Gesundheit
Darf mein Hund Milch trinken?
Viele Hunde mögen Milch und die meisten gesunden Hunde vertragen Milch in Maßen auch einigermaßen gut. Da Milch aufgrund ihres Calcium- und Eiweiß-Gehalts als gesund gilt, fragen sich auch Hundehalter, ob es denn gesund oder ungesund ist, dem Hund Milch zu geben.
Milch und Milchprodukte wie Käse und Joghurt sind für Hunde keine Nahrungsmittel, die ursprünglich in der Natur vorkommen, abgesehen natürlich von der Muttermilch für den Welpen. Und obgleich die meisten Hunde Milch mögen, bedeutet dies nicht, dass sie Milch regelmäßig zu trinken bekommen sollten.
Ja oder Nein?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Milch ist zwar nicht giftig für Hunde, kann aber zu unangenehmen Reaktionen wie Durchfall, Allergien und Übergewicht führen. Deshalb ist die Fütterung von Milch für Hunde überflüssig und für empfindliche Hunde sogar gesundheitsgefährdend. Wir zeigen euch, warum dies so ist und wie viel Milch als Snack noch in Ordnung wäre.
Laktose-Intoleranz bei Hunden
Laktose ist ein anderes Wort für Milchzucker, der ein sehr energiereicher Bestandteil von Milch ist. Um gut verdaut werden zu können, wird Laktose mithilfe des Enzyms Laktase im Körper aufgespalten und verdaut.
Ohne das Enzym Laktase kann Laktose von Hunden jedoch schlecht verdaut werden. Je nach Vorhandensein des Enzyms können Hunde individuell besser oder schlechter mit unterschiedlichen Mengen von Laktose umgehen. Eine Laktose-Intoleranz zeigt sich meist in Magen- und Darmproblemen. Doch eine Studie von 2021 der Society for Molocular Biology and Evolution zeigt, dass sich sowohl europäische als auch asiatische Hunde genetisch an den Konsum von Laktose in Milch angepasst haben und daher häufig Laktose besser verdauen können.
Einige Hunde mit Laktose-Intoleranz vertragen keine Milch, können aber andere Milchprodukte wie Käse oder Natur-Joghurt vertragen, da sie für Hunde leichter verdaulich sind und weniger Laktose enthalten. Andere Hunde können wiederum gar keine Milchprodukte vertragen. Auch Milch und Sahne haben unterschiedliche Laktose-Gehalte:
| Milchprodukt | Laktose g/100g |
| Saure Sahne, 10% Fett | 3,5 |
| Kaffeesahne | 3,9 |
| Buttermilch | 4 |
| Dickmilch, 1,5% Fett | 4,1 |
| Ziegenmilch | 4,2 |
| Schafmilch | 4,4 |
| Kuhmilch, 3,5% Fett | 4,7 |
| Kondensmilch | 11 |
Typische Symptome für Laktose-Intoleranz bei Hunden
- Weicher Kot
- Durchfall
- Blähungen
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
Allergiepotenzial: Kuhmilch
Kuhmilchprodukte können leichter Allergien auslösen als Ziegenmilchprodukte. Deshalb kann es empfehlenswert sein, Hunden lieber Ziegenmilchprodukte zu füttern.
Wasser ist das beste Getränk
Wasser ist für alle Hunde das beste Getränk, denn es ist natürlich und enthält keine Kalorien. Es sollte Hunden grundsätzlich immer frisch zur Verfügung stehen.
Sollte euer Hund wenig trinken, aber aus gesundheitlichen Gründen mehr trinken müssen, dann könnt ihr ihm das Wasser durch die Zugabe von Milchprodukten oder salzarmer Brühe schmackhaft machen. Allerdings ist es dann empfehlenswert, auf Milchprodukte zu achten, die laktosearm und besser verträglich als Kuhmilch sind, wie beispielsweise Mozarella-Wasser oder etwas Joghurt.
Milch in der Welpenfütterung
Die Muttermilch der Hündin ist besonders reich an Fett und Eiweiß und enthält Kolostrum, um das Immunsystem des Welpen aufzubauen und zu stärken. Im Verhältnis zur Kuhmilch enthält die Muttermilch der Hündin einen geringeren Milchzucker-Anteil (Laktose) als Kuhmilch. Welpen können die reiche Muttermilch der Hündin sehr gut verdauen, da Welpen das Enzym Laktase noch stark produzieren.
