Bullterrier

Grobmotorische sture Kampfschmuser mit Sinn für Humor

Leider sind die kleinen Kraftpakete mit den eiförmigen Köpfen aufgrund einschlägiger Halter als Kampfhunde verschrien, was ihnen nicht gerecht wird. Bei ihren Liebhabern sind Bullis für ihre grobmotorische Menschenliebe, für ihre Sturheit und für ihr verspieltes Wesen bekannt. Die sensiblen und sehr menschenbezogenen Bullis können bei guter Sozialisierung und konsequent-liebevoller Erziehung fantastische Begleit- und Familienhunde abgeben.

Top Facts

  • Starke Kampfschmuser für Halter mit Verantwortung
  • Von faul-gemütlich bis aufgedreht-temperamentvoll
  • liebebedürftig und menschenbezogen, aber grobmotorisch
  • Verspielt und stets zu Unsinn aufgelegt
  • Können sehr stur sein
  • Einstufung als Kampfhund in vielen Bundesländern

Steckbrief Bullterrier

Größe
40,0 - 55,0 cm
Gewicht
20,0 - 34,0 kg
Lebenserwartung
11 - 13 Jahre
Verwendung
Begleithund
Herkunft
Großbritannien
Fell
Kurzes Fell
Wesen
Liebevoll, grob-motorisch

Charakter

Faul-gemütlich bis aufgedreht-temperamentvoll

Die mittelgroßen Kraftpakete können sowohl faul-gemütlich als auch aufgedreht-temperamentvoll daher kommen. Das ist bei einem Bull Terrier kein Widerspruch, denn selbst der gemächlichste Vertreter wird seine wilden 5 Minuten am Tag haben und auch die "Terrier-Temperamente" unter den Bullis können ausgeglichen faulenzen. In ihnen lebt eben sowohl das gemütlich-starke Wesen der Bulldogge als auch der lebhafte und hartnäckige Terrier.

Grobmotorische sensible Kampfschmuser

Aber ob faul oder lebhaft: sensible Schmuser, die viele Streicheleinheiten ihrer Menschen genießen, sind sie alle. Sie können es so gar nicht ertragen, wenn sie von ihren Menschen ignoriert werden. Die meisten Bull Terrier sind von Natur aus sehr menschenbezogen und lieben ihr Menschenrudel. Viele haben grenzenlose Geduld mit Kindern und nehmen fast nie etwas krumm. Die körperbetonten Kampfschmuser kuscheln für ihr Leben gern, aber Zärtlichkeit ist eher ein Fremdwort für sie. So bullig wie ihr Aussehen, so grobmotorisch zeigen sie auch ihre Liebe und ihre Freude. Es geht im Spiel recht körperbetont und stürmisch zu, was nicht jedem anderen Hund gefallen muss.

Bei Sturheit helfen nur Konsequenz, Geduld und Liebe

Bullterrier sind für ihre Sturheit berühmt: Wenn sie etwas nicht wollen, dann tun sie es auch nicht. Es empfiehlt sich, die Erziehung mit viel Spaß und Geduld zu gestalten. Die sensiblen Gemüter vertragen keine Härte, aber benötigen unbedingt Grenzen, damit sie euch nicht auf der Nase herumtanzen.

Wenn sie Spaß an etwas gefunden haben, können sie unermüdlich sein und dabei auch rücksichtslos wie eine Lokomotive durch die Gegend walzen. Sie kennen keine Angst und sind daher oft unvorsichtig.

Zum Charakter und Wesen steht in der Rassebeschreibung der FCI bei Bull Terriern übrigens: "Mutig, lebhaft, mit einem verspielten Wesen. Ausgeglichenes Wesen und diszipliniert. Obgleich sehr eigensinnig, ist er im Besonderen sehr gut gegenüber Menschen." Dieser gewünschte Wesensstandard erscheint mir gar nicht so abwegig.

Intelligenz

Bullis lernen gut, aber nur wenn sie wollen. Auch wenn manche von ihnen gut im Trick-Training sind, so schätzen viele Bulli-Besitzer ihre Hunde als eher durchschnittlich intelligent ein.

