Gesundheit

Darf mein Hund Stachelbeeren fressen?

Die knackigen und leicht säuerlichen kleinen Stachelbeeren (botanischer Name: Ribes uvacrispa) waren lange Zeit etwas altmodisch, doch sehe ich sie immer häufiger wieder auf den Märkten. Sie enthalten wichtige Vitamine, Pektine und Mineralstoffe. Für Früchte sind sie mit ca. 37 kcal/100g kalorienarm und enthalten mit rund 8,5 g/100g nicht viel Zucker. Sind Stachelbeeren auch so gesund für Hunde wie für Menschen?

Ja oder Nein?

Ja, Hunde dürfen Stachelbeeren fressen. Die kleinen knackigen Beeren sind sogar sehr geeignet für die Hundefütterung.  Ihr leicht säuerlicher Geschmack und die etwas pelzige, dicke Hülle können einigen Hunden nicht schmecken, manche naschen sie direkt von den Sträuchern.

Was ist an Stachelbeeren gesund für Hunde, worauf solltet ihr bei der Fütterung achten und wie füttert ihr sie am besten?

 

Vorteile

5 gute Gründe, warum Stachelbeeren gesund für deinen Hund sind 

  1. Schützen die Zellen und stärken Immunsystem und Blut

    In Stachelbeeren stecken gleich drei Vitamine in guter Dosierung, die antioxidativ wirken: Vitamin E (0,6 mg/100g), Vitamin C (35mg/100g) und Beta-Carotin (110µg/100g), das in Vitamin A umgewandelt wird. Diese drei Vitamine können freie Radikale im Körper unschädlich machen. Folsäure (Vitamin B9) ist ebenfalls enthalten und sorgt für Zellwachstum und ist an der Blutbildung beteiligt. Eisen ist in den roten Blutkörperchen enthalten und unterstützt den Sauerstofftransport im Blut.
  2. Natürlich entwässernde Wirkung

    Kalium ist in Stachelbeeren in hoher Konzentration enthalten. Kalium hat eine natürlich entwässernde Funktion und wird für Stoffwechselprozesse in den Zellen benötigt. Kalium hilft, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Kalium kann vom Körper nicht gespeichert werden und muss täglich zugeführt werden. 
  1. Stachelbeeren stärken die Nerven und halten fit

    In Stachelbeeren finden sich B-Vitamine in guter Konzentration. B-Vitamine wie B1, B2 und B5 sind zwar nicht sehr stark vertreten, aber ausreichend vorhanden. Sie stärken die Nerven und unterstützen den Energiestoffwechsel. 
  1. Stachelbeeren unterstützen Knochen und Muskeln

    In Stachelbeeren sind Calcium, Phosphor und Magnesium in guter Menge enthalten, die den Knochenaufbau, die Zähne und die Muskelaktivität unterstützen. 
  1. Gut für die Verdauung

    Stachelbeeren enthalten relativ viele Ballaststoffe, wie das Pektin. Pektin regt die Verdauung an und fördert eine gesunde Darmflora. Ebenso sind die Apfel-, Wein- und Zitronensäure in Stachelbeeren in Maßen auch gut für die Darmflora. Gleichzeitig kann Pektin den Cholesterinspiegel senken.

Nachteile

Stachelbeeren sollten reif sein und Vorsicht bei wilden Stachelbeeren 

  1. Bei empfindlichen Hunden lieber verzichten: Magenprobleme möglich

    Stachelbeeren schmecken nicht nur säuerlich, sie enthalten auch viele Säuren. In Maßen sind diese gesund, doch die Apfel- Wein und Zitronensäure können zu Magenproblemen und Durchfall führen, wenn Hunde zu viele Stachelbeeren fressen oder einen empfindlichen Magen haben. Insbesondere unreife Früchte sind sehr stark säurehaltig und werden häufig nicht gut vertragen.
  2.  Vorsicht bei wilden Stachelbeeren in der Natur

    Ausgewilderte Stachelbeeren gibt es in einigen Regionen in Deutschland zu finden. Hier ist Vorsicht geboten, da sich euer Hund durch Fuchskot oder durch Fuchsfraß an den Beeren mit dem Fuchsbandwurm infizieren sein könnte. Deshalb solltet ihr keine Beeren in Bodennähe verwenden.

