Steckbrief Akita
58,0 - 70,0 cm
25,0 - 38,0 kg
11 - 14 Jahre
Begleit- und Wachhund
Japan
Sehr dichtes, glattes Haarkleid, das oft sesamfarben ist.
Selbstbewusst, mutig, phlegmatisch wirkend
Top Facts
- Selbstbewusster, unabhängiger Hund: liebt Ruhe und respektvollen Halter
- Starker Wach- und Schutzinstinkt möglich: Für erfahrene Halter
- Jagdtrieb sehr gern: starkes Training für Freilauf oft notwendig
- Intelligent, schnell lernend: Liebt abwechslungsreiches Training
- Treue Seele: Bindet sich stark an seinen Menschen
- Häufig unverträglich mit anderen Hunde: Kein Hund für Hundewiesen-Plausch
Charakter
Selbstbewusster und starker Individualist
In der offiziellen Rassebeschreibung der FCI (Fédération Cynologique Internationale, dem größten kynologischen Verband) ist das Wesen des Akita: "Ruhig, treu, gehorsam und aufnahmefähig." Das ist tatsächlich nicht besonders viel Information für einen so beeindruckenden Hund.
Der größte Japaner ist kein Teddybär
Insbesondere wenn Menschen die puscheligen Akita-Welpen sehen, denken sie an kuschelige Teddybären. Doch dieser erste Eindruck täuscht sehr. Denn ausgewachsene Akitas sind sowohl körperlich als auch mental sehr starke Hunde. Ihr solltet dem Akita besser körperlich gewachsen sein, denn ein ausgewachsener Akita besitzt eine gehörige Zugkraft und wird erst spät erwachsen. Die mentale Stärke der Akitas zeigt sich meist in einer äußeren Ruhe und fast majestätischen Aura, die jedoch besser nicht herausgefordert werden sollte.
Urtyp: Der Akita ist mit dem Wolf eng verwandt
Eine genetische Studie von Heidi Parker aus dem Jahre 2004 konnte nachweisen, dass der Akita, sowie auch der Shiba, der Chow Chow und der chinesische Shar Pei dem Wolf genetisch sehr viel näherstehen, als andere Hunderassen. Dies erklärt auch das sehr selbstbewusste und urtümliche Verhalten dieser Hunderasse, bei denen ein sehr territoriales, jagendes und rangbezogenes Verhalten noch sehr ausgeprägt sein kann.
Sehr eigenständige und mutige Jäger
Die großen und anmutigen Akitas sind nach Selbständigkeit und Mut selektiert worden. Und beides benötigen sie, wenn man bedenkt, dass ihre Vorfahren, die Fährte von Bären aufgenommen haben und zur Bärenjagd eingesetzt wurden. Heutzutage werden selbst in Japan nur noch wenige Akitas für die Jagd eingesetzt, doch diese Eigenschaften können in den heutigen Akitas mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Dies zeigt sich am besten an einem Beispiel aus den 1950er Jahren: Nach einer missglückten Expedition mussten zwanzig Akitas am Nordpol zurückgelassen werden. Drei Jahre später fand man zwölf davon putzmunter und gesund wieder. Sie hatten sich bestens als Selbsternährer und Jäger am Nordpol akklimatisiert. Das z.T. ausgeprägte Jagdverhalten der Akitas kann einen Freilauf der Hunde unmöglich machen.
Ruhig, majestätisch und überlegen
Akitas haben ein nach außen eher ruhiges, dabei aber gleichzeitig erhaben-dominantes Wesen. Sie lieben ihre Ruhe und arbeiten unter Stress nicht gut und können darauf mit noch mehr Phlegma reagieren. Mit Hektik zum Ziel zu kommen, ist absolut nicht das Ding des Akitas. Doch die etwas träge und phlegmatische Art kann sehr stark täuschen, denn ein Akita kann innerhalb einer Sekunde von „einer Ente zum Ferrari“ werden. (Zitat: S. Raspel und A. Frey in den Clubnachrichten). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Akitas jagen, bewachen oder sich herausgefordert sehen.
Individualist, der nicht immer gesellschaftsfähig ist
Die meisten Akitas lieben ihre majestätische Ruhe und eine gewisse Distanz zu Menschen und Hunden. So gesehen sind sie eine weniger gesellschaftsfähige und auch eine mit anderen weniger verträgliche Rasse. Auch wenn es verkuschelte Exemplare geben kann, so möchten die meisten ausgewachsenen Akitas zwar ihre Menschen in ihrer Nähe wissen, doch die meiste Zeit ihre Ruhe respektiert wissen.
Andere Hunde auf Distanz halten
Aufgrund ihrer großen Individualdistanz und ihres meist ausgeprägten Rangdenkens, mögen insbesondere erwachsene Akitas meist keine fremden Hunde in ihrer Nähe. Was Akitas gar nicht mögen, sind andere große Hunde, die sich ihnen nicht sofort unterordnen. Dies gilt insbesondere für ausgewachsene Rüden, aber kann ebenso für Hündinnen gelten.
Ausgeprägtes Schutzverhalten möglich
Akitas wurden und werden in Japan als Wach- und Schutzhunde eingesetzt. Sie können ein sehr ausgeprägtes Schutzverhalten gegenüber ihren Menschen entwickeln. Hier ist bei euch als Halter Hundeerfahrung gefragt, um dem Hund sehr konsequent und selbstbewusst von Anfang an klarzumachen, dass ihr bestimmt, wann euer Akita beschützen oder wachen darf und dass ihr immer die Kontrolle darüber habt. Wenn dies nicht gelingt, kann es passieren, dass euer Akita beginnt, euch und eure Familie gegenüber anderen Menschen und Hunden zu verteidigen. Und das ist bei einem so großen, starken und selbstbewussten Hund kein Zuckerschlecken für den Halter.
Führungsqualitäten gefragt: eigenwillig, selbstbewusst und stark
Die großen und selbstbewussten Akitas müssen früh und kundig erzogen und sozialisiert werden, da sie sonst schnell die Führung übernehmen und das möchte wirklich kein Mensch. Körperlich ausgewachsen sind sie von ihren Haltern im Grunde nicht zu halten und sollten spätestens bis zur Pubertät die wichtigsten Regeln des gemeinsamen Zusammenlebens gelernt haben.
