Gesundheit
Dürfen Hunde Brokkoli fressen?
Der grüne Brokkoli (botanischer Name: Brassica oleracea italica) ist mit dem noch bekannteren Blumenkohl eng verwandt. Wie fast alle Kohlsorten ist er mit ca. 34 kcal/100g arm an Kalorien, aber sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Er ist geradezu eine kleine Abwehrbombe gegen Zellstress. Aber ist Brokkoli für Hunde so gesund wie für uns Menschen?
Ja oder Nein?
Dürfen Hunde Brokkoli fressen?
Ja, Hunde dürfen Brokkoli gegart essen. Brokkoli ist ein sehr geeignetes Futtergemüse für Hunde und kann täglich verfüttert werden. Brokkoli enthält sehr viele Vitamine und Mineralstoffe, die insbesondere die Zellen und das Immunsystem deines Hundes stärken.
Was sind die Vor- und Nachteile bei der Fütterung von Brokkoli für Hunde und wie sollte er am besten gefüttert werden?
Vorteile
6 sehr starke Gründe für Brokkoli
1. Stärkt Zellen und Immunsystem gegen Krebs
Brokkoli enthält Sulforaphan (auch Senföl genannt) in hohen Mengen. Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Isothiocyanate, dem eine antikanzerogene Wirkung zugesprochen wird.
Insbesondere bei Krebsarten wie Pankreaskrebs oder Prostatakrebs kann Sulforaphan sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch eingesetzt werden. Auch Zink ist als starkes Antioxidans und unterstützt das Immunsystem. Folsäure ist mit 40 µg auf 100g Brokkoli sehr gut enthalten und unterstützt das Zellwachstum und die Blutbildung.
Brokkoli ist reich an Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A, das ein sehr starkes Antioxidans ist und sowohl Krebserkrankungen als auch Herz- Kreislauferkrankungen verringern kann. Nebenbei ist es das Vitamin, das für gesunde Augen gut ist. Zusätzlich unterstützt Vitamin C die antioxidative Wirkung und stärkt das Immunsystem. Hunde können Vitamin C im Gegensatz zu Menschen jedoch selbst im Körper produzieren und benötigen daher nur selten Zugaben.
2. Gut für den "Lebenssaft" Blut
Mit rund 0,8mg Eisen pro 100g ist Brokkoli reich an dem für die roten Blutkörperchen wichtigen Spurenelement. Die roten Blutkörperchen transportieren den wichtigen Sauerstoff im Körper. Auch Vitamin K1 ist in Brokkoli enthalten und unterstützt die Blutgerinnung.
3. B-Vitamine für Vitalität und gesunde Nerven
Brokkoli enthält viel B-Vitamine, insbesondere B1, B2, B6 und B9 bzw. B11, die Folsäure. Diese unterstützen die gesunde Nervenfunktion und sorgen für Vitalität.
4. Gut für entspannte Muskeln, Herz und Nerven
In Brokkoli ist viel Kalium enthalten, das den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Herz und Nerven grundlegend ist. Ebenso für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Körper. Magnesium für entspannte Muskeln und beruhigte Nerven ist ebenfalls in guter Menge enthalten.
5. Stärkt Knochen und Zähne
Brokkoli ist reich an Calcium und Phosphat in gleichen Anteilen. Ein Zuviel von Calcium kann die Aufnahme von Phosphor behindern, ein Zuviel an Phosphor wiederum die Aufnahme von Calcium. Beide sind für den Knochenaufbau und die Zähne wichtig. Vitamin K1, das ebenfalls ausreichend in Brokkoli enthalten ist, trägt zur Stärkung der Knochen bei.
6. Für eine schlanke Linie und eine gesunde Verdauung
Als wären die ersten fünf Punkte nicht genug, ist Brokkoli obendrein noch arm an Kalorien und reich an Ballaststoffen. Ballaststoffe regulieren die Verdauung und sind gut für die Darmfunktion.
Nachteile
3 Nachteile, auf die ihr bei Brokkoli achten solltet
1. Tabu für Hunde, die zu Blasensteinen neigen
Brokkoli hat einen etwas erhöhten Gehalt an Oxalsäure und Purinen. Oxalsäure und auch Purine können die Bildung von Blasensteinen begünstigen.
Bei Hunden oder auch Hunderassen, die zu Blasensteinen neigen, wie z.B. Dalmatiner, sollte auf Brokkoli in der Ernährung besser verzichtet werden. Bei allen anderen Hunden solltet ihr auf eine moderate Fütterung achten.
2. Blähungen und Unverträglichkeiten
Fast alle Kohlarten neigen dazu, dass vermehrt Gase im Darm gebildet werden. Dies kann zum Aufblähen das Bauches führen, zu Bauchschmerzen und auch Übelkeit. Mit dem Garen des Kohls wird die Bildung der Gase aber schon sehr gut vermindert.
3. Brokkoli-Strünke können stecken bleiben
Die harten Strünke des Brokkolis solltet ihr niemals unzerkleinert und roh verfüttern. Sie können mit Pech zu ernsthaften Blockaden oder zu Atemnot führen, wenn sie im Rachen oder im Magen-Darmtrakt stecken bleiben.
