Gesundheit
Darf mein Hund Süßkartoffeln fressen?
Die Süßkartoffel (botanischer Name: Ipomoea batatas) ist schon lange kein Geheimtipp mehr und Süßkartoffel-Pommes sind für uns Menschen wirklich unendlich lecker. Tatsächlich schmecken die orangenen Erdknollen süß. Sie haben mit der Kartoffel nur sehr wenig gemeinsam, denn sie enthalten keine Alkaloide und sehr viel mehr gesunde Nährstoffe. Mit ca. 110 kcal/100g haben sie für Gemüse viele Kalorien. Sie enthalten viele Kohlehydrate in Form von Stärke.
Aber sind Süßkartoffeln auch für Hunde genießbar und gesund?
Ja oder Nein?
Ja! Hunde dürfen Süßkartoffeln unter bestimmten Bedingungen fressen. Obgleich Süßkartoffeln viele gesunde Vitamine und Mineralstoffe enthalten, sind sie für die Fütterung von Hunden nur sehr eingeschränkt und in Maßen geeignet.
Welche Vor- und Nachteile haben Süßkartoffeln für Hunde? Wann und vor allem wie viel Süßkartoffel kann ich meinem Hund füttern?
Nachteile
4 Gründe, warum Süßkartoffeln nicht täglich ins Futter gehören
1. Zu viele Süßkartoffeln können das Immunsystem schwächen
Süßkartoffeln enthalten zu fast einem Viertel Kohlenhydrate und rund 5% Zucker. Zu viel Zucker kann das Immunsystem deines Hundes schwächen, da er im Darm die schlechten Bakterien füttert.
Nehmen die schlechten Darmbakterien überhand, so kann dies langfristig Krankheiten wie Krebs, Darmerkrankungen, Verstopfung, Übergewicht, Diabetes und weitere begünstigen. Auch Hefepilze können sich übermäßig vermehren und z.B. zu Hautproblemen führen.
2. Calcium-Phosphor-Verhältnis nicht ideal
Süßkartoffeln enthalten doppelt so viel Phosphor wie Calcium. Dabei sollte optimaler weise 1,3 mal so viel Calcium wie Phosphor gefüttert werden. Dies ist bei geringen Portionen an Süßkartoffeln unproblematisch, bei der Fütterung von hohen Mengen jedoch ungünstig. So z.B. bei Fertigfutter mit einem hohen Anteil an Süßkartoffeln.
3. Vorsicht bei Diabetes
Süßkartoffeln sind mit knapp 5g Zucker pro 100g sehr zuckerhaltig. Sie können die Blutzuckerwerte (Glykämische Last) kurzfristig stark ansteigen lassen und danach stark absinken lassen.
Dies kann bei Hunden mit Diabetes gefährlich werden. Daher solltet ihr zucker- und kohlenhydratreiches Futter bei Hunden mit Diabetes meiden.
4. Süßkartoffeln können Hunde dick machen
Da Süßkartoffeln mit ca. 110kcal pro 100g sehr kalorienreich sind, sollten sie nur in Maßen verfüttert werden. Gerade für übergewichtige Hunde sind sie zum Abnehmen eher ungeeignet.
Vorteile
Vorteile von Süßkartoffeln in Maßen
1. Süßkartoffeln enthalten Ballaststoffe
Mit über 3 g pro 100g enthalten Süßkartoffeln einen guten Anteil an Ballaststoffen, die gut für die Verdauung und für eine gesunde Darmtätigkeit deines Hundes sind.
2. Starke Antioxidantien und gut für die Augen
Süßkartoffeln haben einen enorm hohen Gehalt an Beta-Carotin, das ein starkes Antioxidans ist und für die Entwicklung der Zellen und ihrer Abwehrkraft wichtig ist.
Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin A (Retinol). Aus Beta-Carotin können Hunde Vitamin A bilden, das insbesondere für den Sehvorgang sehr wichtig ist.
Vitamin A ist DAS "Augen-Vitamin", da es das Auge im Sehvorgang unterstützt, so dass aus Lichtenergie über die Nerven Impulse an das Gehirn zum Sehen gegeben werden. Je nach Sorte und Zubereitungsart kommen Süßkartoffeln mit ihrem Gehalt an Beta-Carotin schon fast an den von Karotten heran.