Absolut kein Anfängerhund
Der Akita ist definitiv kein Anfängerhund und sollte in erfahrene Hände, die ihn mit viel Geduld und Liebe, aber auch mit selbstbewusstem Hundeverstand (wer hat hier das Sagen?) erziehen und beschäftigen können und wollen. Vor allen Dingen solltet ihr über den größeren Dickkopf verfügen.
Was Akitas überhaupt nicht mögen, sind Halter, die sie zu etwas zwingen wollen. Hier sind Fingerspitzengefühl und Konsequenz gefragt. Auf Druck und Stress oder gar Gewalt reagieren sie mit enormer Sturheit und können mit Pech zu einer aggressiven Gegenwehr übergehen. Akitas verweigern jegliche Form der Unterwürfigkeit, doch werden sie euch folgen, wenn ihr sie fair, selbstbewusst und respektvoll führt.
Als Halter eines Akita benötigst du freundliche Führungsqualitäten und einen starken Charakter. Ihr solltet eine vertrauensvolle Beziehung zu eurem Hund aufbauen und dabei sehr selbstsicher sein. Wenn euer Akita das Ruder übernimmt und beginnt, Dinge gegenüber anderen Hunden oder Menschen zu regeln, wird das Zusammenleben mit ihm sehr problematisch. Jeder Spaziergang kann dann zum Spießrutenlauf eskalieren, sobald ihr anderen Hunden oder Menschen begegnet und genau das gilt es zu vermeiden. Der Akita sollte euch vertrauen und respektieren, aber diesen Respekt und dieses Vertrauen müsst ihr euch beim Akita wirklich härter erarbeiten als bei den meisten anderen Hunderassen.
Freigang nicht immer möglich
Einige Akitas können selbst von kundigen Hundehaltern im Freien nur an der Leine geführt werden, da sie sich nicht mit anderen Hunden vertragen und obendrein einen starken Jagdtrieb haben können. Natürlich gilt das nicht für alle Akitas, aber ihr solltet damit rechnen.
Intelligenz
Akitas sind sehr intelligente Hunde, allerdings nicht im Sinne von schnellem Erlernen von Tricks und Gehorsam. Sie arbeiten gern und können schnell lernen, aber haben ihren Dickschädel und ihre Präferenzen. Sie sind definitiv intelligent genug, sich am Nordpol selbst zu ernähren und zu überleben.
Aufmerksamkeit
Akitas sind sehr aufmerksam, wenn es um Wild in der Umgebung, um Fremde Menschen oder Hunde geht, aber weniger aufmerksam, wenn es um das Befolgen von Signalen ihrer Menschen geht.
Energie
Viele erwachsene Akitas wirken sehr ruhig, schlafen viel und scheinen geradezu phlegmatisch zu sein. Doch die starken und großen Hunde benötigen täglich Bewegung um gesund und fit zu bleiben.
Während Welpen und Junghunde in Maßen bewegt werden sollten und mehrere kurze Spaziergänge benötigen, sollten ausgewachsene Akitas jeden Tag mindestens 1,5-2 Stunden Bewegung erhalten.
Zeitaufwand
Ein erwachsener Akita benötigt täglich 1,5-2 Stunden Bewegung und eine abwechslungsreiche und sehr konsequente Erziehung. Da Akitas Spätentwickler sind, solltet ihr gerade in den ersten drei Jahren entsprechende Zeit für Sozialisierung, Erziehung und Beschäftigung einplanen.
Die Pflege ist zwar verhältnismäßig gering, doch insbesondere während des Fellwechsels solltet ihr euren Akita täglich kämmen und bürsten und werdet Berge von Fell "ernten".
Training
Akitas sind sehr selbstbewusste Hunde, die nicht über einen will-to-please, aber durchaus über einen will-to-work verfügen. In Unterordnung, Agility oder Obedience werdet ihr einen Akita wahrscheinlich nicht begeistert sehen. Der Akita folgt zwar Signalen seiner Halter, doch dies eher in "Slow Motion". Sie können sehr motivierte und ausdauernde Arbeitshunde sein, sofern sie Vertrauen zu ihrem Menschen haben und mit positiver Bestätigung, Hundeerfahrung, Selbstbewusstsein, Konsequenz und Geduld erzogen werden. Ansonsten können Akitas leicht auf stur schalten oder unzufrieden und sogar aggressiv werden. Deshalb ist es wichtig, dass der Hundehalter bereits Erfahrung hat und versteht, seinen Akita mit Spaß, Respekt und Vertrauen zum gemeinsamen Arbeiten zu motivieren.
Akitas lernen durchaus gern und nachhaltig und ihr ruhiges Wesen ist prädestiniert für ein konzentriertes und auch ausdauerndes Arbeiten. Akitas möchten aufgrund ihrer Intelligenz interessante und abwechslungsreiche Übungen.
Für die folgenden Arbeiten und Hundesportarten sind Akitas besonders geeignet:
Nasenarbeit
Die meisten Akitas können sich für jede Form der Nasenarbeit wie Fährtenarbeit, Suchspiele, Breitensport oder Man Trailing begeistern. Sofern ihr ihnen Abwechslung bietet:
- Suchspiele
- Futter-Dummytraining
- Dummytraining
- Fährtenarbeit
- Man Trailing, Rettungshunde
Zughundsport
Akitas sind keine eigentlichen Zughunde, wurden in Japan aber durchaus mal als Lasten- und Zughunde verwendet. Sie können gelegentlich auch als Schlittenhund eingesetzt werden, wenngleich sie wesentlich ruhiger und dominanter als typische Schlittenhunde sind. Das prädestiniert sie nicht gerade dazu, den Schlitten gemeinsam mit fremden Hunden zu ziehen. Trotzdem können die folgenden Hundesportarten zu ihnen passen:
- Canicross (Geländelauf)
- Bike-Jöring
- Dog-Scootern
- Dog-Hiking
Turnierhundsport
Nicht jeder Akita mag für Turnierhundsport geeignet sein, aber so manches sportliche Exemplar findet gemeinsam mit seinem Menschen Spaß daran.