Fütterung
So füttert ihr Brokkoli am besten an euren Hund
Brokkoli am besten schonend garen
Manche füttern Brokkoli zwar roh an ihre Hunde, aber schonend gegart und danach püriert oder gestampft ist er wesentlich besser bekömmlich und führt kaum zu Blähungen. Mit dem Kochen sinkt auch der Anteil der Oxalsäure in Brokkoli, die in zu großen Mengen Blasensteine begünstigen kann. Auch roh müsste er zuvor zerkleinert werden, damit dein Hund sich nicht an den harten Strünken verschluckt.
Brokkolimit etwas Fett füttern
Brokkoli enthält z.B. Vitamin K1, ein fettlösliches Vitamin, das der Körper nur mit Fett aufnehmen kann. Deshalb ist es wichtig, immer im Futter etwas Öl oder andere Fette mit zu geben.
Brokkoli-Strünke zerkleiner
Ja, ihr könnt auch die Strünke mit verfüttern. Am besten zuvor garen und dann stampfen oder pürieren.
Brokkoli nicht würzen oder buttern
Ihr solltet keine Gewürze, Salz oder Butter an den Brokkoli geben. Pur ist er am gesündesten für deinen Hund.
Brokkoli-Sprossen eignen sich gut für die Fütterung von Hunden
Ich habe es zwar noch nicht ausprobiert, aber eine Freundin schwört auf Sprossen. Auch aus Brokkoli-Samen könnt ihr gesunde Sprossen ziehen und roh an eure Hunde verfüttern. Achtet aber darauf, dass die Samen für die Fütterung als Sprossen geeignet sind.
Am besten aus biologisch-organischem Anbau
Bio-Brokkoli ist besser, da er nicht gespritzt und künstlich gedüngt ist und damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen enthält. Falls ihr keinen Bio-Brokkoli verfüttern könnt, solltet ihr den Brokkoli unbedingt erst gut abspülen und die Strünke am besten schälen.
So viel Brokkoli für den Hund
Um euch jedoch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen:
- Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
- Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen. Dieser kann je nach Alter und Auslastung auch steigen.
- Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus, der Rest ist Obst. Das entspricht dann ca. 13% der Tages-Portion.
- Beispiel: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g Gemüse erhalten. Gegarter Brokkoli kann hiervon sehr gut täglich ein Teil sein. Doch solltet ihr für Abwechslung sorgen und auch mindestens zwei weitere Gemüsesorten einplanen.
- Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Brokkoli täglich bei einem Hund von 10kg Gewicht.
Wichtiger Hinweis: die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeit berechnet werden. Diese grobe Berechnung der Brokkoli-Ration soll euch ein Gefühl dafür geben, wie hoch der Gemüse-Anteil bei einer durchschnittlichen BARF-Ration für euren Hund wäre.
Brokkoli als neues Gemüse immer langsam und in kleinen Mengen zum Start füttern
Gegarter und pürierter oder gestampfter Brokkoli wird von vielen Hunden gut vertragen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Brokkoli füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Brokkoli die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Brokkoli zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Brokkoli mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.
Wissenswertes rund um Brokkoli
Wann ist Brokkoli-Saison und was hat er mit den Medici aus Florenz zu tun?
Wann hat Brokkoli Saison?
Brokkoli ist bei uns das ganze Jahr über erhältlich. In Deutschland wird er aber nur von ca. Juni bis November geerntet. Dann ist er lokal gut erhältlich und hat eine gute Klimabilanz. Von Herbst bis in Frühjahr wird Brokkoli dagegen in Italien und Spanien geerntet und von hier häufig nach Deutschland importiert.
Wo kommt Brokkoli ursprünglich her?
Brokkoli stammt ursprünglich aus Anatolien und wurde in Europa zuerst in Italien bekannt. Von hier eroberte er Frankreich, England, die USA und schließlich Deutschland.
Was hat der Brokkoli mit den berühmten Medicis zu tun? Wo kommt der Name Brokkoli her?
Der Name Brokkoli ist aus dem Italienischen "broccoli" übernommen, was einfach Kohlsprossen bedeutet. Caterina de Medici, die aus der einflussreichen florentinischen Medici-Familie stammte und durch ihre Heirat mit Heinrich II. 1547 Königin von Frankreich wurde, brachte die italienische Küche – und mit ihr den Brokkoli – an den französischen Hof. Von Frankreich kam das grüne Gemüse, das auch "italienischer Spargel" genannt wurde, nach Deutschland.
Lässt sich nur kurz im Kühlschrank lagern
Leider ist Brokkoli nach der Ernte nicht lange langerfähig. Nach dem Einkauf sollte er innerhalb von 1-2 Tagen am besten gegessen werden, da er sonst viele Vitamine und Nährstoffe verliert und zu welken beginnt.
Fazit zur Fütterung von Brokkoli an Hunde
Brokkoli ist gegart gesund
Hunde sollten Brokkoli in für sie passenden Mengen gegart und zerkleinert fressen. Dann ist Brokkoli ein sehr gesundes Gemüse für Hunde.
Einzige Ausnahme: Dein Hund neigt zu Blasensteinen. Dann solltest Du auf Brokkoli bei der Fütterung besser verzichten.
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