Gesundheit
Demodikose: Eine Hauterkrankung beim Hund
Demodikose ist eine Hauterkrankung des Hundes, die durch Demodex-Milben ausgelöst wird, die in den Haaren des Hundes sitzen. Demodikose führt zu Haarverlust und starken Rötungen und Veränderungen der Haut des Hundes.
Demodikose tritt in zwei Formen auf. Während die eine Form relativ harmlos ist, kann die zweite Form starke Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes haben und muss zwingend behandelt werden.
Beschreibung, Definition
Das ist eine Demodikose beim Hund
Demodikose ist eine Hauterkrankung des Hundes, die durch kleine, für den Menschen nicht sichtbare Milben namens Demodex canis ausgelöst wird. Die Milben werden auch Demodex-Milbe oder Haarbalgmilbe genannt. Diese Milben sitzen als Parasiten in den Haarwurzeln, den Haarfollikeln und in den Talgdrüsen des Hundes.
Fast alle Hunde sind in geringer Form Träger der Demodex canis-Milben. Hündinnen übertragen die Milben auf ihre Welpen in den ersten Tagen nach der Geburt. Bei der Mehrheit der Hunde treten aufgrund der Milben überhaupt keine Probleme auf. Doch bei einigen Hunden ist die Balance aufgrund Immundefektes gestört. Dann vermehren sich die Milben rasant und es kommt zu Hautproblemen wie Entzündungen. Dieser Zustand wird Demodikose genannt.
Es gibt zwei Haupt-Arten der Demodikose:
Lokale Demodikose
Die lokale Demodikose ist die harmlose Variante, die bei Junghunden im Alter zwischen 3 bis 6 Monaten auftreten kann. Betroffene Hunde zeigen eine oder mehrere kleine rote Hautstellen mit Haarverlust, häufig am Kopf bzw. im Gesicht oder an den Vorderbeinen. Diese Form der Demodikose kommt gelegentlich bei Junghunden vor und heilt in den meisten Fällen von allein wieder.
Generalisierte Demodikose
Die generalisierte Demodikose dagegen stellt dagegen eine der ernsthaftes Hauterkrankungen bei Hunden dar, die unbedingt behandelt werden muss. Auch bei ihr treten Hautrötungen und Haarverlust bei Junghunden auf. Allerdings treten diese Rötungen der Haut mit Haarverlust an mehreren Stellen oder sogar an dem gesamten Körper des Hundes im Alter zwischen 3 bis 12 Monaten auf.
Eine weitere Form der Demodikose ist nur auf die Pfoten begrenzt:
Demodikose der Pfoten (Demodikose Pododermatitits)
Einige Hunde entwickeln die Demodikose ausschließlich an den Pfoten. Auch hier treten Infektionen auf, die für die Hunde sehr schmerzhaft sein können und aufgrund der Hautfalten und Belastung schwer behandelbar sein können.
Es wird vermutet, dass die Störung des Immunsystems, durch die die Generalisierte Demodikose ausbricht, aufgrund eines vererbbaren Gen-Defekts im Immunsystem basiert.
Wichtig zu wissen
Die Canine Demodikose ist weder für andere Hunde noch für Menschen ansteckend! Ob die Erkrankung ausbricht, ist abhängig von dem Immunsystem des Hundes. Es besteht also keine Ansteckungsgefahr für Menschen, denn die Demodex-Milbe geht nicht auf Menschen über.
Symptome
So äußert sich Demodikose beim Hund - dies sind die Symptome
Die folgenden Symptome sind typisch zu Beginn der Demodikose oder bei einer lokalen Demodikose:
- haarlose, gerötete und häufig auch schuppende Hautveränderungen
- Beginn am Kopf (z.B. Brillenbildung um die Augen, leichte Entzündung der Lefzenfalten, haarlose Stellen) und an den Vorderbeinen
- Selten Juckreiz zu Beginn der Erkrankung
Die folgenden Symptome kommen bei einer Generalisierten Demodikose hinzu:
- Die krankhaft veränderten Hautstellen heilen nicht ab, sondern breiten sich immer mehr aus auf Kopf, Beinen und Körper aus. In starken Fällen ist der ganze Körper des Hundes betroffen.
- Bakterielle Folgeinfektionen (Pyodermie) treten aufgrund der Milbenschäden mit Staphylokokken auf. Bei einer zusätzlichen Pyodermie treten Pusteln, Krusten und Juckreiz, sowie Papeln (Knötchen) auf der Haut auf. Diese sekundären bakteriellen Hautinfektionen können sehr schwerwiegend werden und sogar das Leben des Hundes gefährden. Eine Behandlung kann durch resistente Bakterien erschwert werden.
- Lebensgefährliche Blutvergiftungen können in sehr schweren Fällen auftreten
Diagnose
So wird eine Demodikose diagnostiziert
Die Diagnose einer Demodikose kann der Tierarzt - am besten ein auf Hautkrankheiten spezialisierter Tierarzt - in den meisten Fällen durch eine Hautabstrich stellen. Hierbei wird etwas Haut abgeschabt und später mikroskopisch auf die Demodex-Milben untersucht.
In einigen Fällen kann eine Hautbiopsie und eine histopathologische Untersuchung nötig werden. Hierbei wird eine kleine Hautprobe unter lokaler Betäubung entnommen. Dies ist beispielsweise bei Hunden mit einer dicken Haut nötig, wie es beim Shar Pei der Fall ist, bei dem die Haarfollikel sehr tief in der Haut liegen oder wenn die Pfoten von der Demodikose befallen sind.
