Welsh Corgi Cardigan

Walisischer Treibhund, der kein Schoßhund ist und royale Verwandte hat

Der Welsh Corgi Cardigan ähnelt dem Welsh Corgi Pembroke sehr, der wiederum durch die Liebe von Queen Elizabeth II berühmt wurde. Welsh Corgi Cardigans sind sehr ursprüngliche britische Treibhunde. Die kleinen schlauen Powerpakete sollten nicht unterschätzt werden, denn sie sind bewegungsfreudig und selbstbewusst. Für sportliche Naturliebhaber mit etwas Hundeerfahrung sind die intelligenten und witzigen Corgi Cardigans ideal. Zumal sie sehr robuste und gesunde Hunde sind. Allerdings solltet ihr auf ein gesundes Gewicht bei den kurzbeinigen Fressmaschinen achten.

Steckbrief Welsh Corgi Cardigan

Größe
25,0 - 33,0 cm
Gewicht
11,0 - 14,0 kg
Lebenserwartung
12 - 14 Jahre
Verwendung
Haus- und Begleithund
Herkunft
Großbritannien
Fell
kurzes bis mittleres glattes Fell mit Unterwolle
Wesen
Lebhaft, bewegungsfreudig, wachsam, selbstbewusst

Top Facts

  • großer als der Pembroke und mit buschiger Rute in vielen Farben
  • "Schäferhund auf kurzen Beinen" = konsequente Erziehung notwendig
  • Treibhund = braucht viel Bewegung
  • Intelligenter und lernwilliger Clown = freut sich über Aufgaben & Spiele
  • Wachsam = passt gut aufs Land
  • Wenig Jagdinstinkt = Guter Begleiter in der Natur

Charakter

Die kleinen cleveren Powerpakete benötigen Beschäftigung und Erziehung

Der Rassestandard sagt zu dem Wesen des Corgi Cardigans nicht viel: "Wachsam, aktiv und intelligent, ausgeglichen, weder scheu noch aggressiv."

Die beiden Welsh Corgi Rassen sind sich in ihrem Wesen sehr ähnlich, doch ist der Welsh Corgi Cardigan noch eine Spur ursprünglicher. Die Arbeitsfreude des Hüte- und Treibhundes ist bei ihm noch etwas stärker vorhanden.

Dies kann sich im Alltag darin zeigen, dass er "seine Herde" gern beisammenhalten möchte. Dieses angeborene Verhalten, eine Menschen- oder Tiergruppe zu lenken, ist bei vielen Hüte- und Treibhunden zu beobachten. Unausgelastet und unerzogen stupsen Corgis ihre Mitmenschen in die Wade oder zwicken mit Pech leicht, wenn diese nicht folgen möchten. Doch als Treiber von Kühen, Ponies und Schafen mussten die kleinen Treiber ein starkes Selbstbewusstsein und viel Mut besitzen. Sie sind hellwach, blitzschnell und sehr aufmerksam.

 

Konsequente Erziehung und frühe Sozialisierung sind wichtig

Die cleveren Powerpakete sind außerdem wachsam und daher Fremden gegenüber meist etwas zurückhaltend. Deshalb ist es wichtig, sie sowohl mit vielen Menschen, anderen Hunden und Tieren frühzeitig und gut zu sozialisieren. Eine konsequente und liebevolle Erziehung ist bei den selbstbewussten Cardigan Corgis ein Muss für ein harmonisches Zusammenleben.

Deshalb sind Corgis nicht automatisch für Anfänger geeignet. Doch wenn ihr euch Unterstützung in Form von Welpen- und Hundetraining sucht und Spaß an Bewegung und etwas Hundesport mit eurem Hund habt, werdet ihr die helle Freude am Corgi Cardigan haben.

Sehr viel sportlicher als die kurzen Beine vermuten lassen

Die sportlichen, aktiven und ausdauernden Corgis benötigen reichlich Auslauf in der Natur und am besten auch eine für sie spannende Aufgabe. Wenn es weder zu heiß noch zu kalt ist, können ausgewachsene Cardigan Corgis bis zu 3-4 Stunden mit dir wandern und man muss sie eher bremsen als motivieren. Aktivitäten wie Joggen, am Rad oder am Pferd laufen, sind zwar nicht so ihr Ding, aber intelligente Hundesportarten wie Agility, Obedience und Trickdogging um so mehr. Ebenso könnt ihr die meisten von ihnen mit Nasenarbeiten wie Dummy-Training oder Fährtentraining begeistern. 

Ist der Cardigan Corgi ein Familienhund?

Die aktiven, kleinen Hunde sind bis ins hohe Alter verspielt, doch damit sind sie nicht automatisch gute Spielkameraden für alle Kinder. Kinder sollten nicht zu klein sein und den respektvollen Umgang mit Hunden gelernt haben, da die selbstbewussten Corgis sich sonst zur Wehr setzen könnten oder sie versuchen könnten, die Kinder mit Hackenstupsern in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Doch generell sind sie ganz wunderbare Familienhunde, sofern sie gut erzogen und ausgelastet sind.