Aufmerksamkeit

Es kommt darauf an und auch hier gibt es eine ganze Bandbreite: Bullterrier können sehr schnell und mit Eifer lernen, wenn es ihnen Spaß bringt. Haben sie auf eine Aufgabe keine Lust, so können sie recht selbstbewusst ihre Sturheit zeigen.

Energie

Der Energie-Level eines Bullterriers kann von gemütlich-faul bis zum Terrier-Temperament variieren und das auch in ein und demselben Hund. Fast alle lieben lange und gemächliche Spaziergänge, während Fahrradfahren oder Joggen eher weniger beliebt ist. Doch selbst der gemütlichste Bulli kann seine wilden 5 Minuten bekommen, bei denen es kein Halten gibt.

Zeitaufwand

Bull Terrier sind trotz ihrer mittleren Größe nicht zu unterschätzende Kraftpakete. Aufgrund ihrer Stigmatisierung als Kampfhunde und der damit je nach Region verbundenen Auflagen, müssen sie besonders gut sozialisiert und erzogen werden. Motto: nur nicht unangenehm mit dem Bulli auffallen und mit gutem Beispiel vorangehen. Deshalb sind Hundesport und Training ein Muss, ebenso die tägliche Auslastung des Bullis. Das Fell der Bullis benötigt dagegen nur wenig Pflege.

Training

Eine konsequente und dabei liebevolle Erziehung, eine gute Welpen-Sozialisierung, Hunde-Training und Hunde-Sport sowie das tägliche Leben mit ihren Menschen sind grundlegend, um einen ausgeglichen Bull Terrier mit guten Verhalten zu erziehen.

Gerade aufgrund ihres schlechten Rufes als brutale Kampfmaschinen, müssen Bullis einfach noch besser erzogen werden als andere Hunde. In den meisten Bundesländern von Deutschland, aber auch in Teilen der Schweiz und Österreich als Listenhunde geführt, werden hohe Ansprüche an sie z.B. im Wesenstest gestellt.

Bull Terrier haben die Kraft, den Mut und die Hartnäckigkeit einer Bulldogge gepaart mit dem typischen Terrier-Temperament. Hier stehen Spaß und Spiel über "will to please" und reinem Arbeitswillen. Haben sie keine Lust zu einer Sache, kann sich schnell der Eigenwille bis zur Sturheit zeigen.

Während Fahrradfahren und Joggen eher nichts für Bullterrier sind, so können sie im Hundesport je nach eigener Vorliebe sehr aktiv sein:

Wohnungstauglichkeit

Bullterrier sind für eine Haltung in der Wohnung durchaus geeignet. Sie benötigen zwar ihren Auslauf und Beschäftigung, aber dafür ist ein Haus mit Garten nicht zwingend notwendig. Auch neigen sie nicht zum Bellen.

Die Wohnung sollte ebenerdig oder mit Fahrstuhl erreichbar sein

Eine Wohnung im oberen Stockwerk ohne Fahrstuhl ist für die massigen Bull Terrier aber eher ungeeignet. Beim täglichen Treppensteigen werden die Gelenke zu sehr beansprucht und im Alter oder bei auftretenden Krankheiten ist ein Tragen der Bullterrier auch nur noch schwer möglich.

Wohnungssuche mit Listenhund kann schwierig werden

Die Einstufung als gefährliche Hunderasse und die dazu gehörigen Auflagen in den meisten Bundesländern und Bereichen der Schweiz und Österreich sollten wohl überlegt sein, bevor man einen Bullterrier in einer Wohnung hält. Der Vermieter und auch die Hausgemeinschaft einer Eigentumswohnung müssen hier zustimmen. Und auch im Fahrstuhl kann es bei der leider stigmatisierten Hunderasse mit Mitbewohnern problematisch werden.

Treue & Ergebenheit

Bullterrier sind gegenüber ihren Menschen ausgesprochen anhänglich und friedlich, sofern sie konsequent-liebevoll erzogen werden und ausreichend Beschäftigung haben.

