Siberian Husky

Die "Pferdestärke des Nordens" sucht sportlichen Rudelführer

Der Siberian Husky ist ein relativ leichter nordischer Schlittenhund. Huskys sind ausdauernde und dabei elegante Traber, die bei Kälte erst so richtig in Fahrt kommen. Stahlblaue Augen, kurze Stehohren, die geringelte Rute und das sehr dichte, helle Fell sind die Erkennungsmerkmale der Siberian Huskys. Huskys lieben ihr Rudel und bleiben ungern allein. Sie eignen sich meist nicht als Wachhunde und Beschützer. Ein erfahrener Halter kann den Eigenwillen und den starken Jagd- und auch Zugtrieb (nicht gerade von Natur aus leinenführig) besser in gewünschte Bahnen lenken und einen artgerechten Sport mit dem Husky ausüben, der beiden Spaß bringt. Huskys sind friedvolle, arbeitswillige und ursprüngliche Hunde, die bei geistiger und körperlicher Unterforderung sehr stur und ablehnend werden können.

Top Facts

  • "Desire to go": sehr sportlich, braucht sehr viel Bewegung
  • Rudelliebe, liebt Gesellschaft: bleibt nicht gern allein
  • Sehr ursprünglich: konsequente, erfahrene Halter
  • Dichtes Fell: Liebt Kälte und kann Wärme nicht gut vertragen
  • Bei Unterforderung können Huskys schwierig werden
  • Drei Zuchtlinien: Show- und Arbeitslinie und Sprint-Rennlinie

Steckbrief Siberian Husky

Größe
50,0 - 60,0 cm
Gewicht
15,0 - 28,0 kg
Lebenserwartung
12 - 15 Jahre
Verwendung
Schlitten- und Begleithund
Herkunft
USA
Fell
Dicht, mittellang
Wesen
sportlich, ausdauernd, friedlich, liebt Kälte

Charakter

"Desire to go" – möglichst in arktischer Kälte

Ein Sibirischer Husky war und ist "die Pferdestärke" der Eskimos. Als nordischer Schlittenhund ist der Husky ein Arbeitshund, der vor allem eines will: Lange Laufen! Und das möglichst in eher kälteren Regionen, denn sein dichtes Fell ist für polare Regionen mit Minusgraden gemacht, von denen unsere Gefriertruhen nur träumen können. Deshalb sind lange Spaziergänge oder auch andere Beschäftigungen mit Bewegung ideal und auch im Grunde täglich nötig für Sibirische Huskys.

Sehr soziale und ursprüngliche Rudelwesen

Siberian Huskys wurden seit Jahrtausenden im Rudel gehalten, mit vielen Hunde um sich und im Gespann, sowie mit engem Familienanschluss. Dies erklärt das ausgeprägte Sozialverhalten und das Bedürfnis nach Nähe zu anderen Hunden als auch Menschen. Sowohl Menschen als auch Hunden gegenüber verhalten sich gut sozialisierte Huskys fast immer freundlich, geradezu sanft und sind durchaus kontaktfreudig. Vielleicht etwas stärker als andere Hunderassen benötigt der Siberian Husky eine klare Rangordnung, die sein möglichst erfahrener menschlicher Rudelführer ihm liebevoll-konsequent von Welpe auf an beibringen sollte.

Konsequente und liebevolle Erziehung

Schlittenhunde wie der Siberian Husky sind im Gespann eine feste Rangordnung gewohnt. Neben dem Leittier muss ihr Mensch ihnen mit konsequenter und liebevoll-fairer Erziehung den Weg zeigen. Denn Huskys sind sehr eigenständige und noch ursprüngliche Hunde, die es auch gewohnt sind, selbständig Entscheidungen zu treffen und den richtigen Weg eigenständig zu finden. Sie sind intelligent und lernen schnell Kommandos, denen sie auch folgen – sofern sie für sie einen Sinn ergeben. Ansonsten werden sie auch gern mal hinterfragt. Wenn sich der Husky nicht verstanden fühlt, unterfordert ist oder vereinsamt, kann er auch sehr schwierig, stur und eigenwillig werden. Ein konsequenter und fairer menschlicher Rudelführer, der sich gern mit seinem Hund sportlich betätigt ist für ein harmonisches Zusammenleben mit dem Husky sehr wichtig. Deshalb sind bei Siberian Huskys meistens auch erfahrene Hundehalter gefragt, die den Welpen von Anfang an prägen und erziehen.