Die Laktose in Milch kann ab dem 4. Lebensmonat schlechter verdaut werden. Denn der Laktase-Spiegel sinkt im Körper von Hunden nach der Entwöhnung von der Muttermilch schnell ab. Ab einem Alter von ca. 4 Monaten bildet sich das Enzym Laktase zurück, so dass der Milchzucker nicht mehr gut enzymatisch zerlegt werden kann. Dies ist in der Natur auch nicht nötig, da Welpen ab diesem Alter keine Milch mehr erhalten.
Kuhmilch ist kein Ersatz für Muttermilch
Kuhmilch ist jedoch kein Ersatz für die Muttermilch. Die Muttermilch der Hündin ist sehr viel fettreicher mit einem Fettanteil von 10% als Kuhmilch, die von Natur 3,5% Fett enthält. Gleichzeitig hat die Muttermilch mit 7,5% einen höheren Eiweißanteil als Kuhmilch mit 3,3% und einen geringeren Laktoseanteil von 3,3 g pro 100ml im Gegensatz zu Kuhmilch, die 4,7g Laktose auf 100ml enthält. Kuhmilch hat ein höheres Potenzial, bei Hunden Allergien auszulösen als beispielsweise Ziegenmilch.
In der mutterlosen Welpenaufzucht wird daher eine zusammengestellte Ersatzmilch gefüttert, die meistens aus Ziegenmilch und weiteren nahrhaften Zutaten wie Kokosfett, Fischöl, Eigelb und auch etwas Calcium aus Knochenmehl besteht. Hier sollte am besten immer ein Ernährungsberater oder Tierarzt zurate gezogen werden.
Diese Hunde sollten komplett auf Milch verzichten
Während gesunde Hunde ohne eine starke Laktose-Intoleranz Milch in geringem Maße vertragen, gilt dies nicht für erkrankte oder geschwächte Hunde. Deshalb sollten insbesondere die folgenden Hunde keine Milch oder Milchprodukte erhalten:
- Hunde, mit Laktose-Intoleranz
- Hunde mit Pankreatitis
- Hunde mit Allergien
- Hunde mit Übergewicht
- Hunde mit Diabetes
- Hunde mit Nierenproblemen sollten komplett auf Milchprodukte verzichten, da Milcheiweiß einen hohen Stickstoffabfall produziert, der auf die Nieren gehen kann.
Wie viel Milch darf ich meinem Hund geben?
Sofern euer Hund Milch verträgt und keine Laktose-Intoleranz oder Allergie hat, könnt ihr ihm ein wenig Milch gelegentlich geben. Das Dilemma mit Milch ist, dass sie ähnlich wie Fleisch Fette, Eiweiße und Kalorien enthält, doch dabei weniger für den Hund notwendige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kupfer oder Zink zur Verfügung stellen kann. Deshalb sollte die nahrhafte Milch von der täglichen Futterration abgezogen werden, aber nur einen sehr geringen Anteil von höchstens 4% ausmachen.
Ein Hund von 10kg erhält eine tägliche Futterration von ca. 300g frischer Nahrung. 4% davon wären 12g oder eben 12ml. Richtig, das ist sehr wenig, nämlich ca. 2 bis 2,5 Teelöffel Milch.
Milch ist ein Belohnungs-Snack
So gesehen ist Milch ein reiner Snack und bei allen Snacks gilt: sie können dick machen und sind nicht notwendig. Bei Hunden, die Milch vertragen, könnt ihr sicherlich - je nach Größe des Hundes - einige wenige Teelöffel Kuh- oder besser Ziegenmilch gelegentlich als kleine Belohnung geben. Doch ein Napf voll Milch wird von den wenigsten Hunden gut vertragen und wird sehr wahrscheinlich zu Durchfall, Erbrechen oder weichem Kot führen.
Fazit zur Fütterung von Milch an Hunde
Milch ist überflüssig in der Fütterung von Hunden
In der Natur kommt Milch bei Hunden nicht vor und sie ist auch nicht notwendig in der Fütterung von Hunden. Die meisten Hunde mögen Milch und können sie in sehr geringen Mengen auch vertragen. Milch kann bei Hunden aufgrund von Laktose-Intoleranz zu Durchfall und Magen-Darmproblemen führen oder sogar Allergien auslösen. Milch ist reich an Fett, Eiweiß und Kalorien und kann Hunde dick machen, wenn sie nicht von der Nahrung abgezogen wird. Gleichzeitig enthält Milch aber nicht wichtige Nährstoffe von Fleisch und Innereien, weshalb sie – wenn überhaupt – nur einen sehr kleinen Anteil der Futterration ausmachen sollte. Ein kleiner Anteil wären gelegentlich 2-2,5 Teelöffel Milch bei einem Hund von 10kg.
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