Gesundheit

Vergiftung beim Hund (Intoxikation) vermeiden, erkennen und behandeln

Es kommt leider recht häufig vor, dass Hunde an Vergiftungen sterben. Im Notfall einer Vergiftung eures Hundes ist es wichtig, schnell zu handeln. Denn ist das Gift erst einmal in den Blutkreislauf gekommen, kann es zu spät sein. Dafür ist es nötig, die Symptome einer Vergiftung schnell zu erkennen und zu wissen, womit sich euer Hund vergiften kann. Am besten ist es natürlich immer, einer Vergiftung so gut wie möglich vorzubeugen. Und auch dafür könnt ihr einiges tun.

Die Symptome einer Vergiftung können sehr unterschiedlich ausfallen

Beschreibung, Definition

Womit und wie kann sich mein Hund vergiften? Was ist giftig für meinen Hund?

Leider gibt es sehr vielfältige Möglichkeiten der Vergiftung bei Hunden und sogar alltägliche Lebensmittel, die für den Menschen sehr bekömmlich sind, können für Hunde hochgiftig sein.

Deshalb ist es für Hundehalter wichtig, sich vorab zu informieren und entsprechende Gifte z.B. in Haushalt und Garten zu kennen und dem Hund möglichst nicht zugänglich zu machen.

Folgende Möglichkeiten der akuten oder auch der Langzeit-Vergiftung gibt es bei Hunden, wobei diese Liste absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitzt:

Im Außenbereich: Garten, Parks, Wald, Wiesen und Felder

  • Ratten- und Mäusegift z.B. aus Giftköderboxen
  • Schneckenkorn
  • Hornspäne
  • Pestizide im Garten (z.B. Ameisengift)
  • Herbizide im Garten (z.B. Round-Up!)
  • Dünger (z.B. Rasendünger)
  • Schlangenbisse
  • Acker, Wiesen, Felder und ihre Ränder: Pestizide und Herbizide
  • Giftige Pflanzen, Garten- und Kübelpflanzen, giftige Wald- und Wiesenpflanzen
  • Parks, in denen sich Drogen-Konsumenten aufhalten: Hunde können sich durch Aufnahme von z.B. menschlichem Kot vergiften, wenn dieser Drogen (z.B. auch Cannabis) nach starkem Konsum enthält. Dies ist leider gar nicht so abwegig wie es klingt, sondern bereits in Parks geschehen, in denen sich Drogen-Konsumenten aufhielten. Auch die Drogen-Verstecke in besagten Parks können eine potentielle Gefahrenquelle für Hunde darstellen.
  • Vorsätzlich ausgelegte Köder zur Tötung von Hunden
    • Giftköder
    • Köder mit Nägeln, Nadeln, Glasscherben

In Wohnung, Haus, Haushalt

  • Frostschutzmittel
  • Medikamente
  • Nikotin: Zigaretten
  • Alkohol
  • Illegale Drogen jeglicher Art
  • Giftige Zimmerpflanzen
  • Giftige Lebensmittel, insbesondere Schokolade ist giftig für Hunde
  • Putz- und Reinigungsmittel
  • Hunde-Spielzeug aus kritischen Materialien z.B. mit krebserzeugenden Weichmachern
  • Birkenzucker in Lebensmitteln, Zahnpasta, Kaugummi und Globuli

Hinzu kommt, dass es sehr viele Gifte gibt, die unterschiedliche Symptome hervorrufen und entsprechend andere Therapien benötigen. So gibt es z.B.:

  • Herz- und Kreislauslaufgifte
  • Blut- und Blutgefäßgifte
  • Nervengifte
  • Lebergifte
  • Nierengifte
  • Immunsystemgifte

Symptome

Wie äußert sich eine Vergiftung (Intoxikation) beim Hund? Wie erkenne ich eine Vergiftung beim Hund? 

Die Symptome einer Vergiftung können sich je nach Gift und Dosis, sowie vergangener Zeit zur Aufnahme des Giftes als auch in Abhängigkeit zu dem Allgemeinzustand des Hundes sehr stark unterscheiden.

