Gesundheit

Darf mein Hund Spinat fressen?

Spinat (botanischer Name: Spinacia oleracea) ist mit nur 16 kcal pro 100g ausgesprochen kalorienarm und enthält wichtige Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe. Doch hat Spinat auch einige Nachteile. Er ist nicht für jeden Hund geeignet und bei der Zubereitung gibt es einiges zu beachten. Wenn ihr euch fragt, ob Spinat für euren Hund genießbar ist, findet ihr hier die Antworten.

Frische, grüne Spinatblätter

Ja oder Nein?

Jein, Hunde dürfen Spinat unter bestimmten Umständen fressen. Die reichlich enthaltene Oxalsäure und der häufig hohe Nitrat-Gehalt können ungesund werden und deshalb ist bei der gesunden Fütterung die Zubereitung besonders wichtig. Einige Hunde sollten Spinat besser ganz meiden.

Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Spinat für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttern könnt.

Vorteile

4 gute Gründe warum Spinat gesund ist

  1. Spinat unterstützt das Immunsystem und die gesunden Zellen

    Spinat enthält extrem viel Beta-Carotin (4.800 µg/100g), eine Vorstufe des Vitamin A, das ein sehr starkes Antioxidans ist und Krebserkrankungen als auch Herz-Kreislauferkrankungen verringern kann. Nebenbei ist es das Vitamin, das die Sehkraft stärkt. Auch Vitamin C ist mit 50mg/100g sehr viel enthalten und wirkt antioxidativ und stärkt das Immunsystem. Hunde können Vitamin C im Gegensatz zu Menschen zwar selbst im Körper produzieren, doch können Zugaben hilfreich sein. Nicht zu verachten ist auch der hohe Gehalt an Folsäure (145 µg/100g), die für ein gesundes Zellwachstum wichtig ist. Vitamin E, ein starkes Antioxidans, das das Immunsystem stärkt, ist ebenfalls relativ viel enthalten.

  2. Gut für entspannte Muskeln, Herz und starke Knochen und Zähne

    In Spinat ist mit 550 mg/100g extrem viel Kalium enthalten, das den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Herz und Nerven grundlegend ist. Kalium hat auch eine leicht entwässernde und entschlackende Wirkung. Spinat enthält obendrein für ein Gemüse mit so wenig Kalorien erstaunlich viel Calcium (120mg/100g) das für den Knochenaufbau und die Zähne wichtig ist.

  3. Für eine schlanke Linie: Kalorienarm

    Spinat ist mit nur 16 kcal/100g ein absoluter Schlankmacher und darf somit auch von Hunden genossen werden, die eigentlich abnehmen müssen.

  4. Unterstützt die Verdauung

    Oxalsäure hat in geringen Mengen durchaus ihre Vorteile, denn die Menge macht das Gift. In Maßen bringt Oxalsäure die Verdauung in Schwung, was jedoch für Hunde, die unter Durchfall leiden, nicht sinnvoll ist. Gleichzeitig kann die Oxalsäure schlechte Bakterien im Darm abtöten. Spinat enthält einige Ballaststoffe, die die Verdauung ebenfalls ankurbeln können.

Nachteile

4 gesundheitliche Nachteile, auf die ihr bei Spinat achten solltet

  1. Spinat enthält Oxalsäure: Bildung von Harnsteinen

    Roher Spinat enthält durchschnittlich 970mg Oxalsäure auf 100g Spinat. Oxalsäure ist für Menschen und Hunde in sehr großen Mengen giftig. Sie ist aber auch aus weiteren Gründen ungesund, denn im Körper bildet sich daraus Calciumoxalat, das über den Urin ausgeschieden werden muss. Nimmt dein Hund zu viel Oxalsäure auf oder kann er das entstandene Calciumoxalat durch eine eingeschränkte Nierenfunktion oder zu wenig Wasseraufnahme nicht über die Niere wieder ausscheiden, können sich Nieren- bzw. Blasensteine bilden. Für Hunde, die zu Nierenproblemen neigen oder grundsätzlich zu wenig Wasser trinken, sollte Spinat am besten tabu sein. Hunderassen, die an Oxalatsteinen besonders häufig leiden wie Bichon Frisé, Dandie Dinmont Terrier, Lhasa Apsos, Zwergpudel, Zwergschnauzer, Shih Tzu und Yorkshire Terrier sollten auf Spinat lieber verzichten. Aber auch Hunderassen, die Nierenprobleme haben, wie der Dalmatiner, sollten auf Spinat besser verzichten. 