Der Sibirische Husky – ein leidenschaftlicher Jäger?

Viele Huskys verfügen noch über einen ursprünglichen Jagdtrieb, haben sie doch bei der Jagd geholfen oder sich auch mal selbst mit Beute versorgt. Gepaart mit Ausdauer, Schnelligkeit und Eigenständigkeit kann der natürliche Jagdtrieb bei Sibirischen Huskys schon mal extrem zur Herausforderung werden. "Ich bin dann mal weg" ist leider auch für Husky-Besitzer häufig das letzte, was sie von ihrem Hund hören und sehen. Dies muss natürlich nicht bei jedem Husky der Fall sein, aber um dem Husky die Freiheit ohne Leine zu laufen zu ermöglichen, kann es stärkeres Training und viel Geduld benötigen.

Hier ist oft auch Erfahrung oder ein gutes Anti-Jagdtraining gefragt. Denn den Husky immer nur an der Leine spazieren zu führen ist auch keine Dauerlösung. Apropos Leine: als Zughund ist ein elegant-leichtes „Bei-Fuß-Gehen“ nicht immer die Sache der Huskys. Sie ziehen einfach zu gern und das liegt ihnen auch im Blut. An der Leine gehen will also besonders geübt werden.

Sibirischer Husky ist kein Schatzwächter

Für manche mag es ein wenig überraschend sein, aber trotz ihrer Ursprünglichkeit sollte man mit einem Husky keinen Wachhund erwarten. Für diese Aufgabe wurden sie einfach nicht gezüchtet. Im Gegenteil, sie sollten mit der Familie und mit dem Stamm friedlich leben. Auch bellen Huskys eher selten. Dafür kannst du mit ihnen mit Glück ganz leidenschaftlich gemeinsam heulen.

Intelligenz

Siberian Huskys sind sehr intelligent, müssen sie doch auf der einen Seite die Kommandos ihres "Mushers" (Schlittenführers) sehr genau verstehen und gleichzeitig im Rudelgespann abgestimmt laufen. Auf der anderen Seite müssen gerade die Leithunde selbständig die Orientierung behalten und das gesamte Team führen.

Aufmerksamkeit

Sibirische Huskys sind sehr aufmerksame und lernfreudige Hunde, die aber auch sehr eigenständig sein können, was teilweise als stur ausgelegt werden kann.

Energie

Desire-to-go: Als nordischer Schlittenhund ist der Husky ein Arbeitshund, der vor allem eines will: Lange Laufen!

Zeitaufwand

Aufgrund des hohen Bewegungsdrangs, der Intelligenz, der Eigenwilligkeit und des ausgeprägten Rudelwesens, ist der tägliche Zeitaufwand als recht hoch einzuschätzen.

Training

Da der Siberian Husky als Schlittenhund sehr viel Bewegung liebt und benötigt, solltet ihr euch mit ihm einen schönen Sport suchen, der euch beiden Spaß bringt. Naheliegend sind bei Huskys natürlich Schlittenfahrten und Schlittenrennen oder auch Skijöring (Hund zieht den Menschen auf Skate-Skiern).

Da aber in den meisten Breitengraden nicht ständig Schnee zur Verfügung steht, sind auch andere Zughunde-Sportarten ideal für Huskies und können viel Spaß bringen:

  • Cani-Cross (Jogger lässt sich vom Hund im Geschirr ziehen)
  • Bike (Hund läuft im Geschirr vor dem Geländefahrrad und zieht)
  • Trike-Fahren
  • Scooter- oder Trike- oder gar Sacco-Dog-Cart-Fahren.
  • Wer es gemütlicher mag, kann auch seinen Husky einen Bollerwagen ziehen lassen.