Jagdtrieb

Auch hier gibt es bei Bull Terriern eine große Bandbreite: Der Jagdtrieb hält sich bei vielen Bullterrier in Grenzen und ist gut in den Griff zu bekommen. Kommt aber das Terrier-Blut stärker durch, kann der Jagdtrieb ausgeprägt sein.

Alleinsein

Bull Terrier lieben ihre Menschen. Daher sollte das Alleinsein von klein auf an geübt werden. Aber jedes Tier ist ein Individuum und Verlassensängste können je nach Prägung und Gewöhnung unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dieser Wert stellt lediglich einen Näherungswert dar aufgrund der Erziehbarkeit und des Energielevels sowie der Ausgeglichenheit der Rasse.

Kein Hund sollte mehr als vier Stunden am Stück allein gelassen werden.


Bellen

Bull Terrier gehören zu den leisen Hunden, die sehr selten bellen. Sie bellen eigentlich nur dann, wenn sie einen wirklich guten Grund dafür haben.

Wachsamkeit

Die meisten Bull Terrier haben einen geringen Wachtrieb, beschützen ihre Menschen aber durchaus.

Beschützer

Bullterrier sind sowohl charakterlich als auch körperlich in der Lage ihre Menschen zu beschützen und würden im Notfall alles dafür geben, ihre Menschen zu beschützen. Aufgrund der Stigmatisierung als gefährliche Hunde, wirken sie (leider) häufig ohnehin auf viele Menschen abschreckend.

Verträglich mit Hunden

Wie bei fast allen Hunderassen, sind auch Bullterrier bei guter Sozialisierung anderen Hunden gut verträglich. Ist dies nicht der Fall, können sie unverträglich werden. Viele freuen sich über Artgenossen, doch kommen Temperament und Grobmotorik nicht immer bei anderen Hunden gut an. Vielen sind andere Hunde einfach egal - ihre Menschen sind viel wichtiger.

Verträglich mit Tieren

Wie bei allen Hunden ist eine frühe Sozialisierung und Gewöhnung an Katzen und andere Tiere der Dreh- und Angelpunkt einer Verträglichkeit. Wenn dies früh genug erfolgt, so können auch Bullterrier mit Katzen verträglich sein, sofern bei ihnen der Jagdtrieb nicht so ausgeprägt ist.

Kinderfreundlich

Bullterrier lieben ihre Menschen (sofern diese fair und gut zu ihnen sind) und zeigen eine erstaunliche Gelassenheit gegenüber Kindern. Sie sind sehr menschenbezogen, verkuschelt und nicht leicht zu verunsichern.

Kleine Kinder sollten aber generell nicht mit Hunden allein gelassen werden.

Verträglich mit Fremden

Es kommt auf den Hund und seine Sozialisierung an: Viele Bullis freuen sich über Fremde, manche können Fremden gegenüber gleichgültig bis misstrauisch sein. Ein Wachtrieb ist den meisten jedoch nicht angeboren, weshalb sie mit Fremden meist gut verträglich sind. Bullis hängt allerdings das Kampfhund-Stigma an, was wiederum manche Menschen ängstlich bis negativ auf Bullterrier reagieren lässt.

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Stark aber nicht immer gesund

Bei Standard Bullterriern gibt es einige Erkrankungen, die bei dieser Hunderasse häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten. So ist z.B. Taubheit bei weißen Bullterriern nicht selten und sollte unbedingt vorher getestet werden.

Die oft tödliche Immunerkrankung "Letale Akrodermatitis" (LAD) kommt ausschließlich bei Bullterriern vor und sollte unbedingt vor der Zucht bei den Elterntieren getestet worden sein.

Auch kommen bei Bullterriern Herz- und Nierenerkrankungen häufiger vor als bei anderen Hunderassen. Deshalb lassen verantwortungsvolle Züchter sowohl eine Herz- als auch eine Nierenuntersuchung (Nierenultraschall) von ihren Zuchthunden vornehmen.

Auch können bei Bullterriern Gelenkserkrankungen vorkommen. Augenerkrankungen treten ebenfalls häufiger auf und Narkoseunverträglichkeiten können bestehen.

