King Charles Spaniel

Sehr kompakter kleiner Spaniel mit großen Augen und kurzer Nase

Der King Charles Spaniel ist ein sehr kleiner und kompakter English Toy Spaniel mit riesigen Augen, stark gewölbtem Kopf und extrem kurzer Nase. Die kurze Nase macht den kleinen freundlichen Toy Spaniels beim Atmen leider sehr zu schaffen und die Augen sind ebenso ein Schwachpunkt. Hinzu kommen weitere schwere Erbkrankheiten. Der King Charles Spaniel kommt in vier Farbvarianten vor und hat seidiges langes Haar. Der kleine King Charles Spaniel ist ein sehr freundlicher und anhänglicher Hund, der nicht zu den bewegungsfreundlichsten Hunden gehört, aber sehr verspielt und aufmerksam sein kann. Die englische Hunderasse ist selten geworden und gehört auch in England zu den gefährdeten Rassen. Der King Charles Spaniel wurde bis 1945 mit dem eng verwandten Cavalier King Charles Spaniel, der größer ist und eine längere Nase hat, als eine Rasse angesehen.

Top Facts

  • Qualzucht: sehr kurznasig und schweratmig
  • Viele weitere Erbkrankheiten wie Herzfehler auch bei offizieller Zucht
  • Liebevolle und verschmuste Hunde
  • Sehr verträgliche, freundliche und verspielte Hunde
  • Benötigt nicht viel, aber täglich mind. 30 Minuten Auslauf
  • Bellt nicht viel - kein lauter Hund

Steckbrief King Charles Spaniel

Größe
26,0 - 32,0 cm
Gewicht
3,6 - 6,3 kg
Lebenserwartung
8 - 10 Jahre
Verwendung
Gesellschaftshund
Herkunft
GB
Fell
langes, seidiges haar, leicht gewellt, haarend
Wesen
freundlich, sanft, intelligent, verspielt, verschmust

Charakter

Sehr freundlicher und eher ruhiger Toy Spaniel

King Charles Spaniels sind zwar wache kleine Spaniels, aber nicht besonders bewegungsfreudig. Sie sind sehr verspielt und vertragen sich im Grunde mit allen anderen Hunden. Hier solltet ihr darauf achten, dass zu große Hunde nicht grob mit den kleinen King Charles Spaniels umgehen. Über Spielrunden mit gleichgroßen Hunden freuen sie sich meist sehr. Auch könnt ihr selbst mit ihnen Spielen oder mit ihnen kleine Tricks einüben.

King Charles Spaniels sind sehr sanftmütige und freundliche kleine Spaniels, die die Liebe und Näher ihrer Menschen brauchen und suchen. Sie sind sehr verschmust und freuen sich über Streicheleinheiten. Die etwas ruhigen und wenig bellenden Hunde passen sehr gut zu Senioren. Auch für nicht allzu sportliche Familien können die kleinen Hunde geeignet sein, wenn die Kinder nicht zu klein sind, da sie sonst die Hunde verletzen könnten. 

 

Intelligenz

King Charles Spaniel sind zwar keine Einsteine, verfügen aber über eine gewisse Intelligenz, insbesondere über soziale Intelligenz. 

Aufmerksamkeit

King Charles Spaniels sind aufmerksame kleine Hunde. 

Energie

King Charles Spaniel sind sehr kleine und kurzköpfige Hunde, die auf der einen Seite aufgrund ihrer sehr kurzen Nase nicht überanstrengt werden sollten und auf der anderen Seite tägliche Spaziergänge von mindestens einer halben Stunde benötigen. Bewegung hält die kompakten Hunde schlank und sie freuen sich auf nicht allzu schnelle Spaziergänge mit etwas Abwechslung.

Zeitaufwand

King Charles Spaniels benötigen nicht soviel Auslauf wie manch andere kleine Hunderasse. Sie freuen sich aber über ein wenig geistige Auslastung in Form von Spielen oder beispielsweise Suchspielen oder dem Einstudieren von kleinen Tricks.