Wann treten erste Symptome einer Vergiftung beim Hund auf?

Zu welchem Zeitpunkt die ersten Symptome einer Vergiftung beim Hund auftreten, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Das Auftreten der Symptome hängt stark von Gift, Dosis und dem jeweiligen Hund ab. In vielen Fällen treten die ersten Symptome nach wenigen Minuten nach der Giftaufnahme ein. Bei der Aufnahme von z.B. Rattengift treten die ersten Symptome nach der Aufnahme jedoch erst Tage später auf.

Folgende Symptome können bei einer Vergiftung des Hundes auftreten:

  • Typische Magen- und Darmprobleme
    Beispiele: Übelkeit, vermehrtes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Magenschmerzen
  • Störungen des Bewegungsapparates (sogenannte neurologische Symptome)
    Beispiele: Zittern, Schwanken, unsicherer Stand oder Gang, Muskelkrämpfe, Krämpfe, Lähmungen
  • Atemprobleme
    Beispiele: erschwertes Atmen, Atemnot, schnelle oder stark verlangsamte Atmung
  • Bewusstseinsstörungen
    Beispiele: Desorientierung, der Hund ist nicht ansprechbar, Bewusstlosigkeit und im stärksten Fall: Koma
  • Unruhe
    Beispiele: Unruhe, Erregung, kann sich in ständigem Aufstehen, Hinlegen, Gehen äußern
  • Herz- und Kreislaufprobleme
    Beispiele: Herzrasen, zu langsamer Herzschlag, Herz-Rhythmus-Störungen, Schwäche, Kreislaufprobleme, Apathie
  • Veränderungen an den Augen
    Beispiele: Pupillen sind stark erweitert oder verkleinert, es kann auch unterschiedliche Größe der beiden Pupillen vorhanden sein. Gelbfärbung des Augenweißes durch Gelbsucht.
  • Blutungen, Blutgerinnungsstörungen
    Dies können sich z.B. durch blutiges Erbrechen, blutigen Durchfall oder durch blutigen Urin äußern. Zahnfleischbluten, Unterhautblutungen zeigen sich in geröteten Hautflecken, Wundblutungen lassen sich nicht stillen.
  • Fieber
  • Haarausfall
    Es entstehen haarlose Bereiche
  • Veränderungen der Maulschleimhaut
    Beispiel: Blau-Grau-Färbung der Haut und der Maulschleimhaut

Ist der Hund bereits bewusstlos, sollte er flach auf die Seite gelegt und sein Kopf so gedreht werden, dass Erbrochenes und Speichel aus dem Maul laufen können.

Diagnose

Wie wird eine Vergiftung (Intoxikation) beim Hund diagnostiziert?

Als Tierhalter wirst du vielleicht gesehen haben, dass dein Hund etwas aufgenommen hat, was er nicht hätte aufnehmen sollen. Eventuell, weißt Du was es ist und kannst eine Probe mitnehmen oder du weißt leider so gar nicht was es war. Eventuell zeigt dein Hund erste verdächtige Symptome. Wie reagiere ich am besten?

Du bist dir sicher, dass dein Hund gerade Gift aufgenommen hat und du kennst das Gift:

  • Akuter Notfall: Sofort zum Tierarzt!
    Es handelt sich um einen akuten Notfall, bei der Zeit auch Überleben deines Hundes bedeutet. Fahre sofort zum Tierarzt mit dem Hund. Tipp: am besten zuvor beim Tierarzt anrufen, damit der Tierarzt auch vor Ort ist und sich vorbereiten kann.
  • Info zum Gift mitnehmen, Gift sichern
     Es hilft dem Tierarzt bei der Therapie ungemein und kann das Leben des Hundes retten, zu wissen, um welches Gift es sich handelt. Daher: Die Informationen zum Giftstoff, sofern vorhanden, mitnehmen und wenn möglich den Giftstoff sichern. Ansonsten immer gut: Probe von dem Gift z.B. im Hundebeutel mitnehmen.
  • Zeitpunkt der Giftaufnahme merken
    Es ist wichtig, bei einer Vergiftung schnell zu reagieren, um das Gift so schnell wie möglich aus dem Körper zu leiten und Vergiftungs-Symptome, die lebensbedrohlich sein können, so schnell wie möglich zu behandeln. 

