Gesundheit

Mein Hund frisst Gras - fehlt ihm etwas?

Sicherlich habt ihr das schon einmal bei dem einen oder anderen Hund beobachtet: Sie grasen wie die Kühe. Bei Katzen gibt es dafür eine natürliche Erklärung: sie möchten Haarballen hochwürgen und das Gras hilft ihnen dabei. Doch warum tun Hunde dies? Ist dies ein Zeichen für eine Mangelernährung? Ist dem Hund schlecht oder ist das ein ganz normales Verhalten?

Hunde mit Verdauungsproblemen fressen oft auch in der Nacht Gras

Wölfe fressen gelegentlich Gras

Auch die Vorfahren unserer Hunde, die Wölfe fressen hin und wieder gern mal Grashalme und das ist ein ganz normales Verhalten. Wölfe ernähren sich zu ca. 20% von pflanzlicher Nahrung, die zum größten Teil aus dem Magen ihrer Beutetiere stammt. Doch manchmal muss es auch Gras sein. Wolfswelpen schauen sich das bereits bei ihren Eltern ab und mimen sie manchmal aus Langeweile nach oder freuen sich über das erste Grün im Frühling.

Gras zu fressen ist natürlich, aber…

Gelegentlich etwas Gras zu fressen ist also vollkommen natürlich für Wölfe und auch für unsere Hunde. Denn Gras ist aufgrund seiner vielen Ballaststoffe sehr förderlich für die Verdauung.

Doch es kommt auf die Menge an und nicht jedes Gras ist frei von gefährlichen Zusatzstoffen. Gräser können Schadstoffe wie Schwermetalle von Autoabgasen enthalten oder aber an Feldrändern mit Pestiziden und künstlichen Düngemitteln verseucht sein.  

Einige Grassorten sind sehr scharfkantig oder auch sehr hart und lang. Hunde können sich an den Halmen schneiden oder die langen Gräser kommen nur schwer aus dem After wieder heraus und bleiben hängen.

Außerdem können Gräser in der freien Natur Larven von Parasiten enthalten, wie beispielsweise Würmer oder Lungenwürmer.

Warum frisst der Hund Gras?

Die häufigsten Ursachen für das Fressen von Gras sind bei Hunden: 

  • Verdauungsprobleme

    Das Fressen von Gras ist fast immer ein Anzeichen für Verdauungsprobleme deines Hundes. Frisst euer Hund Gras, dann fehlen ihm meistens Ballaststoffe. Der Hund versucht, mit dem Gras oder auch mit der Aufnahme von Graswurzeln seinen Bedarf an Ballaststoffen zu decken.

  • Verhaltensprobleme

    Das Fressen von Gras kann in seltenen Fällen auch auf Stress, Langeweile oder ein anderes Verhaltensproblem zurückzuführen sein. Bei Stress entsteht mehr Magensäure und der Hund versucht, diese mit dem Fressen von Erde und Graswurzeln abzupfuffern oder er will sich einfach nur ablenken.

  • Erbrechen auslösen

    Sehr wenige Hunde fressen Gras um zu Erbrechen, sei es, weil ihnen etwas schwer im Magen liegt oder weil ihnen übel ist. 

Hunde fressen auf sehr unterschiedliche Art und Weise Gras:  

  • Hektisches und gieriges Grasfressen ("ich muss das jetzt haben")
  • Ruhiges und eher genüssliches Grasfressen
  • Gras und Erde fressen ("ich buddel mal nach Erde und Wurzeln")
  • Gras fressen und erbrechen
  • Gras fressen und kein Futter mehr annehmen
  • Spielerisches Fressen von Gras (mein Hund jagt beispielsweise jedem Grashalm hinterher, den ich gepflückt habe)

 

Ballaststoffe sind gesund für den Darm

Da Hunde in den häufigsten Fällen Gras fressen, wenn sie Verdauungsprobleme haben, solltet ihr das Futter eures Hundes genauer unter die Lupe nehmen. Oft mangelt es an Ballaststoffen.

Ballaststoffe sind verdauungsfördernd, da sie die Darmbewegungen (Darmperistaltik) anregen und als Füllstoffe den Druck im Magen- und Darmtrakt erhöhen. Sie führen damit zu einer regelmäßigen Verdauung, die wiederum das Risiko einer Darmkrebserkrankung vermindern kann, da der Kot nicht lange im Dickdarm verweilt und die Schadstoffe die Zellen nicht angreifen. 

Dem Hund geben was ihm fehlt

Etwa 20% der artgerechten Futterration sollte aus Gemüse (zwei Drittel) und Obst (ein Drittel) bestehen. Da Hunde keine Zellulose spalten können, sollten Pflanzen immer püriert oder leicht gedünstet gegeben werden. Manche Gemüsesorten sollten sogar erhitzt werden, da sie im rohen Zustand Oxalsäure und Nitrate enthalten, die zu Nährstoffkillern im Körper werden können. 