Wichtig ist, dass es beiden Spaß bringt, Ausdauer und Kommandos langsam trainiert werden.
Natürlich laufen viele Huskys auch einfach gern neben dem Jogger oder Fahrrad her oder begleiten euch auf langen Wanderungen und Spaziergängen. Hauptsache Bewegung mit ihren Menschen!

 

In Hundevereinen oder Hundeschulen könnt ihr auch für Huskys eher untypische Sportarten nehmen, die ihnen Spaß bringen und sowohl ihre Ausdauer als auch ihre Intelligenz fördern können:

Siberian Huskys langsam und nicht bei hohen Temperaturen trainieren

Welpen und Junghunde werden nur nur wenig bewegt, da sie sich noch im Wachstum befinden. Ausdauertraining solltet ihr ebenfalls langsam angehen: Auch ihr startet ja nicht morgen einen Halbmarathon, wenn ihr noch nie gejoggt seid. Bewegung bei hohen Temperaturen ist für Huskys ebenfalls nichts: bei -30 Grad bewegen sie sich sehr gern, nicht aber bei sommerlichen Temperaturen. Oder möchtet ihr im Sommer im Skianzug joggen gehen? Darauf solltet ihr insbesondere bei Huskys liebevoll Rücksicht nehmen.

Wohnungstauglichkeit

Bei entsprechender mentaler und körperlicher Auslastung kann ein Husky trotz hoher Energie und "Desire-to-go" für die Wohnung geeignet. Vorteilhaft ist sicher, dass Huskys nicht zum Bellen neigen (zum Jaulen ggf. aber). Allerdings benötigen sie Natur und Auslauf mehr als andere Hunderassen und mögen lieber kalte Temperaturen. Auch wenn Huskys mit 15-28kg nicht zu den ganz schweren Rassen gehören, sollte doch immer bedacht werden, dass euer Hund auch mal krank oder alt werden könnte und Treppen, die zur Wohnung ohne Fahrstuhl führen, zum Problem werden können.

Auch sollte der Vermieter oder die Hauseigentümergemeinschaft der Haltung eines Hundes zustimmen.

Treue & Ergebenheit

Sofern Sibirische Huskys fair und liebevoll behandelt werden, sind sie ihren Menschen gegenüber ausgesprochen treu und ergeben.

Jagdtrieb

Viele Sibirische Huskys haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und gehen diesem aufgrund ihrer Eigenständigkeit und Sturheit auch gern nach. Da sie auch noch schnell und ausgesprochen ausdauernd sind, kann dies zur Gefahr werden.

Alleinsein

Als ausgeprägtes Rudeltier ist es der Sibirische Husky gewohnt, immer viele Menschen und Hunde um sich zu haben. Alleinsein will daher von Welpe an behutsam geübt werden und muss nicht immer gelingen.

Bellen

Siberian Huskys bellen so gut wie nie. Dafür kann man sie aber leidenschaftlich Heulen hören.

Wachsamkeit

Sibirische Huskys sind keine Schatzwächter: Die Wachsamkeit liegt ihnen nicht im Blut.

Beschützer

Aufgrund ihrer Größe und ihrer Verbundenheit dem Rudel gegenüber könnten sie ihre Menschen auch gut beschützen und sich für sie einsetzen. Doch sind sie Fremden gegenüber fast immer aufgeschlossen.

Verträglich mit Hunden

Sibirische Huskys vertragen sich meist sehr gut mit anderen Hunden, sofern sie rechtzeitig und gut sozialisiert wurden.

Verträglich mit Tieren

Es kommt darauf an: als leidenschaftliche Jäger können Sibirische Huskys schnell zu einer Gefahr für andere Tiere im Haushalt werden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass bei einer frühen Sozialisierung nicht auch ein Husky mit anderen Tierarten friedlich unter einem Dach leben kann, aber es ist kein "Selbstgänger".

Kinderfreundlich

Sibirische Huskys haben schon immer im Familienkreis gelebt und verhalten sich gegenüber Kindern sehr geduldig und liebevoll - vorausgesetzt, sie wurden gut sozialisiert.