Das Fell benötigt tägliches Bürsten und Kämmen, um gut auszusehen und die Augen müssen ebenfalls täglich begutachtet und gereinigt werden. 

Training

King Charles Spaniel sind durchaus aufmerksam und verspielt. Sie benötigen wie jeder andere Hund eine positive und konsequente Erziehung, damit der Rückruf und das Alleinbleiben gut funktionieren. Tägliche Spaziergänge von mindestens einer halben Stunde sind sinnvoll, zumal sie die Gesellschaft von anderen Hunden in ihrer Größe sehr zu schätzen wissen.

Sie freuen sich über kleine Trainingseinheiten wie beispielsweise beim Tricktraining mit einem Clicker. Ihr könnt sicherlich auch gut Suchspiele mit ihnen spielen. 

Als Hundesportler sind sie zwar nicht berühmt, aber Obedience oder auch Rallye-Obedience kann als gemeinsame Hundesportart eigentlich jeden Hund begeistern. 

 

Wohnungstauglichkeit

King Charles Spaniels sind sehr kleine und relativ ruhige Hunde, die für ein Leben in der Wohnung gut geeignet sind. Die handlichen Hunde könnt ihr als Welpen oder bei Krankheit sehr gut ein paar Treppen zur Wohnung tragen. 

Grundsätzlich solltet ihr von eurem Vermieter oder von der Eigentümergemeinschaft eine schriftliche Genehmigung zur Haltung von Hunden haben. 

Treue & Ergebenheit

Die verschmusten und freundlichen King Charles Spaniel sind sehr loyal gegenüber ihren Haltern. 

Jagdtrieb

Die kleinen King Charles Spaniels wurden sehr lange als Schoß- und Begleithunde gezüchtet und haben so gut wie gar keinen Jagdtrieb. 

Alleinsein

Die sehr anhänglichen und liebebedürftigen King Charles Spaniels möchten am liebsten immer bei ihren Haltern sein. Das Alleinsein muss mit ihnen früh und sehr behutsam trainiert werden.

Bellen

King Charles Spaniels neigen nicht zum übermäßigen Bellen, wenn sie konsequent erzogen werden. 

Wachsamkeit

King Charles Spaniels können zwar Fremde kurz ankündigen, neigen aber nicht dazu, wachsam zu sein. 

Beschützer

Ein King Charles Spaniel ist aufgrund seiner geringen Körpergröße kein guter Schutzhund, zumal er zu Fremden meist freundlich und höflich ist. 

Verträglich mit Hunden

King Charles Spaniel sind sehr verträglich mit anderen Hunden. Sie spielen gern mit gleichgroßen Artgenossen. Ihr solltet aber darauf achten, dass größere Hunde nicht zu aufdringlich sind und sie ggf. beschützen. 

Verträglich mit Tieren

Da King Charles Spaniels kleine Hunde mit wenig Jagdtrieb sind, ist ein Zusammenleben mit anderen Haustieren generell gut möglich. Voraussetzung ist immer eine frühe und gute Gewöhnung und Sozialisierung der Tierarten aneinander.

Kinderfreundlich

King Charles Spaniels sind sehr sanftmütige und freundliche Hunde, die jedoch auch sehr klein und damit verletzbar sind. Für kleine Kinder, die noch nicht lernen konnten, wie man mit Hunden umgeht, sind sie daher nicht geeignet. 

Verträglich mit Fremden

King Charles Spaniels sind Fremden gegenüber zwar zunächst eher reserviert, tauen aber schnell auf, wenn es sich um Freunde handelt. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Sehr kranke Rasse mit Herz- und Schädelanomalien

Sowohl der King Charles Spaniel, als auch der Cavalier King Charles Spaniel gehören aufgrund von jahrzehntelanger Fehlzucht zu den Hunderassen, mit starken gesundheitlichen Problemen.