  2. Die Oxalsäure in Spinat kann die Zähne angreifen

    Oxalsäure greift die Zähne gleich dreifach an: die Säure schädigt den Zahnschmelz und in Verbindung mit Calcium bildet sich gefährliche Zahnbelag. Das an der Oxalsäure gebundene Calcium wird dem Körper für die Zähne entzogen. 

  1. Nicht gut geeignet für Welpen, Junghunde und Hunde mit Eisenstoffwechselstörungen

    Da Oxalsäure Mineralstoffe wie Eisen aber auch Calcium im Körper bindet und zu Calciumoxalat wird, werden dem Körper bei zu viel Oxalsäure auch Calcium und Eisen entzogen. Das ist insbesondere für Hunde im Wachstum wie Welpen und Junghunde ungesund, da ihre Knochen sich noch im Aufbau befinden und dafür Calcium benötigen. Doch gleichzeitig enthält Spinat mit 120mg/100g viel Calcium und auch viel Eisen.
  1. Spinat enthält häufig viel Nitrat

    Nitrat wird durch Düngung vom Spinat über die Erde aufgenommen. Im Körper wird Nitrat in Nitrit umgewandelt und bremst den Sauerstofftransport im Blut. Obendrein kann es sich zu Nitrosaminen verwandeln, die stark krebserregend sein können. Der Freilandspinat - am besten in Bio-Qualität - enthält am wenigsten Nitrat.

Tipp: So vermindert ihr den Gehalt an Oxalsäure und Nitraten in Spinat

Doch es gibt Abhilfe und der Gehalt der Oxalsäure und des Nitrats im Spinat lässt sich einfach vermindern: Wenn ihr Spinat blanchiert oder sanft gart, gehen Oxalsäure und Nitrat in das Kochwasser über. Wenn ihr dieses dann abgießt und den gekochten Spinat verfüttert, kann der Gehalt an Oxalsäure um bis zu 70% gemindert werden. Den Nitrat-Gehalt könnt ihr auf diese Weise um 40-80% vermindern.

Wenn ihr möglichen Gefahren aus dem Weg gehen möchtet, solltet ihr Spinat lieber gar nicht in den Futterplan eures Hundes aufnehmen.

Fütterung

So verfüttert ihr Spinat am besten an euren Hund

Spinat grundsätzlich sanft garen

Spinat sollte nicht lange und heiß gekocht werden, dann verliert er seine gesunden Vitamine und Nährstoffe. Damit ihr aber den ungesunden und sehr hohen Oxalsäure-Gehalt im Spinat verringert, solltet ihr ihn blanchieren, dämpfen oder sanft garen und das Kochwasser weggießen und nicht weiterverwenden. Auch der ungesunde Nitrat-Gehalt im Spinat verringert sich durch diese Zubereitungsmethode.

Spinat mit etwas Fett geben

Damit die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin E auch vom Körper aufgenommen werden können, solltet ihr zum Spinat einen Hauch Öl geben.

Spinat ungewürzt geben

Gebt zum Spinat nicht aus Gewohnheit auch für eure Hunde Fette, Salz oder Gewürze an den Spinat. Auch Zwiebeln und Knoblauch sind für Hunde grundsätzlich tabu!

Spinat aus der Tiefkühltruhe

Tiefkühlspinat wurde meist einmal blanchiert und das Wasser abgegossen. Dadurch verliert er sowohl Nitrate als auch Oxalsäure und ist damit gesünder. Auch hier ist Bio-Qualität vorzuziehen und natürlich sollte der Spinat nicht gewürzt sein.

