Gesundheit

Follikuläre Dysplasien führen zu anormalem Haarausfall beim Hund

Krankhafter Haarausfall beim Hund kann sehr viele unterschiedliche Ursachen haben. Es kann sich um Störungen des Fellwechsels handeln oder er kann durch Medikamente, Parasiten oder Infektionen ausgelöst werden. Auch hormonelle Störungen, Traumata oder Immunerkrankungen können die Ursache sein.

Eine Ursache kann die Follikuläre Dysplasie sein, die zum Glück keine weiteren Einschränkungen des Hundes mit sich bringt. Sie kommt in vielen unterschiedliche Varianten vor. Bei einigen Arten wird eine genetische Disposition vermutet, bei anderen könnte auch ein Melatonin-Mangel vorliegen. 

Beim Chinesischen Nackthund gehören nackte Stellen zur Rasse.

Beschreibung, Definition

Follikuläre Dysplasie: Krankhafter Haarausfall beim Hund

Mit "Follikulärer Dysplasie" werden unterschiedliche Formen von Haut- und Haarkrankheiten beschrieben, die alle zu anormalem Haarausfall und zu einer krankhaften Veränderung des Fells und damit zu haarlosen Stellen am Hund führen.

Ursache ist vermutlich eine Fehbildung der Haarfollikel. Die Haarfollikel umgeben die Haarwurzel und verankern sie in der Haut. Aufgrund von immer gleichen Mustern bei den betroffenen Hunderassen wird eine genetische Veranlagung bei vielen Formen der "Follikulären Dysplasie" vermutet.

Symptome

Es gibt unterschiedliche Formen der Follikulären Dysplasie

In den meisten Fällen beginnen die Fellveränderungen langsam und schreiten auch langsam weiter fort. Leider bleiben die meisten Veränderungen für immer und sind nicht mehr rückgängig zu machen – mit Ausnahme der "Saisonalen Flankenalopezie".

  • Starker Haarverlust
  • Das Haar bricht ab
  • Stellenweise tritt immer mehr Kahlheit auf
  • Entzündungen der Haut treten gar nicht oder erst sekundär auf
  • Eine höhere Anfälligkeit für bakterielle Infektionen der Haut kann bestehen
  • Die Haut an betroffenen Stellen kann trocken und schuppig sein

Es gibt unterschiedliche Arten der Follikulären Dysplasie, die sich in ihrem Auftreten bei bestimmten Hunderassen, mit unterschiedlichen betroffenen Stellen unterscheiden:

  1. Rücken und Rute werden kahl

    Bei dieser Variante zeigt sich die Kahlheit überwiegend auf dem Rücken (teilweise bis zur Rute). Davon können folgende Hunderassen betroffen sein:
    1. Curly Coated Retriever
    2. Irish Water Spaniel
    3. Portugiesischer Wasserhund
  2. Schablonenkahlheit (pattern baldness)

    Es entwickeln sich haarlose Stellen nach bestimmten Mustern, die wiederum bei betroffenen Hunderassen rassespezifisch gleich aussehen, aber unterschiedliche Areale bei den jeweiligen Hunderassen betreffen. Hiervon können die folgenden Rassen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit betroffen sein:
    1. Chihuahua
    2. Dackel (Dachshund)
    3. Greyhound
    4. Whippet
    5. Zwergpinscher

  3. Saisonale Flankenalopezie (SFA)


    Hierbei handelt es sich um nur saisonal auftretende haarlose Stellen an der Seite des Hundes (Flanke). Der Haarverlust beginnt entweder im Frühjahr oder im Winter und die Haare wachsen nach ca. 3-6 Monaten wieder nach. Wissenschaftler vermuten, dass ein Mangel an Melatonin ursächlich sein könnte. Diese Variante tritt beispielsweise öfter bei den folgenden Hunderassen auf:
  4. Follikeldysplasie der schwarzen Haare (Black hair follicular dysplasia)