Robustheit

Bullterrier sind ausgesprochen robuste Kerlchen, die grobmotorisch und recht schmerzunempfindlich sind. 

Krankheiten

Bei dem Kauf eines Bullterrier-Welpen solltet ihr nach den Gesundheitszeugnissen und Prüfungen der Elterntiere fragen und euch an verantwortungsvolle Züchter halten. Insbesondere bei Bullterriern sind eine frühe Sozialisierung der Welpen mit Umweltgeräuschen und eine Zucht, die auf ein freundliches Wesen Wert legt, der Schlüssel zu einem freundlichen Hund. 

Die folgenden Krankheiten treten bei Bullterriern häufiger auf als bei anderen Hunderassen:

  • Taubheit und Schwerhörigkeit bei weißen Bull Terriern
    Weiße Bullterrier leiden ähnlich wie Dalmatiner häufiger an Taubheit, als andere Hunde. Daher ist ein Hörtest (Audiometrische Untersuchung) bei Zuchttieren meist vorgeschrieben.
  • Letale Akrodermatitis (LAD), Gentest vorhanden
    Eine sehr ernsthafte Erkrankung des Immunsystems, die häufig einen tödlichen Verlauf hat.
  • Herzerkrankungen, insbesondere die Mitralklappenen-Dokardiose. Daher wird eine Herzuntersuchung den Züchtern empfohlen (Herzdoppler)
  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), für die es ebenfalls einen Gentest gibt.
  • Ellenbogendysplasie (ED)
  • Larynxparalyse (Kehlkopflähmung), die genetisch vererbbar sein kann
  • Degenerative Myelopathie

Weitere mögliche Erkrankungen, die bei Bull Terriern etwas häufiger als bei anderen Hunderassen auftreten können:

Verträgt Hitze

Bullterrier besitzen häufig keine oder nur wenig Unterwolle, was sie gegenüber Hitze relativ unempfindlich macht.

Verträgt Kälte

Bullterrier haben meist wenig Unterwolle und ein kurzes Fell. Je nachdem wie die Unterwolle ausgeprägt ist, können sie Kälte besser vertragen. Generell lieben sie aber weder Kälte noch Regen. Viele Bulli-Halter brauchen erst gar nicht zu versuchen, mit ihrem Hund bei Regen spazieren gehen zu wollen.

Pflege

Aufgrund ihres glatten, kurzen und meist glänzenden Fells benötigen Bullterrier keine besondere Fell-Pflege. Ohren, Augen, Zähne und Krallen sollten auch beim Bullterrier, so wie bei jedem Hund, regelmäßig gepflegt werden. Bullis sollte insbesondere auf die Krallen gut geachtet werden, da sie zu Problemen neigen können.

Baden

Baden ist bei Hunden und so auch bei Bullterriern eigentlich nicht nötig, es sei denn, sie riechen z.B. aufgrund von Wälzen in für uns übelriechenden Dingen wie Aas, Kot o.ä. unschön und bedürfen deshalb eines Bades. Bei weißen Vertretern der Rasse kann ein Baden aus ästhetischen Gründen durchaus öfter wünschenswert werden.

Kämmen & Bürsten

Ein wöchentliches Bürsten des Bullis ist ausreichend, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Zum Fellwechsel im Frühjahr und Herbst kann bei leichter Unterwolle ein Bürsten mehrmals in der Woche sinnvoll sein.

Haaren

Bullterrier haaren wie die meisten Hunde, ihr kurzes Fell stört nur nicht so sehr. Allerdings "bohren" sich die Haare gern in Stoffe und halten sich in der Kleidung fest. Im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel kann bei Bullis, sofern sie eine leicht Unterwolle haben, das Haaren etwas stärker werden.

Schneiden & Trimmen

Das kurze Fell des Bullterriers muss weder geschoren noch getrimmt werden.

Für Allergiker geeignet

Bullterrier unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haben auch Unterwolle. Daher haaren sie und sind für Allergiker eher nicht geeignet.