Für Menschen, die sportlich sind und auch gern etwas Hundesport betreiben und am besten auf dem Land wohnen und sich einen noch handlichen und fröhlichen Bewacher suchen, ist der Welsh Corgi Cardigan ein fantastischer Begleit- und Familienhund.

Training

Der Corgi Cardigan sollte sehr früh und gut sozialisiert werden, um sich als freundlicher und fröhlicher Hund zu entwickeln. Im Welpenalter sollten gute Welpenschulen besucht werden, damit er auch andere Hunderassen kennenlernt und ihr früh mit einem konsequenten Training beginnt und unerwünschtem Verhalten schnell und liebevoll entgegenwirken könnt. 

Wohnungstauglichkeit

Der Welsh Corgi Cardigan ist eigentlich eher für ein arbeitsreiches Leben auf dem Land gemacht, bei dem er nicht viele Treppen steigen muss. 

Natürlich kann er auch in der Wohnung gehalten werden, aber ein tägliches Steigen von Treppen ist definitiv weder zur Wohnung noch im Haus für ihn geeignet. Denn ansonsten kann es schnell zu Rückenproblemen kommen. 

Cardigans sind recht wachsam und haben eine tiefe und laute Belle wie ein großer Hund. Das kann Nachbarn in Wohnungen schon mal stören. 

Wenn ihr euren Corgi Cardigan körperlich und geistig täglich auslastet, so ist er auch für ein Leben in der Wohnung gemacht. Gute Erziehung natürlich vorausgesetzt. 

Grundsätzlich solltet ihr von eurem Vermieter oder von der Eigentümergemeinschaft eine schriftliche Genehmigung zur Haltung eines Hundes haben. 

Verträglich mit Fremden

Der Welsh Corgi Cardigan ist im Gegensatz zum Pembroke noch etwas ursprünglicher und wachsamer. Deshalb verhält er sich Fremden gegenüber meist reserviert. 

Charakter & Verträglichkeit auf einen Blick

Charakter
Intelligenz
Aufmerksamkeit
Energie
Training
Loyalität
Bellen
Wachsamkeit
Geeignet für
Wohnung
Jagd
Alleinsein
Beschützer
Anfänger
Verträglich mit ...
Hunden
anderen Tieren
Kindern
Fremden

Gesundheit und Pflege

Corgi Cardigans sind sehr gesunde und robuste Hunde

Sehr gesunde und robuste Hunderasse, die nicht so stark von der Zucht verändert wurde, wie der Welsh Corgi Pembroke. 

Robustheit

Trotz ihrer kurzen Beine sind Welsh Corgi Cardigans ausgesprochen robust kurzbeinige Treibhunde. Nur Marathonläufer sind sie wahrlich nicht. 

Krankheiten

Welsh Corgi Cardigans gehören zu den sehr gesunden Hunderassen, die glücklicher Weise kaum von Erbkrankheiten betroffen sind. Die einzige Ausnahme sind einige Augenerkrankungen wie PRA, die aber züchterisch über DNA-Tests gut gesteuert werden können. Außerdem kann eine Merlefärbung (Blue Merle) gesundheitliche Folgen mit sich bringen. 

Weitere Erkrankungen, die geringfügig häufiger bei Welsh Corgi Cardigans vorkommen können und per DNA-Test getestet werden können: 

  • Brachyurie (Stummelrute)
  • Chondrodyspasie und -dystrophie (Bandscheibenprobleme)
  • Degenerative Myelopathie
  • Von Willebrand Erkrankung 

Eher seltener bei Cardigan Corgis als bei Pembroke Corgis, aber auch möglich:

Wo kaufe ich einen Welsh Corgi Cardigan?

Einen Welsh Corgi Cardigan kauft ihr am besten bei einem seriösen Züchter, der dem VDH und der FCI angeschlossen ist. Der Club für Britische Hütehunde e.V.  ist für die Zucht der Corgi Cardigans zuständig und führt eine Liste über Züchter, die Welpen haben. Da Corgi Cardigans nicht zu den Modehunden gehören, kann es sein, dass ihr ein paar Monate auf einen Welpen warten müsst oder längere Wege in Kauf nehmen müsst. Aber das lohnt sich!

In Österreich ist der Österreichische Club für Britische Hütehunde für die Zucht zuständig. 

In der Schweiz gibt es den Schweizerischen Welsh Corgi Klub

Verträgt Kälte

Mit Kälte kommen Welsh Corgi Cardigans sehr gut zurecht. Sie haben ein dichtes Haarkleid und eine starke Unterwolle. 

Kämmen & Bürsten

Corgis sind mit ihrem kurzem bis mittellangen Haarkleid sehr pflegeleicht, sie sollten am besten einmal wöchentlich gut durchgebürstet werden.

Da sie eine dichte Unterwolle besitzen, sollten sie während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst am besten täglich gebürstet werden, damit sie von dem toten Haarkleid befreit werden. 

