Aujeszkysche Krankheit
Der Erreger der Aujeszkyschen Krankheit ist ein für Hunde tödliches Virus, das primär von Wildschweinen in Deutschland übertragen wird.
Leider wird das Virus in Deutschland immer häufiger festgestellt. Eine Impfung gibt es für Hunde nicht, aber ihr könnt einiges tun, um eure Hunde zu schützen. Für Menschen stellt das Virus keine Gefahr dar.
Inhaltsübersicht
Was ist die Aujeszkysche Krankheit?
Die Aujeszkyische Krankheit ist eine weltweit vorkommende, hochansteckende Virus-Erkrankung, die viele Säugetiere betreffen kann und für diese fast immer innerhalb weniger Tage tödlich verläuft. AK wird durch Aujeszky-Viren, die zu den Herpes-Viren zählen, übertragen und ausgelöst. Es handelt sich bei der Aujeszkyschen Krankheit um eine in Deutschland anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Aujeszkysche Krankheit hat viele Namen. Offiziell wird sie auch als Morbus Aujeszky oder Suides Herpesvirus 1 bezeichnet. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit der Tollwut wird sie auch „Pseudowut“ oder auf Englisch „Pseudorabies-Virus“ (PRV) genannt. Da sie einen hohen Juckreiz der Haut mit Läsionen hervorruft, wird sie im Volksmund auch „Juckpest“ oder „Tollkrätze“ genannt. Viele kennen die Erkrankung unter dem Namen Aujeszky-Virus und oft wird der Name falsch geschrieben (Aujetzky-Virus, Aujetzki-Virus).
Der Erreger ist ein Alpha-Herpesvirus, das offiziell als Suid Herpesvirus 1 (SHV1) bezeichnet wird. Eine Infektion besteht lebenslang. Die Erkrankung hat ihren Namen von dem ungarischen Tierarzt Aladar Aujeszky, der das Virus entdeckte.
Wie wird das Virus übertragen?
Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt zu erkrankten Tieren. Es kann insbesondere über die Schleimhäute (Nasen-, Augen- und Geschlechtsteilsekrete) übertragen werden. Doch das Virus kann auch im Blut, Kot und Urin eines infizierten Tieres nachgewiesen werden.
Jagdhunde können sich bei der Jagd durch direkten Kontakt mit Wildschweinen oder über die Fütterung von rohen oder kaum gegarten Teilen von Wildschweinen anstecken.
Ist ein Hund mit AK infiziert, ist es nicht ausgeschlossen, dass er andere Hunde anstecken kann.
Symptome & Behandlung
Nach der Infektion breitet sich das Virus im Körper über Blut- und Lymphgefäße und Nervenbahnen aus und verbleibt lebenslang im Körper. Es löst häufig Gehirn- und Rückenmarksentzündungen aus, die zu einem schnellen Tod führen.
Es kommt zunächst zu Störungen des zentralen Nervensystems und zu sehr starkem Juckreiz. Die meisten Säuger sterben nach wenigen Tagen, einige wenige erwachsene Wildschweine überleben und sind dann Überträger des Virus.
Die Erkrankung führt innerhalb weniger Tage bei den meisten Hunden zum Tod. Von der Ansteckung kann es 2-5 Tage bis zu den ersten Symptomen dauern. Die meisten Hunde versterben innerhalb weniger Tage nach Auftreten der ersten Symptome.
Die folgenden Symptome können auftreten, doch Hunde können auch fast symptomlos nach einer Infektion versterben:
- Störungen des zentralen Nervensystems (neurophysiologische Symptome) wie unkoordinierte Bewegungen, Torkeln, Taumeln und Benommenheit.
- Schwäche
- Fieber möglich
- Verweigerung des Futters
- Unruhe, Angst, starkes Bellen und Jaulen sind möglich
- Atemnot
- Speicheln
- Schluckbeschwerden, Erbrechen
- Starker Juckreiz, Hautläsionen und Hautschwellungen, oft an Ohren und Kopf (Wundscheuern und Kratzen).
Behandlung
Leider ist keine Behandlung nach Ausbruch der Symptome möglich, die den Tod des Hundes vermeiden kann. Es können lediglich die Symptome gelindert werden durch Beruhigungsmittel, Virostatika und Cortison. In den meisten Fällen kann der Tierarzt weiteres Leid des Hundes nur durch ein Erlösen vermeiden.
Welche Tiere sind betroffen?
Das Aujeszky-Virus kann fast alle Säugetiere befallen, doch der Hauptwirt ist das Schwein.
Das Virus kommt in Deutschland nachweislich bei Wildschweinen vor und gilt bei Hausschweinen als bekämpft. Es kann aber auch viele andere Säugetiere wie beispielsweise Wanderratten befallen.
Bei den Säugetieren gelten Einhufer (z.B. Pferde) und Primaten (z.B. Affen) als nicht gefährdet.
Können sich auch Menschen anstecken?
Stichwort Zoonose: können sich Menschen bei einem an der Aujeszkyschen Krankheit erkrankten Tier anstecken? Nein, dies ist zum Glück nicht der Fall. Das Virus ist nicht auf Primaten, einschließlich Menschen und Einhufer wie Pferde übertragbar.
Das könnt ihr tun, damit sich euer Hund nicht ansteckt
Leider gibt es für Hunde derzeit keinen Impfstoff gegen AK (Stand: 2023).
Dieser wäre insbesondere bei Jagdhunden sinnvoll. Es gibt unterschiedliche Ansteckungszahlen von Jagdhunden mit AK durch Wildschweine. Die Zahl der Infektionen bei Jagdhunden scheint jedoch mit der Zahl der infizierten Wildschweine anzusteigen und eine Ansteckung ist grundsätzlich möglich. Hier findet ihr den erschütternden Bericht einer Parson-Russell-Halterin aus Österreich, deren Hunde betroffen waren.
Die Fütterung von Hunden mit Schwein und Wildschwein kann gefährlich werden, da Schweine das für Hunde tödliche Aujeszkyvirus übertragen können. Die Aujeszkyviren sind sehr widerstandsfähig. Sie können im Fleisch, in Innereien (insbesondere die Lunge ist stark betroffen) und im Knochenmark bei -18 Grad Celsius bis zu 36 Tage lang infektiös bleiben! Ein Einfrieren tötet die Viren also kaum ab! Die Aujeszkyviren können durch ausgiebiges Kochen bei 80 Grad Celsius für 8 Minuten abgetötet werden können.
Um sicher zu gehen, dass sich euer Hund nicht mit AK infizieren kann, sollten Teile vom Wildschwein und Schwein niemals roh an Hunde gefüttert werden. Wenn ihr ganz sicher gehen möchtet, meidet ihr Schweinefleisch generell für Hunde, denn nur ein sehr ausgiebiges Kochen kann die Viren abtöten.
- Füttert besser gar kein Wildschwein oder Schwein an Hunde
- Niemals rohes Schweine- oder Wildschweinfleisch an Hunde füttern
- Nur sehr ausgiebig gegartes Schweine- oder Wildschweinfleisch kann an Hunde verfüttert werden
- Grundsätzlich kein Kontakt von Hunden zu Wildschweinen oder zu von Wildschweinen besuchten Stellen (Kot, Fütterung)
- Bei Jagdhunden: kein Beuteln des Schwarzwildes, weiteren Kontakt vermeiden, insbesondere mit Schleimhaut, selbst eine Wundfährte könnte mit Pech das Virus übertragen, ebenso infizierte Hunde können andere mit Pech infizieren.
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