Verträglich mit Fremden

Sibirische Huskys geben keine guten Wächter ab und treten Fremden meist ausgesprochen freundlich gegenüber. Vorausgesetzt, sie wurden gut sozialisiert und behandelt.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Siberian Huskys sind eine sehr gesunde und robuste Hunderasse, die bei artgerechter Haltung im Grunde keine sehr häufig auftretenden rassespezifischen Erkrankungen mit sich bringt. Trotzdem gibt es einige Erkrankungen, die bei Siberian Huskys häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten.

Robustheit

Bei gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung sind Siberian Huskys ausgesprochen robuste Hunde, die allerdings nicht für ein Leben in der Wärme gemacht sind.

Krankheiten

Wenn ihr einen Siberian-Husky-Welpen kaufen möchtet, ist es sinnvoll, den Welpen bei einem verantwortungsvollen Züchter zu kaufen. Diese lassen die Elterntiere auf rassespezifische Erkrankungen testen, um möglichst gesunde Welpen zu züchten. Lasst euch die Gesundheitszeugnisse der Elterntiere zeigen und fragt ganz offen bei den Züchtern nach. 

Die folgenden Erkrankungen kommen beim Siberian Husky häufiger als bei anderen Hunderassen vor.

Weitere Erkrankungen, die bei Siberian Huskys etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten können sind:

  • Degenerative Myelopathy
  • Epilepsie

Weitere Erkrankungen, die bei Siberian Huskys zwar selten, aber noch etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten können: 

  • Alaskan Husky Enzephalopathie (AHE), bei der die Tiere bereits als Welpen sterben.
  • Chondrodysplasie und Dystrophie
  • Degenerative Myelopathie
  • Gangliosidose
  • Hyerurikosuure
  • Magligne Hyperthermie
  • Warburg Micro Syndrom

Verträgt Hitze

Siberian Huskys stammen aus den eisigen Gefilden des Nordens und vertragen das kalte Klima mit bis zu -50 Grad Celsius. Dafür sind sie und ihr Haarkleid gemacht. Hitze vertragen sie dagegen nicht so gut. Deshalb ist es geradezu tierquälerisch, sie in wärmeren Breitengraden zu halten. Ihr möchtet ja auch nicht im Ski-Anzug am Strand liegen müssen, oder?

Verträgt Kälte

Siberian Huskys sind Kälte gewohnt und lieben sie. Bei Kälte tauen sie geradezu auf und werden erst richtig wach. In hohen Minusgraden von -30 bis -50 Grad Celsius können sie noch gut arbeiten.

Pflege

Im Grunde müssen Siberian Huskys nicht sehr stark gepflegt werden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haaren sie jedoch sehr stark und verlieren ihren Unterwolle fast komplett. Auch wenn viele verleitet sind, Huskys in wärmeren Gefilden zu halten und ihr Fell zu trimmen oder zu kürzen, ist dies einfach nicht artgerecht. Das Kürzen der Haare zwischen den Zehen und um die Pfoten kann dagegen sinnvoll sein.

Baden

Hunde müssen nicht regelmäßig gebadet und shampooniert werden. Da der Sibirische Husky aber ein sehr dichtes Haarkleid besitzt, kann es bei unrühmlichen Gerüchen im Fell einmal notwendig werden.

Kämmen & Bürsten

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst müssen Sibirische Huskys häufig und ausgiebig gekämmt oder gebürstet werden. Sie können ihre komplette Unterwolle in dieser Zeit verlieren und die will ausgebürstet werden. Während der restlichen Zeit hält sich die Fellpflege dafür aber eher in Grenzen.

Haaren

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haaren Huskys recht stark. Den Rest des Jahres dagegen haaren sie eher moderat.

Schneiden & Trimmen

Ein Siberian Husky muß nicht getrimmt oder gar geschoren werden. Viele Züchter betonen sogar, dass ein Scheren bzw. Trimmen verboten werden sollte.

Für Allergiker geeignet

Siberian Huskys haaren relativ stark und gehören nicht zu den hypoallergenen Hunderassen, die auch für Allergiker geeignet sein können.

