Gesundheit

Darf mein Hund Sellerie fressen?

Sellerie (botanischer Name: Apium graveolens) ist mit nur 19 kcal/100g sehr kalorienarm und enthält wichtige Vitamine und Spurenelemente. Sellerie wirkt entwässernd und hat in Maßen genossen eine heilende Wirkung auf den Magen. Doch dürfen Hunde Sellerie ebenfalls fressen?

Knollensellerie mit aufgeschnittener Scheibe

Ja oder Nein?

Ja, Hunde dürfen Sellerie fressen. Allerdings besser in Maßen. Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Sellerie für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttert.

6 Gründe für die tolle Sellerie-Knolle

  1. Reguliert den Wassergehalt der Zellen und Säure-Basen-Haushalt

    In erster Linie enthält Sellerie mit rund 415 mg/100g sehr viel Kalium. Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Stoffwechselprozesse in den Zellen und für die Herzfunktion benötigt wird. Doch die meisten Hunde sollten aus Fleisch und Fisch ausreichend mit Kalium versorgt werden.
  2. Gut für das Blut

    Das im Sellerie in guter Menge enthaltene Eisen (0,4mg/100g) und der sehr hohe Gehalt an Folsäure (75 µg/100g) helfen bei dem Sauerstofftransport im Blut und bei der Blutbildung. Auch das an der Bildung von Blut beteiligte Vitamin B6 ist in Sellerie enthalten.
  3. Stärkt das Immunsystem

    Sellerie enthält wichtige Vitamine und Antioxidantien, die das Immunsystem und die Abwehr stärken zwar nicht in hohen Mengen, doch moderat und davon gleich mehrere: Zink, Vitamin E (0,5 mg/100g), Vitamin C (8mg/100g).
  4. Wichtig für Knochen und Zähne

    Erwähnenswert ist auch der nicht geringe Gehalt an Calcium und Phosphat in Sellerie. Beide sind wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne.
  5. Gut für die Verdauung und den Magen

    Die im Sellerie enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe sind für den Magen gut und regen die Verdauung an. Ballaststoffe, die nicht wenig im Sellerie enthalten sind, unterstützen ebenfalls eine gesunde Verdauung.
  6. Antibakterielle Wirkung kann vor Krankheiten schützen

    Sellerie hat eine antibakterielle Wirkung, die Bakterien, Pilze und Viren mithilfe ätherischer Senföle abtöten kann.

Nachteile

Sellerie in Maßen ist gesund, aber nicht für alle Hunde

  1. Schmeckt nicht jedem: Nicht alle Hunde mögen Sellerie

    Aufgrund der ätherischen Öle und der enthaltenen Bitterstoffe mögen viele Hunde Sellerie nicht. Insbesondere roher Sellerie wird von vielen Hunden nicht gern genommen. Daher ist es sinnvoll, Sellerie gegart unter das Futter zu mischen.

  1. Allergie-Potenzial aufgrund der ätherischen Öle

    Bei einem Zuviel an ätherischen Ölen können manche Hunde allergisch reagieren. Bei Sellerie kann sogar die Gefahr des anaphylaktischen Schocks in seltenen Fällen bestehen. Daher immer nur in sehr kleinen Mengen zu Beginn geben.
  2. Hände weg, bei Nieren- und Blasenproblemen eures Hundes

    Da Sellerie stark harntreibend ist, sollte er nicht an Hunde mit Blasen- und Nierenproblemen gefüttert werden.
  3. In Maßen füttern und nicht an trächtige Hündinnen geben

    Das in Sellerie enthaltene Apiol kann in sehr hohen Dosierungen zu Krämpfen der Gebärmutter und damit zu Frühgeburten führen. Hierzu sind zwar sehr hohe Mengen notwendig, doch es ist besser kein Risiko einzugehen. Deshalb gehört Sellerie nicht in den Napf trächtiger Hündinnen. Die Dosis macht das Gift: Während Sellerie in Maßen sehr gut für den Magen ist, kann zu viel Sellerie den Magen aufgrund der ätherischen Öle beginnen zu reizen.

Fütterung

So verfüttert ihr Sellerie am besten an euren Hund

Roh oder gekocht füttern?


Grundsätzlich ist es möglich, Sellerie sowohl gekocht als auch roh an eure Hunde zu füttern.