Tricktraining
Einigen Akitas liegt Tricktraining, was aber immer individuell vom Hund abhängig ist und natürlich von einem abwechslungsreichen Training.
Akita als Therapie- und Assistenzhunde
Akita aus einer guten Zucht, die ausgeglichen, gut sozialisiert und erzogen sind, können aufgrund ihres ruhigen Temperaments durchaus als Therapie- oder Assistenzhunde eingesetzt werden, doch ist dies eher selten der Fall. Sie können gute Rettungshunde und Man Trailer sein, einige wenige sogar Blinden- und Therapiehunde.
Akita als Jagdhund
In Japan wurden Akitas für die Jagd auf Klein- und Federwild, aber auch auf Wildschweine und früher auch auf Bären eingesetzt. Doch heutzutage werde Akita auch in Japan immer seltener für die Jagd verwendet.
Akita als Schutz- und Wachhund
In Japan wird der Akita häufig als Schutz- oder Wachhund eingesetzt. Er eignet sich aber eigentlich nicht unbedingt für den Schutzdienst, da er Menschen gegenüber zurückhaltend bis freundlich-neutral eingestellt ist und eine sehr hohe Reizschwelle gegenüber Menschen natürlicher Weise besitzt bzw. besitzen sollte. Wird diese Hemmschwelle jedoch überschritten, könnte ein Akita im Umgang mit Menschen mit Pech unberechenbar werden. Seinen Job als Wachhund von Haus und Hof nimmt der Akita dagegen sehr ernst und sehr gut wahr.
Wohnungstauglichkeit
Natürlich könnte auch ein Akita in einer Wohnung gehalten werden, doch er ist eher ein Hund für das Land als für die Stadt und eher ein Hund für das eigene Haus als für die Wohnung. Dies liegt ganz einfach daran, dass der Akita die Gesellschaft anderer Menschen und anderer Hunde meist nicht benötigt und oft sogar nicht erwünscht. Der Schutztrieb kann recht stark sein und die Individualdistanz zu anderen Hunden ebenfalls. Das kann in einer Mietwohnung mit vielen anderen Menschen und Hunden in der Nähe problematisch oder zumindest herausfordernd sein.
Schriftliche Genehmigung zur Haltung in der Wohnung
Auch wenn ein Akita kein Listenhund ist und damit nicht automatisch als gefährlicher Hund eingestuft wird, solltet ihr immer eine explizite und schriftliche Genehmigung eures Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft eurer Wohnung zur Haltung eines so großen Hundes haben.
Dauerhaftes Treppensteigen tabu
Akitas sind große und schwere Hunde, weshalb eure Wohnung im Erdgeschoss liegen sollte oder über einen Fahrstuhl erreichbar sein sollte. Akitas wachsen schnell, doch Welpen und Junghunde sollte bis zur Festigung der Knochen, Bänder und Gelenke geschont werden und daher keine Treppen steigen. Und ihr möchtet auch keinen kranken oder alten Hund von 25-38 Kg die Treppen rauf und runter tragen müssen.
Treue & Ergebenheit
Akitas binden sich sehr eng an ihre Menschen und häufig an eine Person, vorausgesetzt, diese weiß richtig mit ihnen umzugehen.
Jagdtrieb
Akitas wurden früher zur Jagd auf Klein- und Federwild, aber auch auf Wildschweine und sogar Bären eingesetzt. Auch wenn dies heutzutage selbst in Japan eher selten geworden ist, haben sich Akitas den Jagdtrieb erhalten und können von Natur aus einen mittleren bis sehr gehörigen Jagdtrieb besitzen. Dies kann jedoch individuell von Hund zu Hund als auch in den verschiedenen Zuchtlinien variieren. Doch ihr solltet euch auf einen stärkeren Jagdtrieb bei dieser Hunderasse einstellen, der nur durch eine starke Hund-Mensch-Bindung und durch eine konsequente Erziehung zu kontrollieren ist. Viele Akitas können kaum von der Leine gelassen werden.
Alleinsein
Akitas lieben zwar die Nähe ihrer Menschen, doch können sie - sofern sie langsam an das Alleinsein herangeführt werden und keine schlechten Erfahrungen gemacht haben - sehr gut eine Zeit allein bleiben. Kein Hund sollte mehr als vier Stunden am Stück allein gelassen werden.
Bellen
Akitas sind eher ruhige Hunde, die nicht zum Bellen neigen. Allerdings haben sie einen starken Beschützerinstinkt und melden durch Bellen Fremde, Bewegungen und Geräusche, die sie in der Nähe ihres Zuhauses wahrnehmen.
Wachsamkeit
Akitas entwickeln fast immer einen starken Schutztrieb für ihre Familie und beobachten ihre Umgebung sehr aufmerksam.
Beschützer
Die großen und kräftigen Akitas sind sowohl körperlich als auch mental in der Lage und bereit ihre Menschen vor Gefahren zu beschützen.
Allerdings eignen sich Akitas nicht für den Schutzdienst, da ihre hohe Hemmschwelle gegenüber Menschen nicht überschritten und gereizt werden sollte, da Akitas sonst im Umgang mit Menschen unberechenbar werden könnten. Seinen Job als Wachhund von Haus und Hof nimmt der Akita dagegen sehr ernst und sehr gut wahr.
Verträglich mit Hunden
"Wer einen Hund sucht, der sich mit jedem anderen Hund verträgt und den man ohne Probleme auf einer Hundewiese frei laufen lassen kann, sollte sich nicht unbedingt für einen Akita entscheiden." (Zitat: Akita Club e.V.)
Akitas haben als sehr ursprüngliche und dem Wolf genetisch sehr nahe Hunderasse eine große Individualdistanz gegenüber fremden Hunden. Dies bedeutet, dass sie fremde Hunde eher nicht in ihrer Nähe ohne Ausweich- oder wahrscheinlicher - Angriffsreaktionen dulden. Insbesondere ausgewachsene Rüden scheinen fremde Rüde direkt zu fragen:"Ey Alter, willst Du Prügel?".