Sabbern

In der Regel sabbern Huskys mit ihren recht langen Schnauzen nicht.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Futtermenge an die Auslastung anpassen, auf Zinkmangel achten

Die Ernährung des Sibirischen Huskys hat - wie bei allen Lebewesen - einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. Deshalb ist eine abwechslungsreiche und natürliche Ernährung bei Huskys sehr empfehlenswert. 

Da Huskys auf viel Bewegung und eher wenig Futter ursprünglich gezüchtet wurden, solltet ihr auf das Gewicht des Huskys achten. Übergewicht seht ihr bei dem dichten Fell nicht so leicht, deshalb ist eine Gewichtskontrolle ratsam.

Zinkmangel kann Haut- und Fellprobleme verursachen

Bei Sibirischen Huskys kann es eine genetische bedingte Veranlagung zu Zinkmangel geben. Dies kann sich in Haut- und Fellproblemen zeigen. Da Zink ein lebensnotwendiges Element für viele Funktionen ist, muss ggf. Zink verstärkt zugeführt werden.


Verfressenheit

Viele Siberian Huskys sind sehr gefräßig. Es gibt zwar durchaus andere Hunderassen, die einen noch ausgeprägteren Hang zum Futter haben, doch gehören Huskys mindestens zu den top 30% der verfressenen Hunde. Ob dies noch aus alten Selbstversorger-Zeiten stammt, lässt sich heute schwer abschätzen. Ursprünglich sind Huskys extra klein gezüchtet, damit sie trotz hoher Ausdauer wenig Futter benötigen. Deshalb solltet ihr neben viel Bewegung auch unbedingt auf das Gewicht eures Siberian Huskys achten.

Aussehen

Mittelgroß, sportlich-leicht, dichtes Fell

Sibirian Huskys sind mittelgroße, sportliche Schlittenhunde mit einem eher leichten und dabei sehr dicht behaarten Körper. Sie sind bekannt für ihre strahlend blauen Augen, die auch Für Zughunde sind sie sehr leicht und daher schnell, leichtfüßig und geradezu elegant in ihrer trabenden Bewegung. Sie sind auf Ausdauer gezüchtet. Typisch für nordische Hunde sind die kleinen, aufrecht stehenden Ohren, die relativ kleinen Pfoten und die buschige, stolz getragene Rute.

Bei den Sibirischen Huskys gibt es unterschiedliche Zuchtlinien, die sich in Größe, Gewicht und auch im Temperament unterscheiden. Während die Arbeitslinie die ursprüngliche Linie ist, haben sich die Show- und auch eine Sprint-Rennlinie erst später entwickelt.

Je nach Geschlecht wiegen Sibirian Huskys zwischen 15-28 kg und erreichen eine Höhe zwischen 50-60cm.

Augenfarbe

Die Augen der Huskys können sowohl braun als auch blau sein

Fell

Der Sibirian Husky hat ein doppeltes und mittellanges Haarkleid, das schön und geradezu pelzartig aussieht. Nach Zuchtordnung sollte es nie zu lang sein und damit die Außenlinien des Hundes verdecken. Die Unterwolle ist weich und dicht. Die längeren und steiferen Deckhaare sind gerade und liegen leicht an - sie sollten nicht abstehen. Während des Haarwechsels fehlt die Unterwolle meist komplett.

Farbe

Da die Siberian Huskys nicht auf Aussehen, sondern auf Ausdauer und Arbeitswillen gezüchtet wurden, war das Aussehen eher nebensächlich. Daher sind alle Farben von rein weiss bis schwarz erlaubt. Insbesondere am Kopf gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichsten Mustern und Masken, die Siberian Huskys so einmalig machen.

Geschichte und Herkunft

Die "Pferdestärke des Nordens": Der Chukchi-Hund

FCI Norm

Nummer: 270

Herkunft

USA laut FCI-Rassestandard, ursprüngliche Herkunft aus Sibirien (Rußland).