Im Fertigfutter sind Ballaststoffe meist mit Rohfasern oder Faserstoffen prozentual angegeben. Hier hat jeder Hund ein individuelles Bedürfnis, aber es lässt sich grob sagen, dass im Trockenfutter 2-4% und im Nassfutter 0,5-1% enthalten sein sollten.

So könnt ihr eurem Hund mit natürlichen Ballaststoffen helfen

Ihr könnt eurem Hund natürliche Ballaststoffe zusätzlich in das Futter geben. Am besten beginnt ihr mit einer kleinen Menge, die ihr langsam steigert, damit der Darm nicht plötzlich überlastet wird.

Die folgenden für den Hund verträglichen Gemüse- und Obstsorten, Samen und natürliche Nahrungszusätze enthalten besonders viele natürliche Ballaststoffe für euren Hund: 

  • Flohsamenschalen (80g/100g)
  • Leinsamen (38,6g/100g), geschrotet und ungeschält
  • Kokosraspeln (24g/100g)
  • Topinambur (über 12g/100g)
  • Schwarze Johannisbeeren(9mg/100g)
  • Rote Johannisbeeren (8,2mg/100g)
  • Blaubeeren (4,9g/100g)
  • Himbeeren (4,8g/100g)
  • Petersilienwurzel (4,3g/100g)
  • Grünkohl (4,2/100g)

Obst und Gemüse solltet ihr am besten immer püriert oder geraspelt ins Futter geben, damit der Hund es auch verwerten kann.

Produktempfehlung

Produkte mit Ballaststoffen, die wir empfehlen können

Alternativ könnt ihr auch ein natürliches und ballaststoffreiches Nahrungsergänzungsmittel zu dem Futter eures Hundes geben. Hier eignet sich beispielsweise von Per Naturam das Produkt Bauerngarten mit einem Rohfasergehalt von 9,5%. Er besteht aus getrocknetem Gemüse und Obst (Selleriewurzel, Pastinake, Petersilie, Zucchini, Apfel) mit weiteren Mineralien und Spurenelementen. 

Leidiges Problem: Grashalme schauen aus dem After heraus

Vorsicht: wenn Hunde viel Gras fressen, so kommen die Gräser in voller Länge wieder hinten raus und das kann manchmal hängen bleiben. Dein Hund versucht dann die Gräser auszukoten, was misslingt. Doch ihr solltet nicht an den Gräsern, die aus dem After schauen beginnen zu ziehen, da sie scharfkantig oder auch sehr lang sein können und ihr damit dann die Schleimhaut im Dickdarm und den Anus stark verletzen. Wenn überhaupt nur vorsichtig ziehen oder vom Tierarzt entfernen lassen.

Wann zum Tierarzt bei Grasfressen?

Wenn euer Hund im Frühjahr gelegentlich mal Gras frisst, so ist das kein Grund zur Sorge. Ihr solltet das beobachten, und am besten untersagen. Sollte euer Hund jedoch über einen längeren Zeitraum gierig Gras fressen und das Futter ausreichend Ballaststoffe enthalten, ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen. 

Ihr solltet einen Tierarzt in jedem Fall aufsuchen, wenn:

  • euer Hund regelmäßig größere Mengen an Gras oder Gras mit Erde frisst
  • euer Hund mehrmals oder regelmäßig nach dem Fressen von Gras erbricht
  • eurer Hund nach dem Fressen von Gras erbricht und das Erbrochene Blut enthält
  • euer Hund offensichtlich Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung hat
  • eurem Hund Grashalme aus dem After schauen, die ihr durch leichtes Ziehen nicht entfernen könnt
  • euer Hund sich länger als 1 Tag offensichtlich unwohl fühlt und Bauchschmerzen und/oder Übelkeit hat.

Fazit zum Fressen von Gras bei Hunden

Wenn euer Hund gelegentlich etwas Gras frisst, so ist das meist ein ganz natürliches Bedürfnis. Allerdings kann Gras Schadstoffe oder Larven von Parasiten enthalten wie Würmern oder Lungenwürmern, die ihr am besten vermeiden solltet. In den häufigsten Fällen fehlen dem Hund Ballaststoffe, die ihr über das Futter in Form von Gemüse, Obst, Samen oder Zusätzen ergänzen könnt.

Sollte euer Hund häufig große Mengen an Gras fressen, sich unwohl fühlen, nichts fressen, nach dem Fressen von Gras erbrechen oder gar Blut im Erbrochenen sein, so ist das ein Fall für den Tierarzt. 

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