Vitamin B2 ist in Süßkartoffeln auch in guter Menge enthalten und ist für Eiweiße in der Augenlinse wichtig. Auch Vitamin ist E und C sind in Süßkartoffeln stark enthalten und stärken das Immunsystem.
3. Basenreich
Süßkartoffeln sind basenreich und enthalten viel Kalium. Dies reguliert den Wassergehalt der Zellen und den Säure-Basen-Haushalt.
4. Stark in Spurenelementen
Die wichtigen Spurenelemente Zink und Eisen sind in Süßkartoffeln in guter Konzentration enthalten. Zink ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. Eisen fördert die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut zuständig sind.
5. Viele B-Vitamine
Die in den Süßkartoffeln enthaltenen Vitamin B1, B2, B6 und Folsäure (auch Vitamin B9 oder B11 genannt) sind für Funktionen im Nerven- und Immunsystem verantwortlich.
Folsäure ist an der Blutbildung und an der Zellteilung beteiligt. Gleichzeitig unterstützt Vitamin B1 den Energiestoffwechsel und ist für Vitalität wichtig.
Fütterung
So füttert ihr Süßkartoffeln richtig an euren Hund
Sollten Süßkartoffeln an den Hund roh oder gekocht verfüttert werden?
Gemüse sollte stark zerkleinert oder schonend gegart an euren Hund verfüttert werden, damit euer Hund die gesunden Inhaltsstoffe auch gut aufspalten und verwerten kann.
Einige Süßkartoffelarten können Blausäure enthalten, die mit dem Garen unschädlich gemacht wird. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltet ihr Süßkartoffeln also besser garen.
Es ist eine vitaminschonende Garmethode wie Dämpfen oder ein Kochen bei nicht zu hohen Temperaturen sinnvoll. Gegart werden Süßkartoffeln von empfindlichen Hunden in jedem Fall besser vertragen.
Sollten Süßkartoffeln für Hunde geschält werden?
Verfüttert Süßkartoffeln am besten aus biologisch-organischem Anbau, da diese nicht gespritzt und gedüngt sind und damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen enthalten. Die Vitamine und Nährstoffe sitzen in und direkt unter der Schale. Bio-Süßkartoffeln könnt ihr einfach nur abwaschen und müsst sie für die Fütterung gar nicht schälen.
Falls ihr keine Süßkartoffeln in Bioqualität verfüttern könnt, solltet ihr sie unbedingt erst gut abspülen und vor der weiteren Verarbeitung schälen.
Darf ich Leckerlis aus Süßkartoffeln füttern?
Es gibt viele Rezepte für Leckerlis, die primär aus Süßkartoffeln bestehen. Oder auch fertige Leckerlis, deren Hauptzutat Süßkartoffeln sind. Meine Empfehlung: wenn sie aus Bio-Zutaten bestehen und nur in sehr geringen Mengen verfüttert werden ist es ok, die Reste zu verfüttern. Ich würde aber Leckerlis aus gesünderen Zutaten zukünftig verfüttern.
Wie viele Süßkartoffeln darf ich meinem Hund füttern?
Um euch jedoch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, ziehe ich durchschnittliche BARF-Berechnungen heran:
- Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
- Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen. Dieser kann je nach Alter und Auslastung auch steigen.
- Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus, der Rest ist Obst. Das entspricht dann ca. 13% der Tages-Portion.
- Beispiel: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g Gemüse erhalten. Süßkartoffeln können hiervon gelegentlich ein Teil sein.
- Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Süßkartoffeln von Zeit zu Zeit.
Wichtiger Hinweis: BARF-Portionen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand, Allergien etc. berechnet werden. Es soll dir nur eine Vorstellung davon geben, wie viel Gemüse dein Hund täglich benötigt.
Achtung bei Fertigfutter mit hohem Süßkartoffel-Anteil
Es gibt erstaunlich viele fertige Hundefuttersorten, die einen hohen Anteil an Süßkartoffeln von bis zu 50% haben. Dies kann zu einseitig sein und es können auf Dauer Nährstoffe fehlen. Hier ist die Frage, ob diese dann als künstliche Zusatzstoffe hinzugefügt werden. In Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Futter mit zu geringem Fleischanteil und Herzerkrankungen hergestellt.