Die Rasse hat leider aufgrund von In- und Fehlzucht sehr häufig erhebliche Schädelmissbildungen, die zu starken Problemen führen kann. Die sogenannte Chiari Malformation ist eine starke Missbildung des Schädels, die zu sehr starken neurologischen Erkrankungen führt. Hierzu gehören erschütternde Anfälle und Juckattacken, die zu erheblichen Einschränkungen der erwachsenen Hunde führen. 

Die Kurzköpfigkeit führt auch zu Atemproblemen, wie  dem Brachyzephalischen Atemnotsyndrom (BAS). Die großen und exponierten Augen sind empfindlich, oft entzündet und anfällig gegenüber Erkrankungen. Die Ohren sind ebenfalls ein Schwachstelle der überzüchteten Hunde. 

Ihre kurzen Nasen trocknen leider schnell aus und müssen oft gut gepflegt werden. 

Robustheit

King Charles Spaniels sind leider aufgrund ihrer kurzen Schnauzen und hervorstehenden Augen keine sehr robuste Hunderasse. Sie können Temperaturschwankungen nicht gut ausgleichen und sind oft nicht sehr ausdauernd. 

Krankheiten

Erkrankungen, die beim King Charles Spaniel häufiger vorkommen

Die folgenden Erkrankungen kommen beim King Charles Spaniel häufiger als bei anderen Hunderassen vor:

  • Brachycephales Syndrom - Aufgrund der kurzen Nasen und Schnauzen leiden die meisten King Charles Spaniel unter Atemnot und evtl. auch unter Erstickungsanfällen. Hauterkrankungen können aufgrund der Nasenfalten gefördert werden, ebenso Zahnprobleme und Magen-Darm-Beschwerden.
  • Chiari-Fehlbildung und Syringomyelie - hierbei handelt es sich um eine schwere Schädelmissbildung aufgrund des Rundkopfes, bei der die Hirnflüssigkeit nicht sauber abfließen kann. Der Stau des Hirnwassers führt zu einem erhöhten Druck im Schädel. Die Flüssigkeit schädigt das Nervengewebe und es kommt zu starken Schmerzen. Die Symptome treten meist erst nach dem 6. Lebensmonat auf wie das Phantomkratzen und Störungen des Bewegungsapparates. (Diagnose bisher nur mit MRT möglich)
  • Mitralklappeninsuffizienz (Herzultraschall) - eine der häufigsten Herz-Erkrankungen bei Hunden, tritt leider häufig bei King Charles Spaniels auf.  
  • Dry Eye Curly Coat Syndrom (CCS) - die Welpen haben ein lockiges und raues Fell, trockene Augen und in Kombination eine Verdickung der Haut, Pfotenballen und Krallen (Ichthyose). Die Lebenserwartung kann durch die Erkrankung stark verkürzt werden. (DNA-Test der Elterntiere möglich)
  • Makrothrombozytopathie (MTC) - King Charles Spaniels haben alle aufgrund einer Genmutation sehr wenige und dafür sehr große Thrombozyten, was im Blutbild schnell sichtbar wird, die Hunde aber nicht beeinträchtigen soll. MTC wird von den Zuchtverbänden nicht als Krankheit, sondern als Besonderheit dargestellt. (DNA-Test der Elterntiere möglich)
  • Augenerkrankungen
  • Degenerative Myelopathie - Absterben des Rückenmarks
  • Muskeldystrophie (MD) - betroffene Hunde können sich immer schwerer bewegen und sterben sehr früh. (DNA-Test der Elterntiere möglich)
  • Gelenkerkrankungen

Weitere Erkrankungen

Weitere Erkrankungen, die bei King Charles Spaniels häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten:

  • Diabetes mellitus
  • Idiopathische Epilepsie 
  • Urolithiasis (Harn- und Blasensteine)

