Gesundheit
Giardien (Giardia Lamblia) beim Hund - erkennen und behandeln
Noch vor einigen Jahren waren Giardien in Deutschland recht unbekannt und Giardien-Infektionen kamen eher in südlichen oder östlichen Ländern vor. Doch seit den frühen 2010er-Jahren haben die Giardien-Infektionen immer mehr zugenommen. Neu sind Giardien allerdings nicht, es gibt sie vermutlich seit Urzeiten – sie werden nur dann unangenehm, wenn sie Überhand nehmen und zu Symptomen führen.
Beschreibung, Definition
Hilfe, mein Hund hat Giardien! Was sind überhaupt Giardien bzw. was ist eine Giardose beim Hund?
Giardien sind sehr kleine, einzellige infektiöse Dünndarm-Parasiten (Protozoen), die sich an der Darmwand deines Hundes festsetzen können und sich leider sehr schnell millionenfach auf der Darmschleimhaut vermehren können.
Bei einem starkem Befall können Giardien den Darm und die Darmschleimhaut stark schädigen und somit das Immunsystem des Hundes schwächen. Dauerhafte Durchfälle und ein angegriffener Darm sind die typischen Symptome der Giardose. Es kann zu Nährstoffmangel und in Einzelfällen auch zu Wachstumsstörungen kommen.
Alle Hunde können Giardien bekommen, einige sind aber stärker gefährdet
Hunde jeden Alters können von Giardien befallen werden, doch kommen die Infektionen häufiger bei Hunden vor, deren Immunsystem noch nicht so ausgeprägt oder geschwächt ist: also bei Welpen, Junghunden, Senioren oder kranken Hunden.
Ist jedoch die Darmflora gestört oder die Darmschleimheit bereits angegriffen, wird eine krankhaften Vermehrung der Giardien sehr begünstigt. Medikamente wie Antibiotika oder eine falsche Ernährung können beispielsweise den Darm vorab geschwächt haben.
Den Infektionskreis der Giardien kennen und bekämpfen
Giardien werden fäkal-oral übertragen. Das bedeutet, dass sie über den Kot ausgeschieden werden und von hier oral, also über den Mund oder über das Maul aufgenommen werden können.
Nachdem Giardien über das Maul aufgenommen werden, wandern sie zunächst einmal bis zum Dünndarm. Da sie kleine "Saugnäpfe" besitzen, können sie sich an der Darmwand festhalten und beginnen hier, sie zu schädigen und sich insbesondere von Kohlehydraten zu ernähren. Mittels Teilung können sich die parasitären Einzeller sehr schnell im Darm ausbreiten. Später wandern sie in den Enddarm und werden zu sogenannten Zysten, die eine schützende Hülle erhalten.
Diese Zysten werden mit dem Kot ausgeschieden und warten hier recht ausdauernd auf neue Wirte, die sie infizieren können. Leider sind die kleinen Einzeller in dieser Zystenform ausgesprochen widerstandsfähig: Zysten können außerhalb des Darmes noch länger als 4 Wochen ansteckend sein und sie überleben in feuchten Böden oder kaltem Wasser (ca. 4 Grad Celsius) mitunter sogar mehrere Monate.
Das besonders Lästige an Giardien ist, dass sich dein Hund sehr leicht erneut infizieren kann: Es reicht ein infizierter Haufen, an dem er schnüffelt oder gar ein Lecken am Fell in der Analregion, in der noch Zysten von Giardien hängen, und die Infektion kann von vorne losgehen.
Was die nervenden Einzeller nicht mögen ist Wärme über 65 Grad Celsius und Trockenheit. Dies können wir uns im Kampf gegen Giardien zu Nutze machen!
Kann mich mein Hund mit Giardien anstecken?
Giardien können sowohl vom Menschen auf andere Menschen als auch von Tieren auf Menschen und von Menschen auf Tiere übertragen werden. Der Fachbegriff hierfür ist "Zoonose": die Infektion kann über Arten übertragen werden, also von z.B. Katzen auf Hunde, von Hunden auf Menschen.
