland

Geschichte

Der Kromfohrländer verdankt seine Existenz insbesondere vier Zufällen. Die ersten beiden haben mit Barmherzigkeit und Tierliebe zu tun, der dritte wohl mit reiner Liebe.

Ende des zweiten Weltkrieges 1945 kam es zu dem ersten Zufall: Amerikanische Soldaten fanden in Frankreich einen jungen braun-weißen und struppigen Rüden, den sie als Maskottchen mit nach Deutschland nahmen. Doch wie es das Schicksal wollte, ging dieser Rüde den Truppen in Deutschland – genauer gesagt in Siegen, was zwischen Frankfurt und Düsseldorf liegt - verloren und begann herrenlos umherzuirren. Als zwei Männer den abgemagerten Hund einfingen und töten wollten, kam es zu dem dritten Zufall, denn eine Frau kam vorbei und nahm den jungen und abgemagerten Rüden mit.  Diese Frau hieß Ilse Schleifenbaum und sollte später zur Gründerin der neuen Hunderasse Kromfohrländer werden.

Peter und Fiffi – die Stammeltern der Kromfohrländer

Ilse Schlaufenbaum taufte ihr neues Familienmitglied auf den Namen Peter. Peter wuchs zu einem mittelgroßen und angenehmen Haus- und Begleithund heran.

Als er erwachsen wurde, kam es zu dem vierten Zufall in der Geschichte der Kromfohrländer. Denn Peter zog die Liebe zu einer schwarz-weißen Foxterrier-Hündin in der Nachbarschaft namens Fiffi. Aus dieser Hundeliebe entstand ein Wurf reizender, drahthaariger weißer Hunde mit braunen Flecken. Ilse Schlaufenbaum und einige andere waren von dem Wurf begeistert, so dass sich Ilse Schlaufenbaum zur Zucht entschied. Es sollten sechs weitere Würfe der beiden folgen. Später wurde Peter auch mit seinen Töchtern verpaart und die Zucht basierte auf selektierter Inzucht. Der Zwinger von Ilse Schleifenbaum hieß „vom Wellersberg“. Es ist wohl nur der Hartnäckigkeit Ilse Schleifenbaums und der Hilfe von dem Kynologen und damaligen Geschäftsführer des VDH Otto Borner zu verdanken, dass die so junge Hunderasse innerhalb kürzester Zeit schon 1955 vom VDH und von der FCI anerkannt wurden. Doch es gab sehr viele Zweifler an der Rasse, da die Hunderasse auf nur drei Hunden basierte und unter starker Inzucht litt. Aufgrund des immer wieder recht unterschiedlichen Haarkleides der Kromfohrländer, wurden diese oft angefeindet, keine wirkliche Rasse zu sein. Außerdem waren Aussehen und Wesen der Kromfohrländer in so kurzer Zeit natürlich alles andere als einheitlich. 

Welche Hunderassen stecken im Kromfohrländer?

Es ist bekannt, dass Fiffy, eine schwarz-weiße drahthaarige Foxterrier-Hündin (30-40cm, 5-10 Kg) war. Bei Peter ist dagegen zwar sicher, dass er aus Frankreich kam, doch welcher Rasse er angehörte gilt nicht als gesichert. Vielleicht war er auch ein Mischling unterschiedlicher Rassen. Von Peter gibt es Fotos: Er war rauhaarig, weiß mit gelbbraunen Flecken.

Es wurden später viele Vermutungen angestellt, welche Rasse in Peter gesteckt haben mag. Auf die Beschreibung passen einige französische Hunderassen, aber keine so eindeutig. Er kann ein Bretonischer Griffon (Fauve de Bretagne) oder ein rot-weißer Epagneul Breton (glattes Haar) oder aber der mittelgroße französische Lauf- und Schweißhund Briquet Griffon Vendéen (50-58cm) gewesen sein, der auch Ariégois genannt wird. Oft wird auch heute noch ein Grand Griffon Vendéen vermutet, der jedoch mit 60-68cm sehr groß ist.  Wo genau Peter herkam ist unklar, ob aus der Bretagne, Vendée oder die Normandie ist. In jedem Fall war er ein Hund, der einem französischen Griffon ähnlich sah.

Woher stammt der Name Kromfohrländer?

Die erste Züchterin der Rasse, Inge Schleifenbaum, lebte im südlichen Nordrhein-Westfalen, in der Gemarkung "krom Fohr" (krumme Furche) und benannte die von ihr "erfundene“ Hunderasse entsprechend Kromfohrländer. 

Meilensteine in der Geschichte des Kromfohrländers

  • 1945 Inge Schleifenbaum nimmt Peter bei sich auf. Dieser verpaart sich mit der Foxterrierhündin Fiffi, die einer Nachbarin gehörte. Der erste Wurf der beiden folgt im selben Jahr und sieht sehr einheitlich aus.
  • 1946 beginnt die absichtliche Verpaarung von Peter und Fiffi.
  • 1955 offizielle Anerkennung durch die FCI, Aufstellung des Rassestandards von Ilse Schleifenbaum und dem Kynologen und Geschäftsführer des VDH, Otto Borner.
  • 1955 Gründung des "Rassezuchtvereins der Kromfohrländer e.V." in Siegen. Er ist der einzige von der VDH anerkannte Zuchtverein für reinrassige Kromfohrländer in Deutschland. 
  • 1956 Beginn der Kromfohrländer-Zucht in Helsinki, die auch heute noch erfolgreich ist
  • 1960 Einkreuzung eines Foxterriers, um die kleine Zuchtbasis zu erweitern.
  • 1968 leichte Anpassung des Rassestandards
  • 1974 Gründung des Schweizer Kromfohrländer-Club (SKC)
  • 1986 leichte Anpassung des Rassestandards
  • 2012 Gründung des Vereins ProKomfohrländer e.V. . Aufgrund der Inzuchtprobleme werden Dansk-Svensk-Gardhunde eingekreuzt. Sie sollen den Genpool erweitern und Erbkrankheit zu vermindern. 
  • Verein Rauhaarige Kromfohrländer (VRK) – ebenfalls Einkreuzprojekt - 
  • 2012 AKC prüft eine mögliche Anerkennung (Foundation Stock Service)

Kromfohrländer im Überblick

Sportliche Menschen mit etwas Hundeerfahrung gesucht

Der Kromfohrländer ist ein sehr agiler, aufmerksamer und anhänglicher Hund. Er schließt sich eng an seine Menschen und sollte von diesen konsequent geführt werden, da ihnen der blitzgescheite und wachsame Kromi sonst leicht auf der Nase herumtanzen könnte. Für sportlich Menschen mit Hundeverstand, die obendrein gern in der Natur unterwegs sind und Spaß an Hundesport haben, kann der mittelgroße Kromfohrländer der Traumhund sein. Allerdings solltet ihr auf eine gesunde Zucht achten, da der Kromi aufgrund von Inzucht viele genetisch bedingte Erkrankungen mit sich bringen kann. 

Auflagen

Zur Haltung von Kromfohrländern gibt es keine rassespezifischen Haltungsbedingungen. 

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