Verträgt Hitze

Aufgrund ihrer kurzen Schnauze und Nase können King Charles Spaniels Temperaturen nicht gut ausgleichen. Über die Verdunstung der Schleimhäute kühlen sich Hunde ab, denn sie können nicht schwitzen. Doch die King Charles Spaniels haben aufgrund ihrer extrem verkürzten Nase dazu keine Chance. Deshalb solltet ihr bei Wärme und Hitze dafür sorgen, dass euer King Charles Spaniel sich nicht zu viel bewegt und kühl gehalten wird, sonst könnte schnell ein lebensgefährlicher Hitzschlag drohen. 

Verträgt Kälte

King Charles Spaniels können Kälte ebenso schlecht vertragen wie Hitze. Bei Kälte können sie schlechter atmen und sollten etwas geschont oder auch mit einem Mantel geschützt werden. 

Pflege

Bei King Charles Spaniels müssen insbesondere die Augen, die Ohren und die Nase gut gepflegt werden, da sie sehr anfällig sind. Auch das Fell sollte täglich gekämmt und gebürstet werden. 

Baden

Hunde müssen generell nicht regelmäßig gebadet werden, es sei denn, sie beginnen übel zu riechen, weil sie sich beispielsweise gewälzt haben.

Wenn ein Bad fällig wird, solltet ihr auf ein natürliches Hunde-Shampoo achten. Hunde haben einen anderen pH-Wert als Menschen und benötigen ein rückfettendes Shampoo. 

Kämmen & Bürsten

Das lange und seidige Haarkleid sollte am besten täglich gekämmt und gebürstet werden, damit es nicht verklettet und gut aussieht. Außerdem wird so die Haut leicht massiert und besser durchlüftet. 

Haaren

King Charles Spaniel unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haaren insbesondere im Frühjahr und Herbst stärker. 

Schneiden & Trimmen

Das Fell der King Charles Spaniels darf nicht getrimmt oder geschoren werden. Ihr könnt bei Bedarf das Fell unter den Pfoten etwas kürzer schneiden, damit sie nicht auf glatten Böden ausrutschen und ihr könnt die längeren Haare etwas mit der Schere einkürzen. 

Für Allergiker geeignet

King Charles Spaniels unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haaren entsprechend. Deshalb gehören sie nicht zu den Hunderassen, die besser für Allergiker geeignet sind als andere Hunderassen.

Wenn ihr trotz Allergie einen Hund halten möchtet, dann interessiert euch sicherlich dieser Artikel: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.

Sabbern

King Charles Spaniel haben eine sehr kurze Schnauze und sind obendrein verfressen: sie neigen leider stark zum Sabbern. 

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Vorsicht: Neigt zu Übergewicht

Durch die Ernährung deines Hundes kannst du ihre Gesundheit positiv beeinflussen. Deshalb solltest du auf eine artgerechte und möglichst natürliche Ernährung deines Hundes wert legen.

King Charles Spaniel sind leider sehr verfressen, weshalb ihr auf eine schlanke Linie achten solltet. Denn Übergewicht schadet den Gelenken und den Organen. 

Manche Charlies neigen zu Diabetes mellitus und benötigen eine möglichst natürliche und fleischhaltige Nahrung mit wenig Zucker und Kohlenhydraten (Verzicht auf Getreide). Einige neigen zu Harn- und Blasensteinen, dann sollte ihre Nahrung möglichst frei von Oxalsäure sein.

Verfressenheit

King Charles Spaniel sind fast immer sehr verfressen und viele Halter können ihrem bettelndem Blick kaum widerstehen. Doch ihr solltet unbedingt auf eine schlanke Linie achten. 

Aussehen

Sehr kleiner und kompakter Toy Spaniel mit großen Augen

King Charles Spaniel sind kleine Hunde, die zwischen 26 bis 32 cm hoch sind und ca.  3,6 bis 6,3 Kg wiegen. Sie haben seidiges langes Haar und einen sehr kompakten und gedrungenen Körperbau mit relativ kurzen Beinen. 