Giardien können auch bei Menschen Magen-Darm-Infektionen auslösen. Auch hier sind Menschen, die einen angegriffenen Darm und ein geschwächtes Immunsystem haben, anfälliger. Gefährlich können Giardien aber aber für kleinere Kinder und Menschen mit einem schwachen Immunsystem werden, denn sie können sich gegen eine starke Vermehrung nicht wehren. Eine Ansteckung vom Hund auf den Menschen ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Warum ist das so?
Unterschiedliche Genotypen von Giardien bei Mensch und Hund erschweren eine Ansteckung
Bei Giardien wurden unterschiedliche Genotypen festgestellt, die sich auf eine Spezies spezialisieren und damit schwerer über Arten hinweg übertragen werden können. Bei Menschen sind gehäuft die Genotypen A und B der Giardien zu finden, beim Hund dagegen C und D. Solltet ihr Befürchtungen haben, dass ihr euch angesteckt habt und Symptome zeigen, dann hilft nur der Gang zum Arzt und das Untersuchen von euren Kotproben. Es ist aber nicht sehr wahrscheinlich, dass ihr euch bei eurem Hund ansteckt, sofern ihr grundlegende Hygiene-Regeln einhaltet.
Symptome
Wie äußern sich Giardien bzw. eine Giardose beim Hund?
Giardien können zu Verdauungsstörungen, schweren Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen und damit einhergehend zu Schwäche und Gewichtsverlust führen. Durch die Anheftung der Parasiten an die Darmwand, kommt es zu Reizungen, die die Nährstoffaufnahme stören können. Die empfindliche Darmschleimhaut wird angegriffen. Das Immunsystem wird geschwächt, es kann in starken Fällen zu vermindertem Wachstum und auch zu Problemen mit Haut und Fell kommen.
Symptome abhängig von Immunsystem und Darmgesundheit
Wie stark jedoch betroffene Hunde mit Symptomen bei einem Giardien-Befall reagieren, kann sehr variieren. Während meine Hündin Lotte als Welpe und Junghund leider öfter unter schleimigem Durchfall litt, wurde ein Giardien-Befall bei meiner 10 Monate alten Hündin Lilly bei einem großen Kotscreening eher zufällig erkannt. Sie hat sehr wohlgeformten festen Kot, auf dem sich kein Schleim befindet und hat auch ansonsten keinerlei Symptome gezeigt.
Eine Erklärung dafür ist aus meiner Sicht, dass Lilly von Anfang gebarft wurde und ihr Darmflora entsprechend intakt ist, während Lotte zu Beginn noch Fertigfutter bekam. Denn ein gesunder Darm mit einer intakten Darmflora und einer gesunden Darmschleimhaut ist nicht so anfällig für Giardien und steckt so eine Infektion besser weg.
Giardien-Infektionen können Symptome beim Hund auslösen oder auch komplett ohne Symptome verlaufen. Auch gesund wirkende Hunde können eine Infektion mit Giardien besitzen und damit auch ansteckend sein. Während Hunde mit einem gesunden Darm und einem guten Immunsystem meist keine Symptome zeigen, so zeigen Welpen, Junghunde und kranke oder geschwächte Hunde oft folgende Symptome:
- Gewichtsverlust, obwohl sie normal fressen
- Durchgehender oder immer wiederkehrender Durchfall (dieser kann sehr dünnflüssig, hell, breiartig sein und ist dabei übelriechend und ggf. sogar blutig)
- Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
- Gelegentlich Fieber
- Im weiteren Verlauf auch schlechtes Fell und verschlechterte Haut (ggf. mit Juckreiz und Ekzemen)
- Verzögertes Wachstum bei Welpen und Junghunden
- Nährstoff- und Vitaminmangel, da die Giardien durch das Anheften an die Darmwand zu Reizungen führen, die die Nährstoffaufnahme stören
- Absenkung des Immunsystems
- Blutarmut
Diagnose
Wie werden Giardien beim Hund diagnostiziert?
Giardien können bei eurem Hund durch Labor-Untersuchungen von Kotproben eures Hundes festgestellt oder ausgeschlossen werden.