Besser bio und regional

Bio-Qualität wird grundsätzlich weniger gedüngt als konventionelle Ware und damit enthält er weniger Nitrate. Freilandspinat im Frühjahr und Sommer in Bio-Qualität enthält weniger Nitrate, die für den Körper von Nachteil sein können. Außerdem ist die CO2-Bilanz bei regionaler Ware, die nicht im Treibhaus gezogen wurde, besser.

Wie viel Spinat darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Spinat euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen.

  • Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
  • Beispiel-Rechnung: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Gegarter Spinat kann hiervon gelegentlich während der Saison ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Spinat an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.


Hinweis: Die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Spinat-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel bzw. wie wenig Gemüse euer Hund bekommen sollte.

Spinat zum Start nur testweise und in besonders kleinen Mengen füttern

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Spinat füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Gemüse besteht auch bei Spinat die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Spinat zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Spinat mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Fazit zur Fütterung von Spinat an Hunde

Spinat enthält viele wertvolle Vitamine und Antioxidantien. Insbesondere Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin E, sowie Folsäure sind in Spinat in starker Konzentration enthalten. Auch Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Calcium sind in guter Menge vorhanden.

Spinat enthält jedoch viel Oxalsäure und häufig auch Nitrate, die beide in hohen Mengen gesundheitlich bedenklich werden können. Der Gehalt an Oxalsäure und Nitraten wird zwar durch ein Garen gemindert, aber nicht ganz verhindert. Deshalb sollte Spinat grundsätzlich gedämpft oder blanchiert gefüttert werden und das Kochwasser, in dem sich die Oxalsäure und Nitrate fangen, sollte weggegossen werden. Für Welpen, Junghunde und Hunde mit Nierenproblemen sollte Spinat besser nicht auf dem Futterplan stehen. 

Deshalb ist Spinat zwar ein geeignetes Gemüse für die Hunde-Fütterung, sofern er gegart wird, doch es gibt andere Obst- und Gemüsearten, die gesünder und noch besser geeignet zur täglichen Fütterung sind.

Gelegentlich etwas gegarter Spinat ist für gesunde und ausgewachsene Hunde eine schöne Abwechslung im Fressnapf und durchaus gesund.

 

Wissenswertes

Popeyes kraftbringender Liebling: Spinat

Wann ist Spinat-Saison?

Spinat hat in Deutschland ab dem Frühsommer Saison. Je nach Wetterlage ist er von Ende März bis Juni frisch erhältlich.

Der Eisen-Mythos von Popeye ist lange widerlegt

Lange wurde immer wieder betont, wieviel Eisen im Spinat enthalten ist. Die Zeichentrick- und Comicfigur Popeye erhielt übermenschliche Kräfte durch den Verzehr vom Spinat. Man nahm an, dass der hohe Eisengehalt im Spinat kräftigt. Doch leider handelte es sich hierbei um einen Fehler, denn der Eisenwert von getrocknetem Spinat pro 100g wurde einfach auf frischen Spinat übertragen und war damit fast zehnmal so hoch wie er in Wirklichkeit ist. Doch auch 2,8-3,8 mg Eisen auf 100g frischem Spinat ist ein recht hoher Anteil.

Frischen Spinat schnell verarbeiten

Frischer Spinat ist auch im Kühlschrank nicht länger als 2 Tage haltbar und welkt dann sehr schnell. Deshalb sollte er immer schnell verarbeitet werden.  

Wo kommt Spinat ursprünglich her?
Spinat gehört zu den sogenannten Gänsefußgewächsen und ist eine einjährige Pflanze. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist er von Südwestasien mit den Arabern nach Europa gekommen. Heutzutage wird er in Europa, Asien und Nordamerika angebaut. Insbesondere Italien und Frankreich beliefern Deutschland mit frischem Spinat.

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