Fütterung

Wie könnt ihr Stachelbeeren am besten an euren Hund verfüttern und worauf solltet ihr dabei achten?

  • Verfüttert Stachelbeeren am besten frisch und reif oder tiefgefroren

    Frisch und reif enthalten Stachelbeeren die meisten Vitamine und Mineralstoffe. Das gilt ebenso für eingefrorene Stachelbeeren. Für die Bekömmlichkeit von Stachelbeeren ist es wichtig, reife Früchte zu verfüttern, sonst enthalten sie für manche Hunde zu viel Säure.
  • Roh und püriert verfüttern


    Die Stachelbeeren am besten püriert oder gestampft unter das Futter mischen. Obst sollte stark zerkleinert gefüttert werden, damit der Hund die Inhaltsstoffe gut verwerten kann.
  • Besser Bio-Stachelbeeren verwenden


    Verfüttert am besten Obst aus biologisch-organischem Anbau, da es nicht gespritzt ist und damit keine Schadstoffe enthält. Falls ihr keine Bio-Stachelbeeren verfüttert, solltet ihr sie unbedingt besonders gut vorher abspülen.
  • Wie viele Stachelbeeren darf ich meinem Hund füttern?

    Um eine Daumenregel für die tägliche Obstration deines Hundes zu finden, ziehen wir am besten die BARF-Fütterung heran. Das klingt jetzt etwas kompliziert in der Rechnung, ist aber eigentlich ganz einfach:
    • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20%-25% der Gesamtmenge ausmachen.
    • Das Obst hat jedoch den wesentlich geringeren Anteil als das Gemüse und kommt auf ein Viertel bis ein Drittel des pflanzlichen Anteils. Das entspricht dann nur ca. 5-10% der Tages-Portion.
    • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
    • Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Obst-Portion am Tag von ca. 15-30g erhalten.
  • Gesunde Beschäftigung mit Stachelbeeren und Stachelbeer-Eis


    Ihr könnt pürierte Stachelbeeren auch in dafür vorgesehenes Hundespielzeug füllen und bei Bedarf auch mit etwas Quark oder Joghurt vermischen. Legt ihr das gefüllte Hundespielzeug noch ins Eisfach, ist euer Hund mit dem Herausschlecken eine Weile glücklich beschäftigt.
  • Stachelbeeren zum Start nur testweise und in kleinen Mengen füttern

    Reife Stachelbeeren werden in der Regel gut von Hunden vertragen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Stachelbeeren füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Stachelbeeren die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Stachelbeeren geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

 

Fruchtige Fakten zur Stachelbeere

Stachelbeere: Eine Frucht mit vielen sehr unterschiedlichen Namen

Die Stachelbeere hat je nach Region in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz auch andere Namen. So wird sie auch Druscheln, Droscheln, Heckenbeere, Krausbeere oder Krusebeere genannt. In Österreich wird sie Agrasl oder auch Ogrosl, genannt. Auch Meitschgale oder Mauchale oder Mungatzen. Wenn ein Schweizer von Chrosle oder Chruselbeeri spricht, meint er Stachelbeeren. 

Wann ist Stachelbeer-Saison?

Stachelbeeren gibt es bei uns in Deutschland je nach Sorte und Region von Mai bis August.

Stachelbeeren lagern

Unreife Stachelbeeren lassen sich länger lagern. Reife und weiche Stachelbeeren können dagegen nur einige wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollten schnell aufgebraucht werden.

Wo kommt die Stachelbeere her? Wie? Keine deutsche Frucht?

Stachelbeeren kommen ursprünglich aus Nordafrika, dem Kaukasus und Kleinasien. Es gibt auch heute noch Wildformen neben der Zuchtform. Seit dem 16.Jahrhundert wird sie als Obst angebaut, verwildert aber auch wieder aus den Gärten.

Fazit

Stachelbeeren zählen zu den für Hunde geeigneten Obstsorten. Sie können gelegentlich einen Obst-Anteil der Futter-Rationen übernehmen. Allerdings solltet ihr unbedingt auf reife Stachelbeeren achten, da diese besser bekömmlich sind. Nicht jeder Hund mag Stachelbeeren aufgrund ihrer Säure und ihrer leicht pelzigen Haut.

 

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