Die großen Augen stehen häufig hervor, der Kopf ist rund und oben stark gewölbt, die Nase ist fast weggezüchtet. Die Hängeohren sind tief angesetzt, sehr lang und eng an den Wangen liegend. Die Rute wurde früher kupiert, bleibt aber jetzt unkupiert und wird nach unten getragen. 

Augenfarbe

Dunkelbraune Augen

Fell

Das Haarkleid des King Charles Spaniel ist lang und fühlt sich seidig an. Es darf laut Zuchtstandard leichte Wellen haben, aber keine Locken. An den Ohren, den Beinen und an der Rute gibt es eine lange Haare (Befederung). 

Farbe

Die folgenden vier historischen Haarfarben werden beim King Charles Spaniel offiziell anerkannt. Abweichende Farben bergen grundsätzlich das Risiko einer mit der Farbe verbundenen Erbkrankheit:

  • black and tan (schwarz-lohfarben, King Charles) - schwarzes Fell mit lohfarbenen (braunen) Abzeichen über den Augen, an den Wangen, an der Innenseite der Ohren, an der Brust, an den Läufen und unter der Rute. Weiße Flecken sind nicht erwünscht. 
  • tricolour (Prince Charles) - schwarz-weiße Hunde mit lohfarbenen Abzeichen über den Augen, an den Wangen, an der Innenseite der Ohren, an der Innenseite der Beine und unter der Rute. 
  • kastanienrot (Ruby) - einfarbige Hunde, deren Fell einen tiefen und satten kastanienbraunen Ton hat. Auch hier sind weiße Flecken unerwünscht. 
  • rot und weiß (Blenheim) - Weißes Fell mit kastanienbraun-roten Abzeichen am Kopf. Besonderes Merkmal ist ein ca. daumengroßer kastanienrot-brauner Fleck auf der weißen Blesse oben auf dem Kopf, der sich "Blenheim Spot" oder auch "Lozenge-Fleck" nennt. 

Geschichte und Herkunft

Liebling der englischen Aristokraten seit dem Mittelalter

FCI Norm

Nummer: 128

Herkunft

Großbritannien

Geschichte

Der King Charles Spaniel hat kleine Zwergspaniels als Vorfahren, die bereits im Mittelalter in England sowohl als kleine Stöber- und Apportierhunde als auch als Haustiere bei Hofe beliebt waren. Die höfische Damenwelt war begeistert von kleinen Spaniels, die sie überall hin begleiteten, unterhielten und wärmten.

Liebling der britischen Königinnen und Könige

Die Vorgänger der King Charles Spaniels waren bereits am Hofe von Heinrich dem VIII. (1491-1547) und Elisabeth I. (1533-1603) zu finden und sollen sogar Maria Stuart bis zum Schafott begleitet haben. Ihren Namen erhielten sie jedoch von Charles II. (1630-1685), der laut Geschichtsschreibern mehr Zeit mit der Zucht der King Charles Spaniels verbrachte, als mit dem Regieren. 

Bis Mitte des 19.Jahrhunderts wurden die größeren Zwergspaniels auch zur Jagd als Stöber- und Apportierhunde auf Vögel und Kleinwild verwendet. Doch die kleinere Variante wurde als reines Haustier und als Schoßhund für die adligen Damen gehalten. Zu dieser Zeit sahen die King Charles Spaniels jedoch ganz anders als heutzutage aus: Sie hatten viel längere Schnauzen und nicht ganz so gewölbte Köpfe und große Augen. 

Kindchenschema: Kurzköpfige Hunde werden modern

Zum Ende des 19.Jahrhunderts, Beginn des 20.Jahrhunders werden in England asiatische, kurznasige Hunde sehr modern, denn der Mops, der Japanese Chin und der Pekingese bedienen das Kindchenschema mit ihren riesigen Augen, der kurzen Schnauze und dem großen runden Kopf. Sie sind einfach niedlich und klein und mehr wird von ihnen nicht gewünscht. 