Eine weitere Methode ist die Haaranalyse (Trichogramm), die ebenfalls an Stellen vorgenommen werden kann, an denen sich die Haut schlecht abschaben lässt (Gesicht, Lefzen, Pfoten).
Therapie & Behandlung
Wie wird die Demodikose beim Hund therapiert und behandelt?
Die Therapie ist immer abhängig von der Schwere der Hauterkrankung, dem Allgemeinzustand und Alter des Hundes und natürlich auch davon, ob bakterielle Infektionen vorliegen.
Die lokale Form der Demodikose ist eine milde Form der Hauterkrankungen und heilt in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen von selbst wieder. Trotzdem ist es wichtig, nach ca. einem Monat eine Nachkontrolle durchzuführen, damit eine Ausbreitung der Demodikose schnell erkannt und rechtzeitig behandelt werden kann. Ob die lokale Demodikose behandelt wird, entscheidet der Tierarzt. Es können z.B. spezielle Shampoos und desinfizierende Hautgels zur Unterstützung der Heilung eingesetzt werden.
Bei der generalisierten Form der Demodikose müssen die sich stark vermehrenden Milben abgetötet werden und die Infektion behandelt werden.
Abtöten der Milben
Die Behandlung zielt zunächst auf die Abtötung der Milben ab. Hierzu gibt es unterschiedliche Präparate wie Spot-Ons oder andere Lösungen, die auf die Haut aufgetragen werden. Alternativ gibt es auch Tabletten, also oral zu verabreichende Medikamente.
Infektionen behandeln – Abtöten der Bakterien
Besteht eine fast immer zusätzlich auftretende Pyodermie (Hautinfektion aufgrund von Bakterien), wird diese mit Medikamenten und/oder mit medizinischen Shampoos behandelt.
Zur besseren Behandlung kann es sinnvoll sein, das Haar des Hundes komplett abzuscheren. Eine Behandlung und Entfernung der Hautkrusten (ggf. unter Beruhigung oder Betäubung) und das Baden des Hundes mit medizinischen Shampoos zur Abtötung der Bakterien sind häufige Behandlungsmethoden. Bei einer starken Infektion wird der Tierarzt eine Antibiotika-Therapie verschreiben. Tieferliegende Hautinfektionen und Ekzeme müssen ebenso vom Tierarzt behandelt werden.
Wichtiger Hinweis: Hunde mit MDR-1-Gen Defekt dürfen nicht alle Medikamente zur Abtötung von Milben und Bakterien erhalten.
Über die Hälfte der Hunde mit einer generalisierten Demodikose leiden aufgrund der chronischen Infektionen unter Formen der Anämie und niedrigen Schilddrüsenwerten.
Nach der Behandlung mit Antibiotika ist es sinnvoll, das Immunsystem des Hundes zu stärken.
Prognose
Prognose bei Demodikose: Wird mein Hund wieder vollkommen von der Demodikose geheilt?
Bei der lokalen Demodikose ist die Prognose sehr gut und über 90% der Hunde haben nach wenigen Wochen keine Beschwerden mehr. Es gibt kaum Hunde, bei denen die lokale Demodikose nach dem ersten Mal erneut auftritt.
Auch die generalisierte Form der Demodikose kann in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Die Behandlung kann aber langwierig und leider auch teuer werden. Die meisten Hunde zeigen eine Besserung innerhalb von 2-4 Wochen der Behandlung, doch die Behandlung kann Monate in Anspruch nehmen. Einige wenige Fälle heilen zwar nicht komplett aus, können aber mit monatlichen Behandlungen gut kontrolliert werden.
Häufig kommt es auch auf das Alter und den Gesamtzustand des Hundes an, wie schnell und ob die Demodikose abheilt. Bei Junghunden stehen die Chancen sehr gut, während bei alten Hunden ein geschwächtes Immunsystem andere Ursachen haben kann, die zunächst behandelt werden müssen.
Ursachen/Vorbeugung
Ursachen der Demodikose beim Hund. Kann ich einer Demodikose beim Hund vorbeugen?
Es wird vermutet, dass die Demidokose aufgrund einer erblich bedingten Immunschwäche bei einigen Hunden ausbricht. Hunde, bei denen eine generalisierte Demodikose aufgetreten ist, sollten deshalb nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Demidokose kann in einigen Fällen aber auch durch eine Schwächung des Immunsystems ausgelöst werden. So z.B. durch eine andere Erkrankung oder durch starken Wurmbefall, durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken oder auch bei Stress, Läufigkeit oder Geburt.
Verstärktes Auftreten bei folgenden Hunderassen
Bei diesen Hunderassen tritt die Demodikose häufiger auf
Bei den folgenden Hunderassen wurde die Demodikose überdurchschnittlich häufig festgestellt:
- Afghane
- Alaskan Malamute
- American Pit Bull Terrier
- American Staffordshire Terrier
- Beagle
- Bobtail
- Boston Terrier
- Bull Terrier
- Chihuahua (Achtung: Amitraz darf bei Chihuahuas nicht angewendet werden!)
- Collie
- Dackel (Dachshund)
- Dalmatiner
- Deutsche Dogge
- Deutscher Boxer
- Deutscher Schäferhund
- Dobermann Pinscher
- Englische Bulldogge
- Kleiner Münsterländer
- Lhasa Apso
- Mops
- Pharaonen Hund
- Pointer
- Rottweiler
- Scotch Terrier
- Shaffordshire Bull Terrier
- Shar-Pei
- Weimaraner
- West Highland White Terrier
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