Gesundheit

Darf mein Hund Pastinaken fressen?

Das knackige, helle Wurzelgemüse (botanischer Name: Pastinaca sativa) steckt voller gesunder Vitamine, sekundärer Pflanzenstoffe und wichtiger Mineralstoffe. Pastinaken sind eng verwandt mit Möhren und auch leicht zu verwechseln mit Petersilienwurzeln. Mit 59 kcal/100g sind sie allerdings nicht ganz so kalorienarm. Aber sind Pastinaken auch so gesund für Hunde wie für Menschen?

Pastinaken sehen auch Petersilienwurzeln sehr ähnlich

Ja oder Nein? Dürfen Hunde Pastinaken fressen?

Ja, Hunde dürfen Pastinaken fressen. Die cremefarbenen Rüben sind sogar sehr geeignet für die Hundeernährung. Den meisten Hunden schmecken Pastinaken gegart allerdings besser als roh.  

Was genau macht Pastinaken für Hunde gesund, worauf solltet ihr bei der Fütterung von Pastinaken an Hunde achten?  

Vorteile

5 fantastische Vorteile von Pastinaken für Hunde

 

  1. Pastinaken stärken das Immunsystem

    Pastinaken enthalten einige unterschiedliche Antioxidantien in guter Konzentration. Sie enthalten etwas Vitamin E, das ein starkes Antioxidans und nicht häufig in Gemüsen zu finden ist. Auch Vitamin B3 stärkt das Immunsystem und repariert die Zellen. Vitamin C sorgt ebenfalls als starkes Antioxidans für ein gestärktes Immunsystem. Vitamin C kann zwar von Hunden im Gegensatz zu uns Menschen in Leber und Nieren selbst produziert werden, doch eine Extra-Portion ist immer gesund.

  2. Pastinaken sind gut für das Blut

    Pastinaken enthalten viel Eisen. Es ist in den roten Blutkörperchen zu finden und für den Sauerstofftransport im Blut zuständig.  Kleine Einschränkung: Hunde können Eisen aus Leber, Blut, Rindfleisch sowie Eigelb besser als aus Gemüse verwerten.
  3. Zellteilung und das Zellwachstum werden unterstützt

    Zink ist mit 0,8mg/100g sehr viel enthalten und ist ein Antioxidans, das für ein funktionierendes Immunsystem, den Stoffwechsel und für eine gesunde Zellteilung unverzichtbar ist. Es sorgt gleichzeitig für ein glänzendes Fell und ist gut für Haut und Haare. Folsäure ist in Pastinaken mit 60 µg/100g gut enthalten. Sie fördert das Zellwachstum und die Vermehrung von Zellen. Hitzeempfindlich, darf nicht gekocht werden. Auch in Leber, Herz, Hirn enthalten. 
  1. Pastinaken sind gut für das Herz und die Muskeln

    In Pastinaken ist mit über 500mg/100g sehr viel Kalium enthalten. Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Stoffwechselprozesse in den Muskelzellen und die Übertragung von Nervenimpulsen benötigt wird. Dies ist insbesondere für den größten Muskel im Körper, das Herz wichtig. Kalium kann nicht vom Körper gespeichert werden und muss täglich zugeführt werden. Deshalb ist eine große Portion Kalium durch Pastinaken so gesund für Hunde. Kalium kommt allerdings auch in Fleisch und Fisch vor und eines davon sollten Hunde täglich bekommen. 
  1. Pastinaken sind reich an Ballaststoffen und regulieren die Darmtätigkeit

    Die cremefarbenen Rüben enthalten die Ballaststoffe Pektin und Inulin in großer Menge, die gut für die Darmtätigkeit sind. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der im Magen-Darm-Trakt aufquillt. Roh und in Stücken gefuttert landen Pastinaken zwar fast genauso im Kot, wie sie in das Maul gewandert sind, putzen dabei aber den Darm etwas. Auch Inulin ist ein Ballaststoff und Präbiotika, der eine gesunde Darmflora fördert und die Verdauung aktiviert. Für Diabetiker ist Inulin gut, da es den Blutzucker konstanter hält. Auch soll Calcium durch Inulin leichter in den Knochen aufgenommen werden.

Nachteile

Pastinaken haben keine wirklichen Nachteile in der Fütterung von Hunden, aber hierauf solltet ihr achten

  1. Furocumarine können zu Allergien und Sonnenbrand führen

Pastinaken können bei langer und nicht fachgerechter Lagerung eine hohe Konzentration an Furocumarinen enthalten. Diese können zu Allergien oder auch zu Empfindlichkeit gegenüber Sonne führen. Bei Fütterung von geringen Mengen frischer Pastinaken sollte dies aber kein Risiko für eure Hunde darstellen. 