Für Allergiker geeignet

Welsh Corgi Cardigans sind für Menschen mit Tierallergie nicht besser geeignet als andere Hunderassen. Sie haben eine Unterwolle und haaren insbesondere zum Fellwechsel stark.

Gesundheit & Pflege auf einen Blick

Gesundheit
Robustheit
Verträgt Hitze
Verträgt Kälte
Krankheiten
Allergiker geeignet
Pflege
Baden
Bürsten
Haaren
Schneiden
Sabbern

Ernährung

Auf gesundes Gewicht achten

Corgi Cardigans können sehr verfressen sein und ihr solltet unbedingt auf eine schlanke Linie bei ihnen achten, um sie gesund zu halten. 

Im Falle einer vorliegenden Epilepsie kann eine Ernährungsumstellung auf eine ketogene Diät ohne Kohlenhydrate und mit hochwertigen Fetten sehr hilfreich sein.

Verfressenheit

Da Corgi Cardigans sehr verfressen sein können, solltet ihr unbedingt auf eine schlanke Linie bei ihnen achten, um sie gesund zu halten. Unser Lese-Tipp für Corgi-Halter ist dieser hier Abnehmen: Mit diesen 8 Tipps klappt es.

Aussehen

Britischer Schäferhund auf kurzen Beinen mit buschigem Fuchsschwanz

 

 

Unterschiede Welsh Corgi Cardigan und Welsh Corgi Pembroke

Im Gegensatz zum Corgi Pembroke ist der Corgi Cardigan: 

  • etwas größer und schwerer (25-33cm, 11-14kg)
  • der Körper ist etwas länger im Verhältnis zur Höhe
  • die Ohren sind etwas größer
  • die Vorderbeine stehen mehr nach außen
  • der Schwanz ist fast immer lang und fuchsartig, die Rute wurde nie kupiert
  • weniger bekannt, da kein Hund der Queen

Fell

Das Haarkleid des Welsh Corgi Cardigan kann kurz oder mittellang sein und fühlt sich recht hart und drahtig an. Es besitzt eine gute Unterwolle und ist damit sehr wetterfest. 

Farbe

Der Welsh Corgi Cardigan kann in allen Farben vorkommen. Die häufigsten sind:

  • Blue Merle (Gefahr der Verpaarung zweier Blue Merle-Hunde!), Merle-Faktor: trendige Farben mit gesundheitlichen Folgen
  • Black Brindle & White (schwarzgestromt mit weiß)
  • Brindle (gestromt)
  • Brindle Point Tricolour (dreifarbig mit gestromten Punkten)
  • Red & White
  • Red Brindle (rot gestromt)
  • Red Brindle & White (rot gestromt mit weiß)
  • Red Point Tricolour (dreifarbig mit roten Punkten)
  • Sable (sand- oder auch zobelfarben) 
  • Sable & White (sandfarben mit weiß)
  • Tricolour (dreifarbig)

Typische weiße Abzeichen sind an Kopf, Hals, Brust, Unterseite, den Beinen und an der Rutenspitze erlaubt. Allerdings sollte weiß nicht überwiegen und darf nicht die Augen umranden. 

Die Nase und die Lidränder müssen schwarz sein. 

Geschichte und Herkunft

Vom walisischen Bauern- und Treibhund zum Haus- und Begleithund

FCI Norm

Nummer: 38

Herkunft

Großbritannien (Wales)

Geschichte

Meilensteine in der Zucht der Corgis:

  • 1925 Registrierung der ersten Corgis im britischen „The Kennel Club“ und erste Ausstellungen in England. Zu dieser Zeit wurden Pembroke und Cardigan Corgis noch nicht unterschieden.
  • 1926 Gründung der englischen Cardigan Welsh Corgi Association (CWCA)
  • 1928 Anerkennung der "Welsh Corgis" im The Kennel Club, noch keine Unterscheidung zwischen Pembroke und Cardigans.
  • 1933 schaffte der Herzog von York und spätere König Georg VI. einen Pembrokshire Corgi-Rüden für seine Tochter, die spätere Queen Elizabeth an.
  • 1934 Anerkennung der beiden Rassen Pembroke und Cardigan vom britischen "The Kennel Club". 1934 wird das Kreuzen der beiden Rassen verboten.
  • 1934 Anerkennung durch den American Kennel Club (AKC) von sowohl Welsh Corgi Pembrokes als auch Welsh Corgi Cardigans
  • 1955 erster Cardigan-Wurf in den Niederlanden registriert, die niederländische Zucht wurde zur führenden Zucht auf dem Kontinent.
  • 1971 Beginn der Cardigan-Zucht in Dänemark mit niederländischen Cardigan Corgis
  • 1963 offizielle Anerkennung des Welsh Corgi Pembroke und des Welsh Corgi Cardigan von der FCI
  • In Deutschland werden die Welsh Corgis vom Club für Britische Hütehunde e.V. offiziell vertreten. 

Welsh Corgi Cardigan im Überblick

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