Viele Akitas gehen daher nicht freundlich-verspielt auf andere Hunde zu, sondern sehr überlegen, dominant und abweisend: "Geh mir aus der Sonne, Du unwürdiges Getier". Deshalb kommen sie häufig nicht sehr gut mit anderen Hunden aus.
Wer also einen Hund sucht, mit dem er in Hundeauslaufgebieten und Parks mit anderen Hunden spielt, ist bei dem Akita leider falsch. Natürlich gibt es sehr tolerante Akitas, die nicht gleich einen Streit vom Zaun brechen, sofern sich der andere Hund nicht unterwirft, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei dieser Hunderasse einfach größer.
Verträglich mit Tieren
Da Akitas einen starken Jagdtrieb haben können, lassen sie sich meist nicht gut mit anderen Tieren halten. Wenn sie mit selbstbewussten Katzen früh sozialisiert werden, kann sogar die Katze das Sagen haben. So gesehen kann es Ausnahmen geben, die früh sozialisiert wurden, aber die Regel ist es leider nicht.
Kinderfreundlich
Ein gut sozialisierter und mit Liebe und Hundeverstand erzogener Akita liebt seine Familie über alles und dazu gehören auch die Kinder der eigenen Familie. Allerdings sollten die Kinder bereits größer sein und den Umgang mit Hunden kennen und insbesondere auch einem Akita seine Ruhe gönnen, wenn er sie wünscht. Ansonsten könnten ruhesuchende Akitas auch einmal grob reagieren.
Akitas sind als Familienhunde oft deshalb nicht gut geeignet, da sie sehr wachsam sind und fremden Besuchern gegenüber nicht immer wohlgesonnen sind. Gerade mit kleinen Kindern und häufigem Kinderbesuch kann dies mit einem Akita problematisch werden.
Kleine Kinder sollten niemals mit Hunden alleingelassen werden.
Verträglich mit Fremden
Akitas haben einen starken Schutztrieb und können unerzogen und unkontrolliert gegenüber Fremden unfreundlich bis angsteinflößend wirken. Wenn ihr euren Akita gut erzogen habt und ihm klar ist, dass ihr die Situation (Fremde kommen zu Besuch) für ihn regelt und er ruhig reagieren soll, so solltet ihr problemlos Fremde ins Haus lassen können. Doch bei einer schlechten Erziehung oder/und schlechten Sozialisierung kann dies zu Problemen führen. Gut erzogene Akitas reagieren meist gleichgültig bis freundlich auf fremde Personen, einige wenige reagieren vielleicht sogar begeistert.
Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick
Gesundheit und Pflege
Robust und gesund bei guter Zucht und natürlicher Ernährung
Akitas sind sehr robuste und gesunde Naturburschen mit kleinen Schwächen für typische Zivilisationskrankheiten wie Allergien und Hautkrankheiten. Deshalb ist eine artgerechte und natürliche Ernährung gerade bei Akitas häufig der Schlüssel zur Gesundheit.
Aufgrund ihrer Größe können sie für Skeletterkrankungen wie Spondylosen und Arthrosen später anfällig werden. Seriös gezüchtete Akitas haben für ihre Größe eine recht hohe Lebenswartung von 12-14 Jahren.
Robustheit
Ein gesunder und gesund gehaltener Akita ist ein ausgesprochen robuster Hund, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind.
Krankheiten
Beim Akita kommen die folgenden Krankheiten häufiger als bei anderen Hunderassen vor:
- Gelenke und Skeletterkrankungen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD)
- Spondylose (im Alter)
- Arthrose (im Alter)
- Kreuzbandrisse können bei zu steil gezüchteter Hinterhand leichter als bei anderen Hunderassen vorkommen.
- Augenerkrankungen:
- Grauer Star (Katarakt)
- Progressive Retinaatrophie (PRA)
- Mikrophthalismus (prominentes drittes Augenlid, kleine Augen)
- Entropium (Roll-Lid)
- Grüner Star (Glaukom)
- Hautkrankheiten, Allergien
- Sebadenitis (Hautkrankheit)
- Allergien (oft bei nicht artgerechter Ernährung)
- Amelogenesis imperfect (AI) - Unterentwicklung des Zahnschmelzes
- Schilddrüsenunterfunktion
- Kongenitales Vestibularsyndrom (Vererbte Erkrankung des Innenohrs)
- Erkrankungen des Immunsystems
Wo kann ich einen Akita kaufen?
Gleich drei Hundevereine sind in Deutschland innerhalb des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) für die Zucht des Akita zuständig. Sie führen Züchterlisten und vermitteln auch in Not geratene Akitas:
- Akita Club e.V. – Verein für Akita & Amerikanische Akita
- Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.
- Japan Akita e.V.
Ebenso führt der VDH übergreifend eine Liste mit registrierten Akita-Züchtern, die gerade Welpen haben.
Akitas oder Akita-Mischlinge finden sich auch immer mal wieder in Tierheimen. Diese könnt ihr hier finden: Tierheimhelden.
Verträgt Hitze
Für ein Leben in warmen, südlichen Gefilden sind Akitas aufgrund ihres sehr dichten Haarkleids mit warmer Unterwolle eigentlich nicht geeignet. Im Sommer und bei warmen Temperaturen solltet ihr sie schonen und erst bei kühleren Temperaturen mit ihnen spazieren gehen.
Verträgt Kälte
Akitas verfügen über ein sehr dichtes Haarkleid mit Unterwolle und können Kälte sehr gut vertragen. Entsprechend sind sie auch während der kalten Jahreszeit wesentlich aktiver.
Pflege
Akitas sind trotz ihrer Größe und ihres dichten Haarkleides erstaunlich pflegeleicht. Ihr Fell ist fast selbstreinigend und dabei recht wasser- und schmutzabweisend. Es sollte am besten mit einem Handtuch nach einem Spaziergang in Matsch und Regen abgetrocknet werden. Legt ihr den nassen und dreckigen Hund im Korb oder auf einer Decke ab, so wird der Dreck von allein aus dem Fell fallen und ihr braucht ihn nur noch aufzusaugen. Angenehm ist, dass ein nasser Akita kaum nach Hund rieht.