Geschichte

Nördlich-Asiatische Völker haben bereits vor tausenden von Jahren im heutigen Sibirien Hunde als Helfer bei der Jagd und insbesondere auch für den Transport von Waren und Jagdbeute über lange Strecken in Schnee und Eis gehalten. Die Zucht der wichtigsten Vorfahren der Sibirischen Huskys geht nach heutigen Erkenntnissen auf den indigenen, nomadischen Chukchi-Stamm (deutsch: Tschuktschen oder auch Chukchee) aus dem Nord-Osten Sibiriens zurück.

Hunde waren und sind wesentlicher Bestandteil der Kultur der Chukchi, denn mit den Schlittenhunden können sie große Distanzen in Schnee und Eis überwinden, um z.B. von ihren Wohnorten bis zu den Jagdgebieten ihre Jagd-Beute zu transportieren. Die Hunde der Chukchi waren wesentlich kleiner als heutige Sibirische Huskys, da sie ausdauernd und kräftig waren, dabei aber möglichst wenig fressen sollten. Gleichzeitig wurden (und werden) sie von den Frauen betreut, so dass sie von jeher Begleit- und Familienhunde waren, die an Kinder gewöhnt sind. Auch haben die Hunde die Familienmitglieder vor der Kälte gewärmt.

Nach heutigen Erkenntnissen wurden Huskys über 3.000 Jahre fast rein gezüchtet, also ohne eine Vermischung mit anderen Hunderassen und es gab für die Zucht schon lange harte Regeln. Zur Vermehrung wurden nur die besten Leitrüden eingesetzt, während die anderen Rüden mit einem Jahr kastriert wurden. Auch bei den Hündinnen wurden die stärksten als Welpen ausgewählt und die meisten anderen getötet.

Somit konnte eine Zucht auf Ausdauer und weniger aber auf Schnelligkeit oder das Ziehen wirklich schwerer Lasten über Jahrhunderte bestehen. Wurden einmal schwere Lasten transportiert, konnten statt der 6-8 Hunde vor dem Schlitten die Hunde des "Nachbarn" mit dazu eingespannt werden, so dass mit 16-18 Hunden eine schwerere Last gezogen werden konnte. In allen Sibirischen Huskys fließt das Blut dieser Eskimo-Hunde. Die daraus gezüchteten Sibirischen Huskys sind jedoch meist größer, wurden sie auch mit anderen Hunderassen wie z.B. den Alaskischen Mallamuts eingekreuzt.


Man darf sich also durchaus fragen, warum diese sibirischen Hunde eine amerikanische Hunderasse und keine russische Hunderasse wurden.

Zwischen Asien und Amerika liegen weniger als 82km

Asien und Amerika sind gar nicht so weit voneinander entfernt, wie man mit einem Blick auf unsere gängigen Weltkarten manchmal meinen könnte. Zwischen den beiden Kontinenten liegt die Meerenge „Beringstraße“, die nur ca. 82km breit ist. Noch vor rund 10.000 Jahren gab es hier eine Landverbindung, die den Kontakt zwischen dem heutigen Sibirien und Alaska, also zwischen Asien und Amerika ermöglichte. 1887 verkaufte übrigens der Zar Alexander II Alaska an die USA für nur 7 Mio. Dollar.

Goldrausch und Abenteurer machen den Siberian Husky berühmt

Zwischen 1908 und 1930 wurden Schlittenhunde aus vielen Gebieten des östlichen Sibiriens nach Alaska importiert. Sie waren sehr attraktiv, da sie zu der Zeit den eingekreuzten schwereren und langsameren Schlittenhunden während des Goldrausches in Alaska (Klondike, Fairbanks und Nome) überlegen waren.

Insbesondere Pelzhändler bewegten sich mit Hundeschlitten sowohl in Sibirien als auch in Alaska. Einige davon brachten die Sibirischen Chukchi-Hunde zu Beginn des 20.Jahrhunderts und bis 1930 auch nach Alaska, so z.B. der amerikanische Pelzhändler Olaf Swenson oder aber auch der russische Pelzhändler William Goosak.