  • Als kleiner Snack roh
    Roh können Hunde die gesunden Nährstoffe in Gemüse allerdings nicht verwerten. Dann ist es einfach ein gelegentlicher kalorienarmer Snack zwischendurch. Achtet dabei nur darauf, dass sich euer Hund an den Stücken nicht verschlucken kann. Ihr könnt roh sowohl Stangensellerie als auch Knollensellerie füttern. Dann sollte er gut abgewaschen und geschält sein (Knollensellerie). Doch wenige Hunde mögen rohen Sellerie besonders gern.
  • Am gesündesten gedämpft und püriert oder gestampft
    Um die Vitamine und Mineralstoffe aus dem Sellerie verwerten zu können, solltet ihr Knollensellerie für euren Hund dämpfen bzw. bei geringer Temperatur garen. Zunächst schält ihr den Sellerie und schneidet ihn in kleine Stücke. Sobald die Stücke weich gegart sind, könnt ihr das Wasser abgießen und sie mit einem Stabmixer pürieren oder mit einem Stampfer zerkleinern. Das geht natürlich auch mit einer Gabel, dauert nur etwas länger. Jetzt das Sellerie-Püree auf das Futter geben oder gelegentlich als Gemüse-Anteil der BARF-Ration geben.

Sellerie ungewürzt füttern

Wie jedes Gemüse sollte auch Sellerie nicht für den Hund gewürzt werden. Dies gilt auch für das Kochwasser: hier gehört kein Salz hinein. Sellerie gibt es auch in Gläsern oder Dosen: diese sind gewürzt und nicht für die Fütterung des Hundes geeignet.


Besser Bio-Sellerie, regional und frisch gekauft

Sellerie hat in Deutschland im Herbst Saison. Im Herbst und Winter könnt ihr ihn regional mit einer guten CO2-Bilanz erhalten und wenn er dann noch aus dem Bio-Anbau stammt, ist er weniger mit Pestiziden und Kunstdünger belastet und enthalten weniger Nitrate. Das ist besser für euch und für die Umwelt. Frische Ware versteht sich eigentlich von selbst, aber bei Sellerie sollen beim Zerfall krebserregende Stoffe entstehen.

 

Wie viel Sellerie darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Sellerie euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen.

 

  • Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
  • Beispiel-Rechnung: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Sellerie kann hiervon ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Sellerie an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.
  • Wenn ihr nicht barft und trotzdem Sellerie verfüttern möchtet, heißt dies: 15-20g Sellerie am Tag darf gelegentlich zum Futter bei einem 10kg Hund, dies zieht ihr dann von der täglichen Leckerli-Portion ab. 
  • Hinweis: die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Sellerie-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel bzw. im Grunde wie wenig Gemüse euer Hund in etwa bekommen sollte.

Sellerie zum Start nur testweise und in besonders kleinen Mengen füttern

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Sellerie füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch beim Sellerie die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Sellerie kann aufgrund der in ihm enthaltenen ätherischen Öle sogar in seltenen Fällen ein anaphylaktischer Schock eintreten. Es ist daher besonders ratsam, Sellerie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten, Durchfall, Erbrechen oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Sellerie mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes rund um den Sellerie

Wann ist Sellerie-Saison?

Sellerie wird in Deutschland im Freiland angebaut und im Herbst geerntet. Sellerie ist in Deutschland das gesamte Jahr über verfügbar und wird im ersten Halbjahr meist aus den Niederlanden importiert. 

Lagerung des Selleries

Die ganzen Sellerieknollen mögen es kühl und trocken zur Lagerung. Angeschnitten hält er sich einige Tage im Kühlschrank, sofern ihr die Schnittstelle mit Folie abdeckt. 

Wo kommt Sellerie ursprünglich her?

Die Wildform des Selleries stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.  Schon im alten Ägypten war er als Heilpflanze bekannt. Knollensellerie war im Mittelalter eine beliebte Heilpflanze und kam erst im 18.Jahrhundert auf den Tisch. 

Was hat eine altgriechische Ruine mit dem Sellerie zu tun?

Der Name Sellerie geht auf die altgriechische Bezeichnung selinon zurück. Es gab eine altgriechische Stadt mit dem Namen Selinunt am Fluss Selinus, an dem sehr viel Sellerie wuchs, so dass ein Sellerieblatt im Wappen der Stadt zu finden war. Die Ruinen der Stadt liegen im heutigen Sizilien, wo der Archäologische Park Selinunt besucht werden kann. 

Fazit zur Fütterung von Sellerie an Hunde

Sellerie ist zur Fütterung von Hunden geeignet, sofern diese keine Nieren- und Blasenprobleme haben oder trächtig sind. Er ist kalorienarm und enthält wichtige Vitamine und Spurenelemente. Gedämpft und gestampft oder püriert wird Sellerie als Teil des Futters gut angenommen und vertragen. Roh solltet ihr Sellerie aufgrund der ätherischen Öle nicht zu häufig verfüttern. Außerdem wird er roh von vielen Hunden nicht so gut angenommen.

Gib uns Pfoten:

Schreibe uns:

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: Darf mein Hund Sellerie fressen?Great BritainUnited StatesCzy mój pies może jeść seler?
Copyright © 2023 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Über uns - Impressum - Datenschutz