Du hast nicht beobachtet, dass dein Hund etwas aufgenommen hat. Dein Hund zeigt aber verdächtige Symptome einer Vergiftung: 

  • Akuter Notfall: Sofort zum Tierarzt!
    Es handelt sich um einen akuten Notfall, bei der Zeit auch Überleben deines Hundes bedeutet. Fahre sofort zum Tierarzt mit dem Hund. Tipp: am besten zuvor beim Tierarzt anrufen, damit der Tierarzt auch vor Ort ist und sich vorbereiten kann.

Du hast beobachtet, dass dein Hund etwas aufgenommen hat, weißt aber nicht, was es ist. Dein Hund zeigt erste verdächtige Symptome auf eine Vergiftung: 

  • Akuter Notfall: Sofort zum Tierarzt!
    Es handelt sich um einen akuten Notfall, bei der Zeit auch Überleben deines Hundes bedeutet. Fahre sofort zum Tierarzt mit dem Hund. Tipp: am besten zuvor beim Tierarzt anrufen, damit der Tierarzt auch vor Ort ist und sich vorbereiten kann.

Du hast beobachtet, dass dein Hund etwas aufgenommen hat, weißt aber nicht, was es ist. Er zeigt aber bisher keine verdächtigen Symptome auf Vergiftung.

  • Dies ist der Fall, der am schwierigsten zu entscheiden ist. Es ist zwar wahrscheinlich, dass es sich nicht um etwas Giftiges gehandelt hat, aber ich bin mir nicht sicher. Sollte es jedoch bekannt sein, dass in der Gegend Giftköder ausgelegt worden sind, würde ich vorsichtshalber einen Tierarzt aufsuchen.
  • Ich würde meinen Hund nicht allein lassen, sondern gerade in den nächsten Stunden auf verdächtige Symptome beobachten. Aber sicher kann ich nur sein, wenn ich einen Tierarzt aufsuche, der den Hund auf Symptome genau untersucht.

Tipp: Tierärztliche Notdienst-Nummern und Adressen deiner Region parat haben

  • Tierärztliche Notdienst-Nummer deiner Region solltest Du am besten immer parat haben und im Handy einspeichern oder irgendwo notieren, wo du sie schnell findest.
  • Die tierärztliche Notdienstpraxis vorab schon einmal für den Notfall heraussuchen, damit du die Adresse kennst und die Telefon-Nummer gespeichert hast.
  • Auch im Urlaub ist es hilfreich, dies vorab einmal herauszusuchen und parat zu haben.

Tipp: Krankheits- und Vergiftungssymptome beim Hund vor dem Notfall erkennen lernen

  • Mit einem Erste-Hilfe-Kurs beim Hund lerne ich, wie ich erste Anzeichen einer Krankheit erkennen kann. Dies ist in der Notfall-Situation hilfreich, um die Situation schnell einzuschätzen.
  • Erste Informationen findest Du auch bei einem Vergiftungs-Schnell-Check. 

Therapie & Behandlung

Wie wird eine Vergiftung beim Hund therapiert und behandelt?

Eine Vergiftung ist ein akuter und kann auch ein lebensbedrohlicher Notfall sein. Je nach Gift und Dosis ist die Zeit zur Behandlung absolut lebensentscheidend! Deshalb sollte bei dem Verdacht auf Vergiftung immer sofort ein Tierarzt oder eine Notfallklinik aufgesucht werden. Gerade die erste Zeit nach Aufnahme ist kritisch, da der Tierarzt bevor das Gift vom Magen in das Blut geht, noch Entgiften und somit Schlimmes verhindern kann.