All-Alaska-Sweepstakes – das abenteuerliche und berühmte Schlittenhunderennen

Das Leben in Nome, einem Ort der nur einen Namen aufgrund des Goldrausches in Alaska erhielt, war einseitig und wurde durch das Schlittenhundrennen „All-Alaska-Sweepstakes“, das vom „Nome Kennel“ 1908 gegründet wurde, um eine Attraktion reicher. Gründer waren der Musher Allan Scott und der Rechtsanwalt Albert Fink. Nome soll übrigens seinen Namen erhalten haben aus „No Name“, da dieser Ort im Nirgendwo lag und erst von Interesse war, als Gold an seinen Stränden gefunden wurde. Dieses harte Rennen ging von Nome nach Candle und zurück über 657km und es wurden viele Wetten abgeschlossen.

1909 meldete auch der Pelzhändler William Goosak ein Hundeteam mit sibirschen Huskys an, die aufgrund ihrer geringen Größe belächelt wurden. Als Hundeführer bzw. Musher engagierte er Louis Thurstrop und belegte zur Überraschung aller sofort den 3.Platz. Dies war der Beginn der Bekanntheit der Chukchi-Hunde in Amerika und auch der Startpunkt in der Geschichte der Zucht der Sibirischen Huskys. Goosak brachte der 3.Platz kein Geld ein und er musste seine Hunde verkaufen, um nach Russland zurück zu reisen. 1910 meldete sich Fox Maule Ramsey mit gleich drei Teams der sibirischen Huskys an und belegte mit ihnen den 1., 2. und den 4. Platz. Das Siegerteam wurde von John Johnson, auch „Iron Man“ genannt, gefahren. 1914 sollte John Johnson nochmals den ersten Platz bei dem Alaska-Schlittenhunderennen gewinnen.

Leonhard Seppala – ein Norweger legt den Grundstock für die US-Zucht der Sibirischen Huskys

Ein Käufer einiger Hunde von William Goosak soll auch der Norweger Leonhard Seppala (1877-1967) gewesen sein. Doch laut Gay und Lany Salisbury soll Leonhard Seppala sein erstes Sibirisches Hundeschlittengespann anders erhalten haben: Ein Freund Seppalas hatte Welpen ursprünglich für eine Nordpol-Expedition von Roald Amundsen aus Sibirien importiert, die Seppala trainieren sollte. Als diese Expedition aber abgesagt wurde, erhielt Seppala die Hunde.

Leonhard Seppala war Goldsucher und Musher und sollte mit seinen Hunden ab 1910 den Grundstock der Husky-Zucht in den USA legen und er sollte noch sehr viele Abenteuer mit seinen Hunden erleben: In den Jahren 1915, 1916 und 1917 gewann Leonhard Seppala die All-Alaska-Sweepstakes mit seinen Hunden, was eine unglaubliche Leistung für dieses herausfordernde Rennen war.

Nome-Serum-Run: Spektakuläres Rennen gegen die Diphterie

Im Winter 1925 fuhr Seppala mit seinem Hundeschlittengespann die längste Strecke des "Nome-Serum-Run", eine Hundeschlittenstaffel, die Nome das Serum gegen die ausgebrochene Diphtherie liefern sollte. Sein Leithund Togo (1913-1929) führte den Schlitten sicher durch Schnee und Eis und erlangte später Berühmtheit.

Durch das gerade aufgekommene Radio verfolgten viele Menschen das spannende Rennen um Leben und Tod. Die letzte Etappe fuhr jedoch Gunnar Kaason mit seinem Leithund Balto (1919-1933). Dass ihm fast der komplette Ruhm für die erfolgreiche Lieferung des Serums nach Nome zukam, muss für Leonhard Seppala unerträglich gewesen sein. Auch die anderen, meist von indigenen Mushern geführten Teams wurden kaum erwähnt.

Walt Disney verfilmt die Geschichten der berühmten Husky-Leithunde Togo und Balto

Sehr viel später widmete Walt Disney sowohl Togo (2019 mit Willem Dafoe als Leonhard Seppala) als auch Balto (ein teils animierter Film von 1995, in dem Kevin Bacon die Rolle von Balto spricht. Weitere Stars: Bridget Fonda, Jim Cummings, Phil Collins und Bob Hoskins) jeweils einen Film.


