Gesundheit

Weintrauben sind giftig für Hunde

Sowohl Weintrauben als auch Rosinen, also getrocknete Weintrauben, sind für Hunde stark giftig. Sie können bei Hunden ein akutes Nierenversagen (akute Niereninsuffizienz) auslösen, das tödlich enden kann. Wie viele Weintrauben oder Rosinen sind bereits giftig für meinen Hund? Welche Symptome zeigt der Hund bei einer Vergiftung mit Weintrauben und was tue ich dann?

Sultaninen (Sultana-Traube) und Korinthen (Korinthiaki-Traube) gehören ebenfalls zu den Rosinen und stammen lediglich von unterschiedlichen Rebsorten ab. Auch sie sind für Hunde stark giftig. Rosinen enthalten den für Hunde toxischen Stoff pro Gramm in höherer Konzentration.

Was für ein Gift enthalten Weintrauben oder  Rosinen für Hunde?

Welcher Stoff in den Weintrauben und Rosinen für Hunde toxisch (giftig) ist, ist wissenschaftlich bisher nicht final geklärt.

In jedem Fall enthalten Weintrauben Oxalsäure und Oxalat (Dicarbonsäuren), die sowohl die Maulschleimhäute reizen als auch Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall bei Hunden auslösen können.

Es ist jedoch bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht, warum der Verzehr von größeren Mengen Weintrauben oder Rosinen bei Hunden zu einem akuten Nierenversagen führen kann. Hierbei handelt es sich um ein unbekanntes Gift, dessen Wirkung auf den Körper zwar erforscht ist, aber zu dessen genauem Mechanismus es bisher nur Theorien gibt. Während manche Hunde kaum auf die Einnahme von Weintrauben reagieren, kann es bei anderen tödliche Folgen haben.

Es wurde in Versuchen festgestellt, dass bei den meisten Hunden eine sogenannte Hyperkalzämie im Blutserum nach Aufnahme von Weintrauben stattfindet. Der Kalzium-Spiegel steigt hierbei stark im Blut an und dies kann zu einem Nierenversagen führen.

Eine weitere Theorie vermutet einen anaphylaktischen Schock aufgrund des Anstiegs von Harnstoff und Kreatinin im Blutserum, der ebenfalls nach der Einnahme von Weintrauben bei Hunden beobachtet wurde.

Einige Tierärzte vermuten auch, dass die Vergiftungserscheinungen bei Weintrauben und Rosinen bei Hunden auf Spritzmittel, deren Rückstände in den Weintrauben zu finden sind, zurück zu führen sein kann. Aber auch diese Theorie ist nicht belegt.

Die Dosis macht das Gift: Ab welcher Menge vergiftet sich mein Hund mit Weintrauben oder Rosinen?

Da der giftige Stoff in den Weintrauben und Rosinen nicht bekannt ist und Hunde sehr unterschiedlich auf die Einnahme von den Trauben reagieren, kann bisher keine konkrete tödliche Dosis festgelegt werden.

Sicher ist aber, dass bereits kleine Mengen bei einigen Hunden zu Vergiftungserscheinungen führen können. Denn Hunde reagieren unterschiedlich empfindlich auf das Gift. Gesichert ist auch, dass bei kleinen Hunden eine geringere Dosis zu Vergiftungserscheinungen führt als bei großen Hunden. Logisch: Die Dosis ist immer im Verhältnis zum Körpergewicht des Hundes zu sehen.

Nach bisherigen Erkenntnissen wird aber angenommen, dass bereits 10-30 Gramm Weintrauben pro Kg Körpergewicht des Hundes ausreichen können, den Hund zu töten.

Rosinen, Korinthen und Sultaninen: Gift konzentrierter

Rosinen und auch Sultaninen und Korinthen verfügen über eine höhere Konzentration des Giftes pro Gramm. Wenn wir davon ausgehen, dass 25 Gramm Rosinen aus ca. 100 Gramm Weintrauben erstellt werden, so ist bereits ein Viertel der Dosis von Weintrauben an Rosinen für den Hund tödlich.

Welche Symptome können beim Hund bei einer Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen auftreten?

Die folgenden Symptome können bei einer Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen, Sultaninen oder Korinthen beim Hund auftreten:

  • Verstärkter Speichelfluss und Brennen im Maul
  • Starke Magen-Darm-Probleme: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall
  • Lethargie
  • Nieren-Probleme: verminderte Urinausscheidung bis zum Versagen der Urinausscheidung
  • Der Tod kann durch Nierenversagen erfolgen.