Bei einer Vergiftung-Therapie wird der Tierarzt versuchen, das Gift aus dem Körper zu leiten, sofern dies sinnvoll und möglich ist. Bei einigen Giften und Säuren ist dies allerdings nicht sinnvoll möglich, ohne dass sich der Hund noch stärker vergiftet. Zum anderen wird der Tierarzt versuchen, die spezifischen Vergiftungs-Symptome zu lindern. Da die Therapie häufig vom Gift abhängt, hilft es dem Tierarzt ungemein, wenn Du ihm sagen kannst, um welches Gift es sich handelt.

Wie kann bei einer Vergiftung des Hundes das Gift aus dem Körper geleitet werden? Kann ich selbst etwas unternehmen?

Um das Gift aus dem Körper zu leiten, gibt es unterschiedliche Methoden. Eine davon ist die Gabe von Aktivkohle (Carbo medicinalis), die das Gift im Magen bindet und dann mit der Aktivkohle ausscheidet. Dies sollte möglichst innerhalb von 2 Std. nach der Giftaufnahme erfolgen, damit das Gift nicht in den Blutkreislauf gelangt. Die Gabe von Aktivkohle kann insbesondere bei der Gefahr einer Verstopfung mit einem Abführmittel kombiniert werden. Hierzu gibt es bereits gebrauchsfertige Aktivkohlelösungen, die mit Abführmitteln wie z.B. Sorbitol kombiniert sind.

Hinweis: Kohletabletten sind weit weniger wirksam. Daher sollte eine Lösung aus Aktivkohle immer vorgezogen werden.

Tipp: Gebrauchsfertige Kohlesuspension (Aktivkohle-Lösung) gehört in die Haus- und Reise-Apotheke für den Hund

Es ist absolut empfehlenswert, die für deinen Hund richtige und gebrauchsfertige Kohlesuspension immer zuhause oder in der Reise-Apotheke z.B. auf langen Wanderungen oder im Ausland dabei zu haben. Es ist das einzig wirksame Mittel, um das Gift auszuleiten, das du selbst immer in den ersten zwei Stunden nach der Giftaufnahme anwenden kannst, bevor Du beim Tierarzt ankommst. Am besten ist es, Du rufst den Tierarzt an und sprichst nach der Beschreibung deines Falles auch diese Maßnahme mit ihm kurz ab, bevor du dich auf den Weg zum Tierarzt machst.

Der Tierarzt kann auch mithilfe von unterschiedlichen Medikamenten versuchen, das Gift aus dem Körper zu leiten – sei es durch das Herbeiführen von Erbrechen oder durch das Herbeiführen von Durchfall. Bei einigen Giften sind auch harntreibende Medikamente hilfreich. Magen- und Darmspülungen sowie Einläufe sind weitere Möglichkeiten, die Gifte auszuleiten, kommen aber bei Hunden seltener zur Anwendung.

Was Du bei einer Vergiftung deines Hundes lieber nicht tun solltest:

  • Du solltest auf keinen selbst Fall versuchen, den Hund zum Erbrechen zu bringen. Dies ist nicht so leicht möglich wie beim Menschen und es kann bei bestimmten Giften oder Säuren auch einfach gefährlich sein, das Gift dadurch in Hals und Maul zu bringen.
  • Verzichte auch auf sogenannte Hausmittel bei Vergiftungen wie z.B. die Gabe von Öl oder Milch, denn dies kann die Aufnahme von einigen Giften sogar noch beschleunigen.
  • Lass den Arzt entscheiden, welches die beste Maßnahme in deinem Fall ist!

Was kann der Tierarzt bei einer Vergiftung des Hundes tun, um die Vergiftungs-Symptome zu mildern?