Balto konnte nicht für die Zucht verwendet werden, da er kastriert war. Es folgte ein  unschöner Rummel in Zirkussen und ein Verkauf an ein Museum mit einer Freak Show in Los Angeles, wo er und die anderen Staffel-Hunde ein klägliches Dasein fristeten. Zum Glück intervenierte ein Geschäftsmann, so dass die Hunde ein besseres Leben in einem Zoo in Cleveland erhielten.


1926 fuhr auch Leonhard Seppala mit seinen Hunden durch den Osten der USA auf Publicity-Tour. Als er am Ende der Tour in Maine ein Rennen gegen die einheimischen Hundeschlitten gewann, begann geradezu eine "Husky-Mania" im Osten der USA rund um Maine, New Hampshire, New York und Massachusetts.


Leonhard Seppala baute mit seinen Hunden und insbesondere mit Togo eine Zucht in "Poland Spring" (Maine) gemeinsam mit Elizabeth Ricker auf und von hier wurde der Sibirische Husky in den USA und in Kanada berühmt. Die Partnerschaft mit Elizabeth Ricker endete 1931, doch bereits 1928 zog Leonhard Seppala nach Fairbanks, Alaska.


1930 wurde der Sibirische Husky vom AKC als offizielle Hunderasse registriert. Aufgrund des Kalten Krieges und des damit verbundenen "Eisernen Vorhangs" konnten die letzten Chukchi-Hunde 1930 von Olaf Swenson in die USA importiert werden und gingen an Leonhard Seppala und Elizabeth Ricker.


1932 nahm Leonhard Seppala mit seinen Schlittenhunden an einem Demonstrations-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen teil und belegte den zweiten Platz. Kein Geringerer als Roald Amundsen soll ihm die Medaille überreicht haben.
1938 wurde der Siberian Husky Club of America gegründet.
Viele unterschiedliche Zuchten etablierten sich daraus und die reine Seppala-Zucht existierte lange dazu parallel. Insbesondere Togo war Grundstock der Zucht, aus der sich weitere Zuchtlinien bildeten wie Chinook, Cold River, Foxstand und Monadnock. Neben der ursprünglichen Arbeitslinie entwickelte sich später auch eine Show-Linie, sowie kleiner und schneller gezüchtete Renn-Linien.


Erst in etwa in den 1950er Jahren wurden die ersten Sibirischen Huskys nach Europa importiert, hier zunächst in die Schweiz und in die Niederlande.
1966 wurde der Sibirische Husky von der FCI anerkannt
1967 wurde der erste Sibirische Husky in Deutschland registriert
1969 gab es im VDH erste Zuchteintragungen von Sibirischen Huskys in Deutschland

Woher kommt der Name Sibirischer Husky? Was bedeutet der Name?

Da diese Hunderasse ursprünglich aus dem nordöstlichen Sibirien stammt, ist der erste Teil ihres Namens schnell erklärt.

Zum Ursprung des Wortes "Husky" gibt es mehrere Vermutungen: Manche glauben, es käme vom heiseren Laut der Hunde oder vom Laut beim Antreiben der Schlittenhunde. Wieder andere hatten die Überzeugung, es sei aus dem Wort Chukchi (also dem ursprünglichen Züchter-Volk) entstanden.

Genauso überzeugend fand ich, dass „Husky“ von „Esky“, dem Wort für Eskimo abstammt, denn Huskys sind die Hunde der Eskimos.

Übrigens schreibt sich der Plural von Husky im deutschen "Huskys" laut Duden und nicht "Huskies", wie es so häufig verwendet wurde. 

Siberian Husky im Überblick

Der Siberian Husky sucht sportlichen Rudelführer

Der Siberian Husky ist ein sehr sportlicher und ursprünglicher, dabei geradezu eleganter und leichter nordischer Schlittenhund mit dem "Desire-to-go": er braucht viel Bewegung, seinen konsequenten Rudelführer und natürlich liebt er sein menschliches und sein hündisches Rudel.

Auflagen

Für den Sibirischen Husky sind keine Auflagen und Bestimmungen bekannt.

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