Gesundheit

Darf mein Hund Pfirsiche fressen?

Die saftig-süßen Pfirsiche (botanischer Name: Prunus persica) sind beliebte Sommerfrüchte. Pfirsiche sind mit ca. 45 kcal/100g trotz ihrer Süße kalorienarm. Pfirsiche sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, aber dürfen unsere Hunde sie fressen?

Saftig-leckere Pfirsiche, aber Vorsicht bei den Kernen

Ja oder Nein?

Ja, Hunde dürfen kleine Mengen an Pfirsich-Fleisch fressen. Pfirsiche enthalten viel Kalium, Vitamin E, Vitamin C und auch Beta-Carotin und sind deshalb gesund für Hunde. Doch der Pfirsich-Kern enthält giftige Cyanide. Die Vor- und Nachteile von Pfirsich und wie ihr ihn am besten füttert, erfahrt ihr hier.

Vorteile

4 gesunde Gründe für den Pfirsich

 

  1. Gut für die Augen

    Für Obst enthalten Pfirsiche nicht wenig Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Vitamin ist für den Sehvorgang wichtig, aber auch für die Ausbildung der äußeren Haut. 
  1. Gut für das Immunsystem und die Haut

    Pfirsiche enthalten auch nennenswerte Mengen an Vitamin C und an Vitamin E. Beide sind starke Antioxidantien, die die Zellen schützen und das Immunsystem stärken können. Vitamin C ist für den Aufbau von Kollagen im Körper und für die Wundheilung wichtig. Auch Zink ist ein starkes Antioxidans, das für ein schönes Fell sorgen kann. Das in Pfirsichen enthaltene Beta-Carotin ist ebenfalls ein starkes Antioxidans.

  2. Gut für Muskeln und Nerven

    Pfirsiche enthalten Magnesium, das eine große Rolle in der Entspannung der Muskeln spielt und auch für ruhige Nerven notwendig ist. Die in leichter Menge enthaltenen B-Vitamine (B1, B2, B6) unterstützen ebenfalls die Nerven.
  3. Leicht entwässernd, gut für Herz und Nerven

    Kalium ist in vielen Obstsorten stark enthalten, so auch in Pfirsichen mit 190 mg/100g.  Kalium muss täglich zugeführt werden, da es der Körper nicht speichern kann. Kalium ist ein Mineralstoff, der wichtig für die Regulierung des Wassergehalts in den Zellen ist und auf natürliche Art entwässert. Gleichzeitig ist Kalium für wichtige Stoffwechselprozesse in Herz und Nerven nötig und hilft, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. 

Nachteile

Drei Gefahren von Pfirsichen für Hunde, die ihr umgehen könnt

  1. Vorsicht: Pfirsiche können giftig sein

    Viele Hunde mögen die meist sehr süßen Pfirsiche. Dies kann allerdings aus mehreren Gründen problematisch sein: Pfirsich-Blätter, Zweige und Kerne enthalten Amygdalin (ein cyanogenes Glykosid), das sich im Hundekörper mit Wasser und Enzymen zur giftigen Blausäure umwandelt. Hier kommt es auf die Dosis und die Größe und Konstitution deines Hundes an, ob die Blausäure aus dem Pfirsich Vergiftungssymptome auslöst. Allerdings ist der Gehalt an Amygdalin in Pfirsichkernen mit ca. 6,8 mg/g nicht gering, wenngleich z.B. Aprikosenkernen mit 14mg/g gut doppelt so viel Amygdalin enthalten.  

    Was ihr bei einer Vergiftung beim Hund tun könnt, erfahrt ihr hier. Es ist immer ratsam, so schnell wie möglich den Tierarzt aufzusuchen. Ein weiterer Grund, keine ganzen Pfirsiche zu füttern ist, dass sich Hunde an den Früchten und insbesondere an den Pfirsich-Kernen leicht verschlucken können und dann mit Pech Atemprobleme bekommen.

