Gesundheit

Darf mein Hund Himbeeren fressen?

Die leckeren roten Himbeeren (botanischer Name: Rubus idaeus) stecken voller gesunder Vitamine, sekundärer Pflanzenstoffe und einiger Mineralstoffe. Für Früchte sind sie mit ca. 33 kcal/100g kalorienarm. Sie enthalten kaum Fett, aber viel Wasser und trotz ihres süßen Geschmacks relativ wenig Fruchtzucker. Viele Hunde mögen die süßen Beeren sehr gern. Aber sind Himbeeren auch so gesund und lecker für Hunde wie für Menschen?

Ja oder Nein? 

Ja, Hunde dürfen Himbeeren fressen. Die einheimischen roten Beeren sind sogar sehr geeignet für die Hundefütterung.  Den meisten Hunden schmecken die reifen süßen Himbeeren auch sehr gut. Manche Hunde naschen sie sogar selbst von den Himbeerbüschen.

Was genau macht Himbeeren für Hunde gesund und wie verfüttert ihr sie am besten?

Vorteile

4 sehr gute Gründe, warum Himbeeren gesund für deinen Hund sind 

  1. Himbeeren stärken die Abwehrkräfte und schützen die Zellen

    Himbeeren gehören zu den Spitzenlieferanten an Flavonoiden, die ein wirksamer Schutz gegen freie Radikale im Körper sind. Flavonoide sind eine Untergruppe der Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Zu ihnen gehört der rote Pflanzenfarbstoff, der eine antibiotische und antioxidative Wirkung hat und das Immunsystem schützen kann.

    Obendrein stecken in Himbeeren gleich drei Vitamine in hoher Dosierung, die antioxidativ wirken: Vitamin E, Vitamin C und Beta-Carotin, das in Vitamin A umgewandelt wird. Diese drei Vitamine können freie Radikale im Körper unschädlich machen. Folsäure (Vitamin B9) ist ebenfalls enthalten und sorgt für Zellwachstum und ist an der Blutbildung beteiligt. 
  1. Himbeeren sind gut für starke Nerven und Vitalität

    In Himbeeren finden sich B-Vitamine in recht hoher Konzentration. B-Vitamine stärken die Nerven und unterstützen den Energiestoffwechsel. Vitamin B6 ist in recht hohem Maß enthalten und kann helfen, Gefäßschäden zu vermeiden und übernimmt Funktionen im Nerven- und Immunsystem.
  2. Für ein starkes Immunsystem und schönes Fell

    Vitamin C schützt nicht nur die Zellen, sondern auch das Immunsystem. Zink ist in hoher Konzentration in Himbeeren enthalten und ist nicht nur für ein funktionierendes Immunsystem wichtig, sondern ebenso für glänzendes Fell.

  3. Himbeeren unterstützen Knochen und Muskeln

    In Himbeeren sind Calcium, Phosphor und Magnesium in relativ hoher Menge enthalten, die den Knochenaufbau, die Zähne und die Muskelaktivität unterstützen. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist zwar nicht ganz optimal, da etwas mehr Phosphor als Calcium enthalten ist, aber das fällt bei einem geringen Futter-Anteil nicht ins Gewicht.

Nachteile

Himbeeren haben keine Nachteile, außer, euer Hund nascht sie in der Natur

Vorsicht bei wilden Himbeeren in der Natur

Unsere Hunde sollten eigentlich in „freier Wildbahn“ nicht eigenständig etwas Fressbares zu sich nehmen. Aber das klappt nicht immer und auch nicht bei jedem Hund. Ihr solltet aber unbedingt darauf achten, dass eure Hunde nicht in Bodennähe etwas aufnehmen, da sich euer Hund durch Fuchskot oder durch Fuchsfraß an Beeren mit dem Fuchsbandwurm infizieren sein könnte.

Fazit

Fazit zur Fütterung von Himbeeren bei Hunden

Himbeeren zählen zu den sehr geeigneten Obstsorten für Hunde. Sie können sehr gut einen Obst-Anteil der BARF-Rationen übernehmen.

Fütterung

Wie könnt ihr Himbeeren am besten an euren Hund verfüttern und worauf solltet ihr dabei achten?

Verfüttert Himbeeren am besten frisch und reif oder tiefgefroren

Frisch und reif enthalten Himbeeren die meisten Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Das gilt ebenso für Himbeeren aus der Tiefkühltruhe.

Himbeeren vor dem Füttern zerkleinern

Die Himbeeren am besten püriert oder gestampft unter das Futter mischen. Obst sollte stark zerkleinert gefüttert werden, damit der Hund die Inhaltsstoffe gut verwerten kann.