Die weiteren Behandlungsmaßnahmen hängen stark von dem Gift und der Dosis ab, die der Hund zu sich genommen hat. Viele Gifte bringen unterschiedliche Symptome mit sich, die der Tierarzt behandeln wird, um den Hund zu stabilisieren:

  • Stabilisierung der Atmung
    Beispielsweise indem die Atemwege von Schleim und Erbrochenem freigehalten werden. Auch eine künstliche Beatmung wird vom Tierarzt zur Stabilisierung der Atmung angewendet. 
  • Stabilisierung des Herz-Kreislaufes
    Dies kann der Tierarzt z.B. durch Infusionen (Bluttransfusionen, Elektrolyte, Plasma u.w.), Medikamente, Herzmassagen erwirken.
  • Krampflösende Medikamente
  • Schmerzstillende Medikamente
  • Medikamente zum Schutz der Magenschleimhaut
  • Medikamente zum Schutz der Leber
  • Medikamente gegen Übelkeit

Was kann der Tierarzt tun, wenn mein Hund einen Köder mit Glassplittern, Nägeln, Nadeln, Rasierklingen u.ä. spitzen Fremdkörpern verschluckt hat?

Besteht der Verdacht, dass dein Hund einen Köder mit spitzen Fremdkörpern verschluckt hat, kann dies oft mithilfe einer Röntgenaufnahme beim Tierarzt festgestellt werden. Eine Behandlung des Hundes ist abhängig von diversen Faktoren, so z.B. ob der Hund einen leeren oder einen vollen Magen zum Zeitpunkt der Aufnahme der Fremdkörper hatte.

Mögliche Therapien sind eine Magenspiegelung (Gastroskopie). Es kann in glücklichen Fällen auch sein, dass die Fremdkörper ohne Verletzungen wieder ausgeschieden werden, doch muss dies sehr genau überwacht werden. In allen anderen Fällen hilft nur eine Operation zur Entfernung der Fremdkörper. Erbrechen lassen ist in diesem Fall natürlich keine Option, da sich der Hund an den Fremdkörpern bei Erbrechen verletzen könnte.

Prognose

Wie ist die Prognose bei einer Vergiftung beim Hund? Wird mein Hund wieder vollkommen gesund werden?

Eine Prognose ist bei einer Vergiftung immer abhängig von dem Gift, der Dosis, der Zeit, die seit der Einnahme des Giftes bis zum Beginn der Behandlung vergangen ist,  und von dem Allgemeinzustand des Hundes abhängig.

Die Dosis des Giftes, die für den Hund gefährlich werden kann, ist von Gift zu Gift unterschiedlich. Sie wird meist als sogenannte "Letale Dosis" (tödliche Dosis) bezeichnet und in Gramm/kg Gewicht des Hundes angegeben.

Bei einer für den Hund tödlichen Dosis eines starken Giftes wird die Prognose natürlich leider sehr viel schlechter ausfallen, als bei einem weniger starken Gift und einer geringen Dosis. Auch kann die Prognose günstig ausfallen, wenn das Gift noch nicht über den Magen in den Blutkreislauf gelangt ist und der Tierarzt noch Maßnahmen unternehmen kann, um das Gift erfolgreich aus dem Körper zu leiten.

Generell gilt bei einer Vergiftung: Es handelt sich um einen akuten Notfall und es sollte keine Zeit verschenkt werden, so schnell wie möglich zum Tierarzt oder zu einer Notfallklinik zu fahren. Jede Minute zählt, um das Leben deines Hundes zu retten!

Ursachen und Vorbeugung

Wie kann ich einer Vergiftung bei meinem Hund vorbeugen?

Natürlich möchte jeder Hundebesitzer seinem Hund eine Vergiftung ersparen. Aber es ist nie leicht, den Hund immer zu beobachten und ihn davon abzubringen, fremde Substanzen erst gar nicht aufzunehmen.

Was ich als Hundebesitzer aber immer tun kann, ist, mich vorab zu informieren, welche Substanzen für meinen Hund giftig sind und diese in Haus und Garten für ihn unerreichbar verstauen. Gerade beim Welpen, der alles in seiner Nähe befindliche ins Maul nimmt, anknabbert und mit Pech auch verschluckt, ist absolute Vorsicht geboten!