Akitas haaren moderat, doch sehr stark während des Fellwechsels. In dieser Zeit sollten sie täglich gut ausgebürstet und gekämmt werden. Da die Haare des Akitas sehr lang sind, lassen sie sich von Teppichen oder aus der Kleidung gut entfernen und haken nicht fest.
Regelmäßige Pflege-Checks bei einem Akita
Wie bei jedem Hund, sollten auch beim Akita die folgenden Pflege-Rituale regelmäßig durchgeführt werden:
- Ohrenpflege - zum Glück sind die Ohren des Akita nicht besonders anfällig, da die Stehohren gut durchlüftet sind. Aufgrund von Allergien können jedoch auch mal Ohrenentzündungen entstehen, so dass die Ohren mehr Pflege benötigen.
- Pfoten- und Krallenpflege - es ist immer sinnvoll, die Pfoten auf Verletzungen und Fremdkörper zu untersuchen und die Krallen bei Bedarf zu kürzen.
- Augen-Check - da Akitas für Augenerkrankungen anfällig sein können, ist es sinnvoll, die Augen sauber zu halten und regelmäßig anzusehen.
- Zahnpflege - wenn euer Akita regelmäßig etwas gesundes zum Kauen bekommt, wird sich nicht so schnell Zahnstein bilden.
- Regelmäßiger Check auf Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Würmer und ggf. entsprechende Maßnahmen.
Baden
Akitas müssen nicht regelmäßig gebadet oder shampooniert werden. Lediglich wenn sich euer Akita beispielsweise in übelriechendem toten Fisch gewälzt hat, wird ein Bad aus Sicht von uns Menschen fällig. Dann solltet ihr ein spezielles Shampoo für Hunde verwenden, da Hunde einen anderen pH-Wert der Haut haben als wir Menschen und ihr die Hundehaut nicht austrocknen möchtet. Allerdings sei gewarnt, dass das dichte Fell Wasser und Shampoo nicht gut annimmt und die meisten Halter im Falle eines Bades sehr viel Shampoo benötigen. Insbesondere die dichte Unterwolle lässt sich kaum waschen.
Kämmen & Bürsten
In normalen Zeiten reicht ein wöchentliches Kämmen und Bürsten eures Akita. Doch während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst, der ca. 2-4 Wochen dauern kann, verlieren Akitas sehr viel Haar und ihr solltet ihnen den Fellwechsel durch tägliches Kämmen und Bürsten erleichtern. Dann wird die Haut besser durchlüftet und durchblutet und in eurer Wohnung fliegen nicht so viele Hundehaare herum.
Haaren
Akitas haaren das gesamte Jahr über eher moderat, doch während des Fellwechsels haaren sie sehr intensiv und verlieren so viel Haar wie Vögel Federn in der Mauser. Als Akita-Halter findet ihr dann Fellbüschel in der Wohnung, die ihr aber gut aufnehmen könnt.
Für Allergiker geeignet
Akitas unterliegen dem saisonalen Fellwechsel und haaren. Sie gehören nicht zu den Hunderassen, die weniger Allergien bei Menschen auslösen können und wenig bis gar nicht haaren.
Wenn ihr mehr Informationen zum Leben mit Hund als Allergiker sucht, schaut doch mal in diesen Artikel: Hunde für Allergiker: Leben mit Hund trotz Allergie.
Sabbern
Akitas neigen nicht zum Sabbern, es sei denn, ihnen liegt etwas Leckeres in der Nase.
Gesundheit & Pflege auf einen Blick
Ernährung
Natürliche Ernährung, auf Übergewicht achten
Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung könnt ihr die Grundlage für ein gesundes Hundeleben eures Akita legen.
Ernährung im Wachstum
Insbesondere bei so großen und schweren Hunden wie Akitas ist es wichtig, sie als Welpen und Junghunde so zu ernähren, dass sie langsam wachsen, damit sich die Knochen, Bänder und Gelenke gesund formen können und nach und nach von den Muskeln gut unterstützt werden. Da Akitas bereits in den ersten acht Lebensmonaten fast ihre vollständige Höhe erreichen, ist es wichtig, das enorme Wachstum durch die richtige Ernährung zu unterstützen. Stichwort: Calcium und Phosphor-Verhältnis, sowie geringere Zufuhr von Eiweißen und Berücksichtigung der Wachstumskurve für den Akita.
Futtermittelallergien & Besonderheiten
Akitas eignen sich sehr gut zum BARFen, zumal sie häufig mit Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe in Fertigfuttermitteln reagieren können.
Allergische Reaktionen sind bei der Fütterung von Futter mit einem zu hohem Soja- oder Proteingehalt möglich. Auch bei den Leckerlis solltet ihr darauf achten, dass euer Akita sie verträgt. Unverträglichkeiten können bei Akitas bei bestimmten Fleischsorten wie Schwein, Rind oder Lamm auftreten, während Fisch fast immer gut vertragen wird. Eine Fütterung mit Getreide sollte besser unterlassen werden, da Akitas oft auf Gluten reagieren.
Akitas können aufgrund eines genetischen Defektes besonders empfindlich auf das Gift von Lauchgewächsen reagieren. Deshalb sollten Zwiebeln, Knoblauch & Co. für sie besser komplett tabu sein.
Verfressenheit
Die meisten Akitas sind gute Fresser und ihr solltet daher auf die richtige Balance von Futtermenge und Bewegung achten, damit sie nicht übergewichtig werden. Das könnte den Gelenken schaden. Da sie ein so dichtes Haarkleid haben, werdet ihr Zu- und Abnahmen nicht mit dem bloßen Auge gut erkennen können. Hier ist es sinnvoll, regelmäßig zu wiegen und die Daten festzuhalten.
Futter als Ressource
Da Akitas gern mal ihre Ressourcen verteidigen, kann insbesondere auch das Futter eine gute Gelegenheit der Erziehung bieten. Damit keine Missverständnisse aufkommen, solltet ihr eurem Akita grundsätzlich das Futter erst mit einem Signal freigeben.