Es stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, um Giardien nachzuweisen. Die beiden häufigsten sind:
- Flotation oder auch Sedimentation
Mittels Mikroskop werden Zysten der Giardien im Kot gefunden - ELISA-Test (enzyme-linked immuno sorbent assay)
Der ELISA-Test ist ein Antikörper-Test, der sogenannte Kopro-Antigene, im Kot des Hundes nachweisen kann.
Um den Kot untersuchen zu lassen gibt es heutzutage unterschiedliche Möglichkeiten, am häufigsten ist aber ein Gang zum Tierarzt deines Vertrauens:
-
Tierarzt
Ihr geht zu eurem Tierarzt, der euch die Kotprobebehälter gibt (oder ihr holt sie direkt aus der Apotheke) und bringt ihm später die Proben. Der Tierarzt schickt diese in ein Labor und bespricht mit euch die Ergebnisse und ggf. auch gleich die Behandlung und kann euch die dafür nötigen Medikamente geben. -
Anbieter von Komplett-Tests
Es gibt bereits einige Anbieter, bei denen ihr Test-Sets selbst bestellen könnt und die Proben direkt einschickt und Ergebnisse erhaltet. Einige schicken benötigte Medikamente dann über Versand-Apotheken. Hier zwei Beispiele: -
Ernährungsberater und Tierheilpraktiker
Auch Ernährungsberater und Tierheilpraktiker bieten die Tests an und arbeiten meist mit einem Labor zusammen. Sie schicken euch die Auswertung und beraten euch, was ihr am besten tun solltet. Die eventuell benötigten Medikamente erhaltet ihr dann bei eurem Tierarzt.
Auf die Kotprobe kommt es: So nehmt ihr für das Labor gut auswertbare Kotproben
Für die Kotprobe erhaltet ihr bei eurem Ansprechpartner ein Behältnis oder in den meisten Apotheken oder natürlich auch online gibt es die Kotproben-Behälter für wenig Geld.
Damit die Kotprobe frisch und gut verwertbar ist, gibt es ein paar kleine aber hilfreiche Regeln, die ihr beachten solltet. Denn: nicht in jedem Hundehaufen befinden sich bei Giardienbefall auch gleich die Zysten der Giardien, mit denen der Nachweis möglich ist. Bei manchen Hunden können sich die Giardien auch in die Gallengänge zurückziehen und werden nur selten ausgeschieden. Das gleiche gilt auch für den Nachweis von Würmern, die nicht jeden Tag die für den Nachweis nötigen Eier ausscheiden.
Drei Kotproben an drei unterschiedlichen Tagen
Daher ist es für eine fundierte Labor-Untersuchung notwendig, am besten drei Kotproben an drei unterschiedlichen Tagen zu nehmen.
So nimmst du die Kotprobe richtig
In den gängigen Kotprobe-Behältnissen ist ein Löffel im Deckel, mit dem der Kot sauber aufgenommen werden kann. Bei der Probeentnahme aus dem Hundehaufen bitte auf folgende kleine Regeln achten:
- Wie häufig?
Ihr entnehmt an 3 Tagen jeweils einmal Kot (entweder in 3 Röhrchen oder auch in ein Behältnis geben) - Wie viel?
Pro Probe das Röhrchen ca. 1/3 füllen (ca. Hasel- oder Walnussgröße) - Wie bewahre ich die Proben auf?
Verschließt das Probengefäß immer fest (logisch) und bewahrt es am besten bei kühler Zimmertemperatur (nicht zu kalt, nicht zu warm) auf. - Wie entnehme ich die Probe?
Möglichst den Kot pur für die Probe entnehmen, also ohne Erde, Laub und Gräser. Am besten auch nicht in der Probe umher stochern. - Wann?
Am besten startet ihr mit dem Sammeln am Wochenende, um am Montag gleich alles frisch abzuschicken. So kommt alles noch vor dem Wochenende ins Labor zur Auswertung. Nach der dritten Probe auf jeden Fall zeitnah abschicken!
