Gesundheit

Darf mein Hund Schwarzwurzeln fressen?

Die leckeren und gesunden dunklen Rüben der Schwarzwurzel (botanischer Name: Scorconera hispanica) sind bei uns recht selten geworden. Dabei sind die nur äußerlich dunklen, aber innerlich fast weißen Wurzeln ausgesprochen gesund und lecker und wurden früher als Heilpflanzen verwendet. Die Schwarzwurzel hat nicht zu Unrecht aufgrund ihres Aussehens und des leicht nussigen Geschmacks den Namen Winterspargel. Dabei sind Schwarzwurzeln nicht mit Spargel, sondern mit dem gesunden Topinambur eng verwandt. Mit ca. 54 kcal/100g sind sie noch ein kalorienarmes Gemüse. Aber sind Schwarzwurzeln auch für unsere Hunde genießbar und gesund?

Schwarzwurzeln im Vordergrund (dahinter Kartoffeln)

Ja oder Nein?

Ja, Hunde dürfen Schwarzwurzeln fressen. Die einheimischen hellen Rüben sind sogar sehr geeignet für die Hundeernährung.  Den meisten Hunden schmecken sie sowohl gekocht als auch roh sehr gut.

Was ist an Schwarzwurzeln gesund für meinen Hund? Worauf sollte ich bei der Verfütterung achten und vor allem, wie viel darf ich meinem Hund überhaupt geben? 

Vorteile

6 sehr gute Gründe, warum Schwarzwurzeln gesund für deinen Hund sind 

  1. Schwarzwurzeln fördern die Darmgesundheit

    Schwarzwurzeln enthalten gleich zwei für den Darm sehr gesunde Stoffe: Ologofructose und Inulin, die zu den wasserlöslichen Ballaststoffen zählen und als Präbiotikum wirken. Sie sind Nahrung für die guten Bakterien im Darm und fördern somit ihre Ausbreitung. Gleichzeitig sorgen sie als Ballaststoff für eine gesunde Verdauung. Andere Kohlenhydrate gehen langsamer ins Blut, was insbesondere bei Diabetes wichtig ist.

  2. Schwarzwurzeln enthalten starke Antioxidantien

    Die dunkle Wurzel enthält mit 6mg/100g sehr viel Vitamin E. Soviel Vitamin E findet man sonst nur annähernd in Fenchel, Petersilie oder Süßkartoffeln. Vitamin E ist als starkes Antioxidans das Zellschutz-Vitamin. Damit wird das Immunsystem unterstützt und Entzündungen heilen schneller ab. Da Vitamin E ein fettlösliches Vitamin ist, sollte zu den Schwarzwurzeln immer etwas Fett oder Öl gegeben werden, damit der Hund es auch aufnehmen kann. 
  1. Schwarzwurzeln sind gut für den Zellaufbau und das Nervensystem

    Die Schwarzwurzel enthält B-Vitamine wie Vitamin B1, B2 und B6. B-Vitamine stärken die Nerven und unterstützen den Energiestoffwechsel. Insbesondere ist aber auch Folsäure in recht hoher Konzentration enthalten, die für das Zellwachstum und die Blutbildung wichtig ist. 
  1. Ausgleichend für den Säure-Basenhaushalt

    Schwarzwurzeln sind mit 320mg/100g reich an Kalium. Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der den Wassergehalt der Zellen und den Säure-Basenhaushalt reguliert und ein guter Basenbildner ist. Kalium kann vom Körper nicht gespeichert werden und muss daher täglich zugeführt werden. 
  1. Schwarzwurzeln sind gut für das Blut

    Schwarzwurzeln enthalten mit 3,3 mg/100g recht viel Eisen. Eisen ist zum größten Teil in den roten Blutkörperchen enthalten, die für den Sauerstofftransport im Blut zuständig sind. Hunde können Eisen allerdings aus Pflanzen schlechter verwerten als aus tierischen Futtermitteln wie Leber, Blut, Eigelb oder Nieren. 
  1. Gut für Zähne und Knochen

    Schwarzwurzeln enthalten viel Calcium und Phosphat. Calcium ist wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne und Phosphat ist wichtig für den Stoffwechsel von Knochen und Zähnen. Calcium und Phosphor beeinflussen gegenseitig ihre Aufnahme und sollten am besten in einem Verhältnis von 1,3:1 in der Nahrung enthalten sein. Bei der Schwarzwurzel ist zwar mehr Phosphor enthalten, doch ist dies bei der geringen Futtermenge nicht ausschlaggebend.

Nachteile

Drei Punkte, auf die ihr achten solltet 

  1. Schwarzwurzeln können viel Nitrat enthalten

    Schwarzwurzeln, die mit Nitraten gedüngt werden, nehmen die Nitrate über die Erde auf. Im Hunde-Körper kann Nitrat jedoch in Nitrit umgewandelt werden, was den Sauerstofftransport im Blut stört und verlangsamt. Obendrein kann sich Nitrat zu krebserregenden Nitrosaminen umwandeln. In biologisch gezüchteten saisonalen Schwarzwurzeln ist der Nitratgehalt meist etwas geringer.