Wie kann ich in der Wohnung, im Haushalt einer Vergiftung meines Hundes vorbeugen?

Am besten wäre es natürlich, wenn Dein Hund gar nicht erst Substanzen aufnehmen würde, die er nicht aufnehmen soll oder sie sofort auf Befehl wieder ausspuckt. Hierzu kann ich entsprechende Befehle trainieren.

  • Ein Abbruch-Signal mit dem Hund eintrainieren
    Ein Abbruch-Signal lässt sich bei den meisten Hunden sehr leicht antrainieren, braucht aber Zeit, bis es zuverlässig funktioniert. Bei sehr verfressenen Hunden funktioniert es vielleicht nie, aber es ist immer einen Versuch wert!
  • Dem Hund beibringen, niemals etwas zu fressen, das ich ihm nicht freigegeben habe
  • Anti-Gift-Trainings wahrnehmen
  • Giftköder Alarm (entweder als App oder im Web verwenden)
    Beispiele: Giftköder-Radar oder Apps wie PetLEO, Dog Guard, Dogorama verwenden.

In Wohnung und Haushalt

In Wohnung und Haushalt kann ich z.B. vorbeugen, in dem ich folgende Substanzen so aufbewahre, dass mein Hund sie gar nicht erst erreichen kann. Also z.B. in verschlossenen Schränken aufbewahren:

  • Medikamente
    Hinweis: Medikamente, die für Menschen harmlos erscheinen, können für Hunde tödlich sein. So z.B. Aspirin, Paracetamol oder auch Teebaumöle! Daher NIEMALS dem Hund nach eigenem Ermessen Medikamente für Menschen verabreichen und Medikamente IMMER vor dem Hund gut verschlossen aufbewahren.
  • Nikotin
    Aschenbecher, Kippen, Zigarettenpackungen haben in der Nähe von Hunden nichts verloren! Gerade Welpen nehmen Kippen gern auf und können sich stark vergiften.
  • Alkohol
    Alkohol ist ein Gift, das für Hunde absolut tabu ist. Im Internet kursieren immer wieder vermeintlich lustige Videos von alkoholisierten Haustieren. Dies ist aber kein „Kavaliersdelikt“ oder Streich, sondern kann eine tödliche Vergiftung werden! Manche Hunde mögen sogar Alkohol, ein Grund mehr, diesen für sie nicht zugänglich aufzubewahren.
  • Illegale Drogen
    Es sollte sich von selbst verstehen, dass ich illegale Drogen nicht für meinen Hund zugänglich aufbewahre, aber es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich erwähnt.
  • Putz- und Reinigungsmittel
    Viele Putz- und Reinigungsmittel oder auch damit getränkte Putzlappen sind für den Hund giftig und sollten immer verschlossen aufbewahrt werden.
  • Frostschutzmittel, Säuren, Farben, Öle, Lacke, Terpentin, Benzin u.w.
  •  Giftige Zimmerpflanzen – Welche Zimmerpflanzen sind giftig für Hunde?
    Hier findest Du eine Auflistung der giftigen Zimmerpflanzen, die Du am besten aus der Umgebung des Hundes entfernst oder zumindest so aufstellst, dass er sie nicht erreichen kann.
  • Gifte und Dünger für Zimmerpflanzen
  • Giftige Lebensmittel – Welche Lebensmittel sind giftig für meinen Hund?
    Leider gibt es einige Lebensmittel, die für Menschen sehr gut genießbar sind, aber eben nicht für Hunde. Lerne die Lebensmittel kennen, die für Hunde giftig sind.

Giftiges Spielzeug – Worauf sollte ich beim Kauf des Hundespielzeugs achten?

Leider kann auch handelsübliches Spielzeug giftige Substanzen enthalten. Diese lösen zwar meist keine akute Vergiftung aus, können aber z.B. krebserregende Substanzen enthalten, die später bei deinem Hund Krebs auslösen können. Achte deshalb grundsätzlich darauf, nur Spielzeug für deinen Hund zu kaufen, das explizit aus natürlichen Materialien besteht. 