Dies sollte aber immer individuell an der jeweiligen Hunderasse getestet werden. Denn kein Hund ist zu 100% hypoallergen und du möchtest sicherlich nicht einen Hund aufgrund einer Allergie weggeben müssen.

Sabbern

Bullterrier neigen mit ihrer relativ langen Schnauze nicht dazu, zu sabbern.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Achtet auf Übergewicht

Die Ernährung des Bullterriers hat, wie bei allen Lebewesen, einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit. Seine Nahrung sollte ausgewogen und natürlich sein.

Um eine Magendrehung zu vermeiden ist es sinnvoll, die Tagesration des erwachsenen Bullis auf zwei Mahlzeiten zu verteilen. Vor der Mahlzeit sollte der Bulli zur Ruhe gekommen sein und nach der Mahlzeit mindestens eine Stunde ruhen.

Verfressenheit

Die meisten Bullterrier sind keine mäkeligen Futterer, sondern ausgesprochen verfressen. Daher solltet ihr bei den stämmigen und muskulösen Kerlchen unbedingt auf Übergewicht achten, denn das geht auf die Gelenke.

Übrigens werden auch gern alle anderen Spielsachen und Gegenstände zerbissen und auch schon einmal heruntergeschlungen. Hier ist Vorsicht angesagt!

Aussehen

Kurzhaarige Muskelpakete mit "Downface"

Bullterrier sind ausgesprochen muskulöse und starke, mittelgroße Hunde. Im Rassestandard gibt es bewusst keine Beschränkungen von Größe und Gewicht, dafür soll ihr Körperbau immer ausgewogen bei "maximaler Substanz", sprich maximalen Muskeln sein. Der Standard Bullterrier wiegt ca. zwischen 20-34 kg und erreicht eine Höhe von ca. 40-55 cm.

Beim Miniature Bull Terrier gibt es dagegen eine Größenbeschränkung auf 35,5 cm.

Wohlbekannt sind Bullterrier für ihren eiförmigen Kopf mit der langen, nach unten gebogenen Nase, die offiziell "Downface" heißt, aber auch "Bananennase" oder "Römernase" genannt wird. Dazu gehören die relativ kleinen, mandelförmigen und eher enger zusammen stehenden Augen. Die kleinen und schmalen Steh-Ohren stehen relativ eng beieinander. Die kurze Rute verjüngt sich zu ihrem Ende hin wird meist horizontal getragen.

Augenfarbe

Die Augen der Bullterrier sollen entweder schwarz oder sehr dunkelbraun sein. Blaue oder teilweise blaue Augen sind selten und laut Zuchtstandard nicht erwünscht, da sie oft verstärkt mit Krankheiten einhergehen.

Fell

Das Haarkleid der Bullterrier ist kurz und dabei glatt und sollte leicht glänzen. Während im Sommer keine Unterwolle vorhanden ist, kann im Winter eine leichte Unterwolle bestehen.

Farbe

Bullterrier können komplett Weiss sein, wobei leichte Haut-Pigmentierungen und Flecken toleriert werden. Auch wenn die ersten Bull Terrier Weiß waren, so gibt es sie seit 1900 in vielen Farben, wobei wichtig ist, dass eine Farbe vorherrscht, so z.B. Schwarz, rot, oder rehbraun. Häufig sind sie auch gestromt oder in tricolor anzutreffen.

Nicht erwünscht laut Zuchtstandard und auch aufgrund von Krankheiten sind blau (schwarzblau) und leberbraun.

Geschichte und Herkunft

Traurige Geschichte beim Tierkampf und Dalmatiner im Blut

FCI Norm

Nummer: 11

Herkunft

Großbritannien

Geschichte

Das "Bull" in Bullterrier stammt nicht, wie man meinen könnte, von dem bulligen Aussehen der Rasse, sondern von ihren Bulldoggen-Vorfahren, die zur Belustigung der Menschen gegen Bullen kämpfen mussten. In England waren blutige Tierkämpfe verbunden mit hohen Wettsummen ab dem 13.Jahrhundert leider eine sehr populäre Volksbelustigung. Wahrscheinlich muss man schon dankbar sein, dass keine Menschen mehr in den Arenen zur Unterhaltung anderer ihr Leben lassen mussten, aber dies ist ein anderes Thema.