Tja, und weil es so schön war: Sollte euer Hund Giardien nach dem ersten Test gehabt haben, so ist zwei Wochen nach der Behandlung ein weiterer Test wie oben beschrieben notwendig, um sicher zu gehen, dass nun keine Giardien mehr da sind und die Behandlung erfolgreich war!
Therapie & Behandlung
Wie werden Giardien beim Hund therapiert und behandelt?
Wenn ein sehr starker Giardien-Befall vorliegt, kann ein Abtöten der Giardien mit Medikamenten notwendig werden. Parallel sind zur Bekämpfung der Giardien gezielte Hygiene-Maßnahmen entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit werden von den meisten Tierärzten und Ernährungsberatern medikamentöse Behandlungen empfohlen. Allerdings schwächen diese die Darmflora, so dass schnell erneut Infektionen stattfinden. Ein gesunder Darm ist aber ausschlaggebend für die Widerstandskraft des Hundes gegen einen erneuten Befall.
Es gibt eine Reihe von alternativen Behandlungsformen, deren Wirksamkeit zwar nicht wissenschaftlich erwiesen ist, die aber von einigen Tierärzten und Tierheilpraktikern empfohlen werden.
In jedem Fall ist es immer sinnvoll, parallel zur Behandlung der Giardien das Immunsystem des Hundes zu stärken und die Darmgesundheit mithilfe von fördernden Bakterienstämmen wieder aufzubauen. Hilfreich ist es ebenso, die Entgiftung des Darmes davor zu unterstützen.
Womit können Giardien abgetötet werden?
Wie schon erwähnt, wird eine medikamentöse Behandlung der Giardien aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer Schädlichkeit oft empfohlen. Dies sollte euer Tierarzt am besten mit euch im Gespräch entscheiden. Ob Medikamente nötig sind, hängt natürlich auch von den Symptomen und dem Zustand deines Hundes ab.
Folgende Wirkstoffe sind derzeit (Stand Dez 2021) in der Tierarznei in Deutschland für die Behandlung von Giardien bei Hunden und Katzen zugelassen:
- Fenbendazol (enthalten z.B. in dem Medikament: Panacur)
- Metronidazol, ein Antibiotikum, das meist stärker in der Wirkung ist als Fenbendazol
Es gibt auch einige Anbieter von alternativen Mitteln zur Bekämpfung von Giardien, die ohne Chemie arbeiten. Diese sind häufig nicht auf ihre Wirksamkeit getestet, haben aber nicht die Nebenwirkungen, die Fenbendazol und Metronidazol mit sich bringen.
Hygiene-Maßnahmen bei der Behandlung von Giardien
So werdet ihr die Giardien in der nächsten Umgebung eures Hundes los
Damit sich euer Hund nicht erneut ansteckt und damit sich nicht andere Hunde oder mit Pech auch ihr selbst ansteckt, sind folgende Hygiene-Maßnahmen während der Behandlung absolut wichtig:
- Hundekot
Hundekot aufsammeln und in geschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll entsorgen. - Garten
Sofern euer Hund in den Garten macht, sollte natürlich auch hier der Kot sofort aufgesammelt und entsorgt werden. Stellen, an denen Kot aufgesammelt wurde, können mit Kalk (Baumarkt) bestreut werden. - Liege- und Schlafplätze und Decken
Decken und Liegeplätze des Hundes sollten heiß gewaschen werden (über 65 Grad Celsius) oder desinfiziert werden. - Spezielle Desinfektionsmittel
Nicht alle Desinfektionsmittel helfen gegen Giardien. Tierärzte können euch Auskunft geben oder ihr schaut in der Liste der Desinfektionsmittel der DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.) nach. Hier solltet ihr die Suche auf Einzeller eingrenzen. Die meisten Desinfektionsmittel gegen Giardien enthalten Kresole. - Futter- und Trinknäpfe