Mit der Mode ändert sich die Zucht der King Charles Spaniels dramatisch. Es ist nicht ganz eindeutig, ob tatsächlich asiatische Hunde wie der Japan Chin, der Mops oder der Pekingese eingekreuzt worden sind. Denn es ist ebenso möglich, dass der King Charles Spaniel einfach nur kleiner und nach dem Vorbild der asiatischen Hunderassen gezüchtet wurde. In jedem Fall wurde der Kopf wesentlich runder und wölbte sich am Oberkopf, die Nase wurde stark verkürzt und die Augen wurden immer größer, fast glubschäugig. Als King Charles Spaniels 1892 erstmals im Zuchtbuch des Kennel Clubs eingetragen wurden, wurden sie mit einer kurzen Nase beschrieben. Dabei sahen sie auf den Gemälden in all den Jahrhunderten zuvor nicht kurznasig aus. 

1900 wollten Züchter den Namen der King Charles Spaniel in "English Toy Spaniel" ändern.  König Edward VII (1841-1901) setzte sich dagegen ein. Während die Hunde in England also weiter King Charles Spaniel heißen, werden sie beispielsweise in den USA "English Toy Spaniel" genannt. 

Unterschiede zum Cavalier King Charles Spaniel

Erst nach dem ersten Weltkrieg gab es aufgrund des reichen Amerikaners Rosswell Eldridge Bemühungen, den alten King Charles Spaniel mit langer Nase wieder zu beleben und zu züchten. Die Bemühungen waren erfolgreich und der "Cavalier King Charles Spaniel" wurde 1945 von dem britischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt. 

Seitdem gibt es offiziell zwei Varietäten des englischen Zwergspaniels: den King Charles Spaniel und den Cavalier King Charles Spaniel. Das sind die Unterschiede:

  1. King Charles Spaniel haben einen runderen Kopf und eine sehr viel kürzere Nase
  2. Die King Charles Spaniels sind etwas kleiner und leichter als die Cavaliers.
  3. Die Rute der King Charles Spaniels wurde immer kupiert, während die Cavaliers eine natürliche lange Rute tragen.

Meilensteine in der Zucht der King Charles Spaniels:

  • 1885 erster offizieller Rassestandard wurde aufgestellt.
  • 1892 erstmalige Eintragung im "The Kennel Club", hier wurden nur die Farben kastanienrot (ruby) und tricolour (Prince Charles) erwähnt. 
  • 1920 in Deutschland Vertretung vom "Internationalen Club für Japan-Chin, Peking-Palasthunde und King Charles Spaniel e.V."

King Charles Spaniel im Überblick

Sehr alte und liebenswürdige Toy Spanielrasse, die jedoch zur Qualzucht zählt

King Charles Spaniels können auf eine sehr lange und häufig aristokratische Geschichte zurückblicken. Die Mode des "Kindchenschemas" hat der Rasse zu Beginn des 20.Jahrhunderts leider nicht gut getan und durch Inzucht und Fehlzucht sind weitere ernste genetisch bedingte Erkrankungen vorhanden. Deshalb können wir euch diese Rasse nicht empfehlen, auch wenn der Charakter dieser freundlichen Toy Spaniels sehr ausgeglichen und sanftmütig ist. 

Auflagen

Es gibt keine rassespezifischen Auflagen zur Haltung von King Charles Spaniels.

Als kurzköpfige Hunderasse dürfen King Charles Spaniels nur in der Kabine des Flugzeuges mitgenommen werden, sofern sie mit dem Transportbehälter nicht mehr als 8 Kg wiegen. In dem Frachtraum werden sie aufgrund der Gesundheitsgefährdung gar nicht mehr transportiert. 

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