Bullterrier – zum Kämpfen gezüchtet? Die grausame Geschichte der blutigen Tierkämpfe

Bei den blutigen Tierkämpfen gab es die unterschiedlichsten Varianten. Eine davon war das sogenannte "Bull-Baiting", bei dem Bulldoggen (genauer gesagt die sportlicheren Vorfahren der "Old English Bulldogs") gegen angepflockte Bullen kämpften. Sie sollten dabei die Schnauze der Bullen fassen, sich festbeißen und möglichst lange festhalten.

Tierkampfverbote und illegale Hundekämpfe

Bereits 1835 wurden Tierkämpfe glücklicher Weise offiziell in Großbritannien verboten, doch fanden die Kämpfe und ihre lukrativen Wetten nun insbesondere in Form von Hundekämpfen im Untergrund statt. Dies war auch die Geburtsstunde der Bullterrier.

Für "spannende" Hundekämpfe mit lukrativen Wetten galten die kräftigen Bulldoggen als zu langsam. Deshalb wurden sie mit Terriern gekreuzt, um die Kraft der Bulldogge mit dem Temperament und der Schnelligkeit des Terriers zu erhalten. Viele Hunderassen haben in den "Bull-and-Terriern" ihre Vorfahren, so auch der Bullterrier.

Zuchtziele ändern sich bereits um 1850 vom Kampf- zum Begleithund

Als in den Folgejahren um 1850 die illegalen Hundekämpfe immer stärker gesetzlich verfolgt wurden, begannen sich die Zuchtziele dieser Bull-and-Terrier-Kreuzungen von Kampf- zu Begleithunden zu ändern. Dies zeigte sich in ihrem Äußeren als auch in ihrem Wesen. Natürlich gab und gibt es trotz fast weltweiten Verbots noch Hundekämpfe und skrupellose Menschen, die Hunde nach Aggression gegenüber Mensch und Tier vermehren und halten. Aber die offiziellen Zuchtziele der Bullterrier gingen bereits seit 1850 in eine ganz andere Richtung: Sie entwickelten sich zu beliebten Begleit- und Schutzhunden der englischen Mittelschicht und fanden mitunter auch als Dachs- und Rattenfänger Verwendung.

Was hat der Dalmatiner mit dem Bullterrier gemein?

Der Rassestandard der Bull Terrier wurde von dem britischen Tierhändler James Hinks (1829-1878) um 1850 geprägt und festgelegt. Welche Hunderassen er tatsächlich für seine Bullterrier verwendete ist zwar nicht dokumentiert, aber es gilt als sehr wahrscheinlich, dass er sowohl Englische Bulldoggen als auch den um 1880 ausgestorbenen White English Terrier sowie Dalmatiner für die Zucht der Bull Terrier verwendete. Die einmalige eiförmige Kopfform der Bull Terrier nahm hier ihren Anfang und auch der bewusste Verzicht auf Größen- und Gewichtsbegrenzungen für diese Rasse.

Der Rüde "Old Madman" von James Hinks, der bereits damals für Ausstellungen und nicht für Kämpfe gezüchtet wurde, gilt als Ursprung der Rasse. Ob James Hinks Greyhounds, Foxhounds, Pointer oder gar Collies, die er ebenfalls besaß, für die Zucht verwendet, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.

Die meisten der Züchter stammten wie Hinks aus Birmingham. Neben James Hinks gab es noch andere Züchter, so z.B. J.F. Godfrey mit seinem Rüden "Young Victor", oder J. Watts und E. Bailey. 

Downface erst nach dem Ersten Weltkrieg

Es ist unklar, wann genau sich das Downface der Bull Terrier entwickelte, aber es muss erst in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gewesen sein. Die Hunde von James Hinks besaßen dieses heute typische Aussehen noch nicht. Das Downface kann durch Einkreuzen von Hunderassen wie Collies und Barsois entstanden sein oder durch eine starke Inzucht. 