Futter- und Trinknäpfe täglich mit kochendem Wasser übergießen und einwirken lassen - Spielzeug
Spielzeug entweder entsorgen (das ist schade, aber in diesem Fall sinnvoll) oder über 65 Grad Celsius reinigen - Reinigen des Fells im Analbereich
Bei langhaarigen Hunden kann es sinnvoll sein, die Haare im Analbereich zu kürzen oder zu Scheren und den Hund zu Waschen und zu Shampoonieren. Unterstützend wirkt das Shampoonieren deines Hundes – und insbesondere des Hinterteils. - Spezielle Shampoos
Tipp: Es gibt spezielle Shampoos, die Giardien abtöten können, so B. Shampoos, die Chlorhexidindigluconat enthalten. - Desinfektion von Fußböden und Teppichen
Fußböden und Teppiche lassen sich entweder mit Desinfektionsmittel oder z.B. mit einem Dampfreiniger über 65 Grad Celsius mehrfach täglich reinigen. - Auto und Hundeboxen
Auto reinigen und desinfizieren (Dampfreiniger, Desinfektionsmittel) - Spaziergänge
Lasst euren Hund nicht an Kothaufen schnuppern und lasst ihn nicht aus Pfützen trinken. - Für den Menschen gilt
Wascht eure Hände gründlich, nachdem ihr Kontakt mit eurem Hund hattet. - Andere Hunde sind tabu
Euer Hund sollte während der Behandlung keinen Kontakt zu anderen Hunden haben. Hundebetreuung, Hundeschule, Hundeauslauf, Hundefreunde sind wegen eines möglichen Ansteckungsrisikos und erneuter Infektion tabu.
Verzicht auf Kohlehydrate während der Giardien-Behandlung – Schonkost und Überdenken der Ernährung
Eine Ernährung ohne Kohlehydrate kann sich sehr günstig auf die Behandlung auswirken. Giardien können sich im Darm ausbreiten, wenn sehr viel Stärke oder Zucker gefüttert wird oder das Immunsystem zu schwach ist, sich zu wehren. Deshalb verzichte ich ganz auf Kohlehydrate in der Ernährung während der Therapie: Mein Hund erhält kein Obst (Fruchtzucker!), ohnehin kein Getreide, keine Kartoffeln, kein Reis. Denn die Giardien ernähren sich von Kohlehydraten und können so ausgehungert und geschwächt werden.
Für Barfer ist es in der Regel problemlos, keine Kohlehydrate zu füttern, bei der Fütterung von Trockenfutter oder Feuchtnahrung kann dies jedoch nur mit einer Futterumstellung erfolgen. Denn: viele Trocken- als auch Nassfutter enthalten sehr viele Kohlehydrate, die die Ausbreitung der Giardien leider noch steigern können. Es gibt aber auch Produkte, die keine Kohlehydrate enthalten. Ihr könnt z.B. reines Fleisch auch als Nass- oder Trockenfutter erhalten und dann mit Gemüse anreichern oder eben einfach Fertigfutter ohne Kohlehydrate kaufen.
Darm doppelt schützen: Moro'sche Karottensuppe
Die Moro\'sche Möhrensuppe ist das natürliche Haushaltsmittel gegen Durchfall bei Mensch und Tier. Sie schont nicht nur den Darm, sondern legt sich schützend über die Darmschleimhaut, so dass sich Giardien nicht mehr gut anheften können.
Hier geht es zum Rezept der Moro\'sche Möhrensuppe gegen Durchfall beim Hund. Sie ist günstig und schnell selbst gemacht. Die ersten Tage solltet ihr ausschließlich die Moro'sche Möhrensuppe an euren Hund geben und danach immer mehr mit leicht verdaulichem und fettarmen Fleisch wie beispielsweise Hähnchenfleisch ergänzen. Ebenso kann leicht verdauliches Fett in Form von Kokosfett in den Folgetagen dazu gegeben werden.