Aussehen
Großer japanischer Spitzhund mit "Urachiro"
Akitas sind große und dabei gutproportionierte Hunde mit einem sportlich-kräftigen Körperbau. Während Rüden zwischen 64-70cm Höhe erreichen können und dabei durchschnittlich ca. 32-38kg wiegen können, sind Hündinnen mit 58-64cm Höhe und einem Gewicht zwischen 25-31kg etwas kleiner. Der Körperbau ist fast quadratisch und dabei nur unwesentlich länger als hoch, wobei die Hündinnen meist etwas länger als die Rüden gebaut sind.
Akitas haben die typischen äußerlichen Merkmale der nordischen Spitzhunde wie dichtes gerades Haarkleid, kleine, dreieckige, dicke Stehohren, die sich leicht nach vorne neigen und eine eingerollte Rute über dem Rücken. Sie haben einen großen Kopf mit einer deutlichen Stirnfurche und einem mittellangen Fang.
Die dunkelbraunen Augen sind verhältnismäßig klein, die kleinen Ohren sind dreieckig und stehen aufrecht, wobei sie leicht nach vorn getragen werden.
Die Rute ist sehr hoch angesetzt, dicht und lang behaart und wir eingerollt über dem Rücken getragen. Nur selten wird sie heruntergezogen getragen, dann reicht sie fast bis zum Sprunggelenk.
Augenfarbe
Akitas haben dunkelbraune Augen.
Fell
Das dichte, Stockhaar des Akita besteht aus einem harten und geraden Deckhaar und einer sehr dichten und weichen Unterwolle. Das Haar ist dabei auf dem Rücken etwas länger und am längsten an der Rute.
Farbe
Den japanischen Akita gibt es in den folgenden Farben:
Rund 80% der japanischen Akitas sind rot oder sesamfarben. Der Rest ist weiß oder gestromt, anderen Farben und Markierungen sind bei ihnen nicht erlaubt, wohl aber bei den Amerikanischen Akitas.
- Rot-falbfarben mit heller Maske
- Sesam (rot-falbfarben mit schwarzen Spitzen)
- Gestromt mit heller Maske
- Weiß
Urachiro
Alle Farben außer Weiß müssen weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, an der Unterseite des Kiefers, des Halses, der Brust, des Körpers, an der Rute und an der Innenseite der Läufe haben. Dies nennt sich "Urachiro".
Die Nase ist bei fast allen Akitas schwarz, lediglich bei weißen Akitas darf sie etwas heller sein.
Eine schwarz oder blau gefleckte Zunge gilt als Fehler. Eine schwarze Maske gilt bei den japanischen Akitas als disqualifizierender Fehler, ebenso, wenn das Haar zu lang und zottig ist oder die Ohren und die Rute nicht aufrecht getragen werden.
Geschichte und Herkunft
Steinzeitliche Landbrücken, Bärenjäger, Samurai und amerikanische Besatzer
FCI Norm
Nummer: 255
Herkunft
Japan
Geschichte
Über die ersten Ursprünge des japanischen Akita gibt es viele Studien und Meinungen. Der Akita ist eine sehr alte Hunderasse, die schon früh verehrt und symbolisch für Wohlergehen und Treue zum japanischen Kulturgut wurde. Doch seine farbige Geschichte birgt auch Grausamkeiten wie Hundekämpfe oder Tötungen, um aus dem Fell Militärkleidung zu machen. Unbestritten ist jedoch, dass der Akita im Norden der japanischen Insel Honshu häufig als Arbeits- und Wachhund gehalten und für die Jagd verwendet wurde. Weltberühmt wurde der Akito Hachiko für seine große Treue zu seinem verstorbenen Herrn.
Der Name "Akita"
Der Name dieser großen und stolzen japanischen Hunderasse stammt auch von der japanischen Präfektur Akita, die sich im Nordwesten der Insel Honshu befindet. Früher wurde der japanische Akita häufig "Akita Inu" oder "Akita Ken" genannt. Die Nachsilben "Inu" und "Ken" bedeuten "Hund" auf Japanisch und der Akita Inu ist somit der Hund aus dem Distrikt Akita. Diese Zusatzbezeichnungen werden aber immer häufiger bei der Rassebezeichnung des Akita weggelassen. Mit der Trennung der beiden Akita-Hunderassen im Jahr 2000 in "American Akita" und japanischen "Akita" entfiel der Zusatz "Inu" dann vollständig. In Japan wird der Akita übrigens auch "Shishi Inu" genannt, was "Großer Hund" bedeutet.
Sehr alte Hunderasse: Erste Ursprünge vor 5.000 Jahren
Über die ersten Ursprünge des japanischen Akita gibt es viele unterschiedliche Studien und Meinungen. Ob die Hunde bereits in prähistorischen Zeiten in Japan waren oder doch von den nordischen Hunden abstammen, die mit Menschen auf die japanischen Inseln kamen, ist ungewiss.
Einwanderung über steinzeitliche Landbrücke?
Zur Zeit der Jäger und Sammler (5.000 v.Chr.), wurden Hunde vermutlich sowohl als Jagdgehilfen als auch als Fleischreserve gehalten. Funde von über 300 Hunden aus dieser Zeit legen nahe, dass die Hunde eine Höhe hatten und nur wenige Ausnahmen größer waren. Man nimmt an, dass die ersten japanischen Einwanderer, die Ainus, die über eine steinzeitliche Landbrücke nach Japan einwanderten, diese Hunde mit auf die Inseln gebracht haben.
Bereits im 2.Jahrhundert v. Chr. gab es aus Ton geformte Hundefiguren in Japan, die Akitos ähneln. Die kleinen Akita-Tonfiguren, die zu allen möglichen Anlässen verschenkt wurden, waren ein Symbol für Gesundheit und Wohlergehen. Sie werden auch heute noch in Japan zu Geburten verschenkt.
Neue Einwanderer zu Christi Geburt
Im Jahre 0 kamen neue Einwanderer auf die japanischen Inseln, die Ackerbau und Viehzucht betrieben und ebenfalls Hunde mitbrachten. Diese Hunde haben sich sicherlich mit den einheimischen Hunden verpaart und ihre gemeinsamen Nachfahren sind die Vorläufer der ältesten japanischen Hunderassen.