Therapie

Wie kann eine Therapie bei einer Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen aussehen? 

Bei einer akuten Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen solltest du sofort zum Tierarzt fahren und ihn am besten vorher anrufen. Damit stellst du auf der einen Seite sicher, dass der Tierarzt auch geöffnet hat und sich auf den Fall vorbereiten kann. Evtl. kann er dir bereits telefonisch Ratschläge geben. Bei einer Vergiftung kommt es auf jede Minute an, damit das Gift nicht vom Magen in das Blut gelangt und evtl. irreparable Schäden hinterlässt.

Es gibt leider kein Gegengift bei Weintrauben und Rosinen. Dein Tierarzt wird versuchen, das Gift der Weintrauben aus dem Körper des Hundes zu leiten. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden, die aber nur in den ersten 2 Stunden nach Aufnahme der Trauben noch erfolgreich sind. So kann z.B. durch die Gabe von Aktivkohle, das Gift im Magen-Darmtrakt gebunden werden und mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Dies sollte möglichst innerhalb von 2 Std. nach der Giftaufnahme erfolgen, damit das Gift nicht in den Blutkreislauf gelangt.


Mit Kohle das Gift im Körper binden und ausscheiden lassen

Du kannst am besten in Abstimmung mit deinem Tierarzt dem Hund so schnell wie möglich nach Aufnahme des Giftes Kohletabletten oder besser noch, Aktivkohle in Wasser aufgelöst direkt geben, damit das Gift im Magendarm-Trakt gebunden wird und nicht ins Blut übergeht.

Aktivkohle-Gabe Dosierung und Erstellung
               

  • Aktivkohle: 1-4g/kg Hund
  • Wasser: 5ml Wasser pro g Aktivkohle 

Mithilfe von unterschiedlichen Medikamenten kann dein Tierarzt Erbrechen beim Hund auslösen, um das Gift aus dem Körper zu leiten. Bei  starken Vergiftungserscheinungen wird der Tierarzt mithilfe einer Infusionstherapie, bei starken Nierenschäden ggf. mit einer Blutwäsche und Medikamenten versuchen, die Symptome der Nieren unter Kontrolle zu bekommen. Dies kann bis zu 72 Stunden benötigen.

Die ersten Symptome nach einer Vergiftung mit Weintrauben können jedoch innerhalb der ersten  Stunden nach Aufnahme des Giftes auftreten. Bei einer starken Vergiftung kann der Tod nach 2-3 Tagen eintreten.

Prognose

Wie ist die Prognose bei einer Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen beim Hund?

Bei einer Vergiftung mit Weintrauben oder Rosinen reagieren Hunde sehr unterschiedlich auf das Gift. Auch ist die Prognose nicht nur von der individuellen Reaktion des Hundes, sondern auch von der Dosis, der Größe und dem Allgemeinzustand des Hundes abhängig.

Die Prognose ist bei einer starken Vergiftung mit Weintrauben bei der die Nieren angegriffen werden, häufig leider schlecht oder sogar sehr schlecht. Wichtig ist eine sofortige Behandlung. In den ersten zwei Stunden nach Aufnahme der Weintrauben oder Rosinen stehen die Chancen wesentlich besser.

Prävention ist die beste Medizin: Verwahrt Weintrauben und Rosinen stets für den Hund unzugänglich auf

Es gibt unterschiedliche Wege für Hunde an Weintrauben oder Rosinen zu kommen. Da Rosinen, Sultaninen und Korinthen süß schmecken, haben sie eine Anziehung auf manche Hunde.

So sind getrocknete Weintrauben in vielen Süßigkeiten wie Kuchen und Keksen vorhanden:

  • Müsli
  • Kuchen
  • Kekse
  • Stollen zur Weihnachtszeit
  • Brötchen
  • Studentenfutter
  • Riegel

Besondere Vorsicht ist natürlich auch bei Spaziergängen in der Nähe von Weinbergen geboten! Nicht nur, dass der Hund hier die Weintrauben fressen könnte, auch werden die Weinberge mit Rückständen aus dem Pressen der Trauben (Trester) gedüngt.

Daher: klärt alle Familienmitglieder und Menschen, die auf euren Hund aufpassen, dass Weintrauben und Rosinen für den Hund sehr giftig sein können. Bittet alle, diese nicht im Haus, im Auto, im Garten offen liegen zu lassen! Gerade zu Weihnachten gibt es viele Süßigkeiten mit getrockneten Weintrauben. Hier passieren leider die häufigsten Vergiftungen mit z.B. Rosinen aber natürlich auch mit Schokolade.  

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