Das unterstützt die Heilung von Giardien
Darmreinigung und Aufbau der Darmflora, Stärkung des Immunsystems - Alternative Behandlungsmöglichkeiten der Giardien
Durch die Medikamente zur Bekämpfung der Giardien werden die Darmflora und damit das Immunsystem deines Hundes leider geschwächt. Und genau dies kann zu erneuten Ansteckungen führen. Denn lebenswichtige Bakterien, die Parasiten aus dem Darm verdrängen können, werden mit den Medikamenten abgetötet. Die Darmflora ist geschwächt und übrig gebliebene Giardien oder auch infektiöse Giardien der Umgebung haben so leider die Chance, erneut den Darm zu besiedeln. Deshalb ist eine sofortige Unterstützung des Darms so wichtig für eine erfolgreiche Behandlung oder auch Prävention.
Es ist also immer sehr ratsam, parallel zur Behandlung der Giardien gleich den Darm zu unterstützen. Und das geht so: Ihr könnt Mittel geben, um den Darm zu entgiften und um die Darmbakterien wieder aufzubauen. Hierzu gibt es viele Präparate, die euch euer Tierarzt empfehlen kann.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten der Giardien
Alternative Behandlungsmöglichkeiten von Giardien bauen darauf auf, dass durch eine Ernährungsumstellung ohne Kohlehydrate und einen gezielten Aufbau der Darmflora, sowie einer Unterstützung des Immunsystems des Hundes, dieser so gestärkt wird, dass er selbst die Giardien bekämpfen kann.
Dann wären keine Medikamente, die wiederum die Darmflora zerstören, nötig. Ob dies tatsächlich funktioniert, ist sicherlich von Fall zu Fall unterschiedlich und muss von jedem selbst entschieden und ausprobiert werden. Es hängt immer auch von euch ab, ob ihr die Behandlung über einen längeren Zeitraum durchhaltet und ggf. bei Bedarf wiederholt.
Feta-Kur gegen Giardien
Als alternative Behandlungsmöglichkeit kann zu Beginn der Behandlung eine 1-2 tägige Kur mit naturreinem Feta-Käse am besten zu 100% aus Schafsmilch erfolgen. Der Hund erhält am ersten Tag ausschließlich Feta-Käse, der höchsten noch mit ein paar Kräutern (Oregano), sowie etwas Kokosfett gegeben werden kann. Wissenschaftlich bewiesen ist diese Heilungsmethode zwar nicht, aber auch Tierärzte raten dazu. Am besten am ersten Tag ausschließlich Feta mit Oregano füttern, danach kann er noch zur Moro'schen Möhrensuppe dazu gefüttert werden.
Darmkuren und Aufbau der Darmflora
In jedem Fall ist es immer sinnvoll, die Darmflora und das Immunsystem eures Hundes nach einem Giardien-Befall zu stärken. Hierzu gibt es eine ganze Menge an Produkten, die den Darm unterstützen.
1. Immunsystem stärken
Das Immunsystem von Welpen wird mit dem Kolostrum aus der Muttermilch gestärkt. Mit einem Präparat aus Kolostrum von Kuh- oder Ziegenmilch könnt ihr auch das angegriffene Immunsystem eures erwachsenen Hundes stärken.
Ebenfalls sehr stärkend kann Propolis wirken. Propolis ist ein Harz, meist aus Bäumen, das von Bienen geerntet und mit eigenen Stoffen versehen wird, um als Schutz vor Bakterien, Viren und Pilzen im Bienenstock zu wirken. Propolis kann als Tinktur gekauft werden.
Produkt-Tipps
- Kolsal-Kolostrum von PerNaturam (Nicht bei Allergie auf Kühe)
- Propolis Tinktur von Lunderland
2. Darm im Kampf gegen Giardien unterstützen
Mit Kräutern könnt ihr den Darm im Kampf gegen die Giardien unterstützen. PerNaturam hat eigens für eine gestörte Darmflora bei Giardien ein Produkt aus Bartflechte und Ringelblume hergestellt: Usniotica. Zusätzlich gibt es von PerNaturam das Präparat Enterogan, das die Darmflora unterstützt. Es kann parallel sinnvoll sein, den Darm natürlich zu entgiften, beispielsweise mit Zeolith. Die drei Produkte können für 1-2 Wochen gegeben werden.