Aus diesen Hunden entwickelte sich im Laufe der Zeit der "Nippon Inu", der als japanische Ur-Hunderasse angesehen wird und aus dem sämtliche japanische Hunderassen hervorgegangen sein sollen. All diese Nachkommen sind ähnlich gebaut und unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Größe: Der Akita ist der Größte von ihnen, der Kishu und der Shikoku liegen im Mittelfeld, während der Shiba Inu der Kleinste in der Familie ist.
Der japanische Zoologe Watase, geht davon aus, dass der Akita von den großen nordischen Hunden abstammt und mit Menschen auf die japanischen Inseln kam.
1600 – Bärenjäger Akita Matagi
Ursprünglich waren die japanischen Hunderassen eher klein bis mittelgroß. In den Bergen wurden große Hunde als Wächter und Jäger verwendet. Es soll damals bereits zwei Typen gegeben haben: Den Jagdhund "Matagi" und eine größere Rasse, die Höfe bewachte. In der Region Akita Matagis wurden größere Hunde ab ca. 1600 insbesondere zur Bärenjagd benötigt. Matagi war ursprünglich der Dialekt der Jäger im Norden und wurde zum Namen dieser Jagdhunderasse, die später zur Rekonstruktion des japanischen Akita verwendet.
Akita als teurer Gefährte der Samurai
In der Zeit vom 17. bis 20.Jahrhundert sollen hauptsächlich Samurai Akitas besessen haben und nur reiche Familien konnten sich die wertvollen Akitas leisten. Wer in dieser Zeit einen Hund verletzte oder tötete wurde mit Gefängnis oder mit dem Tod bestraft. Die Farben und die Art der Leine und wie der Hund sie trug war Ausdruck des sozialen Stand der Familie aus.
Missbrauch als Kampfhunde ab 1868
Ab 1868 wurden Hundekämpfe in Japan populär und die einheimischen Hunderassen wurden mit schweren Kampfhunderassen vom Kontinent gekreuzt. Ab 1868 wurden die Akitas leider mit dem Tosa und mit Mastiffs gekreuzt. Die Rasse wurde größer und kräftiger, verlor aber ihren ursprünglichen nordischen Charakter. Die ursprüngliche Akita-Rasse zerfiel mit diesen Kreuzungen zusehends.
Akitas um 1900 fast ausgestorben
Um 1910 wurden Hundekämpfe zwar in Japan verboten, aber es gab kaum noch echte Akitas seit Beginn des Jahrhunderts. Obendrein wurde 1911 in Japan eine Hundesteuer eingeführt, die zu einem starken Rückgang der Hundehaltung führte. Leider lebten Hundekämpfe und damit die Züchtungen der Kampfhunde trotz Verbot immer wieder auf. Es wurden die letzten Akita-ähnlichen Hunde mit Tosa-Hunden gekreuzt. Diese wurden ab 1918 Shin-Akita (Shin=neu) genannt. Diese Hunde hatten zwar noch die Ringelrute des ursprünglichen Akita, aber die Hängeohren und Wammen des Tosas.
Rekonstruktion der Rasse ab 1910
Freunde der ursprünglichen Akita-Rasse bemühten sich ab 1910 um die Rekonstruktion des Akita, denn die Rasse zerfiel immer mehr. Die Japaner wurden sich endlich bewusst, dass sie das alte Kulturgut erhalten wollten. 1927 wurde die Gesellschaft zur Erhaltung der Akitas "Akita Inu Hozonkai (AKHO)" gegründet.
1931 Denkmäler der Natur und Exportverbot
1931 wird der Akita als erste der sieben japanischen Hunderassen zum japanischen Kulturgut und die Akita-Zucht wird aktiv gefördert. Neun ausgewählte Exemplare der Akitas wurden zu "Denkmälern der Natur" und der Kaiser Hirohito erklärt den Akita zum Nationalbesitz. Gleichzeitig wurde jeglicher Export der teuren und seltenen Hunde verboten. 1932 wurde die Gesellschaft zum Schutz der japanischen Hunderassen von Dr. Watase und Dr. Saito gegründet.
2.Weltkrieg (1939-1945) zerstört Zuchtbemühungen
Der zweite Weltkrieg (1939-1945) zerstörte die gerade erst wieder hoffnungsvoll aufgebaute Zucht. Es war leider in Japan üblich, die Felle von Hunden zur Herstellung von Militärkleidern zu verwenden. Hunde wurden von der Polizei beschlagnahmt, mit der einzigen Ausnahme von Deutschen Schäferhunden, die beim Militär eingesetzt wurden. Kein Wunder also, dass dies dazu führte, dass Akita-Liebhaber ihre Akitas mit deutschen Schäferhunden kreuzten, um ihre Nachfahren vor dem Tod und die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren.
Neuaufbau und Exporte nach dem 2. Weltkrieg
Nach dem zweiten Weltkrieg stand es erneut sehr schlecht um die Akitas. Es existierten drei verschiedene Hundetypen, in denen noch ein Teil der ursprünglichen Akitas steckte:
- Matagi Akitas - die sehr ursprünglichen Jagdhunde des Nordens.
- Akitas für Hundekämpfe - sie waren größer und schwerer als die ursprünglichen Akitas, da sie mit Tosas und Mastiffs gekreuzt wurden.
- Schäferhund-Akitas - aufgrund der Tatsache, dass Schäferhunde vor der Tötung für ihre Felle verschont blieben, wurden viele Akitas mit ihnen gekreuzt.
Es entwickelten sich nach dem zweiten Weltkrieg zunächst zwei unterschiedliche Akita-Zuchtlinien:
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Ichinoseki-Zuchtlinie
Die Ichinoseki-Zuchtlinie des Züchters Ichinoseki in Odate züchtete kürzere und kompaktere Akitas mit schweren Knochen. Sie waren sesamfarbig, rein weiß oder rot. -
Dewa-Zuchtlinie
Die Dewa-Zuchtlinie des Züchters Ito in Dewa. Seine Akitas waren größere Hunde mit leichteren Knochen, die meist gestromt oder schwarz mit weißen Abzeichen waren. Aus dieser Zucht sollte der Rüde Kongo-go populär werden, in dem der Mastiff und der Deutsche Schäferhund sichtbar waren. Diese Zuchtlinie setzte sich später beim American Akita verstärkt durch.