Wie kann ich im Garten oder beim Spaziergang einer Vergiftung meines Hundes vorbeugen?

Gerade im Gartenbereich, aber auch in Parks oder in der Natur in Wäldern und Wiesen oder an Feldern können Gifte für den Hund vorliegen. Hier eine Auflistung von giftigen Gefahren ohne den Anspruch auf Vollständigkeit: 

  • Ratten- und Mäusegift z.B. aus Giftköderboxen
  • Schneckenkorn
  • Rindenmulch
    Rindenmulch kann nicht nur durch giftige Zusätze und Dünger giftig sein, sondern aufgrund seiner pflanzlichen Bestandteile. So kann Rindenmulch aus Eichen oder Rhododendren hergestellt werden, die bereits an sich schon giftig für den Hund sein können. Hinweis: Bei Rindenmulch gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten. Es kann absolut passieren, dass Fremdstoffe pflanzlichen Ursprungs dabei sind, die gar nicht von Rinden stammen, aber giftig für den Hund sein können.
  • Giftige Pflanzen
    Leider gibt es sehr viele giftige Pflanzen im Gartenbereich, in Parks aber auch auf Wiesen und in den Wäldern. Hier findest Du eine Übersicht der giftigen Pflanzen.
  • Dünger
    Viele vergessen, dass gerade Kunstdünger, wie sie für den Rasen aber auch für Pflanzen gern zum Einsatz kommen, für Hunde giftig sein können. Es gibt z.B. auch Rasendünger, die für Hunde ungefährlich sind. Hierauf sollte immer geachtet werden und alle Familienmitglieder sollten informiert sein!
    Auch Hornspäne, die gern als biologischer Dünger verwendet wird, ist verlockend aber giftig für den Hund!
  • Vorsicht kann auch bei Äckern, Wiesen, Feldern und ihren Ränder geboten sein: Auch hier können Kunstdünger und Pestizide und Herbizide ausgebracht werden, die dem Hund gefährlich werden können. So sollte darauf geachtet werden, dass der Hund kein Gras oder Pflanzen in dieser Umgebung frisst.
  • Giftige Pflanzen im Garten und Wiesen, Parks, Wäldern
    Hier findest Du eine Auflistung der giftigen Pflanzen und Pilze, die dein Hund besser nicht fressen sollte.
  • Gartengifte
    Bei allen Gartengiften ist Vorsicht angeraten! Häufig werden Gifte gegen sogenannte Schädlinge wie Ameisen oder Läuse (Pestizide) verwendet oder auch gegen Unkräuter (Herbizide). Sie sollten immer so aufbewahrt werden, dass sie für den Hund nicht zugänglich sind. Habe ich einen Hund, so sollte ich am besten gar keine Gifte im Garten nutzen, zumal sie oft auch nützlichen Insekten wie Bienen schaden.
  • Vorsätzlich ausgelegte Köder zur Tötung von Hunden
    • Giftköder (z.B. mit Rattengift oder Blausäure vergiftete Fleischbrocken oder Leckerlies)
    • Köder mit Nägeln, Nadeln, Glasscherben*
  • Schlangenbisse können auch in Deutschland durchaus vorkommen. Deshalb solltet ihr eure Hunde in Gebieten, in denen es giftige Schlangen gibt, nicht durch das Unterholz streunen lassen.

Giftige Gefahren im Pferdestall

  • Horn vom Pferdehuf
    Das Horn vom Pferdehuf kann verlockend für Hunde sein und dabei leider sehr schnell zu Vergiftungen führen! War der Hufschmied gerade da? Dann muss unbedingt darauf geachtet werden, die Hornteile/Hornspäne zu entfernen!
  • Wurmkuren für Pferde
    Leider ist es auch schon vorgekommen, dass Hunde sich die noch nicht leere Verpackung einer Wurmkur für Pferde aus dem Müll geholt haben und daran gestorben sind. Die Wurmkur für das Pferd kann für den Hund giftig sein!

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