2. Roh sind Pastinaken für viele Hunde nicht so lecker

Gekocht schmecken Pastinaken süßer und werden von vielen Hunden gern gefressen. Roh werden sie von so manchem Hund abgelehnt. 

Fütterung

So verfüttert ihr Pastinaken am besten an eure Hunde

Pastinaken garen oder stark zerkleinern

Gemüse sollte stark zerkleinert oder schonend gegart an euren Hund verfüttert werden, damit euer Hund die gesunden Inhaltsstoffe auch gut aufspalten und verwerten kann. Rohe Pastinaken könnt ihr zur besseren Verwertung püriert oder sehr fein geraspelt unter das Futter mischen. Solltet ihr die Pastinaken garen, so ist eine vitaminschonende Garmethode wie Dämpfen oder ein Kochen bei nicht zu hohen Temperaturen in wenig Wasser sinnvoll.

Sollten Pastinaken für Hunde geschält werden?

Verfüttert am besten Pastinaken aus biologisch-organischem Anbau, da sie nicht gespritzt und mit Kunstdünger gedüngt sind und damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen enthalten. Die Vitamine und Nährstoffe sitzen in und direkt unter der Schale. Bio-Pastinaken könnt ihr einfach nur abwaschen und müsst sie für die Fütterung gar nicht schälen. Das obere Ende schmeckt meist etwas bitter, das solltet ihr abschneiden.

Falls ihr keine Bio-Pastinaken verfüttern könnt, spült die Pastinaken gut ab und schält sie vor der weiteren Verarbeitung. 

Wie viele Pastinaken darf ich meinem Hund füttern?

Um euch jedoch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen (Achtung: diese sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand etc. berechnet werden und sollen hier nur einen Anhaltspunkt geben):

Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.

Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen. Dieser kann je nach Alter und Auslastung auch steigen.

Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus, der Rest ist Obst. Das entspricht dann ca. 13% der Tages-Portion.

Beispiel: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g Gemüse erhalten. Pastinaken können hiervon sehr gut täglich ein Teil sein. Doch solltet ihr für Abwechslung sorgen und auch weitere Gemüsesorten einplanen.

=> 15-20g Pastinaken/Tag für einen 10kg schweren Hund <=

Pastinaken werden in der Regel sehr gut von Hunden vertragen und sind magenfreundlich. Trotzdem gebe ich an dieser Stelle noch ein allgemeiner Hinweis: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Pastinaken füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Pastinaken die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Pastinaken geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes rund um die Pastinake (oder sollte ich rund um den Pastenak sagen?)

Beliebte Rübe vom Römischen Reich bis ins 18.Jahrhundert

Die Pastinake gehörte zu einem sehr beliebten Gemüse bereits im Römischen Reich (8.Jhd v. Chr. bis 7.Jhd. n. Chr.). In einer Landgüterverordnung von Karl dem Großen (747 oder 748-814) wurde der Anbau von Pastinaken vorgeschrieben. Während der Pest im 14.Jahrhundert wurde ihr Saft als Heilmittel eingesetzt. Die Pastinake war die „Kartoffel des Mittelalters“ und entsprechend sehr beliebt. Erst im 18. Jahrhundert verdrängten Kartoffeln und Möhren die über rund zwei Jahrtausende beliebte Rübe aus Deutschland. In anderen europäischen Ländern blieb sie dagegen beliebt. Erst mit steigendem Interesse an biologischem Landbau wird auch die Pastinake wieder beliebter. 

Wann haben Pastinaken Saison?

Pastinaken werden von Oktober bis ins Frühjahr frisch und lokal angeboten.  

Interessante Namen für die Pastinake

Pastinaken haben einige Namen im deutschen Sprachgebrauch. So werden sie Pastenak, Pestnacken oder auch Hammelkarotte und Welscher Persil genannt.

Unterscheidung von Petersilienwurzel

Wenn ich Pastinaken lose einkaufe, können sie an der Kasse häufig nicht von Petersilienwurzeln unterschieden werden. Sie sehen sich auch verdammt ähnlich! Allerdings sind Petersilienwurzeln wesentlich kleiner und schmaler und dabei auch sehr viel teurer. Auch am Geruch lassen sie sich gut unterscheiden, sofern sie frisch sind: Petersilienwurzeln riechen einfach nach Petersilie. Man geht übrigens davon aus, dass die Pastinake aus einer Kreuzung aus der Möhre mit der Petersilienwurzel entstanden ist.

Fazit zur Fütterung von Pastinaken an Hunde 

Top! Pastinaken zählen zu den super geeigneten Gemüsesorten für eure Hunde. Ihr solltet sie in den täglichen Futterplan für euren Hund aufnehmen. Am besten können die gesunden Vitamine und Nährstoffe verwertet werden, wenn die Pastinake stark schonend gegart wurde. Alternativ reibt ihr etwas rohe Pastinake in das Futter.

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