Ernährungsbedingte Herzerkrankungen bei Hunden durch Taurinmangel?
Eine Studie der UC Davis School of Veterinary Medicine erforscht einen Zusammenhang zwischen Ernährung und der Herzerkrankung DCM (DCM – Dilatative Cardiomyopathie) bei Hunden. Eine Vermutung ist, dass Taurinmangel die Ursache für das nicht genetische bedingte Auftreten von DCM sein kann.
Taurin kann von Hunden aus der Nahrung im Körper hergestellt werden. Taurin wird primär durch tierische Lebensmittel z.B. rohe Hühnerherzen aber auch durch einige wenige Pflanzen im Hundekörper produziert. Die Nährstoffe müssen im Futter aber so vorhanden sein, dass der Hund sie auch verwerten kann. Nur wenigen Fertigfutterarten für Hunde wird Taurin zugesetzt, aber viele haben einen hohen Pflanzenanteil. Bei einem hohen Süßkartoffel-Anteil oder besser gesagt zu geringem gut verwertbaren Fleischanteil kann dem Hund auf Dauer zu wenig Taurin zugeführt werden.
Zu Beginn nur kleine Mengen testen
Süßkartoffeln werden in der Regel von Hunden vertragen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Süßkartoffeln füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Süßkartoffeln die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann.
Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Süßkartoffeln geben und einen Tierarzt kontaktieren.
Wissenswertes rund um die Süßkartoffeln: wie wird sie am besten aufbewahrt, wo kommt sie her?
Das wertvolle Beta-Karotin ist licht- und luftempfindlich
Damit ihr das wertvolle Beta-Karotin in den Süßkartoffeln nach dem Ernten (oder eben nach dem Einkauf) gut erhaltet, gibt es etwas zu beachten. Beta-Karotin ist empfindlich gegenüber Licht und Luft. Daher am besten im dunklen Kühlschrank oder Schrank aufbewahren und erst direkt vor der Fütterung verarbeiten.
Süßkartoffeln dunkel, kühl, trocken und luftig aufbewahren
Süßkartoffeln sollten luftig aufbewahrt werden, z.B. in einem Beutel aus Jute oder Leinen oder in einer Holzkiste oder einem Weidenkorb. Ähnlich wie Kartoffeln lieben Süßkartoffeln zwar ein kühles Plätzchen, da sie bei über 10 Grad zu keimen beginnen, aber der Kühlschrank ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit eigentlich nicht ganz optimal. Bei 4-8 Grad ist die Temperatur der Lagerung perfekt. Die süßen Knollen lieben es trocken. Bei zu hoher Feuchtigkeit (wie im Kühlschrank) beginnen sie schnell zu schimmeln. Ein kühler Kellerplatz ist also ideal, alternativ tut es auch der Kühlschrank, aber da solltet ihr dann nur geringe Mengen lagern.
Süßkartoffeln sind kein lokales Produkt – wo werden sie angebaut?
Süßkartoffeln werden nur im Süden Europas, z.B. in Spanien, Portugal oder Italien angebaut, da sie Wärme benötigen. 2019 war China der mit viel Abstand größte Produzent von Süßkartoffeln. Danach folgten afrikanische Länder wie Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda.
Fazit
Süßkartoffeln nur in Maßen für Hunde geeignet
Süßkartoffeln zählen zu den weniger geeigneten Gemüsesorten für Hunde. Es gibt einfach bessere Gemüsesorten für den täglichen Futterplan als Süßkartoffeln, die neben Vorteilen auch keine Nachteile für Hunde mit sich bringen.
Süßkartoffeln sind zwar nicht giftig, aber sie sollten – wenn überhaupt – nur gelegentlich und in sehr kleinen Mengen an eure Hunde verfüttert werden, da sie viele Kohlenhydrate und Zucker enthalten.
Außerdem haben die meisten Süßkartoffeln lange Transportwege zu uns und sind oft nicht günstig.
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