Gesundheit
Darf mein Hund Granatapfel fressen?
Granatäpfel sind Überraschungspakete: Von außen sind sie relativ unscheinbar und geradezu wehrhaft, wenn es darum geht, an die verführerisch rot leuchtenden und exotisch schmeckenden Kerne heranzukommen. Ihre Kerne leuchten wie Edelsteine und es liegt nahe zu glauben, dass sie ihren Namen von Granatsteinen erhalten haben. Sie gelten als "Götterfrucht" und werden in der Bibel erwähnt. Heutzutage gehören sie zu den gehypten Superfoods. Gerade im Herbst und Winter freue ich mich auf diese leckeren Früchte. Doch darf mein Hund auch von ihnen naschen?
Ja oder Nein?
Ja, Hunde dürfen Granatäpfel fressen – allerdings mit einigen Einschränkungen
Hunde dürfen Granatäpfel essen. Besser gesagt, sie dürfen die Kerne des Granatapfels verspeisen, denn die Schale als auch die weißen Häute um die Kerne schmecken nicht und sind für die meisten Hunde schwer bekömmlich.
Viele Obstkerne enthalten Amygdalin, das sich im Körper zu giftiger Blausäure entwickeln kann. So z.B. die Kerne von Äpfeln und Pfirsichen. Granatapfel-Kerne enthalten dagegen kein Amygdalin, das sich zu giftiger Blausäure entwickeln kann und können bedenkenlos verspeist werden.
Es gibt bereits einige Hundefutter-Sorten, die Granatapfel enthalten und mit seinen positiven Wirkungen werben. Auch sind einige Nahrungsergänzungsmittel für Hunde mit Granatapfel auf dem Markt. Aber was ist wirklich an Granatäpfeln gesund und warum?
Was genau ist eigentlich in Granatäpfeln enthalten und macht sie so gesund?
Granatäpfel werden viele Wunderwirkungen nachgesagt, wie Hilfe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Blutdrucksenkung oder auch als Verjüngungskur und Potenzmittel. Doch diese Wirkungen sind bisher noch nicht wissenschaftlich belegt. Erste Studien deuten laut Verbraucherzentrale auf eine leicht positive Wirkung bei erhöhtem Blutdruck durch das Trinken von Granatapfelsaft. Was aber ist nun wirklich dran am Granatapfel?
Die Kerne des Granatapfels haben mit ca. 80kcal pro 100 Gramm recht wenig Kalorien und enthalten kaum Fett oder Kohlenhydrate.
Granatäpfel sind besonders reich an wichtigen Mineralstoffen:
- Kalium (220mg/ 100g) ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der den Wassergehalt der Zellen reguliert.
- Calcium (8mg/100g) und Phosphor (15mg/100g) sind insbesondere für den Knochenaufbau, die Zähne und die Muskelaktivität wichtig. Bei der Hundeernährung wird zwar zu einem Calcium-Phosphor-Verhältnis von ca. 1,3:1 geraten – also zu mehr Calcium als Phosphor – aber bei geringen Mengen an Granatäpfeln ist dies zu vernachlässigen.
- Eisen (0,5mg/100mg) ist zum größten Teil in den roten Blutkörperchen zu finden, die für den Sauerstofftransport zuständig sind. Allerdings können Hunde Eisen aus Pflanzen nur schlecht bis gar nicht verwerten. Besser geeignet sind Leber, Blut, Nieren, Rindfleisch oder Eigelb.
- Zink (0,3mg/100g) ist an vielen Stoffwechselfunktionen beteiligt und lebensnotwendig.
Granatäpfel enthalten viele wichtige Vitamine:
- Vitamin E (0,2mg/100g) ist das Zellschutz-Vitamin, das mit seiner antioxidativen Wirkung die freien Radikale im Körper unschädlich macht. Dies ist zwar nur ein Bruchteil des Tagesbedarfs, aber eine schöne Ergänzung.