Produkt-Tipps
- Usniotica von PerNaturam
- Enterogan von PerNaturam
- Zeolith von Dr. Ziegler
3. Gesunde Darmbakterien aufbauen (Probiotika)
Nachdem sich der Darm mit den ersten Maßnahmen beruhigt hat und die Durchfälle beendet sind, sollte mit dem Aufbau der Darmflora in Form von gesunden Darmbakterien begonnen werden. Dies könnt ihr einfach durch die Gabe von Bifido- und Milchsäurebakterien tun.
Produkt-Tipps
Es gibt viele Produkte zum Aufbau der Darmflora. Uns hat das folgende Produkt für Hund und Mensch aufgrund seiner Qualität bisher immer überzeugt, aber natürlich könnt ihr auch andere Produkte verwenden:
4. Präbiotika: Futter für die Darmbakterien
Zu guter Letzt sei erwähnt, dass sich die gesunden Darmbakterien auch ernähren können müssen, damit sie sich ansiedeln und gut vermehren. Hierzu sind Ballaststoffe aus Gemüse und Obst hilfreich. Selbst wenn ihr euren Hund nicht barft oder für ihn kocht, so könnt ihr beispielsweise Dosenfutter, das Fleisch, Innereien und Knochen enthält mit frischem Gemüse ergänzen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Erneuter Test nach Behandlung und ggf. Antigen-Test
Ist die Behandlung der Giardien abgeschlossen, so ist nach zwei Wochen eine Kontroll-Untersuchung des Hunde-Kots notwendig, damit ihr wisst, ob die Behandlung erfolgreich war. Also erneut drei Tage Kot sammeln und danach untersuchen lassen. Ich drücke die Daumen, dass die Behandlung erfolgreich war!
Es wird von einigen Experten empfohlen, sofern die Giardien erfolgreich bekämpft wurden, nach 4 Monaten zusätzlich einen Antigen-Test auf Giardien als Schlusskontrolle vorzunehmen.
Prognose
Wie ist die Prognose bei einer Giardien-Infektion beim Hund? Wird mein Hund wieder vollkommen von der Giardose genesen?
Die gute Nachricht vorweg: Ja, Giardien lassen sich abtöten und der Darm deines Hundes kann meistens wieder aufgebaut werden. Der Teufelskreis ist leider, dass die Medikamente zum Abtöten der Giardien auch die Darmflora angreifen und damit das Immunsystem schwächen. Genau damit ist eine Ansteckung und Ausbreitung der Giardien aber wahrscheinlicher.
Bei Hunden, die bereits vor der Giardien-Infektion stark geschwächt waren und deren Immunsystem nicht mehr oder noch nicht gut aufgebaut ist, können Giardien euren Hund aber zusätzlich sehr schwächen. Leider kann eine Giardose gerade in solchen Fällen sehr hartnäckig sein und eine erneute Ansteckung ist oft nicht zu verhindern. Dies ist sehr anstrengend für Hund und Mensch und belastet mit all der Hygiene, den Durchfällen und dem Leid sowohl physisch als auch psychisch. Aber bleibt am Ball! Wenn ihr hartnäckiger als die Giardien seid, schafft ihr es auch bei schwierigen Fällen, auch wenn es anstrengend ist.
Eine dauerhaft angegriffene Darmflora kann zu Darmentzündungen oder zum sogenannten Leaky-Gut-Syndrom (Nahrung kann unverdaut in die Darmwand gelangen, das Immunsystem schlägt Alarm und es können sich Allergien entwickeln).
Ursachen & Vorbeugung
Was sind die Ursachen von Giardien beim Hund? Kann ich einer Ansteckung mit Giardien beim Hund vorbeugen?
Einer Ansteckung mit Giardien kann man nicht beispielsweise durch präventive Gaben von Medikamenten vorbeugen und das wäre auch nicht sinnvoll, da diese die gesunde Darmflora angreifen würden.
Es soll zwar tatsächlich schon Impfungen gegen Giardien geben, die aber in Deutschland derzeit noch nicht zugelassen sind und deren Sinnhaftigkeit ist bei Abwägen von Nutzen und Schaden zu bezweifeln.