Meilensteine in der Geschichte der Bullterrier:

  • Der Bullterrier Club wurde 1887 gegründet. Die ersten Bullterrier waren übrigens ausschließlich weiß. 
  • Erst ab 1900 kamen auch andere Farben bei Bullterriern vor.
  • Im United Kennel Club wurde die Rasse 1948 anerkannt.
  • Bereits 1885 fand die Anerkennung durch American Kennel Club (AKC) und es ist die 13.Rasse des AKC.
  • 1956 Kupierverbot für Bull Terrier im American Kennel Club (AKC)
  • Bei der FCI wurde die Rasse erst sehr viel später, nämlich 1993 anerkannt.

Bullterrier im Überblick

Grobmotorisch, stigmatisiert und einfach liebenswert

Die starken Kampfschmuser können von faul-gemütlich bis aufgedreht-temperamentvoll sein. Sie sind sehr liebebedürftig und menschenbezogen, dabei fast immer grobmotorisch, stets zu Unsinn aufgelegt und gern auch mal stur. Sie eignen sich für geduldige und besonders verantwortungsbewusste Halter, die Spaß daran haben, mit ihrem Hund zu trainieren und sich gegen Anfeindungen von Mitmenschen ein dickes Fell zulegen können.

Du solltest dir unbedingt die für deinen Wohnort bestehenden Hundegesetze für Bullis ansehen, damit du weißt, welche Einschränkungen für die Rasse ggf. bestehen. Auch ist es bei Bullis insbesondere sinnvoll, einen Hund aus einer verantwortungsvollen Zucht zu wählen, die auf ein Familientauglichkeit und Gesundheit wert legen.

Auflagen

Stigmatisierung als gefährlicher Kampfhund und was es bedeutet, mit einem Listenhund zu leben

Dass keine Hunderasse qua Geburt gefährlich ist, sondern im Grunde jeder Hund durch seinen Halter und durch seine Sozialisierung zur Gefahr werden kann, spielt bei den Hundelisten und Gesetzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder auch in anderen Ländern leider kaum eine Rolle.

Während der Standard Bullterrier auf vielen Listen zu finden ist, ist der Mini Bullterrier nach heutigem Stand z.B. in Deutschland und Österreich auf keiner Liste zu finden – lediglich im Schweizer Kanton Tessin sind die kleinen Bullterrier bewilligungspflichtig. Immerhin scheint hier Größe eine Rolle zu spielen, wenn die Auswahl der Hunderassen häufig auch keiner wirklichen Logik zu folgen scheint.

In den meisten Fällen ist die Haltung von als gefährlich eingestuften Hunden mit vielen Auflagen und Genehmigungen verbunden. Dies kann von einem Hundeführerschein über einen Sachkundenachweis bis zum Wesenstest gehen. Und so ein Wesenstest hat es leider in sich – ich fürchte, keiner meiner Hunde hätte je den Test bestanden. Der Wesenstest besteht je nach Bundesland aus unterschiedlichen Aufgaben, die die Toleranz des Hundes bis an die Grenzen ausreizen.

Sehr häufig muss die Haltung von Bullterriern angezeigt werden und eine behördliche Genehmigung erfolgen, die auch ein polizeiliches Führungszeugnis und den Nachweis einer Haftpflichtversicherung beinhalten. Häufig sind Maulkorb- und Leinenzwang im öffentlichen Raum gefordert. In einigen Gegenden sind sie komplett verboten. Auch kann eine Auflage fordern, sie kastrieren oder sterilisieren zu lassen.

Manche Haftpflichtversicherungen machen Schwierigkeiten oder sind teuer, was ebenso bei Krankenversicherungen der Fall sein kann. Auch ist in manchen Gegenden, wie z.B. Hamburg die Hundesteuer für als gefährlich eingestufte Hunderassen wesentlich höher als für die anderen Hunderassen: Sie kostet statt der 70EUR/Jahr für Hunderassen, die nicht als gefährlich eingestuft wurden, satte 600EUR/Jahr!
Leider kann der Besitz eines als gefährlich eingestuften Hundes auch zu unangenehmen und ungerechten Anfeindungen in der Öffentlichkeit führen. Urlaube und auch das Mieten einer Wohnung können in manchen Gegenden mit Bulli einfach schwierig werden.