- Granatäpfel sind gut für das Nervenkostüm und gesunde Haut, denn sie enthalten viele B-Vitamine: Vitamin B1 (0,05mg/100g), Vitamin B2 (0,02mg/100g), Vitamin B6 (0,1mg/100g) Vitamin B9, besser bekannt als Folsäure (7 µg/100g)
- Vitamin C (7mg/100g) und Beta-Carotin (40µg) sind ebenfalls Antioxidantien, die obendrein das Immunsystem stärken. Granatäpfel enthalten jedoch wesentlich weniger Vitamin C als man annehmen könnte: Mit 7mg auf 100g enthalten sie nur ca. ein Fünftel an Vitamin C von Orangen.
Granatäpfel sind reich an Antioxidantien
Granatäpfel enthalten durch die Vitamine bereits starke Antioxidantien, doch kommen viele sekundäre Pflanzenstoffe hinzu, die diese Wirkung noch verstärken:
- Phenolsäuren, eine der wichtigsten, die im Granatapfel stark vorkommt, ist die Ellagsäure
- Tannine (Gerbstoffe), schützen die Zellen und wirken entzündungshemmend. Ein Zuviel hiervon kann allerdings auch zu Magenverstimmungen führen, was viele sicherlich vom Genuss von Rotwein, der auch viele Tannine enthält, kennen. Deshalb sind hier nur kleine Mengen empfohlen.
Granatäpfel unterstützen die Verdauung
Außerdem sind Granatäpfel reich an Ballaststoffen, die die Darmaktivität regulieren und fördern.
Was sollte ich beim Verfüttern von Granatäpfeln an Hunde beachten?
Granatäpfel sind als Saft oder püriert für Hunde besser verwertbar
Ihr könnt die Granatapfel-Kerne direkt an eure Hunde verfüttern. Allerdings sind die wertvollen Inhaltsstoffe für euren Hund besser verwertbar, wenn ihr die Kerne vorher püriert werden oder ihr den Granatapfel wie eine Apfelsine entsaftet und eurem Hund nur den Saft gebt. Damit könnt ihr das Futter eures Hundes beispielsweise ergänzen.
Kleine Mengen an Granatäpfeln reichen aus
Ihr solltet Granatäpfel an eure Hunde nur in kleinen Mengen verfüttern, denn die Tannine können den Magen reizen. Bei Barf-Mahlzeiten macht Obst auch nur einen geringen Prozentsatz aus. Als kleine Leckerei nebenbei mögen einige Hunde Granatäpfel aber sehr gern.
Wie viele Granatäpfel darf ich meinem Hund denn nun wirklich verfüttern?
Um eine Daumenregel für die tägliche Obstration deines Hundes zu finden, ziehen wir am besten die BARF-Fütterung heran. Das klingt jetzt etwas kompliziert in der Rechnung, ist aber eigentlich ganz einfach:
- Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20%-25% der Gesamtmenge ausmachen.
- Das Obst hat jedoch den wesentlich geringeren Anteil als das Gemüse und kommt auf ein Viertel bis ein Drittel des pflanzlichen Anteils.
- Das entspricht dann nur ca. 5-10% der Tages-Portion.
- Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
- Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Obst-Portion am Tag von ca. 15-30g erhalten.
- Solltet ihr nicht barfen, würdet ihr die Leckerlis vom Futter abziehen und die Granatäpfel ebenfalls mit nicht mehr als 15-30g am Tag als gelegentliches Leckerli verfüttern.
Insbesondere bei Granatäpfeln lieber Bio-Qualität kaufen oder verzichten
In herkömmlich produzierten Granatäpfeln hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart in einem Test 2017 erhebliche Rückstände von Schadstoffen gefunden. Insbesondere bei Granatäpfeln wurden die Werte von giftigen Pflanzenschutzmitteln besonders häufig und leider auch besonders stark überschritten. Deshalb ist es ratsam, Granatäpfel lieber in Bio-Qualität zu kaufen.
Spannendes zu Granatäpfeln
Wann ist Granatapfel-Zeit, wie lange sind Granatäpfel haltbar und wie zum Kuckuck kommt man an die Kerne?
