Gesundheit

Darf mein Hund Kiwis fressen?

Kiwis (Actinidia deliciosa) sind grüne Vitamin C-Bomben und wurden erst in den 1960er Jahren weltberühmt. Mit ca. 90 kcal/100g hochkalorisch. Sie enthalten zwar kaum Fett, aber reichlich Fruchtzucker. Gleichzeitig haben sie wichtige Mineralstoffe und Vitamine und können bei Durchfall helfen. Aber sind Kiwis auch genießbar für Hunde und wenn ja, wie verfüttere ich sie?

Ja oder Nein?

Ja, Hunde dürfen Kiwis fressen. Aber bevor ihr euren Hund mit den grünen, süßen Früchten füttert, gibt es einige Punkte, die gut zu wissen sind. Einigen mäkeligen Hunden schmecken Kiwis nicht. Die meisten Hunde fühlen sich aber von der Süße der Kiwi angezogen und fressen sie sehr gern.

Die grünen Exoten haben viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Was genau in ihnen steckt und wie ihr sie am besten füttert, erfahrt ihr im Folgenden.

Wichtiger Hinweis: Die Kiwi-Pflanze, die auch bei uns im Garten oder im Haus gezogen werden kann, ist leicht giftig für Hunde. 

Vorteile

5 Gründe, warum Kiwis gesund für deinen Hund sind

  1. Kiwis stärken die Abwehrkräfte und die Knochen

    Vitamin C stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern hat auch eine antioxidative Wirkung. Dadurch werden freie Radikale unschädlich gemacht und die Zellen gestärkt. Auch Vitamin E und Beta-Carotin, das im Körper des Hundes in Vitamin A umgewandelt wird, stärken die Abwehr und sind in relativ hoher Konzentration in Kiwis enthalten. Gleichzeitig ist Vitamin C wichtig für den Aufbau von Knochen und Bindegewebe und wirkt regulierend im Kalzium- und Phosphorhaushalt. Mit ca. 45mg/100g Frucht hat die Kiwi fast so viel Vitamin C wie eine Orange. Allerdings benötigen Hunde meist keine Vitamin C-Zufuhr, da sie dieses Vitamin im Gegensatz zum Menschen selbst produzieren können. Trotzdem ist es natürlich gesund. 

  1. Kiwis sind gut für Herz, Nerven und Muskeln

    Kiwis enthalten fast so viel Kalium wie Bananen und das ist für Herz, Nerven und Muskeln als auch für den Wassergehalt in den Zellen wichtig. 
  1. Kiwis liefern Mineralstoffe für die Knochen und Muskeln

    Kiwis enthalten außerdem eine nicht geringe Menge an Calcium, Phosphor und Magnesium, die gut für den Knochenaufbau, die Zähne und die Muskeln sind. Im Gegensatz zu Bananen ist das Verhältnis von Calcium zu Phosphor bei Kiwis sehr gut, denn sie enthalten etwas mehr Calcium als Phosphor. 
  1. Kiwis können sich positiv auf die Verdauung auswirken

    Kiwis und insbesondere ihre Schale sind sehr reich an Ballaststoffen, die die Verdauung ankurbeln können. Zu viele Ballaststoffe können allerdings zu Magenproblemen und Durchfällen insbesondere bei empfindlichen Hunden führen. 
  1. Kiwis helfen der Blutgerinnung

    Die Kiwi enthält nicht wenig Vitamin K, das die Blutgerinnung reguliert. Es verhindert obendrein Kalkablagerungen in den Gefäßen und reguliert die Zellteilung. Besonders reich an Vitamin K sind neben grünen Pflanzenteilen auch Leber und Fischmehl.

Nachteile

3 Gründe, was an Kiwis für Hunde gefährlich oder ungesund ist

  1. Kiwis mit Schale können für Hunde gefährlich werden
    Ganze Kiwis können bei Hunden im Hals stecken bleiben und zu Atemproblemen führen. Rutschen sie tiefer, können sie im Magen oder Darm blockieren und müssen im schlimmsten Fall herausoperiert werden. Die Schale ist zwar entgegen vieler Meinungen essbar, doch aufgrund der Schadstoffe sollte sie nur bei Bio-Kiwis verzehrt werden. Da sie sehr viele Ballaststoffe enthält kann sie bei empfindlichen Hunden zu Magenproblemen führen.

  2. Zu viel Fruchtzucker kann dick und krank machen
    Die Kiwi enthält zwar nicht so viele Kalorien wie eine Banane, aber mit bis zu 55kcal mehr als Orangen. Zu viel Fruchtzucker ist für Hunde ungesund und kann zu Diabetes führen.

  3. Gefahr von Allergie 
    Aufgrund des in Kiwis enthaltenen Enzyms Actinidain können manche Hunde allergisch auf die grüne Frucht reagieren. Actinidain spaltet Eiweiß, weshalb es nicht immer ratsam ist, Kiwis mit Milchprodukten gleichzeitig zu verzehren. Diese können leicht verklumpen und einen bitteren Geschmack annehmen. 

Fütterung

Wie könnt ihr Kiwis am besten verfüttern und worauf solltet ihr dabei achten?