American Akita und Akita
Während die Entwicklung des Akita und des American Akita bis zum Ende des ersten Weltkrieges und im Grunde noch während der Besatzungszeit bis 1951 fast gleich war, drifteten die beiden Zuchten nun auseinander. Bereits während der Besatzungszeit (02.09.1945-08.09.1951) gelangten viele Akitas aus Japan in die USA. Seit den 1960er Jahren entwickelten sich die American Akitas von den japanischen Akitas weg. Während die Amerikaner die Dewa-Zuchtlinie bevorzugten, war diese in Japan verpönt und man konzentrierte sich auf eine Rückzucht.
Japanische Rückzucht mit Matagi Akitas
Japanische Züchter der ursprünglichen Akitas wollten die Dewa-Zuchtlinie nicht anerkennen. Ihr Ziel war es, die verpönten Einflüsse von Mastiff und Deutschem Schäferhund wieder herauszüchten. Sie kreuzten Matagi Akitas ein, um möglichst nah zur ursprünglichen Rasse zurückzukehren. Aus diesen Züchtungen sind die heutigen japanischen Akitas hervorgegangen.
Hachiko – der weltweit bekannte treue Akito
Hachiko, ist der wohl weltweit bekannteste Akito. Er wurde am 10.11.1923 geboren und starb am 08.03.1934. Zu seinen Ehren wurde am Shibuya-Bahnhof in Tokio ein beliebtes Bronzedenkmal aufgestellt, das auch heute noch ein beliebter Treffpunkt von Paaren und ein Symbol der Treue ist.
Hachikos Halter war Professor Dr. Wuno von der Uni Tokio. Hachiko holte seinen Herrn jeden Abend vom Bahnhof ab, wenn er mit dem Zug um 18 Uhr nach Hause kam. Nachdem Professor Dr. Wuno im Mai 1925 verstarb, wurde Hachiko an Verwandte gegeben, von denen er jedoch weglief, um sich um 18 Uhr pünktlich an den Bahnhof zu begeben und auf Dr. Wuno zu warten. Da Hachiko immer wieder weglief, wurde er zu dem früheren Gärtner von Dr. Wuno gegeben, der in der Nähe des Bahnhofs wohnt. Neun Jahre lang war Hachiko jeden Abend pünktlich am Bahnhof und gilt seitdem als Sinnbild der Treue und in der heutigen Zeit gleichzeitig als Mahnung, dass es mehr als nur Geldverdienen gibt. Hachiko war damals einer von nur noch etwa dreißig reinrassigen Akita-Hunden. Er wurde lange vor dem Erscheinen des Films "Hachiko – eine wunderbare Freundschaft" mit Richard Gere in Japan berühmt, doch danach war er weltweit berühmt. Es gibt auch ein Kinderbuch über ihn: "Hachiko- Der treueste Hund der Welt" von Lesléa Newman.
Meilensteine in der Geschichte der Akitas
- 1927 Gründung der Akita Inu Hozonkai (AKHO), Gesellschaft zur Erhaltung des Akitas.
- 1928 gründet Hiroschi Saito den "Nippon Inu Hozonkai" (NIPPO) und stellt den ersten Rassestandard 1934 auf.
- 1932 Gründung der Gesellschaft zum Schutz der japanischen Hunderassen von Dr. Watase und Dr. Saito.
- 1948 Gründung des japanischen Kennel Clubs
- 1957 Südpolexpedition mit Happy End: 20 Akitas wurden von japanischen Polarforschern nach Abbruch der Expedition am Polareis zurückgelassen, was zu großer Empörung unter Hundefreunden führte. Nach drei Jahren sollte die Expedition weitergeführt werden und die Forscher fanden 12 putzgesunde Akitas vor. Sie müssen sich von Robben und anderen Tieren ernährt haben und dabei große Distanzen zurückgelegt haben. Ob sie auch die fehlenden 8 Akitas verspeist hatten, blieb ungeklärt. Kaiser Hirohito ließ am Tower in Tokio zwölf lebensgroße Bronzestatuen der zwölf überlebenden Akitas errichten.
- 1964 Anerkennung des Akitas durch die FCI
- 1978 erreichte der japanische Abenteurer und Bergsteiger Naomi Uemura (1941-1984) als erster Mensch im Alleingang Dank seiner Akitas den Nordpol.
- 1989 Akita-Symposium in Nürnberg (Der japanische Kennel Club vertritt nur 20% der Akita-Züchter in Japan, 80% gehören dem Akita Inu Hozonkai (AKHO) an).
- 2000 – Der Streit um die unterschiedlichen Entwicklungen in Japan und Amerika findet ein Ende, indem zwei offizielle FCI-Standards für Akita (Japan) und den Amerikanischen Akita anerkannt werden. Seitdem heißt der japanische Akita ausschließlich "Akita" (und nicht mehr Akita Inu) und der American Akita wird seit dem 01.Januar 2000 als eigene FCI-Rasse geführt.
Akita im Überblick
Erfahrene Halter gesucht
Die Haltung und Erziehung setzen Know-how und Verantwortungsbewusstsein voraus. Vor der Anschaffung eines Akita solltet ihr euch daher folgende Fragen stellen: Habe ich genügend Kenntnisse, um einen großen und selbständigen Hund mit Schutz- und Jagdtrieb als auch mit einer großen Individualdistanz gegenüber anderen Hunden zu führen? Bin ich körperlich in der Lage, einen ausgewachsenen Akita in jeder Situation zu halten? Dazu sollte er aus einer verantwortungsvollen Zucht stammen und mit euch bevorzugt in ländlicher Gegend leben dürfen.
Freund fürs Leben: Starke Bindung
Wenn der Akita euch aber akzeptiert und ihr eine Beziehung auf Basis von Respekt und Vertrauen aufgebaut habt, dann kann er ein sehr toller Hund und besonders treuer Freund fürs Leben werden.
Auflagen
Es gibt derzeit (Stand: 27.09.2022) keine gesetzlichen Auflagen für die Haltung von Akitas in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
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