Granatäpfel (Punica granatum) stammen von kleinen Bäumen, die maximal eine Höhe von 5 Metern erreichen. An ihnen wachsen die apfelähnlichen Früchte, deren Kerne so gut schmecken. Da die Pflanzen frostempfindlich sind, wachsen sie in Deutschland höchstens im Süden. Sie kommen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, Asien, Südafrika, Brasilien. Viele Granatäpfel, die bei uns erhältlich sind, stammen aus der Türkei.
Granatäpfel haben von September bis Februar Saison
Die Ernte von Granatäpfeln findet je nach Region und Klima in der Zeit zwischen September und Januar statt. Granatäpfel reifen nach dem Pflücken nicht nach, sie müssen reif gepflückt und gut gelagert werden. Solltet ihr weiche Stellen oder gar innen braune Kerne finden, sind sie definitiv schlecht und sollten nicht mehr gegessen werden.
Granatäpfel lassen sich lange lagern
Bei Zimmertemperatur sind sie ca. 2-3 Wochen haltbar, im Kühlschrank sogar mehrere Monate. Deshalb kann man sie auch noch bis in den Februar hinein bei uns erhalten.
So kommt ihr sicher an die lecker-exotischen Kerne ohne eine Sauerei: Granatapfel öffnen und entkernen
Ich habe mich lange vor Granatäpfeln gedrückt, da es so schwer ist, an die Kerne zu kommen und die wehrhaften Leckerbissen sich mit fiesen roten Saftspritzern rächen, die kaum noch aus der Kleidung zu bekommen sind. Aber zum Glück gab es auf YouTube ein perfektes Video und seitdem ist es zwar immer noch hilfreich die Kleidung mittels einer schwarzen Schürze zu schützen, doch es ist viel leichter geworden. Hilfreich, wenn auch so gar nicht nachhaltig sind Gummi-Handschuhe, da der rote Saft auch die Hände verfärbt und gern unter den Fingernägeln kleben bleibt. Und so geht es:
- Mit einem kleinen scharfen Messer schneidet ihr um den Blütenstrunk herum die Schale kreisförmig ein.
- Meistens lässt sich jetzt schon mit leichtem Drehen der um den Strunk eingeschnittene Deckel abheben.
- Jetzt entlang der außen meist fühlbaren Streben, die ihr auch schon oben aufgrund der weißen Häute zwischen den Kernkammern der Frucht erkennen könnt, von oben nach unten die Schale mehrmals einschneiden (mindestens fünfmal).
- Jetzt könnt ihr den Granatapfel vorsichtig in mehrere Teile aufbrechen. Hier seht ihr die weißen Häute, in die die Kerne eingebettet sind. Diese nun entfernen und die Kerne per Hand in die Schüssel pulen.
- Die Kerne könnt ihr, sofern sie nicht mit Wasser in Berührung gekommen sind, im Kühlschrank einige Tage aufheben. Nach Kontakt mit Wasser werden sie dagegen schnell matschig und sollten aufgebraucht werden.
Übrigens schmecken die Kerne auch in einem Glas Sekt sehr gut, aber das gehört eigentlich nicht hierher. Aber wenn ich schon dabei bin: Den Namen Granatapfel haben die leckeren Früchte wie gesagt nicht aufgrund ihrer Farbe erhalten, die den Granatsteinen so ähnlich sind, sondern er stammt aus dem Lateinischen „granum“, was so viel wie Kern, Samen bedeutet. Und davon hat der Granatapfel ja nun reichlich. Wohl bekomm’s euch und eurem Hundi.
Fazit zur Verfütterung von Granatäpfeln an Hunde
Granatäpfel sind zwar keine Wunderwaffe für die Gesundheit, aber reich an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und zellschützende Antioxidantien. Obendrein sind sie kalorienarm und dabei noch reich an Ballaststoffen. Viele Hunde mögen sie sehr gern, meine Hündin ist sogar regelrecht scharf auf ein paar Kerne vom Granatäpfel. Also ran an die leckeren roten Früchte!
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