    Ein oder mehrere der folgenden Symptome treten nach relativ kurzer Zeit bei einer Blausäurevergiftung auf:
    • starkes Speicheln
    • Bauchschmerzen
    • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
    • Atemprobleme, erhöhte Atemfrequenz und Hecheln
    • sinkender Blutdruck, Herzrasen oder sehr niedrige Herzfrequenz
    • geweitete Pupillen
    • Krämpfe, Zittern, Aufregung
    • hellrote Schleimhäute
    • Atem kann bitter riechen
  2.    Pfirsichkerne sind scharfkantig und können zu einem Darmverschluss führen

    Ihr kennt es sicher: Pfirsichkerne sind recht scharfkantig und das könnte beim Hund nach dem Verschlucken zu inneren Verletzungen führen. Eine weitere Gefahr, wenn dein Hund mehrere Pfirsichkerne verschluckt, kann ein Darmverschluss sein. Gerade bei kleinen Hunden oder aber bei vielen Pfirsichkernen kann es zu einem Darmverschluss kommen und dies ist gefährlich und muss häufig operiert werden.

    Symptome eines Darmverschlusses können sein
    • Erbrechen
    • Appetitlosigkeit
    • Verstopfung
  1. Zu viel Pfirsiche und unreife Früchte können zu Durchfall führen

    Gerade empfindliche Hunde können auf zu viele Pfirsiche mit Bauchschmerzen und Durchfall reagieren. Dies gilt insbesondere für unreife Pfirsiche. Es ist also keine gute Idee, eurem Hund größere Mengen an Pfirsichen zu füttern. 

Fütterung

So füttert ihr Pfirsiche am besten an euren Hund

Reife Pfirsiche verwenden

Obst sollte generell so reif wie möglich an Hunde gefüttert werden. Gerade Pfirsiche werden unreif von Hunden sehr schlecht vertragen und führen schnell zu Durchfall und Magenschmerzen.

Pfirsiche gründlich waschen und gut entkernen

Wenn ihr keine Bio-Pfirsiche verwendet, solltet ihr Pfirsiche besonders gründlich waschen, da sie häufig viele Pestizide enthalten.  Für Hunde sollte ihr alle Blätter, Stiele und vor allem die Kerne entfernen, da diese Amygdalin enthalten, das sich im Körper in giftige Blausäure verwandelt.

Fruchtfleisch vom Pfirsich roh und püriert am besten verwertbar

Hunde können die Vitamine und Spurenelemente in Obst nicht verwerten, da sie die Zellwände (Zellulose) nicht spalten können. Deshalb ist es am besten, Pfirsiche roh und dann püriert zu geben. Hierzu eignet sich ein kleiner Mixer ganz hervorragend. Das Pfirsich-Püree könnt ihr am besten mit etwas Fett geben, denn Vitamin E und A sind fettlöslich und können vom Hund nur mit Fett aufgenommen werden.

Erfrischende Beschäftigung mit Pfirsichen im Sommer

Ihr könnt pürierte Pfirsiche mit etwas Joghurt oder Quark mischen und in ein dafür vorgesehenes Hundespielzeug füllen. Legt ihr das gefüllte Hundespielzeug noch ins Eisfach, ist euer Hund mit dem Herausschlecken eine Weile glücklich beschäftigt und hat gleichzeitig bei hohen Temperaturen eine gesunde und leckere Erfrischung.

Getrocknete Pfirsiche

Bei getrockneten Pfirsichen gilt die Regel 1:4: getrocknet enthalten sie viermal so viel Kalorien und Zucker wie frische Pfirsiche. Das ist insbesondere bei Hunden, die auf ihr Gewicht achten müssen, kritisch zu sehen. Solltet ihr getrocknete Pfirsiche an euren Hund füttern, so wirklich nur in mikroskopischen Dosen.