Aber Liebhaber der Rasse lassen sich von all diesen Schikanen nicht unterkriegen, und das ist gut so!
Wo ist der Bullterrier auf der Liste der gefährlichen Hunde? In welchen Gebieten kann ich einen Bullterrier ohne Auflagen halten?

Welche Hunde als gefährliche Hunde bzw. Kampfhunde eingeordnet werden, die entsprechend harte Auflagen erfüllen müssen, ist von Bundesland zu Bundesland und von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt.

In Deutschland gibt es vier "Wunsch-Bundesländer" für Bullis

Stand September 2020 gelten Bullterrier lediglich in vier von sechszehn Deutschen Bundesländern aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit nicht als gefährliche Hunde. Diese rühmlichen Ausnahmen, die eine Gefährlichkeit nicht aufgrund einer Rassezugehörigkeit per se annehmen, sind: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Saarland und Thüringen. Besonders harte Auflagen für das Halten von Bullterriern gibt es in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Mini-Bullterrier sind in Deutschland dagegen als Hunderasse nicht von den Auflagen betroffen. Ob überhaupt und wenn ja welche Auflagen und Gesetze bei euch für die Haltung von Bullterrier oder auch andere Hunderassen bestehen, solltet ihr in jedem Fall immer aktuell nachschlagen.

In der Schweiz sind Bullis in zwei Kantonen komplett verboten – die Hälfte der Kantone hat jedoch keine Auflagen

Auch in der Schweiz ist die Hundeliste der gefährlichen Hunderassen von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Von den sechsundzwanzig Kantonen führt die Hälfte gar keine Liste.

In zwei Kantonen sind Erwerb, Haltung und Zucht von Bullterriern derzeit komplett verboten:

  • Wallis (VS)
  • Zürich ZH)

In neun weiteren Kantonen ist eine Haltung nur mit einer behördlichen Bewilligung möglich. Mini-Bullis sind in der Schweiz im Tessin bewilligungspflichtig: 

  • Aargau (AG)
  • Basel-Landschaft (BL)
  • Basel-Stadt (BS)
  • Fribourg - Freiburg (FR)
  • Glarus (GL)
  • Schaffhausen (SH)
  • Solothurn (SO)
  • Thurgau (TG)
  • Ticono - Tessin (TI)

In Österreich gibt es nur in drei Bundesländern Auflagen, die fast immer mit Maulkorb- und Leinenzwang verbunden sind

Und Österreich bildet keine Ausnahme: Auch in den Bundesländern Österreichs sind die Hundelisten sehr unterschiedlich, aber insgesamt etwas milder als in der Schweiz. In Wien besteht die Pflicht, einen Hundeführerschein zu besitzen und es besteht Maulkorb- und Leinenzwang an öffentlichen Orten außer in eingezäunten Auslaufzonen. In Niederösterreich muss die Haltung von Bullterriern angezeigt werden und es besteht Maulkorb- und Leinenzwang an öffentlichen Orten. In Voralberg dagegen muss die Haltung angezeigt werden und ist zusätzlich bewilligungspflichtig. Maulkorb- und Leinenzwang besteht zusätzlich.

Italien ist das Schlaraffenland für Bullis

In Italien wurde die Kampfhunde-Regelung übrigens wieder abgeschafft und das erklärt auch, warum ich dort sehr vielen Bullterriern begegnet bin.

Fazit ist, dass gerade Bullterrier besonders gut erzogen sein sollten, da ihnen viele Vorurteile entgegengebracht werden. Bei Streitereien zwischen Hunden oder ähnlichen Vorfällen ist der Bullterrier schnell als "der Böse" ausgemacht, auch wenn ihn keine Schuld trifft. "Nur nicht unangenehm auffallen" ist hier das Motto.

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