Sofern ihr eurem Hund Kiwis füttern möchtet, findet ihr hier noch ein paar Tipps:

Verfüttert Kiwis am besten im sehr reifen Zustand

Denn unreife Kiwis enthalten zwar weniger Zucker, können aber zu Verdauungsproblemen führen. Die Reife erkennt ihr daran, dass sich die Kiwi auf Druck weicher anfühlt. Ist sie noch hart, ist sie auch noch nicht reif.

Dürfen Hunde auch die Schale der Kiwi fressen?

Die Antwort ist: Eigentlich ja, aber... Ich habe bisher noch nie die Schale der Kiwi mitgegessen, dabei enthält sie viele Nähr- und Ballaststoffe und ist essbar. Doch können Kiwis in Nicht-Bio-Qualität eine Menge giftiger Schadstoffe insbesondere in der Schale enthalten. Deshalb sollte die Schale - wenn überhaupt - nur bei Bio-Kiwis verfüttert werden. Die Ballaststoffe können die Verdauung positiv beeinflussen, aber bei empfindlichen Hunden zu Magenverstimmungen oder Durchfällen führen.

Kiwi immer zerkleinern

Bitte verfüttert niemals eine komplette Kiwi, sondern zerkleinert sie für eure Hunde. Eine ganze Kiwi kann von größeren Hunden komplett verschluckt werden und dann zu Atemproblemen oder zu einer Blockade im Magen führen. Letzteres kann im schlimmsten Fall eine Operation nötig werden lassen.

Die Kiwi serviert ihr am besten püriert oder gestampft unter das Futter. Obst sollte stark zerkleinert gefüttert werden, damit unsere Hunde die Inhaltsstoffe gut verwerten können.

Entfernt am besten auch die meist harten Strunk-Enden der Kiwi, da sich insbesondere kleine Hunde daran verschlucken könnten.

Leckere Beschäftigung mit Kiwi

Ihr könnt pürierte Kiwis auch in dafür vorgesehenes Hundespielzeug füllen. Legt ihr das mit Kiwi-Püree gefüllte Hundespielzeug ins Eisfach, ist euer Hund mit dem Herausschlecken eine Weile glücklich beschäftigt.

Sehr kleine Kiwi-Stücke können als Snack oder Leckerli direkt oder zuvor eingefroren gegeben werden. Allerdings können die Hunde dann die Nährstoffe nicht optimal verwerten, die Kalorien aber bleiben.

Weniger ist mehr: gerade für kleine Hunde ist bereits eine halbe Kiwi zu viel. Kiwis sind kein optimales Obst in Barf-Rationen, sie können aber als kleine Belohnung gefüttert werden. Bei einem Hund von 10kg bedeutet dies nicht mehr als 20-30g Kiwi als gelegentliche Leckerli-Ration.

Und hier noch ein allgemeiner, aber nicht unwichtiger Hinweis: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Kiwis füttern dürft. Sie kennen eure Hunde und ihre individuellen Bedürfnisse am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht jedoch gerade bei Kiwis die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Kiwis geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Fazit zur Fütterung von Kiwis an Hunde

Kiwis gehören aufgrund ihres hohen Zuckergehalts zu den weniger geeigneten Obstsorten für Hunde. Ihr könnt sie aber in sehr kleinen Mengen als Leckerli gelegentlich verfüttern. Dann profitiert euer Hund von den Vitaminen und Mineralstoffen der Kiwi.

Fruchtige Fakten zur Kiwi

Wann ist Saison für Kiwis, wie bewahre ich sie am besten auf, wann sind sie reif und woher hat die Kiwi eigentlich ihren Namen?

Kiwis haben bei uns immer Saison – aber sie stammen nicht immer aus derselben Region
Mit der Kiwi verbinde ich immer Neuseeland und würde sofort bei „Wer wird Millionär?“ bei der Frage: „Woher stammt die Kiwi?“ verlieren. Denn ursprünglich stammt die Kiwi aus Nordost-China und wurde als „Chinesische Stachelbeere“ bezeichnet. Anfang des 20.Jahrhundert kam die Kiwi nach Neuseeland und eroberte von dort die Welt. Übrigens stammen unsere Kiwis häufig aus Italien. Weitere kommen natürlich auch aus Neuseeland oder aber aus Spanien, Griechenland oder Chile. 

Kiwis am besten bei Zimmertemperatur reifen lassen
Kiwis werden noch unreif geerntet und reifen später nach, was nicht bei jeder Obstsorte der Fall ist. Sie können im Kühlschrank oder in kühlen Räumen mehrere Wochen gelagert werden. Bei Raumtemperatur reifen sie schnell und bleiben dann nur noch wenige Tage frisch. Reife Kiwis erkennt ihr daran, dass sie weicher werden. 

Nahe Verwandte mit ähnlichen Eigenschaften: Goldkiwis und Kiwibeeren
Auf dem Markt gibt es nicht nur die bekannten Kiwis mit grünem Fruchtfleisch und rauer Schale, sondern auch Kiwis mit relativ glatter Schale und gelbem Fruchtfleisch. Sie haben aber ähnliche Eigenschaften wie die grünen Verwandten und können von Hunden verzehrt werden. Ebenso die kleinen Kiwibeeren, die mit Kiwis gekreuzt wurden. 

Woher hat die Kiwi ihren Namen?
Die Antwort ist leicht und es stimmt tatsächlich: Die Kiwi hat ihren Namen vom flugunfähigen und nachtaktiven Kiwi-Vogel erhalten, der das Nationalsymbol Neuseelands ist. ;0).

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