    Der Gehalt an Nitrat lässt sich am besten durch sanftes Garen und das Abgießen des Kochwassers um bis zu 40-80% vermindern. Ihr könnt auch parallel Vitamin C in der Fütterung dazu geben, beispielsweise in Form von Obst, da dies die Umwandlung von Nitrat in Nitrit ebenfalls vermindert.

  2. Leider sind Schwarzwurzeln verhältnismäßig teuer in Bio-Qualität

    Schwarzwurzeln sind recht selten und noch seltener in Bio-Qualität zu finden. Aufgrund ihrer aufwändigen Ernte (jede Wurzel muss einzeln vorsichtig gezogen werden), ist die Schwarzwurzel recht teuer.

  3. Zu viele Schwarzwurzeln können Magen-Darm reizen

    Doch in großen Mengen solltet ihr Schwarzwurzeln eurem Hund ohnehin nicht füttern. Denn die vielen Ballaststoffe können sehr ungewohnt für euren Hund sein und seinen Magen-Darmtrakt daher reizen.

Fütterung

So füttert ihr Schwarzwurzeln am besten

Besser Bio

Verfüttert am besten Schwarzwurzeln aus biologisch-organischem Anbau, da sie nicht gespritzt und künstlich gedüngt sind und damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen enthalten. Die Schwarzwurzeln sollten vor dem Garen geschält werden.

Sollten Schwarzwurzeln an den Hund roh oder gekocht verfüttert werden?

Um den Nitratgehalt der Schwarzwurzel zu mindern ist es am besten, ihr gart die Schwarzwurzel in Wasser und gießt das Kochwasser danach ab. Jetzt könnt ihr sie in kleinen Stücken oder püriert an euren Hund verfüttern. Roh können Schwarzwurzeln theoretisch auch beispielsweise püriert oder gerieben verfüttert werden, doch sind sie dann weniger magenfreundlich und enthalten mehr Nitrate.

Verfüttert Schwarzwurzeln am besten mit Fett

Das in den Schwarzwurzeln enthaltene Vitamin E ist fettlöslich und daher sollte die Wurzel immer zusammen mit Fett verfüttert werden. Dies kann z.B. ein Schuss hochwertiges Öl im Futter sein oder auch andere tierische Fette, die ihr mit der Schwarzwurzel füttert.

Wie viele Schwarzwurzeln darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Schwarzwurzel euer Hund am Tag fressen darf, nehmen wir eine grobe und durchschnittliche BARF-Berechnungen:

  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Gemüse sollte ca. 13% der Tages-Portion ausmachen.
  • Rechen-Beispiel: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g Gemüse erhalten. Schwarzwurzeln können hiervon sehr gut ein Teil sein. Doch solltet ihr für Abwechslung sorgen und auch weitere Gemüsesorten einplanen.
  • Barf-Hinweis: Die Barf-Berechnungen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeit etc. berechnet werden. Mit dieser Berechnung oben möchte ich euch nur einen groben Anhaltspunkt dafür geben, wie viel Gemüse euer Hund in etwa täglich bekommen sollte
  • Fütterungs-Hinweis: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Schwarzwurzeln füttern dürft oder die Nahrung umstellen könnt. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei der Schwarzwurzel die geringe Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine Schwarzwurzeln weiter füttern und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes

Wissenswertes rund um die Schwarzwurzel

Schwarzwurzeln sind nicht günstig

Da Schwarzwurzeln in der Ernte aufwändig sind und ähnlich wie beim Spargelstechen jede Wurzel einzeln und sorgsam aus dem Boden geholt werden muss, haben Schwarzwurzeln ihren Preis. Als „Spargel des kleinen Mannes“ kann die Schwarzwurzel daher heutzutage gar nicht mehr durchgehen.   

Ursprung in Südeuropa

Bis zum Ende des Mittelalters war die Schwarzwurzel nur in Südeuropa und insbesondere in Spanien bekannt, wo sie als Heilpflanze genutzt wurde. Dort galt sie als Heilpflanze gegen Schlangenbisse und soll sogar gegen die Pest eingesetzt worden sein. Erst im 17.Jahrhundert wurden sie auch als essbares Gemüse angebaut. 

Typisches Wintergemüse

Die Schwarzwurzel ist ein typisches Wintergemüse und ist bei uns meist von Ende Oktober bis April erhältlich. 

Kühl lagern

Schwarzwurzeln halten sich am besten an einem kühlen und dunklen Ort. Im Kühlschrank können sie sehr gut einige Tage bis eine Woche gelagert werden. 

Anbau in Belgien, Frankreich und den Niederlanden

Heutzutage werden Schwarzwurzeln zwar auch in Deutschland angebaut, doch die meisten stammen aus Belgien, Frankreich oder den Niederlanden.  

Fazit zur Fütterung von Schwarzwurzeln

Schwarzwurzeln zählen zu den geeigneten Gemüsesorten für eure Hunde. Ihr könnt sie in den Futterplan für euren Hund aufnehmen, wenn ihr sie in vernünftigen Mengen verfüttert. Am besten können die gesunden Vitamine und Nährstoffe verwertet und die schädlichen Nitrate gemindert werden, wenn die Schwarzwurzel zuvor schonend gegart wurde. Dazu etwas Öl oder Fett im Futter und die guten Inhaltsstoffe können super von eurem Hund aufgenommen werden.

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