Am besten Bio-Himbeeren

Verfüttert am besten Obst aus biologisch-organischem Anbau, da es nicht gespritzt ist und damit keine Schadstoffe enthält. Falls ihr keine Bio-Himbeeren verfüttert, solltet ihr sie unbedingt besonders gut vorher abspülen.

Wie viele Himbeeren darf ich meinem Hund füttern?

Um eine Daumenregel für die tägliche Obstration deines Hundes zu finden, ziehen wir am besten die BARF-Fütterung heran. Das klingt jetzt etwas kompliziert in der Rechnung, ist aber eigentlich ganz einfach:

  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20%-25% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Das Obst hat jedoch den wesentlich geringeren Anteil als das Gemüse und kommt auf ein Viertel bis ein Drittel des pflanzlichen Anteils.
  • Das entspricht dann nur ca. 5-10% der Tages-Portion.
  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Obst-Portion am Tag von ca. 15-30g erhalten.
  • Solltet ihr nicht barfen, würdet ihr die Himbeer-Leckerlis vom Futter abziehen und die Himbeeren ebenfalls mit nicht mehr als 15-30g am Tag gelegentlich verfüttern.

Gesunde Beschäftigung mit Himbeeren

Ihr könnt pürierte Himbeeren auch in dafür vorgesehenes Hundespielzeug füllen und bei Bedarf auch mit etwas Quark oder Joghurt vermischen. Legt ihr das gefüllte Hundespielzeug noch ins Eisfach, ist euer Hund mit dem Herausschlecken eine Weile glücklich beschäftigt.

Getrocknete Himbeeren

Auch getrocknete Himbeeren sind für viele Hunde ein Leckerbissen, aber hier gilt die Regel von 1:4. Diese besagt, dass 100g getrocknete Himbeeren viermal so viel Kalorien, Zucker und Nährstoffe enthalten wie 100g der frischen Frucht. Als kleines Leckerli sind sie also gelegentlich geeignet.

Himbeeren als neues Obst immer langsam und in kleinen Mengen zum Start füttern

Himbeeren werden in der Regel sehr gut von Hunden vertragen. Trotzdem gebe ich an dieser Stelle noch ein allgemeiner Hinweis: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Himbeeren füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Himbeeren die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Himbeeren geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Fruchtige Fakten zur Himbeere

Wann ist Saison für Himbeeren und was bewirken Himbeerblätter bei Hündinnen?

Himbeerblätter als Heilmittel für Hündinnen

Himbeerblätter werden traditionell als natürliches Heilmittel bei Hündinnen eingesetzt.  Den Blättern der Himbeere wird eine Regulierung der Läufigkeit, sowie eine vorbeugende Wirkung gegen Scheinträchtigkeit und eine Unterstützung der Fruchtbarkeit und der Schwangerschaft nachgesagt. Die Himbeerblätter werden als Tee gegeben oder direkt unter das Futter gemischt. Am besten achtet ihr bei den Himbeerblättern auf Bio-Qualität. 

Wann ist Himbeer-Saison?

Frische Himbeeren gibt es saisonal bei uns ab Juni bis in den Oktober hinein. Sie werden in Mitteleuropa geerntet. Himbeeren solltet ihr reif einkaufen, da die Beeren nicht nachreifen. Leider halten sich die weichen Beeren auch im Kühlschrank nicht sehr lange und sollten nach 1-2 Tagen am besten gegessen werden. Schnell werden Himbeeren matschig und faulen. Aber Himbeeren lassen sich sehr gut einfrieren und auch tiefgefroren das ganz Jahr über auch sehr gut in Bio-Qualität kaufen. Tiefgefroren halten sie dann natürlich wesentlich länger. Ich habe für meine Hündin immer eine Packung Bio-Himbeeren im Tiefkühlschrank.

Himbeeren: Früchte mit sehr langer Tradition

Im Gegensatz zu manch exotischer Frucht wie z.B. der Kiwi, haben Himbeeren bei uns in Europa eine sehr lange Tradition, die bis in die Steinzeit zurück geht. Als Heilpflanze war die Himbeere auch schon im Mittelalter in Klostergärten zu finden.

Himbeeren sind eigentlich gar keine Beeren

Botanisch gesehen gehören Himbeeren nicht zu den Beeren, sondern zu den sogenannten "Sammelsteinfrüchte", die kleine Steinfrüchte mit einem Samen zu einem Zapfen vereinen. Übrigens gehören Himbeeren zu den Rosengewächsen und sind nahe Verwandte der weniger süßen Brombeeren.

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: DeutschlandGreat BritainUnited StatesPolska
Copyright © 2021 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum - Datenschutz