Dosen-Pfirsiche, verarbeitete Pfirsiche

Verarbeitete und gesüßte Pfirsiche aus der Dose oder als Saft sind für Hunde aufgrund des hohen Zuckergehalts und eventueller Konservierungsstoffe tabu. Viel Zucker führt auch bei Hunden zu schlechten Zähnen und Übergewicht und bringt den Darm und damit das Immunsystem durcheinander.

Am besten Bio-Pfirsiche verwenden

Auch Pfirsiche weisen laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in knapp 40% der Fälle Belastungen mit Pestiziden auf. Bio-Pfirsiche sind nicht gespritzt und enthalten keine Schadstoffe, gleichzeitig unterstützen sie eine gesunde Natur.

Wie viel Pfirsich darf mein Hund fressen?

Die tägliche Menge an frischem Obst, die gesund für einen Hund ist, hängt von der Größe und dem Gewicht deines Hundes ab. Pfirsiche gehören nicht auf den täglichen Futterplan, schaden aber als kleiner Snack oder gelegentliche Ergänzung nicht. Es gibt einfach andere Obstsorten, die besser für Hunde geeignet sind. Aber um euch einen Eindruck zu geben, wie wenig Pfirsiche ihr als Leckerli füttern dürftet, orientieren wir uns an einer durchschnittlichen BARF-Futterration. Die tägliche BARF-Ration soll ca. 3% des Körpergewichts des Hundes betragen. Obst sollte beim BARFEN nicht mehr als 5-10% der Tages-Futterportion ausmachen. So gesehen sind 15-30g Pfirsich an einem Tag absolut genug für einen Hund von 10kg.

Beim ersten Mal Pfirsiche vorsichtig ausprobieren

Die meisten Hunde mögen die fruchtig-süßen Pfirsiche aufgrund des süßen Geschmacks, doch viele vertragen sie nicht so gut oder nur in sehr kleinen Mengen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr am besten vor dem Füttern euren Tierarzt fragen, ob ihr eurem Hund das Fruchtfleisch von Pfirsichen füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast allen Nahrungsmitteln besteht auch bei Pfirsichen die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, Pfirsiche zu Beginn in sehr kleiner Menge bei deinem Hund zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Pfirsiche geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes zu Pfirsichen

Pfirsich-Saison

Frische Pfirsiche aus Europa gibt es von Ende Mai bis September, wobei Juli und August die Hauptsaison sind. Pfirsiche werden häufig aus Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland oder der Türkei importiert. Sie gelangen aber auch aus Südafrika oder Südamerika zu uns. 

Frische Pfirsiche schnell verbrauchen

Reife Pfirsiche sind im Kühlschrank einige wenige Tage haltbar. Sobald sie aber eine Stelle haben, faulen sie sehr schnell.     

Herkunft der Pfirsiche

Pfirsiche stammen ursprünglich aus China und wurden dort schon vor über 4.000 Jahren angebaut. Doch irgendwann im Mittelalter kam der Pfirsich nach Europa.

 

Fazit zur Fütterung von Pfirsichen an Hunde

Das reine Fruchtfleisch von rohen Pfirsichen können Hunde in geringen Mengen am besten püriert fressen. Allerdings vertragen manche Hunde Pfirsiche nicht gut und bekommen Durchfall. Absolute Vorsicht ist bei den Pfirsichkernen angesagt: Sie enthalten Amygdalin, das im Körper des Hundes zur giftigen Blausäure werden kann. Zwar sind die Mengen nicht hoch, aber die Dosis macht das Gift. Auch die Stiele und die Blätter der Pfirsiche enthalten Amygdalin. Gefährlich können die Pfirsichkerne auch aus einem anderen Grund werden, da sie bei Hunden – je nach Menge – zu Verletzungen oder gar zu einem Darmverschluss führen können. Deshalb sollten Hunde niemals Zugang zu ganzen Pfirsichen haben, zumal sie sich an den Früchten auch verschlucken könnten.   

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