    Diese Variante kommt bei schwarzen oder bei schwarz-weißen Hunden vor, wobei aber ausschließlich die schwarzen Hautbereiche betroffen sind. Man geht davon aus, dass diese Erkrankung autosomal-rezessiv vererbbar ist, während die anderen Varianten der Follikulären Dysplasien noch nicht genug erforscht sind. Sie kommt beispielsweise bei folgenden Hunderasen vor:

Diagnose

So wird eine Follikuläre Dysplasie beim Hund diagnostiziert

Bei den verschiedenen Varianten der Follikulären Dysplasien bei Hunden, sind meist die typischen symmetrischen Muster der auftretenden Haarlosigkeit ein starker Hinweis auf die Erkrankung. Dies gilt insbesondere für die "Black hair follicular dysplasia", bei der ausschließlich die schwarzen Hautstellen von Haarverlust betroffen sind.

Krankhafter Haarausfall bei Hunden kann viele andere Erkrankungen als Ursache haben. Es kann sich beispielsweise um Störungen des Fellwechsels oder um ein vermindertes Haarwachstum handeln. Haarausfall kann aber auch durch Medikamente, Parasiten, Infektionen, Immunerkrankungen, hormonellen Störungen oder auch durch Traumata ausgelöst werden. Häufig liegen bei einem Haarausfall auch Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz vor.

Deshalb wird der Tierarzt eine kleine Hautprobe nehmen, um mikroskopisch und mithilfe von Labor-Untersuchungen eine genaue Diagnose stellen zu können. Dabei wird die betroffene Hautstelle meist lokal betäubt, um eine kleine Probe entnehmen zu können.

Therapie & Behandlung

Behandlung und Therapie einer Follikulären Dysplasie beim Hund

In den meisten Fällen sind die Veränderungen des Fells dauerhaft und können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Einzige Ausnahme ist die Zyklische Flankenalopezie, die saisonal über einen gewissen Zeitraum im Jahr auftritt.

Der Tierarzt kann derzeit lediglich die Symptome wie raue und schuppige Hautstellen mit speziellen Shampoos behandeln und es können beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel mit Fettsäuren zur Stärkung der Haut verabreicht werden. Sollten zusätzlich Hautinfektionen entstehen, so werden diese zunächst mit milden Mitteln, aber oft auch mit Antibiotika durch den Tierarzt behandelt.

Bei der Saisonalen Flankenalopezie kann Melatonin vom Tierarzt als Prophylaxe zu Beginn der "haarlosen Saison" verschrieben werden, um das Haarwachstum zu stimulieren.

Prognose

Wird mein Hund wieder Haare bekommen?

Leider ist keine der auftretenden Varianten einer Follikulären Dysplasie beim Hund bisher vollständig heilbar, so dass die kahlen Stellen fast immer bleiben werden. 

Lediglich bei der Saisonalen Flankenalopezie besteht der Haarverlust nur zeitweise und mittels Melatonin kann einem Haarausfall in einigen Fällen vorgebeugt werden.

Ursachen/Vorbeugung

Ursachen der Follikulären Dysplasie beim Hund

Bei der Follikulären Dysplasie wird aufgrund der regelmäßigen Muster und des Auftretens bei bestimmten Hunderassen davon ausgegangen, dass es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt. Diese ist leider noch nicht ausreichend erforscht und es liegen derzeit (2021) noch keine Gen-Tests für diese Erkrankung vor.

Zur Vorbeugung sollte nicht mit betroffenen Hunden gezüchtet werden.

Im Falle einer Saisonalen Flankenalopezie kann der Tierarzt vorbeugend Melatonin verabreichen, denn nach neuster Forschung wird hier ein Melatonin-Mangel vermutet.

Verstärktes Auftreten bei den folgenden Hunderassen

Bei diesen Hunderassen treten die unterschiedlichen Varianten der Follikulären Dysplasien (Krankhafter Haarverlust) häufiger als bei anderen Hunderassen auf:  

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