Hunde können sich draußen im Grunde überall anstecken, so z.B. es beim Schnüffeln am Hinterteil von anderen Hunden, beim Schnüffeln an Kothaufen oder auch beim Trinken aus infiziertem Wasser in Pfützen oder ähnlichem. Selbst wenn ihr den Kothaufen nicht mehr seht, erschnüffelt euer Sherlock diesen und ja, genau: es liegen noch Giardien-Zysten mit Pech im Gras. Ihr könnt euch und euren Hund also gar nicht vor infektiösen Zysten schützen!
Ein gesunder Darm und ein intaktes Immunsystem schützen deinen Hund vor Giardiose
Vor einer Infektion könnt ihr euren Hund also kaum schützen, aber damit sich die Giardien nicht im Körper ausbreiten und es zu bösen Durchfall-Symptomen kommt, könnt ihr sehr wohl etwas tun.
Das Beste, wobei ihr euren Hund unterstützen könnt, ist ein intaktes Immunsystem. Hier liegt der Grundstein in der Darmgesundheit eures Hundes. Dies bedeutet, Schadstoffe aus dem Darm zu entfernen und gesunde Darmflora und Bakterien wieder aufbauen.
Hierfür gibt es viele Präparate, Kuren und auch ganz natürliche Nahrungsergänzungen, die eurem Hund helfen können. Ein Fundament liegt hier aber natürlich auch in der Ernährung.
Einfache Hygiene-Regeln minimieren Risiko einer Neu-Infektion
Außerdem können einige Hygiene-Regeln helfen, die die Verbreitung und Wieder-Ansteckung mit Giardien zu minimieren. Folgende Hygiene-Regeln sind aus meiner Sicht grundsätzlich sinnvoll:
- Aufsammeln von Kot, verschlossene Beute in den Hausmüll geben. Für verantwortungsvolle Hundehalte ist das ohnehin normal. Also auch im Garten oder in der Umgebung niemals Kot liegen lassen. Wenn sich alle daran halten, ist schon viel gewonnen. (Allerdings bleiben immer Reste für eine Ansteckung liegen und bleiben über Wochen infektiös, Kalk soll helfen, aber wer läuft schon immer mit Kalk Gassi? Im Garten wäre das aber hilfreich)
- Fress- und Trinknäpfe täglich mit kochendem Wasser oder bei über 65 Grad in der Spülmaschine reinigen
- Hunde-Decken und Kissen regelmäßig bei über 65 Grad Celsius waschen
- Das Gleiche gilt für Spielzeug: regelmäßig bei über 65 Grad Celsius waschen oder sich von Spielzeug trennen, das nicht so heiß zu reinigen ist
- Analregion des Hundes sauber halten: langes Fell hier kurz schneiden und am besten nach dem Gassigang mit einem feuchte Tuch (z.B. Babytücher) abwischen. Ggf. bei Kot im Fell mit einem speziellen Shampoo regelmäßig reinigen.
Last not least: Vorsorge ist besser als Ausbreitung der Infektion
Regelmäßige Labor-Untersuchungen des Kotes (ähnlich der Wurmuntersuchungen ca. alle 3-6 Monate) können helfen, dass sich Giardien gar nicht erst gehäuft festsetzen und sie bereits erkannt werden, wenn euer Hund noch gar keine Symptome zeigt (sofern er überhaupt Symptome zeigt). Allerdings raten nicht alle Tierärzte zu einer Behandlung von Giardien, sofern der Hund symptomfrei ist. Schließlich sind die Medikamente immer eine Schwächung des Immunsystems und genau das solltet ihr immer mit einem Experten wie eurem Tierarzt vorher abklären.
Keine OPs oder Impfungen während einer Giardien-Infektion
Leidet euer Hund an Giardien, so ist sein Immunsystem herabgesetzt. In dieser Zeit solltet ihr ihn nicht impfen lassen und möglichst auch keine verschiebbaren Operationen vornehmen lassen.
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